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Historiker

Statt aller lebens­träch­ti­gen Erin­ne­rung, die neu­es Leben ent­wi­ckeln könn­te, bleibt nichts zurück als ein dürf­ti­ger Hau­fen Asche, gera­de noch genug, um eine klei­ne Kolo­nie von Bak­te­ri­en zu näh­ren, die sich aus­brei­ten wer­den. Das Men­schen­schick­saml mag für Jahr­mil­lio­nen vor­be­stimmt sein. Es läßt trotz­dem nichts zurück als die­sen Dreck, den dürf­ti­gen Rest, womit er sich selbst ver­daut hat. Es gibt in der einer Beschrei­bung zugäng­li­chen mensch­li­chen Gesell­schaft eine beson­ders nie­de­re Art von Beschäf­tig­ten, die die­sen Dreck sam­meln, kne­ten und zu model­lie­ren vor­ge­ben, die Wis­sen­schaft­ler und in die­sem beson­de­ren Fall die Historiker.

—Franz Jung, Der Tor­pe­do­kä­fer, 119f.

Veröffentlicht in geschichte

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