Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Schlagwort: taz

Olympia für Verweigerer

Ich muss schon sagen, nach fast einer Woche steht für mich fest: Die bes­te Olym­pia-Bericht­erstat­tung macht ein­deu­tig die taz. Wie immer ziem­lich respekt­los, aber mit allen halb­wegs wich­ti­gen Infor­ma­tio­nen und Plat­zie­run­gen, vor allem aber nicht so lang­wei­lig und tro­cken wie vie­le ande­re. Sicher, man­che Wit­zel­chen sind manch­mal auch hier etwas arg bemüht. Aber das For­mat mag ich trotz­dem. Obwohl ich ja gar kein gro­ßer Freund von Sport­groß­ver­an­stal­tun­gen bin … Inzwi­schen führt das dazu, dass ich die gan­zen Son­der­sei­ten der ande­ren Zei­tun­gen getrost igno­rie­re und nur ab und an bei der taz online auf­schla­ge. Da macht das wenigs­tens Spaß, auch ganz ohne über­schüs­si­gen Pseu­do­pa­trio­tis­mus. Und die Fehl­leis­tun­gen ande­rer Medi­en bekommt man auch gleich noch ser­viert – was will ich mehr?

aPaper: Die taz-App für Androide – endlich!

(ich weiß, ein beschis­se­nes Wort. Ich glau­be, das haben die Leu­te von der taz auch nicht wirk­lich ernst gemeint …)

Jeden­falls: Jetzt gibt es die taz auch als App für Andro­ide. Das habe ich gleich mal ausprobiert …

Das digi­ta­le Abo der taz ist ja sowie­so eine fei­ne Sache, fin­de ich. Vor allem in Ver­bin­dung mit dem Wochen­end-Abo: Man bekommt Sams­tags die taz & sonn­taz (also ver­hält­nis­mä­ßig viel Zei­tung) in den Brief­kas­ten und kann für gera­de mal 1 Euro pro Woche die digi­ta­le Aus­ga­be dazu abon­nie­ren. (Gera­de bei der Süd­deut­schen ist das ja völ­lig anders, da muss man noch ein­mal rich­tig tief in die Tasche grei­fen, wenn man nicht nur die Papier­aus­ga­be haben will.) Die gab es bis­her schon in vie­len For­ma­ten, unter ande­rem pdf, epub (sehr löb­lich!) und auch als mobi-Datei, die auto­ma­tisch an mei­nen Kind­le ver­sen­det wird. Das funk­tio­niert zwar, ist aber doch etwas gewöh­nungs­be­dürf­tig, weil die digi­ta­le taz – offen­bar aus kon­ver­tie­rungs­öko­no­mi­schen Grün­den – nicht das „Zei­tungs­for­mat“ des Kind­le nutzt, in dem man beque­mer von Arti­kel zu Arti­kel sprin­gen kann, son­dern als fort­lau­fen­der Text alle Arti­kel mit zwi­schen­ge­schal­te­ten Sei­ten­fak­si­mi­les dar­stellt. Das heißt aber, wenn man nicht so sehr viel liest, ist man ewig am Blät­tern – und das hält am Kind­le halt doch immer etwas auf.

Aber jetzt: Die taz auf Android-Gerä­ten. Ich habe sie zunächst auf dem Sony Tablet S gete­test. Und das macht rich­tig Spaß. Man kann natür­lich ganz bequem sei­ne Abo-Daten in die kos­ten­los im Play-Store von Goog­le erhält­li­che App ein­ge­ben und dann die gewünsch­ten Aus­ga­ben her­un­ter­la­den. Die Ein­stel­lun­gen bie­ten das nötigs­te, ohne gro­ßen Schnick­schnack: auto­ma­ti­sches Laden der nächs­ten Aus­ga­be, basa­le Ein­stel­lun­gen zum Lay­out (Schrift­grö­ße, Spal­ten­zahl etc.), und das war’s eigent­lich auch schon. Über­haupt ist die gan­ze App recht schlicht gehal­ten: Zei­tung pur sozu­sa­gen. Da ist nicht viel mit inter­ak­ti­ven Inhal­ten oder Vide­os oder Bil­der­ga­le­rien (zumin­dest habe ich noch kei­ne ent­deckt). Das ist für mich aber auch okay so. Denn die Text sind gut zu lesen, ein­fach zu navi­gie­ren: Ent­we­der über die Sei­ten­fak­si­mi­les (ein Tip­pen auf einen Arti­kel holt ihn in der Text­an­sicht her­vor) oder über das Inhalts­ver­zeich­nis. Dort kann man sich, das fin­de ich nett gemacht, auch sei­ne eige­ne taz zusam­men­stel­len: Ein­fach im aus­führ­li­chen Ver­zeich­nis (mit Anrei­ßer) die gewünsch­ten Tex­te mar­kie­ren, dann kann man sie ein­fach der Rei­he nach durch­wi­schen (und natür­lich lesen). Schön. 

Und das funk­tio­niert nicht nur auf dem 10-Zoll-Tablet gut (das ist ja ver­gleichs­wei­se ein­fach), son­dern läuft auch auf dem 4‑Zoll-Bild­schirm mei­nes Sam­sung Nexus wun­der­bar: Auf den Fak­si­mi­lies erkennt man zwar nicht viel, aber immer­hin die Über­schrif­ten. Und der Text ist dann im Augen­blick wun­der­bar les­bar auf den Bild­schirm gezau­bert – sehr flüs­sig läuft das alles, so dass man ganz in Ruhe lesen kann und sich um nichts sonst küm­mer muss …

Sonst gibt es nicht viel zu sagen. Gewünscht hät­te ich mir aller­dings die Mög­lich­keit, Text zu mar­kie­ren (und natür­lich zu kopie­ren …). Und die Social-Media-Anbin­dung (E‑Mail, Twit­ter, Face­book) steckt noch sehr in den Kin­der­schu­hen: Man kann die But­tons unter jeden Arti­kel ein­blen­den las­sen. Ein Tip­pen auf das Twitter‑T öff­net aller­dings nur die Twit­ter-Home­page und will da eine Tweet mit Titel & URL des Tex­tes erstel­len – die instal­lier­ten Twit­ter-Apps erkennt die taz-App offen­bar nicht. Das ist aller­dings scha­de, da wün­sche ich mir noch etwas Nachbesserung …

früher war alles besser: die neue taz-online

ja wirk­lich, in die­sem fall stimmt es: frü­her war alles bes­ser. das design der online-taz fand ich frü­her gera­de des­halb gut, weil es so schlicht, fast gar nicht vor­han­den, war: da stand – wie es sich für eine web­sei­te einer tages­zei­tung gehört – der text abso­lut im mit­tel­punkt. jetzt ist das anders. aber bei­na­he hät­te ich das auch noch nicht ein­mal mit­be­kom­men, nur dank der medi­en­le­se habe ich davon wind bekom­men. und natür­lich ist allen auf­ge­fal­len, dass die taz jetzt nicht mehr rot, son­dern schwarz ist. und zwar sehr, sehr schwarz. war­um? wozu? kei­ne ahnung .… aber irgend­wie passt das: man hat (manch­mal) den ein­druck, die taz schämt sich ihrer selbst. das war schon bei der neu­ge­stal­tung der sei­te 1 so – da ver­schwand ja zum bei­spiel die tat­ze und wur­de nur nach mas­si­ven pro­tes­ten der leser wie­der not­dürf­tig ein­ge­flickt. genau­so ist es mit der inter­net-sei­te: die tat­ze und das taz-logo sind nur noch in mikro­sko­pi­scher grö­ße zu fin­den. dafür ver­sucht die netz-taz auch mit viel auf­wand, ihre her­kunft aus der redak­ti­on einer tages­zei­tung zu ver­tu­schen: ent­schleu­ni­gung wol­len sie (im edi­to­ri­al steht unter ande­rem das) – das sieht in der tat (auch inhalt­lich) mehr wie ein maga­zin als eine aktu­el­le zei­tung aus – aller­dings wie ein ziem­lich x‑beliebiges maga­zin. die leser-reak­tio­nen sind denn auch ent­spre­chend able­hend oder wenigs­tens durch­wach­sen. scha­de eigentlich …

p.s.: gera­de eben ist mir noch auf­ge­fal­len: die neue sei­te scheint tat­säch­lich kei­nen rss-feed zu haben (mit aus­nah­me der blogs). wozu man das gan­ze dann im look des aktu­el­len web gestal­tet, erschließt sich mir nun gar nicht mehr.

p.p.s.: auch die tita­nic hat eine mei­nung zur neu­en taz.

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