Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Schlagwort: lesezeichen Seite 12 von 22

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  • Zum Tod von Jac­ques Le Goff – Nils Mink­mar wür­digt den gro­ßen Medi­ävis­ten Jac­ques Le Goff in sei­nem Nachruf:

    Kein The­ma war zu ent­le­gen, kei­ne Fra­ge­stel­lung zu banal, als dass er nicht dar­auf ein­ge­stie­gen wäre. Sein Fun­dus an Anek­do­ten, Lese­früch­ten und Zita­ten aus den Quel­len war so beschaf­fen, dass immer etwas pass­te, nie erleb­te man ihn sprach- oder lust­los. Doch er nutz­te die­se beson­de­re Posi­ti­on eines weit­hin bekann­ten Gelehr­ten und >public intellec­tu­al< nicht, um sich eine aka­de­mi­sche Macht­ba­sis zu erreicht…

  • bue​cher​-maga​zin​.de | Repor­ta­ge: Poe­ti­sche Spu­ren­su­che – Auf dem Weg zur Gegen­warts­ly­rik – Eli­sa­beth Dietz hat sich nach dem Befin­den der Gegen­warts­ly­rik erkun­digt – bei ihren Mache­rin­nen und bei den Vertreibern:

    Was macht eigent­lich die Lyrik? Man sieht sie nur noch sel­ten in der Öffentlichkeit, und wenn, dann redet sie wirr. 

  • Lie­bens­wer­te Löwen für die Rhön « BILD­blog – Gran­di­os: Die DPA fällt auf einen sehr durch­sich­ti­gen April­scherz des Hes­si­schen Umwelt­mi­nis­te­ri­ums rein 
  • Stif­tung Lyrik Kabi­nett – „Die Gedicht­bü­cher des Jah­res 2013“, eine klu­ge Lis­te der Deut­schen Aka­de­mie für Spra­che & Dich­tung mit dem Mün­che­ner Lyrik Kabi­nett (und eini­ge ken­ne ich sogar schon …)
  • ‘Women con­duc­tors? It’s not get­ting any bet­ter, only worse’ – »This is a purely bio­lo­gi­cal ques­ti­on.« Ein alter Sack (und Diri­gen­ten­leh­rer – als sol­cher auch sehr erfolg­reich und ein­fluss­reich) sagt, Frau­en könn­ten nicht dirigieren
  • Mario Barth: Recher­che? Nie gehört! Wozu auch? – Ste­fan Nig­ge­mei­er in der FAZ über die (neu­en ?) Untie­fen des deut­schen Fernsehens:

    Eine aggres­si­ve Dumm­heit, ein bru­ta­les Nicht-wis­sen-Wol­len prägt die­se Sen­dung. Für Mario Barth und sei­ne Hand­lan­ger ist alles eins: Ob tat­säch­li­che kri­mi­nel­le Ver­un­treu­un­gen, ärger­li­che Fehl­pla­nun­gen oder unab­seh­ba­re Aus­ga­ben, deren Sinn einem Lai­en nicht unmit­tel­bar ein­leuch­ten – wenn man es mit dem Des­in­ter­es­se des Mario Barth betrach­tet, sieht alles gleich aus. Jedes Bei­spiel ein Beleg für das, was…

  • Die deut­sche Sehn­sucht, unschul­dig zu sein – taz​.de – Gerd Krum­eich, Spe­zia­list für den Ers­ten Welt­krieg, resü­miert die Debat­ten um die (deut­sche) Kriegschuld und beson­ders die begeis­ter­te Rezep­ti­on der The­sen Chris­to­pher Clarks in Deutsch­land – und kommt zu einem dif­fe­ren­zier­te­ren Schluss:

    Alle Mäch­te waren vor 1914 an der Zuspit­zung und Ver­feind­li­chung des Alli­anz­sys­tems betei­ligt. Genau­so wie am Wett­rüs­ten. Da hat Deutsch­land kei­ne beson­de­re Ver­ant­wor­tung. Aber die Explo­si­on des Juli 1914 gab es, weil das Deut­sche Reich auf den Zünde…

  • Tho­mas Piket­ty im Inter­view: Rück­kehr des Kapi­tals – Süddeutsche.de – Der Öko­nom Tho­mas Piket­ty warnt vor einer zuneh­mend unglei­chen Ver­tei­lung des Ver­mö­gens – weil inzwi­schen der nor­ma­le Zustand ein­ge­tre­ten ist, dass das Wirt­schafts­wachs­tum nicht bei fünf oder mehr Pro­zent liegt, geht die Sche­re zwi­schen Arbei­ten­den und Ver­mö­gen­den immer wei­ter auf:

    Der Wohl­stand ist nicht rich­tig ver­teilt. Des­we­gen bin ich für eine pro­gres­si­ve Ver­mö­gen­steu­er, die steigt, je rei­cher jemand ist.

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  • New Sta­tes­man | What dri­ves the men who think femi­nists and for­eig­ners want to wipe them out? – Lau­rie Pen­ny ver­sucht, Mas­ku­lis­ten zu verstehen:

    Femi­nism, for ins­tance, is not in rea­li­ty a stra­tegy coo­ked up by left-wing women so we can take all of men’s power and money for our­sel­ves and turn them into sex slaves. I know this becau­se, if it was, I would be sit­ting on a gigan­tic gol­den thro­ne with oiled flun­kies fee­ding me cho­co­la­te bis­cuits, rather than having the same argu­ments over and over again

  • Dilet­tan­ten : Der rei­che Maes­tro, den kei­ner mag – DIE WELT – Kon­stan­tin Rich­ter hat die kurio­se Geschich­te von Ashot Tigran­yan aufgeschrieben:

    Ashot Tigran­yan ist als Gei­ger ein hoff­nungs­lo­ser Fall. Hören will ihn nie­mand. Trotz­dem gibt er Unsum­men aus, um durch die Welt zu tou­ren. Eine Begeg­nung mit einem Mysterium.

    Das klingt alles so absurd und ver­rückt, das wür­de man kei­nem Roman oder Film abnehmen …

  • [toread] AAC – Fackel – »Die Fackel. Her­aus­ge­ber: Karl Kraus, Wien 1899−1936«
    AAC Digi­tal Edi­ti­on No 1

    The AAC digi­tal edi­ti­on of the jour­nal »Die Fackel«, edi­ted by Karl Kraus from 1899 to 1936, offers free online access to the 37 volu­mes, 415 issues, 922 num­bers, com­pri­sing more than 22.500 pages and 6 mil­li­on wordforms.

    The AAC-FACKEL con­ta­ins a ful­ly searcha­ble data­ba­se of the enti­re jour­nal with various inde­xes, search tools and navi­ga­ti­on aids in an inno­va­ti­ve and high­ly func­tion­al gra­phic design inter­face, in …

  • Ste­fan Nig­ge­mei­er über Live-Ticker – FAZ – Ste­fan Nig­ge­mei­er betrach­tet die Live­ti­cker – in Theo­rie und Pra­xis, mit eher ernüch­tern­dem Ergeb­nis (aber wen wundert’s …):

    Aber wie das so ist: Eine Soft­ware, die es sehr leicht macht, einen Text zu aktua­li­sie­ren, macht es auch sehr schwer, ihn nicht zu aktua­li­sie­ren. Und so wohnt den Nach­rich­ten­ti­ckern die Ten­denz inne, zu Nicht-Nach­rich­ten­ti­ckern zu wer­den. […] Dabei müss­te man im Inter­net, anders als im linea­ren Fern­se­hen, die Zeit, in der nichts pas­siert, eigent­lich gar nicht mit gro­ßem Nichts füllen.

    Es mischen sich: eine Fixie­rung auf Ober­fläch­lich­kei­ten […], ein per­ma­nen­ter Alar­mis­mus und der Hang, auf der Grund­la­ge von Nicht­wis­sen, Halb­wis­sen und Schein­wis­sen weit­rei­chen­de Spe­ku­la­tio­nen anzustellen.

    Es ist in man­cher Hin­sicht eine unjour­na­lis­ti­sche jour­na­lis­ti­sche Form: Sie sor­tiert und gewich­tet nicht, sie sam­melt nur und hält das, was sie fin­det, in chro­no­lo­gi­scher Rei­hen­fol­ge fest.

  • Slo­gan Cau­ses Pen­cil Recall – New York TimesThe­se pen­cils were with­drawn from schools after a pupil poin­ted out a pro­blem, viaTwit­ter /​qiki­pe­dia

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  • Aberken­nung des Dok­tor­ti­tels: Hilft nicht: Scha­van hat betro­gen – FAZ – Tho­mas Gutsch­ker weist auf das grö­ße­re Pro­blem des Falls Scha­van hin:

    Im Fall Scha­van haben ein gro­ßer Teil der Wis­sen­schafts­ge­mein­de und ein klei­ner Teil der Öffent­lich­keit die kom­plet­te Umwer­tung der Wer­te wis­sen­schaft­li­chen Arbei­tens ver­sucht. Natür­lich kräh­ten die am lau­tes­ten, die am meis­ten von den Mil­li­ar­den­zu­tei­lun­gen der Minis­te­rin abhän­gig waren. Die wah­ren Grün­de aber lie­gen tie­fer. In den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten ist eine Kas­te von Wis­sens­funk­tio­nä­ren ent­stan­den, die sich selbst oft­mals nicht durch wis­sen­schaft­li­che Spit­zen­leis­tun­gen aus­zeich­nen, son­dern durch Manage­ment­fä­hig­kei­ten. Sie faseln von Exzel­lenz, dre­schen aber nur lee­res Stroh.

  • Link Bubble – Android-Apps auf Goog­le Play – Chris Lacy, der mit Tweet­la­nes (super Twit­ter- & App.net-Client) und dem Action Laun­cher (sehr ergo­no­mi­scher Laun­cher) Android schon sehr berei­chert hat (für mich zumin­dest), löst mit „Link Bubble“ ein Smart­phone-Pro­blem: Das Links, die man klickt, auto­ma­tisch im Vor­der­grund gela­den wer­den und das Lesen etc. dadurch immer unter­bre­chen und verzögern
  • Coa­ching für Eltern: Unser Sohn wird mal hoch­be­gabt – FAZ – Frie­de­ri­ke Haupt ätzt in der FAZ wun­der­bar schlag­fer­tig und scharf­sin­nig gegen Eltern und die Bera­tungs­in­dus­trie um die Hoch­be­ga­bung herum:

    Heu­te soll jedes Kind stän­dig geför­dert wer­den, so, als wäre die Fami­lie ein Berg­werk. Irgend­wel­che Kost­bar­kei­ten wer­den sich schon fin­den las­sen. Und wert­vol­ler als alles ande­re ist Intel­li­genz. Damit kann man sich spä­ter viel­leicht etwas kau­fen; mit einem guten Her­zen geht das jeden­falls nicht. Die Kin­der, so wün­schen es die Eltern, sol­len auf dem Markt bestehen. Ver­ant­wort­lich dafür sind wie bei der Ein­füh­rung einer Mar­ke die Pro­du­zen­ten. Das ist eine schwe­re Last.

  • Mein ers­tes Word­Press-Plug­in: Gedich­te mit Zei­len­num­mern | Leh­rer­zim­mer – cool: der @Herr_Rau schreibt ein Word­Press-Plug­in, um Gedich­te mit Word­Press ver­nünf­tig dar­stel­len zu kön­nen. So etwas hab’ ich auch mal gesucht vor län­ge­rer Zeit und – wie er – nicht gefun­den; nur dass ich des­halb nicht mit dem Pro­gram­mie­ren begon­nen habe.
  • Metri­cal­i­zer – auto­ma­ti­sche metri­sche Ana­ly­se von Gedich­ten, funk­tio­niert erstaun­lich gut
  • Mecht­hild Heil: Mehr Trans­pa­renz bei homöo­pa­thi­schen Mit­teln – Rhein-Zei­tung – RT @niggi: Homöo­pa­then: Wenn die Leu­te wüss­ten, was bei uns (nicht) drin ist, wür­den sie das Zeug womög­lich nicht kaufen.
  • Regis­seur Tal­al Der­ki im Inter­view: In nur drei Jah­ren ist die syri­sche Gesell­schaft fast so zer­stört wie Afgha­ni­stan | Lesen was klü­ger macht – Ines Kap­pert sprach mit dem Regis­seur Tal­al Der­ki (Homs – ein zer­stör­ter Traum) über die Situa­ti­on in Syri­en: Das haben die inter­na­tio­na­len Play­er geschafft: In nur drei Jah­ren ist die syri­sche Gesell­schaft fast so zer­stört wie Afgha­ni­stan, sagt Regis­seur Tal­al Derki.

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  • Died­rich Diede­rich­sen über Pop-Kul­tur: „Es gibt kei­nen Ursprung“ – taz​.de – DD im taz-Inter­view zu sei­nem neu­en Buch:

    Mein Aus­gangs­punkt ist: Pop­mu­sik ist sowohl eine Kunst sui gene­ris als auch eine Kul­tur­in­dus­trie. Es gibt da kei­nen sau­be­ren Ursprung. Gro­ße Umbruch­punk­te in der Pop­mu­sik waren oft Momen­te der Nie­der­la­ge, der Ver­nut­zung und des Ruins, wo eigent­lich Kom­mu­ni­ka­ti­on schon nicht mehr mög­lich war. Von da konn­te man neu anfan­gen. […] Der Dis­kurs stellt über­haupt erst den Zusam­men­hang her zwi­schen bra­si­lia­ni­scher und ango­la­ni­scher Pop­mu­sik. Von sich aus tun sie das näm­lich nicht.

  • Gen­der­theo­rie: Revo­lu­ti­on von oben? | ZEIT ONLINE – Jens Jes­sen ver­sucht sehr hart und insis­tie­rend, Mar­tin Lücke – der mit­ver­ant­wort­lich für den Ber­li­ner Que­er Histo­ry Month ist, vor­zu­füh­ren. Und schei­tert sehr konsequent …

    ZEIT: Aber ist es Auf­ga­be des Staa­tes, mit­hil­fe der Schu­len so etwas Pri­va­tes wie Wohl­wol­len und Wert­schät­zung ein­zu­for­dern und einzulernen?

    Lücke: Was heißt hier pri­vat? Schu­le hat die Auf­ga­be, gesell­schaft­li­che Brü­che zum The­ma zu machen und zu bear­bei­ten. Das hört sich schreck­lich nach Indok­tri­na­ti­on an, aber wenn es um Grund­wer­te geht und um Neben- und Mit­ein­an­der, dann, fin­de ich, darf Schu­le das. 

  • Valery Ger­giev announ­ces ‘full sup­port’ for Putin’s annexa­ti­on of Cri­mea – Da haben die Münch­ner ja einen Top­kan­di­da­ten verpflichtet … 
  • Por­trät: Er hat die Höl­le von innen gese­hen – tages​an​zei​ger​.ch – Ahn Myong-chol war Wäch­ter im Gulag in Nord­ko­rea. Sie­ben Jah­re lang dien­te er im Lager 22 bei Hoeryong – bis zu sei­ner Flucht. Nun erzählt er sei­ne Geschichte.
  • Stand­punkt Fahr­rad­helm und BGH: Der Helm hilft nicht – taz​.de – Für Ulri­ke Win­kel­mann ist die Sache mit den Hel­men ganz klar (und ich kann ihr da nur zustimmen):

    Wer Helm­pflicht for­dert, will eigent­lich nur die Auto­fah­rer davor schüt­zen, beim Tot­fah­ren eines Rad­lers trau­ma­ti­siert zu werden. 

  • Yel­low-Kri­ti­ker: “Jeden Tag Ver­stö­ße gegen Per­sön­lich­keits­rech­te” › mee​dia​.de – Mats Schö­nau­er und Moritz Tscher­mak erklä­ren, war­um sie auf topf­voll­gold die Regen­bo­gen­pres­se sezieren:

    Ein gene­rel­les Pro­blem ist sicher, dass sich die­se Akzep­tanz der Blät­ter ein­ge­bür­gert hat. Jeder weiß, dass in der Regen­bo­gen­pres­se Mist steht, aber dar­über auf­ge­regt hat sich nie­mand so wirklich. […] 

    Wir sto­ßen jeden Tag auf Ver­stö­ße gegen Per­sön­lich­keits­rech­te, aber auch Ver­stö­ße gegen ein gewis­ses mora­lisch-jour­na­lis­ti­sches Ver­ständ­nis. Gera­de des­halb kön­nen wir die­se Gleich­gül­tig­keit der Leu­te, die­se “Lasst sie doch machen”-Einstellung nicht nachvollziehen. 

  • Insti­tut für Zeit­ge­schich­te: AAP-Open Access – Seit 1993 legt das Insti­tut für Zeit­ge­schich­te daher unmit­tel­bar nach Ablauf der inter­na­tio­nal übli­chen drei­ßig­jäh­ri­gen Akten­sperr­frist einen Jahr­gang mit aus­ge­wähl­ten, oft­mals auch gehei­men Doku­men­ten aus dem Poli­ti­schen Archiv des Aus­wär­ti­gen Amts vor. Auf­grund des ste­ti­gen Publi­ka­ti­ons­rhyth­mus ent­lang der Akten­sperr­frist haben die AAPD inter­na­tio­nal Maß­stä­be gesetzt. Sie sind seit fast zwei Jahr­zehn­ten für Fach­his­to­ri­ker, Stu­die­ren­de sowie alle Inter­es­sier­te das Mit­tel der Wahl für einen Ein­stieg in die For­schung zur bun­des­re­pu­bli­ka­ni­schen Außenpolitik.

Ins Netz gegangen (10.3.)

Ins Netz gegan­gen am 10.3.:

  • Lie­be Raub­ko­pie­rer bei der SPD, | taz Haus­blog – Sebas­ti­an Hei­ser mahnt SPD-Grup­pie­run­gen ab, weil sie eines sei­ner Fotos nicht lizenz­ge­mäß verwandten:

    Nor­ma­ler­wei­se stört es mich nicht, wenn ande­re Leu­te mei­ne Tex­te oder Bil­der wei­ter­ver­brei­ten. Falls es mich doch mal stört, schrei­be ich eine freund­li­che E‑Mail oder grei­fe zum Tele­fon (außer bei Kai Diek­mann). Aber in die­sem Fall dach­te ich mir: War­um sol­len unter dem kaput­ten Urhe­ber­recht immer nur die Leu­te lei­den, die damit täg­lich arbei­ten müs­sen? Und nicht auch mal die, die dafür ver­ant­wor­lich sind?

  • Hubert Fich­te – Der schwar­ze Engel – (Nach­trag zur Erin­ne­rung an sei­nen Todes­tag am 8. März)
  • Sybil­le Lewitschar­off: Sybil­le Bergs Gedan­ken zur Skan­dal­re­de – SPIEGEL ONLINE – Sybil­le Bergs heu­ti­ge Kolum­ne könn­te man Satz für Satz zitie­ren – sie hat ein­fach Recht …

    Unver­ständ­lich jedoch: Was bringt schein­bar gesun­de, gut­si­tu­ier­te Men­schen dazu, unver­dros­sen über Din­ge zu reden, die sie nicht betref­fen, son­dern nur die Träg­heit ihres Geis­tes offen­ba­ren? Homo­pho­bie, Angst vor Rand­grup­pen und Ekel vor in Retor­ten gezeug­tem Leben sagen nur etwas über den Ver­stand der lal­len­den Kri­ti­ker aus. Sie sagen: Ich bin am Ende mit mei­ner Weis­heit. Ich will nicht den­ken, ich will mich nicht neu ori­en­tie­ren. Ich will kei­ne Welt, in der alle Men­schen gleich sind.

  • Jus­tiz: Bit­te ent­schul­di­gen Sie, Herr Edathy | ZEIT ONLINE – Tho­mas Fischer, Rich­ter am BGH, in der „Zeit“ über die Rol­le der Staats­an­walt­schaft im Straf­recht, ihre Ent­wick­lung und ihren gegen­wär­ti­gen Zustand – natür­lich aus aktu­el­lem Anlass:

    Man wagt es kaum zu sagen: Viel­leicht soll­te sich der Rechts­staat – jeden­falls vor­läu­fig, bis zum Beweis des Gegen­teils – bei dem Beschul­dig­ten Sebas­ti­an Edathy ein­fach ent­schul­di­gen. Er hat, nach allem, was wir wis­sen, nichts Ver­bo­te­nes getan. Viel­leicht soll­ten die­je­ni­gen, die ihn gar nicht schnell genug in die Höl­le schi­cken wol­len, vor­erst ein­mal die eige­nen Wichs­vor­la­gen zur Begut­ach­tung an die Pres­se über­sen­den. Viel­leicht soll­ten Staats­an­walt­schaf­ten weni­ger auf­ge­regt sein und sich ihrer Pflich­ten ent­sin­nen. Viel­leicht soll­ten Par­tei­po­li­ti­ker ihren durch nichts gerecht­fer­tig­ten herr­schaft­li­chen Zugriff auf den Staat min­dern. Viel­leicht soll­ten auf­ge­klär­te Bür­ger ernst­haft dar­über nach­den­ken, wo sie die Gren­ze zie­hen möch­ten zwi­schen Gut und Böse, zwi­schen dem Innen und Außen von Gedan­ken und Fan­ta­sien, zwi­schen lega­lem und ille­ga­lem Ver­hal­ten. Zwi­schen dem nack­ten Men­schen und einer „Poli­zey“, die alles von ihm weiß.

  • Ann Cot­ten im Inter­view: Die Abwei­chung beja­hen | Frank­fur­ter Rund­schau – Judith von Stern­burg spricht mit Ann Cotten

    Als ich ein­mal Orna­men­te gezeich­net habe, fiel mir auf, dass in mei­ner Struk­tur offen­bar etwas ange­legt ist, das die Abwei­chung immer bejaht. Ich ver­su­che, den abso­lut schö­nen Kreis, die gera­de Linie zu zeich­nen, aber mei­ne Fin­ger sind bis in die Spit­zen dar­auf trai­niert, die Abwei­chung gut­zu­hei­ßen. […] Ich glau­be, es wäre vor­ei­lig, sich damit zufrie­den zu geben, nicht per­fekt sein zu wol­len. Natür­lich kann ich nicht wie ein Com­pu­ter zeich­nen, aber die Bemü­hung dar­um macht etwas mit mir. Ich habe genug Cha­os in mir, um froh zu sein, wenn ich mich um kla­re For­men bemü­he. Ohne die Lie­be zur uner­reich­ba­ren Per­fek­ti­on, zu Gott, wie immer Sie es nen­nen wol­len, wäre Kunst auch nur so ein Kacken. Wenn man sich damit zufrie­den gibt, das Fleisch­li­che, Feh­ler­haf­te zu feiern. 

Ins Netz gegangen (5.3.)

Ins Netz gegan­gen am 5.3.:

  • Aus­bruch des Ers­ten Welt­kriegs – Ber­lin träum­te von einem groß­deut­schen Super­staat – Süddeutsche.de – John Röhl geht mit sei­nen His­to­ri­ker-Kol­le­gen – v.a. Clark ist gemeint – hart ins Gericht:

    Die The­se von der „Unschuld“ der Reichs­re­gie­rung an der Aus­lö­sung des Welt­krie­ges im Juli 1914 kann nur ver­tre­ten wer­den, wenn man die Ergeb­nis­se der peni­blen Archiv­for­schung der letz­ten fünf­zig Jah­re baga­tel­li­siert oder ganz außer Acht lässt. Bei allen Unter­schie­den in der Gewich­tung war die For­schung über­ein­stim­mend zu der Mei­nung gelangt, dass die län­ger­fris­ti­gen Ursa­chen der bei­den Welt­krie­ge im erstaun­li­chen Erfolg des von Bis­marck geein­ten Deut­schen Rei­ches zu sehen seien.

  • Zum Hof­staat Til­lys, I: Per­so­na­lia | dk-blog – Micha­el Kai­ser ver­sucht zu rekon­stru­ie­ren, wer eigent­lich mit dem Heer­füh­rer der Katho­li­schen Liga, Til­ly, im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg unter­wegs war – und stößt erstaun­lich schnell auf Probleme …

    Til­ly führ­te Krieg für den Kai­ser und die Katho­li­sche Liga. Nur er allein? Oder hat­te er nicht wenigs­tens einen Koch bei sich? Wir wis­sen es gar nicht so genau, wol­len es ihm aber ger­ne gön­nen. Wer das enge­re Umfeld des Gene­ral­leut­nants bil­de­te, dazu wird man Auf­schluß aus einer Auf­stel­lung des sog. „Hof­staats“ erwar­ten kön­nen, der im Novem­ber 1623 im Gebiet um Ful­da Quar­tier nahm.

  • Ber­lin: Unter den Lin­den – Rei­se – FAZ – „Wer also einen rich­ti­gen Stau haben will in Ber­lin, […] der muss sorg­fäl­tig pla­nen.“ – C. Seidl über Ber­lin etc. >
  • Sams­tags ver­harm­lost man Gewalt gegen Frau­en – Sprach­log – Das Sprach­log zu einer etwas selt­sa­men Wer­be­kam­pa­gne des ZDF
  • Schwu­le Fla­min­gos: So lebt es sich nach der Natur – FAZ – Cord Rie­chelm­ann über Home­sexua­li­tät in „der Natur“ (d.h.: bei Tieren):

    Die Natur ist in die­sem Fall poly­morph, ohne dabei, wie Freud mein­te, „poly­morph per­vers“ zu sein. Per­vers ist nur der Glau­be, die Natur fol­ge einem nor­ma­ti­ven Kon­zept, was sie schon des­halb nicht tut, weil sie kei­ne Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung kennt.

Ins Netz gegangen (27.2.)

Ins Netz gegan­gen am 27.2.:

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