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Schlagwort: datenschutz Seite 1 von 5

spinnennetz in blühpflanzen

Ins Netz gegangen (2.5.)

Ins Netz gegan­gen am 2.5.:

  • Umso schlim­mer für die Tat­sa­chen | Süd­deut­sche → wolf­gang kraus­haar wirft einen instruk­ti­ven blick auf die „ergeb­nis­se“ des gedenk­jah­res zum 50. jubi­lä­um von „1968“

    Kaum jemand, der sich damals auf die Bewe­gung ein­ge­las­sen hat­te, dürf­te so wie­der aus ihr her­aus­ge­kom­men sein, wie er zuvor in sie hin­ein­ge­gan­gen war. Das war ein kom­pri­mier­ter, äußerst dyna­mi­scher Pro­zess, der die Ein­zel­nen nur zu häu­fig grund­le­gend ver­än­dert hat.

    Die­se Bewe­gung war aber in ihrem Kern auch etwas völ­lig Neu­ar­ti­ges. Ihre Akteu­re woll­ten ja nicht ein­fach wie noch die Arbei­ter- oder Gewerkschafts‑, die Frie­dens- oder Oster­marsch­be­we­gung durch ihren Pro­test Inter­es­sen ver­fol­gen und bestimm­te Zie­le errei­chen. Nein, sie woll­ten sich dabei auch selbst ent­wi­ckeln, ver­än­dern, man­che sogar „befrei­en“. Es ging 1968 zugleich auch immer um die Beweg­ten selbst, um ihre Bedürf­nis­se, ihre Wün­sche, ihre Träu­me – in einem empha­ti­schen Sin­ne um Sub­jek­ti­vi­tät. Die Scha­len der alten Per­son soll­ten abge­schüt­telt und dar­un­ter ein neu­es Ich ent­deckt und gebor­gen wer­den. Damit hat­te sie allen Irrun­gen und Wir­run­gen zum Trotz ein Bewe­gungs­for­mat geschaf­fen, das für ande­re Pro­tes­tie­ren­de zum Fix­punkt wur­de und an dem sich vie­le spä­ter ori­en­tiert haben.

  • Die Schein­frei­heit der Bibel | taz → heinz-wer­ner kubitz­ka erklärt, war­um es falsch (und schein­hei­lig) ist, sich für moder­ne wer­te auf das chris­ten­tum zu beru­fen:

    Tole­ranz und Frei­heit sind eben nicht orga­nisch aus dem Chris­ten­tum erwach­sen, son­dern muss­ten gera­de­zu in Geg­ner­schaft zum Chris­ten­tum ver­wirk­licht wer­den. […] Befrei­ung fin­det und fand nicht mit, son­dern meist gegen die Reli­gio­nen statt. Moder­ne Wer­te nimmt man nicht aus alten Schrif­ten.

  • Ver­ba­le Aus­schuss­wa­re | Spie­gel → sascha lobo ver­zwei­felt an face­books com­mu­ni­ty-stan­dards – und zwar aus­drück­lich schon an ihrer sprach­li­chen ver­fasst­heit
  • Mein ers­ter DSGVO Rant – Zu vie­le Mythen und gefähr­li­ches Halb­wis­sen zum neu­en euro­päi­schen Daten­schutz­recht | Recht 2.0 → cars­ten ulb­richt ärgert sich über panik und fal­sche infor­ma­tio­nen in bezug auf die dsgvo

    Wer sich hier von der Panik­ma­che nicht anste­cken lässt, son­dern sich aus ver­nünf­ti­gen Quel­len oder bei Bera­tern infor­miert, die einen prak­ti­ka­blen Weg zur Umset­zung zei­gen und nicht nur mit­tei­len, wie unsi­cher und ris­kant alles wird, der wird auch die Vor­ga­ben der DSGVO sinn­voll umge­setzt bekom­men.

  • Von der Lügen­pres­se zur Lügen­wis­sen­schaft? | Zeit­ge­schich­te online → andre­as wir­sching macht sich gedan­ken über den platz und die rele­vanz der (zeit-)geschichte in der heu­ti­gen gesell­schaft:

    Mit ihrem plu­ra­len Blick auf die Ver­gan­gen­heit ver­mei­det die Pro­blemer­zeu­gungs­ge­schich­te zugleich die Frag­men­tie­rung ihres Gegen­stan­des ent­lang iden­ti­tä­rer Abgren­zun­gen. Sie lässt sich daher nicht vor den Kar­ren außer­wis­sen­schaft­li­cher Iden­ti­täts­kon­struk­ti­ons­be­dürf­nis­se span­nen, son­dern ana­ly­siert die­se selbst als Pro­blem­ho­ri­zont der Gegen­wart.
    So – und wie ich mei­ne nur so – lässt sich die Zeit­ge­schich­te als Vor­ge­schich­te der Gegen­wart ver­ste­hen. Und als sol­che kann sie nicht nur, son­dern soll­te unbe­dingt ihre Stim­me in der Deu­tung aktu­el­ler Pro­blem­la­gen erhe­ben. Gegen­über den Reduk­tio­nis­ten aller Cou­leur wirkt sie stö­rend, aber eben das erweist ihre öffent­li­che Rele­vanz.
    Und in nicht weni­gen Dis­kus­sio­nen liegt dar­in auch ihre beson­de­re Kom­pe­tenz. His­to­ri­sche Wis­sen­schaf­ten sind näm­lich die ein­zi­gen Dis­zi­pli­nen, die gleich­sam mit zwei Augen sehen. Wäh­rend das eine Auge in der Zeit- und Stand­ort­ge­bun­den­heit des Wis­sen­schaft­lers haf­ten bleibt, rich­tet sich das ande­re auf die his­to­ri­sche Tie­fe. Und erlau­ben Sie mir zum Schluss eine nicht ganz ernst­zu­neh­men­de Wei­ter­füh­rung des Bil­des. Denn sind nicht die rein gegen­warts­ori­en­tier­ten Wis­sen­schaf­ten gleich­sam die Ein­äu­gi­gen unter den Blin­den – den blin­den Zeit­ge­nos­sen, die ihre Gegen­wart nicht zu ver­ste­hen ver­mö­gen? Und ist es dem­ge­gen­über nicht allein die Zeit­ge­schich­te, die mit ihren bei­den Augen zusam­men räum­lich sehen kann. Wenn es sich so ver­hält, ist die Zeit­ge­schich­te weder anti­qua­ri­sche noch Lügen­wis­sen­schaft und um ihre Rele­vanz braucht uns nicht ban­ge zu sein.

web (unsplash.com)

Ins Netz gegangen (8.6.)

Ins Netz gegan­gen am 8.6.:

  • Der Hype um die Smart City| taz → julia mans­ke mag dem trend zur „smart city“ nicht vor­be­halt­los zustim­men – mit guten argu­men­ten

    Dafür zu plä­die­ren, dass die Bür­ger breit­flä­chig ihre Daten in der ver­netz­ten Stadt tei­len sol­len, nur weil dies in ande­ren Län­dern geschieht, ist ein Feh­ler. Vie­les ist heu­te mit Daten mög­lich, eben­so wie vie­les im Bio-Engi­nee­ring-Bereich mög­lich ist. Den­noch haben wir uns dar­auf geei­nigt, nicht alles zuzu­las­sen. Wir soll­ten Ideen ent­wi­ckeln, wie der Schutz der Pri­vat­sphä­re Teil der zukünf­tig ver­netz­ten Stadt wer­den kann.

  • On Wal­ka­bi­li­ty: An Inter­view with Jeff Speck| park­si­fy → inter­es­san­tes inter­view mit dem ame­ri­ka­ni­schen stadt­pla­ner speck über das kon­zept „wal­ka­bi­li­ty“ und die för­de­rung der fuß­gän­ger­freund­lich­keit von städ­ten
  • Dom des Apos­tels der Deut­schen ent­deckt | Welt → sven felix kel­ler­hoff nur ein biss­chen rei­ße­risch über die kir­chen­aus­gra­bung in mainz (unter st. johan­nis) – nichts wesent­li­ches neu­es, aber ganz nett geschrie­ben (aber: dass die „welt“ die wei­te, stra­pa­ziö­se anrei­se nach mainz nicht mehr selbst finan­zie­ren kann – ganz schön erbärm­lich …)
  • Smart Homes erin­nern immer mehr an Straf­voll­zug | SZ → adri­an lobe mit einem daten­schutz­kri­ti­schen ein­wurf zum „smart home“

  • Ken Vandermark’s Indefa­tigab­le Dri­ve and Avant-Gar­de Visi­on | band­camp
    → inter­es­san­ter inter­view-text mit dem groß­ar­ti­gen ken van­der­mark über musik, kol­la­bo­ra­tio­nen, labels und den ver­trieb absei­ti­ger (expe­ri­men­tel­ler) impro­vi­sier­ter musik …
fischernetz (detail)

Ins Netz gegangen (16.5.)

Ins Netz gegan­gen am 16.5.:

  • Wes­we­gen der Ver­weis auf „Füh­rungs­schwä­che“ das Pro­blem der Bun­des­wehr nicht trifft. Die Skan­da­le bei der Bun­des­wehr als unge­woll­te Neben­fol­gen von Kame­rad­schafts­er­war­tun­gen | Sozi­al­theo­ris­ten → ste­fan kühl über die bun­des­wehr, ihre beson­de­re (und wohl not­wen­di­ge) form der kame­rad­schaft und die fra­ge der „füh­rungs­schwä­che“

    Die Bun­des­wehr hat mit ihrem in der Öffent­lich­keit gezeich­ne­ten Wunsch­bild nichts zu tun. Jen­seits der for­ma­len Ord­nung gibt es in Armeen immer auch Pro­ble­me der Zusam­men­ar­beit, die nicht durch die for­ma­le Ord­nung gelöst wer­den kön­nen. Vor allem die kon­kre­te Leis­tungs­mo­ti­va­ti­on der Mit­glie­der, beson­ders aber die rei­bungs­lo­se Lösung der Pro­ble­me der all­täg­li­chen Zusam­men­ar­beit zwi­schen den Orga­ni­sa­ti­ons­mit­glie­dern las­sen sich nicht durch for­ma­le Vor­schrif­ten allein garan­tie­ren. Und genau hier grei­fen die in Kame­rad­schafts­nor­men ver­dich­te­ten infor­ma­len Erwar­tun­gen.

    Jeder Sol­dat weiß, dass eine Armee nur des­we­gen funk­tio­niert, weil von den for­ma­len Regel­wer­ken immer wie­der abge­wi­chen wird.

  • Vor­rats­da­ten­spei­che­rung wird jetzt schon aus­ge­wei­tet | Zeit → das gesetz zur vor­rats­da­ten­spei­che­rung ist noch nicht umge­setzt, da wird es schon aus­ge­wei­tet – und die ver­spre­chen der poli­ti­ker gebro­chen. das soll­te es dem bverfg doch eigent­lich leich­ter machen, die feh­len­de ver­fas­sungs­treue zu erken­nen …
  • Ähn­lich­keits­be­schla­gung. Fünf­te The­se zur Geschichts­kul­tur | zzz → achim land­wehrs seziert wei­ter­hin sehr tref­fend (und spitz­zün­gig) die geschichts­kul­tur unse­rer gegen­wart:

    Die fünf­te The­se zur Geschichts­kul­tur lau­tet: Die deut­sche Geschichts­kul­tur des frü­hen 21. Jahr­hun­derts ten­diert dazu, Ver­gan­ge­nes nicht mehr als fremd und irri­tie­rend wahr­zu­neh­men, son­dern es sich der eige­nen Gegen­wart anzu­äh­neln. […] Und die Ten­denz lau­tet: Ver­gan­gen­heit wird mit Ähn­lich­keit beschla­gen. Ganz im Sin­ne der erkennt­nis­theo­re­ti­schen Bin­sen­weis­heit, dass man nur sehen kann, was man bereits weiß, zeigt sich am Bei­spiel der gegen­wär­ti­gen Geschichts­kul­tur, dass sie häu­fig nur noch wis­sen will, was sie ohne­hin schon sieht. Und das ist meis­tens nichts all­zu weit ent­fernt von der eige­nen Nasen­spit­ze. […] Das Ande­re, das ver­gan­ge­ne Zei­ten für uns sein könn­ten, wird dadurch in Eige­nes und Ver­trau­tes ver­wan­delt und muss eine Ähn­lich­keits­be­schla­gung über sich erge­hen las­sen. Der Vor­gang lie­ße sich auch mit der ange­mes­se­nen Nega­ti­vi­tät zum Aus­druck brin­gen: Es geht um Stö­rungs­ver­wei­ge­rung. […] Kann man dann über­haupt noch nach der Aktua­li­tät des Gewe­se­nen fra­gen? Sicher­lich kann man das. Aber nicht unter scham­lo­ser Aus­nut­zung des bereits benann­ten Macht­ge­fäl­les zwi­schen Gegen­wart und Ver­gan­gen­heit. Wir müs­sen dem Ver­gan­ge­nen sei­ne Ein­zig­ar­tig­keit nicht nur zuge­ste­hen, son­dern sie auch schüt­zen. Nur dann kann es zu einem Dia­log kom­men zwi­schen den Zei­ten, nur dann kön­nen wir etwas ler­nen aus die­ser Bezie­hung (denn wir ler­nen nicht ‚aus der Ver­gan­gen­heit‘, son­dern aus der Art und Wei­se, wie wir uns auf Ver­gan­gen­hei­ten bezie­hen), nur dann kön­nen wir uns durch das Ver­traut-Fremd­ar­ti­ge, durch das Bekannt-Ver­wir­ren­de hin­rei­chend aus dem Trott brin­gen las­sen, um nicht nur die Ver­gan­gen­heit, son­dern auch unse­re Gegen­wart neu und anders zu befra­gen.

  • Mara­thon­läu­fer über TV-Sport­viel­falt: „Nicht alle mögen den Fuß­ball“ | taz → arne gabius spricht mit der taz über die mono­kul­tur der sport­be­richt­erstat­tung in den deut­schen medi­en und die schä­den, die das – nicht nur für die ver­nach­läs­sig­ten sportler/​innen – nach sich zieht
  • His­to­ri­ke­rin über Fürs­tin Maria The­re­sia: „Man ging lege­rer mit Tra­ves­tie um“ | taz → span­nen­des und inter­es­san­tes inter­view mit stoll­berg-rilin­ger über maria the­re­sia und das anci­en régime

    Was die Geschlech­ter­dif­fe­renz angeht, war man im Anci­en Régime deut­lich fle­xi­bler als im 19. Jahr­hun­dert. In der höfi­schen Gesell­schaft ging man viel lege­rer mit Tra­ves­tie und Homo­se­xua­li­tät um. Trans­gen­der­ver­klei­dun­gen waren an der Tages­ord­nung. Das erschien im bür­ger­li­chen 19. Jahr­hun­dert als abso­lu­ter Sit­ten­ver­fall. […] Das Span­nen­de am Métier der Geschich­te ist ja, sich die Fremd­heit des Ande­ren vor Augen zu füh­ren. Pro­ji­ziert man eige­ne Wert­vor­stel­lun­gen in die Geschich­te, bestä­tigt man nur, was man sowie­so schon emp­fin­det. Ich brau­che Maria The­re­sia nicht, um Femi­nis­tin zu sein.

  • Short-Atta­cken oder Pech durch Mit­tod – Mil­li­ar­den ver­nich­tet! | Wild Dueck Blog → gun­ter dueck über short-atta­cken mit­tels geschickt plat­zier­ter gerüch­te – und die dar­an flei­ßig mit­ver­die­nen­den ban­ken

    Man kann Mil­lio­nen schef­feln, indem man vage Vor­wür­fe gegen eine bör­sen­no­tier­te Fir­ma im Inter­net for­mu­liert, am bes­ten so, dass sich die Vor­wür­fe nicht sofort ent­kräf­ten las­sen. Das betrof­fe­ne Unter­neh­men braucht dann ein paar Tage für eine seriö­se Ant­wort – bis dahin rauscht der Kurs aber nach Süden ab. Da haben die Leer­ver­käu­fer gut Zeit zum Kas­se­ma­chen. Was das betrof­fe­ne Unter­neh­men nach eini­ger Bedenk­zeit und Rechts­be­ra­tung ant­wor­tet, ist schon egal. Die schwar­zen Rit­ter sind schon weg, das Unter­neh­men leckt sei­ne Wun­den, die Aktio­nä­re sit­zen auf schwe­ren Ver­lus­ten.

  • How the KGB infil­tra­ted clas­si­cal music | Spec­ta­tor → nor­man lebrecht plau­dert ein biss­chen über emil gilels und die kol­por­tier­ten spio­ne in sei­nem umfeld …
spinnenetz mit tautropfen

Ins Netz gegangen (3.5.)

Ins Netz gegan­gen am 3.5.:

  • Catch-as-catch-can | NZZ → kurio­si­tät eines über­dre­hen­den (oder: durch­dre­hen­den) buch­markts: die ver­la­ge lie­fern sich ein wett­ren­nen, wer als ers­ter eine über­set­zung von walt whit­manns „Life and Adven­tures of Jack Eng­le“ her­aus­bringt – der ist 1852 erschie­nen …
  • Pump­gun? Gefällt mir! | Zeit → die „zeit“ hat in face­book-grup­pen recher­chiert, in denen ille­ga­le geschäf­te getä­tigt wer­den – und die die poli­zei über­haupt nicht inter­es­siert (die sie noch nicht ein­mal kennt)
  • Wenn Leit­ge­dan­ken kran­ken| FAZ → jür­gen kau­be demon­tiert die aktu­el­len leit­kul­tur-ideen ziem­lich kurz und kna­ckig …
  • Aus­tra­li­an Man­da­to­ry Data Reten­ti­on Abu­sed Just Weeks After Rules Are Put In Place | Tech­dirt → aus­tra­li­en hat neue vor­schrif­ten zur vor­rats­da­ten­spei­che­rung – und die daten wur­den bereits weni­ge wochen nach deren inkraft­tre­ten miss­braucht
  • Die offe­ne Wis­sen­schaft und ihre Fein­de | Die Engel­bart-Gala­xis → Hen­ning Lobin über die urhe­ber­rechts­re­form, publi­ka­ti­ons­frei­heit und die dage­gen lau­fen­den kam­pa­gne

    Die Fein­de einer offe­nen Wis­sen­schaft unter­stel­len ihren Geg­nern, in ihrer nai­ven Ver­blen­dung nicht zu begrei­fen, dass sie nichts ande­res sind als die wil­li­gen Opfer eines tota­li­tä­ren Wis­sen­schafts­sys­tems, des­sen Ziel die Gleich­schal­tung sei­ner Unter­ta­nen ist, um damit den sinis­tren Inter­es­sen inter­na­tio­na­ler Groß­kon­zer­ne zu ent­spre­chen. Wer aber mit der­ar­ti­gen Zuschrei­bun­gen die Pola­ri­sie­rung die­ses Kon­flikts betreibt, der unter­mi­niert auch das Ver­trau­en in die wis­sen­schaft­li­chen Insti­tu­tio­nen und Orga­ni­sa­tio­nen unse­res Lan­des, die weit­aus plu­ra­lis­ti­scher, demo­kra­ti­scher und ideo­lo­gie­re­sis­ten­ter ope­rie­ren, als es sich Außen­ste­hen­de offen­bar vor­stel­len kön­nen. Die Refor­ma­to­ren des Urhe­ber­rechts zumin­dest schei­nen das jeden­falls zu wis­sen.

Berliner Fernsehtum hinterm Netz

Ins Netz gegangen (11.4.)

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netzgebilde (unsplash.com)

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Ins Netz gegan­gen am 27.2.:

  • Emp­feh­lung: Inter­na­tio­na­le Rei­sen nur noch ohne Smart­phone | mobi­le­ge­eks → cas­ten dob­schat emp­fiehlt, beim grenz­über­tritt kein smart­phone dabei­zu­ha­ben – es könn­te kopiert wer­den. oder alter­na­tiv nur ein zurück­ge­setz­tes tele­fon mit­neh­men …
  • Wie die Alko­hol­in­dus­trie uns dazu bringt, immer wei­ter zu trin­ken | Cor­rec­tiv → zdf & cor­rec­tiv über die „alko­hol­po­li­tik“ in deutsch­land, die wirt­schaft­li­che inter­es­sen der unter­neh­mer über volks­wirt­schaft­li­che und gesund­heit­li­che stellt
  • One Woman’s Bril­li­ant „Fuck You“ to Wiki­pe­dia Trolls | Back­chan­nel → A young Wiki­pe­dia edi­tor withs­tood a deca­de of online abu­se. Now she’s fight­ing back—on Wiki­pe­dia its­elf:

    But on that Fri­day night, Temp­le-Wood had an idea. For every haras­sing email, death thre­at, or request for nude pho­tos that she recei­ved, she resol­ved to crea­te a Wiki­pe­dia bio­gra­phy on a nota­ble woman sci­en­tist who was pre­vious­ly unknown to the free online ency­clo­pe­dia. She thought of it as a giant “fuck you” to the anony­mous idi­ots see­king to silence her.


  • Erin­ne­rungs­kul­tur: „Wenn Schü­ler pro­vo­zie­ren …“ | Zeit
    → die his­to­ri­ker jean­nette und dirk van laak im inter­view über geschich­te, geschichts­bil­der, kri­ti­sche geschichts­wis­sen­schaft und öffent­lich­keit

    Hin­ter die Stan­dards der kri­ti­schen Geschichts­wis­sen­schaft kann nie­mand zurück. Sie hat heu­te inter­na­tio­nal eine bemer­kens­wer­te Blü­te erreicht, die deut­schen His­to­ri­ker arbei­ten auf höchs­tem Niveau, was die Viel­falt ihrer The­men und Metho­den angeht. Aber ihre gesell­schaft­li­che Auto­ri­tät ist momen­tan rela­tiv schwach. His­to­ri­ker müs­sen daher ler­nen, auf ande­re Wei­se zu über­zeu­gen, etwa durch die Qua­li­tät ihrer Selbst­re­fle­xi­on, die Lei­den­schaft für das Fach und über­zeu­gen­de Argu­men­te gegen die Ewig­keits­be­haup­tun­gen man­cher Popu­lis­ten. Die Neue Rech­te legi­ti­miert sich andau­ernd mit Bezü­gen auf die Geschich­te, ist in ihrem Geschichts­bild aber leicht angreif­bar. Wir soll­ten uns wie­der mehr auf öffent­li­che Debat­ten über Geschich­te ein­las­sen, viel­leicht sogar auf Markt­plät­zen.

  • Die Lei­den des Lite­ra­tur­kri­ti­kers: Ach, nie­mand hört auf mich | NZZ → rai­ner moritz schreibt schön und leicht melan­cho­lisch über die wir­kungs­lo­sig­keit (jetzt und post­hum) der lite­ra­tur­kri­tik …

Ins Netz gegangen (27.6.)

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Ins Netz gegangen (20.6.)

Ins Netz gegan­gen am 20.6.:

  • Kunst und Flücht­lin­ge: Aus­beu­tung statt Ein­füh­lung | Per­len­tau­cher → ein lan­ger essay von wolf­gang ull­rich über sein/​das (ästhe­ti­sches) unbe­ha­gen an künst­le­ri­schen aktio­nen für/​im namen der flücht­lin­ge

    sind vie­le Flücht­lin­gen gewid­me­ten Pro­jek­te in ähn­li­cher Wei­se grob und blind. So sehr der Kunst tra­di­tio­nell zuge­traut – und von ihr auch erwar­tet – wird, durch eine Sti­mu­lie­rung der Ein­bil­dungs­kraft Empa­thie für Men­schen in ganz ande­ren Lebens­ver­hält­nis­sen zu stif­ten, so wenig ist davon inmit­ten eines oft schril­len Aktio­nis­mus zu bemer­ken.

  • Japan: Die Geis­ter­schif­fe | ZEIT ONLINE → sehr schö­ne, berüh­ren­de repor­ta­ge über japan, nord­ko­rea und das meer. und die fischer von korea, die seit eini­ger zeit immer wie­der als lei­chen an den japa­ni­schen küs­ten ange­spült wer­den
  • Netz­werk der AfD-Vize-Che­fin: Von Storchs Daten­im­pe­ri­um | taz.de → die taz über kat­ta­schas recher­che unrecht­mä­ßi­ger daten­wei­ter­ga­be und ‑nut­zung in dem engen und unüber­sicht­li­chen ver­eins­netz­werk von bea­trix von storch (und ihrem ehe­mann)
  • Sinn und Zweck von Kin­der­spiel­plät­zen: Momen­te des Dreh­tau­mels | taz → jochen schmidt über spiel­plät­ze in geschich­te und gegen­wart

    Spiel­plät­ze sind Neben­pro­duk­te der indus­tria­li­sier­ten Stadt des 20. Jahr­hun­derts, auf dem Dorf brauch­te man sie nicht. Erst die Enge der Wohn­ver­hält­nis­se und die Tat­sa­che, dass vie­le Arbei­ter­kin­der tags­über unbe­auf­sich­tigt waren, mach­te Rück­zugs­räu­me not­wen­dig. Dass man sie braucht, zeigt, dass den Kin­dern ihre eigent­li­chen Spiel­räu­me ver­lo­ren gehen, denn Kin­der besit­zen die Fähig­keit, sich jede Umge­bung für das Spiel anzu­eig­nen.

    In einer idea­len Gesell­schaft bräuch­ten wir viel­leicht gar kei­ne Spiel­plät­ze mehr, aber im neo­li­be­ra­len Kapi­ta­lis­mus mit dem Dog­ma der maxi­ma­len Selbst­aus­beu­tung bis in die Frei­zeit, bekommt das Spiel einen gera­de­zu uto­pi­schen Gehalt. Der Spiel­platz soll die Wun­den der Erwach­se­nen­welt hei­len.

  • Kommt jetzt end­lich die rich­ti­ge Bil­dungs­po­li­tik in Deutsch­land? | shift. → eine genaue und uner­bitt­li­che abrech­nung mit den viel­fäl­ti­gen schwä­chen des stra­te­gie­pa­piers der kmk „bil­dung in der digi­ta­len welt“:

    Kei­ne Revo­lu­ti­on, kein qua­li­ta­ti­ver Sprung, nur Evo­lu­ti­on und Opti­mie­rung. Viel­leicht hät­te man sich noch ein­bil­den kön­nen, im alten Ent­wurf einen rea­lis­ti­schen Blick auf den all­um­fas­sen­den tief­grei­fen­den Wan­del nicht nur des „All­tags­le­bens“, son­dern der gesam­ten Gesell­schaft und also auch des Bil­dungs­sys­tems zumin­dest als Mög­lich­keit ent­hal­ten zu sehen, wenn er als Ziel­be­stim­mung for­mu­liert „Leh­ren­de und Ler­nen­de auf das Leben in einer digi­ta­li­sier­ten Welt vor­zu­be­rei­ten“. Aber auch das ist bei genaue­rem Hin­se­hen schon nicht der Fall gewe­sen.
    Die­se Rede vom „Vor­be­rei­ten auf“ macht mich ja immer stut­zig, denn die Men­schen leben doch schon in der digi­ta­li­sier­ten Welt, und das schon seit Jah­ren. Da kommt jede Vor­be­rei­tung schon rein zeit­lich zu spät und kann doch nur als Beglei­tung gedacht wer­den. Es ist tat­säch­lich ein Hin­weis dar­auf, dass noch gar nicht ver­stan­den wur­de, dass die digi­ta­li­sier­te Welt nicht erst nach der Vor­be­rei­tung betre­ten wird, son­dern dass wir in ihr leben, ob wir es wol­len oder nicht.

Ins Netz gegangen (20.4.)

Ins Netz gegan­gen am 20.4.:

  • The Stran­ge Tale of Social Auto­psy, the Anti-Harass­ment Start-up That Des­cen­ded Into Gamer­ga­te Truthe­rism | NYMag → tol­le geschich­te über ein kick­star­ter-pro­jekt, das auf omi­nö­se wei­se hate-speech & cyber­bul­ling bekämp­fen woll­te und dann ganz schnell sich selbst in gamer­ga­te-ver­schwö­run­gen ver­strick­te – weil die initia­to­rin offen­bar kei­ne ahnung hat(te), was im inter­net der jetzt­zeit so alles pas­siert …: „So over­all, Social Autopsy’s Kick­star­ter roll­out has not been wit­hout its hic­cups.“
  • Infor­ma­tio­nel­le Selbst­zer­trüm­me­rung | ctrl+verlust → inter­es­san­te über­le­gun­gen von mspro: hin­dert das kon­zept der infor­ma­tio­nel­len selbst­be­stim­mung nicht eigent­lich einen effek­ti­ven daten­schutz oder einen schutz der indi­vi­du­en vor miss­bräuch­li­cher nut­zung ihrer daten?

    Man kann das noch wei­ter­spin­nen, wie ich es ja bereits seit eini­gen Jah­ren tue 4: Wenn wir 1. nicht mehr kon­trol­lie­ren kön­nen, wel­che Daten über uns an wel­chen Stel­len gesam­melt wer­den, weil wir die gan­ze Welt mit immer mehr und immer unsicht­ba­re­ren Sen­so­ren aus­stat­ten;
    Wenn wir 2. die Kapa­zi­tä­ten von Lei­tun­gen und Daten­trä­gern immer wei­ter erhö­hen, so dass Daten in immer grö­ße­rem Umfang immer pro­blem­lo­ser von A nach B kopiert wer­den kön­nen;
    Wenn wir 3. immer bes­se­re Metho­den und Soft­ware zur Daten­aus­wer­tung bereit­stel­len, die noch aus den unschul­digs­ten Daten kom­ple­xe Pro­fil­bil­dun­gen und unvor­her­ge­se­he­ne Erkennt­nis­se erlau­ben;
    Wenn wir also den infor­ma­tio­nel­len Kon­troll­ver­lust auf den Ebe­nen der Samm­lung, Spei­che­rung und Aus­wer­tung erle­ben, wie kön­nen wir dann über­haupt noch – egal wo – von einer „infor­mier­ten Ein­wil­li­gung“ spre­chen, ohne uns in die eige­ne Tasche zu lügen?

  • Klei­ne Kri­tik am digi­ta­len Dis­kurs | Bob Blu­me → bob blu­me ist vom „digi­ta­len dis­kurs“ etwas des­il­lu­sio­niert und über­legt, was digi­ta­le bil­dung in der schu­le soll/​kann/​muss … – auch die kom­men­ta­re steu­ern inter­es­san­te über­le­gun­gen bei
  • Kli­ma­wan­del: Wir Umwelt­ver­wal­ter | Zeit → guter text über die ent­wick­lung der umwelt­be­we­gung und ‑poli­tik in der schweiz

    Wir Schwei­zer sind gute Umwelt­ver­wal­ter, sehen uns gern als Vor­bil­der und sind manch­mal ganz gern auch Umwelt­träu­mer, und wo Umwelt­schutz kos­tet, haben wir das Geld dafür. Sobald es aber um Ver­hal­tens­wei­sen oder gar um Macht­struk­tu­ren geht, las­sen wir lie­ber alles beim Alten.

    Für die anste­hen­den gro­ßen Umwelt­pro­ble­me vom Kul­tur­land­ver­lust über das Arten­ster­ben bis zum Kli­ma­wan­del wird das nicht genü­gen.

  • HIS­TO­di­gi­ta­LE → oer-platt­form der leip­zi­ger uni für das fach geschich­te, mit schwer­punkt auf leip­zig-the­men
  • „Lie­ber Papa“ – Toch­ter bit­tet Ihren Vater um ein Gefal­len – You­Tube
  • Old man yells at cloud | Cof­fee And TV → auch nerds seh­nen sich nach der guten, alten zeit – nur begrün­den sie es halt mit einem dou­glas-adams-zitat
    (im grun­de trifft lukas aber einen punkt, den ich ähn­lich emp­fin­de, was die ver­füg­bar­keit von musik, bil­dern, tex­ten angeht …)
  • The cult of memo­ry: when histo­ry does more harm than good | The Guar­di­an → sehr gute über­le­gun­gen (mit vie­len bei­spie­len) von david rieff über den „kult der erin­ne­rung“, das unbe­ding­te „nie ver­ges­sen“ und die pro­ble­me, die das (gesell­schaft­lich) her­vor­ru­fen kann

    The con­se­quence of this is that remem­brance as a spe­ci­es of mora­li­ty has beco­me one of the more unas­sailable pie­ties of the age. Today, most socie­ties all but vene­ra­te the impe­ra­ti­ve to remem­ber. We have been taught to belie­ve that the remem­be­ring of the past and its corol­la­ry, the memo­ri­a­li­sing of coll­ec­ti­ve his­to­ri­cal memo­ry, has beco­me one of humanity’s hig­hest moral obli­ga­ti­ons.

    But what if this is wrong, if not always, then at least part of the time? What if coll­ec­ti­ve his­to­ri­cal memo­ry, as it is actual­ly employ­ed by com­mu­ni­ties and nati­ons, has led far too often to war rather than peace, to ran­cour and resent­ment rather than recon­ci­lia­ti­on, and the deter­mi­na­ti­on to exact reven­ge for inju­ries both real and ima­gi­ned, rather than to com­mit to the hard work of for­gi­ve­ness?

    […]

    The­re is also too much remem­be­ring, and in the ear­ly 21st cen­tu­ry, when peo­p­le throug­hout the world are, in the words of the his­to­ri­an Tzve­tan Todo­rov, “obses­sed by a new cult, that of memo­ry”, the lat­ter seems to have beco­me a far grea­ter risk than the for­mer.

Ins Netz gegangen (7.4.)

Ins Netz gegan­gen am 7.4.:

  • Täter geschützt, Opfer ent­wür­digt | taz – der korps­geist deut­scher poli­zis­ten und staats­an­wäl­te scheint zu funk­tio­nie­ren: die taz berich­tet über die – von außen sehr selt­sa­me – ent­schei­dung der staats­an­walt­schaft han­no­ver, einen ehe­ma­li­gen bun­des­po­li­zis­ten, der mit der fol­ter eines flücht­lichgs geprahlt hat, dafür nicht anzu­kla­gen (neben­bei: der anwalt des neben­klä­gers hat nach fast einem jahr noch kei­ne akten­ein­sicht erhal­ten) – so funk­tio­niert das in deutsch­land
  • Opti­mier­te Kin­der: Kör­per­hass will gelernt sein | Spie­gel Online – schö­ne kolum­ne von mar­ga­re­te sto­kow­ski, die ein bild vom linz-mara­thon zum anlass nimmt, über die erzie­hung zu einem ver­nünf­ti­gen (!) umgang mit unse­ren kör­pern zu schrei­ben
  • Ver­kehrs­un­fall­sta­tis­tik – jedes Jahr die glei­che Pro­ze­dur und es ver­bes­sert sich doch nichts… | it star­ted with a fight – anläss­lich der neu­en ver­kehrs­un­fall­sta­tis­tik – im zwei­ten jahr in fol­ge stie­gen in deutsch­land die toten durch ver­kehr, auf mitt­ler­wei­le 3475 – hat tho­mas ber­ger hier einen inter­es­san­ten 10-punk­te-plan, der unter ande­rem deut­li­che geschwin­dig­keits­re­du­zie­run­gen und deren über­wa­chun­gen sowie ande­re (tech­ni­sche) hil­fen for­dert, um die unfall­zah­len – und damit gera­de auch die zahl der toten, die wir jedes jahr ein­fach so in kauf neh­men – end­lich zu sen­ken
  • Integra­tion war nie. Über ein irrefüh­rendes Kon­zept | Geschich­te der Gegen­wart – phil­ipp sara­sin über den begriff der „inte­gra­ti­on“ und war­um er (gera­de heu­te) eigent­lich reich­lich untaug­lich ist

    Gesell­schaften der westli­chen Moder­ne bzw. Postmo­derne zeich­nen sich neben ihren Klassen­dif­fe­renzen aber auch dadurch aus, dass sich jede inhalt­lich irgend­wie bestimm­te, posi­tiv ausweis­bare Vorstel­lung davon, wie ‚man‘ in ihnen zu leben und sich zu ver­hal­ten habe, in meh­re­ren kultur­re­vo­lu­tio­nären Schü­ben aufge­löst hat. Die­se histo­risch einzig­ar­tige Plura­li­sie­rung der Lebens­stile hat sich seit dem Ende der 1960er Jah­re so sehr ver­stärkt, dass sie heu­te gar als har­te Norm gegen­über Migran­tinnen und Migran­ten erscheint („Wie wür­den Sie reagie­ren, wenn Ihr Sohn Ihnen sagt, er sei schwul?“ Ach­tung: Toleranz­falle!). Es geht nicht dar­um, dass Migran­ten ‚sich an die Geset­ze hal­ten‘ (das tun die aller­meisten von ihnen, so wie die aller­meisten ande­ren das auch tun), ob sie die Spra­che der Mehrheits­ge­sell­schaft ler­nen (sie tun es in aller Regel), oder ob sie in den Arbeits­markt inte­griert wer­den (dito). Die Fra­ge ist ein­zig, ob die west­li­che, ohne­hin hetero­gene Mehrheits­ge­sell­schaft die zusätz­liche, neue Diffe­renz akzep­tiert, die die Zuzü­ger in unse­re Gesell­schaften ein­brin­gen.

    und er schließt (ich kann ihm da nur zustim­men …):

    Es wird daher Zeit, den Begriff ‚Integra­tion‘ ganz aus dem politi­schen Voka­bu­lar zu strei­chen. Die Chan­ce, dass er im öffent­li­chen Gebrauch posi­tiv als ‚Schaf­fung eines neu­en Gan­zen‘ begrif­fen wer­den könn­te, ist gering. Zu mäch­tig sind jene, die den Begriff als Waf­fe ver­wen­den, mit dem sie von den Zuwan­de­rern Unter­wer­fung einfor­dern. Wir brau­chen die­ses durch und durch unbe­stimm­te Wort nicht mehr. Wir alle leben vergleichs­weise fried­lich, aber auch herr­lich anonym in unse­ren hetero­genen Gesell­schaften, ohne dass uns stän­dig jemand auffor­dern müss­te, uns gefäl­ligst zu ‚inte­grie­ren‘.

  • The pro­blem with a tech­no­lo­gy revo­lu­ti­on desi­gned pri­ma­ri­ly for men – Quartz -

    What the rese­ar­chers dis­co­ver­ed, unfort­u­na­te­ly, was a gap in covera­ge that betrays a dis­pi­ri­tingly com­mon pro­blem in tech­no­lo­gi­cal inno­va­ti­on: how to make sure women’s needs don’t beco­me an aftert­hought.

    – ein stu­die unter­such­te, wie gut siri, cort­a­na & co. bei medi­zi­ni­schen pro­ble­men hel­fen – und fand, dass sie das für „män­ner-pro­ble­me“ wesent­lich bes­ser tun als für „frau­en-not­fäl­le“

  • Lyrik­kri­tik Dis­kurs | Fix­poet­ry – bei den „signa­tu­ren“ und auf „fix­poet­ry“ tob­te (?) ende märz eine dis­kus­si­on (naja, ein schlag­ab­tausch zumin­dest) über (den zustand der|die mög­lich­kei­ten der|die anfor­de­run­gen an|die vor­aus­set­zun­gen der) lyrik­kri­tik (kri­tik der kri­tik ist ja sowie­so eine belieb­te spie­le­rei unter lite­ra­ten, bei lyri­kern aber nicht so ganz häu­fig (viel­leicht man­gels mas­se …))
    aus­ge­löst übri­gens von einer kri­ti­schen bespre­chung der „lyrik von jetzt 3“-anthologie (die bei mir immer noch unge­le­sen her­um­liegt …)
  • Mehr Daten als Tore – Poli­zei sam­melt flei­ßig, aber oft unrecht­mä­ßig | netzpolitik.org – unschulds­ver­mu­tung, daten­schutz – lau­ter fremd­wör­ter für die deut­sche poli­zei, die flei­ßig (und ger­ne auch ille­gal) daten sam­melt

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