Das Positiff mit süssem hal / Schlag ich auff Bürgerlichem Sal / Da die ehrbarn der Gschlecht sind gsessn / Ein köstlich Hochtzeitmal zu essen / Daß jn die weil nicht werd zu lang Brauchn wir die Leyern mit gesang / Daß sich darvon jr Hertz eben / In freud vnd wunne thu erhebn.
—aus: Jost Amman, Eygentliche Beschreibung aller Stände auff Erden, hoher und nidriger, geistlicher und weltlicher, aller Künsten, Handwercken und Händeln. Durch d. weitberümpten Hans Sachsen gantz fleissig beschrieben u. in teutsche Reimen gefasset. 1568
Der Düsseldorfer Historiker Achim Landwehr geht diesen Fragen bis in jene Epoche nach, als die Kalender die Welt eroberten. Die Vorgeschichte unserer zeitlichen Verstrickung in Termine und Daten ist dabei nur ein Beispiel für jene „Geburt der Gegenwart“, von der er anschaulich, anekdotenreich und klug erzählt: In der Frühen Neuzeit büßte die Vergangenheit in bestimmten Bereichen ihre Autorität ein, während die Zukunft noch nicht als Objekt menschlicher Verfügung wirkte. In einer Art Zwischenphase dehnte sich die Gegenwart als „Möglichkeitsraum“ aus und bahnte damit jenes Zeitregime an, dem wir heute unterstehen.
Aber. Der Deutsche Buchpreis ist das fröhlichste Beispiel, wie die quasireligiöse Eindeutigkeit eines Marketinginstruments hergestellt wird. In einer konstruierenden Vorgangsweise wird der Börsenverein selbst zum Autor der Vermarktung der Autoren und Autorinnen im Deutschen Buchpreis.
Das alles erfolgt im Archilexem (der Verwendung der männlichen Form der Bezeichnung, unter der die weibliche Form mitgemeint ist): In den Aussendungen des Börsenvereins gibt es nur Autoren und keine Autorinnen. Auch das gehört zur Strategie der Eindeutigkeit. Es gibt keine Geschlechterdifferenz, sagen solche Formulierungen. Stellt euch unter die männliche Form und lasst differenzierende Kinkerlitzchen wie die geschlechtergerechte Sprache sein. Nur in eindeutigen Formulierungen gelingt ein umfassendes Sprechen, in dem Bücher verkauft werden können. Populismus wird nicht nur in Kauf genommen. Populismus ist erwünscht.
Selbstmord ist ansteckend. Berichterstattung über Suizide erhöht die Zahl der Suizide. Eine neue Studie aus den Vereinigten Staaten liefert weitere Indizien dafür, dass dieser sogenannte „Werther-Effekt“ tatsächlich existiert.
Der derzeitige Umgang mit der algorithmischen Personalisierung ist die Vollendung des Neoliberalismus auf Ebene der öffentlichen Kommunikation. Wenn du etwas nicht gesehen hast, dann bist du selbst Schuld, weil du den Algorithmus von Facebook entsprechend trainiert hast oder dir die Profi-Version mit dem besseren Zugang zu den Daten nicht leisten kannst.
In Deutschland gibt es für eine bestimmte Liga von freien Künstlerinnen und Künstlern kaum Produktionsspielräume. Es gibt zwar ein weltweit einzigartiges Theatersystem, das ist allerdings einer gewissen Monokultur verpflichtet, die sich auf das Opern‑, Schauspiel‑, oder Orchesterrepertoire bezieht – darüber hinaus bleiben wenige Möglichkeiten für freie Kunst. Diese Lücke wollte ich mit der Ruhrtriennale zu schließen versuchen.
Introducing TapPath for Android – YouTubeIntroducing TapPath for Android! – eine schöne kleine app, die das leben (und surfen) auf einem androiden einfacher und angenehmer macht
Hochmut großer Söhne – Sprachlog – Anatol Stefanowitsch über einen Vorschlag, im Text der österreichischen Nationalhymne die Frauen wieder zu streichen:
Am Text der österreichischen Nationalhymne findet sich, wie es bei Texten von Nationalhymnen nun einmal so ist, wenig Erhaltenswertes. Sie feiert die Landschaft (gut, das ist gerade noch erträglich), das „für das Schöne begnadete“ und mit „hoher Sendung“ ausgestattete Volk (das ist dann eben, nationalhymnentypisch, nicht mehr erträglich), die kriegerische Vergangenheit, und eine „arbeitsfrohe“ Zukunft. Und natürlich wird dem „Vaterland“ auch ordentlich Treue geschworen.
Ein Operationsfehler, das ist eigentlich eine gute Metapher für das, was mit den ARD-Nachrichten passiert ist: Man hat eine Wagenladung Adrenalin in ihrem Bauch vergessen und einfach zugenäht.
– dazu noch ein bisschen Baudrillard (Simulacrum!) und nostalgische Rückbesinnung auf die guten alten Zeiten, als die Nachrichten ohne Bilder auskamen (übrigens auch in der FAZ!) …
Ich vertraue der Quantifizierung des Reichtums für das Jahr 1913 stärker als der von 2013. Das Nationaleinkommen wird relativ gut erfasst. Aber die Verteilung des Einkommens bis in die obersten Schichten ist eine andere Frage.
Schön auch eine andere Stelle:
Aber es ist schon interessant, wie viel Geld da ist, zum Beispiel in großen Firmen. Die gleichen Leute, die hart um jeden Euro mit ihrem Reinigungspersonal oder ihren Niedriglohnarbeitern verhandeln, bieten mir 100.000 Euro für einen einstündigen Vortrag. Wenn ich ablehne, verdoppeln sie das Angebot.
Wer glaubt, der Fußball sei sauber, der darf dasselbe von der Fifa glauben.
Eine Frage bleibt am Ende: Warum teilen die Fußballärzte ihr tiefes Wissen nicht mit der Allgemeinheit? Sieht man, wie mancher 30-Jährige durch die WM-Arenen brettert, obwohl er als 20- bis 25-Jähriger kein Spiel zu Ende brachte, ohne dass der Muskel zwickte oder dichtmachte – dann stellt sich die Frage, warum mit dieser doch auch für die breite Menschheit segensreichen Heil- und Aufbaukunst so verdammt diskret umgegangen wird.
Mit der Logik kommt man der medizinischen, sprich: entscheidenden Seite dieser Milliardenindustrie so wenig bei wie mit Dopingtests. Dem gläubigen Fan ist es sowieso einerlei: Augen zu, und einfach feste daran glauben.
Ich habe inzwischen keinen Zweifel daran, dass Wulff in einer Mischung aus selbstverschuldetem Unglück und narzisstischem Jagdtrieb einiger wildgewordener Egomanen einem eben auch qualitätsmedialen Blutrausch erlag, in dem sich zu Beginn mehrere Jäger gleichzeitig auf das gleiche Objekt konzentrierten. […] bietet er mit teilweise ungenauen und ungelenken Formulierungen wieder neue Angriffsflächen. So langsam verfestigt sich der Eindruck: Er kann es einfach nicht.
Bereits diese kurzen Ausführungen zeigen, dass die Einstufungen von Mazedonien, Serbien und Bosnien-Herzegowina als sichere Herkunftsstaaten wenig Anlass zur Freude bieten – sie werfen in erster Linie europarechtliche Bedenken auf. Daneben ist diese Gesetzesänderung ein Beispiel, wie im Verlauf von nur 20 Jahren der Grund für ein Problem zu dessen Antwort (gemacht) wird.
Es ist einfach so: Auch wer von tiefer Skepsis gegen jeden Versuch erfüllt ist, mit Karl dem Großen Geschichtspolitik betreiben, sollte jetzt doch nach Aachen fahren. Denn um das zu sehen, was er dort zu sehen bekommt, muss er sonst um die ganze Welt reisen.
Sehr recht hat er übrigens auch mit seiner Einleitung:
Alle zwei Jahre, bei den großen Turnieren, wird Deutschland zu Schland, einer Nation der Narren. Den Fans sei dieser Ausnahmezustand vergönnt und verziehen. Die Sender und ihre Journalisten allerdings dürfen sich davon nicht mitreißen lassen. Denn was geschieht etwa, wenn die Nationalmannschaft doch noch frühzeitig ausscheidet – ein Szenario, das nach nur einem Spiel und der begleitenden Schwärmerei noch unwahrscheinlicher erscheint, als dass Joachim Löw mal schlecht angezogen ist? Für diesen Fall braucht es kritische Analysen und harte Fragen. Und keine weinenden Journalisten am Pool.
Die These von der „Unschuld“ der Reichsregierung an der Auslösung des Weltkrieges im Juli 1914 kann nur vertreten werden, wenn man die Ergebnisse der peniblen Archivforschung der letzten fünfzig Jahre bagatellisiert oder ganz außer Acht lässt. Bei allen Unterschieden in der Gewichtung war die Forschung übereinstimmend zu der Meinung gelangt, dass die längerfristigen Ursachen der beiden Weltkriege im erstaunlichen Erfolg des von Bismarck geeinten Deutschen Reiches zu sehen seien.
Zum Hofstaat Tillys, I: Personalia | dk-blog – Michael Kaiser versucht zu rekonstruieren, wer eigentlich mit dem Heerführer der Katholischen Liga, Tilly, im Dreißigjährigen Krieg unterwegs war – und stößt erstaunlich schnell auf Probleme …
Tilly führte Krieg für den Kaiser und die Katholische Liga. Nur er allein? Oder hatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich? Wir wissen es gar nicht so genau, wollen es ihm aber gerne gönnen. Wer das engere Umfeld des Generalleutnants bildete, dazu wird man Aufschluß aus einer Aufstellung des sog. „Hofstaats“ erwarten können, der im November 1623 im Gebiet um Fulda Quartier nahm.
Berlin: Unter den Linden – Reise – FAZ – „Wer also einen richtigen Stau haben will in Berlin, […] der muss sorgfältig planen.“ – C. Seidl über Berlin etc. >
Die Natur ist in diesem Fall polymorph, ohne dabei, wie Freud meinte, „polymorph pervers“ zu sein. Pervers ist nur der Glaube, die Natur folge einem normativen Konzept, was sie schon deshalb nicht tut, weil sie keine Straßenverkehrsordnung kennt.
Sommerlochtagebuch. Bad Blog goes daily. | Bad Blog Of Musick – Moritz Eggert kotzt sich in das Sommerloch ein bisschen aus. Leider ist da trotz des wunderbaren Zynismus viel Wahres dran an dem, was er über Kulturabbau, ‑kürzungen und ‑einsparungen schreibt.
So unrealistisch ist das gar nicht. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen wird die gesamte klassische und zeitgenössische Musik im Jahr 2100 nur noch aus einem einzigen Stück bestehen: Ravels „Bolero“. Dieser läuft äußerst erfolgreich auf der ganzen Welt in sogenannten „Beischlafauditorien“ (denn allein die Musik zu hören ist den Menschen dann zu langweilig). Folgerichtig gibt es in Deutschland nur noch eine einzige Musikhochschule (in Warnemünde) in der die ca. 80 Studenten lernen, wie man den „Bolero“ spielt. Die anderen 80 spielen ihn, im letzten verbliebenen deutschen Orchester (Gevelsberger Phillies).
Rüstungsprojekt Euro Hawk: Ein Traum von einer Drohne | ZEIT ONLINE – Die „Zeit“ hat die Unterlagen der Untersuchungsausschusses zum Drohnen-Fiasko ausgewertet (alle 372 Aktenordner liegen ihr vor … – und wurden als (schlechte) Scans in derdocumentcloud teilweise schon veröffentlicht: http://preview.tinyurl.com/drohnendok) und fängt an, die ganze Geschichte zu beschreiben. Das geht heute so los:
Das Desaster um die Aufklärungsdrohne Euro Hawk war von Anfang an absehbar. Schon vor zehn Jahren kannten die Verantwortlichen alle Probleme. Doch sie wollten die Drohne.
… und sie sollten sie bekommen – nur halt, ohne damit etwas anfangen zu können. Und klar ist auch jetzt schon: Das System der Beschaffung und das Ministerium sind offenbar politisch nicht mehr zu steuern und zu kontrollieren …
Mauert Luther nicht ein! – DIE WELT – Der Historik Heinz Schilling ist mit den bisherigen Vorbereitungen des Reformations-Jubiläums 2017 nicht so ganz zufrieden …
Die Kluft zwischen gegenwartsorientiertem Verkündigungsbegehren und Verlangen nach historischer wie biografischer Tiefenbohrung ist zu überbrücken, will das Reformationsjubiläum nicht unter das hohe Niveau der auf das 20. Jahrhundert bezogenen Gedenkkultur unseres Landes zurückfallen. Es geht um die ebenso simple wie folgenreiche Frage, wie viel Wissenschaft das Reformationsjubiläum braucht und wie viel Wissenschaft es verträgt. Denn nur auf einer soliden historischen Basis ist eine nachhaltige Auseinandersetzung mit dem „protestantischen Erbe“ in der europäischen Neuzeit und globalen Moderne möglich.
„Es muss ja nicht alles von mir sein“ – DIE WELT – Literatur – Frank Kaspar besucht Monika Rinck und lässt sich von ihr erklären und zeigen, wie man heute Gedichte schreibt, ohne peinlich und nervend zu sein (was ihn anscheinend ziemlich überrascht, dass das geht …):
Wer in Monika Rincks Texte eintaucht, dem schwirrt bald der Kopf vor lauter Stimmen und Sprachen, die dort frei zusammenschießen. Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Pfälzisch, innere treffen auf äußere Stimmen, rhythmisch Ausgefeiltes auf bewusst gesetzte Brüche, Sprünge, Ausrufe: Ha! Ach so! Hohoho! Die „Gischt der wirklichen gesprochenen Sprache“, die Walter Benjamin an Alfred Döblins Montage-Roman „Berlin Alexanderplatz“ so begeistert hat, gurgelt zwischen den Zeilen und macht das Gewebe lebendig und beweglich.
Emmerich Joseph von Breidbach zu Bürresheim, auch bekannt unter dem Spitznamen „Breitfass von Schüttesheim“ – angeblich trank er zu jeder Mahlzeit sechs Maß Rheinwein. Emmerich galt als offenherzig und volksnah, obwohl seine Ansichten so gar nicht in Einklang mit dem wundergläubigen Barock-Katholizismus der konservativen Landbevölkerung standen. Er las Voltaire und Diderot, wurde schließlich zum bedeutendsten Herrscher der katholischen Aufklärung. Besonders seine Schulreform wirkte nachhaltig. Letztlich schuf die Rationalisierung des Kurmainzer Ausbildungssystems die Grundlage für die Revolution in der Domstadt.
Dass die Mainzer den Wein lieben, ist also nichts Neues …
Die Preissteigerungen waren jedoch nicht nur auf Wetterkapriolen zurückzuführen, auch das Verhalten der weltlichen und kirchlichen Grundherren trug maßgeblich zum Anstieg der Getreidepreise bei.
Darin liegt auch die Leistung des Bearbeiters. Er steht ja ständig vor großen Fragen: Wie teile ich das auf? Wie kann ich möglichst viel vom Original unterbringen, sodass es plastisch ist, aber nicht überladen? Aber auch pianistisch realisierbar? Und es hat sich herausgestellt, dass Alfred Pringsheim, der eigentlich Autodidakt war, mit die interessantesten und auch pianistischsten Lösungen gefunden hat.
Schön auch der Schlusssatz: „Und was Wagner angeht, sind wir jetzt wieder für eine Weile bedient.“ – ich glaube, das gilt nach diesem Jahr für alle …
Grillparzer, wo bin ich überall hingerathen, um Dich zu finden!—erster Hof, zweite Stiege, dritter Stock, vierte Thür! Es wirbeln mir noch die Beschreibungen im Kopfe. Nach einer vormittäglichen Suchjagd stand ich endlich in einer schmalen, öden Gasse vor einem großen schweigsamen Hause
Grillparzers überraschend bescheidene Wohnung kann man übrigens im städtischen Wien-Museum besichtigen.
Wolfgang Matz: Adalbert Stifter oder Diese fürchterliche Wendung der Dinge. München: Hanser 1995, 406 Seiten.
Eine der schlechtesten (Dichter-)Biographien überhaupt, die ich je gelesen habe (okay, das ist nicht unbedingt meine Sache). Matz nimmt die Biographie eigentlich nur zum Anlass, möglichst ausführlich und ausschweifend über die Erzählungen Stifters zu schreiben – und die vollends biographisch erklären zu wollen. Das klappt natürlich alles vorne und hinten nicht, deswegen wird munter und wild drauf los spekuliert. Eine sehr unangenehme Sache, das – Biographismus ist ja sowieso schon eine – meines Erachtens – gefährliche Sache voller Fallstricke, hier ist sie jedenfalls vollends missglückt: Weder das Leben noch das Werk wird so verständlich oder erklärt. – Eine Biographie, die das Biographische meidet, weil sie lieber im Werk sich tummelt – ohne das aber wesentlich aufhellen zu können, weil sie es wieder nur aus dem Biographischen (bzw. ein bis zwei Motiven, die sich daraus ergeben) zu verstehen versucht, und zwanghaft wilde Folgerungen anstellt …
Carl Schmitt: Römischer Katholizismus und politische Form. 5. Auflage. Stuttgart: Klett-Cotta 2008 [1923]. 65 Seiten.
Seminarlektüre ;-). Aber nicht unspannend: Schmitts Panorama der europäischen Geistegeschichte (ab dem Mittelalter) und der katholischen Kirche als complexio oppositorum. Typisch Schmitt, setzt das mit einem Paukenschlag ein: „Es gibt einen anti-römischen Affekt.“ (5) Daraus speist und dazu führt dann der ganze folgende Text: Zu zeigen, dass es der römischen Kirche als complexio oppositorum gelingt, gegenüber den weltlichen Differenzen der Ideologien und Unterschieden und Veränderungen durch die Jahrhunderte gewissermaßen gelassen oder absorbierend zu bleiben (Schmitt nennt das die „Elastizität“ der Kirche), woraus sich – mit ihrer ungeheureren hierarchischen Struktur – die „unfassbare politische Macht“ (6) der katholischen Kirche sich speist. Sehr interessant sind dann gegen Ende auch seine Überlegungen zur Repräsentation und deren Fehlen in der modernen Gesellschaft und im modernen Staat (auch wenn ich die Folgerungen Schmitts nicht unbedingt teile).
Johann Christian Günther: Werke. Herausgegeben von Reiner Böhlhoff. Frankfurt am Main: Deutscher Klassiker Verlag 1998 (Bibliothek der Frühen Neuzeit, Band 10) 1596 Seiten.
Kreuz-und-quer-Lektüre einiger Gedichte. Die komemn – das scheint mir im Moment typisch für Günther – in der Regel eher „traditionell“ oder traditions-konform daher, verstecken in einer geschickten Doppelbödigkeit aber oft genug gerade ein Spiel mit den traditionellen Formen und Topoi, oft in einer kritischen oder satirischen Haltung. Sehr spannend das, auch weil die Gedichte aus dem Kanon weitesgehend verschwunden sind oder sich höchstens als einzelne Exemplare, aber nicht als integrales Werk eines Autors dort noch zeigen (Günther ist auch als Mensch offenbar – so weit wir das bei der eher mäßigen Quellenlage heute noch sagen können – eine sehr interessante Gestalt gewesen …).
außerdem noch ein bisschen Stifter und Schnitzler …
Meine Netzfunde für die Zeit vom 5.3. zum 14.3.:
Wie klassische Musik fasziniert, heute – Hans Ulrich Gumbrecht überlegt in seinem FAZ-Blog „Digital/Pausen“ aus Anlass eines (offenbar recht typischen) Konzertes mit Streichquartetten und ähnlichem, warum uns Musik der Klassik (& Romantik) anders/mehr fasziniert als die der Moderne (hier: Britten (!)) -
Noch intensiver als die Musik unserer Gegenwart vielleicht scheinen viele Stücke aus dem Repertoire, das wir “klassisch” nennen, diese Ahnung, diese unsere Existenz grundierende Erinnerung zu eröffnen, wieder Teil einer Welt der Dinge zu werden. Genau das könnte die Intuition, die vorbewusste Intuition der Hörer im ausgeschnittenen Marathon-Hemd sein—die sich zu weinen und zu lachen erlauben, wenn sie Mozart und Beethoven hören.
Kleines Adreßbuch für Jerichow und New York – Rolf Michaelis: Kleines Adreßbuch für Jerichow und New York. Ein Register zu Uwe Johnsons Roman »Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl« (1970−1983) Überarbeitet und neu herausgegeben von Anke-Marie Lohmeier Überarbeitete, digitale Neuausgabe 2012
«Schlussbetrachtungen und Ergebnisse» runden das Werk ab. Das ist für eine Enzyklopädie ungewöhnlich, macht aber das programmatische Ziel deutlich. Die «Enzyklopädie der Neuzeit» sammelt nicht abschliessend Wissen, sondern will die Grundlage abgeben für neuartige Untersuchungen zu historischen Prozessen, welche vor den Grenzen der Disziplinen ebenso wenig haltmachen wie vor denjenigen der Nationen und Kulturen. Insofern dient das Werk primär Forschenden und Lehrenden, die ihren eigenen Zugang relativieren und erweitern wollen, durch kompakt und reflektiert präsentierte Information auf hohem Niveau.
DDR-Presse (ZEFYS) – Im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts werden drei DDR-Tageszeitungen digitalisiert und im Volltext erschlossen: Neues Deutschland [ND] (23. April 1946 – 3. Oktober 1990, vollständig in Präsentation), Berliner Zeitung [BZ] (21. Mai 1945 – 3. Oktober 1990, 1945–1964 in Präsentation) & Neue Zeit [NZ] (22. Juli 1945 – 5. Juli 1994, Präsentation folgt)
Damit ist ein erster, bedeutender Teil der Tagespresse der SBZ (Sowjetische Besatzungszone, 1945–1949) und der DDR (Deutsche Demokratische Republik, 1949–1990) für die wissenschaftliche Forschung und Recherche frei zugänglich.
Drucksachen und Plenarprotokolle des Bundestages – 1949 bis 2005 – In diesem elektronischen Archiv können sämtliche Drucksachen und Stenografischen Berichte des Deutschen Bundestages von der 1. bis zur 15. Wahlperiode recherchiert und im pdf-Format abgerufen werden.
Wien also mal wieder. Dieses Mal aber unter ganz besonderen Gesichtspunkten: „Wien – die kaiserliche Residenzstadt“ hieß die Exkursion des Historischen Seminars, an der ich – aufgrund einiger glücklicher Umstände – trotz verspäteter Anmeldung noch teilnehmen durfte/konnte. So machte ich mich am Freitag also wieder einmal auf nach Wien, eine meiner Lieblingsstädte.
Das war aber auch schon gleich die erste Herausforderung: Treffpunkt zur Abfahrt war 7:30 Uhr am Mainzer Hauptbahnhof. Das hieß für mich: Der Wecker klingelte um 5:30 Uhr, damit ich noch ohne größere Zeitnot eine Runde laufen gehen konnte. Trotz der unbarmherzigen Zeit hat das gut geklappt, ich war dann sogar noch fast zu früh am Bahnhof, wo so langsam alle anderen der 15 Teilnehmer eintrudelten. Der Regionalzug braucht uns dann unproblematisch zum Frankfurter FLughafen, von dort ging’s mit Air Berlin – bzw. mit dem Airbus 320 der Niki Air – ohne Problem nach Wien Schwechat. Und dort erst mal wieder in den Zug, der uns zu Wien Mitte brachte, von wo aus die Straßenbahn weiterhalf. Und nach ein paar hundert Metern Fußmarsch standen wir dann in der Baustelle, d.h. direkt vor dem Hotel Academia in der Pfeilgasse. Das liegt zwar recht praktisch, nicht weit vom Burgring, ist aber auch recht spartanisch und fast schon ein Denkmal. Seit der Eröffnung in den 1960ern hat sich an der Inneneinrichtung nämlich offenbar gar nichts getan – nur etwas abgenutzt wurde sie im Laufe der Zeit. Aber immerhin war’s sauber – und viel Zeit verbrachten wir da ja eh nicht.
Schon am ersten Tag ging es gleich mittags los – mit einem großen Rundgang durch den 1. Bezirk und entsprechenden Ausführungen zur „Stadttopographie“ – Parlament, Rathaus (Alt und Neu), Burgtheater, Universität, Votivkirche, Judenplatz, St. Ruprecht, St. Stephan, Albertina, Staatsoper – und schließlich noch die Hofburg in all ihren Teilen (vor der neuen Burg, auf dem Heldenplatz, wurde allerdings gerade noch das Erntedankfest des Bauernverbandes aufgebaut). Mit dem Extra-Referat zur Baugeschichte waren wir dann erst fertig, als die Sonne schon längst verschwunden war und das Licht nur noch vom Mond und aus den Straßenlaternen schien.
Samstags klingelte mein Handywecker wieder ausgesprochen früh, nämlich bereits um 6:30. Wieder eine Morgenlaufrunde, die mich über den Ring und Karlsplatz zum Bellevue führte, wo um diese Zeit noch (fast) nichts los war. Über Naschmarkt und Karlsplatz fand ich deann den Weg zurück – auch wenn ich zwischendurch an meinem Orientierungssinn etwas zweifelte. Und angesichts der Alkoholleichen, die beim Naschmarkt aus dem Club in die Taxen fielen, einen anderen Rückweg bevorzugt hätte. Nach dem eher kargen Frühstück (leider ohne Müsli) war es auch schon Zeit für dem gemeinsamen Abmarsch: Zurück zum Belvedere. Dieses Mal aber mit der Straßenbahn. Und dort dann ausführliche Erkundung: Erst mit dem biographischen Referat zu Prinz Eugen, dem Erbauer dieser Sommerresidenz (das auch gleich den Hintergrund für mein eigenes Referat am Mittag lieferte). Und dann ein super ausführlicher Vortrag zur barocken Gartenbaukunst, mit dem großartigsten Handout, das ich je gesehen habe – vollgestopft mit (farbigen!) Abbildungen und Hinweisen … Der Garten beschäftigte uns noch den Rest des Vormittags – bei dem strahlenden Sonnenschein und Temperarturen um 30 °C hatten wir allerdings die Tendenz, Schattenzu suchen. Danach führte uns unser Weg zum Arsenal, wo sich das Herresgeschichtliche Museum befindet. Davor, im Schweizerpark, durfte ich noch zu „Prinz Eugen als österreichischem Erinnerungsort“ referieren – trotz meiner etwas knappen Vorbereitung und meiner eher konfusen Notatate hat das ganz gut geklappt. Das Heeresgeschichtliche Museum war ein sehr seltsames Erlebenis: Ein großartiger Bau (vor allem wenn man den ursprünglichen Zweck als Arsenal bedenkt), der ganz unbescheiden auf das Arsenal von Venedig (vor allem in der äußeren Gestaltung) und den dortigen Markusdom (insbesondere im Inneren, den Decken und der Benutzung von Gold(-farbe), Die Ausstellung in diesem Meisterwerk des Historizismus war allerdings so ziemlich die schrecklichste, die ich ich erinnere – nicht nur wegen der Exponate, sondern auch wegen der Präsentation: Ohne Zusammenhang, ohne Erklärung, ohne Ordnung und Einordnung werden hier einfach mannigfaltige Waffen, Schlachtenbilder, Heerführer etc … hingestellt. Der Prinz-Eugen-Raum ist dann auch ein ziemlicher Witz: Ein unbeleuchtetes, stark nachgedunkeltes Porträt, die Bahrtücher und kaum mehr, das ganze unauffällig in der Ecke untergebracht. Etwas besser war die Ausstellung im Teil zum Zweiten Weltkrieg – aber auch hier noch total überladen. Ntürlich interessiert mich Militärgeschichte auch allerhöchstens peripher – aber das ist ja sozusagen mein Problem. Hier zeigte sie sich aber auch von ihrer unansehnlichsten Seite. Eine kleine spezielle Freude bereitete allerdings die Probe einer kleinen Schauspieltruppe, die an Heiner Müllers „Wolokolamsker Chaussee „arbeitete und auf dem Balkon des Arsenals einiges ausprobierte – ich habe lange keinen Müller-Text (in diesem unverwechselbaren Sound!) mehr live gehört …
Nach der Mittagspause in der „kleinen Steiermark“ im Schweizerpark trafen wir uns am Karlsplatz wieder zur Abfahrt zum von Touristen natürlich total überlaufenen Schloss Schönbrunn, wo wir uns an der Ecke des Gartens zunächst Maria Theresia widmeten, bevor wir den Garten spazierend erschlossen – inklusive einem Abstecher zur Gloriette mit ihrem schönen Ausblick über Garten, Schloss und Stadt. Nach der Rückkehr in die Stadt verschlug es uns in die „Kantine“ im Museumsquartier, wo man nicht nur gut speisen konnte, sondern auch sehr schön am Samstag Abend einfach noch entspannt den Tag ausklingen lassen konnte.
Der Sonntag begann – natürlich – wieder mit einem Morgenlauf. Dieses Mal führten meine Füße mich über die Westbahn auf die Heiligenstädter Straße, einfach gerade stadtauswärts. Zum GLück fand ich auf dieser Strecke eine McDonalds-Filiale, sonst wäre es zu einem Notfall gekommen – morgens laufen ist einfach nicht mein Ding …Vormittags standen zunächst zwei weitere Sommerresidenzen auf der Stadt, die im 18. Jahrhundert noch vor der Stadt lagen, heute aber schon zum Kern gehören. Wir begannen mit dem Palais Schönborn: Davon ist aber nur sehr wenig übrig, vor allem vorm Garten gar nichts – und auch noch dazu mit einer falsch beschriftete Beschilderung, wie wir feststellen mussten. Dann widmeten wir uns dem Palais Liechtenstein, das nicht nur von Anfang an wesentlich repräsentativer, größer und ästhetische beeindruckernder angelegt war, sondern auch schön restauriert wurde und vor allem über einen schönen Garten verfügt. Das ist allerdings auch nicht mehr die origianle barocke Anlage, sondern eine Umgestaltung des 19. Jahrhunderts zum Englischen Garten. Natürlich wurde der „reine“ Besuch der Orte auch hier jeweils mit den entsprechenen Fachreferaten zur Familiengeschichte ergänzt. Das Ende des Vormittagsprogramms bildete – nach einem Überblick über Wien als „Stadt, in der der Kaiser residierte“ – der Besuch des Wien-Museums neben der Karlskirche. Und das lohnt sich wirklich. Nicht nur wegen der vielen Stadtansichten, auch die Exponate sind hier bunt gemischt aus Stadtleben und Kunst und mit kurzen, aber ausreichenden Texten schön zusammengestellt. Highlights sind – neben den Fenstern und Statuen von St. Stephan (den Originalen, die dort schon im 19. Jahrhundert durch Kopien ersetzt wurden) – vor allem die drei auf-/nachgebauten Räume: Das Wohnzimmer Alfred Loos’, die Wohnugn von Grillparzer und ein großbürgerlicher-adliger Jugendstil-Salon. Eine lebendige, umfassende Austellung zur Geschichte Wiens in Schlaglichtern.
Den Nachmittag widmeten wir ausführlich der Karlskirche, dem äußeren und inneren Bildprogramm, ihrer Planung, Entstehung und Ausführung. Und natürlich besodners den Fresken der inneren Kuppeln, weil noch die Möglichkeit bestand, das ehemal szu Restaurierungsarbeiten aufgestellte Gerüst mit dem Lift (und einigen abschließenden Treppen) zu nutzen, die Fresken aus wirklich unmittelbarer Nähe zu bestaunen – erstaunlich, wie detailreich die ausgeführt wurden, obwohl sie doch eigentlich für die Betrachtung vom Boden aus angelegt waren. Aus der Laterne ganz oben konnte man sogar einen schönen, weiten Blick über die Wiener City werfen – nur schade, dass man nicht hinaus konnte: Das wäre spannend gewesen … Den Rest des Nachmittags verbrachten wir dann mit einem Spaziergang über den Graben und auf dem angenehm entspannten Erntedankfest, wo es auch leckeren Saft gab – bei gut 30 °C und weiterhin purem Sonnenschein ein wahre Genuss. Abends landeten wir dann zu Speis und Trank im „Bettelstudenten“, der uns mit einem großzügigen Gutschein über die Hälfte des Rechnungswertes überraschte – damit war der Plan für Montag auch klar …
Aber noch war es nicht so weit. Der Montag begann nämlich noch etwas früher – wegen des Aufbruchs um 8:30 Uhr fiel mein Morgenlauf allerdings auch etwas kürzer aus. Unser Programm führte uns zunächst zum Haus‑, Hof- und Staatsarchiv, mit interessanter, weit ausgreifender Führung. Interessant nicht nur die Geschichte des Archives, sondern auch die des Archivsbaus, einer Stahlträgerkonstruktions mit Gitterböden (für die bessere Luftzirkulation) in den Depots, die auch über erstaunlich kunstvoll gearbeitete Metallregale (die zugleich Teil der tragenden Konstruktion sind) aus dem 19. Jahrhundert verfügt. Und in denen natürlich wahnsinnige Schätze lagern … Sehen durften wir – neben einigen Faksimiles – davon einige der privaten Tagebücher Karl VI. Interessant, wie sich so eine Schrift im Laufe der Jahre verändert. Und wie auf manchen Seiten mehr Ziffern als Buchstaben zu finden sind, weil Karl gerade in späteren Jahren doch einiges nur chiffriert notierte. Dem Besuch der „archivalischen Sätze“ schloss sich ein Besuch der weltlichen an: In der Schatzkammer der Burg bestaunten wir vor allem die Reichsinsignien (mit Referat, natürlich), die alte Kaiserkrone, Szepter, Schwert, Reichsapfel und den ganzen wertvollen Krempel, nicht zuletzt die Krönungsgewänder. Und natürlich auch den Schatz des Ordens vom Goldenen Vlies, den uns ein anderes Referat schon vorgestellt hatte.
Nach unserer kleinen Pause im Café Central – ein Kaffeehausbesuch pro Wienbesuch ist ja sozusagen obligatorisch – fuhren wir mit U‑Bahn und Bus nach Klosterneuburg, bestaunten unterwegs schon den Karl-Marx-Hof, eines der größten Projekte des Sozialwohnungsbaus und widmeten dann viel Aufmerksamkeit dem Stift Klosterneuburg, seiner barocken Kirche mit ihrer fast pronographischen Pracht und vor allem dem Residenzteil, den mageren Resten des Escorial-Plans Karls VI. (allein die Reichskrone auf der Mittelkuppel hat jagigantische Ausmaße auch wenn sie nur aus Kupfer ist …) und sahen auch, wie solche Prachtbauten im Rohbau aussahen … Auf dem Rückweg kehrten wir noch beim Heurigen ein und genossen ausreichende Mengen des „Sturms“, wie die Österreicher den Federweißen nennen. Abschließen mussten wir den Abend natürlich mit einer Rückkehr zum Bettelstudenten – schließlich brannte der Gutschein ein Loch in unsere Tasche (überlebte aber naturgemäß den Abend nicht …).
Am Dienstag schließlich ging es noch einmal früher los, jetzt klingelte mein Wecker um 6:15 Uhr – so langsam wurde es hart. Und die Lust, überhaupt zu laufen, schwand auch merklich … Nach dem Frühstück zogen wir um 8 Uhr los, die Koffer schon einmal in Wien Mitte für den Flug aufgeben und widmeten uns dann noch, ganz zum Schluss, der habsburgischen Memorialkultur: Zunächst in der schönen Augustinerkirche, wo vor allem die Herzgruft Beachtung fand, dann in der Kapuzinergruft mit den irrsinnigen Sakrophagen der Habsburger, vor allem den Prachtexemplaren von etwa Karl VI. oder dem gemeinsamen Sakrophag von Maria Theresia und ihrem Gemahl Franz Stephan. Und das war’s auch schon fast: In der verbleibendne Freizeit gingen wir zu dritt noch ins Mumok, in die großartige, gerade erst eröffnete Ausstellung „Museum der Wünsche“ – so etwas wie eine Retrospektive des Museums, aus der eigenen Sammlung v.a., die grandiose Klassiker der Moderne mit zeitgenössischen Verrücktheiten kombiniert und versucht, da so etwas wie Ordnung hineinzubringen: Ungemein faszinierend wirklich in fast jedem Raum, nur halt wahnsinnig viel …
Nach dem abschließenden leckeren Käsekrainer düsten wir mit dem CAT zum Flughafen – und dann auch schon Up & Away nach Deutschland, mit der S‑Bahn von Frankfurt zurück nach Mainz, wo mein Bett mich sozusagen schon erwartete …
Eine spannende Exkursion war das, sicher, auch ziemlich anstrengend – aber schön. Und lehrreich. Und interessant. Nicht zuletzt wegen der angenehmen Gruppe ;-)
PS: Der Titel ist natürlich eine popkulturelle Referenz [die mit Wien nix weiter zu tun hat …] – wer findet’s heraus?