Ins Netz gegangen (19.1.)

netzgebilde (unsplash.com)Clint Adair

Ins Netz gegan­gen am 19.1.:

  • Wor­über ich rede, wenn ich über Sex rede | Read on, my dear, read on → ein bericht aus der sexu­al­auf­klä­rung für geflüch­te­te in deutsch­land – sehr inter­es­sant zu lesen …
  • Falk-Pos­til­le | Mein Jahr mit Luther → achim land­wehr über falks „pop-ora­to­ri­um“ „luther“

    Man kann aus Mar­tin Luther einen Frei­heits­hel­den machen. Muss man aber nicht. Man kann die ‚Bot­schaft‘ der Refor­ma­ti­on (wie lau­te­te sie gleich noch?) in das Kor­sett stan­dar­di­sier­ter Musi­cal­me­lo­dien packen. Man muss sich das aber nicht anhö­ren. Man kann die geist­li­che Musik des 16. bis 18. Jahr­hun­derts in ein fahr­stuhl­taug­li­ches Funk­ti­ons­mu­sik­ge­rie­sel ver­wan­deln. Man muss dafür aber kein Geld aus­ge­ben.

  • Fake News“ und der blin­de Fleck der Medi­en | Über­me­di­en → ste­fan nig­ge­mei­er über die (unehr­li­che) empö­rung über „fake news“:

    Man hat das damals nicht „Fake News“ genannt, weil es den Begriff noch nicht gab. Vor allem aber haben die meis­ten ande­ren Medi­en die­se „Fake News“ nicht bekämpft, son­dern fröh­li­ch wei­ter ver­brei­tet.
    […] Jetzt, auf ein­mal, ent­de­cken die Medi­en die Gefahr der „Fake News“ und wol­len mit gro­ßem Ein­satz dage­gen kämp­fen. Was für eine Heu­che­lei.

  • Das 20. Jahr­hun­dert fällt uns gera­de auf den Kopf“ | Welt → inte­res­an­tes inter­view mit dem his­to­ri­ker timo­thy sny­der – über die „leh­ren“ aus der geschich­te udn die poli­tik der gegen­wart

    Die Geschich­te wie­der­holt sich nicht. Sie reimt sich nicht ein­mal. Aber die Geschichts­wis­sen­schaft zeigt uns, wie gewis­se Din­ge zusam­men­hän­gen. Sie weist uns auf gewis­se Mus­ter hin.
    […] aber das Bei­spiel Deutsch­lands lehrt uns: Das muss man gleich am Anfang begrei­fen, nicht erst am Ende. Wenn man eine „Gleich­schal­tung“ stop­pen will, muss man sagen: Es gefällt mir, dass wir ein föde­ra­les Sys­tem haben 

Ins Netz gegangen (21.12.)

Ins Netz gegan­gen am 21.12.:

  • 39. Besu­ch auf dem Fried­hof oder Ein Kreu­zungs­punkt der Zei­ten – achim land­wehr über die mög­lich­kei­ten & gele­gen­hei­ten, die ein gang auf den fried­hof bie­ten kann:

    Der Fried­hof ist dann nicht mehr nur ein Ort des Geden­kens, son­dern auch des Beden­kens der Zeit(en), die wir haben oder die wir mög­li­cher­wei­se haben wol­len. Hier ist nicht nur die Trau­er über die Toten zu Hau­se, son­dern auch die Hoff­nung ande­rer Zeit­mo­da­li­sie­run­gen, weil sich gen­au hier die sehr unter­schied­li­chen Ver­zei­tun­gen begeg­nen, über­kreu­zen und gegen­sei­tig durch­ein­an­der­brin­gen.

  • Wolf­gang Benz : „Ich bin schon froh, wenn es nicht schlim­mer wird“ | ZEIT – sehr gutes inter­view mit wolf­gang benz, der ziem­li­ch ernüch­tert über sei­ne for­schun­gen, den zustand der deut­schen gesell­schaft und die mög­lich­kei­ten der geschichts­wis­sen­schaf­ten spricht:

    Man kann sagen: Die Sache mit Natio­nal­staat und Natio­nal­be­wusst­sein ist in Deutsch­land gründ­li­ch schief­ge­gan­gen.
    […] Es hat doch ohne­hin <em>niemand<em> wirk­li­ch Inter­es­se an Geschich­te. Fürs Fami­li­en­al­bum viel­leicht, aber wenn es dar­um geht, poli­ti­sche und sozia­le Her­aus­for­de­run­gen in den Griff zu bekom­men, spielt der Bli­ck in die Geschich­te kaum noch eine Rol­le. Da wird der His­to­ri­ker allen­falls abge­wehrt. Von Geschich­te und der Mög­lich­keit, sie zu nut­zen im Sin­ne eines huma­nis­ti­schen Fort­schritts, will die Mensch­heit nichts wis­sen. Son­st wür­de es näm­li­ch seit lan­ger Zeit kei­ne Krie­ge mehr geben, kei­nen Völ­ker­mord und wahr­schein­li­ch kei­ne Ver­trei­bun­gen.
    […] [Die Auf­klä­rung] war und ist der ein­zi­ge Ansatz­he­bel gegen das Freund-Feind-Den­ken und die Dehu­ma­ni­sie­rung des Ande­ren. Aber wie müh­sam schritt nach dem Jahr­hun­dert der Auf­klä­rung die Jude­n­eman­zi­pa­ti­on vor­an und mit wel­cher Halb­her­zig­keit! Und wie viel stär­ker ist das Irra­tio­na­le, das an Ängs­te appel­liert; wie viel leich­ter tun sich die Dem­ago­gen als die Auf­klä­rer … </em></em>

    – sehr lesens­wert!

  • The Inter­na­tio­nal Postal Sys­tem Is Pro­found­ly Broken—and Nobo­dy Is Pay­ing Atten­ti­on – Paci­fic Stan­dard – span­nend: ein text über die UPU, die Uni­ver­sal Postal Uni­on, die den brief­ver­kehr und vor allem des­sen bezah­lung zwi­schen staa­ten & pos­ten orga­ni­siert – und die mit eini­gen gro­ßen pro­ble­men zu kämp­fen hat, aber anschei­nend kaum/nicht zu refor­mie­ren ist …
  • Ver­fah­ren gehö­ren zum Beruf des Jour­na­lis­ten dazu – Das Netz – hans ley­en­de­cker im gespräch mit irights.info, über die netz­po­li­tik-lan­des­ver­rats-affä­re, geheim­diens­te, deutsch­land und euro­pa
  • Secret Code Found in Juniper’s Fire­walls Shows Risk of Govern­ment Back­doors | WIRED – ein real-life-pro­blem, an dem man sehr schön sehen kann, dass hin­ter­tü­ren bei ver­schlüs­se­lung etc. über­haupt kei­ne gute ide­en sind – schließ­li­ch kann die jeder fin­den (nicht, dass das bis­her undenk­bar gewe­sen wäre …)
  • Kill Your Airbnb’s Hid­den WiFi Came­ras With This Script | Mother­board – ein skript, mit dem man (mit ein biss­chen glück) unlieb­sa­me über­wa­chungs­ka­me­ras im wlan aus­schal­ten kann (aber nicht darf ;-) …)
  • Flücht­lings­for­schung gegen Mythen 2 – Netz­werk Flücht­lings­for­schung – das netz­werk flücht­lings­for­schung hat zum zwei­ten mal wis­sen­schaft­ler unter­su­chen las­sen, was an häu­fi­gen behaup­tun­gen über flücht­lin­ge dran ist. und wie­der zeigt sich: poli­ti­ker haben oft über­ra­schend wenig ahnung (oder sie tun zumin­dest so)
  • Stop­pen wir lügen­de Poli­ti­ker! | NZZ Cam­pus – ser­van grü­nin­ger zeigt sehr deut­li­ch, dass björn höckes ras­sis­ti­sche erklä­rung der repro­duk­ti­ons­stra­te­gi­en der „afri­ka­ner“ und der „euro­pä­er“ nach dem stand der wis­sen­schaft ein­fach fal­scher unsinn ist.

    Das Pro­blem liegt nicht dar­in, dass er ein Ras­sist ist. Das Pro­blem liegt dar­in, dass er ein Ras­sist ist, der die Wis­sen­schaft für sei­ne Ideo­lo­gie ein­span­nen will – im Wis­sen dar­um, dass ein sol­ches Vor­ge­hen sei­ne Aus­sa­gen stützt.

  • Baye­ri­sches Kabi­nett erlaubt Ver­fas­sungs­schutz Zugriff auf Vor­rats­da­ten­spei­che­rung | netzpolitik.org
  • ohne worte.

  • Archiv Arbei­ter­ju­gend­be­we­gung – Rea­der – ein (quellen)reader zur arbei­ter­ju­gend­be­we­gung zwi­schen 1904 und 1945. sieht auf den ers­ten bli­ck ganz inter­es­sant und gut gemacht aus (auch/gerade, weil ich von dem the­ma kei­ne ahnung habe …)
  • Wenn Spi­cken erlaubt ist | Bob Blu­me – bob blu­me über den ver­su­ch einer arbeit, bei der spi­cken erlaubt ist

Ins Netz gegangen (26.3.)

Ins Netz gegan­gen am 26.3.:

  • Fahr­rad­boom und Fahr­ra­d­in­dus­trie – Vom Draht­esel zum „Bike“ – ein sehr schö­ner, lan­ger, viel­fäl­ti­ger, brei­ter und inten­si­ver text von gün­ter brey­er zur situa­ti­on des fahr­rads als pro­dukt in deutsch­land: her­stel­lung, ver­trieb, ver­kauf in deutsch­land, euro­pa und asi­en – mit allem, was (öko­no­mi­sch) dazu gehört …
  • Gesetz­ge­bung: Unsinn im Straf­ge­setz­buch | ZEIT ONLINE – tho­mas fischer legt in sei­ner zeit-kolum­ne unter dem titel „Unsinn im Straf­ge­setz­buch“ sehr aus­führ­li­ch dar, war­um es im deut­schen recht ein­fach schlech­te, d.h. hand­werk­li­ch ver­pfusch­te, para­gra­phen gibt und for­dert, in die­ser hin­sicht auch mal auf­zu­räu­men

    Ein Bei­spiel für miss­glück­te Gesetz­ge­bung und insti­tu­tio­na­li­sier­te Ver­ant­wor­tungs­lo­sig­keit – und ein Auf­ruf zur Repa­ra­tur

  • Anti­se­mi­tis­mus: Was heißt „N.soz“? | ZEIT ONLINE – adam soboc­zyns­ki über den ver­dacht (der sich bis­lang nicht erhär­ten oder wider­le­gen lässt), dass die hei­deg­ger-aus­ga­be mög­li­cher­wei­se phi­lo­lo­gi­sch nicht sau­ber erstellt wur­de (was inso­fern pro­ble­ma­ti­sch ist, als der zugang zum nach­lass nur ein­ge­schränkt mög­li­ch ist und die hei­deg­ger-aus­ga­be eh‘ schon kei­ne kri­ti­sche ist – was bei einem phi­lo­so­phen die­ses ran­ges & ein­flus­ses eigent­li­ch not­wen­dig wäre)

    Hät­te der mas­si­ve Anti­se­mi­tis­mus des Phi­lo­so­phen Mar­tin Hei­deg­ger frü­her belegt wer­den kön­nen? Das fragt sich mitt­ler­wei­le auch der Ver­lag der umstrit­te­nen Gesamt­aus­ga­be und ver­langt jetzt den Her­aus­ge­bern Rechen­schaft ab.

  • Musik – Der voll­kom­me­ne Musi­ker – Süddeutsche.de – rein­hard brem­be­ck wür­digt zum 90. geburts­tag pier­re bou­lez und sei­ne eigent­li­ch irren leis­tun­gen:

    Bou­lez, der an die­sem Don­ners­tag sei­nen 90.Geburtstag fei­ert, ist der voll­kom­me­ne Musi­ker. Er ist Kom­po­nist, Diri­gent, For­scher, Intel­lek­tu­el­ler, Pro­vo­ka­teur, Päd­ago­ge, Ensem­ble- und Insti­tuts­grün­der in Per­so­nal­uni­on. Und das alles nicht nur im Neben-, son­dern im Haupt­be­ruf. Damit steht er heu­te zwar allein da, er knüpft aber an ein bis in die Roman­tik durch­aus gän­gi­ges Berufs­bild an, das Musi­ker nur gel­ten lässt, wenn sie mög­lichst all die­se Tätig­kei­ten glei­cher­wei­se aus­üben.
    Bou­lez ist von Anfang an ein Prak­ti­ker gewe­sen. Aber einer, der sich nie sei­ne Träu­me durch die Ein­schrän­kun­gen und fau­len Kom­pro­mis­se der Pra­xis kor­rum­pie­ren ließ.

  • Pier­re Bou­lez: „Sprengt die Opern­häu­ser!“ | ZEIT ONLINE – eine geburts­tags­wür­di­gung für pier­re bou­lez von felix schmidt, die sich stel­len­wei­se schon fast wie ein nach­ruf liest …

    Bou­lez hat dem Musik­be­trieb einen gewal­ti­gen Stoß ver­setzt und ihm viel von sei­ner Gedan­ken­lee­re aus­ge­trie­ben. Die Lang­zeit­fol­gen sind unüber­hör­bar.

  • Ille­ga­le Down­loads machen dem E-Book-Markt Sor­gen – ein etwas selt­sa­mer arti­kel von cle­mens voigt zur pira­te­rie bei ebooks: eigent­li­ch will er ger­ne etwas panik ver­brei­ten (und pira­te­rie mit dem dieb­stahl phy­si­cher gegen­stän­de gleich­set­zen) und lässt des­halb aus­führ­li­ch die abmahn­an­wäl­te wal­dorf-from­mer zu wort kom­men und anbie­ter von pira­te­rie-bekämp­fungs-soft­ware. ande­rer­seits wol­len die ver­le­ger die­se panik­ma­che wohl nicht so ganz mit­ma­chen … – des­we­gen bleibt das etwas ein­sei­tig …
  • Selbst­bild einer Uni­ver­si­tät « erlebt – françois bry über das pro­ble­ma­ti­sche ver­ständ­nis von wis­sen­schaft & uni­ver­si­tät, dass „kin­de­ru­nis“ ver­mit­teln kön­nen:

    Die Fami­li­en­vor­le­sung war unter­halt­sam. Lehr­reich war sie inso­fern, dass sie ein paar Vor­stel­lun­gen auf den Punkt brach­te:
    Ein Pro­fes­sor ist ein Star.
    Eine Vor­le­sung ist eine ein­drucks­vol­le Schau.
    Ver­ste­hen, wor­um es bei einer Vor­le­sung geht, tut man wenn über­haupt außer­halb des Hör­saals.

  • Feh­len­de Netz­neu­tra­li­tät für Tele­kom-Kun­den spür­bar | daniel-weber.eu – dani­el weber erklärt, wie die tele­kom den feh­len­den zwang zur netz­neu­tra­li­tät aus­nutzt und war­um das auch für ganz „nor­ma­le“ kun­den schlecht ist
  • Auto­ren nach der Buch­mes­se – Sibyl­le-Berg-Kolum­ne – SPIEGEL ONLINE – sibyl­le berg ist gemein – zu ihre kol­le­gen schrif­stel­lern und den ver­tre­tern des liter­ar­jour­na­lis­mus:

    Auf allen Kanä­len wur­den Schrift­stel­ler wie­der über ihr Schrift­stel­ler­tum befragt, und sie gaben mit schief­ge­leg­tem Kopf Aus­kunft. War­um Leu­te, die schrei­ben, auch noch reden müs­sen, ist unklar. Aber sie tun es. Es wird erwar­tet. Da muss irgend­ein Anspruch befrie­digt wer­den, von wem auch immer. Da muss es wabern, tief und kapri­ziös sein. Das muss sein, denn das Schrei­ben ist so ein unge­mein tie­fer Beruf, dass jeder ger­ne ein wenig von der lei­den­den tie­fen Tie­fe spü­ren mag. 

    (das bes­te kann ich nicht zitie­ren, das muss man selbst lesen …)

  • Russ­land: Was Putin treibt | ZEIT ONLINE – gerd koe­n­en als (zeit-)historiker über ukrai­ne, russ­land und was putin so umtreibt … (und die kom­men­ta­re explo­die­ren …)
  • Woh­nungs­bau: Es ist zum Klot­zen | ZEIT ONLINE – han­no rau­ter­berg ran­tet über den ein­falls­lo­sen woh­nungs­bau in ham­burg – gilt aber so ähn­li­ch auch für ande­re städ­te …

    Häu­ser wer­den streng rasiert gelie­fert, oben alles ab. Das alte Spiel mit Tra­pez- und Trep­pen­gie­beln, mit Walm-, Sat­tel- oder Man­sard­dä­chern, ein Spiel, das Häu­sern etwas Gemüt­vol­les ver­leiht, auch etwas Behü­ten­des, scheint die meis­ten Archi­tek­ten kaum zu inter­es­sie­ren. Es regiert die kal­te Logik des Funk­tio­na­lis­mus, sie macht aus dem Woh­nen eine Ware. Und da kann ma…

  • Ukrai­ne: Frei­heit gibt es nicht umson­st | ZEIT ONLINE – gei­ge­rin Lisa Batia­sh­vili zur situa­ti­on in der ukrai­ne und euro­pa sowie sei­ne wer­te
  • Son­nen­fins­ter­nis: Ein Main­stream der Angst­ma­che – Feuil­le­ton – FAZ – Main­stream der Angst­ma­che
  • Ame­ri­ka­ni­scher Droh­nen­krieg – Was die Regie­rung unter Auf­klä­rung ver­steht – Süddeutsche.de – die süd­deut­sche über die unfä­hig­keit der bun­des­re­gie­rung, sich ans völ­ker­recht zu hal­ten (wol­len), hier beim droh­nen­krieg der usa:

    Jenen „Fra­ge­bo­gen“, auf des­sen Beant­wor­tung die Bun­des­re­gie­rung angeb­li­ch so gedrun­gen hat, erach­te­ten die Ame­ri­ka­ner jeden­falls „als beant­wor­tet“, teil­te das Aus­wär­ti­ge Amt jüngst auf Fra­gen der Links­par­tei-Abge­ord­ne­ten And­rej Hun­ko und Nie­ma Movas­sat mit. Man sehe die Ange­le­gen­heit damit als „geklärt“ an, schrieb eine Staats­se­kre­tä­rin. Die Fra­gen blei­ben also weit­ge­hend unbe­ant­wor­tet. Und die Bun­des­re­gie­rung nimmt das ein­fach so hin. „Das Aus­wär­ti­ge Amt will kei­ne Auf­klä­rung, inwie­fern US-Stand­or­te in Deutsch­land am töd­li­chen Droh­nen­krieg der US-Armee in Afri­ka und Asi­en betei­ligt sind“, kri­ti­sie­ren die Par­la­men­ta­rier Hun­ko und Movas­sat. „Das ist nicht nur unde­mo­kra­ti­sch, son­dern es erfüllt den Tat­be­stand der Straf­ver­ei­te­lung.“

  • Deutsch­land: Am Arsch der Welt | ZEIT ONLINE – david hugen­dick haut den deut­schen das abend­land um die ohren

    Das Abend­land ist ein deut­scher Son­der­weg von Kul­tur, Geist, Stolz, Volk und Wei­ner­lich­keit. War­um die­ses Geis­ter­reich der Gefüh­le nicht tot­zu­krie­gen ist. Eine Pole­mik

Ins Netz gegangen (24.2.)

Ins Netz gegan­gen am 24.2.:

  • Das MoMa New York erwirbt Alvin Luciers “I am sit­ting in a room” « Kul­tur­tech­no
  • Hoch­schwarz­wald: Ab ins gemach­te Nest! | ZEIT ONLINE – die zeit macht ein biss­chen wer­bung für moder­ni­sier­te (teu­re) feri­en­woh­nung im schwarz­wald, die mit schi­ckem desi­gn über­nach­tungs­gäs­te anlo­cken wol­len, dafür aber die wert­schöp­fung schön zen­tra­li­sie­ren und kon­zen­trie­ren (und eben nur noch einen bruch­teil bei den besit­zern vor ort las­sen)

    Im Hoch­schwarz­wald hat die Tou­ris­mus GmbH vor­han­de­ne Feri­en­woh­nun­gen moder­ni­siert. Ein Gewinn für alle Sei­ten?

  • If Our Sons Were Trea­ted Like Our Daugh­ters | Lori Day – sehr schö­nes gedan­ken­spiel …

    Come with me. Let’s open the door to a par­al­lel uni­ver­se. Here in this par­al­lel world, the rules are dif­fe­rent becau­se gen­der roles are flip­ped. Loving par­ents and teachers accept this stran­ge cul­tu­re as if it’s not so bad, or per­haps even good.… 

  • Edi­ti­on: Hit­lers „Mein Kampf“ kommt 2016 rund 2000 Sei­ten dick – DIE WELT – sven felix kel­ler­hoff war bei der vor­stel­lung der kom­men­tier­ten aus­ga­be von hit­lers „mein kampf“, die er sehr begrüßt:

    Das IfZ und sein Vize­chef Magnus Brecht­ken jeden­falls sind den rich­ti­gen Weg in einer offe­nen Gesell­schaft gegan­gen: Sie suchen gegen den offen­sicht­li­ch beschränk­ten Hori­zont von Beam­ten und (eini­gen) Poli­ti­kern in Mün­chen die Unter­stüt­zung der Öffent­lich­keit. Denn jede Fort­set­zung des absur­den Tan­zes um Hit­lers „Mein Kampf“ führt nur in die Irre.

  • Ver­bot für Brechts Stück „Baal“: In Gra­bes­ru­he – taz.de – es ist ganz ein­fach mit dem brecht-thea­ter:

    Es zählt zur pos­tu­men Iro­nie von Brechts Leben, dass der gro­ße Zer­trüm­me­rer des Klas­si­ker­thea­ters schluss­end­li­ch selbst zum Klas­si­ker gewor­den ist. Pos­tum wer­den Brechts Ide­en in Stein gemei­ßelt, wofür sie der Autor nie vor­ge­se­hen hat­te.

  • Kie­ler Matro­sen­auf­stand 1918 : Berühm­tes Foto ent­puppt sich nach fast 100 Jah­ren als Irr­tum – quel­len­kri­tik bei foto­gra­fi­en ist eine schwie­ri­ge und auf­wän­di­ge sache:

    Erstaun­li­cher Erkennt­nis im Bun­des­bild­ar­chiv: Das bekann­tes­te Foto, mit dem seit fast 100 Jah­ren der Kie­ler Matro­sen­auf­stand von 1918 illus­triert wur­de, ist in Wahr­heit in Ber­lin ent­stan­den.

    hier war es die „ori­gi­nal­vor­la­ge“ (was auch immer das gen­au ist …), die durch ihre beschrif­tung eine kor­rek­tur erzwang

  • Alte Schrif­ten – wahn­sin­nig umfang­reich, auch mit eini­gen ttf-fonts für aus­ge­fal­le­nes wie die mero­win­gi­sche minus­kel …

    Auf die­sen Sei­ten fin­den Sie eine Samm­lung alter Schrift­zei­chen aller Völ­ker und Kul­tu­ren von Abur bis Zapo­te­ki­sch.

Ins Netz gegangen (17.2.)

Ins Netz gegan­gen am 17.2.:

  • Was man als klei­ner Ver­lag so alles mit dem Buch­han­del erlebt | Sei­ten­flü­gel – ein (sehr) klei­ner ver­lag über sei­ne erfah­run­gen mit dem hohen „kul­tur­gut“ des deut­schen buch­han­dels (und ama­zon zum ver­gleich):

    Vie­le klei­ne Buch­händ­ler haben kei­nes­wegs erkenn­bar mehr Ver­ständ­nis für klei­ne Ver­la­ge. Sie wet­tern zwar herz­li­ch gern gegen Kon­zer­ne und Mono­po­lis­ten, aber wenn man mit ihnen zu tun hat, ist ihr geschäft­li­cher Ego­is­mus oft kei­nen Deut gerin­ger als bei den Groß­un­ter­neh­men.

  • Theo­lo­ge Fried­rich Wil­helm Graf – „Wir haben Reli­gi­on noto­ri­sch unter­schätzt“ – graf, wie meis­tens sehr ver­stän­dig und klug, in einem sehr lesen-/hörenswerten inter­view mit deutsch­land­ra­dio über reli­gio­nen, moder­ne und ihre bedeu­tung:

    Ich weiß nicht, war­um Belie­big­keit so etwas Schlim­mes oder Schlech­tes sein soll. Wir müs­sen ein­fach mit der Tat­sa­che klar­kom­men und dies akzep­tie­ren ler­nen, dass in den ent­schei­den­den Fra­gen unse­res Lebens jeder für sich selbst oder jede für sich selbst ver­ant­wort­li­ch ist.

  • René Jacobs: „Ich bestehe auf mei­nem Recht, krea­tiv zu sein“ – Thea­ter an der Wien – derStandard.at › Kul­tur – rené jacobs über sei­ne arbeit, den „bar­bie­re“ von gio­van­ni pai­si­el­lo heu­te auf­zu­füh­ren und dem kom­po­nis­ten gerecht zu wer­den:

    Es ist natür­li­ch gut, wenn man weiß, was ein Auto­graf ent­hält. Aber Oper war immer ein Work in Pro­gress. Und ich bestehe auf mei­nem Recht, auch krea­tiv sein zu dür­fen.

  • Equa­ti­on Group: Spio­na­ge­soft­ware der Super­la­ti­ve ent­deckt | ZEIT ONLINE – es ist kaum zu glau­ben: aber es geht immer noch etwas grau­si­ger, wenn nsa & co. im spiel sind

    Sie ver­steckt sich unlösch­bar auf Fest­plat­ten und spio­niert hoch­ran­gi­ge Zie­le aus: Anti­vi­ren­spe­zia­lis­ten ent­de­cken extrem aus­ge­feil­te Mal­wa­re mit Par­al­le­len zu Stux­net.

  • SZ-Leaks: Schleich­wer­bung für Steu­er­hin­ter­zie­hung | klar und deut­li­ch -

    Off­shore-Leaks, Lux-Leaks und jetzt Swiss-Leaks: Die Süd­deut­sche Zei­tung ist das Sturm­ge­schütz des Finanz­amts. Die Redak­ti­on ver­öf­fent­licht regel­mä­ßig Infor­ma­tio­nen aus inter­nen Bank­un­ter­la­gen, an die sie durch Whist­leb­lo­wer kommt. Was die Zei­tung nie erwähnt: Dass sie selbst ihre Leser auf die Steu­er­hin­ter­zie­hung im Aus­land hin­ge­wie­sen hat und sich dafür von den Ban­ken bezah­len ließ. Ich war damals in der Redak­ti­on dafür zustän­dig. Es war das Jahr 2007, es war mein ers­ter Job nach d…

  • Sam Tay­lor-John­sons „50 Shades of Grey“ in der Kri­tik – ha! (diet­mar dath war im kino):

    Dass frei­li­ch das sexu­ell Anre­gends­te an einem Sado­ma­so-Film von 2015 die Kunst eines seit sieb­zehn Jah­ren toten Mafia-Unter­hal­ters ist, spricht Bän­de über die Tal­soh­le der ent­hemmt-ver­klemm­ten Dau­er­lust­si­mu­la­ti­on, in der sich die Mas­sen­kul­tur der­zeit täg­li­ch laut­stark ver­si­chert, dass heu­te ja zum Glück so gut wie nichts mehr ver­bo­ten ist.

  • Klaus The­we­leit: „2000 Light Years from Home“ (Vor­trag zur Pop­ge­schich­te) -

    Vor­trag von Klaus The­we­leit unter dem Titel „So tun als gäbe es kein Mor­gen oder: 2000 Light Years from Home“,gehalten am 3. Novem­ber 2011 

    – eine art pop­ge­schich­te

  • Die Ober­schen­kel der Nati­on | Blog Maga­zin – michè­le bins­wan­ger über sport­re­por­ter, frau­en­sport und sexis­mus

    Man kann dem Sport­re­por­ter wohl kaum einen Vor­wurf machen. Schliess­li­ch besteht die Haupt­qua­li­fi­ka­ti­on für die­sen Beruf vor­nehm­li­ch dar­in, schwit­zen­de Men­schen dana­ch zu fra­gen, wie sie sich jetzt füh­len.

  • Inter­view mit Opern-Gram­my-Gewin­ner Burk­hard Schmil­gun – das (eher klei­ne) osna­brü­ck­er label hat einen gram­my gewon­nen – für die ein­spie­lung einer weit­ge­hend ver­ges­se­nen char­pen­tier-oper:

    Nie­mand hat uns Bescheid gesagt. Auch der Diri­gent und der Künst­ler nicht, die die Aus­zeich­nung offen­bar in klei­ner Grup­pe in Los Ange­les ent­ge­gen genom­men haben.

  • Die Inte­gra­ti­on läuft deut­li­ch bes­ser als ver­mu­tet – Süddeutsche.de – felix ste­phan in der sz:

    Inte­gra­ti­on wird immer noch dann als geschei­tert betrach­tet, wenn am Ende etwas ande­res als ein zwei­tes Müns­ter her­aus­kommt.[…] In den moder­nen Metro­po­len gebe es eigent­li­ch nur eine Grup­pe, die sich eine eth­ni­sche Segre­ga­ti­on leis­ten kön­ne, so El-Maf­aa­la­ni: die Wohl­ha­ben­den.

  • Fast­nacht in Mainz: Frau­en sind auf den när­ri­schen Büh­nen Man­gel­wa­re – Ver­ei­ne wagen sich an Erklä­rungs­ver­su­che – All­ge­mei­ne Zei­tung – die main­zer az über die rol­le der frau­en in der main­zer fast­nacht – und die zähig­keit, mit der sie sich im schne­cken­tem­po ändert:

    Nach­dem der MCC sei­ne Komi­tee­te­rin prä­sen­tiert habe, sei­en die Frau­en eines ande­ren gro­ßen Ver­eins auf die Bar­ri­ka­den gegan­gen, da die­se dort auch im Komi­tee sit­zen woll­ten. „Wor­auf­hin uns die Män­ner die­ses Ver­eins ver­är­gert gefragt haben, wie wir damit nur anfan­gen konn­ten“, berich­tet er.

    (gibt noch mehr schö­ne bei­spie­le für sexis­mus im text .…

  • Open Access? Ver­öf­fent­li­chen unter Aus­schluss der Öffent­lich­keit – Taschwer forscht nach – derStandard.at -

    So wird open access zum finan­ci­al excess: Um sich als Autor einer Buch­be­spre­chung für eine Fach­zeit­schrift das Recht zu erwir­ken, die Rezen­si­on online stel­len zu dür­fen, ver­langt Wiley-VCH schlan­ke 2500 Euro vom Rezen­sen­ten.

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Historiker

Statt aller lebens­träch­ti­gen Erin­ne­rung, die neu­es Leben ent­wi­ckeln könn­te, bleibt nichts zurück als ein dürf­ti­ger Hau­fen Asche, gera­de noch genug, um eine klei­ne Kolo­nie von Bak­te­ri­en zu näh­ren, die sich aus­brei­ten wer­den. Das Men­schen­schick­saml mag für Jahr­mil­lio­nen vor­be­stimmt sein. Es läßt trotz­dem nichts zurück als die­sen Dreck, den dürf­ti­gen Rest, womit er sich selbst ver­daut hat. Es gibt in der einer Beschrei­bung zugäng­li­chen mensch­li­chen Gesell­schaft eine beson­ders nie­dere Art von Beschäf­tig­ten, die die­sen Dreck sam­meln, kne­ten und zu model­lie­ren vor­ge­ben, die Wis­sen­schaft­ler und in die­sem beson­de­ren Fall die His­to­ri­ker.

—Franz Jung, Der Tor­pe­do­kä­fer, 119f.

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  • Kurio­si­tä­ten aus den 1950er Jah­ren: Die Leug­nung der Zwölf­ton­tech­nik | „Musik – wohin?“ – Neben­schau­plät­ze der Musik­ge­schich­te: Julia Zupan­cic weist auf einen Ver­su­ch Hein­rich Schnip­pe­rings von 1950 hin, zu argu­men­tie­ren, dass es die Zwölf­ton­tech­nik gar nicht gebe, weil sie nur eine auf die Spit­ze getrie­be­ne Wei­ter­ent­wick­lung der spät­ro­man­ti­schen Har­mo­nik sei. So ganz klappt das Argu­ment aber lei­der nicht …
  • 1989 ǀ In Stein gemei­ßelt — der Frei­tag – Elia­ne Gla­ser wirft im „Frei­tag“ aus Anlass des 25jäh­ri­gen Jubi­lä­ums einen kri­ti­schen Bli­ck auf Fran­cis Fuku­ya­mas The­se des „Ende der Geschich­te“:

    Ist die heu­ti­ge Skep­sis gegen­über Fuku­yama Anlass für Opti­mis­mus? Er selbst mut­maß­te vor 25 Jah­ren, die Aus­sicht auf „jahr­hun­der­te­lan­ge Lan­ge­wei­le“ kön­ne mög­li­cher­wei­se dazu füh­ren, dass die Geschich­te doch noch fort­ge­setzt wer­de. Es besteht die lei­se Hoff­nung, dass es sich bei die­ser Lan­ge­wei­le um einen Luxus han­delt, den sich die meis­ten von uns nicht leis­ten kön­nen.

  • Acht Mal Kraft­werk: Elek­tro­k­län­ge über­all – KURIER.at – Georg Ley­rer über 8 „Kraftwerk“-Konzerte in Wien „fin­det man Wie­der­ho­lung wert­voll und fei­ne Unter­schie­de span­nend“ >
  • Das geis­tes­wis­sen­schaft­li­che Buch im digi­ta­len Zeit­al­ter: Der Schwei­ze­ri­sche Natio­nal­fonds und sei­ne Open-Access-Stra­te­gie – Über­sicht Nach­rich­ten – NZZ.ch – Cas­par Hirschi, Pro­fes­sor für Geschich­te in St. Gal­len, über Ver­la­ge (in) der Wis­sen­schaft:

    Arbei­tet man als Geis­tes­wis­sen­schaf­ter mit Sub­ven­ti­ons­ver­la­gen zusam­men, bleibt vom schö­nen Bild der ver­le­ge­ri­schen Wert­ver­meh­rung wenig übrig. In der Regel schickt der Ver­lag den Auto­ren oder Her­aus­ge­bern ein Sty­le­s­heet mit Anga­ben, wie die Text­da­tei­en for­mal aus­zu­se­hen haben. Eine Uni­ver­si­täts­as­sis­ten­tin macht dann die Arbeit, für die der Ver­lag die Zuschüs­se bekommt. Sie for­ma­tiert, lek­t­o­riert und redi­giert, ohne dafür aus­ge­bil­det zu sein, schickt die Datei anschlies­send dem Ver­lag, und die­ser gibt sie unge­le­sen und unver­än­dert in den Druck. Ein Ver­lags­lek­to­rat ist ein Glücks­fall, eine gründ­li­che Redak­ti­on ein Wun­der. Der Gross­teil der Sub­ven­ti­ons­ver­la­ge hat, um ein Bild des Ger­ma­nis­ten Car­los Spo­er­ha­se zu ver­wen­den, sei­ne Beru­fung dar­in gefun­den, ein­ge­sand­te Datei­en mit­hil­fe gefäll­ter Bäu­me an Biblio­the­ken aus­zu­lie­fern. Ent­spre­chend gross­ar­tig sehen die Bücher häu­fig aus.

    Auch mit den – beson­ders in der Natur­wis­sen­schaft wich­ti­gen – Zeit­schrif­ten­ver­la­gen wie Else­vier & Co. rech­net er sehr tref­fend ab

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  • 9No­v38 – ein Expe­ri­ment auf Twit­ter | Schmalenstroer.net – Auch Micha­el Schma­len­s­tro­er hat noch ein paar Absät­ze zu sei­nem Pro­jekt @9Nov38:

    Es ist aber etwas ande­res, eine küh­le Ver­wal­tungs­ak­te zu lesen, in der mit aller ver­wal­tungs­tech­ni­schen Akri­be die Ent­re­chung, Ermor­dung und Berau­bung von Men­schen aus­ge­ar­bei­tet wird. In einem nor­ma­len Geschichts­buch wird von “Het­ze und Pro­pa­gan­da” in den Zei­tun­gen geschrie­ben. Das zu lesen, kann schon an die Nie­ren gehen.

    Das ist ja gera­de das, was ich an Twit­ter, Blogs etc so lie­be: Man kann sol­che „Klei­nig­kei­ten“ aus den Quel­len ein­fach mal vor­stel­len, zei­gen, zitie­ren und erzäh­len, ohne gleich ein rich­ti­ges „The­ma“ oder eine For­schungs­fra­ge haben zu müs­sen (oder die gar beant­wor­ten zu müs­sen).

  • Pro­to­kol­le des Preu­ßi­schen Staats­mi­nis­te­ri­ums Acta Borus­si­ca – Das von 1994 bis 2003 täti­ge Aka­de­mi­en­vor­ha­ben „Die Pro­to­kol­le des Preu­ßi­schen Staats­mi­nis­te­ri­ums (1817–1934/38)“ hat in 12 Reges­ten­bän­den über 5.200 Sit­zungs­pro­to­kol­le der obers­ten Kol­le­gi­al­be­hör­de des preu­ßi­schen Staa­tes wis­sen­schaft­li­ch erschlos­sen.
    Die gesam­te Edi­ti­on fun­diert auf Quel­len­be­stän­den des Gehei­men Staats­ar­chivs Preu­ßi­scher Kul­tur­be­sitz Ber­lin-Dah­lem sowie des Bun­des­ar­chivs Ber­lin-Lich­ter­fel­de und ist im Ver­lag Olms-Weid­mann erschie­nen – alle online frei zugäng­li­ch als pdfs.
  • Neue Dis­count­mar­ke “Ohne teu­er”: Real will jetzt auch bil­lig kön­nen | Super­markt­blog – „(Klei­ner Tipp: Weni­ger Phil Col­l­ins könn­te die Kun­den­fre­quenz von allei­ne dras­ti­sch erhö­hen.)“ #wahr­heit >
  • Kommt ein Imam in eine Kir­che… « Radi­ka­le Ansich­ten – Manch­mal ist Deutsch­land ein­fach nur ver­rückt:

    Kommt ein Imam in eine Kir­che …
    … dann gibt es mitt­ler­wei­le immer öfter Ärger. Zuletzt im pfäl­zi­schen Ham­bach, als wäh­rend einer Anti-Kriegs­mes­se ein isla­mi­scher Gebets­ruf erklang. Für selbst­er­nann­te “Islam­kri­ti­ker” ein Anlass zur Hys­te­rie.

    Yas­sin Mushar­bash bei Zeit-Online über die total hys­te­ri­schen (und die Wahr­heit mehr als ein­mal kräf­tig ver­dre­hen­den) Pro­tes­te anläss­li­ch der Auf­füh­rung einer Mes­se von Karl Jenk­ins.

  • » @9Nov38: Ein Pro­jekt als Kom­pro­miss – @hellojed erklärt das span­nen­de Pro­jekt, über Tweets den 9.11.1938 (und etwas Vor­ge­schich­te) zu – nun ja, wie soll man’s nen­nen? – erzäh­len, ver­ge­gen­wär­ti­gen, leben­dig zu machen oder zu hal­ten
  • Schluss mit Lus­tig? Über die sehr gerin­gen Chan­cen, vor Lachen einen kla­ren poli­ti­schen Gedan­ken zu fas­sen. | Das Schöns­te an Deutsch­land ist die Auto­bahn – Georg Seeß­len schreibt einen sehr lesens­wer­ten, nach­denk­li­chen und besorg­ten Text über unse­re Zeit:

    Ich bin gespal­ten. Ich wün­sche mir kei­ne Rück­kehr der Sau­er­töp­fe und der Recht­ha­ber, schon gar kei­ne der Sta­li­nis­ten und Semi­na­ris­ten. Zu Recht miss­traut die Kul­tur des Unerns­tes den gro­ßen Welt­er­zäh­lun­gen und heroi­schen Mythen der Geschich­te, zu Recht miss­traut sie Lösun­gen, Model­len, Pro­jek­tio­nen, Hel­den und Vor­den­kern; zu Unrecht aber glaubt sie, man kön­ne sich durch Iro­nie, Mode­ra­ti­on und Dis­tanz von der Ver­ant­wor­tung für den Lauf der Din­ge befrei­en. Zu Unrecht glaubt sie an eine Mög­lich­keit, sich raus­zu­hal­ten und trotz­dem alles zu sehen. Zu Unrecht glaubt die Kul­tur von Abklä­rung und Unern­st, den Mäch­ti­gen sei am bes­ten mit tak­ti­scher Nach­gie­big­keit und einem Hauch von Sub­ver­si­on zu begeg­nen. Lei­den­schaft­li­che und zor­ni­ge Ges­ten erschei­nen in der Kul­tur als kin­di­sch, vul­gär und unan­ge­nehm.
    […] Bis­lang hat doch noch ein jeder zu Ende gedach­ter Gedan­ken nichts als Ter­ror oder Wahn mit sich gebracht. Bis­lang ist aus jeder Über­zeu­gung eine Ideo­lo­gie, und aus die­ser ein neu­er Unter­drü­ckungs­ap­pa­rat gewor­den.

    Es ist ja auch ver­rückt: Alles hat sei­ne Dia­lek­tik, alles hat sein Gegen­teil. Und Extre­me sowie­so. Viel­leicht müs­sen wir uns wirk­li­ch wie­der ganz weit zurück besin­nen. Zum Bei­spiel auf die Niko­ma­chi­sche Ethik des Aris­to­te­les? Aber deren polii­ti­sche Impli­ka­tio­nen sind viel­leicht auch nicht unbe­dingt unser Ding (und unser Heil wohl auch nicht …). Es ist eben schwie­rig, das alles. Und Aus­we­ge gibt es viel­leicht auch gar nicht. Denn die Gefahr ist immer dar. Im Moment zum Bei­spiel so:

    Aber sie ist auf dem bes­ten Weg, eine Gesell­schaft der grau­sa­men Gleich­gül­tig­keit zu wer­den, eine Gesell­schaft, die aus lau­ter Iro­nie und Mode­ra­ti­on der poli­ti­schen Lei­den­schaf­ten gar nicht mehr erkennt, dass sie sel­ber zu etwas von dem gewor­den ist, was sie fürch­tet. Denn auch die Abklä­rung hat so ihre Dia­lek­tik, auch sie kann zum Dog­ma und zum Wahn wer­den.

Ins Netz gegangen (28.10.)

Ins Netz gegan­gen am 28.10.:

  • Ein kri­mi­na­lis­ti­sches Lehr­stück – taz.de – Fas­zi­nie­rend: Die Phy­si­ke­rin Inge Schmitz-Feu­er­ha­ke erzählt Gabrie­le Goett­le in der taz, wie unwis­sen­schaft­li­ch die Wis­sen­schaft (der Kern­phy­sik und ver­wand­ter Berei­che etwa) lan­ge und oft han­delt und arbeit – und mit wel­chen schreck­li­chen Fol­gen:

    Ich bin da ganz naiv ran­ge­gan­gen. Es war mir aller­dings auf­ge­fal­len, wie groß­zü­gig die Sicher­heits­be­stim­mun­gen waren. Ich hat­te den Sicher­heits­be­richt ver­fasst, ohne den kei­ne Nukle­ar­an­la­ge betrie­ben wer­den kann, und war über­rascht, wie wohl­wol­lend das Minis­te­ri­um war und wie wohl­wol­lend der TÜV sich gegen­über dem Pro­jekt zeig­te. Spä­ter habe ich dann fest­ge­stellt, dass das­sel­be Wohl­wol­len auch bei den gro­ßen Anla­gen vor­herrscht und dass im Grun­de kei­ne zwei­te unab­hän­gi­ge Kon­trol­le da ist. Das ist die Erfah­rung, die ich dann spä­ter auch mit dem KKW Krüm­mel bzw. mit der Über­wa­chung sei­ner Anla­gen gemacht habe. Es gibt aller­dings doch noch eine unab­hän­gi­ge Über­wa­chung durch die Auf­sichts­be­hör­de, die dar­in besteht, dass im gan­zen Land Detek­to­ren auf­ge­stellt wer­den, die im Gefah­ren­fall dann anzei­gen sol­len. Wir haben aber erlebt bei Krüm­mel, dass wenn ein Detek­tor anschlägt, man erst mal davon aus­geht, dass er kaputt ist und aus­ge­wech­selt wer­den muss. Wenn er dann noch mal anschlägt, wird er wie­der aus­ge­wech­selt.

    Dank bio­lo­gi­scher Dosi­me­trie konn­ten wir dann in der Elb­mar­sch nach­wei­sen, dass Umge­bungs­kon­ta­mi­na­tio­nen tat­säch­li­ch Leu­te ver­strahlt haben, rund ums KKW Krüm­mel. Krüm­mel war für uns das Lehr­stück. An 20 Erwach­se­nen und 10 Kin­dern haben wir mit­tels bio­lo­gi­scher Dosi­me­trie fest­ge­stellt, die haben tat­säch­li­ch eine Dosis abge­kriegt. Wir hat­ten zum Teil bis zu zehn­fach erhöh­te Chro­mo­so­men­a­b­erra­tio­nen, also Abwei­chun­gen. So war klar, die offi­zi­el­len Dosis­an­ga­ben stim­men nicht! Aber unse­re Befun­de wur­den ener­gi­sch bestrit­ten!

    und spä­ter erzählt sie:

    Die Auf­sichts­be­hör­de, die selbst den Unfall ver­tuscht hat, war zugleich die Kon­troll­be­hör­de unse­rer Ergeb­nis­se! Der Bock als Gärt­ner, das glaubt kei­ner. Für die wis­sen­schaft­li­chen Kri­ti­ker ist es sehr schwie­rig – selbst ihren Sym­pa­thi­san­ten gegen­über -, das Aus­maß der Kum­pa­n­ei zwi­schen Behör­den und Betrei­bern glaub­haft zu machen. Aber das ist inter­na­tio­na­ler Stan­dard!

    total cra­zy, das alles …

  • Stre­se­mann-Reden – Gus­tav Stre­se­mann, 1923–1929 – kom­men­tier­te Edi­ti­on von Wolf­gang Elz, bis­her für die Jah­re 1923–1925 (auch) online erschie­nen (zwar „nur“ als pdf-Datei­en, aber immer­hin …)
  • Kom­po­nis­tin Adri­a­na Höl­szky: „Ich muss es ans Licht brin­gen“ | ZEIT ONLINE – Adri­a­na Höl­szky lässt sich von Chris­ti­ne Lem­ke-Mat­w­ey ein paar Stich­wör­ter geben, um über Oper, Bal­lett, Fremd­heit und den Pro­zess des Kom­po­nie­rens zu reden (Inter­view kann man das kaum nen­nen …)

    Kom­po­nie­ren ist, wenn man ein­mal vor dem lee­ren Noten­blatt am Schreib­ti­sch sitzt, eine sehr kon­kre­te Arbeit. Die Beschaf­fen­heit eines Klangs spü­re ich kör­per­li­ch, wie eine Not­wen­dig­keit. Es ist alles da, ich muss es nur ans Licht brin­gen. Und dann hören es viel­leicht auch ande­re.

    – wenn ich rich­tig sehe, sind Grund und The­ma des Gesprä­ches zwei Musik­thea­ter­wer­ke, die im Mai des nächs­ten Jah­res (!) urauf­ge­führt wer­den (die also kei­ner kennt und die ziem­li­ch sicher auch noch gar nicht fer­tig sind …)

  • ARD-Pro­gramm­di­rek­tor ver­hin­dert “Brenn­punkt” zur Späh-Affä­re « Ste­fan Nig­ge­mei­er – ARD-Pro­gramm­di­rek­tor ver­hin­dert »Brenn­punkt« zur Späh-Affä­re (via Publis­hed arti­cles)
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