»Nächstens mehr.«

Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Taglied 18.3.2016

wie­der mal ein neu­es Video von Postyr:

POSTYR – Home (Offi­ci­al Video)

Beim Kli­cken auf das und beim Abspie­len des von You­Tube ein­ge­bet­te­ten Vide­os wer­den (u. U. per­so­nen­be­zo­ge­ne) Daten wie die IP-Adres­se an You­Tube übertragen.

Freiheit

Frei­heit ist ein reli­giö­ser Begriff.Erich Müh­sam, Bis­mar­xis­mus (1927)

Leitsatz

Leit­satz

Fürcht nicht die Stun­de, da du stirbst.
Die Welt, oh glaub’s nur, kann dich missen.
Kein Stern, um des­sen Licht du wirbst,
wird mit dir in den Tod gerissen.

Solang du lebst, wirst du gebraucht.
Soll dich das Leben nicht vergessen,
sorg, dass die Tat nicht untertaucht,
an der du dei­ne Kraft gemessen.

Leb’, dass du stünd­lich ster­ben kannst,
in Pflicht und Freu­de stark und ehrlich,
nicht dich, – das Werk, das du begannst,
mach für die Mensch­heit unentbehrlich!
Erich Müh­sam, 1929

Ins Netz gegangen (17.3.)

Ins Netz gegan­gen am 17.3.:

  • Flücht­lings­de­bat­te: Slo­ter­di­jks intel­lek­tu­el­le Selbst­de­mon­ta­ge | Frank­fur­ter Rund­schau – der phi­lo­soph tho­mas grund­mann über sei­nen kol­le­gen slo­ter­di­jk, die zurück­hal­tung der eige­nen zunft in aktu­el­len poli­ti­schen fra­gen (oder „der“ poli­ti­schen fra­ge …) und mög­li­che alter­na­ti­ven zu zurück­hal­tung, schwei­gen oder intel­lek­tu­ell unred­li­chem gepol­ter à la sloterdijk …

    Slo­ter­di­jk geht sei­nen Weg der intel­lek­tu­el­len Selbst­de­mon­ta­ge offen­bar unbe­irr­bar und lust­voll weiter.
    […] Was müs­sen wir also bes­ser machen? Ers­tens scheint es klar, dass Intel­lek­tu­el­le auch ange­sichts mas­si­ver Unge­wiss­hei­ten über die Fol­gen poli­ti­schen Han­delns nor­ma­ti­ve Ori­en­tie­rungs­hil­fe geben müs­sen. Was wäre denn die Alter­na­ti­ve? Dass Poli­ti­kern der­art wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen ganz allein über­las­sen wer­den? Das kann nie­mand ernst­haft wol­len. Zwei­tens kön­nen wir auch unter Unge­wiss­heit die Wahr­schein­lich­kei­ten von Sze­na­ri­en abwä­gen und die Kon­se­quen­zen ver­schie­de­ner Ver­läu­fe durch­spie­len. Das ist in der Ethik und poli­ti­schen Phi­lo­so­phie durch­aus nichts Neu­es. Drit­tens soll­te man von Intel­lek­tu­el­len und Phi­lo­so­phen zum jet­zi­gen Zeit­punkt kei­ne kon­kre­ten Hand­lungs­an­wei­sun­gen erwar­ten, son­dern Ori­en­tie­rung in grund­le­gen­den Wertefragen. 

  • Powered by Pep­si: Der Trend zum Nati­ve Adver­ti­sing | tori­al Blog – tobi­as len­artz im „tori­al blog“ über nati­ve adver­ti­sing, sei­ne mög­lich­kei­ten und die (momen­ta­ne) praxis
  • Stra­te­ge Frank Stauss über den Wahl­kampf in Rhein­land-Pfalz | FAZ – die „faz“ hat ein sehr inter­es­san­tes inter­view mit dem (auch blog­gen­den) wahl­kampf­ma­na­ger der spd in rhein­land-pfalz, frank stauss, geführt

    Wenn Sie einen Kan­di­da­ten mit Hal­tung haben, erge­ben sich vie­le Ent­schei­dun­gen im Wahl­kampf von selbst.
    […] Ent­schei­dend ist aber, dass man die Par­tei, die Spit­zen­kan­di­da­tin und auch wir Bera­ter vom eige­nen Weg über­zeugt sind. Dann muss man ein­fach auch dran glau­ben, dass man mit die­sem Weg eine Mehr­heit der Men­schen errei­chen wird. Man darf die­sen Weg nicht ver­las­sen. Sonst erge­ben sich ganz neben­bei neue Kon­flik­te mit der Par­tei selbst oder den han­deln­den Per­so­nen. Kurs hal­ten, das ist ent­schei­dend. Man darf um Got­tes wil­len nicht anfan­gen, in einem Wahl­kampf Schlan­gen­li­ni­en zu fah­ren. Inso­fern bleibt auch gar nichts ande­res übrig: Wenn man glaubt, dass es der rich­ti­ge Weg ist, dann strahlt man die Über­zeu­gung aus. Wenn man nicht gewon­nen hat, kann man wenigs­tens in den Spie­gel schau­en. Vie­le ver­lie­ren auf den letz­ten Metern die Ner­ven und ver­ges­sen ihre eige­nen Über­zeu­gun­gen. In dem Fall ging es Julia Klöck­ner so und nicht uns. Obwohl – eigent­lich weiß ich ich bis heu­te nicht, wovon sie eigent­lich über­zeugt ist.

  • a list of Free Soft­ware net­work ser­vices and web appli­ca­ti­ons which can be hos­ted local­ly | Git­hub – groß­ar­ti­ge lis­te mit self-hos­ted open-source-soft­ware für (fast) alle zwecke …
  • Über die Pflicht des Leh­rers zur Kri­tik am Schul­sys­tem -

    Aus­ge­hend von die­ser Dia­gno­se, muss ich mich als Päd­ago­ge selbst in Fra­ge stel­len. Ich habe Ver­ant­wor­tung für die Bil­dung der mir anver­trau­ten SuS. Es ist aus mei­ner Sicht die Pflicht eines jeden Päd­ago­gen sich im Rah­men sei­ner Mög­lich­kei­ten für das Wohl der SuS zu enga­gie­ren. Vor die­sem Hin­ter­grund muss ich tat­säch­lich immer wie­der mein Tun und mei­ne Hal­tung hinterfragen.

    Eine kri­ti­sche Per­spek­ti­ve der Päd­ago­gen auf sich selbst genügt aber nicht, um zu ver­ste­hen, was faul ist im Schul­sys­tem. Denn der Blick auf die Ver­ant­wor­tung des Ein­zel­nen ver­stellt die Per­spek­ti­ve auf die Zwän­ge des Schul­sys­tems. Vie­les was aus Sicht der Schü­ler schief läuft, ist eben nicht auf per­sön­li­ches Ver­sa­gen, son­dern auf sys­te­ma­ti­sche Män­gel zurückzuführen.

    […]

    Das Sys­tem schränkt LuL in Ihrem Schaf­fen und SuS in ihrem Ler­nen ein. Mir ist des­halb voll­kom­men unklar, wie­so ich mich wie im Kom­men­tar gefor­dert mit dem Sys­tem abfin­den soll­te. Im Gegen­teil: Wer ein wirk­lich guter Leh­rer wer­den will, muss das Sys­tem ver­än­dern wol­len, damit er ein guter Leh­rer wer­den kann.

Arbeitsplatz (4)

Die sehr schö­ne und alte Kir­che St. Mar­kus in Brens­bach hat eine 1964 von Ober­lin­ger gebau­te ein­ma­nua­li­ge Orgel mit (fast nur ange­häng­tem) Pedal und der von mir nicht sehr gemoch­ten geteil­ten Lade (der zusätz­li­che Regis­trier­auf­wand wiegt die mög­li­chen Vor­tei­le in mei­ner Erfah­rung eher nicht auf …). Wie so oft bei klei­nen Orgel fehlt mir aber eine ordent­li­che, tra­gen­de 8′-Stimme, dafür sind die obe­ren Lagen gut vertreten.

Germany

- He’s from Ger­ma­ny. That’s in Euro­pe. Next to England.
– I know Germany.
– Real­ly? What’s it like?
– Small. And full of Germans.
– Oh.
Flo­ri­an Cos­sen, Coco­nut Hero (2015)

Ins Netz gegangen (1.3.)

Ins Netz gegan­gen am 1.3.:

  • Köl­ner Publi­kum beschimpft Musi­ker – ein Skan­dal! | cre­scen­do – axel brüg­ge­mann fin­det kla­re (und rich­ti­ge) worte:

    Wie groß die Untu­gend des Nicht-Zuhö­ren-Wol­lens ist, hat sich nun auch dort gezeigt, wo man eigent­lich zum Ohren­auf­sper­ren hin­geht: im Kon­zert. An einem Ort, der dazu gedacht ist, neue Ein­drü­cke zu gewin­nen, der einer Kunst gewid­met ist, in der das immer Glei­che (das klas­si­sche Reper­toire) jeden Abend aufs Neue kri­tisch befragt und inter­pre­tiert wird, an dem das Frem­de, das Über­ra­schen­de und das Ver­stö­ren­de zur Regel gehören.

    Das Köl­ner Kon­zert hat nun gezeigt, dass die­se Auf­ga­be der Kul­tur von vie­len Men­schen gar nicht mehr gewollt wird. Dass es ein erschre­ckend gro­ßes Publi­kum gibt, das – im Jar­gon des AfD-Pro­gramms – jenen Kitsch Kul­tur nennt, der ledig­lich der Selbst­be­stä­ti­gung dient, des­sen Auf­ga­be es sein soll, die natio­na­le Iden­ti­tät zu bestä­ti­gen und zu stär­ken, in dem sich die Dum­men durch die Genies des Lan­des erhöht füh­len. Es gibt tat­säch­lich immer mehr Men­schen, die das Kon­zert als eine Art musi­ka­li­sche Penis­ver­grö­ße­rung ver­ste­hen, die allein des­halb auf dicke Hose machen, weil sie zufäl­lig aus dem glei­chen Land wie Bach, Beet­ho­ven oder Wag­ner kom­men. Und die zum Ver­bal-Krieg rüs­ten, sobald die Musik eines unan­ge­foch­te­nen, aus­län­di­schen Titans wie Ste­ve Reich erklingt. Men­schen, die es nicht mehr ertra­gen, wenn – oh, Unter­gang des Abend­lan­des! – inter­na­tio­na­le Künst­ler Eng­lisch spre­chen. Men­schen, die Künst­ler belei­di­gen und anschrei­en sind jene Men­schen, die Aus­län­der­kin­dern mit besof­fe­nem Atem „Wir sind das Volk“ ent­ge­gen­kei­fen. Bis­lang haben wir sie eher mit dem Horst Wes­sel Lied in Ver­bin­dung gebracht, nun zie­hen sie auch Beet­ho­ven und Co. in den Schmutz.

  • Holo­caust mit Sol­jan­ka – Ein Aus­flug in die ost­deut­sche Ver­schwö­rung­s­ze­ne | Hate – René Seyf­arth berich­tet für hate​-mag​.com von sei­nem besuch der aus­stel­lung „2000 Jah­re – Des deut­schen Vol­kes Leidensweg“:

    Gefan­gen im fara­day­schen Käfig sei­ner Kup­fer­dräh­te und einer dua­lis­ti­schen Welt­ord­nung aus Gut und Böse, Mann und Frau, wahr und falsch, lebt der Wirt des Wet­ti­ner Hofs gut geschützt vor den Blitz­schlä­gen intel­lek­tu­el­ler Ein­sicht durch Quel­len­viel­falt oder gar Skepsis.

  • Zehn Din­ge, die du noch nicht über Leo­nar­do DiCa­prio gewusst hast | Mer­kur – thors­ten krä­mer hat für den blog des mer­kurs eine schö­ne lis­te geschrieben …
  • Ever­y­thing that is wrong with „Mozart in the Jungle“. Sea­son 2, Epi­so­de 1 „Stern Papa“ | Bad Blog Of Musick – sehr schön: moritz eggert führt sei­ne betrach­tung der serie „mozart in the jungle“ aus sicht eines pro­fes­sio­nel­len musi­kers fort …

Der Mensch ist gut

»Wir wol­len nicht das Unmög­li­che ver­su­chen: die Gewalt mit Gewalt aus­zu­rot­ten. Wir wol­len nicht töten. Aber von die­ser Sekun­de an soll alle Arbeit ruhen. Denn alle Arbeit wür­de noch im Diens­te die­ses Zeit­al­ters des orga­ni­sier­ten Mor­des ste­hen. Das Zeit­al­ter des Ego­is­mus und des Gel­des, der orga­ni­sier­ten Gewalt und der Lüge hat in die­ser wei­ßen Sekun­de, hat in uns eben sein Ende erreicht. Zwi­schen zwei Zeit­al­ter schiebt sich eine Pau­se ein. Alles ruht. Die Zeit steht. Und wir wol­len über die Erde, durch die Städ­te, durch die Stra­ßen gehen und im Geis­te des kom­men­den neu­en Zeit­al­ters, des Zeit­al­ters der Lie­be, das eben begon­nen hat, jedem sagen: ‚Wir sind Brü­der. Der Mensch ist gut.‘ Das sei unser ein­zi­ges Han­deln in der Pau­se zwi­schen den Zeit­al­tern. Wir wol­len mit solch über­zeu­gen­der Kraft des Glau­bens sagen: ‚Der Mensch ist gut‘, daß auch der von uns Ange­spro­che­ne das tief in ihm ver­schüt­te­te Gefühl ‚der Mensch ist gut‘, unter hel­len Schau­ern emp­fin­det und uns bit­tet: ‚Mein Haus ist dein Haus, mein Brot ist dein Brot.‘ Eine Wel­le der Lie­be wird die Her­zen der Men­schen öff­nen im Ange­sich­te der unge­heu­er­lichs­ten Mensch­heits­schän­dung.«Leon­hard Frank, Der Mensch ist gut (1918), 64

frank, der mensch ist gut, 64

Twitterlieblinge Februar 2016


http://​twit​ter​.com/​U​n​g​e​b​u​e​h​r​l​i​c​h​/​s​t​a​t​u​s​/​6​9​6​2​5​8​8​6​4​9​1​6​9​1​8​272


http://​twit​ter​.com/​b​r​_​s​t​o​c​k​e​r​/​s​t​a​t​u​s​/​6​9​7​8​3​7​1​4​4​4​0​9​2​4​7​744


http://​twit​ter​.com/​b​o​v​/​s​t​a​t​u​s​/​7​0​1​4​5​0​4​2​9​7​0​4​6​2​6​177

(kur­zer Monat, kur­ze Liste …)

Ins Netz gegangen (26.2.)

Ins Netz gegan­gen am 26.2.:

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