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Schlagwort: bildung Seite 1 von 2

cobweb in sunlight

Ins Netz gegangen (23.8.)

Ins Netz gegan­gen am 23.8.:

  • „Raus mit den pri­va­ten Autos!“ | Ber­li­ner Zei­tung → inter­view mit dem ber­li­ner ver­kehrs­for­scher andre­as knie, der vehe­ment für eine de-pri­vi­le­gi­sie­rung der pri­va­ten autos plädiert:
    Seit 20 Jah­ren gibt es in Ber­lin kei­ne Ver­kehrs­po­li­tik, nur eine Pro-Auto-Poli­tik. Wir brau­chen aber eine Ver­kehrs­wen­de! Und die muss jetzt end­lich kon­se­quent in Angriff genom­men wer­den: mit einer radi­ka­len Ver­rin­ge­rung der Fahr­zeug­men­gen, der Weg­nah­me von Privilegien.
  • Patrio­tis­mus und Natio­na­lis­mus: Für Deutsch­land | Zeit → die his­to­ri­ke­rin mari­on det­jen ver­sucht sich an einer ent­gif­tung der debat­te duch begrif­s­sklä­rung, hier am bei­spiel von natio­na­lis­mus und patrio­tis­mus – mei­nes erach­tens ein ziem­lich anspre­chen­der ver­such, die bei­den begrif­fe his­to­risch bewusst für die gegen­wär­ti­ge pra­xis benutz­bar zu machen

    (Ich gehe jede Wet­te ein, dass eine Umfra­ge unter Ver­fas­sungs­pa­trio­ten und Leit­kul­tur­pa­trio­ten zu dem Ergeb­nis käme, dass Ers­te­re wesent­lich mehr Beet­ho­ven spie­len und mehr Goe­the-Gedich­te ken­nen als Letztere.)

  • War­um ist die­ser Mann kein Held? | Zeit → jana hen­sel hat sig­mund jähn, den ers­ten deut­schen im all, besucht und denkt über die erin­ne­rung an men­schen wie ihn, die in der ddr bekannt waren und nun fast plan­mä­ßig ver­ges­sen und ver­schwie­gen wer­den, nach

    War­um ist das eigent­lich so? Ab und zu kann man dar­an erin­nern, dass ein Mensch wie Sig­mund Jähn auch dem Wes­ten gut zu Gesicht ste­hen wür­de, weil sein Lebens­lauf in vie­lem eben­falls eine exem­pla­risch deut­sche Bio­gra­fie des 20. Jahr­hun­derts ist. Und wenigs­tens alle paar Jah­re hilft es viel­leicht, den Ost­deut­schen anzu­mer­ken, dass unse­re Erin­ne­rungs­kul­tur sehr wahr­schein­lich zu west­deutsch ist.

  • „Wir müs­sen Frei­hei­ten bewusst ein­schrän­ken“ | taz → ein (lei­der etwas kur­zes) inter­view mit ulrich brand:

    Degrowth wür­de ande­ren For­men der Wirt­schaft Raum geben, öffent­li­chen Unter­neh­men, der soli­da­ri­schen Öko­no­mie und so wei­ter. […] Wir brau­chen sozia­le Bewe­gun­gen, kul­tu­rel­len Wan­del, pro­gres­si­ve Unter­neh­mer – und wir brau­chen Poli­tik. […] Der libe­ra­le Frei­heits­be­griff tut so, als könn­ten alle frei sein. Aber das stimmt nicht. Im Moment sind die frei, die Geld haben. Wir müs­sen uns demo­kra­tisch Regeln set­zen, die unse­re Frei­hei­ten bewusst beschränken.

  • Die­se Frau­en müs­sen Sie ken­nen | Spie­gel → sibyl­le berg und freun­din­nen haben einen neu­en kanon erstellt bzw. damit zumin­dest angefangen.

    Die Welt wur­de durch Ord­nungs­sys­te­me, die vor­nehm­lich männ­li­che Geis­tes­grö­ßen auf­lis­ten, nicht zu einem erfreu­li­che­ren Ort.
    Dar­um ist es Zeit für eine neue Lis­te. Neue Namen mit Ideen, die viel­leicht etwas zu einem freund­li­che­ren Mit­ein­an­der in der Welt bei­tra­gen kön­nen. Und die für die ande­re Hälf­te der Bevöl­ke­rung auch Rele­vanz haben. Unser Kanon, um die­ses wei­he­vol­le Wort zu ver­wen­den, ist unvoll­stän­dig und sub­jek­tiv, wie es Auf­lis­tun­gen immer sind, aber er ist ein Anfang.

  • The Untold Sto­ry of Not­Pe­tya, the Most Devas­ta­ting Cyber­at­tack in Histo­ry | Wired → eine sehr lan­ge und sehr span­nen­de repor­ta­ge über den rus­si­schen cyber­war-angriff Not­Pe­tya auf die ukrai­ne und des­sen aus­brei­tung auf die welt:

    In fact, it was a clust­er­fuck of clusterfucks.

schreibmaschine

Amerikanisierung

Unse­re Auf­ga­be ist, uns see­lisch vor der Ame­ri­ka­ni­sie­rung zu bewah­ren, indem wir uns gleich­wohl tech­nisch ame­ri­ka­ni­sie­ren. Ob uns das gelingt, ist zwei­fel­haft; daß es uns gelingt, davon hängt Sein und Nicht­sein in äuße­rem und inne­rem Sin­ne durch­aus ab.Ger­trud Bäu­mer, Das neue Lebens­ge­fühl und sei­ne Ein­wir­kung auf das deut­sche Bil­dungs­gut, 1927

Ins Netz gegangen (24.1.)

Ins Netz gegan­gen am 24.1.:

  • Knaus­gård ist gut, aber Hand­ke ist bes­ser | FAZ → ein klu­ger bei­trag von jan wie­le zur „authen­ti­zi­täts­de­bat­te“, die vor allem die „welt“ (voll­kom­men unsin­ni­ger wei­se …) los­ge­tre­ten hat

    enn man irgend­et­was aus den Debat­ten über rea­lis­ti­sches Erzäh­len der letz­ten Jahr­zehn­te mit­ge­nom­men hät­te, müss­te man eigent­lich miss­trau­isch wer­den ange­sichts einer sol­chen Schein­wirk­lich­keits­pro­sa, die so tut, also kön­ne man ein­fach „erzäh­len, wie es gewe­sen ist“ – und das gilt eben nicht nur für Knaus­gård, son­dern allgemein.
    […] Es wirkt – nicht nur aus einer his­to­risch-kri­ti­schen Hal­tung her­aus, son­dern auch für das per­sön­li­che Emp­fin­den von lite­ra­ri­schen Tex­ten – befremd­lich, wenn nun hin­ter all die ästhe­ti­schen Über­le­gun­gen zum rea­lis­ti­schen Erzäh­len, vor allem aber hin­ter die Wer­ke, die aus ihnen her­aus ent­stan­den sind, wie­der zurück­ge­gan­gen wer­den soll und man so tut, als gäbe es irgend­ein unschul­di­ges, authen­tisch-nicht­fik­tio­na­les Erzählen. 

  • Gemein­nüt­zig­keit als Tür­öff­ner | Bil­dungs­Ra­dar → der „bil­dungs­ra­dar“ ver­sucht her­aus­zu­be­kom­men, wie das gan­ze pro­jekt „cal­lio­pe“ funk­tio­niert bzw. funk­tio­nie­ren soll – und stößt auf vie­le mau­ern und eini­ge selt­sa­me mauscheleien …
  • Die Mode der Phi­lo­so­phen – Wie sich gro­ße Den­ker klei­den | Deutsch­land­ra­dio Kul­tur → net­te klei­ne geschich­te über die typ­ge­mä­ße klei­dung für phi­lo­so­phen (frau­en gibt’s zum schluss auch kurz)
  • Donald Trump: Popu­lis­mus als Poli­tik | Tele­po­lis → der wie meist klu­ge georg seeß­len im inter­view mit domi­nik irten­kauf über trump, demokratie/​postdemokratie und medi­al inszenierungen:

    Gegen ein Bünd­nis aus mehr oder weni­ger authen­tisch Rechts­extre­men, Neo-Natio­na­lis­ten und Exzep­tio­na­lis­ten, fun­da­men­ta­lis­ti­schen Markt-Anar­chis­ten, mafi­ös ver­netz­ten Klep­to­kra­ten und einem Mit­tel­stand in rea­ler und mani­pu­lier­ter Abstiegs­angst kann eine demo­kra­ti­sche Zivil­ge­sell­schaft nur bestehen, wenn sie neue Ideen und neu­en Zusam­men­halt fin­det. Der Zusam­men­schluss der post­de­mo­kra­ti­schen Kräf­te hin­ge­gen fin­det sei­ne Schub­kraft dage­gen vor allem im Oppor­tu­nis­mus und in der poli­ti­schen und media­len Korruption.
    […] Schon jetzt gibt es irrever­si­ble Fol­gen des Trum­pis­mus, eben jene Ver­mi­schung von poli­ti­schem Amt und öko­no­mi­schen Inter­es­sen, die einst den Ber­lus­co­nis­mus präg­te, den Wan­del der poli­ti­schen Spra­che, eine Spal­tung der Gesell­schaft, die über alle gewöhn­li­chen „poli­ti­schen Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten“ hin­aus geht, eine Patro­na­ge, Clan­wirt­schaft, Abhän­gig­keits­net­ze: Wir sehen einem Macht­sys­tem bei der Ent­ste­hung zu, das viel tie­fer geht als die Beset­zung eines Amtes. Und wie bei Ber­lus­co­ni lässt sich nach dem Ende der Amts­zeit nur ein Teil davon demo­kra­tisch rückgewinnen.

Ins Netz gegangen (20.6.)

Ins Netz gegan­gen am 20.6.:

  • Kunst und Flücht­lin­ge: Aus­beu­tung statt Ein­füh­lung | Per­len­tau­cher → ein lan­ger essay von wolf­gang ull­rich über sein/​das (ästhe­ti­sches) unbe­ha­gen an künst­le­ri­schen aktio­nen für/​im namen der flüchtlinge

    sind vie­le Flücht­lin­gen gewid­me­ten Pro­jek­te in ähn­li­cher Wei­se grob und blind. So sehr der Kunst tra­di­tio­nell zuge­traut – und von ihr auch erwar­tet – wird, durch eine Sti­mu­lie­rung der Ein­bil­dungs­kraft Empa­thie für Men­schen in ganz ande­ren Lebens­ver­hält­nis­sen zu stif­ten, so wenig ist davon inmit­ten eines oft schril­len Aktio­nis­mus zu bemerken.

  • Japan: Die Geis­ter­schif­fe | ZEIT ONLINE → sehr schö­ne, berüh­ren­de repor­ta­ge über japan, nord­ko­rea und das meer. und die fischer von korea, die seit eini­ger zeit immer wie­der als lei­chen an den japa­ni­schen küs­ten ange­spült werden
  • Netz­werk der AfD-Vize-Che­fin: Von Storchs Daten­im­pe­ri­um | taz​.de → die taz über kat­ta­schas recher­che unrecht­mä­ßi­ger daten­wei­ter­ga­be und ‑nut­zung in dem engen und unüber­sicht­li­chen ver­eins­netz­werk von bea­trix von storch (und ihrem ehemann)
  • Sinn und Zweck von Kin­der­spiel­plät­zen: Momen­te des Dreh­tau­mels | taz → jochen schmidt über spiel­plät­ze in geschich­te und gegenwart

    Spiel­plät­ze sind Neben­pro­duk­te der indus­tria­li­sier­ten Stadt des 20. Jahr­hun­derts, auf dem Dorf brauch­te man sie nicht. Erst die Enge der Wohn­ver­hält­nis­se und die Tat­sa­che, dass vie­le Arbei­ter­kin­der tags­über unbe­auf­sich­tigt waren, mach­te Rück­zugs­räu­me not­wen­dig. Dass man sie braucht, zeigt, dass den Kin­dern ihre eigent­li­chen Spiel­räu­me ver­lo­ren gehen, denn Kin­der besit­zen die Fähig­keit, sich jede Umge­bung für das Spiel anzueignen.

    In einer idea­len Gesell­schaft bräuch­ten wir viel­leicht gar kei­ne Spiel­plät­ze mehr, aber im neo­li­be­ra­len Kapi­ta­lis­mus mit dem Dog­ma der maxi­ma­len Selbst­aus­beu­tung bis in die Frei­zeit, bekommt das Spiel einen gera­de­zu uto­pi­schen Gehalt. Der Spiel­platz soll die Wun­den der Erwach­se­nen­welt heilen.

  • Kommt jetzt end­lich die rich­ti­ge Bil­dungs­po­li­tik in Deutsch­land? | shift. → eine genaue und uner­bitt­li­che abrech­nung mit den viel­fäl­ti­gen schwä­chen des stra­te­gie­pa­piers der kmk „bil­dung in der digi­ta­len welt“:

    Kei­ne Revo­lu­ti­on, kein qua­li­ta­ti­ver Sprung, nur Evo­lu­ti­on und Opti­mie­rung. Viel­leicht hät­te man sich noch ein­bil­den kön­nen, im alten Ent­wurf einen rea­lis­ti­schen Blick auf den all­um­fas­sen­den tief­grei­fen­den Wan­del nicht nur des „All­tags­le­bens“, son­dern der gesam­ten Gesell­schaft und also auch des Bil­dungs­sys­tems zumin­dest als Mög­lich­keit ent­hal­ten zu sehen, wenn er als Ziel­be­stim­mung for­mu­liert „Leh­ren­de und Ler­nen­de auf das Leben in einer digi­ta­li­sier­ten Welt vor­zu­be­rei­ten“. Aber auch das ist bei genaue­rem Hin­se­hen schon nicht der Fall gewesen.
    Die­se Rede vom „Vor­be­rei­ten auf“ macht mich ja immer stut­zig, denn die Men­schen leben doch schon in der digi­ta­li­sier­ten Welt, und das schon seit Jah­ren. Da kommt jede Vor­be­rei­tung schon rein zeit­lich zu spät und kann doch nur als Beglei­tung gedacht wer­den. Es ist tat­säch­lich ein Hin­weis dar­auf, dass noch gar nicht ver­stan­den wur­de, dass die digi­ta­li­sier­te Welt nicht erst nach der Vor­be­rei­tung betre­ten wird, son­dern dass wir in ihr leben, ob wir es wol­len oder nicht.

Ins Netz gegangen (17.3.)

Ins Netz gegan­gen am 17.3.:

  • Flücht­lings­de­bat­te: Slo­ter­di­jks intel­lek­tu­el­le Selbst­de­mon­ta­ge | Frank­fur­ter Rund­schau – der phi­lo­soph tho­mas grund­mann über sei­nen kol­le­gen slo­ter­di­jk, die zurück­hal­tung der eige­nen zunft in aktu­el­len poli­ti­schen fra­gen (oder „der“ poli­ti­schen fra­ge …) und mög­li­che alter­na­ti­ven zu zurück­hal­tung, schwei­gen oder intel­lek­tu­ell unred­li­chem gepol­ter à la sloterdijk …

    Slo­ter­di­jk geht sei­nen Weg der intel­lek­tu­el­len Selbst­de­mon­ta­ge offen­bar unbe­irr­bar und lust­voll weiter.
    […] Was müs­sen wir also bes­ser machen? Ers­tens scheint es klar, dass Intel­lek­tu­el­le auch ange­sichts mas­si­ver Unge­wiss­hei­ten über die Fol­gen poli­ti­schen Han­delns nor­ma­ti­ve Ori­en­tie­rungs­hil­fe geben müs­sen. Was wäre denn die Alter­na­ti­ve? Dass Poli­ti­kern der­art wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen ganz allein über­las­sen wer­den? Das kann nie­mand ernst­haft wol­len. Zwei­tens kön­nen wir auch unter Unge­wiss­heit die Wahr­schein­lich­kei­ten von Sze­na­ri­en abwä­gen und die Kon­se­quen­zen ver­schie­de­ner Ver­läu­fe durch­spie­len. Das ist in der Ethik und poli­ti­schen Phi­lo­so­phie durch­aus nichts Neu­es. Drit­tens soll­te man von Intel­lek­tu­el­len und Phi­lo­so­phen zum jet­zi­gen Zeit­punkt kei­ne kon­kre­ten Hand­lungs­an­wei­sun­gen erwar­ten, son­dern Ori­en­tie­rung in grund­le­gen­den Wertefragen. 

  • Powered by Pep­si: Der Trend zum Nati­ve Adver­ti­sing | tori­al Blog – tobi­as len­artz im „tori­al blog“ über nati­ve adver­ti­sing, sei­ne mög­lich­kei­ten und die (momen­ta­ne) praxis
  • Stra­te­ge Frank Stauss über den Wahl­kampf in Rhein­land-Pfalz | FAZ – die „faz“ hat ein sehr inter­es­san­tes inter­view mit dem (auch blog­gen­den) wahl­kampf­ma­na­ger der spd in rhein­land-pfalz, frank stauss, geführt

    Wenn Sie einen Kan­di­da­ten mit Hal­tung haben, erge­ben sich vie­le Ent­schei­dun­gen im Wahl­kampf von selbst.
    […] Ent­schei­dend ist aber, dass man die Par­tei, die Spit­zen­kan­di­da­tin und auch wir Bera­ter vom eige­nen Weg über­zeugt sind. Dann muss man ein­fach auch dran glau­ben, dass man mit die­sem Weg eine Mehr­heit der Men­schen errei­chen wird. Man darf die­sen Weg nicht ver­las­sen. Sonst erge­ben sich ganz neben­bei neue Kon­flik­te mit der Par­tei selbst oder den han­deln­den Per­so­nen. Kurs hal­ten, das ist ent­schei­dend. Man darf um Got­tes wil­len nicht anfan­gen, in einem Wahl­kampf Schlan­gen­li­ni­en zu fah­ren. Inso­fern bleibt auch gar nichts ande­res übrig: Wenn man glaubt, dass es der rich­ti­ge Weg ist, dann strahlt man die Über­zeu­gung aus. Wenn man nicht gewon­nen hat, kann man wenigs­tens in den Spie­gel schau­en. Vie­le ver­lie­ren auf den letz­ten Metern die Ner­ven und ver­ges­sen ihre eige­nen Über­zeu­gun­gen. In dem Fall ging es Julia Klöck­ner so und nicht uns. Obwohl – eigent­lich weiß ich ich bis heu­te nicht, wovon sie eigent­lich über­zeugt ist.

  • a list of Free Soft­ware net­work ser­vices and web appli­ca­ti­ons which can be hos­ted local­ly | Git­hub – groß­ar­ti­ge lis­te mit self-hos­ted open-source-soft­ware für (fast) alle zwecke …
  • Über die Pflicht des Leh­rers zur Kri­tik am Schul­sys­tem -

    Aus­ge­hend von die­ser Dia­gno­se, muss ich mich als Päd­ago­ge selbst in Fra­ge stel­len. Ich habe Ver­ant­wor­tung für die Bil­dung der mir anver­trau­ten SuS. Es ist aus mei­ner Sicht die Pflicht eines jeden Päd­ago­gen sich im Rah­men sei­ner Mög­lich­kei­ten für das Wohl der SuS zu enga­gie­ren. Vor die­sem Hin­ter­grund muss ich tat­säch­lich immer wie­der mein Tun und mei­ne Hal­tung hinterfragen.

    Eine kri­ti­sche Per­spek­ti­ve der Päd­ago­gen auf sich selbst genügt aber nicht, um zu ver­ste­hen, was faul ist im Schul­sys­tem. Denn der Blick auf die Ver­ant­wor­tung des Ein­zel­nen ver­stellt die Per­spek­ti­ve auf die Zwän­ge des Schul­sys­tems. Vie­les was aus Sicht der Schü­ler schief läuft, ist eben nicht auf per­sön­li­ches Ver­sa­gen, son­dern auf sys­te­ma­ti­sche Män­gel zurückzuführen.

    […]

    Das Sys­tem schränkt LuL in Ihrem Schaf­fen und SuS in ihrem Ler­nen ein. Mir ist des­halb voll­kom­men unklar, wie­so ich mich wie im Kom­men­tar gefor­dert mit dem Sys­tem abfin­den soll­te. Im Gegen­teil: Wer ein wirk­lich guter Leh­rer wer­den will, muss das Sys­tem ver­än­dern wol­len, damit er ein guter Leh­rer wer­den kann.

Ins Netz gegangen (13.1.)

Ins Netz gegan­gen am 13.1.:

  • Ein deut­scher Dich­ter bin ich einst gewe­sen | ver­bre­che­rei – Max Herrmann-Neisse:

    Ein deut­scher Dich­ter bin ich einst gewesen,
    die Hei­mat klang in mei­ner Melodie,
    ihr Leben war in mei­nem Lied zu lesen,
    das mit ihr welk­te und mit ihr gedieh.

    Die Hei­mat hat mir Treue nicht gehalten,
    sie gab sich ganz den bösen Trie­ben hin,
    so kann ich nur ihr Traum­bild noch gestalten,
    der ich ihr trotz­dem treu geblie­ben bin.

    – der Ver­bre­cher-Ver­lag hat jetzt auch ein Verlagsblog …

  • Spä­te Kriegs­ge­winn­ler – Wie­ner Zei­tung Online – Edwin Baum­gart­ner über die flut an bedruck­tem papier im gedenk­jahr zum ers­ten weltkrieg

    Und so ein­fach ist es auch beim Ers­ten Welt­krieg: Es ist ein Rie­sen­re­ma­su­ri, ein – wie heißt das bei­na­he deut­sche Wort? – ja, rich­tig: ein Hype.

    /​via „der umblät­te­rer“, die das nicht ganz zu unrecht zum feuil­le­ton des jah­res 2014 wähl­ten (http://​www​.umblaet​te​rer​.de/​2​0​1​5​/​0​1​/​1​3​/​d​i​e​-​e​r​g​e​b​n​i​s​s​e​-​d​e​r​-​f​e​u​i​l​l​e​t​o​n​-​m​e​i​s​t​e​r​s​c​h​a​f​t​-​2​0​14/)

  • What David Came­ron just pro­po­sed would end­an­ger every Bri­ton and des­troy the IT indus­try – Boing Boing – david came­ron will den bösen buben die ver­schlüs­se­lung ver­bie­ten. dumm nur, dass er halt kei­ne ahnung hat: „David Came­ron does­n’t under­stand tech­no­lo­gy very well, so he does­n’t actual­ly know what he’s asking for“, sagt cory doc­to­row, „it puts the who­le nati­on – indi­vi­du­als and indus­try – in ter­ri­ble jeopardy. “
  • 33. Euro­pas Wer­te und das Para­dox der Auf­klä­rung | Geschich­te wird gemacht – achim land­wehr über euro­päi­sche wer­te (eigen­tum!) und ihre para­doxa­le struktur
  • Schlund | Peter Rich­ter – peter rich­ter hat einen „mon­tags-spa­zier­gang“ in dres­den besucht und in die abgrün­de der pegida-„bewegung“ geschaut.
  • Bücher von Pop­mu­si­kern: Wah­re Grö­ße gibt es nur schwarz auf weiß | ZEIT ONLINE – ger­rit bartels steht etwas hilf­los vor dem phä­no­men, dass schein­bar immer mehr popmusiker/​innen bücher schrei­ben und ver­öf­fent­li­chen (wie gleich der ers­te kom­men­ta­tor bemerkt, hat er mit tho­mas meine­cke das bes­te bei­spiel vergessen …)

    Das Kano­ni­sie­ren von Pop und bestimm­ten Pop­sze­nen geht also inten­siv wei­ter. Auch für Musi­ker ist es da attrak­tiv, die flüch­ti­gen Pop­mo­men­te auf den Büh­nen und den DJ-Kan­zeln fest­zu­hal­ten, die Drei­mi­nu­ten-Sin­gle und den Club-Hit in eine Erzäh­lung zu bet­ten und damit zu sichern. Ein Buch hat eben doch Bestand, ist ein ganz eige­ner Wert.

  • Pegi­da-Demons­tra­tio­nen – „Das ist alles ernst zu neh­men“ – Der Direk­tor der säch­si­schen Lan­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung, Frank Rich­ter, hat zum Dia­log mit den Anhän­gern der Pegi­da-Grup­pie­rung auf­ge­ru­fen. „Wir haben es offen­sicht­lich mit einem Pro­blem­s­tau zu tun“, sag­te Rich­ter im Deutsch­land­funk. Man müs­se den Bür­gern respekt­voll zuhö­ren, so schwie­rig es auch sein möge.
  • Isla­mi­sie­rung, Mar­ken­schutz und dum­me Fra­gen – jür­gen kau­be hat recht:

    Gefüh­le haben ihr eige­nes poli­ti­sches Recht. Die Fra­ge ist nur, ob sich zutref­fen­de Gedan­ken dar­aus machen lassen.

  • Wie es bei „May­brit Ill­ner“ im ZDF wirk­lich zugeht – der autor ulf erd­mann zieg­ler war bei der ill­ner-rede­grup­pe im zdf als gast gela­den. und kann sku­ri­le ergeb­nis­se berich­ten, die alle hoff­nung auf qua­li­täts­jour­na­lis­mus im talk­for­mat vernichten.

    Okay, die plötz­li­che Über­frach­tung der Sen­dung mit Sebas­ti­an Edathy und sei­nem Schick­sal ist das eine. Den­noch, man hät­te die Kur­ve krie­gen kön­nen. Wie wäre es etwa mit der Fra­ge gewe­sen: ob, Herr Zieg­ler, was an die­sem Don­ners­tag die Haupt­stadt erschüt­ter­te, eigent­lich ein gutes Roman­the­ma sei. Aber mit Sicher­heit, Frau Ill­ner! Die Neben­rol­le der Igno­ran­tin, die sich all­wis­send gibt, wäre Ihnen dar­in sicher.

Ins Netz gegangen (31.8.)

Ins Netz gegan­gen am 29.8.:

  • Strand: Wie Gold am Meer | ZEIT ONLINE -

    Es ist nicht nur das Meer, das den Sand vom Strand weg­holt, es ist auch der Mensch.

    span­nen­der text über den sand – am strand und im beton etc. und was der in den letz­ten jah­ren alles für pro­ble­me berei­tet (weil der mensch herumpfuscht …)

  • Spen­den­ak­ti­on ǀ Ice Bucket Chall­enge? Fuck off!—der Frei­tag – RT @derfreitag: Spen­den­ak­ti­on: #Ice­Bu­cket­Chall­enge? Fuck off! »
  • Kolum­ne Luft und Lie­be: Wahn und Schmod­der – taz​.de – „Brea­king News: Die Welt ist kom­pli­ziert. Und im Inter­net gibt es gleich­zei­tig Femi­nis­tin­nen und kras­se Pornos“ >
  • 50 – Na 1, 356 – Kor­re­spon­den­zen mit Her­bert Mar­cu­se (p. V 118, 1–383) – Sei­te – Max Hork­hei­mer – Digi­ta­le Samm­lun­gen – RT @benni_b: Doof wenn man berühmt wird und dann im Nach­lass des Kum­pels der eige­ne Sexis­mus zu Tage tritt: #mar­cu­se #hork­hei­mer
  • Sim­ply Explained—Geek&Poke – Sim­ply Explained—Geek&Poke;
  • Deut­sche Poli­tik vor den Welt­krie­gen – FAZ – hein­rich august wink­ler über den kriegs­be­ginn 1914, die fra­ge der schuld bzw. haupt­schuld und war­um sei­ner mei­nung nach deutsch­land nicht ganz auf einer ebe­ne mit den ande­ren euro­päi­schen staa­ten anzu­sie­deln ist:

    Schwe­rer noch wiegt die Aus­klam­me­rung der innen­po­li­ti­schen Vor­ge­schich­te des deut­schen Weges in den Ers­ten Welt­krieg bei Clark und Mün­k­ler. Der Mili­ta­ris­mus war ein gesamt­eu­ro­päi­sches Phä­no­men, aber nir­gend­wo waren die Gesell­schaft und das poli­ti­sche Den­ken so mili­ta­ri­siert wie im Deut­schen Reich. „Kriegs­par­tei­en“ gab es über­all, aber nir­gend­wo ver­füg­ten sie über einen so brei­ten gesell­schaft­li­chen und poli­ti­schen Rück­halt wie in Deutsch­land. Er reich­te vom ost­elbi­schen Rit­ter­guts­be­sitz über die Schwer­indus­trie und Tei­le des gebil­de­ten Bür­ger­tums bis zu den Ver­bän­den des gewerb­li­chen Mit­tel­stan­des und der kauf­män­ni­schen Ange­stell­ten. Deutsch­land war eine kon­sti­tu­tio­nel­le, kei­ne par­la­men­ta­ri­sche Mon­ar­chie. Der Reichs­kanz­ler war dem Kai­ser, nicht dem Reichs­tag ver­ant­wort­lich. Die mili­tä­ri­sche Kom­man­do­ge­walt des Königs von Preu­ßen, der zugleich Deut­scher Kai­ser war, bedurf­te nicht der minis­te­ri­el­len Gegen­zeich­nung – ein Relikt des Absolutismus.

    – und zur kon­ti­nui­tät von 1914 und 1939 (was alles zusam­men bei den faz-lesern nicht auf gro­ße gegen­lie­be stößt …)

  • In Rede­si­gned Room, Hos­pi­tal Pati­ents May Feel Bet­ter Alre­a­dy – NYTi​mes​.com – die new york times über die rol­le von archi­tek­ten im gesund­heits­we­sen, hier am bei­spiel eines neu­baus des „Uni­ver­si­ty Medi­cal Cen­ter of Princeton“:

    But the real eye-ope­ner was this: Pati­ents also asked for 30 per­cent less pain medication.

  • Es geht ums Lesen – taz​.de – johan­nes thumf­art in der der taz über das befrei­en­de poten­zi­al von ebooks (und war­um es schein­hei­lig ist, dem gedruck­ten buch so sehr nachzuweinen):

    Kern der ableh­nen­den Hal­tung gegen­über dem E‑Book ist, dass es eben nur den eigent­li­chen Zweck von Büchern erfüllt, näm­lich das Gele­sen­wer­den. Dage­gen ist das gedruck­te Buch in unse­ren Brei­ten­gra­den vor allem ein Dum­my für den Gaben­tisch, das man geschenkt bekommt, im Bücher­schrank abstellt, als Acces­soire neben den Lat­te mac­chia­to legt, aber auch – etwas sel­te­ner – an Freun­de ver­leiht und wei­ter­ver­kauft. Für all die­se Neben­aspek­te der Buch­kul­tur taugt das E‑Book nicht. 

    Anstatt also dem gedruck­ten Buch nach­zu­wei­nen oder gar zu ver­su­chen, es durch Orna­men­te im bis­lang herr­lich redu­zier­ten E‑Book zu imi­tie­ren, muss E‑Book-Kul­tur davon han­deln, den Pro­zess der Demo­kra­ti­sie­rung, Säku­la­ri­sie­rung und Ratio­na­li­sie­rung der Schrift, der schon mit der Erfin­dung des Alpha­bets begann, zu beschleu­ni­gen. In dem Sin­ne fin­det sich die Speer­spit­ze der Buch­kul­tur heu­te in den tri­via­len Ecken fern­ab der Bücher­mes­sen und ähn­li­cher Ver­an­stal­tun­gen: In der „Fan Fic­tion“ zum Bei­spiel, wo mas­sen­wei­se Schmud­del­li­te­ra­tur for the peo­p­le by the peo­p­le gemacht wird, die auch noch in der U‑Bahn voll­kom­men unsicht­bar gele­sen wird und in kei­nem Regal als Tro­phäe aus­ge­stellt wer­den muss.

    Buch­ge­stal­ter, Ver­la­ge, Kri­ti­ker, Buch­de­ckel und Dru­cker­schwär­ze ste­hen die­ser neu­en, auf das Wesent­li­che redu­zier­ten Ästhe­tik der sich lite­ra­risch eman­zi­pie­ren­den Mas­se nur im Wege. 

  • War­um ich die Peti­ti­on gegen Ama­zon nicht unter­schrei­be – Süddeutsche.de – ich fin­de, ste­fan weid­ner hat durch­aus recht, auch wenn er sich in details irrt (wann/​womit bit­te ist es bes­ser, auf dem tablet als auf dem ebook-rea­der zu lesen? und natür­lich ist es nicht egal, wo ich mei­ne ebooks kau­fe, weil ama­zon sie ein­sperrt. aber das sind neben­säch­lich­kei­ten, die hier nichts zur sache tun)

    Aggres­si­vi­tät und einen unsen­ti­men­ta­len Blick nach vorn. Ama­zon hat das, der deut­sche Buch­markt nicht, nichts ande­res belegt der Pro­test gegen Ama­zon. Ich ver­ste­he die Grün­de für den Pro­test und die Angst, aber das ändert nichts an der Ver­knö­che­rung und Reform­un­wil­lig­keit des Buch­mark­tes. An sich ist er, ich sag­te es, per­fekt. Aber das Sys­tem hat den Kon­takt zur Außen­welt ver­lo­ren. Und da die­se, wie Außen­welt oft, unbe­kannt und böse ist, will man sich nur umso mehr von ihr abkap­seln. So sind schon vie­le Spe­zi­es ausgestorben.

Ins Netz gegangen (3.10.)

Ins Netz gegan­gen am 2.10.:

  • Ili­ja Tro­ja­now: „Ich möch­te mit die­ser Bun­des­re­gie­rung nichts zu tun haben“ | ZEIT ONLINE – Die „Zeit“ hat mit Ilja Tro­ja­now gespro­chen. Der ist auf­ge­bracht – nicht so sehr über die ame­ri­ka­ni­sche, son­dern – zu Recht – vor allem über die deut­sche Regie­rung. Denn die hät­te ja eigent­lich die Auf­ga­be, ihn – und uns alle – vor sol­chen Schi­ka­nen und Über­wa­chun­gen zu schüt­zen. Wenn sie denn ihre Ver­pflich­tung auf die Ver­fas­sung ernst näh­me. Aber dass sie das nicht immer tut, ist ja kei­ne Neuigkeit …

    Die Taten­lo­sig­keit der Regie­rung macht mich wütend. Viel wüten­der als das Ein­rei­se­ver­bot. Die Bun­des­re­gie­rung hat die Pflicht, die ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Rech­te ihrer Bür­ger zu schüt­zen. Und ich als deut­scher Staats­bür­ger füh­le mich ange­sichts die­ser in ihrem Umfang ja immer noch nicht über­schau­ba­ren Über­wa­chungs­sys­te­me in mei­nen Rech­ten abso­lut ange­grif­fen. Eine Bun­des­re­gie­rung, die einen Eid geschwo­ren hat, die­se Ver­fas­sung zu schüt­zen und über­haupt nichts unter­nimmt, hal­te ich für mehr als skan­da­lös. Das ist ein rich­ti­ger Ver­rat am eige­nen Volk
    […] Ich möch­te mit die­ser Bun­des­re­gie­rung gar nichts zu tun haben. Sie ist so völ­lig unsen­si­bel gegen­über Bür­ger­rech­ten und Frei­heits­rech­ten. Sie ver­tritt mich nicht und des­we­gen will ich sie auch zu nichts auffordern.

  • Schrift­stel­ler als Netz­ver­äch­ter: Vom Gen­re der Bes­ser­halb­wis­se­rei – FAZ – Sascha Lobo nutzt die Aus­ein­an­der­set­zung mit Botho Strauß’ „Plu­ri­mi-Fak­tor“, um sei­ne eige­ne Hoff­nung für das Inter­net als gro­ße Auf­klä­rungs-/Fort­schritts-/Bil­dungs­ma­schi­ne end­gül­tig zu begraben

    Das Netz und vor allem die sozia­len Netz­wer­ke haben unter Schrift­stel­lern vie­le Ver­äch­ter. Jüngst wag­ten sich Gün­ter Grass und Botho Strauß her­vor. Der eine hat’s ver­geigt. Der ande­re weiß: Das Inter­net ist kein Bil­dungs­au­to­mat – man muss schon Bil­dung mitbringen. 

  • Ili­ja Tro­ja­nows Ein­rei­se­ver­bot: Will­kür und Frei­heit – FAZ – Ilja Tro­ja­now anläss­lich der Wei­ge­rung der USA, ihn ein­rei­sen zu lassen:<blockqutoe>Es ist mehr als iro­nisch, wenn einem Autor, der sei­ne Stim­me gegen die Gefah­ren der Über­wa­chung und des Geheim­staa­tes im Staat seit Jah­ren erhebt, die Ein­rei­se in das „land of the bra­ve and the free“ ver­wei­gert wird. Gewiss, ein klei­ner Ein­zel­fall nur, aber er illus­triert die Fol­gen einer desas­trö­sen Ent­wick­lung und ent­larvt die naï­ve Hal­tung vie­ler Bür­ger, die sich mit dem Man­tra „Das betrifft mich doch nicht“ beru­hi­gen. Das mag ja noch zutref­fen, aber die Ein­schlä­ge kom­men näher. Gegen­wär­tig erhal­ten die­se Bür­ger nur stil­le Post von den Geheim­diens­ten, aber eines nicht so fer­nen Tages wer­den sie die Rech­nung für ihre Arg­lo­sig­keit zuge­stellt bekommen.</blockqutoe>
  • AfD: Ein­fa­che Lösun­gen, vie­le Fra­gen – Inland – FAZ – RT @netzpolitik: FAZ über die Bie­der­män­ner und Brand­stif­ter der AfD: Ein­fa­che Lösun­gen, vie­le Fragen .
  • Das paßt den Deut­schen nicht, Febru­ar 1968 | Schma​len​stroer​.net – Das paßt den Deut­schen nicht, Febru­ar 1968 (via Published articles)
  • Kom­men­tar Grü­ne Wahl­kampf­feh­ler: Das Rich­ti­ge falsch ver­kauft – taz​.de – Ulrich Schul­te ana­ly­siert für die taz in mei­nen Augen sehr schlüs­sig und über­zeu­gend, war­um die Grü­nen bei der Bun­des­tags­wahl so schlecht abschnitten:

    Den Grü­nen kann nun man vor­wer­fen, dass sie zu sehr einen Arbei­ter­klas­sen-Sound bedien­ten, der an der zufrie­de­nen Mit­te vor­bei ziel­te, wie es Ex-Außen­mi­nis­ter Josch­ka Fischer tut. Aber man kann ihnen nicht vor­wer­fen, sie hät­ten die fal­schen Kon­zep­te ent­wi­ckelt. Ihr Pro­gramm war kom­plett gegen­fi­nan­ziert, es war prä­zi­se und ja, es war auch mutig.

    Das ist eine erschüt­tern­de Erkennt­nis die­ser Wahl. Die Grü­nen tra­ten mit dem ehr­lichs­ten Pro­gramm an, und sie wur­den dafür am här­tes­ten bestraft. Eine sol­che Mecha­nik passt gut in post­de­mo­kra­ti­sche Ver­hält­nis­se, sie ist aber für eine so papier­ver­lieb­te Par­tei, wie es die Grü­nen sind, katastrophal. 

    Auch sei­nen Schluss­fol­ge­rung: „Die Wäh­ler wol­len es offen­bar nicht so genau wis­sen. Sie möch­ten nicht gequält wer­den mit Details.“ ist wohl lei­der nicht falsch …

Ins Netz gegangen (5.9.)

Ins Netz gegan­gen am 5.9.:

  • US and UK spy agen­ci­es defeat pri­va­cy and secu­ri­ty on the inter­net | the​guar​di​an​.com – Wer jetzt noch glaubt, das sei ja alles nicht so schlimm, was Ame­ri­ka­ner und Bri­ten beim Lau­schen und Abhö­ren trei­ben, soll­te wohl wirk­lich in den Wald gehen:

    The docu­ments show that the agen­cy has alre­a­dy achie­ved ano­ther of the goals laid out in the bud­get request: to influence the inter­na­tio­nal stan­dards upon which encryp­ti­on sys­tems rely.

    Inde­pen­dent secu­ri­ty experts have long suspec­ted that the NSA has been intro­du­cing weak­ne­s­ses into secu­ri­ty stan­dards, a fact con­firm­ed for the first time by ano­ther secret docu­ment. It shows the agen­cy work­ed covert­ly to get its own ver­si­on of a draft secu­ri­ty stan­dard issued by the US Natio­nal Insti­tu­te of Stan­dards and Tech­no­lo­gy appro­ved for world­wi­de use in 2006.

    […]

    „Pro­ject Bull­run deals with NSA’s abili­ties to defeat the encryp­ti­on used in spe­ci­fic net­work com­mu­ni­ca­ti­on tech­no­lo­gies. Bull­run invol­ves mul­ti­ple sources, all of which are extre­me­ly sen­si­ti­ve.“ The docu­ment reve­als that the agen­cy has capa­bi­li­ties against wide­ly used online pro­to­cols, such as HTTPS, voice-over-IP and Secu­re Sockets Lay­er (SSL), used to pro­tect online shop­ping and banking.

  • N.S.A. Foils Much Inter­net Encryp­ti­on – NYTi​mes​.com – Auch die NYT berich­tet über die Mög­lich­kei­ten der NSA, Ver­schlüs­se­lun­gen zu knacken:

    The Natio­nal Secu­ri­ty Agen­cy is win­ning its long-run­ning secret war on encryp­ti­on, using super­com­pu­ters, tech­ni­cal tri­ckery, court orders and behind-the-sce­nes per­sua­si­on to under­mi­ne the major tools pro­tec­ting the pri­va­cy of ever­y­day com­mu­ni­ca­ti­ons in the Inter­net age, accor­ding to new­ly dis­c­lo­sed documents.
    […] By this year, the Sig­int Enab­ling Pro­ject had found ways insi­de some of the encryp­ti­on chips that scram­ble infor­ma­ti­on for busi­nesses and govern­ments, eit­her by working with chip­ma­kers to insert back doors or by sur­rep­ti­tious­ly exploi­ting exis­ting secu­ri­ty flaws, accor­ding to the docu­ments. The agen­cy also expec­ted to gain full unen­crypt­ed access to an unna­med major Inter­net pho­ne call and text ser­vice; to a Midd­le Eas­tern Inter­net ser­vice; and to the com­mu­ni­ca­ti­ons of three for­eign governments.

  • TV-Wahl­kampf: Nur was für Pen­sio­nä­re | ZEIT ONLINE – Khue Pham über Wah­len, Wahl­kampf und Fernsehen:

    Deutsch­land, so die Kanz­le­rin und der Kan­di­dat, gehe es gut. Doch wie gut kann es uns gehen, wenn sich der größ­te Streit­punkt an Pen­sio­nen ent­zün­det? Ist das die ein­zi­ge Zukunfts­vi­si­on, die sie sich, uns und die­sem Land zutrauen?

  • Eine mili­tä­ri­sche Inter­ven­ti­on in Syri­en wäre nicht legal – Sven Simon über die Lega­li­tät einer (wie auch immer gear­te­ten) mili­tä­ri­schen Inter­ven­ti­on in Syri­en als Reak­ti­on auf den Ein­satz von che­mi­schen Waffen:

    Ein nicht vom Sicher­heits­rat auto­ri­sier­ter Mili­tär­schlag gegen Syri­en bleibt also völ­ker­recht­lich grund­sätz­lich ver­bo­ten – unab­hän­gig davon ob der Ein­satz che­mi­scher Waf­fen nach­ge­wie­sen wer­den kann oder nicht. Ob der Sicher­heits­rat eine mili­tä­ri­sche Inter­ven­ti­on expli­zit ablehnt oder erst gar nicht über ein mili­tä­ri­sches Ein­grei­fen abge­stimmt wird, ist für die völ­ker­recht­li­che Bewer­tung nicht ent­schei­dend. Aber weder der US-ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent noch der Kon­gress der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka ist zu einer „Straf­ak­ti­on“ berechtigt.

  • Im Gespräch: Juli­an Nida-Rüme­lin: „Wir soll­ten den Aka­de­mi­sie­rungs­wahn stop­pen“ – FAZ – Juli­an Nida-Rüme­lin im Inter­view über Bil­dung, Aus­bil­dung, Uni­ver­si­tä­ten, Markt und Per­son und die Ver­än­de­run­gen der letz­ten Jah­re in Deutsch­land, inklu­si­ve PISA („Wenn Sie genau hin­schau­en, erken­nen Sie, dass das gan­ze Pisa-Pro­gramm auf beruf­li­che Ver­wert­bar­keit und nicht auf Per­sön­lich­keits­bil­dung aus­ge­rich­tet ist“):

    Es fin­det gegen­wär­tig kei­ne Bil­dungs­expan­si­on statt, die sozia­le Selek­ti­vi­tät in Deutsch­land ist skan­da­lös hoch, höher als in den sieb­zi­ger Jah­ren. Ich bin sehr für eine durch­dach­te Bil­dungs­expan­si­on. Wir wer­den bald 60 Pro­zent Stu­di­en­be­rech­tig­te pro Jahr­gang haben, in man­chen Städ­ten lie­gen wir schon bei 70 Pro­zent. Mei­ne The­se ist, dass sich dar­aus eine neue Qua­li­tät ergibt – eine nega­ti­ve. Wir gefähr­den den Kern des deut­schen Wirt­schafts­mo­dells, die auf exzel­len­ten Qua­li­fi­ka­tio­nen begrün­de­ten mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men, die auf dem Welt­markt mit­spie­len können. 

    Schön, dass er sich auch von der FAZ nicht in die par­tei­po­li­ti­sche Ecke (SPD) abdrän­gen lässt …

Ins Netz gegangen (15.8.)

Ins Netz gegan­gen am 15.8.:

  • How Lau­ra Poi­t­ras Hel­ped Snow­den Spill His Secrets – NYTi​mes​.com – Peter Maas in einem sehr lan­gen und sehr lesen­wer­ten Text über Lau­ra Poi­t­ras & Glenn Green­wald, die Snow­den bei sei­nen Ver­öf­fent­li­chun­gen halfen:

    The deepest para­dox, of cour­se, is that their effort to under­stand and expo­se govern­ment sur­veil­lan­ce may have con­dem­ned them to a life­time of it.

  • Wolf­gang Mün­chau über das Wahl­pro­gramm der FDP – SPIEGEL ONLINE – Wolf­gang Mün­chau liest die wirt­schafts­po­li­ti­schen Pas­sa­gen des FDP-Wahl­pro­gramm und ist alles ande­re als zufrie­den – Inkom­pe­tenz ist da offen­bar noch das gerings­te Problem:

    Das FDP-Pro­gramm liest sich wie eine der geld­po­li­ti­schen Debat­ten aus den drei­ßi­ger Jahren.

  • Julia­ne Wie­demei­er » Hur­ra! Hur­ra! So nicht. – Julia­ne Wie­der­mei­er über eine Wahl­kampf­ver­an­stal­tung Ange­la Mer­kels in einer Ber­li­ner Schule:

    Hal­ten wir also fest: Es gibt Schu­len, die sich als rich­ti­gen Ort für einen Wahl­kamf-Auf­takt emp­fin­den und ihre Schü­ler ger­ne als Deko bereit­stel­len. Und es gibt Schü­ler­zei­tun­gen, die mit Kol­le­gen umge­hen, als wären wir alle in Nord­ko­rea. Mich hat das ein wenig ver­wun­dert. Alte Poli­tik­ha­sen fin­den das, wenn ich das recht sehe, mit einer Aus­nah­me nicht wei­ter bemer­kens­wert. War dem Anlass ja auch irgend­wie angemessen.

  • Auf Kriegs­fuß: Die Zeit und die Lin­gu­is­tik – Sprach­log – RT @astefanowitsch: Im @sprachlog erklärt die @Schplock der @zeitonline_all mal wie­der Sprachwissenschaft
  • Der Pos­til­lon: Par­tei­en fas­sungs­los: Wahl­pla­ka­te von Unbe­kann­ten durch inhalts­lee­re Non­sens-Pos­ter ersetzt – Was für ’ne Gemein­heit: „Par­tei­en fas­sungs­los: Wahl­pla­ka­te von Unbe­kann­ten durch inhalts­lee­re Non­sens-Pos­ter ersetzt“
  • Kids can’t use com­pu­ters… and this is why it should worry you – Coding 2 Learn -

    Mobi­le has kil­led tech­ni­cal competence.

    Ein bri­ti­scher Leh­rer schreibt eine Gene­ral­ab­rech­nung über Com­pu­ter-Illi­te­ra­li­tät, das Ver­sa­gen der Eltern, Schu­len, Ver­wal­tun­gen und Regie­run­gen auf die­sem Gebiet – und war­um es gefähr­lich (oder zumin­dest ungüns­tig) ist, wenn eine gan­ze Gene­ra­ti­on (fast) kei­ne Ahnung (mehr) von Com­pu­tern hat … 

    Tomorrow’s poli­ti­ci­ans, civil ser­vants, poli­ce offi­cers, tea­chers, jour­na­lists and CEOs are being crea­ted today. The­se peo­p­le don’t know how to use com­pu­ters, yet they are going to be crea­ting laws regar­ding com­pu­ters, enfor­cing laws regar­ding com­pu­ters, edu­ca­ting the youth about com­pu­ters, report­ing in the media about com­pu­ters and lob­by­ing poli­ti­ci­ans about com­pu­ters. Do you thinks this is an accep­ta­ble sta­te of affairs?

  • Twit­ter /​gol­den­as­sam: Was man beim Lesen … – RT @goldenassam: Was man beim Lesen wis­sen­schaft­li­cher Papers im Hin­ter­kopf behal­ten sollte:

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