Der dunkle Herbst kehrt ein voll Frucht und Fülle,
[…]—Georg Trakl, Der Herbst des Einsamen
Vergilbter Glanz von schönen Sommertagen.
Ein reines Blau tritt aus verfallener Hülle;
Der Flug der Vögel tönt von alten Sagen.
Gekeltert ist der Wein, die milde Stille
Erfüllt von leiser Antwort dunkler Fragen
Kategorie: kleinkram Seite 2 von 45
Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Friedrich Hebbel
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.
wer hat diesen mond auf die blaue flur,
— Carolin Callies, schatullen & bredouillen, 83
wer hat diesen mund auf die nacht angesetzt?“
Er wurde, sonst ein gar lebenskräftiger jovialer mann, sehr nachdenklich, und wie ich es gar nicht erwartet hatte, sprach er: „In alter Zeit hatten wir einen frommen schlichten Glauben, wir erkannten das Jenseits, aber auch die Blödigkeit unserer Sinne, dann kam die Aufklärung, die alles so klar machte, dass man vor lauter Klarheit nichts sah, un sich am nächsten Baume im Walde die Nase stieß, jetzt soll das Jenseits erfasst werden mit hinübergestreckten Armen von Fleisch und Bein.“
— E. T. A. Hoffmann, Ein Fragment aus dem Leben dreier Freunde, zitiert nach Harald Neumeyer (Hrsg.), Gespenster. Berlin: Secession 2019 (Handliche Bibliothek der Romantik, 1), S 97f.

aus: carolin callies, bewohnbare kästen (schatuullen & bedouillen, 28)
So wahr ist’s, dass etwas Daurendes nur durch Erziehung begründet ist und dass jede Weltänderung, die keine innere Beziehung (was von äußeren Erziehungsvorschriften und Systemen ganz verschieden) zur Erziehung hat, wie ein Wolkenschatten vorübergeht.
— Achim von Arnim, Die drei liebreichen Schwestern und der glückliche Färber. Ein Sittengemälde [1812], zitiert nach Christiane Holm (Hg.), Handarbeit. Berlin: Secession 2020 (Handliche Bibliothek der Romantik, 5), S. 127f.
Man wird davon nicht klüger. Aber Gedichte sind Wegmarkierungen, die helfen aus dem Gestrüpp.
—Sylvie Schenk, Roman d’amour, 9
"The trouble with fiction," said John Rivers, "is that it makes too much sense. Reality never makes sense."
—Aldous Huxley, The Genius and the Goddess, 7
[…]Die aufgelassenen Gräber der Einsamen besitzen mehr Ewigkeit
als jede schwere Marmorgruft. In großen Stätten stehen große Urnen
für kleine Leben. Und der Rest? Die Menschheit? Du und ich?Wir werden leuchten, wenn die Erde uns zu Öl verkocht.
—Verena Stauffer, Ousia, 108
Wolke, wohin du gewolkt bist.
—aus: Elke Erb, „Ursprüngliche Akkumulation“ (in: Elke Erb, Mensch sein, nicht, 1998)
Ein herrlicher Maitag – mir im Gemüte.
