Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Schlagwort: geschichtswissenschaft Seite 1 von 2

Ins Netz gegangen (21.12.)

Ins Netz gegan­gen am 21.12.:

  • Die Hän­de Johann Sebas­ti­an Bachs | For­schung & Leh­re → bach war nicht geni­al, er hat­te ein­fach gro­ße hän­de – nun­ja, das wur­de nicht behaup­tet. aber zumin­dest letz­te­res ist nun gesichert
  • Dubio­se Quel­len | Süd­deut­sche → wil­li wink­ler hat schon ein­mal die janu­ar-aus­ga­be der vier­tel­jahrs­hef­te für zeit­ge­schich­te gele­sen und fasst einen bei­trag von mika­el nils­son zusam­men, der offen­bar nach­weist, dass die als „hit­lers tisch­ge­sprä­che“ ver­öf­fent­lich­ten tex­te als (primär)quelle eigent­lich nichts tau­gen, weil ihre authen­ti­zi­tät (und ihre edi­tie­rung) frag­wür­dig ist
  • Das gro­ße Beich­ten | Süd­deut­sche → ein gast­bei­trag von natha­lie wei­den­feld, der zur dis­kus­si­on stellt, ob die öffent­li­che kund­ma­chung per­sön­li­cher und inti­mer gedan­ken, erleb­nis­se, stim­mun­gen in den sozia­len medi­en nicht ein reflex, eine moder­ne vari­an­te des öffent­li­chen beich­tens der puri­ta­ner ist (ich bin nicht ganz über­zeugt, ob das stimmt – aber beden­kens­wert scheint es mir schon).
  • Many Shades of Gen­der | LMU → pau­la-ire­ne vil­la hat – zusam­men mit Kolleg*innen und mitarbeiter*innen – eine schö­ne FAQ zu typi­schen, wie­der­keh­ren­den fra­gen und vor­wür­fen an die gen­der stu­dies geschrieben

    Die Gen­der Stu­dies wol­len ins­ge­samt weder Geschlecht abschaf­fen noch, wie manch­mal auch ver­mu­tet wird, es allen auf­zwin­gen. Viel­mehr wol­len die Gen­der Stu­dies for­schend her­aus­fin­den, wo wie für wen war­um in wel­cher Wei­se und mit wel­chen Fol­gen Geschlecht über­haupt eine Rol­le spielt (oder auch nicht).

  • Records Revi­si­ted | hhv­mag → kris­toff­er cor­nils’ schö­ne und ehr­li­che wür­di­gung des groß­ar­ti­gen „spi­rit of eden“ von talk talk
  • Der alte Hass auf die Auf­klä­rung | Geschich­te der Gegen­wart → phil­ipp sara­sin ord­net die „neue rech­te“ in die tra­di­ti­on der anti-auf­klä­rung und der geg­ner­schaft des libre­ra­lis­mus ein:

    Zu behaup­ten, die Unter­schei­dung zwi­schen links und rechts habe sei­ne Bedeu­tung ver­lo­ren, ist ange­sichts sol­cher Aus­sa­gen wenig über­zeu­gend. Dring­lich ist aber auch, dass die Lin­ke auf­hört, die Libe­ralen und auch die „Libe­ral-Kon­ser­va­ti­ven“ in die rech­te Ecke zu stel­len und die fal­schen Schlach­ten zu schla­gen. „Rechts“ ist nur dort, wo der alte Hass auf die Aufklä­rung dräut. Alles ande­re sind Zänke­reien unter den Kin­dern der Moderne.

netzstruktur auf blauem hintergrund (vernetzungsgraph)

Ins Netz gegangen (8.5.)

Ins Netz gegan­gen am 8.5.:

  • Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt wird das Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz kip­pen | beck-blog → marc liesching über das „mei­nungs­frei­heits­be­kämp­fungs­ge­set­zes“ aka „netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz“ und sei­ne ver­stö­ße gegen ver­fas­sungs­text und ‑prin­zi­pi­en
  • Der Pro­fes­sor als wüten­der Bür­ger | Tages­spie­gel → Chris­toph David Pior­kow­ski unter­sucht und legt dar, wie rechts(radikal) diver­se äuße­run­gen bab­e­row­skis sind
  • With Can­cer in the Past, Ryui­chi Saka­mo­to Returns to His Cal­ling | NYT → rück­blick, gespräch mit ryui­chi saka­mo­to und vor­schau auf das neue ablum
  • Von wegen, das Klas­sik-Publi­kum stirbt aus | Tages­spie­gel → schö­ner text von fre­de­rik hans­sen über den „klas­sik­be­trieb“, sein gedei­hen, sei­ne ritua­le als not­wen­dig­kei­ten und mög­lich­kei­ten der ent­de­ckung und des erlebens

    Vier neue Kon­zer­tor­te für klas­si­sche Musik, ein­ge­weiht bin­nen sechs Mona­ten: Das Zuhö­ren hat Kon­junk­tur in Deutsch­land. Mehr als eine Mil­li­ar­de Euro wur­den inves­tiert, Geld vom Staat, aber auch statt­li­che Sum­men von pri­va­ter Sei­te, von künf­ti­gen Besu­chern wie von Spon­so­ren, die der Gesell­schaft etwas zurück­ge­ben wol­len. Und es ging hier nicht allein dar­um, Land­mar­ken zu schaf­fen, wie oft im Muse­ums­bau, Leucht­tür­me, von denen sich Stadt­vä­ter und Mar­ke­ting­leu­te, bit­te, bit­te einen neu­en Bil­bao-Effekt ver­spre­chen, wo das 1997 fer­tig­ge­stell­te Gug­gen­heim-Muse­um das Stadt­bild neu geprägt hat. Im Mit­tel­punkt des Inter­es­ses stand sogar etwas Unsicht­ba­res: der Schall – und die Fra­ge, wie er den best­mög­li­chen Weg von sei­ner Erzeu­gung auf der Büh­ne hin zu den Ohren des Publi­kums neh­men kann. […] Wer behaup­tet, das Klas­sik-Publi­kum ster­be aus, der lügt. Und wer lamen­tiert, bei Sin­fo­nie­kon­zer­ten wür­den immer nur die­sel­ben Stü­cke gespielt, hat das Prin­zip die­ses Gen­res nicht verstanden.

netzgebilde (unsplash.com)

Ins Netz gegangen (27.2.)

Ins Netz gegan­gen am 27.2.:

  • Emp­feh­lung: Inter­na­tio­na­le Rei­sen nur noch ohne Smart­phone | mobi­le­ge­eks → cas­ten dob­schat emp­fiehlt, beim grenz­über­tritt kein smart­phone dabei­zu­ha­ben – es könn­te kopiert wer­den. oder alter­na­tiv nur ein zurück­ge­setz­tes tele­fon mitnehmen …
  • Wie die Alko­hol­in­dus­trie uns dazu bringt, immer wei­ter zu trin­ken | Cor­rec­tiv → zdf & cor­rec­tiv über die „alko­hol­po­li­tik“ in deutsch­land, die wirt­schaft­li­che inter­es­sen der unter­neh­mer über volks­wirt­schaft­li­che und gesund­heit­li­che stellt
  • One Woman’s Bril­li­ant „Fuck You“ to Wiki­pe­dia Trolls | Back­chan­nel → A young Wiki­pe­dia edi­tor withs­tood a deca­de of online abu­se. Now she’s fight­ing back—on Wiki­pe­dia itself:

    But on that Fri­day night, Temp­le-Wood had an idea. For every haras­sing email, death thre­at, or request for nude pho­tos that she recei­ved, she resol­ved to crea­te a Wiki­pe­dia bio­gra­phy on a nota­ble woman sci­en­tist who was pre­vious­ly unknown to the free online ency­clo­pe­dia. She thought of it as a giant “fuck you” to the anony­mous idi­ots see­king to silence her.


  • Erin­ne­rungs­kul­tur: „Wenn Schü­ler pro­vo­zie­ren …“ | Zeit
    → die his­to­ri­ker jean­nette und dirk van laak im inter­view über geschich­te, geschichts­bil­der, kri­ti­sche geschichts­wis­sen­schaft und öffentlichkeit 

    Hin­ter die Stan­dards der kri­ti­schen Geschichts­wis­sen­schaft kann nie­mand zurück. Sie hat heu­te inter­na­tio­nal eine bemer­kens­wer­te Blü­te erreicht, die deut­schen His­to­ri­ker arbei­ten auf höchs­tem Niveau, was die Viel­falt ihrer The­men und Metho­den angeht. Aber ihre gesell­schaft­li­che Auto­ri­tät ist momen­tan rela­tiv schwach. His­to­ri­ker müs­sen daher ler­nen, auf ande­re Wei­se zu über­zeu­gen, etwa durch die Qua­li­tät ihrer Selbst­re­fle­xi­on, die Lei­den­schaft für das Fach und über­zeu­gen­de Argu­men­te gegen die Ewig­keits­be­haup­tun­gen man­cher Popu­lis­ten. Die Neue Rech­te legi­ti­miert sich andau­ernd mit Bezü­gen auf die Geschich­te, ist in ihrem Geschichts­bild aber leicht angreif­bar. Wir soll­ten uns wie­der mehr auf öffent­li­che Debat­ten über Geschich­te ein­las­sen, viel­leicht sogar auf Marktplätzen. 

  • Die Lei­den des Lite­ra­tur­kri­ti­kers: Ach, nie­mand hört auf mich | NZZ → rai­ner moritz schreibt schön und leicht melan­cho­lisch über die wir­kungs­lo­sig­keit (jetzt und post­hum) der literaturkritik …

Ins Netz gegangen (21.12.)

Ins Netz gegan­gen am 21.12.:

  • 39. Besuch auf dem Fried­hof oder Ein Kreu­zungs­punkt der Zei­ten – achim land­wehr über die mög­lich­kei­ten & gele­gen­hei­ten, die ein gang auf den fried­hof bie­ten kann:

    Der Fried­hof ist dann nicht mehr nur ein Ort des Geden­kens, son­dern auch des Beden­kens der Zeit(en), die wir haben oder die wir mög­li­cher­wei­se haben wol­len. Hier ist nicht nur die Trau­er über die Toten zu Hau­se, son­dern auch die Hoff­nung ande­rer Zeit­mo­da­li­sie­run­gen, weil sich genau hier die sehr unter­schied­li­chen Ver­zei­tun­gen begeg­nen, über­kreu­zen und gegen­sei­tig durcheinanderbringen. 

  • Wolf­gang Benz : „Ich bin schon froh, wenn es nicht schlim­mer wird“ | ZEIT – sehr gutes inter­view mit wolf­gang benz, der ziem­lich ernüch­tert über sei­ne for­schun­gen, den zustand der deut­schen gesell­schaft und die mög­lich­kei­ten der geschichts­wis­sen­schaf­ten spricht:

    Man kann sagen: Die Sache mit Natio­nal­staat und Natio­nal­be­wusst­sein ist in Deutsch­land gründ­lich schiefgegangen.
    […] Es hat doch ohne­hin <em>niemand<em> wirk­lich Inter­es­se an Geschich­te. Fürs Fami­li­en­al­bum viel­leicht, aber wenn es dar­um geht, poli­ti­sche und sozia­le Her­aus­for­de­run­gen in den Griff zu bekom­men, spielt der Blick in die Geschich­te kaum noch eine Rol­le. Da wird der His­to­ri­ker allen­falls abge­wehrt. Von Geschich­te und der Mög­lich­keit, sie zu nut­zen im Sin­ne eines huma­nis­ti­schen Fort­schritts, will die Mensch­heit nichts wis­sen. Sonst wür­de es näm­lich seit lan­ger Zeit kei­ne Krie­ge mehr geben, kei­nen Völ­ker­mord und wahr­schein­lich kei­ne Vertreibungen.
    […] [Die Auf­klä­rung] war und ist der ein­zi­ge Ansatz­he­bel gegen das Freund-Feind-Den­ken und die Dehu­ma­ni­sie­rung des Ande­ren. Aber wie müh­sam schritt nach dem Jahr­hun­dert der Auf­klä­rung die Juden­eman­zi­pa­ti­on vor­an und mit wel­cher Halb­her­zig­keit! Und wie viel stär­ker ist das Irra­tio­na­le, das an Ängs­te appel­liert; wie viel leich­ter tun sich die Dem­ago­gen als die Auf­klä­rer … </em></em>

    – sehr lesenswert!

  • The Inter­na­tio­nal Pos­tal Sys­tem Is Pro­found­ly Broken—and Nobo­dy Is Pay­ing Atten­ti­on – Paci­fic Stan­dard – span­nend: ein text über die UPU, die Uni­ver­sal Pos­tal Uni­on, die den brief­ver­kehr und vor allem des­sen bezah­lung zwi­schen staa­ten & pos­ten orga­ni­siert – und die mit eini­gen gro­ßen pro­ble­men zu kämp­fen hat, aber anschei­nend kaum/​nicht zu refor­mie­ren ist …
  • Ver­fah­ren gehö­ren zum Beruf des Jour­na­lis­ten dazu – Das Netz – hans ley­en­de­cker im gespräch mit irights​.info, über die netz­po­li­tik-lan­des­ver­rats-affä­re, geheim­diens­te, deutsch­land und europa
  • Secret Code Found in Juniper’s Fire­walls Shows Risk of Govern­ment Back­doors | WIRED – ein real-life-pro­blem, an dem man sehr schön sehen kann, dass hin­ter­tü­ren bei ver­schlüs­se­lung etc. über­haupt kei­ne gute ideen sind – schließ­lich kann die jeder fin­den (nicht, dass das bis­her undenk­bar gewe­sen wäre …)
  • Kill Your Airbnb’s Hid­den WiFi Came­ras With This Script | Mother­board – ein skript, mit dem man (mit ein biss­chen glück) unlieb­sa­me über­wa­chungs­ka­me­ras im wlan aus­schal­ten kann (aber nicht darf ;-) …)
  • Flücht­lings­for­schung gegen Mythen 2 – Netz­werk Flücht­lings­for­schung – das netz­werk flücht­lings­for­schung hat zum zwei­ten mal wis­sen­schaft­ler unter­su­chen las­sen, was an häu­fi­gen behaup­tun­gen über flücht­lin­ge dran ist. und wie­der zeigt sich: poli­ti­ker haben oft über­ra­schend wenig ahnung (oder sie tun zumin­dest so)
  • Stop­pen wir lügen­de Poli­ti­ker! | NZZ Cam­pus – ser­van grü­nin­ger zeigt sehr deut­lich, dass björn höckes ras­sis­ti­sche erklä­rung der repro­duk­ti­ons­stra­te­gien der „afri­ka­ner“ und der „euro­pä­er“ nach dem stand der wis­sen­schaft ein­fach fal­scher unsinn ist.

    Das Pro­blem liegt nicht dar­in, dass er ein Ras­sist ist. Das Pro­blem liegt dar­in, dass er ein Ras­sist ist, der die Wis­sen­schaft für sei­ne Ideo­lo­gie ein­span­nen will – im Wis­sen dar­um, dass ein sol­ches Vor­ge­hen sei­ne Aus­sa­gen stützt.

  • Baye­ri­sches Kabi­nett erlaubt Ver­fas­sungs­schutz Zugriff auf Vor­rats­da­ten­spei­che­rung | netz​po​li​tik​.org
  • ohne worte.

  • Archiv Arbei­ter­ju­gend­be­we­gung – Rea­der – ein (quellen)reader zur arbei­ter­ju­gend­be­we­gung zwi­schen 1904 und 1945. sieht auf den ers­ten blick ganz inter­es­sant und gut gemacht aus (auch/​gerade, weil ich von dem the­ma kei­ne ahnung habe …)
  • Wenn Spi­cken erlaubt ist | Bob Blu­me – bob blu­me über den ver­such einer arbeit, bei der spi­cken erlaubt ist

Ins Netz gegangen (10.11.)

Ins Netz gegan­gen am 10.11.:

  • Fausts Erlö­sung – NZZ – hans bel­ting über eine mög­li­che quel­le für den schluss von goe­thens faust II: die six­ti­ni­sche madon­na raffaels

    Fausts Erlö­sung ereig­net sich allein in der Kunst, in die­sem Fall in der Poe­sie. Goe­the redet zwar von «Ret­tung» und «Erlö­sung», aber die Engel deu­ten in dem zitier­ten Dop­pel­zei­ler eine Selbst­er­lö­sung an. Auch die «Six­ti­ni­sche Madon­na» wur­de von den meis­ten nur im Muse­um und dort als Exemp­lum der Kunst auf­ge­fasst. Goe­the führt die roman­ti­sche Kunst­re­li­gi­on, gera­de in ihren reli­giö­sen Nei­gun­gen, auf ihren ästhe­ti­schen Sinn zurück.
    […] Die ver­deck­te Bild­be­trach­tung wird bei Goe­the zu einer Bil­der­fin­dung, die sich von der «Six­ti­ni­schen Madon­na» löst. Sie lebt von der Erkennt­nis, dass man nur noch in Bil­dern reden kann, wenn es um letz­te Din­ge geht.

  • Zum Tod des His­to­ri­kers Hans Momm­sen: Die Ana­ly­se der deut­schen Kata­stro­phe – NZZ-Feuil­le­ton – nach­ruf von chris­toph jahr:

    Momm­sen reprä­sen­tier­te jene west­deut­sche His­to­ri­ker­ge­nera­ti­on, die in der sozi­al­li­be­ra­len Ära nicht nur die Geschichts­wis­sen­schaft für neue Fra­gen und Metho­den öff­ne­te, son­dern auch die aka­de­mi­schen Bil­dungs­we­ge für brei­te­re Gesellschaftsschichten.

  • Lite­ra­tur als Kas­per­le­thea­ter: Das belei­dig­te Quar­tett – lite​ra​tur​ca​fe​.de – wolf­gang tischer war auch mit der zwei­ten aus­ga­be des neu­en lite­ra­ri­schen quar­tetts nicht zufrie­den (das ist noch posi­tiv gesagt …) und ver­miss­te vor allem die literaturkritik:

    Selbst auf Love­ly­books wird ein kit­schi­ger Lie­bes­ro­man ernst­haf­ter dis­ku­tiert, als es die Schmoll­lip­pi­gen über ihre Bücher im Quar­tett vorführen.

  • Johan­nes Tuchel zum The­ma Stol­per­stei­ne: „Erin­ne­rung mit Zwang funk­tio­niert nicht“ -

    Geden­ken kann immer nur dezen­tral funk­tio­nie­ren. Es kann nur funk­tio­nie­ren, wenn wir uns wirk­lich erin­nern wol­len. Und es kann nie nur über ein Medi­um funk­tio­nie­ren. Es muss künst­le­ri­sche For­men der Erin­ne­rung eben­so geben wie his­to­ri­sche Gedenktafeln. 

  • Unde­li­ver­ed let­ters shed light on 17th-cen­tu­ry socie­ty | World news | The Guar­di­an – sehr cool: eine samm­lung teil­wei­ser unge­öff­ne­ter brie­fe aus dem 17. jahr­hun­dert aus den nie­der­lan­den wird unter­sucht und aus­ge­wer­tet – eine wah­re fund­gru­be für his­to­ri­ker etc.
  • Ulrich Her­bert wür­digt Hans Momm­sen: Licht ins Halb­dun­kel der poli­ti­schen Wil­lens­bil­dung – Feuil­le­ton – FAZ -

    Hans Momm­sen war fast fünf­zig Jah­re lang einer der ein­fluss­reichs­ten Zeit­his­to­ri­ker in Deutsch­land und einer der weni­gen, des­sen Arbei­ten welt­wei­te Ver­brei­tung fan­den. Fast die gesam­te For­schung zur Wei­ma­rer Repu­blik und zur Geschich­te des Natio­nal­so­zia­lis­mus fußt in der einen oder ande­ren Wei­se auf sei­nen Arbeiten. 

  • Lou­is Alt­hus­ser ǀ Der gro­ße Abwesende—der Frei­tag – schö­ne erin­ne­rung an den großen/​vergessenen phi­lo­so­phen lou­is althusser

Ins Netz gegangen (19.10.)

Ins Netz gegan­gen am 19.10.:

Ins Netz gegangen (12.10.)

Ins Netz gegan­gen am 12.10.:

  • Lite­ra­tur-Nobel­preis: Georg Diez über Patrick Modia­no und Lutz Sei­ler – SPIEGEL ONLINE – georg diez hadert mit dem „ästhe­ti­schen und stru­ku­rel­len kon­ser­va­tis­mus der buchbranche“:

    Das ist der Hin­ter­grund, vor dem der ästhe­ti­sche Kon­ser­va­tis­mus eines Romans wie „Kru­so“ zele­briert wird und erklär­bar wird: der digi­ta­le, wirt­schaft­li­che, mög­li­cher­wei­se auch poli­ti­sche Epo­chen­bruch. Die­ser Roman, der Roman an sich, so wie er gera­de defi­niert wird, ist damit vor allem eine Schutz­be­haup­tung der Erinnerung. 

  • Peter Kurz­eck: Der Mann, der immer gear­bei­tet hat – der stroem­feld-ver­lag wird/​will wohl alles, was kurz­eck hin­ter­las­sen hat, zu geld machen. bei einem autor, der der­ma­ßen fast manisch kor­ri­gier­te und ver­bes­ser­te bis zum schluss, hal­te ich frag­ment-aus­ga­ben ja nur für mäßig sinn­voll (und es ist ja nicht so, als gäbe es nicht genug kurz­eck zu lesen …). aber trotz­dem freue ich mich und bin gespannt, was da noch kommt in den nächs­ten jahren

    Und dann sind da noch die Notiz­zet­tel, die Kurz­eck zu Mate­ri­al­samm­lun­gen zusam­men­ge­stellt hat, mit Titeln wie „Stau­fen­berg II“ und „Stau­fen­berg III“. Sie dien­ten ihm zur Arbeit an „Kein Früh­ling“ und „Vor­abend“, zei­gen aber auch, dass „Ein Som­mer, der bleibt“, das ers­te der erfolg­rei­chen Erzähl-Hör­bü­cher, die Kurz­eck seit 2007 ein­sprach, schrift­li­che Vor­stu­fen gehabt hat. Mit­ten­drin ein Notiz­zet­tel, der wie der Anfang von allem anmu­tet: „Das Dorf steht auf einem Basalt­fel­sen eh + je. Jetzt soll es das Dorf wer­den (sein) + liegt uner­reich­bar im Jahr 1947, im Abend.“ Uner­reich­bar. Das Ver­gan­ge­ne wie­der erreich­bar zu machen, hat Kurz­eck bis zuletzt ver­sucht. Los­se erin­nert sich an eine Bemer­kung des Autors im Frank­fur­ter Kran­ken­haus: „Wir hät­ten noch mehr arbei­ten müs­sen.“ An der Prä­sen­ta­ti­on des­sen, was fer­tig gewor­den ist, arbei­tet Kurz­ecks Verlag.

  • Schat­ten­bi­blio­the­ken: Pira­te­rie oder Not­wen­dig­keit? – sehr span­nend: In gewal­ti­gen, frei zugäng­li­chen Online-Daten­ban­ken ver­brei­ten anony­me Betrei­ber wis­sen­schaft­li­che Lite­ra­tur, ohne Beach­tung des Urhe­ber­rech­tes. Doch die digi­ta­len Samm­lun­gen sind nicht nur Pira­te­rie, sie wei­sen auch auf gro­ße Ver­säum­nis­se der Wis­sen­schafts­ver­la­ge hin – sagt der unga­ri­sche Pira­te­rie-For­scher Balázs Bodó. Im Inter­view mit der Jour­na­lis­tin Miri­am Ruhen­stroth erklärt er, wie­so die Schat­ten­bi­blio­the­ken in Ost- und Mit­tel­uro­pa so gefragt sind und wie das Pro­blem zu lösen wäre.
  • Mari­hua­na: Die selt­sa­me Ver­fol­gung der nüch­ter­nen Kif­fer | ZEIT ONLINE -

    Wer kifft, gefähr­det den Stra­ßen­ver­kehr. Auch ohne Rausch, jeder­zeit. Das glau­ben zumin­dest Behör­den. Sie ent­zie­hen selbst nüch­ter­nen Taxi­kun­den den Füh­rer­schein. […] Behör­den haben anschei­nend Gefal­len dar­an gefun­den, über den Umweg des Ver­wal­tungs­rechts, eigen­mäch­tig ein biss­chen für Ord­nung unter Can­na­bis-Kon­su­men­ten zu sorgen.

  • xkcd: The Sake of Argu­ment – xkcd über’s Argu­men­tie­ren: The Sake of Argument
  • Ado­be is Spy­ing on Users, Coll­ec­ting Data on Their eBook Libra­ri­es – The Digi­tal Rea­der – ado­be spio­niert mit digi­tal edi­ti­ons 4 die nut­zer aus: im klar­text (!) wer­den nicht nurin de4 geöff­ne­te bücher mit ihren meta­da­ten und denen der lese­rin über­tra­gen, son­dern de4 durch­sucht auch ohne sich das geneh­mi­gen zu las­sen den gesam­ten com­pu­ter nach irgend­wel­chen ebooks (auch sol­chen, die nicht in de4 benutzt wer­den), um deren daten eben­falls an ado­be zu sen­den. grausam.
  • Ego­is­ti­sche Zwei­sam­keit: Ersatz­re­li­gi­on Lie­be – Men­schen – FAZ – mar­kus gün­ther über die „ersatz­re­li­gi­on lie­be“, die sich in letz­ter zeit immer mehr aus­brei­tet (und abso­lut setzt):

    Zu den Kol­la­te­ral­schä­den der Ersatz­re­li­gi­on Lie­be gehö­ren aber auch die vie­len Men­schen, die allein sind. Ihr Leben wird als defi­zi­tär wahr­ge­nom­men. Man ver­mu­tet, dass etwas mit ihnen nicht stimmt. Dass jemand frei­wil­lig einen ande­ren als den Weg in die Part­ner­schaft geht, ist schlech­ter­dings unver­ständ­lich. Dass jemand einen geeig­ne­ten Part­ner nicht gefun­den hat, gilt als sein ganz per­sön­li­ches Ver­sa­gen. So oder so, er hat von sei­ner Umwelt bes­ten­falls Mit­leid zu erwarten.
    […] Ist der Mythos Lie­be nicht wenigs­tens dafür gut, den Men­schen aus sei­nem Ego­is­mus her­aus­zu­füh­ren? Ist die Sehn­sucht nach Part­ner­schaft nicht immer noch bes­ser als die Selbst­sucht? Die Ant­wort lau­tet: Die­se Art der Lie­be ist nur schein­bar eine Über­win­dung der eige­nen Gren­zen. In Wahr­heit han­delt es sich um eine Fort­set­zung der Ich-Bezo­gen­heit mit ande­ren Mit­teln, denn die Trieb­kraft, die wirkt, ist ja, wenn man ehr­lich ist, gar nicht der Wunsch zu lie­ben, son­dern der, geliebt zu werden.

  • Deut­scher His­to­ri­ker­tag: Die The­se vom Son­der­weg war ja selbst einer – jür­gen kau­be berich­tet sehr lau­nig, poin­tiert (und mit gemei­nen, natür­lich abso­lut fehl­ge­lei­te­ten sei­ten­hie­ben gegen die ger­ma­nis­tik …) vom göt­tin­ger historikertag:

    Man kann ver­mut­lich lan­ge war­ten, bis zum ers­ten Mal ein Ban­kier, eine Schrift­stel­le­rin oder ein Aus­län­der den His­to­ri­ker­tag eröffnet.

    Wäre es nicht an der Zeit, ein­mal zum The­ma „Ver­gan­gen­heit“ zu tagen?

    Eine sinn­vol­le Ein­heit des­sen, was die His­to­ri­ker tun, die sich durch alle ihre For­schun­gen zöge, gibt es nicht. Und wenn die Göt­tin­ger Stich­pro­be nicht täusch­te, dann gibt es nicht ein­mal Haupt­li­ni­en oder Trends.

  • Wil­der Kai­ser extre­me on Vimeo – wohl das ver­rück­tes­te video, das ich in letz­ter zeit sah (fahr­rad­fah­ren kann man die­sen stunt aller­dings kaum noch nen­nen. und ver­nünf­tig ist natür­lich auch etwas ganz anderes …)
  • Aus­wüch­se des Regie­thea­ters: Oper der Belie­big­kei­ten – Büh­ne Nach­rich­ten – NZZ​.ch – der musik­wis­sen­schaft­ler lau­renz lüt­te­ken rech­net mit dem regie­thea­ter aktu­el­ler prä­gung auf der opern­büh­ne ab:

    Denn die land­läu­fi­ge Behaup­tung, dass man etwas heu­te «so» nicht mehr machen kön­ne, ist nicht nur teleo­lo­gi­scher Unfug, sie ist über­dies unlau­ter. In den Opern­häu­sern regiert näm­lich ein unan­ge­foch­te­ner Kanon, der weit­aus fes­ter zemen­tiert ist als noch vor fünf­zig Jah­ren. So spricht gewiss nichts dage­gen, den Anteil neu­er Wer­ke zu erhö­hen, aber es ist mehr als frag­wür­dig, die alten Wer­ke mit immer neu­en Bil­dern ver­meint­lich «modern» zu machen und sich damit behag­lich im Kanon ein­zu­rich­ten. Zudem hat der Moder­ne-Begriff, der hier bedient wird – das «Ver­stö­ren­de», «Pro­vo­zie­ren­de», «Bestür­zen­de» –, inzwi­schen selbst so viel Pati­na ange­setzt, dass man ihn getrost in die Geschich­te ent­las­sen sollte.

    ich bin durch­aus geneigt, ihm da zumin­dest in tei­len zuzu­stim­men: die regie hat sich oft genug ver­selb­stän­digt (auch wenn ich eine total­ab­leh­nung, die ich bei ihm zwi­schen den zei­len lese, nicht befür­wor­te). dage­gen führt er an: 

    Die his­to­ri­sche Ver­ant­wor­tung im Umgang mit Tex­ten der Ver­gan­gen­heit ist nichts Ent­behr­li­ches, sie ist auch nicht, wie so oft behaup­tet, ein Relikt alt­mo­di­schen Phi­lo­lo­gen­tums, zumal das Argu­ment für die Musik nicht gel­tend gemacht wird. Was aber nützt eine kri­ti­sche Aus­ga­be des «Don Gio­van­ni», wenn die Sze­ne­rie kur­zer­hand (wie in Linz) von Sex and Crime der Pop-Stars erzählt? Tex­te, Par­ti­tu­ren der Ver­gan­gen­heit bedür­fen viel­mehr einer beson­de­ren Sen­si­bi­li­tät, denn erst, wenn es gelingt, im Ver­gan­ge­nen das Gegen­wär­ti­ge auf­zu­spü­ren (statt die Gegen­wart dem His­to­ri­schen ein­fach nur über­zu­stül­pen), kann sich der Rang eines Kunst­werks, auch eines musi­ka­li­schen Büh­nen­kunst­werks, bewähren.

    sein argu­ment übri­gens, statt immer wie­der das sel­be neu auf­zu­fri­schen öfters mal neu­es zu spie­len, wür­de ich unbe­dingt ger­ne ver­wirk­licht sehen – ich ver­ste­he die reper­toire-fixie­rung der oper eh’ nicht so ganz (die ja auch gewis­ser­ma­ßen unhis­to­risch ist – „die ent­füh­rung aus dem serail“ bei­spiels­wei­se war kaum dazu gedacht, heu­te noch auf­ge­führt zu werden …)

Ins Netz gegangen (10.9.)

Ins Netz gegan­gen am 10.9.:

  • Der Druck der nächs­ten fei­nen Sache – Per­len­tau­cher – flo­ri­an kess­ler dis­ku­tiert mit danie­la seel & axel von ernst über die hot­list, ver­mark­tung von büchern und nischen oder schub­la­den. danie­la seel (kook­books) stellt grund­sätz­li­che fragen:

    So macht die Hot­list sich selbst zur klei­ne­ren Kopie der Gro­ßen und trägt mit zur Ver­en­gung des Lite­ra­tur­ver­ständ­nis­ses bei. Was eigent­lich nötig wäre, näm­lich auf eine Ver­mitt­lung gera­de des Sper­ri­ge­ren hin­zu­wir­ken, sich für ande­re lite­ra­ri­sche For­men und auch kom­ple­xer gestal­te­te Bücher stark zu machen, die nicht so leicht schub­la­di­siert wer­den kön­nen, fin­det viel zu wenig statt. 

    Die Abdrän­gung in „Nischen“ ist durch­aus ein Sym­ptom von Ver­drän­gung im dop­pel­ten Sinn. Dabei steht die Ero­si­on tra­di­tio­nel­ler Lite­ra­tur­ver­mitt­lung, durch Zei­tungs­kri­tik, Buch­han­del, Schul­lek­tü­re und so wei­ter, ja gera­de erst am Anfang. Viel­leicht wird es in zehn Jah­ren kaum noch Auf­la­gen über 1000 Exem­pla­re geben oder Kri­ti­ken mit einer höhe­ren Reich­wei­te, und die ver­blie­be­nen Gewin­ne lan­den fast voll­stän­dig bei Online­kon­zer­nen und Gerä­te­her­stel­lern. Umso wich­ti­ger wäre es, jetzt alter­na­ti­ve, zukunfts­fä­hi­ge Instru­men­te zu erfin­den und ins Gespräch zu brin­gen – über­haupt als Akteu­re in die­sem Wan­del zu han­deln statt sich von ihm trei­ben zu las­sen – , ger­ne auch mit erwei­ter­ten Hot­list-Werk­zeu­gen. Wei­ter bloß die gera­de publi­zier­ten Bücher mög­lichst vie­len Men­schen ver­kau­fen zu wol­len, riecht jeden­falls nach Para­ly­sie­rung durch Panik und greift nach allen Sei­ten zu kurz. 

  • Preu­ßens demo­kra­ti­sche Sen­dung – Kul­tur – DIE WELT – flo­ri­an stark schreibt in der „welt“ den nach­ruf auf hagen schulze:

    Aber Schul­ze woll­te nicht der herr­schen­den Schu­le gefal­len, son­dern die Quel­len zum Reden brin­gen. Bei­des mach­te ihn zum Soli­tär, des­sen Klas­se vie­le Kri­ti­ker aber zäh­ne­knir­schend aner­ken­nen mussten. 

  • child­Lex (Ger­man Children‘s Book Cor­pus) | Max-Planck-Insti­tut für Bil­dungs­for­schung – coo­ler Korpus:

    child­Lex ist ein Koope­ra­ti­ons­pro­jekt mit der Uni­ver­si­tät Pots­dam und der Ber­lin-Bran­den­bur­gi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten. Das Kor­pus umfasst über 10 Mil­lio­nen Wör­ter, die in einer Aus­wahl von 500 Kin­der- und Lese­bü­chern ent­hal­ten sind. Die Bücher decken den Alters­be­reich von 6–12 Jah­re ab und kön­nen ent­we­der ins­ge­samt oder in drei ver­schie­de­nen Alters­grup­pen (6−8, 9–10, 11–12 Jah­re) getrennt abge­fragt wer­den. Dabei wer­den die meis­ten lin­gu­is­tisch und psy­cho­lo­gisch rele­van­ten Varia­blen für ca. 200.000 unter­schied­li­che Wör­ter zur Ver­fü­gung gestellt.

  • Uber, die deut­sche Start­up­sze­ne und die Medi­en im Kampf gegen Regu­lie­rung und das Taxi-Estab­lish­ment » Zukunft Mobi­li­tät – sehr guter text von mar­tin ran­del­hoff bei „zukunft mobi­li­tät“ über die grün­de, war­um „uber“ viel­leicht doch kei­ne so tol­le idee ist (und der regu­li­ter­te taxi-markt gar nicht so schlecht ist, wie inter­na­tio­na­le erfah­run­gen mit dere­gu­lie­run­gen zei­gen) – weder für den städ­ti­schen ver­kehr ins­ge­samt noch für den indi­vi­du­el­len nut­zer (von den fah­rern wohl zu schweigen …)
  • Tra­cing Jewish histo­ry along the Rhi­ne – Tra­cing Jewish histo­ry along the Rhi­ne (NYT)
  • Fahr­rad­ku­rie­re: „Am Abend bin ich ein Held“ – Die @FAZ_NET hat die Fahr­rad­ku­rie­re in Frank­furt ent­deckt: „Am Abend bin ich ein Held“ >
  • Wer pflegt die Fül­le sel­ten gehör­ter Stim­men? – taz​.de – Jür­gen Brô­can schreibt in der taz sehr beden­kens­wert über das selt­sa­me miss­ver­hält­nis zwi­schen der hohen zahl guter neu­er lyrik und ihrer schwin­den­den reichweite:

    Lyrik ist das Ange­bot einer nicht pri­mär auf Infor­miert­heit und Effek­ti­vi­tät gegrün­de­ten Denk­wei­se in einer ande­ren Spra­che als der des täg­li­chen Umgangs. Dar­in besteht ihr Wert und ihre Stär­ke, dar­in besteht lei­der auch ihre Pro­ble­ma­tik hin­sicht­lich der Rezeption.
    […] Dabei brau­chen Gedich­te nur jeman­den, der wil­lens ist, nicht bloß zu kon­su­mie­ren, son­dern sich kon­zen­triert auf eine Sache ein­zu­las­sen, sich ihr behut­sam anzu­nä­hern und selbst ein gele­gent­li­ches Sto­cken nicht als hin­der­lich, viel­mehr als berei­chernd zu emp­fin­den. Ent­spinnt sich auf die­se Wei­se ein Gespräch mit dem Text, wird sogar das ein­sa­me Lese­zim­mer nicht als Iso­la­ti­on empfunden.

    vor­schlä­ge, die mar­gi­na­li­sie­rung der lyrik umzu­keh­ren, dem gedicht zu mehr bedeu­tung & rezep­ti­on zu verhelfen: 

    Mir scheint zwei­er­lei unab­ding­bar: Die media­le Auf­merk­sam­keit müss­te dezen­tra­li­siert wer­den, denn es ist nicht alles „Pro­vinz“, was sich außer­halb Ber­lins oder Leip­zigs befin­det, künst­le­ri­sches Poten­zi­al kann man über­all ent­de­cken, es ent­fal­tet sich an den Peri­phe­rien oft­mals eige­ner als in den Schutz­zo­nen der Metro­po­len. Dar­über hin­aus soll­ten Prei­se und Sti­pen­di­en der vor­han­de­nen Viel­falt stär­ker als bis­her Rech­nung tra­gen; deren man­geln­de Unter­stüt­zung setzt näm­lich einen Teu­fels­kreis in Gang, der am Ende die Argu­men­ta­ti­on stützt, es exis­tie­re die­se Viel­falt gar nicht. 

  • Res­te aus 6. Jahr­hun­dert ent­deckt – All­ge­mei­ne Zei­tung – Wer in Mainz anfängt zu gra­ben …: „Ältes­te Main­zer Kir­che ist noch älter“ – beim 6. Jhd sind sie jetzt angekommen 
  • AnonAus­tria on Twit­ter: Die AfD fin­det, dass das The­ma „Schre­ckens­herr­schaft der NSDAP“ den Geschichts­un­ter­richt zu sehr „über­schat­tet“: http://t.co/6RAstU3QXk – Stei­le The­se: Die AfD meint, 1848 hät­te „unser Land“ stär­ker geprägt als der Nationalsozialismus. >
  • Sicht­ach­se delu­xe | anmut und demut – Sicht­ach­se delu­xe | anmut und demut 
  • Char­lot­te Jahnz on Twit­ter: Hihihi. http://t.co/u3x8id7o4g – RT @CJahnz: Hihihi.
  • Ora­ni­en­platz-Flücht­lin­ge: Der gro­ße Bluff – taz​.de – ganz schön mies, was der Ber­li­ner Senat da als Poli­tik ver­steht: „Ora­ni­en­platz-Flücht­lin­ge: Der gro­ße Bluff“ 

Ins Netz gegangen (8.7.)

Ins Netz gegan­gen am 8.7.:

Jörn Rüsen: Historik

Für die sieb­te Aus­ga­be der stu­den­ti­schen geschichts­wis­sen­schaft­li­chen Zeit­schrift „Skrip­tum“ habe ich Jörn Rüsens His­to­rik. Theo­rie der Geschichts­wis­sen­schaft mit eini­gen weni­gen Ein­schrän­kun­gen durch­aus posi­tiv besprochen:

Trotz der hier dar­ge­leg­ten Ein­schrän­kun­gen legt Rüsen ein durch­aus zeit­ge­mä­ßes sys­te­ma­ti­sches Ver­ständ­nis der Geschichts­wis­sen­schaf­ten mit ihren Mög­lich­kei­ten und Leis­tun­gen vor. Dass vie­les davon in den letz­ten Jah­ren und Jahr­zehn­ten an ande­ren Orten – oft aus­führ­li­cher – schon ein­mal aus­ge­führt wur­de, scha­det kaum und ist wohl bei einem der­ar­ti­gen opus magnum unver­meid­lich. Denn als umfas­sen­de „Theo­rie der Geschichts­wis­sen­schaft“ bie­tet die ‚His­to­rik‘ eben eine über die Ein­zel­stu­die hin­aus­ge­hen­de sys­te­ma­tisch-syn­op­ti­sche Ver­knüp­fung bekann­ter Kon­zep­te und Theo­rie­bau­stei­ne aus Rüsen’scher Feder. Und dazu gehört eben auch, und dies ist einer der unbe­ding­ten gro­ßen Vor­zü­ge von Rüsens ‚His­to­rik‘, dass auch die Geschichts­di­dak­tik und das Pro­blem­feld Geschichts­be­wusst­sein im gesam­ten Raum des kul­tu­rel­len Lebens ele­men­ta­rer Teil sei­ner viel­di­men­sio­na­len His­to­rik sind – wie es sich für die Theo­rie einer Geschichts­wis­sen­schaft, die sich als unmit­tel­bar und unbe­dingt lebens­prak­ti­sche Wis­sen­schaft begreift, ja fast von selbst versteht. 

Zu der – recht umfang­rei­chen – Rezen­si­on geht es bit­te hier ent­lang: klick.

Seite 1 von 2

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén