Ins Netz gegangen (7.2.)

netz mit fisch (unsplash.com)Vikas Kanwal

Ins Netz gegan­gen am 7.2.:

  • Wind­parks schaf­fen neu­en Lebens­raum| enorm → ergeb­nis­se einer dis­ser­ta­ti­on: off-shore-wind­parks in der deut­schen nord­see zie­hen höhe­re arten­viel­falt nach sich. die bio­tope wer­den also sehr deut­li­ch ver­än­dert – was man aber in die­sem fall durch­aus posi­tiv sehen kann/darf

    In der deut­schen Nord­see fin­den sich haupt­säch­li­ch Sand­bio­tope und damit ver­gleichs­wei­se aus­ge­räum­te Mee­res­land­schaf­ten. Das Ein­brin­gen von Tur­bi­nen in die­se Bio­tope führt dazu, dass sich neue Tier­welt ansie­delt, die es bis dato in der Men­ge dort nicht gege­ben hat. Die Wind­rä­der sind wie neue geschaf­fe­ne Rif­fe, wodurch sich die Diver­si­tät in den Off-Shore-Wind­parks enorm erhöht. Zuer­st sie­deln sich Muscheln und Bent­ho­s­le­be­we­sen – also Mee­res­bo­den­be­woh­ner wie Krus­ten­tie­re und Wür­mer – an den Tur­bi­nen an. Die­se locken Fische an und die Fische wie­der­um zie­hen, mög­li­cher­wei­se, Schweins­wa­le und Vögel an. Ins­ge­samt führt das dazu, dass sich in den Wind­parks mehr Lebe­we­sen wie­der­fin­den als vor­her in der Regi­on waren.

  • Tele­fon­num­mer als UID? Die sind doch gehasht!| Ben­ja­min @ Dia­spora → ben­ja­min erklärt, war­um tele­fon­num­mern als uni­que iden­ti­fiers auch dann unsi­cher sind, wenn sie gehasht gespei­chert wer­den: weil die rechen­leis­tung moder­ner chips die hash-umkehr viel zu schnell schafft, als dass man da noch von sicherheit/schutz spre­chen könn­te …
  • Sprach­for­sche­rin Eli­sa­be­th Wehling: „Wir gehen Trump immer noch auf den Leim“| Tages­spie­gel → lan­ges, inter­es­san­tes inter­view mit eli­sa­be­th wehling über spra­che, poli­tik, medi­en und framing
  • Open-Access-Tran­si­ti­on von Lin­gua zu Glossa: Wider „die gna­den­lo­sen Geschäfts­prak­ti­ken Else­viers“| Netzpolitik.org → leon­hard dobusch spricht mit wal­traud paul über die umwand­lung der else­vier-zeit­schrift „lin­gua“ in die open-access-zeit­schrift „glossa“

    Dafür gibt es zwei Grün­de. Einer­seits eine kla­re Ver­schlech­te­rung der Arbeits­be­din­gun­gen für den Her­aus­ge­ber von Lin­gua, Johan Roo­ryck, und sein Team von 5 Mit­her­aus­ge­bern. Deren ver­trag­li­che Bin­dung an Else­vier mutier­te von einer Art “gentleman’s agree­ment” Ende der 1990er Jah­re zu einem extrem detail­lier­ten und umfang­rei­chen Ver­trag, der dem Her­aus­ge­ber­team immer zahl­rei­che­re Zwän­ge auf­er­leg­te. Gleich­zei­tig hat­te das Her­aus­ge­ber­team immer weni­ger Hand­lungs­frei­heit und mus­s­te sich mehr und mehr gegen die Ein­mi­schung des Else­vier-Manage­ments (zuletzt in der Per­son von Chris Tan­cock, Else­viers “Linguist-Portfolio”-Zuständigem) in die wis­sen­schaft­li­chen Aspek­te der Zeit­schrift weh­ren, wie z.B. bei der Wahl neu­er Mit­her­aus­ge­ber. Ande­rer­seits führ­te die extre­me Pro­fit­gier Else­viers zu einem wach­sen­den Unbe­ha­gen sowohl beim Her­aus­ge­ber­team als auch bei den Lin­gu­is­ten, die – umson­st! – für Lin­gua als Review­er arbei­te­ten. Da die­sel­ben Lin­gu­is­ten oft in Biblio­theks­gre­mi­en sozu­sa­gen „live“ die gna­den­lo­sen Geschäfts­prak­ti­ken Else­viers mit­er­leb­ten, waren sie immer weni­ger dazu bereit, ihre Zeit und Exper­ti­se Else­vier kos­ten­los zur Ver­fü­gung zu stel­len.

Ins Netz gegangen (11.2.)

Ins Netz gegan­gen am 11.2.:

  • Lite­ra­tur­blogs: Die­ses Buch wird Ihr Leben ver­än­dern! | Zeit – ana maria michel schreibt am mythos der guten, objek­ti­ven lite­ra­tur­kri­ti­ken in (zeitungs)feuilletons und der schlech­ten, sub­jek­ti­ven wer­ben­den bespre­chun­gen in blogs und youtube-kanä­len fort. eines der kri­te­ri­en ihres ziem­li­ch unzu­läng­li­chen tex­tes: in blogs gäbe es nur posi­ti­ve, loben­de bespre­chun­gen – als ob das in feuil­le­ton anders wäre!
  • Stra­di­va­ri: Frau Gene­ral lässt bit­ten | ZEIT ONLINE – wolf­ram goertz kann sich nicht ein­krie­gen vor begeis­te­rung, dass frank peter zim­mer­mann für drei jah­re eine neue gei­ge hat.
  • Der Online-Freud – alle 17 bän­de der „gesam­mel­ten wer­ke“ von freud gibt es hier online: zum lesen im brow­ser oder als pdf- bzw. epub-down­load.
  • Open Access zer­stört die Wis­sen­schaft. Meint Urs Heftrich in der FAZ. | LIBREAS.Library Ide­as – ben kaden setzt der ver­lags­pro­pa­gan­da der faz ent­ge­gen

    fak­ti­sch ist die Bedro­hung des wis­sen­schaft­li­chen Ver­lags­we­sens durch Open Access und Zweit­ver­öf­fent­li­chungs­rech­te kei­nes­falls so akut, wie sie ihren Lesern glau­ben machen wol­len. Zum Dis­kurs gehört also auch, dar­auf hin­zu­wei­sen. Ursäch­li­ch für einen Rück­gang bei den Erwer­bun­gen sind sicher nicht vor­ran­gig die Repo­si­to­ri­en und Open-Access-Ver­la­ge, son­dern viel­mehr die gro­tes­ken Preis­stei­ge­rung der STEM-Mono­po­lis­ten sowie Kür­zun­gen in den Biblio­thek­setats. Wie sehr wür­de man sich über regel­mä­ßi­ge, gern auch schar­fe Feuil­le­ton-Bei­trä­ge aus Hei­del­berg gegen die Preis­po­li­tik von Else­vier und für die bes­se­re finan­zi­el­le Aus­stat­tung von deut­schen Hoch­schul­bi­blio­the­ken freu­en.

  • Deutsch­land: Off Duty | NEO MAGAZIN ROYALE mit Jan Böh­mer­mann – ZDFneo – YouTube – so bescheu­ert, dass es schon wie­der gut ist: jan böh­mer­manns neu­es­tes video „Deutsch­land: Off Duty“
  • Geschich­te der Gegen­wart – „eine Grup­pe von Geis­tes- und Kultur­wis­sen­schaft­le­rInnen“ v.a. aus zürich star­te­te gera­de die „Geschich­te der Gegen­wart“ als platt­form, um sich in die öffent­li­che dis­kus­si­on ein­zu­mi­schen.

    Tex­te, in denen die Gegen­wart nicht ver­neint wird durch das, was man immer schon zu wis­sen glaubt, son­dern zugäng­lich wird durch das, was man erschlie­ßen und rekon­stru­ieren, erör­tern und analy­sieren, begrei­fen und ein­schät­zen ler­nen kann.

    Gegen­wart liegt nicht ein­fach vor, son­dern sie pas­siert, wobei sie sich unse­rer Aufmerk­sam­keit lau­fend wie­der ent­zieht… Hal­ten wir sie fest! Dabei gilt: Wie sie pas­siert und was in ihr pas­siert, folgt aus all ihren Vergan­gen­heiten, die nicht abge­schlos­sen sind.

    Geschich­te der Gegen­wart bie­tet bewusst kei­ne Möglich­keit, Arti­kel unmit­telbar zu kommen­tieren. Die­se heu­te so verbrei­tete Form der media­len Öffent­lich­keit hat u. E. den Nach­weis ihrer publi­zis­ti­schen Unabding­bar­keit und politi­schen Produk­ti­vität bis­lang nicht erbrin­gen kön­nen, son­dern öff­ne­te das Feld nicht zuletzt dem ungefil­terten Vorur­teil, der Ran­kü­ne und der blos­sen Mutmas­sung, die sich um Argu­men­te nicht zu küm­mern braucht.

    könn­te inter­es­sant wer­den …

  • Stel­lung­nah­me zu “Sie­ger­kunst” | ide­en­frei­heit – wolf­gang ull­rich berich­tet per­ver­si­tä­ten des urhe­ber­rechts: künst­ler_in­nen nut­zen das zuneh­mend, um abbil­dun­gen ihrer (öffent­li­ch aus­ge­stell­ten) wer­ke in publi­ka­tio­nen, die ihnen nicht gefal­len, zu ver­hin­dern und somit eine wis­sen­schaft­li­che aus­ein­an­der­set­zung (fast) unmög­li­ch machen. und das spiel kann man bis zu 70 jah­re nach dem tod der urhe­be­rin­nen wei­ter­spie­len …

Ins Netz gegangen (19.10.)

Ins Netz gegan­gen am 19.10.:

Ins Netz gegangen (17.2.)

Ins Netz gegan­gen am 17.2.:

  • Was man als klei­ner Ver­lag so alles mit dem Buch­han­del erlebt | Sei­ten­flü­gel – ein (sehr) klei­ner ver­lag über sei­ne erfah­run­gen mit dem hohen „kul­tur­gut“ des deut­schen buch­han­dels (und ama­zon zum ver­gleich):

    Vie­le klei­ne Buch­händ­ler haben kei­nes­wegs erkenn­bar mehr Ver­ständ­nis für klei­ne Ver­la­ge. Sie wet­tern zwar herz­li­ch gern gegen Kon­zer­ne und Mono­po­lis­ten, aber wenn man mit ihnen zu tun hat, ist ihr geschäft­li­cher Ego­is­mus oft kei­nen Deut gerin­ger als bei den Groß­un­ter­neh­men.

  • Theo­lo­ge Fried­rich Wil­helm Graf – „Wir haben Reli­gi­on noto­ri­sch unter­schätzt“ – graf, wie meis­tens sehr ver­stän­dig und klug, in einem sehr lesen-/hörenswerten inter­view mit deutsch­land­ra­dio über reli­gio­nen, moder­ne und ihre bedeu­tung:

    Ich weiß nicht, war­um Belie­big­keit so etwas Schlim­mes oder Schlech­tes sein soll. Wir müs­sen ein­fach mit der Tat­sa­che klar­kom­men und dies akzep­tie­ren ler­nen, dass in den ent­schei­den­den Fra­gen unse­res Lebens jeder für sich selbst oder jede für sich selbst ver­ant­wort­li­ch ist.

  • René Jacobs: „Ich bestehe auf mei­nem Recht, krea­tiv zu sein“ – Thea­ter an der Wien – derStandard.at › Kul­tur – rené jacobs über sei­ne arbeit, den „bar­bie­re“ von gio­van­ni pai­si­el­lo heu­te auf­zu­füh­ren und dem kom­po­nis­ten gerecht zu wer­den:

    Es ist natür­li­ch gut, wenn man weiß, was ein Auto­graf ent­hält. Aber Oper war immer ein Work in Pro­gress. Und ich bestehe auf mei­nem Recht, auch krea­tiv sein zu dür­fen.

  • Equa­ti­on Group: Spio­na­ge­soft­ware der Super­la­ti­ve ent­deckt | ZEIT ONLINE – es ist kaum zu glau­ben: aber es geht immer noch etwas grau­si­ger, wenn nsa & co. im spiel sind

    Sie ver­steckt sich unlösch­bar auf Fest­plat­ten und spio­niert hoch­ran­gi­ge Zie­le aus: Anti­vi­ren­spe­zia­lis­ten ent­de­cken extrem aus­ge­feil­te Mal­wa­re mit Par­al­le­len zu Stux­net.

  • SZ-Leaks: Schleich­wer­bung für Steu­er­hin­ter­zie­hung | klar und deut­li­ch -

    Off­shore-Leaks, Lux-Leaks und jetzt Swiss-Leaks: Die Süd­deut­sche Zei­tung ist das Sturm­ge­schütz des Finanz­amts. Die Redak­ti­on ver­öf­fent­licht regel­mä­ßig Infor­ma­tio­nen aus inter­nen Bank­un­ter­la­gen, an die sie durch Whist­leb­lo­wer kommt. Was die Zei­tung nie erwähnt: Dass sie selbst ihre Leser auf die Steu­er­hin­ter­zie­hung im Aus­land hin­ge­wie­sen hat und sich dafür von den Ban­ken bezah­len ließ. Ich war damals in der Redak­ti­on dafür zustän­dig. Es war das Jahr 2007, es war mein ers­ter Job nach d…

  • Sam Tay­lor-John­sons „50 Shades of Grey“ in der Kri­tik – ha! (diet­mar dath war im kino):

    Dass frei­li­ch das sexu­ell Anre­gends­te an einem Sado­ma­so-Film von 2015 die Kunst eines seit sieb­zehn Jah­ren toten Mafia-Unter­hal­ters ist, spricht Bän­de über die Tal­soh­le der ent­hemmt-ver­klemm­ten Dau­er­lust­si­mu­la­ti­on, in der sich die Mas­sen­kul­tur der­zeit täg­li­ch laut­stark ver­si­chert, dass heu­te ja zum Glück so gut wie nichts mehr ver­bo­ten ist.

  • Klaus The­we­leit: „2000 Light Years from Home“ (Vor­trag zur Pop­ge­schich­te) -

    Vor­trag von Klaus The­we­leit unter dem Titel „So tun als gäbe es kein Mor­gen oder: 2000 Light Years from Home“,gehalten am 3. Novem­ber 2011 

    – eine art pop­ge­schich­te

  • Die Ober­schen­kel der Nati­on | Blog Maga­zin – michè­le bins­wan­ger über sport­re­por­ter, frau­en­sport und sexis­mus

    Man kann dem Sport­re­por­ter wohl kaum einen Vor­wurf machen. Schliess­li­ch besteht die Haupt­qua­li­fi­ka­ti­on für die­sen Beruf vor­nehm­li­ch dar­in, schwit­zen­de Men­schen dana­ch zu fra­gen, wie sie sich jetzt füh­len.

  • Inter­view mit Opern-Gram­my-Gewin­ner Burk­hard Schmil­gun – das (eher klei­ne) osna­brü­ck­er label hat einen gram­my gewon­nen – für die ein­spie­lung einer weit­ge­hend ver­ges­se­nen char­pen­tier-oper:

    Nie­mand hat uns Bescheid gesagt. Auch der Diri­gent und der Künst­ler nicht, die die Aus­zeich­nung offen­bar in klei­ner Grup­pe in Los Ange­les ent­ge­gen genom­men haben.

  • Die Inte­gra­ti­on läuft deut­li­ch bes­ser als ver­mu­tet – Süddeutsche.de – felix ste­phan in der sz:

    Inte­gra­ti­on wird immer noch dann als geschei­tert betrach­tet, wenn am Ende etwas ande­res als ein zwei­tes Müns­ter her­aus­kommt.[…] In den moder­nen Metro­po­len gebe es eigent­li­ch nur eine Grup­pe, die sich eine eth­ni­sche Segre­ga­ti­on leis­ten kön­ne, so El-Maf­aa­la­ni: die Wohl­ha­ben­den.

  • Fast­nacht in Mainz: Frau­en sind auf den när­ri­schen Büh­nen Man­gel­wa­re – Ver­ei­ne wagen sich an Erklä­rungs­ver­su­che – All­ge­mei­ne Zei­tung – die main­zer az über die rol­le der frau­en in der main­zer fast­nacht – und die zähig­keit, mit der sie sich im schne­cken­tem­po ändert:

    Nach­dem der MCC sei­ne Komi­tee­te­rin prä­sen­tiert habe, sei­en die Frau­en eines ande­ren gro­ßen Ver­eins auf die Bar­ri­ka­den gegan­gen, da die­se dort auch im Komi­tee sit­zen woll­ten. „Wor­auf­hin uns die Män­ner die­ses Ver­eins ver­är­gert gefragt haben, wie wir damit nur anfan­gen konn­ten“, berich­tet er.

    (gibt noch mehr schö­ne bei­spie­le für sexis­mus im text .…

  • Open Access? Ver­öf­fent­li­chen unter Aus­schluss der Öffent­lich­keit – Taschwer forscht nach – derStandard.at -

    So wird open access zum finan­ci­al excess: Um sich als Autor einer Buch­be­spre­chung für eine Fach­zeit­schrift das Recht zu erwir­ken, die Rezen­si­on online stel­len zu dür­fen, ver­langt Wiley-VCH schlan­ke 2500 Euro vom Rezen­sen­ten.

Ins Netz gegangen (22.5.)

Ins Netz gegan­gen am 22.5.:

  • Kurio­si­tä­ten aus den 1950er Jah­ren: Die Leug­nung der Zwölf­ton­tech­nik | „Musik – wohin?“ – Neben­schau­plät­ze der Musik­ge­schich­te: Julia Zupan­cic weist auf einen Ver­su­ch Hein­rich Schnip­pe­rings von 1950 hin, zu argu­men­tie­ren, dass es die Zwölf­ton­tech­nik gar nicht gebe, weil sie nur eine auf die Spit­ze getrie­be­ne Wei­ter­ent­wick­lung der spät­ro­man­ti­schen Har­mo­nik sei. So ganz klappt das Argu­ment aber lei­der nicht …
  • 1989 ǀ In Stein gemei­ßelt — der Frei­tag – Elia­ne Gla­ser wirft im „Frei­tag“ aus Anlass des 25jäh­ri­gen Jubi­lä­ums einen kri­ti­schen Bli­ck auf Fran­cis Fuku­ya­mas The­se des „Ende der Geschich­te“:

    Ist die heu­ti­ge Skep­sis gegen­über Fuku­yama Anlass für Opti­mis­mus? Er selbst mut­maß­te vor 25 Jah­ren, die Aus­sicht auf „jahr­hun­der­te­lan­ge Lan­ge­wei­le“ kön­ne mög­li­cher­wei­se dazu füh­ren, dass die Geschich­te doch noch fort­ge­setzt wer­de. Es besteht die lei­se Hoff­nung, dass es sich bei die­ser Lan­ge­wei­le um einen Luxus han­delt, den sich die meis­ten von uns nicht leis­ten kön­nen.

  • Acht Mal Kraft­werk: Elek­tro­k­län­ge über­all – KURIER.at – Georg Ley­rer über 8 „Kraftwerk“-Konzerte in Wien „fin­det man Wie­der­ho­lung wert­voll und fei­ne Unter­schie­de span­nend“ >
  • Das geis­tes­wis­sen­schaft­li­che Buch im digi­ta­len Zeit­al­ter: Der Schwei­ze­ri­sche Natio­nal­fonds und sei­ne Open-Access-Stra­te­gie – Über­sicht Nach­rich­ten – NZZ.ch – Cas­par Hirschi, Pro­fes­sor für Geschich­te in St. Gal­len, über Ver­la­ge (in) der Wis­sen­schaft:

    Arbei­tet man als Geis­tes­wis­sen­schaf­ter mit Sub­ven­ti­ons­ver­la­gen zusam­men, bleibt vom schö­nen Bild der ver­le­ge­ri­schen Wert­ver­meh­rung wenig übrig. In der Regel schickt der Ver­lag den Auto­ren oder Her­aus­ge­bern ein Sty­le­s­heet mit Anga­ben, wie die Text­da­tei­en for­mal aus­zu­se­hen haben. Eine Uni­ver­si­täts­as­sis­ten­tin macht dann die Arbeit, für die der Ver­lag die Zuschüs­se bekommt. Sie for­ma­tiert, lek­t­o­riert und redi­giert, ohne dafür aus­ge­bil­det zu sein, schickt die Datei anschlies­send dem Ver­lag, und die­ser gibt sie unge­le­sen und unver­än­dert in den Druck. Ein Ver­lags­lek­to­rat ist ein Glücks­fall, eine gründ­li­che Redak­ti­on ein Wun­der. Der Gross­teil der Sub­ven­ti­ons­ver­la­ge hat, um ein Bild des Ger­ma­nis­ten Car­los Spo­er­ha­se zu ver­wen­den, sei­ne Beru­fung dar­in gefun­den, ein­ge­sand­te Datei­en mit­hil­fe gefäll­ter Bäu­me an Biblio­the­ken aus­zu­lie­fern. Ent­spre­chend gross­ar­tig sehen die Bücher häu­fig aus.

    Auch mit den – beson­ders in der Natur­wis­sen­schaft wich­ti­gen – Zeit­schrif­ten­ver­la­gen wie Else­vier & Co. rech­net er sehr tref­fend ab

Ins Netz gegangen (13.3.)

Ins Netz gegan­gen am 13.3.:

  • Died­rich Diede­rich­sen über Pop-Kul­tur: „Es gibt kei­nen Ursprung“ – taz.deDD im taz-Inter­view zu sei­nem neu­en Buch:

    Mein Aus­gangs­punkt ist: Pop­mu­sik ist sowohl eine Kunst sui gene­ris als auch eine Kul­tur­in­dus­trie. Es gibt da kei­nen sau­be­ren Ursprung. Gro­ße Umbruch­punk­te in der Pop­mu­sik waren oft Momen­te der Nie­der­la­ge, der Ver­nut­zung und des Ruins, wo eigent­li­ch Kom­mu­ni­ka­ti­on schon nicht mehr mög­li­ch war. Von da konn­te man neu anfan­gen. […] Der Dis­kurs stellt über­haupt erst den Zusam­men­hang her zwi­schen bra­si­lia­ni­scher und ango­la­ni­scher Pop­mu­sik. Von sich aus tun sie das näm­li­ch nicht.

  • Gen­der­theo­rie: Revo­lu­ti­on von oben? | ZEIT ONLINE – Jens Jes­sen ver­sucht sehr hart und insis­tie­rend, Mar­tin Lücke – der mit­ver­ant­wort­li­ch für den Ber­li­ner Queer His­to­ry Mon­th ist, vor­zu­füh­ren. Und schei­tert sehr kon­se­quent …

    ZEIT: Aber ist es Auf­ga­be des Staa­tes, mit­hil­fe der Schu­len so etwas Pri­va­tes wie Wohl­wol­len und Wert­schät­zung ein­zu­for­dern und ein­zu­ler­nen?

    Lücke: Was heißt hier pri­vat? Schu­le hat die Auf­ga­be, gesell­schaft­li­che Brü­che zum The­ma zu machen und zu bear­bei­ten. Das hört sich schreck­li­ch nach Indok­tri­na­ti­on an, aber wenn es um Grund­wer­te geht und um Neben- und Mit­ein­an­der, dann, fin­de ich, darf Schu­le das. 

  • Vale­ry Ger­giev announ­ces ‘full sup­port’ for Putin’s annexa­ti­on of Cri­mea – Da haben die Münch­ner ja einen Top­kan­di­da­ten ver­pflich­tet …
  • Por­trät: Er hat die Höl­le von innen gese­hen – tagesanzeiger.ch – Ahn Myong-chol war Wäch­ter im Gulag in Nord­ko­rea. Sie­ben Jah­re lang dien­te er im Lager 22 bei Hoeryong – bis zu sei­ner Flucht. Nun erzählt er sei­ne Geschich­te.
  • Stand­punkt Fahr­rad­helm und BGH: Der Helm hilft nicht – taz.de – Für Ulri­ke Win­kel­mann ist die Sache mit den Hel­men ganz klar (und ich kann ihr da nur zustim­men):

    Wer Helm­pflicht for­dert, will eigent­li­ch nur die Auto­fah­rer davor schüt­zen, beim Tot­fah­ren eines Rad­lers trau­ma­ti­siert zu wer­den.

  • Yel­low-Kri­ti­ker: “Jeden Tag Ver­stö­ße gegen Per­sön­lich­keits­rech­te” › meedia.de – Mats Schö­nau­er und Moritz Tscher­mak erklä­ren, war­um sie auf topf­voll­gold die Regen­bo­gen­pres­se sezie­ren:

    Ein gene­rel­les Pro­blem ist sicher, dass sich die­se Akzep­tanz der Blät­ter ein­ge­bür­gert hat. Jeder weiß, dass in der Regen­bo­gen­pres­se Mist steht, aber dar­über auf­ge­regt hat sich nie­mand so wirk­li­ch. […]

    Wir sto­ßen jeden Tag auf Ver­stö­ße gegen Per­sön­lich­keits­rech­te, aber auch Ver­stö­ße gegen ein gewis­ses mora­li­sch-jour­na­lis­ti­sches Ver­ständ­nis. Gera­de des­halb kön­nen wir die­se Gleich­gül­tig­keit der Leu­te, die­se “Lasst sie doch machen”-Einstellung nicht nach­voll­zie­hen.

  • Insti­tut für Zeit­ge­schich­te: AAP-Open Access – Seit 1993 legt das Insti­tut für Zeit­ge­schich­te daher unmit­tel­bar nach Ablauf der inter­na­tio­nal übli­chen drei­ßig­jäh­ri­gen Akten­sperr­frist einen Jahr­gang mit aus­ge­wähl­ten, oft­mals auch gehei­men Doku­men­ten aus dem Poli­ti­schen Archiv des Aus­wär­ti­gen Amts vor. Auf­grund des ste­ti­gen Publi­ka­ti­ons­rhyth­mus ent­lang der Akten­sperr­frist haben die AAPD inter­na­tio­nal Maß­stä­be gesetzt. Sie sind seit fast zwei Jahr­zehn­ten für Fach­his­to­ri­ker, Stu­die­ren­de sowie alle Inter­es­sier­te das Mit­tel der Wahl für einen Ein­stieg in die For­schung zur bun­des­re­pu­bli­ka­ni­schen Außen­po­li­tik.

Ins Netz gegangen (27.2.)

Ins Netz gegan­gen am 27.2.:

Kakanien als Gesellschaftskonstruktion

Über den Adress­comp­toir erfuhr ich gera­de, dass der Böhlau-Ver­lag die volu­mi­nö­se Habi­li­ta­ti­ons­schrift aus dem Ber­li­ner Son­der­for­schungs­be­reich „Ästhe­ti­sche Erfah­rung im Zei­chen der Ent­gren­zung der Küns­te“ von Nor­bert Chris­ti­an Wolf mit dem Titel auch als open-access-pdf (der link führt zum direk­ten Down­load) zur Ver­fü­gung stellt (bzw. wohl stel­len muss, auf­grund von erhal­te­nen För­der­gel­dern). Der Ver­lag schreibt zu dem Buch:

Das Buch ist eine Gesamt­in­ter­pre­ta­ti­on von Musils Roman „Der Mann ohne Eigen­schaf­ten“ mit dem Fokus auf des­sen gesell­schafts­ana­ly­ti­sche Leis­tung. Es stützt sich auf Pier­re Bour­dieus Kon­zept einer Sozio­ana­ly­se lite­ra­ri­scher Tex­te, das durch Anlei­hen aus der Dis­kurs-, Erzähl-, Gen­der- und Medi­en­theo­rie ergänzt sowie durch Befun­de der Sozi­al- und Kul­tur­ge­schichts­schrei­bung empi­ri­sch gesät­tigt wird.
Der feld­so­zio­lo­gi­sche Ansatz wird erst­mals kon­se­quent auf einen deutsch­spra­chi­gen Roman ange­wen­det. Eine Beson­der­heit besteht in der kul­tur­ge­schicht­li­chen Kon­textua­li­sie­rung genau­er Text­ana­ly­sen, die sich nicht nur auf Musils Essays und Nach­lass, son­dern auch auf die zeit­ge­nös­si­sche Lite­ra­tur, Wis­sen­schaft und Poli­tik erstreckt. „Der Mann ohne Eigen­schaf­ten“ wird als moder­ner Klas­si­ker les­bar, der die Wur­zeln der Kata­stro­phen­ge­schich­te des 20. Jahr­hun­derts offen legt.

Das Inhalts­ver­zeich­nis – mehr habe ich noch nicht gele­sen … – sieht auf jeden Fall inter­es­sant aus, gera­de in der Ver­bin­dung von theo­re­ti­schem Kon­zept, kul­tur­ge­schicht­li­cher Ein­bet­tung und detail­lie­ter Text­un­ter­su­chung. Aber ob ich in der nächs­ten Zeit dazu kom­men, mal so 1222 Sei­ten am Bild­schirm zu lesen?