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Schlagwort: verschlüsselung

netz mit fisch (unsplash.com)

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Ins Netz gegan­gen am 7.2.:

  • Wind­parks schaf­fen neu­en Lebens­raum| enorm → ergeb­nis­se einer dis­ser­ta­ti­on: off-shore-wind­parks in der deut­schen nord­see zie­hen höhe­re arten­viel­falt nach sich. die bio­to­pe wer­den also sehr deut­lich ver­än­dert – was man aber in die­sem fall durch­aus posi­tiv sehen kann/​darf

    In der deut­schen Nord­see fin­den sich haupt­säch­lich Sand­bio­to­pe und damit ver­gleichs­wei­se aus­ge­räum­te Mee­res­land­schaf­ten. Das Ein­brin­gen von Tur­bi­nen in die­se Bio­to­pe führt dazu, dass sich neue Tier­welt ansie­delt, die es bis dato in der Men­ge dort nicht gege­ben hat. Die Wind­rä­der sind wie neue geschaf­fe­ne Rif­fe, wodurch sich die Diver­si­tät in den Off-Shore-Wind­parks enorm erhöht. Zuerst sie­deln sich Muscheln und Ben­thos­le­be­we­sen – also Mee­res­bo­den­be­woh­ner wie Krus­ten­tie­re und Wür­mer – an den Tur­bi­nen an. Die­se locken Fische an und die Fische wie­der­um zie­hen, mög­li­cher­wei­se, Schweins­wa­le und Vögel an. Ins­ge­samt führt das dazu, dass sich in den Wind­parks mehr Lebe­we­sen wie­der­fin­den als vor­her in der Regi­on waren.

  • Tele­fon­num­mer als UID? Die sind doch gehasht!| Ben­ja­min @ Dia­spo­ra → ben­ja­min erklärt, war­um tele­fon­num­mern als uni­que iden­ti­fiers auch dann unsi­cher sind, wenn sie gehasht gespei­chert wer­den: weil die rechen­leis­tung moder­ner chips die hash-umkehr viel zu schnell schafft, als dass man da noch von sicherheit/​schutz spre­chen könnte …
  • Sprach­for­sche­rin Eli­sa­beth Weh­ling: „Wir gehen Trump immer noch auf den Leim“| Tages­spie­gel → lan­ges, inter­es­san­tes inter­view mit eli­sa­beth weh­ling über spra­che, poli­tik, medi­en und framing
  • Open-Access-Tran­si­ti­on von Lin­gua zu Glos­sa: Wider „die gna­den­lo­sen Geschäfts­prak­ti­ken Else­viers“| Netz​po​li​tik​.org → leon­hard dobusch spricht mit wal­traud paul über die umwand­lung der else­vier-zeit­schrift „lin­gua“ in die open-access-zeit­schrift „glos­sa“

    Dafür gibt es zwei Grün­de. Einer­seits eine kla­re Ver­schlech­te­rung der Arbeits­be­din­gun­gen für den Her­aus­ge­ber von Lin­gua, Johan Roo­ryck, und sein Team von 5 Mit­her­aus­ge­bern. Deren ver­trag­li­che Bin­dung an Else­vier mutier­te von einer Art “gentleman’s agree­ment” Ende der 1990er Jah­re zu einem extrem detail­lier­ten und umfang­rei­chen Ver­trag, der dem Her­aus­ge­ber­team immer zahl­rei­che­re Zwän­ge auf­er­leg­te. Gleich­zei­tig hat­te das Her­aus­ge­ber­team immer weni­ger Hand­lungs­frei­heit und muss­te sich mehr und mehr gegen die Ein­mi­schung des Else­vier-Manage­ments (zuletzt in der Per­son von Chris Tancock, Else­viers “Linguist-Portfolio”-Zuständigem) in die wis­sen­schaft­li­chen Aspek­te der Zeit­schrift weh­ren, wie z.B. bei der Wahl neu­er Mit­her­aus­ge­ber. Ande­rer­seits führ­te die extre­me Pro­fit­gier Else­viers zu einem wach­sen­den Unbe­ha­gen sowohl beim Her­aus­ge­ber­team als auch bei den Lin­gu­is­ten, die – umsonst! – für Lin­gua als Review­er arbei­te­ten. Da die­sel­ben Lin­gu­is­ten oft in Biblio­theks­gre­mi­en sozu­sa­gen „live“ die gna­den­lo­sen Geschäfts­prak­ti­ken Else­viers mit­er­leb­ten, waren sie immer weni­ger dazu bereit, ihre Zeit und Exper­ti­se Else­vier kos­ten­los zur Ver­fü­gung zu stellen.

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  • Ein deut­scher Dich­ter bin ich einst gewe­sen | ver­bre­che­rei – Max Herrmann-Neisse:

    Ein deut­scher Dich­ter bin ich einst gewesen,
    die Hei­mat klang in mei­ner Melodie,
    ihr Leben war in mei­nem Lied zu lesen,
    das mit ihr welk­te und mit ihr gedieh.

    Die Hei­mat hat mir Treue nicht gehalten,
    sie gab sich ganz den bösen Trie­ben hin,
    so kann ich nur ihr Traum­bild noch gestalten,
    der ich ihr trotz­dem treu geblie­ben bin.

    – der Ver­bre­cher-Ver­lag hat jetzt auch ein Verlagsblog …

  • Spä­te Kriegs­ge­winn­ler – Wie­ner Zei­tung Online – Edwin Baum­gart­ner über die flut an bedruck­tem papier im gedenk­jahr zum ers­ten weltkrieg

    Und so ein­fach ist es auch beim Ers­ten Welt­krieg: Es ist ein Rie­sen­re­ma­su­ri, ein – wie heißt das bei­na­he deut­sche Wort? – ja, rich­tig: ein Hype.

    /​via „der umblät­te­rer“, die das nicht ganz zu unrecht zum feuil­le­ton des jah­res 2014 wähl­ten (http://​www​.umblaet​te​rer​.de/​2​0​1​5​/​0​1​/​1​3​/​d​i​e​-​e​r​g​e​b​n​i​s​s​e​-​d​e​r​-​f​e​u​i​l​l​e​t​o​n​-​m​e​i​s​t​e​r​s​c​h​a​f​t​-​2​0​14/)

  • What David Came­ron just pro­po­sed would end­an­ger every Bri­ton and des­troy the IT indus­try – Boing Boing – david came­ron will den bösen buben die ver­schlüs­se­lung ver­bie­ten. dumm nur, dass er halt kei­ne ahnung hat: „David Came­ron does­n’t under­stand tech­no­lo­gy very well, so he does­n’t actual­ly know what he’s asking for“, sagt cory doc­to­row, „it puts the who­le nati­on – indi­vi­du­als and indus­try – in ter­ri­ble jeopardy. “
  • 33. Euro­pas Wer­te und das Para­dox der Auf­klä­rung | Geschich­te wird gemacht – achim land­wehr über euro­päi­sche wer­te (eigen­tum!) und ihre para­doxa­le struktur
  • Schlund | Peter Rich­ter – peter rich­ter hat einen „mon­tags-spa­zier­gang“ in dres­den besucht und in die abgrün­de der pegida-„bewegung“ geschaut.
  • Bücher von Pop­mu­si­kern: Wah­re Grö­ße gibt es nur schwarz auf weiß | ZEIT ONLINE – ger­rit bartels steht etwas hilf­los vor dem phä­no­men, dass schein­bar immer mehr popmusiker/​innen bücher schrei­ben und ver­öf­fent­li­chen (wie gleich der ers­te kom­men­ta­tor bemerkt, hat er mit tho­mas meine­cke das bes­te bei­spiel vergessen …)

    Das Kano­ni­sie­ren von Pop und bestimm­ten Pop­sze­nen geht also inten­siv wei­ter. Auch für Musi­ker ist es da attrak­tiv, die flüch­ti­gen Pop­mo­men­te auf den Büh­nen und den DJ-Kan­zeln fest­zu­hal­ten, die Drei­mi­nu­ten-Sin­gle und den Club-Hit in eine Erzäh­lung zu bet­ten und damit zu sichern. Ein Buch hat eben doch Bestand, ist ein ganz eige­ner Wert.

  • Pegi­da-Demons­tra­tio­nen – „Das ist alles ernst zu neh­men“ – Der Direk­tor der säch­si­schen Lan­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung, Frank Rich­ter, hat zum Dia­log mit den Anhän­gern der Pegi­da-Grup­pie­rung auf­ge­ru­fen. „Wir haben es offen­sicht­lich mit einem Pro­blem­s­tau zu tun“, sag­te Rich­ter im Deutsch­land­funk. Man müs­se den Bür­gern respekt­voll zuhö­ren, so schwie­rig es auch sein möge.
  • Isla­mi­sie­rung, Mar­ken­schutz und dum­me Fra­gen – jür­gen kau­be hat recht:

    Gefüh­le haben ihr eige­nes poli­ti­sches Recht. Die Fra­ge ist nur, ob sich zutref­fen­de Gedan­ken dar­aus machen lassen.

  • Wie es bei „May­brit Ill­ner“ im ZDF wirk­lich zugeht – der autor ulf erd­mann zieg­ler war bei der ill­ner-rede­grup­pe im zdf als gast gela­den. und kann sku­ri­le ergeb­nis­se berich­ten, die alle hoff­nung auf qua­li­täts­jour­na­lis­mus im talk­for­mat vernichten.

    Okay, die plötz­li­che Über­frach­tung der Sen­dung mit Sebas­ti­an Edathy und sei­nem Schick­sal ist das eine. Den­noch, man hät­te die Kur­ve krie­gen kön­nen. Wie wäre es etwa mit der Fra­ge gewe­sen: ob, Herr Zieg­ler, was an die­sem Don­ners­tag die Haupt­stadt erschüt­ter­te, eigent­lich ein gutes Roman­the­ma sei. Aber mit Sicher­heit, Frau Ill­ner! Die Neben­rol­le der Igno­ran­tin, die sich all­wis­send gibt, wäre Ihnen dar­in sicher.

Sicherheit

Mit einer hes­si­schen Poli­zei­sta­ti­on auf digi­ta­lem Weg Kon­takt auf­zu­neh­men, das ist gar nicht so ein­fach. Es geht schon damit los, über­haupt eine E‑Mail-Adres­se zu fin­den – die sind gut ver­steckt. Offen­bar will man nicht zu viel Arbeit haben ;-). Auf das Kon­takt­for­mu­lar darf man auch nicht hof­fen, nach einer Woche habe ich da noch kei­ne Reak­ti­on erhal­ten. Hat man aber eine E‑Mail-Adres­se gefun­den (es gibt sie tat­säch­lich!) – übri­gens auf einer Sei­te, die den schö­nen Titel „Will­kom­men im Inter­net der hes­si­schen Poli­zei“ trägt (ich wuss­te gar nicht, dass die ein eige­nes Inter­net haben …) – beginnt der Spaß erst rich­tig. Dass es nir­gend­wo eine Mög­lich­keit gibt, ver­schlüs­sel­te Mails zu schi­cken – das habe ich ja schon fast erwar­tet, auf einen irgend­wo aus­ge­wie­se­nen Schlüs­sel gar nicht erst gehofft. Natür­lich wird auch die Mög­lich­keit der Ver­schlüs­se­lung von E‑Mails über­haupt nicht erwähnt. Das ist ja immer­hin so, als wür­de die Post Anzei­gen etc. nur per Post­kar­te anneh­men und Brie­fe ver­wei­gern. Also schrieb ich eben unver­schlüs­selt mei­ne Fra­ge nach ver­schlüs­sel­ter Kom­mu­ni­ka­ti­on. Und ich hat­te die Dreis­tig­keit, die­se Mail mit mei­nem Schlüs­sel zu signie­ren. Was pas­siert dann? Ganz gro­ßes Theater:

Ihre Mail an PST.ERBACH.ppsh@polizei.hessen.de mit dem Betreff […] wur­de auf einem der E‑Mailserverinfrastruktur der hes­si­schen Poli­zei vor­ge­la­ger­tem Sys­tem geprüft. 

Die Prü­fung ergab, dass Ihre E‑Mail nicht den der­zeit defi­nier­ten Schutz­kri­te­ri­en der hes­si­schen Poli­zei ent­spricht, somit geblockt wur­de und nicht an das von Ihnen adres­sier­te Post­fach zuge­stellt wird. Die E‑Mail ent­hielt mög­li­cher­wei­se akti­ve Inhal­te (z.B. Makros), einen oder meh­re­re uner­laub­te Datei­an­hän­ge, eine zu gro­ße Anzahl an Emp­fän­gern oder mehr als 50 Anhän­ge bzw. der Mai­l­an­hang ist über 3 MB groß oder ver­schlüs­selt. Die Mail wur­de daher gelöscht, das von Ihnen adres­sier­te Post­fach wird die E‑Mail nicht erhalten.

Da füh­le ich mich doch gleich rund­um sicher, wenn sol­che Spe­zia­lis­ten am Werk sind. Das ist wohl noch ein ziem­lich wei­ter Weg, bis Deutsch­land „Ver­schlüs­se­lungs­stand­ort Nr. 1 auf der Welt“ wird, wie es die Bun­des­re­gie­rung mit ihrer „Digi­ta­len Agen­da“ anstrebt. Wäre ich zynisch, wür­de ich sagen: Natür­lich haben die kein Inter­es­se dar­an, dass mög­lichst vie­le Bür­ger Mail-Ver­schlüs­se­lung benut­zen – dann kön­nen sie und ihre Kol­le­gen von den Geheim­diens­ten die­ser Welt das ja auch nicht mehr so ein­fach mitlesen ;-).

Ins Netz gegangen (8.9.)

Ins Netz gegan­gen am 8.9.:

  • Daten­schutz: Mein digi­ta­ler Zwil­ling gehört mir – FAZ – Auch Juli Zeh hat recht, wenn sie das „poli­ti­schen Phleg­ma“ der Deut­schen beklagt. Aber lei­der auch kei­ne Idee, wie man „die ande­ren“ auf­rüt­teln könn­te … Dabei geht es ja um so viel, wie sie auch noch mal betont – nicht nur um ein biss­chen Inter­net und ein paar Kon­takt­da­ten oder so:

    Inter­net­be­nut­zung als Rechts­ver­zicht? So funk­tio­niert unser Gemein­we­sen nicht. Wenn Miss­stän­de, ja Rechts­brü­che in gro­ßem Umfang auf­ge­deckt wer­den, ist es nicht unse­re Auf­ga­be, etwas dage­gen zu unter­neh­men. Es obliegt der Poli­tik, öffent­li­che Räu­me so zu gestal­ten, dass sich die Bür­ger dar­in frei bewe­gen können.

    Das Bild des „digi­ta­len Zwil­lings“, der aus den Daten geschaf­fen wird, ist eigent­lich eine schö­ne Meta­pher – und zeigt auch, war­um es so wich­tig ist, sich um die­se Daten zu küm­mern: weil die auch wir selbst sind …

  • John Lahr: Whe­re Do Clai­re Danes’s Vol­ca­nic Per­for­man­ces Come From? : The New Yor­ker -

    Alt­hough the­re is not­hing domi­nee­ring in Danes’s deme­an­or on the set—she crea­tes no com­mo­ti­on around herself—onscreen she is capa­ble of what David Hare­wood, who play­ed the stone­wal­ling depu­ty direc­tor of the C.I.A. in the first two sea­sons, calls a “tsu­na­mi of emo­ti­on.” In extre­mis or out of it, her body sema­pho­res feeling.

    John Lahr hat für den „New Yor­ker“ ein seee­ehr aus­führ­li­ches Por­trät der Schau­spie­le­rin Cla­rie Danes geschrie­ben, das sich vor allem auf die schau­spie­le­ri­sche Tech­nik Danes’ kon­zen­triert (anläss­lich des bevor­ste­hen­den Starts der drit­ten Staf­fel von „Home­land“ – für das Danes übri­gens einen Ver­trag über 7 Jah­re hat …)

  • Aus dem Maschi­nen­raum: Die Steig­bü­gel­hal­ter der Spio­ne – Aus dem Maschi­nen­raum – FAZ – Con­stan­ze Kurz über die „Trus­ted Chips/Computing“-Idee:

    Die Skep­sis der Nut­zer gegen­über der Ver­trau­ens­wür­dig­keit der Her­stel­ler ist nicht unbe­grün­det, wie die Ent­hül­lun­gen über die mas­sen­wei­sen Ein­brü­che der NSA in Com­pu­ter welt­weit zei­gen. Ohne die Unter­stüt­zung der zumeist ame­ri­ka­ni­schen Her­stel­ler der Betriebs­sys­te­me und Soft­ware wäre dies kaum in so rie­si­gem Umfang mög­lich. Gerüch­te über Vor­ab­in­for­ma­tio­nen an die NSA über gefun­de­ne Schwach­stel­len, absicht­lich zurück­ge­hal­te­ne Feh­ler­be­he­bun­gen und ver­deck­te Hin­ter­tü­ren gibt es seit Jahr­zehn­ten. Nun wis­sen wir, dass es sich nicht um Ver­schwö­rungs­theo­rien handelte.

  • NSA-Affä­re: „Die Über­wa­chung muss unser Wahl­ver­hal­ten beein­flus­sen“ | ZEIT ONLINE – Phil Zim­mer­mann, der Erfin­der der PGP-Ver­schlüs­se­lung, im Interview:

    Wir alle müs­sen ler­nen, unse­re Kom­mu­ni­ka­ti­on zu schüt­zen, denn damit bie­ten wir ande­ren Men­schen Schutz. Wenn wir unse­re Gesell­schaft vor einer schlim­men Zukunft bewah­ren wol­len, muss Ver­schlüs­se­lung zur Bür­ger­pflicht werden.
    […] Es geht auch um die Fra­ge, in wel­cher Welt wir leben wol­len. Wer über­all Über­wa­chungs­ka­me­ras auf­stellt, um zu sehen, ob jemand Müll auf die Stra­ße wirft, hat ver­mut­lich sau­be­re Stra­ßen. Aber der Preis dafür ist zu hoch. Man gibt sei­ne per­sön­li­che Frei­heit auf. Wenn jeder Schritt von uns über­wacht wird und man das weiß, rich­tet man sein Ver­hal­ten unwill­kür­lich danach aus, will nicht auf­fal­len, nicht anecken. Nie­mand wird noch etwas riskieren.

    Lei­der ist er an einer Stel­le etwas arg opti­mis­tisch, wenn es dar­um geht, das Geheim­diens­te Bür­ger ande­rer Natio­nen aus­spä­hen: Er sieht das als nicht so schlimm, weil die­se ja kei­nen direk­ten Zugriff auf die Bür­ger haben. Theo­re­tisch stimmt das (auch an sei­nem Bei­spiel Chi­na), für die USA und Deutsch­land z.B. aber lei­der eben nicht …

  • Hirn­for­schung: Mär­chen­haf­tes Ver­spre­chen | ZEIT ONLINE – Die „Zeit“ setzt ihre Aus­ein­an­der­set­zung mit der Neu­ro­di­dak­ti (bei ihr immer in Anfüh­rungs­zei­chen …), der Ver­bin­dung von Neu­ro­wis­sen­schaf­ten und Päd­ago­gik, fort. Heu­te weist Ulrich Schna­bel dar­auf hin, dass sie bis­her sei­ner Wahr­neh­mung nach noch fast gar nichts leistet:

    Ihren Nut­zen offen­bart die Hirn­for­schung bis­lang vor allem bei der Klä­rung patho­lo­gi­scher Fäl­le – etwa bei Lese-Recht­schreib-Schwä­che (Dys­le­xie) oder Rechen­schwä­che (Dys­kal­ku­lie) – bei denen sich neu­ro­na­le Abwei­chun­gen zei­gen. Zur Fra­ge, wie man das Ler­nen gesun­der Kin­der in der Schu­le för­dert, hat sie wenig bei­zu­tra­gen. Wie könn­te sie auch?

Ins Netz gegangen (5.9.)

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  • US and UK spy agen­ci­es defeat pri­va­cy and secu­ri­ty on the inter­net | the​guar​di​an​.com – Wer jetzt noch glaubt, das sei ja alles nicht so schlimm, was Ame­ri­ka­ner und Bri­ten beim Lau­schen und Abhö­ren trei­ben, soll­te wohl wirk­lich in den Wald gehen:

    The docu­ments show that the agen­cy has alre­a­dy achie­ved ano­ther of the goals laid out in the bud­get request: to influence the inter­na­tio­nal stan­dards upon which encryp­ti­on sys­tems rely.

    Inde­pen­dent secu­ri­ty experts have long suspec­ted that the NSA has been intro­du­cing weak­ne­s­ses into secu­ri­ty stan­dards, a fact con­firm­ed for the first time by ano­ther secret docu­ment. It shows the agen­cy work­ed covert­ly to get its own ver­si­on of a draft secu­ri­ty stan­dard issued by the US Natio­nal Insti­tu­te of Stan­dards and Tech­no­lo­gy appro­ved for world­wi­de use in 2006.

    […]

    „Pro­ject Bull­run deals with NSA’s abili­ties to defeat the encryp­ti­on used in spe­ci­fic net­work com­mu­ni­ca­ti­on tech­no­lo­gies. Bull­run invol­ves mul­ti­ple sources, all of which are extre­me­ly sen­si­ti­ve.“ The docu­ment reve­als that the agen­cy has capa­bi­li­ties against wide­ly used online pro­to­cols, such as HTTPS, voice-over-IP and Secu­re Sockets Lay­er (SSL), used to pro­tect online shop­ping and banking.

  • N.S.A. Foils Much Inter­net Encryp­ti­on – NYTi​mes​.com – Auch die NYT berich­tet über die Mög­lich­kei­ten der NSA, Ver­schlüs­se­lun­gen zu knacken:

    The Natio­nal Secu­ri­ty Agen­cy is win­ning its long-run­ning secret war on encryp­ti­on, using super­com­pu­ters, tech­ni­cal tri­ckery, court orders and behind-the-sce­nes per­sua­si­on to under­mi­ne the major tools pro­tec­ting the pri­va­cy of ever­y­day com­mu­ni­ca­ti­ons in the Inter­net age, accor­ding to new­ly dis­c­lo­sed documents.
    […] By this year, the Sig­int Enab­ling Pro­ject had found ways insi­de some of the encryp­ti­on chips that scram­ble infor­ma­ti­on for busi­nesses and govern­ments, eit­her by working with chip­ma­kers to insert back doors or by sur­rep­ti­tious­ly exploi­ting exis­ting secu­ri­ty flaws, accor­ding to the docu­ments. The agen­cy also expec­ted to gain full unen­crypt­ed access to an unna­med major Inter­net pho­ne call and text ser­vice; to a Midd­le Eas­tern Inter­net ser­vice; and to the com­mu­ni­ca­ti­ons of three for­eign governments.

  • TV-Wahl­kampf: Nur was für Pen­sio­nä­re | ZEIT ONLINE – Khue Pham über Wah­len, Wahl­kampf und Fernsehen:

    Deutsch­land, so die Kanz­le­rin und der Kan­di­dat, gehe es gut. Doch wie gut kann es uns gehen, wenn sich der größ­te Streit­punkt an Pen­sio­nen ent­zün­det? Ist das die ein­zi­ge Zukunfts­vi­si­on, die sie sich, uns und die­sem Land zutrauen?

  • Eine mili­tä­ri­sche Inter­ven­ti­on in Syri­en wäre nicht legal – Sven Simon über die Lega­li­tät einer (wie auch immer gear­te­ten) mili­tä­ri­schen Inter­ven­ti­on in Syri­en als Reak­ti­on auf den Ein­satz von che­mi­schen Waffen:

    Ein nicht vom Sicher­heits­rat auto­ri­sier­ter Mili­tär­schlag gegen Syri­en bleibt also völ­ker­recht­lich grund­sätz­lich ver­bo­ten – unab­hän­gig davon ob der Ein­satz che­mi­scher Waf­fen nach­ge­wie­sen wer­den kann oder nicht. Ob der Sicher­heits­rat eine mili­tä­ri­sche Inter­ven­ti­on expli­zit ablehnt oder erst gar nicht über ein mili­tä­ri­sches Ein­grei­fen abge­stimmt wird, ist für die völ­ker­recht­li­che Bewer­tung nicht ent­schei­dend. Aber weder der US-ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent noch der Kon­gress der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka ist zu einer „Straf­ak­ti­on“ berechtigt.

  • Im Gespräch: Juli­an Nida-Rüme­lin: „Wir soll­ten den Aka­de­mi­sie­rungs­wahn stop­pen“ – FAZ – Juli­an Nida-Rüme­lin im Inter­view über Bil­dung, Aus­bil­dung, Uni­ver­si­tä­ten, Markt und Per­son und die Ver­än­de­run­gen der letz­ten Jah­re in Deutsch­land, inklu­si­ve PISA („Wenn Sie genau hin­schau­en, erken­nen Sie, dass das gan­ze Pisa-Pro­gramm auf beruf­li­che Ver­wert­bar­keit und nicht auf Per­sön­lich­keits­bil­dung aus­ge­rich­tet ist“):

    Es fin­det gegen­wär­tig kei­ne Bil­dungs­expan­si­on statt, die sozia­le Selek­ti­vi­tät in Deutsch­land ist skan­da­lös hoch, höher als in den sieb­zi­ger Jah­ren. Ich bin sehr für eine durch­dach­te Bil­dungs­expan­si­on. Wir wer­den bald 60 Pro­zent Stu­di­en­be­rech­tig­te pro Jahr­gang haben, in man­chen Städ­ten lie­gen wir schon bei 70 Pro­zent. Mei­ne The­se ist, dass sich dar­aus eine neue Qua­li­tät ergibt – eine nega­ti­ve. Wir gefähr­den den Kern des deut­schen Wirt­schafts­mo­dells, die auf exzel­len­ten Qua­li­fi­ka­tio­nen begrün­de­ten mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men, die auf dem Welt­markt mit­spie­len können. 

    Schön, dass er sich auch von der FAZ nicht in die par­tei­po­li­ti­sche Ecke (SPD) abdrän­gen lässt …

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