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Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Taglied 27.9.2012

Jona­than Har­vey, Death of Light/​Light of Death:

Jona­than Har­vey … Death of Light/​Light of Death (1998) – I. Jesus Crucified

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Brennholz

Noch eine Neben­be­schäf­ti­gung mei­ner­seits: Das jähr­li­che Brenn­holz-Sägen, ‑Hacken und ‑Auf­set­zen. Letz­tes Wochen­en­de war es wie­der so weit.
Das sieht dann unge­fähr so aus:

Die Haupt­ar­beit fehlt aller­dings: Den Hau­fen gesäg­tes Holz (das teil­wei­se noch gehackt wer­den muss) in den Holz­schup­pen schaf­fen und dort auf­set­zen. Wir haben aber gear­bei­tet, als wür­den wir im Akkord bezahlt – da war kei­ne Zeit mehr für Fotos … (auf den Bil­dern vom letz­ten Jahr kann man das aber unge­fähr erken­nen). Aber der Win­ter kann jetzt wie­der kommen!

Taglied 22.9.2012

Chris­ti­an Ger­ha­her singt Beet­ho­vens „An die fer­ne Gelieb­te“, beglei­tet von Gerold Huber am Klavier:


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Taglied 20.9.2012

dewes­gen das hier:

Alex­an­der von Schlip­pen­bach solo

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Schlippenbachs Monk

Eine neue CD, die mir mein Abon­ne­ment der Intakt-Ver­öf­fent­li­chun­gen ins Haus bringt: Schlip­pen­bach plays Monk. Das macht er ja nicht zum ers­ten Mal, Intakt hat ja auch sei­ne gran­dio­se „Gesamt­auf­nah­me“ des Mon­kschen Oeu­vres mit den groß­ar­ti­gen Musi­kern von Die Ent­täu­schung ver­öf­fent­lich. Das hier ist aber noch ein­mal etwas ande­res. Ob bes­ser oder schlech­ter, ist schwer zu sagen. Schlip­pen­bachs Musik ist hier locke­re Kom­ple­xi­tät: Jeder Moment atment Luft, jeder Klang bleibt offen, Lücken in der Form beflü­geln Mon­ks genia­le Kom­po­si­tio­nen in die­ser Ein­spie­lung von Alex­an­der von Schlip­pen­bach, die neun Kom­po­si­tio­nen (eine dop­pelt ein­ge­spielt) mit kur­zen, frei impro­vi­sier­ten Zwi­schen­spie­len Schlip­pen­bachs kombiniert.
In kom­ple­xen Mus­tern und Abläu­fen bleibt die­se Inter­pre­ta­ti­on Mon­ks quick­le­ben­dig. Sicher, immer wie­der kann man die (geis­ti­ge) Nähe zur kom­po­nier­ten Neu­en Musik hören. Über­haupt kann man hier schon mal (wie­der) die Fra­ge stel­len, ob das Jazz ist (oder sein soll). Das klang­li­che Ergeb­nis unter­schei­det sich – gera­de bei den Eigenkompositionen/​Improvisationen Schlip­pen­bachs – zumin­dest beim ers­ten hören nicht wesent­lich von vie­len Kom­po­si­tio­nen der letz­ten 50 jah­re oder so. Bei den Monk-Inter­pre­ta­tio­nen, die so etwas wie das Gerüst die­ser Ein­spie­lung bil­den, ist das jaz­zig-impro­vi­sa­to­ri­sche Moment stär­ker zu hören – weil hier mit klas­si­schen Vor­ga­ben gear­bei­tet wird: einer Melo­die und zuge­hö­ri­ger Akkord­fol­ge als Aus­gangs­punkt. Aber selbst das stimmt nicht immer, man kann sich da schnell täu­schen: Weil Monk sich Schlip­pen­bach annä­hert und Schlip­pen­bach sich monk anver­wan­delt. Ulf Drech­sel schreibt im Begleit­text des­halb ganz treffend: 

Mon­kIst­Mon­kWird­Schlip­pen­bach­Bleibt­Mon­kBleibt­Schlip­pen­bach

Das triff die Qua­li­tät die­ser CD viel­leicht am bes­ten: Dass sich hier zwei Musi­ker, zwei See­len tref­fen, ver­mi­schen, ver­wan­deln und doch sie selbst blei­ben. Klang­lich ist das fas­zi­nie­rend und bele­bend, der Sound der Auf­nah­me ist wun­der­bar leben­dig und detail­ge­sät­tigt, so dass man Schlip­pen­bachs behut­sa­mes Spiel auf dem gro­ßen Stein­way in allen Facet­ten wahr­neh­men, nach­spü­ren und mit-/nach­voll­zie­hen kann. Die­se schein­bar ganz schlich­te Musik, die solis­ti­sche Impro­vi­sa­ti­on mit und über neun Monk-Kom­po­si­tio­nen ist aber unge­heu­er ein­neh­mend. Nicht nur durch ihre kul­ti­viert-ver­fei­ner­te Gelehr­sam­keit und for­ma­le Klar­heit – von dem wun­der­ba­ren Klang sprach ich ja schon -, son­dern auch dadurch, dass sie ganz unbe­küm­mert frisch und leben­dig bleibt. Das Alter der Wer­ke und des Pia­nis­ten hört man eben gera­de nicht. Höchs­tens mal in der abge­klär­ten Ent­spannt­heit, mit der Schlip­pen­bach das mon­ksche Mate­ri­al benutzt und ver­ar­bei­tet – er muss sich und uns nichts mehr bewei­sen. Und das hört man unbe­dingt – mit gro­ßer Freu­de. Irgend­wie spü­re ich da mehr Wahr­heit und Wahr­haf­tig­keit als in der meis­ten Musik, die uns sonst so umgibt (ohne jetzt direkt sagen zu kön­nen, wel­che Wahr­heit das ist): Das hat die Wir­kung erha­be­ner Kunst – sie ver­än­dert den Hörer, läu­tert ihn oder lässt ihn zumin­dest die Erha­ben­heit de Schön­heit wahrnehmen.

Alex­an­der von Schlip­pen­bach: Pia­no Solo. Schlip­pen­bach plays Monk. Intakt CD 207, 2012.

Vielen Dank für nichts

Was, ver­dammt noch mal, macht ein glück­li­ches Leben aus, und ist es mög­lich, bei­de For­men aus­zu­pro­bie­ren? (174f.)

Grau­sam ist alles: Grau­sam­keit beherrscht die Men­schen, die Gesell­schaf­ten, die Natur, die Sys­te­me, die Län­der, die Wel­ten, das Leben – alles. Grau­sam ist auch die­ses Buch, auf die typi­sche Sibyl­le-Berg-Wei­se. Näm­lich getarnt als scho­nungs­lo­se Offen­le­gung der Wirk­lich­keit – und ihrer Lee­re. Schön hyper­bo­lisch ist das, wirk­lich schön, inso­fern die Grau­sam­keit des Stof­fes und der Spra­che eben doch immer wie­der in Schön­heit umschlägt. Und es wird immer stär­ker. Ange­kom­men ist Sibyl­le Berg nun bei abso­lu­ter, per­ma­nen­ter Endzeit(-stimmung): Ganz allei­ne ist Toto.

Blut sah jeder ger­ne, wenn es nicht das eige­ne war, Prü­ge­lei­en sah jeder ger­ne, wenn er nicht selbst ver­prü­gelt wur­de, Aggres­sio­nen und Pein­lich­kei­ten, ohn­mäch­ti­ge Kin­der, gefal­le­ne Kin­der, das sah man sich doch ger­ne an, und wenn man nicht betei­ligt war, sah man sich auch ger­ne Unfäl­le an, doch nicht, um zu begrei­fen, wie schnell ein gesun­der Kör­per zu einem geschun­de­nen Kör­per wird, son­dern um sich zu freu­en, dass einer weni­ger zur Kon­kur­renz gehör­te. (66)

Die zen­tra­le Figur von Sibyl­le Bergs Roman Vie­len Dank für das Leben ist eine selt­sa­me Figur: Es wird nicht ganz klar, ob Toto Herm­aphro­dit, Inter­se­xu­el­ler, Zwit­ter oder was auch immer ist. Zunächst lebt er als Jun­ge, spä­ter dann als Frau. Aber genau­so unglück­lich. Eben­so egal ist es auch, ob Toto sich in der DDR befin­det, wo er auf­wächst, im Elend des sozia­lis­ti­schen Kin­der­heims und auf dem Dorf, bei einem Bau­ern­ehe­paar. Oder eher neben ihm, denn Toto ist immer, von Anfang an, von der Geburt an, als dem Arzt der ers­te Satz „Es ist ein …“, mit dem übli­cher­wei­se die Geschlechts­zu­schrei­bung erfolgt, miss­lingt, schon von die­sem Moment ist Toto an ein Außen­sei­ter. Aber ein tota­ler. Nicht, dass er über­haupt je eine Chan­ce gehabt hät­te, dar­an etwas zu ändern. Spä­ter frei­lich, nach der etwas selt­sam-unbe­tei­ligt-unfrei­wil­li­gen Flucht in die BRD, die eher eine Mit­nah­me ist (irgend­wann in den spä­ten 80ern muss das sein, aber alles im Text – fast alles – ist merk­wür­dig (und manch­mal ange­strengt) zeit- und ort­los), spä­ter gibt es von sei­ten Totos aus eini­ge zag­haf­te Ver­su­che der behut­sa­men (Pseudo-)Eingliederung in das, was sich da Gesell­schaft nennt. Aber irgend­wie ist Toto am Ran­de, als Beob­ach­ter der ande­ren, ste­cken­ge­blie­ben – ihre/​seine ein­zi­ge mög­li­che Rol­le von frü­hen Zei­ten an, in der sie kon­se­quent drin­bleibt. Weder zag­haf­te Ver­su­che posi­ti­ver Emo­tio­nen (etwa die Lie­be in Phnom Penh) oder Schmer­zen (der Bei­na­he-Tot­schlag …) befrei­en ihn/​sie dar­aus (wobei das befrei­en auch schon frag­lich wäre – ist das eine Befrei­ung? Oder ist Toto als Nicht-Teil, als sich-selbst-alles-Sei­en­der (viel­leicht meint das sein selt­sam kurio­ser Name?) frei­er als die „Norm“-Entwürfe des­sen, was man gemein­hin Leben nennt … 

Und dar­um geht es ja irgend­wie immer, das ist mehr als deut­lich: Gutes Leben, die gan­zen Ideen und Vor­stel­lung davon, wie man/​wir seine/​unsere Zeit auf Erden zu ver­brin­gen haben – das sind eben alles nur Mög­lich­kei­ten, nur Ideen, denen genau­so wenig Sinn inhä­rent ist wie ihren Gegen­tei­len. Da hilft auch das über­ir­di­sche Sin­gen fern jeder Prä­gung durch Bil­dung oder ande­re Musik, das Toto betreibt und das regel­mä­ßig bei den Zuhö­rern Gefühls­aus­brü­che & Wei­nen her­vor­ruft, nicht.

So groß­ar­tig Vie­len Dank für das Leben in man­chen Tei­len ist, es schei­nen doch auch eini­ge Län­gen durch. Und manch­mal wird der Ton­fall ner­vend, die­ses Dozie­ren der Schlech­tig­keit der Welt, der Men­schen, der Natur, des Kapi­ta­lis­mus, des Sozia­lis­mus, des allen (vor allem in den „Kommentar“-Teilen „Der Anfang“, „Die Mit­te“, „Das Ende“ ist das über­deut­lich, es schlägt aber auch sonst manch­mal arg auf­fäl­lig durch, dann kom­men nur noch blo­ße Phra­sen bei her­aus …). Aber dann gibt es eben doch immer wie­der auch die­se fas­zi­nie­ren­de Klar­heit der Berg’schen Pro­sa, die ver­let­zend wie Chi­ru­gen­stahl durch die Wirk­lich­keit schneidet:

Dege­ne­riert mögen sie sein, von Tumo­ren zer­setzt, doch die ster­ben nicht aus, die gewöh­nen sich an alles. Die Men­schen. (315)

Und die End­zeit hört ja auch ein­fach nicht auf, es bleibt ein­fach immer schreck­lich, kaum noch stei­ger­bar, aber irgend­wie doch im per­ma­men­ten Ver­fall. „Und wei­ter.“ sind dann auch in die­sem Sin­ne wun­der­bar tref­fend alle Kapi­tel der Toto-Hand­lung über­schrie­ben, die nicht nur durch die drei Kom­men­ta­re, son­dern auch durch ver­ein­zel­te Kapi­tel mit Aus­bli­cke in Neben­hand­lun­gen unter­bor­chen wer­den (unter denen Kasi­mir als eine Art Begleit- oder Gegen­fi­gur zu Toto her­aus­sticht: Kasi­mir, der mit Toto im Kin­der­heim auf­wächst, mit dem ihm kurz so etwas wie Freund­schaft (und Ver­lan­gen) ver­bin­det, dass dann in sys­te­ma­ti­schen Hass umge­formt wird von einem erwach­se­nen Kasi­mir, der ganz und gar im Sys­tem auf­geht, und einen ela­bo­riert-per­fi­den Plan der Ver­nich­tung Totos aus­ge­tüf­telt hat …) Nun ist das natür­lich kein Kul­tur­pes­sis­mus alter Sor­te, der sich eine wie auch immer phan­ta­sier­te bes­se­re Zeit zurück­wünscht. Das ist ein­fach tota­le (manch­mal viel­leicht auch tota­li­tät­re?) Des­il­lu­sio­nie­rungs­pro­sa. Das muss einem gefal­len, sonst wird man sich hier nur quä­len. Und gequält wer­den, von die­sem glo­ba­len Scheitern.

Ein Gefühl war nicht geplant gewe­sen. (367)

Sibyl­le Berg: Vie­len Dank für das Leben. Mün­chen: Han­ser 2012. 400 Sei­ten. 21,90 Euro. ISBN 978−3−446−23970−8

Taglied 16.9.2012

Zee­na Par­kins, Tho­mas Lehn und Jason Wil­lett in einem (zumin­dest zeit­wei­se) gran­dio­sen flow:

Tho­mas Lehn , Zee­na Par­kins and Jason Wil­lett at High Zero 2011

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Taglied 14.9.2012

Heu­te eine fei­ne Pre­zio­se: Ein kom­plet­ter Mit­schnitt eines Kon­zer­tes von Naked City:

John Zorn’s Naked City – Live in NY – April 9th 1992 (full show)

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Taglied 13.9.2012

Heu­te muss es natür­lich etwas von Arnold Schön­berg sein. Zum Bei­spiel Aus­schnit­te aus den Gur­re­lie­dern in der Digi­tal-Con­cert-Hall der Ber­li­ner Phil­har­mo­ni­ker.

Oder die herr­lich fas­zi­nie­ren­den 3 Kla­vier­stü­cke op. 11, hier von Maui­zio Pol­li­ni mus­ter­gül­tig gespielt:


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Und für die Lieb­ha­ber his­to­ri­scher Auf­nah­men: Edu­ard Steu­er­mann mit den Fünf Kla­vier­stü­cken op. 23:
https://web.archive.org/web/20130302215646/http://www.youtube.com/watch?v=AXvmmjPHsVs

Taglied 11.9.2012

Mahlers 9. Sym­pho­nie, in einer Auf­nah­me des Lon­don Sym­pho­ny Orches­tra unter Valery Ger­giev – beson­ders der drit­te Satz ist gelungen:

Mahler : Sym­pho­ny No.9 in D Major

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