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Twitterlieblinge August 2015


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Twitterlieblinge Juli 2015


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Twitterlieblinge Juni 2015

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(ergie­bi­ger monat, der juni …)

Ins Netz gegangen (15.6.)

Ins Netz gegan­gen am 15.6.:

  • Uni­ver­si­tät Mainz: Wir­bel um Habi­li­ta­ti­on eines Theo­lo­gen – FAZ
  • Lyrik: Dich­ter, traut euch ins Zen­trum! | ZEIT ONLINE – so ganz ver­ste­he ich nora bossongs posi­ti­on hier nicht, mir ist da zu viel sic et non drin … irgend­wie geht es also dar­um, dass lyrik sich mit ihrer außen­sei­ter­rol­le nicht all­zu­sehr zufrie­den geben soll­te, aber auch nicht all­zu­sehr auf poli­ti­sche, ästhe­ti­scher oder wie auch immer mas­sen­wir­kung um jeden preis abzie­len soll …

    Denn sosehr die Mar­gi­na­li­sie­rung von Lyrik zu miss­bil­li­gen ist, so genießt Lite­ra­tur jen­seits von Ver­kaufs­druck immer auch den Vor­teil grö­ße­rer ästhe­ti­scher Freiheit.
    […] Denn wie soll sprach­lich auf „extrem poli­ti­sche Zei­ten“ reagiert wer­den, wenn beim Rezi­pi­en­ten der Umgang mit Spra­che durch Beschleu­ni­gung, Infor­ma­ti­ons­flut und Auf­merk­sam­keits­hei­sche­rei kon­ti­nu­ier­lich ver­flacht? Dass sich Lyrik, ob kon­ven­tio­nell oder expe­ri­men­tell, die­ser Ent­sen­si­bi­li­sie­rung wider­setzt, zeigt auch ihre poli­ti­sche Dimen­si­on. Nur wie weit ist es her mit dem kri­ti­schen Poten­zi­al von Spra­chir­ri­ta­ti­on, wenn sie kaum jeman­den mehr erreicht? Was ist eine Avant­gar­de, die zwar noch als ästhe­ti­sche Vor­hut neu­es Ter­rain erkun­det, doch kei­ne Trup­pe mehr hin­ter sich hat? 

  • Geschich­te im Fern­se­hen: Histo­ry sells – Medi­en – Süddeutsche.de – ger­hard mat­zig und karo­li­ne bei­sel neh­men den trend zum his­to­ri­en-tv („rück­wärts­fern­se­hen“ nen­nen sie es) zum anlass einer klei­nen, bit­te­ren gesellschaftsdiagnose:

    Den­noch ist es bit­ter, dass genau dann, wenn die Pro­ble­me der Gegen­wart am größ­ten sind, wenn die Flieh­kräf­te der Glo­ba­li­sie­rung wir­ken und wir als Erben des fos­si­len Wahn­sinns vor einem Abgrund ste­hen, wenn Elend, Hun­ger, Krieg und Not auf der hal­ben Welt regie­ren, dass wir genau dann, wenn wir nach vor­ne schau­en müss­ten, um Lösun­gen zu fin­den, die lei­der nicht im Bie­der­mei­er­rah­men des Kup­fer­stich­ka­bi­netts ruhen, uns so sehr mit dem stän­di­gen Zurück­schau­en auf­hal­ten. Fern­be­die­nungs­be­quem. Und über­haupt der Welt und der Gegen­wart recht fern.

    dass sie aller­dings etwas sinn­frei von „kon­tra­fak­ti­scher Geschichts­theo­rie“ spre­chen, lässt mich sehr an ihrer bil­dung und befä­hi­gung zur gesell­schafts­dia­gno­se zweifeln ;-)

  • Auf der Suche nach ver­ges­se­nen Lite­ra­tur­klas­si­kern – katha­ri­na teutsch berich­tet über das eu-pro­jekt „schwob“, das ver­sucht (wenn ich das rich­tig ver­ste­he …), ver­ges­se­ne oder unbe­kann­te wich­ti­ge wer­ke der natio­nal­li­te­ra­tu­ren (wie­der) ins bewusst­sein zu rufen. teutsch spricht dum­mer­wei­se von „klas­si­kern“, ohne offen­bar zu wis­sen, was das ist – denn eigent­lich sind schon „ver­ges­se­ne Klas­si­ker“ schwie­rig (wenn sie ver­ges­sen sind, sind die ent­spre­chen­den tex­te ja wohl gera­de kei­ne klas­si­ker – zumin­dest nicht mehr, sie waren es höchs­tens mal), die rede von „gänz­lich unentdeckte[n] Klassiker[n]“ ist aber nicht mehr nur alber, son­dern ein­fach abso­lut unsinnig …
  • CD-Cover-Kri­tik: Hel­mut Lachen­manns Gefüh­le | Auf dem Sperr­sitz – wenn musik­kri­ti­ker sich lang­wei­len oder ihnen vom dau­er­hö­ren die ohren blu­ten, wen­den sie sich den covern zu …
  • Lite­ra­ri­sches Quar­tett: „Die Leu­te krie­gen jetzt erst mal mich“ | ZEIT ONLINE – iris radisch hat mit vol­ker wei­der­mann gespro­chen, der (aus­ge­rech­net der!) im herbst das lite­ra­ri­sche quar­tett im zdf wie­der­be­le­ben soll. das gespräch macht mir wenig hoff­nung, dass das eine lite­ra­tur­kri­tisch rele­van­te ver­an­stal­tung wer­den könn­te. aber mal sehen, viel­leicht über­ra­schen sie mich ja …
  • Frank­fur­ter Antho­lo­gie: Johann Wolf­gang Goe­the: „Todes­lied eines Gefan­ge­nen“ – FAZ – mathi­as may­er stellt ind er frank­fur­ter antho­lo­gie ein ziem­lich unbe­kann­tes goe­the-gedicht vor: Die­ses Gedicht hat Goe­the nur ein­mal dru­cken las­sen. Dass er sich hier mit Tod und Kan­ni­ba­lis­mus beschäf­tigt, ist unty­pisch für ihn. So kann man den Dich­ter in sei­ner gan­zen Frei­heit bestaunen.
  • Nach Hacker­an­griff: Raus aus der digi­ta­len Hilf­lo­sig­keit – FAZ – frank rie­ger hofft und wünscht, was sich nun hin­sicht­lich des umgangs mit digi­ta­len net­zen, soft­ware und sicher­heit ändern könn­te (oder wohl eher soll­te, wirk­lich opti­mis­tisch bin ich da nicht …)

    Wirk­lich wirk­sam wären statt­des­sen hohe Inves­ti­tio­nen in lang­fris­ti­ge, effek­ti­ve Abwehr­kon­zep­te. Der Kern des Pro­blems ist und bleibt die schlech­te Qua­li­tät der Soft­ware, auf der unse­re digi­ta­le Welt beruht, und der Man­gel an qua­li­fi­zier­tem Per­so­nal, um Sys­te­me sicher zu kon­fi­gu­rie­ren, zu admi­nis­trie­ren und zu war­ten. Was es des­halb jetzt braucht, ist ein umfang­rei­ches Pro­gramm zur För­de­rung von siche­ren Pro­gram­mier­spra­chen, siche­rer Soft­ware, von Aus­bil­dungs­pro­gram­men für Sicher­heits­pe­zia­lis­ten und Geset­ze für Haf­tungs­re­geln und Haft­pflicht­ver­si­che­run­gen für Soft­ware und IT-Systeme.

  • Janet­te Sadik-Khan: Wagt muti­ge Expe­ri­men­te, die güns­tig und schnell umzu­set­zen sind! » Zukunft Mobi­li­tät -

    Janet­te Sadik-Khan war von April 2007 bis 2013 Beauf­trag­te für den Ver­kehr der Stadt New York City. Wäh­rend ihrer Amts­zeit war sie ver­ant­wort­lich für 10.000 Kilo­me­ter Stra­ßen­netz, 800 Brü­cken, 12.000 Kreu­zun­gen, 1,3 Mil­lio­nen Stra­ßen­schil­der und 300.000 Stra­ßen­lam­pen. Und für eine neue Ver­kehrs­po­li­tik in New York City.

  • Mari­lyn Mon­roe Reads Joyce’s Ulys­ses at the Play­ground (1955) | Open Cul­tu­re – RT @openculture: Mari­lyn Mon­roe Reads Joyce’s “Ulys­ses“ at the Play­ground (1955)
  • Die Psy­cho­lo­gie des Über­se­hens – der adfc weist dar­auf hin: warn­wes­ten (und ähn­li­ches) brin­gen rad­fah­rern nichts. so wie in groß­bri­tan­ni­en die for­scher, die die auf­merk­sam­kei­ten im ver­kehr unter­sucht haben, argu­men­tie­ren, rede ich ja auch immer: wenn ich die rad­fah­rer nicht sehe, weil ich nicht hin­schaue, wo die sind, brin­gen auch warn­wes­ten nichts. das ist ja eigent­lich auch logisch: wenn die warn­wes­ten die sicht­bar­keit wirk­lich erhöh­ten, wür­de das im umkehr­schluss doch fast bedeu­ten, dass die auto­fah­rer nahe­zu blind sind …
  • Jac­ques Der­ri­da inter­views Ornet­te Cole­man, 1997 (pdf) – sehr inter­es­san­tes gespräch zwi­schen der­ri­da und cole­man, unter ande­rem über die ent­wick­lung der har­mo­lo­dics, tech­no­lo­gie und das poli­tisch-eman­zi­pa­to­ri­sche poten­zi­al der musik/​des jazz
  • Ornet­te Cole­man: Schön­heit ist ein sel­te­nes Gut | ZEIT ONLINE – ste­fan hentz wür­digt den revo­lu­tio­nä­ren ornet­te coleman

    Als ein Musi­ker, der nicht aus dem Her­zen der Jazz­sze­ne kam, der sich nicht vor­her durch die jah­re­lan­ge Mit­wir­kung in hoch­ge­schätz­ten ande­ren Bands über jeden Zwei­fel hin­weg gespielt hat­te, son­dern mit eigen­ar­ti­gen, eige­nen Ideen auf der Büh­ne erschien, blieb Ornet­te Cole­man ein Außen­sei­ter der Jazz­sze­ne. Und damit umso wich­ti­ger und reprä­sen­ta­ti­ver für deren afro­ame­ri­ka­ni­sche Seite.

Twitterlieblinge Mai 2015

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Ins Netz gegangen (19.5.)

Ins Netz gegan­gen am 19.5.:

  • Euro­kri­se: „Es gibt kei­ne ein­deu­ti­gen Geg­ner“ | ZEIT ONLINE – joseph vogl im gespräch mit der „zeit“:

    Einer­seits hat es ein gewal­ti­ges Umver­tei­lungs­pro­gramm gege­ben, bei dem pri­va­te Schuld­ner – also vor allem die hoch ver­schul­de­ten Groß­ban­ken – mit­hil­fe öffent­li­cher Gel­der saniert wur­den. Ande­rer­seits hat man mit der Restau­ra­ti­on des Finanz­sys­tems auch das alte Schla­mas­sel der Zeit vor 2008 wie­der her­bei­fi­nan­ziert: Es herr­schen heu­te wie­der die glei­chen Risi­ko­la­gen, die glei­che Insta­bi­li­tät an den Finanz­märk­ten. Para­do­xer­wei­se ent­steht die­se neue Unsi­cher­heit eben genau durch die Maß­nah­men, also das Aus­schüt­ten von viel Geld, mit denen die Kri­se bekämpft wer­den soll­te. Was sich in die­ser Zeit hin­ge­gen tat­säch­lich ver­än­dert hat, ist die Art und Wei­se, wie wir regiert wer­den. […] Wir erle­ben also gera­de ein finanz­po­li­ti­sches Dou­ble­bind: Einer­seits gibt die herr­schen­de Dog­ma­tik vor, dass das Wirt­schafts­wachs­tum nur mit Inves­ti­tio­nen und neu­em bil­li­gem Geld zu errei­chen ist. Ande­rer­seits erhöht das glei­che bil­li­ge Geld die Risi­ko­an­fäl­lig­keit auf den Märk­ten. Die­ses Dilem­ma kenn­zeich­net also an einem Punkt ihre Macht und gleich­zei­tig ihre struk­tu­rel­le Ohnmacht.

    – er sagt noch eini­ges mehr, was das inter­view sehr lesens­wert macht. und sehr bezeich­nend ist, dass sol­che eigent­lich emi­nent öko­no­mi­schen (und poli­ti­schen) beob­ach­tun­gen gera­de ein kul­tur­wis­sen­schaft­ler machen muss – die „fach­leu­te“ schei­nen da (zumin­dest in der deut­schen öffent­lich­keit) kei­ne posi­ti­on und/​oder stim­me zu finden …

  • Wolf­gang Ull­rich: „Urhe­ber­rech­te für die sozia­len Netz­wer­ke gänz­lich sus­pen­die­ren“ – iRights​.info – der kunst­his­to­ri­ker wolf­gang ull­rich im inter­view mit irights über kunst, inter­net, jus­tiz, das urhe­ber­recht – und technoviking

    Das Urhe­ber­recht denkt auch in den sozia­len Netz­wer­ken viel zu sehr vom klas­si­schen Werk­be­griff her und nicht vom Ort, an dem etwas statt­fin­det. Und da sehe ich die Par­al­le­len zur Pro­ble­ma­tik in der Kunst. Wer etwas in die Social Media plat­ziert, gibt es frei – und die Welt kann damit machen, was sie will. Aber in den meis­ten Fäl­len macht die Welt gar nichts damit. Ab und zu pas­siert dann doch etwas, es ent­steht gar ein Mem.[…] Mei­ner Mei­nung nach hinkt bei etli­chen Urtei­len die Recht­spre­chung der Kunst­pra­xis um zwei bis drei Jahr­zehn­te hin­ter­her. Und das ist auch beim Tech­no­vi­king der Fall.

  • Wehr­macht: Die ver­ges­se­nen Sol­da­tin­nen | ZEIT ONLINE – die his­to­ri­ke­rin karen hage­mann erin­nert an die rol­le der frau­en im zwei­ten weltkrieg

    Nicht nur in der popu­lä­ren Erin­ne­rung wur­de das Aus­maß der mili­tä­ri­schen Kriegs­un­ter­stüt­zung von Frau­en lan­ge ver­ges­sen, selbst in der umfang­rei­chen Geschichts­schrei­bung zum Zwei­ten Welt­krieg wer­den Frau­en zumeist nur als Arbei­te­rin­nen in der Kriegs­in­dus­trie oder Kran­ken­schwes­tern por­trä­tiert. Dies ist um so bemer­kens­wer­ter, als wir heu­te auf fast drei­ßig Jah­re For­schung zum The­ma Geschlecht, Mili­tär und Krieg zurück­bli­cken kön­nen und die Ära der Welt­krie­ge zu den am bes­ten erforsch­ten Peri­oden über­haupt gehört. Die­ser Befund gilt nicht nur für die deut­sche, son­dern ähn­lich auch für die inter­na­tio­na­le Geschichts­wis­sen­schaft. Wie ist die Ver­drän­gung zu erklä­ren? War­um fällt es vie­len offen­bar noch heu­te so schwer, sich Frau­en als Sol­da­tin­nen vorzustellen?
    Ein Grund hier­für dürf­te die Bedeu­tung sein, die dem Recht, im Diens­te des Staa­tes oder einer ande­ren höhe­ren Macht Waf­fen tra­gen und töten zu dür­fen – oder im Kriegs­fall zu müs­sen – für die Mar­kie­rung der Geschlech­ter­dif­fe­ren­zen zukommt. Seit der Anti­ke ist die­ses Recht männ­lich kon­no­tiert. Die kom­ple­men­tä­re Rol­le der Frau­en bestand bis ins frü­he 20. Jahr­hun­dert hin­ein vor allem dar­in, Män­ner zum Kampf zu moti­vie­ren, Ver­wun­de­te zu pfle­gen und Gefal­le­ne zu betrau­ern. […]Teil der Demo­bi­li­sie­rung in der Nach­kriegs­zeit war in allen kriegs­be­tei­lig­ten Staa­ten eine Poli­tik, die die Vor­kriegs­ge­schlecht­er­ord­nung und damit die sozia­le Sta­bi­li­tät wie­der­her­stel­len soll­te. Frau­en wur­den aus den Armeen ent­las­sen und muss­ten ihre wäh­rend des Krie­ges ein­ge­nom­me­nen Arbeits­plät­ze in Indus­trie, Han­del und Ver­wal­tung für die heim­keh­ren­den Vete­ra­nen frei machen, die wie­der allei­ni­ge Fami­li­en­er­näh­rer wer­den soll­ten. Die 1950er Jah­ren mit ihrem Wirt­schafts­wun­der wur­den in West­deutsch­land und ande­ren Län­dern West­eu­ro­pas dank einer ent­spre­chen­den Fami­li­en­po­li­tik zum „gol­de­nen Zeit­al­ter“ des Modells der „Alleinverdiener-Hausfrau“-Familie.

  • Stra­di­va­ris Cel­lo: Oh, Mara! | ZEIT ONLINE – caro­lin pirich über eines der berühm­tes­ten cel­los aus der stra­di­va­ri-werk­statt und sei­nen momen­tan­ten besit­zer, chris­ti­an poltéra:

    „Das Mara zu spie­len ist wie mit der Stim­me eines ande­ren zu spre­chen“, sagt der neue Part­ner des Mara. „Das dau­ert ein, zwei Jah­re, bis es nach mir klingt.“

  • Social Media: Das Netz bist du! | ZEIT ONLINE – kili­an tro­tier por­trä­tiert den bri­ti­schen anthro­po­lo­gen dani­el mil­ler (und sei­ne for­schung), der welt­weit die nut­zung sozia­ler netz­wer­ke erforscht und schon mal eines fest­ge­stellt hat: die regio­na­len nut­zungs­un­ter­schie­de sind gewaltig.
  • Eine Lan­ze für blog­gen­de Stu­die­ren­de: Patrick Bah­ners zur Cau­sa Mün­k­ler-Watch | Redak­ti­ons­blog – patrick bah­ners legt dar, war­um es nicht ganz so abstrus, unver­schämt und ohne vor­bild ist, als blog­gen­de stu­die­ren­de mit einem kri­ti­schen blog anonym blei­ben zu wol­len. und macht neben­bei eine inter­es­san­te anmerkung:

    Hei­kel für Mün­k­ler ist, dass eini­ge der ihm zuge­schrie­be­nen Ein­las­sun­gen, die ihn in kei­nem guten Licht daste­hen las­sen, für Leu­te, die ihn ken­nen, einen nur all­zu glaub­wür­di­gen Sound haben.

  • Nach­ruf auf Odo Mar­quard – Mit Witz zum Den­ken anre­gen – ein Nach­ruf auf den Phi­lo­so­phen Odo Mar­quard beim deutschlandradio
  • Gewalt | Schma​len​stroer​.net – micha­el schma­len­stroer bringt auf den punkt, war­um man bei der dar­stel­lung von gewalt­tä­ti­gen momen­ten der geschich­te manch­mal sich einer sehr kras­sen spra­che (und/​oder bil­der) bedie­nen muss:

    Wenn Digi­tal­Past also bru­tal ist, dann beschwert euch bei euren Groß­el­tern. Weil die bru­tal waren.

  • Streik: Hur­ra, Deutsch­land liegt lahm | ZEIT ONLINE – sehr guter kom­men­tar zum strei­ken in deutschlnd, unter ande­rem mit die­sem schö­nen und lei­der so abso­lut zutref­fen­den satz: »Die SPD agiert momen­tan also unge­fähr so sozi­al­de­mo­kra­tisch wie Ayn Rand beim Restpostenverkauf.«
  • The Ope­ra Plat­form – schö­ne initiative:

    Die Opern­platt­form ist eine Part­ner­schaft zwi­schen Ope­ra Euro­pa, einem 155 Opern und Fest­spie­le umfas­sen­den Netz­werk, dem Kul­tur­sen­der ARTE und 15 Opern­häu­sern aus ganz Euro­pa. Sie wird vom Pro­gramm Krea­ti­ves Euro­pa der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on unter­stützt und ist für alle Bei­trä­ge offen, die Oper einem brei­te­ren Publi­kum zugäng­lich machen wollen.

  • Bahn-Streik: Dan­ke, Claus Weselsky! – Aug­stein-Kolum­ne – SPIEGEL ONLINE – sehr rich­ti­ger kom­men­tar von jakob aug­stein zur rele­vanz des gdl-streiks & war­um die deut­schen der gdl dan­ken sollten

Ins Netz gegangen (7.5.)

Ins Netz gegan­gen am 7.5.:

  • Volks­ban­ken: Mei­ne Bank ist krank | ZEIT ONLINE – heinz-roger dohms hat eine (sehr) klei­ne und nicht sehr pro­fi­ta­ble genos­sesnchafts­bank besucht und berich­tet von deren stel­lung pro­ble­me wohl­tu­end unauf­ge­regt und ohne gro­ße lösungen …
  • His­to­ri­ker über Erin­ne­rungs­kul­tur: „Mar­tin Luther als Spiel­fi­gur“ – taz​.de – der his­to­ri­ker valen­tin groeb­ner im gespräch mit jan fed­der­sen über erin­ne­rung, geden­ken und den zusam­men­hang von ver­gan­gen­heit, geschich­te und gegenwart

    His­to­ri­sche Jubi­lä­en haben ziem­lich viel mit Heils­ge­schich­te zu tun, mit kol­lek­ti­ven Erlö­sungs­wün­schen plus Sinn­an­ge­bot.[…] Wie viel Platz für Über­ra­schen­des kann denn in den kol­lek­ti­ven Insze­nie­run­gen von Geden­ken sein? 2017 ist Luther-Jubi­lä­um – dann wird es ähn­lich sein. Ein biss­chen zuge­spitzt for­mu­liert: Das Ver­hält­nis zur Ver­gan­gen­heit wird über Gebets­ge­mein­schaf­ten organisiert. 

  • Der 8. Mai 1945 – Tag der Befrei­ung? | reso­nanz­bo­den – huber­tus kna­be fin­det die bezeich­nung „tag der befreiuung“ für den 8./9. mai 1945 unpas­send und schlägt eine zurück­hal­ten­de­re, bit­te­re­re les­art der erin­ne­rung an das kriegs­en­de vor

    Die Deut­schen tun gut dar­an, sich von sol­cher Mythen­bil­dung fern­zu­hal­ten. Für sie soll­te der 8. Mai vor allem ein Tag der Scham und der Trau­er sein. Über 50 Mil­lio­nen Men­schen kamen durch die Poli­tik der dama­li­gen deut­schen Regie­rung ums Leben – eine Last, die zu einer dif­fe­ren­zier­ten und rea­lis­ti­schen Sicht der Geschich­te verpflichtet.

  • Varou­fa­kis benimmt sich echt unmög­lich (behaup­ten anony­me Quel­len)… | misik​.at – robert misik legt sehr schön dar, wie unge­si­chert und gefähr­lich die angeb­li­chen infor­ma­tio­nen der medi­en aus der poli­tik, ins­be­son­de­re der brüs­se­ler, sein können:

    Wenn aber der immer glei­che Spin aus den offen­bar immer glei­chen “anony­men” Quel­len kommt, dann soll­te Ihnen als Leser klar sein, dass hier Jour­na­lis­ten vor­sätz­lich instru­men­ta­li­siert wer­den, um eine “Sto­ry­line” unter die Leu­te zu bringen.

  • Making the Right Choices: A John Cage Cen­ten­ni­al Cele­bra­ti­on – vide­os von john-cage-wer­ken – schön gemach­te sei­te von micha­el til­son tho­mas & new world symphony
  • Plat­ten aus dem Plat­ten­bau – taz​.de – andre­as hart­mann hat für die taz das klei­ne, aber sehr fei­ne (vor allem, wenn man auf abge­fah­re­ne musik so abfährt wie ich …) plat­ten­la­bel karl­re­cords entdeckt

    Karl ist eines die­ser vie­len klei­nen, aber fei­nen Labels, die es welt­weit gibt und die nach der Kri­se der Musik­in­dus­trie durch die Digi­ta­li­sie­rung in den nuller Jah­ren in einer Nische blü­hen und gedei­hen – wegen des über­ra­schen­den Vinyl-Revivals.

    (ich bin aber immer froh, dass die ihre sachen nicht nur auf vinyl, son­dern auch digi­tal – bei band­camp – anbieten)

  • Die Neu­zeit und die Kul­tur der Unru­he: Das Gesumm der mensch­li­chen Din­ge – NZZ​.ch – ralf kon­ers­mann über die „ent­de­ckung“ der unru­he und ihre beschrei­bung und ana­ly­se durch blai­se pascal

    Das Neue der Neu­zeit war die Beja­hung der Unru­he, nicht jedoch das Emp­fin­den der Unru­he selbst.

  • Digi­ta­le Agen­da der Bun­des­re­gie­rung – Böses Netz – Chris­ti­an Hei­se vom Cent­re for Digi­tal Cul­tures der Leu­pha­na Uni­ver­si­tät in Lüne­burg kom­men­tiert in der süd­deut­schen zei­tung das total­ver­sa­gen der bun­des­po­li­tik bei digi­ta­len und netz­po­lit. themen:

    Die Netz­po­li­tik der schwarz-roten Koali­ti­on ist ein Witz. Sie ist gekenn­zeich­net durch feh­len­den Sach­ver­stand und eine grund­le­gen­de Abwehr­hal­tung gegen­über der Digi­ta­li­sie­rung. Statt Prio­ri­tä­ten zu deren Aus­bau zu defi­nie­ren, kon­zen­triert sich die Bun­des­re­gie­rung dar­auf, die Poten­zia­le des Digi­ta­len zur Kon­trol­le und zur Über­wa­chung der Bür­ger zu nutzen.

    – auch der rest ist poin­tiert, tref­fend und sehr lesenswert!

  • Zum Ver­ständ­nis | Post­kul­tur – jan kuhlbrodt:

    Ich ver­steh nicht, was mit Ver­ste­hen gemeint sein soll. […] Ver­ste­hen im ästhe­ti­schen Sin­ne aber, wäre die Offen­heit der Kunst­wer­ke aus­zu­hal­ten, und ihre Ver­wei­ge­rung, sich in einem instru­men­tel­len Sinn über­set­zen zu las­sen, dass heißt, sich erset­zen zu las­sen durch Hand­lung oder Aussage.

    – ich glau­be, dass „wäre“ soll­te durch ein „ist“ ersetzt werden …

  • Spio­na­ge: Der BND, ein gefähr­li­cher Staat im Staat | ZEIT ONLINE – kai bier­mann sehr poin­tiert zur neu­es­ten wen­dung im spio­na­ge-skan­dal (kann man das eigent­lich noch so nennen?)

    Der Fall zeigt, wie krank das Geschäft der Geheim­diens­te ist. Er zeigt, wie ver­scho­ben deren mora­li­sche und recht­li­che Maß­stä­be sind. Sehen­den Auges nahm der BND hin, dass ihn die NSA dazu miss­braucht, Unter­neh­men, Behör­den und Poli­ti­ker in Euro­pa aus­zu­spä­hen. Ein Pakt mit dem Teu­fel, dem zuge­stimmt wur­de, weil man glaub­te, ihn kon­trol­lie­ren und vor allem davon pro­fi­tie­ren zu können.
    Aber wenn jeder jeden betrügt und aus­trickst, wo blei­ben dann Recht und Gesetz? Rich­tig, auf der Stre­cke. Kei­ner der Betei­lig­ten scher­te sich dar­um, nie­mand inter­es­sier­te sich für Grund­rech­te der Bür­ger, auch das wur­de in den Befra­gun­gen im Unter­su­chungs­aus­schuss klar. […] Wenn nicht ein­mal die Regie­rung ihre Spio­ne im Griff hat, dann hat nie­mand sie im Griff.

  • Ange­sichts der von #Lidl pro­kla­mier­ten… – Bäcke­rei Rich­ter, Kub­schütz – eine schö­ne reak­ti­on eines bäcker­meis­ters als reak­ti­on auf die ziem­lich bescheu­er­te (und die ein­kau­fen­den ver­ar­schen­de) wer­be­kam­pa­gne von lidl

Twitterlieblinge April 2015


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