»Nächstens mehr.«

Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Ein Stöckchen

Micha­el Schma­len­stroer warf mir (und @JW_Fr) ein Stöck­chen zu – dann wol­len wir doch mal wei­ter­ma­chen damit und schön brav hüpfen:

1.) Wer bist Du auf Twit­ter? Seit wann bist Du auf Twit­ter? Nutzt Du Twit­ter vor­wie­gend pri­vat und/​oder beruflich?

Bei Twit­ter bin ich ganz ein­falls- und ideen­los sowie aus sehr nahe­lie­gen­den Grün­den @matthias_mader – und das seit Novem­ber 2008. Außer­dem bin ich auch noch @taeglichlaeufer. Bei­des rein pri­vat (wenn man als Stu­dent so etwas sagen kann), @taeglichlaeufer nur für Sport- und Outdoorkrams.

2.) Zu wel­chen The­men ver­öf­fent­lichst Du Dei­ne Tweets?

Quer­beet. Vie­le Links zu inter­es­san­ten Tex­ten, net­te Zitat­schnip­sel und so wei­ter – das übli­che halt ;-)

3.) Wie viel Zeit pro Woche nimmst Du Dir für Twitter?

Kaum zu sagen. An man­chen Tagen ist es viel, manch­mal bin ich auch ein paar Tage qua­si off­line (was Twit­ter angeht zumin­dest). Pas­siv bzw. rezi­pie­rend läuft Twit­ter aber oft qua­si im Hin­ter­grund mit.

4.) Auf wel­chen wei­te­ren Social-Media-Kanä­len bist Du aktiv?

G+ etwas, vor allem fol­gen­den. App​.net seit eini­ger Zeit mehr oder weni­ger par­al­lel zu Twit­ter. Dane­ben noch ein paar Foren, viel (wirk­lich viel!) RSS-Feeds (das ist eigent­lich mei­ne wich­tigs­te Infor­ma­ti­ons­quel­le). Und seit kur­zem auch ein biss­chen reddit.

5.) Wel­che Posi­ti­on nimmt Twit­ter für Dei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on in all Dei­nen Social-Media-Kanä­len ein?

Ist schon wich­tig, gehört zu mei­nen Hauptkanälen.

6.) Orga­ni­sierst Du Tweet­ups bzw. nimmst Du dar­an teil?

Nein.

7.) Wofür ver­wen­dest Du Twit­ter vorwiegend?

Infor­ma­ti­on-Gathe­ring and ‑Redis­tri­bu­ting. Mit Twit­ter am Puls blei­ben – klingt zwar blöd, aber man kriegt vie­les schon mal in den Grund­zü­gen mit. Und kann ein paar inter­es­san­te Beob­ach­tun­gen und so weitergeben.

8.) Wel­che Gesamt­no­te von 1 – 6 wür­dest Du Twit­ter geben und wieso?

3–4. Ist aber wirk­lich schwie­rig. Eigent­lich mag ich App​.net inzwi­schen lie­ber – aber da feh­len mir noch eini­ge aus der Fol­lower-Lis­te, auf die ich ungern ver­zich­ten möch­te. Die Twit­ter-Home­page kann man ja glück­li­cher­wei­se auch nach dem Abschal­ten der alten Twit­ter-API noch weit­ge­hend vermeiden.

9.) Wel­che Tools nutzt Du mit wel­cher Hard­ware für Dei­ne Akti­vi­tä­ten auf Twitter?

Am PC (Ubun­tu 13.04): Tweet­Deck im Chro­mi­um-Brow­ser (bis letz­te Woche Hotot als Cli­ent, der hat den Wech­sel der API aber nicht über­lebt). Außer­dem buf​fe​rapp​.com zum ein­fa­che­ren Pos­ten, auch auf App​.net.
Mit dem Smart­phone (Gala­xy Nexus mit Para­no­id-Android): Tweet­La­nes (in eini­gen Din­gen der bes­te Twit­ter­cli­ent, v.a. weil er auch App.net-beherrscht). Und eben­falls die Buf­fe­rapp-App zum Pos­ten (manch­mal).

Und ich wer­fe das Stöck­chen mal wei­ter in die Main­zer Nach­bar­schaft, an @ClioMZ.

Ins Netz gegangen (17.6.)

Ins Netz gegan­gen (15.6.–17.6.):

  • Kom­men­tar: Absur­der Rol­len­tausch in der Atom­po­li­tik – FAZ – Absurd. In der Tat. Aber das ist eben die hes­si­sche CDU-Regie­rung. Da gel­ten ein­fach ande­re Maßstäbe …

    Als die Züge noch regel­mä­ßig den lan­gen Weg nach Gor­le­ben zurück­leg­ten, warn­te nie­mand in Hes­sen vor den damit ver­bun­de­nen Gefah­ren; viel­mehr stell­te die Regie­rung zum Schutz der Trans­por­te Poli­zis­ten, die nach der jetzt gül­ti­gen Logik aku­ter Lebens­ge­fahr aus­ge­setzt wurden.

  • Wiki­Pe­da­lia – Wiki­pe­da­lia ist ein Pro­jekt zum Auf­bau einer fahr­rad­be­zo­ge­nen Enzy­klo­pä­die aus frei­en Inhalten.
  • BBC News – Why Fin­nish babies sleep in card­board boxes – Das sind die klei­nen Unter­schie­de: In Finn­land bekommt jede wer­de Mut­ter (wenn sie es möch­te) ein Box mit der Baby­erst­aus­stat­tung. In Deutsch­land bie­tet ein pri­va­tes Wirt­schafts­un­ter­neh­men – dm – ein paar Pro­zen­te Rabatt …

    And in addi­ti­on to all this, Pul­ma says, the box is a sym­bol. A sym­bol of the idea of equa­li­ty, and of the importance of children.

  • „Ich heu­le ja beim Schrei­ben“ – Lite­ra­tur – DIE WELT – Frie­de­ri­ke May­rö­cker, die Gran­dio­se, im Inter­view mit Paul Jandl über ihr dem­nächst erschei­nen­des neu­es Buch: „Es geht um den Wahn­witz der Spra­che, der Leser kann einem jetzt schon leidtun.“
  • loa­ding: Das IOC-Buch | Digi­ta­le Noti­zen – Jens Wein­reich erk­lä­te Dirk von Geh­len, war­um er sei­ne Recher­che zu den IOC-Wah­len per crowd­sour­cing finan­zie­ren möch­te. Das ist eine gute und wich­ti­ge Sache, die unbe­dingt Unter­stüt­zung erfor­dert – und für das Geld, das man dem sehr inte­gren Wein­reich vor­schießt, bekommt man ja auch etwas …

Kanonische Kanons

„Der Kanon fängt harm­los an“ – aber damit ist schnell Schluss. „33 neue Kanons“ haben Oli­ver Gies und Bert­rand Grö­ger, die man hier wohl nicht mehr vor­stel­len muss, ver­öf­fent­licht. 33 neue Kanons, das ist eine Men­ge Mate­ri­al: meist drei- oder vier­stim­mig gedacht, für Män­ner- und Frau­en­stim­men oder gemisch­te Chö­re und Sing­grup­pen glei­cher­ma­ßen geplant, sind die neu­en Kanons klei­ne Kunst­wer­ke , die alles ande­re als harm­los sind. Aber auch alles ande­re als lang­wei­lig. Denn die Samm­lung bie­tet viel mehr, als die Zahl ver­mu­ten lässt. Alle Kanons sind gewis­ser­ma­ßen mul­ti­funk­tio­nal: Natür­lich liegt das in der Sache, ein Kanon lässt sich immer auf vie­ler­lei Wei­se sin­gen und auf­füh­ren. Die bei­den Kom­po­nis­ten geben den Chor­lei­tern und Chor­lei­te­rin­nen aber gleich noch eine Men­ge Ideen, Hin­wei­se und Mate­ria­li­en an die Hand, wie selbst „ein­fa­che“ Kanons nicht zu gro­ßer Kunst, aber zu span­nen­der musi­ka­li­scher Unter­hal­tung oder unter­halt­sa­mer Musik wer­den kön­nen: Chor­spaß wird hier groß­ge­schrie­ben – auch wenn die Tex­te manch­mal etwas bemüht lus­tig sind. 

Zu jedem Kanon fin­den sich – teil­wei­se mehr­fa­che – Kla­vier­be­glei­tun­gen, Vor‑, Zwi­schen- und Nach­spie­le, Body-Per­cus­sions, ergän­zen­de Begleit-Phra­sen und Neben­stim­men (ganz wun­der­bar mit Zita­ten zum Bei­spiel beim „Weg zur Oper“), aber auch zusätz­li­che Instru­men­te und vie­les mehr. Der eigent­li­che Wert die­ses Hef­tes liegt genau in die­sen rei­chen Arran­ge­ment-Ideen, die über das übli­che ver­setz­te Ein­set­zen und Sin­gen bis zum Abwin­ken weit hin­aus­ge­hen und das Kano­nie­ren zum fast sport­li­chen Akt wer­den lassen.

Die Kanons selbst sind sti­lis­tisch eben­falls ange­nehm viel­fäl­tig, sie rei­chen vom eher simp­len Warm-up bis zur veri­ta­blen Cho­re­tü­de, von der Kon­zert­zu­ga­be bis zur Pobe­an­auf­lo­cke­rung und ‑hei­te­rung. Und die „Sal­sa-Susi“ steht hier nicht nur alpha­be­tisch neben dem „Schla­fe, mein Kind­lein“ (übri­gens ein wun­der­bar gemei­nes „Schlaf­lied“): Abwechs­lung ist Pro­gramm, Gegen­sät­ze bie­tet jede neue Dop­pel­sei­te. Von der schlich­ten Abwechs­lung für den Pro­ben­all­tag bis hin zu aus­ge­feil­ten Sca­te­tü­den, die selbst geprobt sein wol­len, span­nen sich die Kanons, vom „Bier“ über den „Chor der Müll­ab­fuhr“ bis zur gesun­gen Cho­reo­gra­fie. Die Kanons boh­ren sich als Ohr­wurm shcon mal tief ins Bewusst­sein. Ganz schlimm wird es dann, wenn nicht nur die Musik immer wei­ter geht, son­dern auch der Text sich im Zir­kel bewegt, wie es „Ein Tag wie die­ser“ vor­führt. Und ob man will oder nicht, ob man’s gera­de gut fin­det oder nicht, da kann man nur noch – sin­gend natür­lich – rufen: „Der Kanon hört nicht mehr auf!“.

(geschrie­ben für die Neue Chorzeit.)

Aus-Lese #5

Mat­thi­as Becher: Karl der Gro­ße. 5. Auf­la­ge. Mün­chen: Beck 2007. 128 Seiten.

Eine Bio­gra­phie, die kei­ne Bio­gra­phie sein will. Und vor allem kei­ne sein kann: Denn die im eigent­li­chen Sin­ne bio­gra­phi­schen Zeug­nis­se über Karl den Gro­ßen sind extrem rar gesät. Becher greift des­halb recht weit aus, bis zu den Anfän­gen der Mero­win­gern – deren Geschich­te wird auf weni­gen Sei­ten ganz dicht erzählt. Nah an den Quel­len, aber mir ange­neh­mer Distanz zum (angeb­li­chen) Kron­zeu­gen Ein­hard beschreibt Becher das Leben und die Leis­tun­gen Karl des Gro­ßen wohl­tu­end nüch­tern und aus­ge­wo­gen, aller­dings in man­chen Din­gen zwangs­läu­fig auch sehr knapp, v.a. was die Orga­ni­sa­ti­on des Fran­ken­rei­ches und ins­be­son­de­re die „kul­tu­rel­le“ Sei­te sei­ner Herr­schaft angeht.

U. D. Bau­er: O.T.. Ber­lin: Die Ande­re Biblio­thek 2013. 245 Seiten.

Ein schö­nes Spiel: Ein Buch – ein Roman? – der aus­schließ­lich eine Mon­ta­ge ist: Die „Autorin“ reiht 2857 Zita­te anein­an­der und macht dar­aus so etwas wie einen Text. Also ein Spiel mit post­mo­der­nen Theo­rien von Inter­tex­tua­li­tät und Autoren­funk­ti­on. Aber eigent­lich ein recht plat­tes, sozu­sa­gen die Dum­my-Ver­si­on der Theo­rien: Denn gera­de durch das Aus­stel­len des Zitat­cha­rak­ters – das Buch ist so gedruckt, das sich das Mon­tie­ren als Kle­ben von Zettelchen/​Textschnipseln ver­mit­telt – und vor allem durch den peni­blen Nach­weis der Zita­te und ihrer Fund­stel­len wird natür­lich die eigent­li­che Idee der Inter­tex­tua­li­tät, des „il n’y a pas de hors-tex­te“, des Ver­schwin­dens des Autors gleich wie­der kon­ter­ka­riert und ad absur­dum geführt. Also eher eine Kurio­si­tät als irgend etwas wirk­lich überzeugendes …
Der Leser (zumin­dest ich) bleibt auf Distanz, das stän­di­ge Wech­seln der Zita­te und Sti­le sorgt dafür schon allei­ne. Wenn man etwas bewun­dern kann, dann ist es wohl haupt­säch­lich die Fleiß­ar­beit, die in dem Buch steckt – und die Pass­ge­nau­ig­keit, mit der U. D. Bau­er die Zita­te mon­tiert. Eine schö­ne Idee, deren Umset­zung mir aber etwas ent­lar­vend und etwas banal oder schlicht scheint.

Symbolbild

Jugend (Sym­bol­bild) via mur­sup­pe

Orgelphantasien – Zsigmond Szathmáry in Mainz

Zum Schluss wur­de es rich­tig ver­rückt. Was Zsig­mond Szath­má­ry da mit Orgel und Ton­band anstell­te, war schon ganz schön abge­dreht. „Labi­al“ heißt die Kom­po­si­ti­on von Wil­fried Michel, mit der der Spe­zia­list für zeit­ge­nös­si­sche Orgel­mu­sik sein Kon­zert, das die Musik­hoch­schu­le im Rah­men von „Mainz-Musik“ in ihrem Orgel­saal orga­ni­sier­te, abschloss. Und da ging es wild zu: Das Ton­band knarzt, knirpst, quietscht, fiepst, klin­gelt, quäkt und pfeift wie ein außer Rand und Band gera­te­nes Spiel­zeug. Die Orgel stand dem wenig nach – und war oft genug kaum von der Ton­band­mu­sik zu unter­schei­den. Komisch bis gro­tesk wirk­te das häu­fig und beim ers­ten Hören furcht­bar wirr: Eine per­ma­nen­te Über­for­de­rung – und doch zugleich eine Musik, die in einen Bereich der unbe­schränk­ten Ima­gi­na­ti­on und Anders­ar­tig­keit ent­führt. Von wegen, die Orgel ist ein lang­wei­li­ges Instru­ment mit sta­ti­schem Klang: Hier führt sie sich auf wie ein Derwisch.

Über­haupt hat Szath­má­ry sich gut dem Mot­to des Fes­ti­vals „Klang­far­ben“ ange­passt. Wenn etwas die sechs Wer­ke sei­nes Kon­zer­tes zusam­men­hielt, dann die jeweils neu­ar­ti­ge und eigen­stän­di­ge Orga­ni­sa­ti­on von Klän­gen. Györ­gy Lige­ti, der in die­sem Jahr 90 gewor­den wäre, ist damit in den 1960ern berühmt gewor­den. Und sein „Volu­mi­na“ für Orgel ist ein ech­ter Klas­si­ker der avant­gar­dis­ti­schen Orgel­mu­sik, auch wenn er im Kon­zert gar nicht so oft zu hören ist. Die Vor­be­rei­tung der aus­schließ­lich gra­fisch notier­ten Par­ti­tur, die für ihre wan­de­r­en­den und in alle Orgel­far­ben chan­gie­ren­den Clus­ter bekannt ist, ver­langt schließ­lich eini­ge Arbeit und etwas Mut. Aber von Anstren­gung ist bei Szath­má­ry nichts zu mer­ken: Im Gegen­teil, sei­ne Ver­si­on zeich­net sich gera­de durch ihre Gelas­sen­heit und Abge­klärt­heit aus – von den weich gesetz­ten Klang­flä­chen des Anfangs bis hin zum lei­se aus­klin­gen­den Schluss spielt er das in der Musik­hoch­schu­le mit einer unauf­ge­reg­ten Selbst­ver­ständ­lich­keit, der man die lan­ge Beschäf­ti­gung mit die­sem Stück und der neu­en Orgel­mu­sik über­haupt immer anhört.

Eine ähn­li­che Kon­ten­an­ce, wenn auch in ganz ande­ren Klän­gen, strah­len dann nur noch Hide­ki Chi­ha­ras „Due Stel­le del­la sfera cele­s­te in lon­tanan­za“ aus. Hier meint man, das Vor­bild Oli­vi­er Mes­siaen noch mit­zu­hö­ren, wenn sich die fast allein gelas­se­nen Melo­dien in ihrer frei­en, ver­track­ten Rhyth­mik weit aus­pan­nen und die Ster­ne der Unend­lich­keit im Klang ein­zu­fan­gen zu schei­nen. Rou­ti­ne und Sou­ve­rä­ni­tät bestim­men nicht nur hier Szath­má­rys Vor­trag – eine Ruhe frei­lich, die immer auch eine gewis­se Distanz ausstrahlt.
Das gilt in gewis­sem Maße auch für sei­ne eige­ne Kom­po­si­ti­on „Stro­phen“, die die Orgel wie­der mit einer vor­be­rei­te­ten Ein­spie­lung ergänzt. Von der abs­trak­ten Klang­or­ga­ni­sa­ti­on bis zu Jahr­markt­an­klän­gen ste­cken die „Stro­phen“ vol­ler Über­ra­schun­gen aller Far­ben und For­men, die eine Men­ge Mög­lich­kei­ten ein­fach mal durch­de­kli­nie­ren. Und wie­der füh­ren sie weit ins Reich der Ima­gi­na­ti­on: Man muss sich nur der siche­ren Füh­rung Szath­má­rys über­las­sen, der sein Publi­kum behü­tet durch eige­ne und frem­de Klang­land­schaf­ten lei­tet – er selbst scheint sich dort jeden­falls aus­ge­spro­chen wohl zu fühlen. 

(geschrie­ben für die Main­zer Rhein-Zeitung.)

Ins Netz gegangen (15.6.)

Ins Netz gegan­gen (11.6.–15.6.):

  • Peter Kurz­eck zum Sieb­zigs­ten: Lebens­plan bis zum Lite­ra­tur­no­bel­preis – FAZ – Andre­as Platt­haus fin­det sehr empha­ti­sche Wor­te für sei­nen Geburts­tags­gruß an Peter Kurzeck:

    Es ist die­se Lie­be zur eige­nen Geschich­te, die Kurz­eck zu einem Erzäh­ler macht, der die­se Bezeich­nung wie kein Zwei­ter verdient.

  • Zum 70. Geburts­tag: Ein Ständ­chen für Peter Kurz­eck | hr​-online​.de – Ulrich Son­nen­schein reiht sich für den hr in die Rei­he der Gra­tu­lan­ten zu Peter Kurz­ecks 70. Geburts­tag ein:

    Nun wird er schon 70 und es gibt noch so viel zu erzäh­len. Von Peter Kurz­ecks gro­ßes Roman­pro­jekt „Das alte Jahr­hun­dert“, das in zwölf Büchern die letz­ten zwei Jahr­zehn­te des 20. Jahr­hun­derts auf­be­wah­ren soll, sind erst fünf erschie­nen. Und wer die Arbeits­wei­se von Peter Kurz­eck kennt, schaut mit ban­gem Blick auf das Pro­jekt und erkennt, dass es wahr­schein­lich Frag­ment blei­ben muss, so wie das Leben auch immer nur ein Frag­ment ist.

  • Ver­la­ge dros­seln Taschen­buch-Pro­duk­ti­on radi­kal – buch­re­port – Nicht nur die Tele­kom dros­selt ihr Ange­bot, auch die Ver­la­ge sind dabei:

    Ein so nied­ri­ger Novi­tä­ten­pe­gel wie in die­sem Juni wur­de jeden­falls in den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren nicht gemessen.

  • Johan­nes Brahms’ Bre­mer Tri­um­ph­lied: Ver­schol­le­nes Werk wie­der­ent­deckt -

    Musik­wis­sen­schaft­ler der Uni­ver­si­tät Bre­men haben das bis­lang ver­schol­len geglaub­te Noten­ma­te­ri­al der Urauf­füh­rung des Tri­um­ph­lie­des op. 55 von Johan­nes Brahms im Archiv der Phil­har­mo­ni­schen Gesell­schaft Bre­men wie­der­ge­fun­den. Anhand der his­to­ri­schen Abschrif­ten der Chor- und Orches­ter­stim­men und im Ver­gleich zur bekann­ten, spä­te­ren Fas­sung des groß­an­ge­leg­ten Werks ist es Pro­fes­sor Ulrich Tad­day und Kat­rin Bock gelun­gen, die Par­ti­tur der Urauf­füh­rung von 1871 voll­stän­dig zu rekonstruieren. 

    Das Ergeb­nis der mehr­mo­na­ti­gen For­schungs­ar­beit über­trifft alle Erwar­tun­gen der Wis­sen­schaft­ler. Die Kom­po­si­ti­on unter­schei­det sich so sehr von der bekann­ten, spä­te­ren Fas­sung, dass es gerecht­fer­tigt ist, sie als eigen­stän­di­ges Werk zu bezeich­nen: Die Bre­mer Fas­sung des Triumphliedes.

  • Der Wort­zer­tei­ler – taz​.de – Jörg Mage­nau in sei­nem aus­führ­li­chen Nach­ruf auf Wal­ter Jens:

    Jens sprach, um zu spre­chen, und berausch­te sich daran.

Farbenklänge und Klangfarben: Das Eröffnungskonzert von Mainz-Musik 2013

Klang und Far­ben sind untrenn­bar ver­bun­den. So rich­tig deut­lich wur­de die Klang­far­be als Ele­ment der Kom­po­si­ti­on aber erst im 20. Jahr­hun­dert. Also ist es ganz fol­ge­rich­tig, ein Fes­ti­val für Neue Musik unter das Mot­to „Klang­far­ben“ zu stel­len. Unter die­sem Schlag­wort ver­sam­melt das dies­jäh­ri­ge Mainz-Musik, die 16. Auf­la­ge des Som­mer­fes­ti­vals der Hoch­schu­le für Musik, im Juni eine Men­ge span­nen­der Musik. Wie span­nend das sein kann, mach­te schon das Eröff­nungs­kon­zert im Schloss deutlich. 

Auf dem Pro­gramm stan­den gro­ße Gegen­sät­ze: Musik von Arvo Pärt und Pau­li­ne Oli­ve­r­os neben einer Urauf­füh­rung von Bir­ger Peter­sen selbst wech­sel­ten sich mit ein­zel­nen Sät­zen von Bed­rich Sme­ta­na ab. Und der Kon­trast hat tat­säch­lich funk­tio­niert: Mit den Orches­ter­stü­cken aus Sme­ta­nas Oper „Die ver­kauf­te Braut“ und sei­nem Zyklus „Mein Vater­land“ wur­den die Ohren geschärft. Aber nicht nur auf­merk­sam für das Ande­re und Neue der Musik von Pärt, Peter­sen und Oli­ve­r­os wur­den sie, sie konn­ten sich auch ein­mal ent­span­nen. Denn das von Wolf­ram Kolo­seus gelei­te­te Hoch­schul­or­ches­ter dreh­te bei die­sen Gele­gen­hei­ten ordent­lich auf. Mit Voll­dampf stürz­ten sie sich gleich in die Ouver­tü­re der „Ver­kauf­ten Braut“, mit dem glei­chen Élan und Kara­cho wur­den auch die ande­ren Ton­dich­tun­gen aus dem 19. Jahr­hun­dert in Angriff genom­men. Und von Angriff kann man hier wirk­lich spre­chen, denn Kolo­seus mach­te kei­ne Gefan­ge­nen: Immer war das Tem­po hoch, die Span­nung auch und der Effekt sowieso.

Die Haupt­sa­che aber erklang dazwi­schen: Die Neue Musik. Arvo Pärts „Fra­tres“ ist dabei ein ech­ter Klas­si­ker. Nicht immer aber sind die „Fra­tres“ so klar und deut­lich kon­tu­riert zu hören wie im Schloss. Das lag zum einen wie­der an der Füh­rung von Kolo­seus, zum ande­ren aber an der Vio­li­nis­tin Benia Bar­bu, die die hohen Anfor­de­run­gen des Solo­parts mit Bra­vour bestritt. Klang die Solis­tin – und mit ihr auch das Orches­ter – am Anfang noch mini­mal ange­spannt, lös­te sich das zuneh­men zu einer wun­der­bar kla­ren Gelas­sen­heit, so dass der Schwe­be­zu­stand der Pärt’schen Musik sich voll ent­fal­ten konnte. 

Gelas­sen­heit präg­te in gewis­ser Wei­se auch „strei­fen“ von Bir­ger Peter­sen, das hier urauf­ge­führt wur­de. In gro­ßer Ruhe glei­ten die „strei­fen“ von Ein­zel­tö­nen zu kom­ple­xen Häu­fun­gen, wech­seln zwi­schen Erre­gung und Locker­heit, tas­ten sich von Far­be zu Schat­tie­rung zu Tönung: Eine span­nen­de Klang­for­schung, auch wenn man das dar­in ver­steck­te Schlaf­lied beim bes­ten Wil­len nicht mehr erken­nen kann. 

Eine „Wol­ke aus Klän­gen“ erhof­fe sich Pau­li­ne Oli­ve­r­os von ihrer „Tuning Medi­ta­ti­on“, die kei­ne Noten mehr vor­schreibt und auch kei­nen Diri­gent mehr ver­langt. Das Orches­ter wird frei – frei, eige­ne Klän­ge zu ver­wirk­li­chen oder sich ande­ren anzu­schlie­ßen. Das gibt schö­ne Momen­te, die immer in Wel­len ent­ste­hen: Rau­nend beginnt das mit den Stim­men und Atmen der Musi­ker, ver­dich­tet und lockert sich, fällt ab und an auch mal in eini­ge leer­lau­fen­de Momen­te. Aber immer wie­der fin­det das Hoch­schul­or­ches­ter zusam­men – in höchs­ter Empha­se und bun­ter Klang­far­big­keit, genau wie im Rest des Konzertes. 

(geschrie­ben für die Main­zer Rhein-Zeitung.)

Et eo anno per­ve­nit ele­fans in Francia.
Anna­les Lau­re­s­ha­mens­es, für das Jahr 802

Ins Netz gegangen (10.6.)

Ins Netz gegan­gen (7.6.–10.6.):

  • Tage­buch­sei­ten von Hit­lers Chef-Ideo­lo­gen Rosen­berg gefun­den – Süddeutsche.de – Offen­bar sind wei­te­re Tei­le des Tage­buchs von Alfred Rosen­berg auf­ge­taucht – aber nichts genau­es weiß man nicht:

    Nun, fast 67 Jah­re nach Rosen­bergs Hin­rich­tung, tau­chen wei­te­re Papie­re auf: Wie die Nach­rich­ten­agen­tur Reu­ters berich­tet, lie­gen dem United Staa­tes Holo­caust Memo­ri­al Muse­um 400 Sei­ten vor. Mög­li­cher­wei­se stam­men die nun auf­ge­tauch­ten Papie­re von Kemp­ner oder aus dem Bestand von Kemp­ners Sekre­tär. Es soll sich um eine lose Samm­lung von Tage­buch­no­ti­zen han­deln, die Rosen­berg zwi­schen 1936 und 1944 abge­fasst hat.

  • Vene­dig – Venice, as ren­de­red by Otto­man admi­ral and car­to­grapher Piri Reis in his Kitab‑i Bah­ri­ye, a book of por­to­lan charts and sai­ling direc­tions pro­du­ced in the ear­ly 16th century
  • The Last Conundrum—Geek&Poke
  • Sibyl­le Berg zur Sprach­re­form an der Uni Leip­zig – SPIEGEL ONLINE -

    Das Abend­land geht in Deutsch­land immer sofort und irr­sin­nig schnell unter, wenn man eine Neue­rung wagt, etwas gegen das Gewohn­heits­recht unternimmt.

  • Ber­li­ner Stadt­schloss: Deut­sche Selbst­fei­er | ZEIT ONLINE – Armin Nas­sehi über den „Bau“ des „Ber­li­ner Schlosses“:

    Her­aus­ge­kom­men aber ist nun his­to­ri­sie­ren­der natio­na­ler Kleinmut

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