Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Schlagwort: frühe neuzeit

Organist

Der Orga­nist:

organist (aus dem "ständebuch")

Das Posi­tiff mit süs­sem hal /​
Schlag ich auff Bür­ger­li­chem Sal /​
Da die ehr­barn der Gschlecht sind gsessn /​
Ein köst­lich Hoch­t­zeit­mal zu essen /​
Daß jn die weil nicht werd zu lang
Brauchn wir die Ley­ern mit gesang /​
Daß sich dar­von jr Hertz eben /​
In freud vnd wun­ne thu erhebn.

—aus: Jost Amman, Eygent­li­che Beschrei­bung aller Stän­de auff Erden, hoher und nidri­ger, geist­li­cher und welt­li­cher, aller Küns­ten, Handwercken und Hän­deln. Durch d. weit­be­rümp­ten Hans Sach­sen gantz fleis­sig beschrie­ben u. in teut­sche Rei­men gefas­set. 1568

Ins Netz gegangen (21.8.)

Ins Netz gegan­gen am 21.8.:

  • „Geburt der Gegen­wart“: Wenn der Mond den Fri­seur­ter­min bestimmt | Ber­li­ner Zei­tung – stef­fen mar­tus hat achim land­wehrs „geburt der gegen­wart“ gele­sen:

    Der Düs­sel­dor­fer His­to­ri­ker Achim Land­wehr geht die­sen Fra­gen bis in jene Epo­che nach, als die Kalen­der die Welt erober­ten. Die Vor­ge­schich­te unse­rer zeit­li­chen Ver­stri­ckung in Ter­mi­ne und Daten ist dabei nur ein Bei­spiel für jene „Geburt der Gegen­wart“, von der er anschau­lich, anek­do­ten­reich und klug erzählt: In der Frü­hen Neu­zeit büß­te die Ver­gan­gen­heit in bestimm­ten Berei­chen ihre Auto­ri­tät ein, wäh­rend die Zukunft noch nicht als Objekt mensch­li­cher Ver­fü­gung wirk­te. In einer Art Zwi­schen­pha­se dehn­te sich die Gegen­wart als „Mög­lich­keits­raum“ aus und bahn­te damit jenes Zeit­re­gime an, dem wir heu­te unter­ste­hen.

  • Lite­ra­tur­de­bat­te : Der Buch­preis ist kei­ne Geschlechts­um­wand­lung wert – Lite­ra­ri­sche Welt – DIE WELT – mar­le­ne stre­eru­witz über den buch­preis und sei­ne struk­tu­ren und funk­tio­nen:

    Aber. Der Deut­sche Buch­preis ist das fröh­lichs­te Bei­spiel, wie die qua­si­re­li­giö­se Ein­deu­tig­keit eines Mar­ke­ting­in­stru­ments her­ge­stellt wird. In einer kon­stru­ie­ren­den Vor­gangs­wei­se wird der Bör­sen­ver­ein selbst zum Autor der Ver­mark­tung der Autoren und Autorin­nen im Deut­schen Buch­preis.

    Das alles erfolgt im Archil­e­xem (der Ver­wen­dung der männ­li­chen Form der Bezeich­nung, unter der die weib­li­che Form mit­ge­meint ist): In den Aus­sen­dun­gen des Bör­sen­ver­eins gibt es nur Autoren und kei­ne Autorin­nen. Auch das gehört zur Stra­te­gie der Ein­deu­tig­keit. Es gibt kei­ne Geschlech­ter­dif­fe­renz, sagen sol­che For­mu­lie­run­gen. Stellt euch unter die männ­li­che Form und lasst dif­fe­ren­zie­ren­de Kin­ker­litz­chen wie die geschlech­ter­ge­rech­te Spra­che sein. Nur in ein­deu­ti­gen For­mu­lie­run­gen gelingt ein umfas­sen­des Spre­chen, in dem Bücher ver­kauft wer­den kön­nen. Popu­lis­mus wird nicht nur in Kauf genom­men. Popu­lis­mus ist erwünscht.

  • Ste­fan Nig­ge­mei­er | Neu­es von Wert­her: Sui­zid-Häu­fung nach brei­ter Sui­zid-Bericht­erstat­tung – nig­ge­mei­er berich­tet über eine ame­ri­ka­ni­sche stu­die, die indi­zi­en für den wert­her-effekt beob­ach­ten konn­te:

    Selbst­mord ist anste­ckend. Bericht­erstat­tung über Sui­zi­de erhöht die Zahl der Sui­zi­de. Eine neue Stu­die aus den Ver­ei­nig­ten Staa­ten lie­fert wei­te­re Indi­zi­en dafür, dass die­ser soge­nann­te „Wert­her-Effekt“ tat­säch­lich exis­tiert.

  • Algo­rith­men: Fer­gu­son zer­split­tert in den sozia­len Netz­wer­ken | ZEIT ONLINE – gün­ter hack:

    Der der­zei­ti­ge Umgang mit der algo­rith­mi­schen Per­so­na­li­sie­rung ist die Voll­endung des Neo­li­be­ra­lis­mus auf Ebe­ne der öffent­li­chen Kom­mu­ni­ka­ti­on. Wenn du etwas nicht gese­hen hast, dann bist du selbst Schuld, weil du den Algo­rith­mus von Face­book ent­spre­chend trai­niert hast oder dir die Pro­fi-Ver­si­on mit dem bes­se­ren Zugang zu den Daten nicht leis­ten kannst.

  • Inter­view mit Hei­ner Goeb­bels, dem Inten­dan­ten der Ruhr­tri­en­na­le | Lesen was klü­ger macht – hol­ger pau­ler befragt hei­ner goeb­bels zu sei­nen erfah­run­gen in und mit der ruhr­tri­en­na­le und vor allem der „frei­en sze­ne“ (und am schluss auch zu „cas­si­ber“). hei­ner goeb­bels:

    In Deutsch­land gibt es für eine bestimm­te Liga von frei­en Künst­le­rin­nen und Künst­lern kaum Pro­duk­ti­ons­spiel­räu­me. Es gibt zwar ein welt­weit ein­zig­ar­ti­ges Thea­ter­sys­tem, das ist aller­dings einer gewis­sen Mono­kul­tur ver­pflich­tet, die sich auf das Opern‑, Schauspiel‑, oder Orches­ter­re­per­toire bezieht – dar­über hin­aus blei­ben weni­ge Mög­lich­kei­ten für freie Kunst. Die­se Lücke woll­te ich mit der Ruhr­tri­en­na­le zu schlie­ßen ver­su­chen.

  • [AMA] Ich bin Ste­fan Nig­ge­mei­er. Fragt mich alles! : de_​IAmA
  • Intro­du­cing TapP­ath for Android – You­TubeIntro­du­cing TapP­ath for Android! – eine schö­ne klei­ne app, die das leben (und sur­fen) auf einem andro­iden ein­fa­cher und ange­neh­mer macht

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Ins Netz gegan­gen am 27.6.:

  • Hoch­mut gro­ßer Söh­ne – Sprach­log – Ana­tol Ste­fa­no­witsch über einen Vor­schlag, im Text der öster­rei­chi­schen Natio­nal­hym­ne die Frau­en wie­der zu strei­chen:

    Am Text der öster­rei­chi­schen Natio­nal­hym­ne fin­det sich, wie es bei Tex­ten von Natio­nal­hym­nen nun ein­mal so ist, wenig Erhal­tens­wer­tes. Sie fei­ert die Land­schaft (gut, das ist gera­de noch erträg­lich), das „für das Schö­ne begna­de­te“ und mit „hoher Sen­dung“ aus­ge­stat­te­te Volk (das ist dann eben, natio­nal­hym­nen­ty­pisch, nicht mehr erträg­lich), die krie­ge­ri­sche Ver­gan­gen­heit, und eine „arbeits­fro­he“ Zukunft. Und natür­lich wird dem „Vater­land“ auch ordent­lich Treue geschwo­ren.

  • Neu­es ARD-Nach­rich­ten­stu­dio: Tho­mas Roth trifft jetzt immer auf King Kong – Medi­en – FAZ – Oli­ver Jun­gen hält vom neu­en ARD-Stu­dio nicht so viel:

    Ein Ope­ra­ti­ons­feh­ler, das ist eigent­lich eine gute Meta­pher für das, was mit den ARD-Nach­rich­ten pas­siert ist: Man hat eine Wagen­la­dung Adre­na­lin in ihrem Bauch ver­ges­sen und ein­fach zuge­näht.

    – dazu noch ein biss­chen Bau­dril­lard (Simu­la­crum!) und nost­al­gi­sche Rück­be­sin­nung auf die guten alten Zei­ten, als die Nach­rich­ten ohne Bil­der aus­ka­men (übri­gens auch in der FAZ!) …

  • Deutsch­land, verknautscht—BILDblog
  • Rech­ter Über­fall in Dort­mund: Poli­zei nimmt Nazis in Schutz – taz.de – total cra­zy: „Rechts­extre­me woll­ten Rat­haus stür­men. Das Innen­mi­nis­te­ri­um: Die Poli­ti­ker selbst hät­ten ran­da­liert.“
  • „Ich brau­che das Geld nicht“ – taz.de – Tho­mas Piket­ty im „taz-„Interview:

    Ich ver­traue der Quan­ti­fi­zie­rung des Reich­tums für das Jahr 1913 stär­ker als der von 2013. Das Natio­nal­ein­kom­men wird rela­tiv gut erfasst. Aber die Ver­tei­lung des Ein­kom­mens bis in die obers­ten Schich­ten ist eine ande­re Fra­ge.

    Schön auch eine ande­re Stel­le:

    Aber es ist schon inter­es­sant, wie viel Geld da ist, zum Bei­spiel in gro­ßen Fir­men. Die glei­chen Leu­te, die hart um jeden Euro mit ihrem Rei­ni­gungs­per­so­nal oder ihren Nied­rig­lohn­ar­bei­tern ver­han­deln, bie­ten mir 100.000 Euro für einen ein­stün­di­gen Vor­trag. Wenn ich ableh­ne, ver­dop­peln sie das Ange­bot.

  • Pen­nä­ler­haf­te Fach­pro­sa – Die neue „Kul­tur­ge­schich­te der frü­hen Neu­zeit“ ist nicht nur pein­lich, son­dern unver­schämt : literaturkritik.de – »Zu hof­fen bleibt, dass der ange­sichts der feh­len­den Qua­li­tät über­aus dreis­te Preis die Käu­fer abzu­schre­cken ver­mag«
  • Welt­meis­ter­schaft und Doping – Gro­ßes India­ner-Ehren­wort! – Süddeutsche.de – wun­der­bar: Tho­mas Kist­ner in der „Süd­deut­schen“ zur WM etc.:

    Wer glaubt, der Fuß­ball sei sau­ber, der darf das­sel­be von der Fifa glau­ben.

    Eine Fra­ge bleibt am Ende: War­um tei­len die Fuß­ball­ärz­te ihr tie­fes Wis­sen nicht mit der All­ge­mein­heit? Sieht man, wie man­cher 30-Jäh­ri­ge durch die WM-Are­nen bret­tert, obwohl er als 20- bis 25-Jäh­ri­ger kein Spiel zu Ende brach­te, ohne dass der Mus­kel zwick­te oder dicht­mach­te – dann stellt sich die Fra­ge, war­um mit die­ser doch auch für die brei­te Mensch­heit segens­rei­chen Heil- und Auf­bau­kunst so ver­dammt dis­kret umge­gan­gen wird.

    Mit der Logik kommt man der medi­zi­ni­schen, sprich: ent­schei­den­den Sei­te die­ser Mil­li­ar­den­in­dus­trie so wenig bei wie mit Doping­tests. Dem gläu­bi­gen Fan ist es sowie­so einer­lei: Augen zu, und ein­fach fes­te dar­an glau­ben.

  • Twit­ter /​Calvinn_​Hobbes: The enti­re edu­ca­ti­on sys­tem … – RT @hnnngkttr: Time for chan­ge? “@Calvinn_Hobbes: The enti­re edu­ca­ti­on sys­tem sum­med up in a three panel comic strip. ” #edchat­de
  • An die weib­li­chen und männ­li­chen Waf­fen­scheu­en

    Die Waf­fen hoch! Das… | Aphorismen.de

    – RT @giesbert: Der Felix Dahn war mit sei­ner Ant­wort an Ber­tha von Sutt­ner auch so ein Knall­depp.
  • Er kann es ein­fach nicht | Begleit­schrei­ben – Gre­gor Keu­sch­nig hat sich Chris­ti­an Wulffs „Ganz oben, ganz unten“ auf den Unter­su­chungs­tisch gelegt:

    Ich habe inzwi­schen kei­nen Zwei­fel dar­an, dass Wulff in einer Mischung aus selbst­verschuldetem Unglück und nar­ziss­ti­schem Jagd­trieb eini­ger wild­ge­wor­de­ner Ego­ma­nen einem eben auch qua­li­täts­me­dia­len Blut­rausch erlag, in dem sich zu Beginn meh­re­re Jäger gleich­zei­tig auf das glei­che Objekt kon­zen­trier­ten.
    […] bie­tet er mit teil­wei­se unge­nau­en und unge­len­ken For­mu­lie­run­gen wie­der neue Angriffs­flä­chen. So lang­sam ver­fes­tigt sich der Ein­druck: Er kann es ein­fach nicht.

  • Siri Hust­vedt trifft Carl Djer­as­si – Wie­der so eine toll kon­zi­pier­te Ver­an­stal­tung, die mehr ver­heißt als sie ein­löst:

    Es sei so eine Sache mit dem Dia­log, mur­melt Siri Hust­vedt vor sich hin.

  • Neue siche­re Her­kunfts­staa­ten: Ein Pro­blem wird zur Lösung -

    Bereits die­se kur­zen Aus­füh­run­gen zei­gen, dass die Ein­stu­fun­gen von Maze­do­ni­en, Ser­bi­en und Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na als siche­re Her­kunfts­staa­ten wenig Anlass zur Freu­de bie­ten – sie wer­fen in ers­ter Linie euro­pa­recht­li­che Beden­ken auf. Dane­ben ist die­se Geset­zes­än­de­rung ein Bei­spiel, wie im Ver­lauf von nur 20 Jah­ren der Grund für ein Pro­blem zu des­sen Ant­wort (gemacht) wird.

  • Frän­ki­sches Reich : Das ewi­ge Leben einer dienst­ba­ren Lei­che – Nach­rich­ten Kul­tur – DIE WELT – Eck­hard Fuhr ist von den Aus­stel­lun­gen zum 1200. Todes­tag von Karl dem Gro­ßen in Aachen sehr ange­tan:

    Es ist ein­fach so: Auch wer von tie­fer Skep­sis gegen jeden Ver­such erfüllt ist, mit Karl dem Gro­ßen Geschichts­po­li­tik betrei­ben, soll­te jetzt doch nach Aachen fah­ren. Denn um das zu sehen, was er dort zu sehen bekommt, muss er sonst um die gan­ze Welt rei­sen.

    Sehr recht hat er übri­gens auch mit sei­ner Ein­lei­tung:

    Ohne Karl ver­ste­hen wir gar nichts.

  • Kom­men­tar zum deut­schen Ran­schmeiß-Jour­na­lis­mus | 11 Freun­de – Die 11 Freun­de sind mit der öffent­lich-recht­li­chen „Bericht­erstat­tung“ zur WM zu Recht nicht zufrie­den:

    Alle zwei Jah­re, bei den gro­ßen Tur­nie­ren, wird Deutsch­land zu Schland, einer Nati­on der Nar­ren. Den Fans sei die­ser Aus­nah­me­zu­stand ver­gönnt und ver­zie­hen. Die Sen­der und ihre Jour­na­lis­ten aller­dings dür­fen sich davon nicht mit­rei­ßen las­sen. Denn was geschieht etwa, wenn die Natio­nal­mann­schaft doch noch früh­zei­tig aus­schei­det – ein Sze­na­rio, das nach nur einem Spiel und der beglei­ten­den Schwär­me­rei noch unwahr­schein­li­cher erscheint, als dass Joa­chim Löw mal schlecht ange­zo­gen ist? Für die­sen Fall braucht es kri­ti­sche Ana­ly­sen und har­te Fra­gen. Und kei­ne wei­nen­den Jour­na­lis­ten am Pool.

  • Why ‚Game of Thro­nes‘ Isn’t Medieval—and Why That Mat­ters – Paci­fic Stan­dard: The Sci­ence of Socie­ty
  • The­sen­an­schlag: Schwang Luther 1517 tat­säch­lich den Ham­mer? – FAZ – Mar­tin Luthers The­sen­an­schlag von Wit­ten­berg ist sicher der berühm­tes­te, aber längst nicht der ein­zi­ge: Eine Geschich­te des Anschla­gens von Zet­teln an Kir­chen.
  • Die Ver­öf­fent­li­chungs­form der Zukunft? Mein Lösungs­vor­schlag: Ein Auf­satz in Baum- und Ebe­nen­struk­tur. | Mit­tel­al­ter – eine schö­ne idee, die chris­ti­an schwa­de­rer da ent­wi­ckelt hat …

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  • Aus­bruch des Ers­ten Welt­kriegs – Ber­lin träum­te von einem groß­deut­schen Super­staat – Süddeutsche.de – John Röhl geht mit sei­nen His­to­ri­ker-Kol­le­gen – v.a. Clark ist gemeint – hart ins Gericht:

    Die The­se von der „Unschuld“ der Reichs­re­gie­rung an der Aus­lö­sung des Welt­krie­ges im Juli 1914 kann nur ver­tre­ten wer­den, wenn man die Ergeb­nis­se der peni­blen Archiv­for­schung der letz­ten fünf­zig Jah­re baga­tel­li­siert oder ganz außer Acht lässt. Bei allen Unter­schie­den in der Gewich­tung war die For­schung über­ein­stim­mend zu der Mei­nung gelangt, dass die län­ger­fris­ti­gen Ursa­chen der bei­den Welt­krie­ge im erstaun­li­chen Erfolg des von Bis­marck geein­ten Deut­schen Rei­ches zu sehen sei­en.

  • Zum Hof­staat Til­lys, I: Per­so­na­lia | dk-blog – Micha­el Kai­ser ver­sucht zu rekon­stru­ie­ren, wer eigent­lich mit dem Heer­füh­rer der Katho­li­schen Liga, Til­ly, im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg unter­wegs war – und stößt erstaun­lich schnell auf Pro­ble­me …

    Til­ly führ­te Krieg für den Kai­ser und die Katho­li­sche Liga. Nur er allein? Oder hat­te er nicht wenigs­tens einen Koch bei sich? Wir wis­sen es gar nicht so genau, wol­len es ihm aber ger­ne gön­nen. Wer das enge­re Umfeld des Gene­ral­leut­nants bil­de­te, dazu wird man Auf­schluß aus einer Auf­stel­lung des sog. „Hof­staats“ erwar­ten kön­nen, der im Novem­ber 1623 im Gebiet um Ful­da Quar­tier nahm.

  • Ber­lin: Unter den Lin­den – Rei­se – FAZ – „Wer also einen rich­ti­gen Stau haben will in Ber­lin, […] der muss sorg­fäl­tig pla­nen.“ – C. Seidl über Ber­lin etc. >
  • Sams­tags ver­harm­lost man Gewalt gegen Frau­en – Sprach­log – Das Sprach­log zu einer etwas selt­sa­men Wer­be­kam­pa­gne des ZDF
  • Schwu­le Fla­min­gos: So lebt es sich nach der Natur – FAZ – Cord Rie­chelm­ann über Home­sexua­li­tät in „der Natur“ (d.h.: bei Tie­ren):

    Die Natur ist in die­sem Fall poly­morph, ohne dabei, wie Freud mein­te, „poly­morph per­vers“ zu sein. Per­vers ist nur der Glau­be, die Natur fol­ge einem nor­ma­ti­ven Kon­zept, was sie schon des­halb nicht tut, weil sie kei­ne Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung kennt.

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  • 1628 Wert­heim | ein his­to­rio­gra­phi­sches Blog – Robert Mei­er, Archi­var im Staats­ar­chiv Wert­heim, schreibt aus den Quel­len über die Ereig­nis­se in Wert­heim in den Jah­ren 1628 und 1629
  • Som­mer­loch­ta­ge­buch. Bad Blog goes dai­ly. | Bad Blog Of Musick – Moritz Eggert kotzt sich in das Som­mer­loch ein biss­chen aus. Lei­der ist da trotz des wun­der­ba­ren Zynis­mus viel Wah­res dran an dem, was er über Kul­tur­ab­bau, ‑kür­zun­gen und ‑ein­spa­run­gen schreibt.

    So unrea­lis­tisch ist das gar nicht. Nach neu­es­ten wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­sen wird die gesam­te klas­si­sche und zeit­ge­nös­si­sche Musik im Jahr 2100 nur noch aus einem ein­zi­gen Stück bestehen: Ravels „Bole­ro“. Die­ser läuft äußerst erfolg­reich auf der gan­zen Welt in soge­nann­ten „Bei­schlaf­au­di­to­ri­en“ (denn allein die Musik zu hören ist den Men­schen dann zu lang­wei­lig). Fol­ge­rich­tig gibt es in Deutsch­land nur noch eine ein­zi­ge Musik­hoch­schu­le (in War­ne­mün­de) in der die ca. 80 Stu­den­ten ler­nen, wie man den „Bole­ro“ spielt. Die ande­ren 80 spie­len ihn, im letz­ten ver­blie­be­nen deut­schen Orches­ter (Gevels­ber­ger Phil­lies).

  • Rüs­tungs­pro­jekt Euro Hawk: Ein Traum von einer Droh­ne | ZEIT ONLINE – Die „Zeit“ hat die Unter­la­gen der Unter­su­chungs­aus­schus­ses zum Droh­nen-Fias­ko aus­ge­wer­tet (alle 372 Akten­ord­ner lie­gen ihr vor … – und wur­den als (schlech­te) Scans in der­do­cu­ment­cloud teil­wei­se schon ver­öf­fent­licht: http://preview.tinyurl.com/drohnendok) und fängt an, die gan­ze Geschich­te zu beschrei­ben. Das geht heu­te so los:

    Das Desas­ter um die Auf­klä­rungs­droh­ne Euro Hawk war von Anfang an abseh­bar. Schon vor zehn Jah­ren kann­ten die Ver­ant­wort­li­chen alle Pro­ble­me. Doch sie woll­ten die Droh­ne.

    … und sie soll­ten sie bekom­men – nur halt, ohne damit etwas anfan­gen zu kön­nen. Und klar ist auch jetzt schon: Das Sys­tem der Beschaf­fung und das Minis­te­ri­um sind offen­bar poli­tisch nicht mehr zu steu­ern und zu kon­trol­lie­ren …

  • Über­wa­chung: NSA kann drei von vier E‑Mails mit­le­sen | ZEIT ONLINE – Die „Zeit“ weist auf einen im Wall Street Jour­nal erschie­nen Arti­kel hin, der deut­lich macht, wie weit die Mög­lich­kei­ten der NSA wirk­lich gehen:

    Die NSA kann bis zu 75 Pro­zent des Inter­net­ver­kehrs über­wa­chen, der durch die USA läuft.

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  • Mau­ert Luther nicht ein! – DIE WELT – Der His­to­rik Heinz Schil­ling ist mit den bis­he­ri­gen Vor­be­rei­tun­gen des Refor­ma­ti­ons-Jubi­lä­ums 2017 nicht so ganz zufrie­den …

    Die Kluft zwi­schen gegen­warts­ori­en­tier­tem Ver­kün­di­gungs­be­geh­ren und Ver­lan­gen nach his­to­ri­scher wie bio­gra­fi­scher Tie­fen­boh­rung ist zu über­brü­cken, will das Refor­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um nicht unter das hohe Niveau der auf das 20. Jahr­hun­dert bezo­ge­nen Gedenk­kul­tur unse­res Lan­des zurück­fal­len. Es geht um die eben­so simp­le wie fol­gen­rei­che Fra­ge, wie viel Wis­sen­schaft das Refor­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um braucht und wie viel Wis­sen­schaft es ver­trägt. Denn nur auf einer soli­den his­to­ri­schen Basis ist eine nach­hal­ti­ge Aus­ein­an­der­set­zung mit dem „pro­tes­tan­ti­schen Erbe“ in der euro­päi­schen Neu­zeit und glo­ba­len Moder­ne mög­lich.

  • „Es muss ja nicht alles von mir sein“ – DIE WELT – Lite­ra­tur – Frank Kas­par besucht Moni­ka Rinck und lässt sich von ihr erklä­ren und zei­gen, wie man heu­te Gedich­te schreibt, ohne pein­lich und ner­vend zu sein (was ihn anschei­nend ziem­lich über­rascht, dass das geht …):

    Wer in Moni­ka Rincks Tex­te ein­taucht, dem schwirrt bald der Kopf vor lau­ter Stim­men und Spra­chen, die dort frei zusam­men­schie­ßen. Deutsch, Eng­lisch, Fran­zö­sisch, Ita­lie­nisch und Pfäl­zisch, inne­re tref­fen auf äuße­re Stim­men, rhyth­misch Aus­ge­feil­tes auf bewusst gesetz­te Brü­che, Sprün­ge, Aus­ru­fe: Ha! Ach so! Hoho­ho! Die „Gischt der wirk­li­chen gespro­che­nen Spra­che“, die Wal­ter Ben­ja­min an Alfred Döb­lins Mon­ta­ge-Roman „Ber­lin Alex­an­der­platz“ so begeis­tert hat, gur­gelt zwi­schen den Zei­len und macht das Gewe­be leben­dig und beweg­lich.

  • Emme­rich Joseph von Breid­bach zu Bür­res­heim: Vor­kämp­fer der katho­li­schen Auf­klä­rung – FAZ -

    Emme­rich Joseph von Breid­bach zu Bür­res­heim, auch bekannt unter dem Spitz­na­men „Breit­fass von Schüt­tes­heim“ – angeb­lich trank er zu jeder Mahl­zeit sechs Maß Rhein­wein. Emme­rich galt als offen­her­zig und volks­nah, obwohl sei­ne Ansich­ten so gar nicht in Ein­klang mit dem wun­der­gläu­bi­gen Barock-Katho­li­zis­mus der kon­ser­va­ti­ven Land­be­völ­ke­rung stan­den. Er las Vol­taire und Dide­rot, wur­de schließ­lich zum bedeu­tends­ten Herr­scher der katho­li­schen Auf­klä­rung. Beson­ders sei­ne Schul­re­form wirk­te nach­hal­tig. Letzt­lich schuf die Ratio­na­li­sie­rung des Kur­main­zer Aus­bil­dungs­sys­tems die Grund­la­ge für die Revo­lu­ti­on in der Dom­stadt.

    Dass die Main­zer den Wein lie­ben, ist also nichts Neu­es …

  • Lebens­mit­tel­spe­ku­la­ti­on in der Frü­hen Neu­zeit – Wie Wet­ter, Grund­herr­schaft und Getrei­de­prei­se zusam­men­hin­gen | Die Welt der Habs­bur­ger – Nah­rungs­mit­tel­spe­ku­la­ti­on ist kei­ne Erfin­dung und auch nicht nur ein Pro­blem des 21. Jahr­hun­derts – wer hät­te es gedacht .…:

    Die Preis­stei­ge­run­gen waren jedoch nicht nur auf Wet­ter­ka­prio­len zurück­zu­füh­ren, auch das Ver­hal­ten der welt­li­chen und kirch­li­chen Grund­her­ren trug maß­geb­lich zum Anstieg der Getrei­de­prei­se bei.

  • »Wie ein Rausch« | Jüdi­sche All­ge­mei­ne – Ein Inter­view mit dem Kla­vier­duo Tal & Groe­thuy­sen über Wag­ner, Alfred Pringsheim und Isra­el:

    Dar­in liegt auch die Leis­tung des Bear­bei­ters. Er steht ja stän­dig vor gro­ßen Fra­gen: Wie tei­le ich das auf? Wie kann ich mög­lichst viel vom Ori­gi­nal unter­brin­gen, sodass es plas­tisch ist, aber nicht über­la­den? Aber auch pia­nis­tisch rea­li­sier­bar? Und es hat sich her­aus­ge­stellt, dass Alfred Pringsheim, der eigent­lich Auto­di­dakt war, mit die inter­es­san­tes­ten und auch pia­nis­tischs­ten Lösun­gen gefun­den hat.

    Schön auch der Schluss­satz: „Und was Wag­ner angeht, sind wir jetzt wie­der für eine Wei­le bedient.“ – ich glau­be, das gilt nach die­sem Jahr für alle …

  • Adress­comp­toir: Auf der Suche nach Grill­par­zer – Hein­rich Lau­be irrt durch Wien:

    Grill­par­zer, wo bin ich über­all hin­ge­ra­then, um Dich zu finden!—erster Hof, zwei­te Stie­ge, drit­ter Stock, vier­te Thür! Es wir­beln mir noch die Beschrei­bun­gen im Kop­fe. Nach einer vor­mit­täg­li­chen Such­jagd stand ich end­lich in einer schma­len, öden Gas­se vor einem gro­ßen schweig­sa­men Hau­se

    Grill­par­zers über­ra­schend beschei­de­ne Woh­nung kann man übri­gens im städ­ti­schen Wien-Muse­um besich­ti­gen.

Aus-Lese #2

Wolf­gang Matz: Adal­bert Stif­ter oder Die­se fürch­ter­li­che Wen­dung der Din­ge. Mün­chen: Han­ser 1995, 406 Sei­ten.

Eine der schlech­tes­ten (Dichter-)Biographien über­haupt, die ich je gele­sen habe (okay, das ist nicht unbe­dingt mei­ne Sache). Matz nimmt die Bio­gra­phie eigent­lich nur zum Anlass, mög­lichst aus­führ­lich und aus­schwei­fend über die Erzäh­lun­gen Stif­ters zu schrei­ben – und die voll­ends bio­gra­phisch erklä­ren zu wol­len. Das klappt natür­lich alles vor­ne und hin­ten nicht, des­we­gen wird mun­ter und wild drauf los spe­ku­liert. Eine sehr unan­ge­neh­me Sache, das – Bio­gra­phis­mus ist ja sowie­so schon eine – mei­nes Erach­tens – gefähr­li­che Sache vol­ler Fall­stri­cke, hier ist sie jeden­falls voll­ends miss­glückt: Weder das Leben noch das Werk wird so ver­ständ­lich oder erklärt. – Eine Bio­gra­phie, die das Bio­gra­phi­sche mei­det, weil sie lie­ber im Werk sich tum­melt – ohne das aber wesent­lich auf­hel­len zu kön­nen, weil sie es wie­der nur aus dem Bio­gra­phi­schen (bzw. ein bis zwei Moti­ven, die sich dar­aus erge­ben) zu ver­ste­hen ver­sucht, und zwang­haft wil­de Fol­ge­run­gen anstellt …

Carl Schmitt: Römi­scher Katho­li­zis­mus und poli­ti­sche Form. 5. Auf­la­ge. Stutt­gart: Klett-Cot­ta 2008 [1923]. 65 Sei­ten.

Semi­nar­lek­tü­re ;-). Aber nicht unspan­nend: Schmitts Pan­ora­ma der euro­päi­schen Gei­ste­ge­schich­te (ab dem Mit­tel­al­ter) und der katho­li­schen Kir­che als com­ple­xio oppo­si­torum. Typisch Schmitt, setzt das mit einem Pau­ken­schlag ein: „Es gibt einen anti-römi­schen Affekt.“ (5) Dar­aus speist und dazu führt dann der gan­ze fol­gen­de Text: Zu zei­gen, dass es der römi­schen Kir­che als com­ple­xio oppo­si­torum gelingt, gegen­über den welt­li­chen Dif­fe­ren­zen der Ideo­lo­gien und Unter­schie­den und Ver­än­de­run­gen durch die Jahr­hun­der­te gewis­ser­ma­ßen gelas­sen oder absor­bie­rend zu blei­ben (Schmitt nennt das die „Elas­ti­zi­tät“ der Kir­che), wor­aus sich – mit ihrer unge­heu­re­ren hier­ar­chi­schen Struk­tur – die „unfass­ba­re poli­ti­sche Macht“ (6) der katho­li­schen Kir­che sich speist. Sehr inter­es­sant sind dann gegen Ende auch sei­ne Über­le­gun­gen zur Reprä­sen­ta­ti­on und deren Feh­len in der moder­nen Gesell­schaft und im moder­nen Staat (auch wenn ich die Fol­ge­run­gen Schmitts nicht unbe­dingt tei­le).

Johann Chris­ti­an Gün­ther: Wer­ke. Her­aus­ge­ge­ben von Rei­ner Böhl­hoff. Frank­furt am Main: Deut­scher Klas­si­ker Ver­lag 1998 (Biblio­thek der Frü­hen Neu­zeit, Band 10) 1596 Sei­ten.

Kreuz-und-quer-Lek­tü­re eini­ger Gedich­te. Die komemn – das scheint mir im Moment typisch für Gün­ther – in der Regel eher „tra­di­tio­nell“ oder tra­di­ti­ons-kon­form daher, ver­ste­cken in einer geschick­ten Dop­pel­bö­dig­keit aber oft genug gera­de ein Spiel mit den tra­di­tio­nel­len For­men und Topoi, oft in einer kri­ti­schen oder sati­ri­schen Hal­tung. Sehr span­nend das, auch weil die Gedich­te aus dem Kanon wei­tes­ge­hend ver­schwun­den sind oder sich höchs­tens als ein­zel­ne Exem­pla­re, aber nicht als inte­gra­les Werk eines Autors dort noch zei­gen (Gün­ther ist auch als Mensch offen­bar – so weit wir das bei der eher mäßi­gen Quel­len­la­ge heu­te noch sagen kön­nen – eine sehr inter­es­san­te Gestalt gewe­sen …).

außer­dem noch ein biss­chen Stif­ter und Schnitz­ler …

Netzfunde der letzten Tage

Mei­ne Netz­fun­de für die Zeit vom 5.3. zum 14.3.:

  • Wie klas­si­sche Musik fas­zi­niert, heu­te – Hans Ulrich Gum­brecht über­legt in sei­nem FAZ-Blog „Digital/​Pausen“ aus Anlass eines (offen­bar recht typi­schen) Kon­zer­tes mit Streich­quar­tet­ten und ähn­li­chem, war­um uns Musik der Klas­sik (& Roman­tik) anders/​mehr fas­zi­niert als die der Moder­ne (hier: Brit­ten (!)) -

    Noch inten­si­ver als die Musik unse­rer Gegen­wart viel­leicht schei­nen vie­le Stü­cke aus dem Reper­toire, das wir “klas­sisch” nen­nen, die­se Ahnung, die­se unse­re Exis­tenz grun­die­ren­de Erin­ne­rung zu eröff­nen, wie­der Teil einer Welt der Din­ge zu wer­den. Genau das könn­te die Intui­ti­on, die vor­be­wuss­te Intui­ti­on der Hörer im aus­ge­schnit­te­nen Mara­thon-Hemd sein—die sich zu wei­nen und zu lachen erlau­ben, wenn sie Mozart und Beet­ho­ven hören.

    (via Published artic­les)

  • Abmah­nung für Klaus Graf in der Cau­sa Scha­van | Schmalenstroer.net – Abmah­nung für Klaus Graf in der Cau­sa Scha­van (via Published artic­les)
  • John­sons JAHRESTAGE – Der Kom­men­tar – Kom­men­tar zu Uwe John­sons Roman »Jah­res­ta­ge«
  • Klei­nes Adreß­buch für Jeri­chow und New York – Rolf Michae­lis: Klei­nes Adreß­buch für Jeri­chow und New York.
    Ein Regis­ter zu Uwe John­sons Roman »Jah­res­ta­ge. Aus dem Leben von Gesi­ne Cress­pahl« (1970−1983)
    Über­ar­bei­tet und neu her­aus­ge­ge­ben von Anke-Marie Loh­mei­er
    Über­ar­bei­te­te, digi­ta­le Neu­aus­ga­be 2012
  • Abschluss der «Enzy­klo­pä­die der Neu­zeit»: Die Vor­mo­der­ne in sech­zehn Bän­den – Tho­mas Mais­sen lobt – mit eini­gen Ein­schrän­kun­gen – in der NZZ die plang­e­recht abge­schlos­se­ne EdN:

    «Schluss­be­trach­tun­gen und Ergeb­nis­se» run­den das Werk ab. Das ist für eine Enzy­klo­pä­die unge­wöhn­lich, macht aber das pro­gram­ma­ti­sche Ziel deut­lich. Die «Enzy­klo­pä­die der Neu­zeit» sam­melt nicht abschlies­send Wis­sen, son­dern will die Grund­la­ge abge­ben für neu­ar­ti­ge Unter­su­chun­gen zu his­to­ri­schen Pro­zes­sen, wel­che vor den Gren­zen der Dis­zi­pli­nen eben­so wenig halt­ma­chen wie vor den­je­ni­gen der Natio­nen und Kul­tu­ren. Inso­fern dient das Werk pri­mär For­schen­den und Leh­ren­den, die ihren eige­nen Zugang rela­ti­vie­ren und erwei­tern wol­len, durch kom­pakt und reflek­tiert prä­sen­tier­te Infor­ma­ti­on auf hohem Niveau.

  • Sprach­schmugg­ler in der Wiki­pe­dia? – Sprach­log – Sprach­schmugg­ler in der Wiki­pe­dia? (via Published artic­les)
  • DDR-Pres­se (ZEFYS) – Im Rah­men eines von der Deut­schen For­schungs­ge­mein­schaft (DFG) geför­der­ten Pro­jekts wer­den drei DDR-Tages­zei­tun­gen digi­ta­li­siert und im Voll­text erschlos­sen: Neu­es Deutsch­land [ND] (23. April 1946 – 3. Okto­ber 1990, voll­stän­dig in Prä­sen­ta­ti­on), Ber­li­ner Zei­tung [BZ] (21. Mai 1945 – 3. Okto­ber 1990, 1945–1964 in Prä­sen­ta­ti­on) & Neue Zeit [NZ] (22. Juli 1945 – 5. Juli 1994, Prä­sen­ta­ti­on folgt)

    Damit ist ein ers­ter, bedeu­ten­der Teil der Tages­pres­se der SBZ (Sowje­ti­sche Besat­zungs­zo­ne, 1945–1949) und der DDR (Deut­sche Demo­kra­ti­sche Repu­blik, 1949–1990) für die wis­sen­schaft­li­che For­schung und Recher­che frei zugäng­lich.

  • Druck­sa­chen und Ple­nar­pro­to­kol­le des Bun­des­ta­ges – 1949 bis 2005 – In die­sem elek­tro­ni­schen Archiv kön­nen sämt­li­che Druck­sa­chen und Ste­no­gra­fi­schen Berich­te des Deut­schen Bun­des­ta­ges von der 1. bis zur 15. Wahl­pe­ri­ode recher­chiert und im pdf-For­mat abge­ru­fen wer­den.

Again and Again and Again and Again

Wien also mal wie­der. Die­ses Mal aber unter ganz beson­de­ren Gesichts­punk­ten: „Wien – die kai­ser­li­che Resi­denz­stadt“ hieß die Exkur­si­on des His­to­ri­schen Semi­nars, an der ich – auf­grund eini­ger glück­li­cher Umstän­de – trotz ver­spä­te­ter Anmel­dung noch teil­neh­men durfte/​konnte. So mach­te ich mich am Frei­tag also wie­der ein­mal auf nach Wien, eine mei­ner Lieb­lings­städ­te.

Das war aber auch schon gleich die ers­te Her­aus­for­de­rung: Treff­punkt zur Abfahrt war 7:30 Uhr am Main­zer Haupt­bahn­hof. Das hieß für mich: Der Wecker klin­gel­te um 5:30 Uhr, damit ich noch ohne grö­ße­re Zeit­not eine Run­de lau­fen gehen konn­te. Trotz der unbarm­her­zi­gen Zeit hat das gut geklappt, ich war dann sogar noch fast zu früh am Bahn­hof, wo so lang­sam alle ande­ren der 15 Teil­neh­mer ein­tru­del­ten. Der Regio­nal­zug braucht uns dann unpro­ble­ma­tisch zum Frank­fur­ter FLug­ha­fen, von dort ging’s mit Air Ber­lin – bzw. mit dem Air­bus 320 der Niki Air – ohne Pro­blem nach Wien Schwe­chat. Und dort erst mal wie­der in den Zug, der uns zu Wien Mit­te brach­te, von wo aus die Stra­ßen­bahn wei­ter­half. Und nach ein paar hun­dert Metern Fuß­marsch stan­den wir dann in der Bau­stel­le, d.h. direkt vor dem Hotel Aca­de­mia in der Pfeil­gas­se. Das liegt zwar recht prak­tisch, nicht weit vom Burg­ring, ist aber auch recht spar­ta­nisch und fast schon ein Denk­mal. Seit der Eröff­nung in den 1960ern hat sich an der Innen­ein­rich­tung näm­lich offen­bar gar nichts getan – nur etwas abge­nutzt wur­de sie im Lau­fe der Zeit. Aber immer­hin war’s sau­ber – und viel Zeit ver­brach­ten wir da ja eh nicht.

Schon am ers­ten Tag ging es gleich mit­tags los – mit einem gro­ßen Rund­gang durch den 1. Bezirk und ent­spre­chen­den Aus­füh­run­gen zur „Stadt­to­po­gra­phie“ – Par­la­ment, Rat­haus (Alt und Neu), Burg­thea­ter, Uni­ver­si­tät, Votiv­kir­che, Juden­platz, St. Ruprecht, St. Ste­phan, Alber­ti­na, Staats­oper – und schließ­lich noch die Hof­burg in all ihren Tei­len (vor der neu­en Burg, auf dem Hel­den­platz, wur­de aller­dings gera­de noch das Ern­te­dank­fest des Bau­ern­ver­ban­des auf­ge­baut). Mit dem Extra-Refe­rat zur Bau­ge­schich­te waren wir dann erst fer­tig, als die Son­ne schon längst ver­schwun­den war und das Licht nur noch vom Mond und aus den Stra­ßen­la­ter­nen schien.

Sams­tags klin­gel­te mein Han­dy­we­cker wie­der aus­ge­spro­chen früh, näm­lich bereits um 6:30. Wie­der eine Mor­gen­lauf­run­de, die mich über den Ring und Karls­platz zum Bel­le­vue führ­te, wo um die­se Zeit noch (fast) nichts los war. Über Nasch­markt und Karls­platz fand ich deann den Weg zurück – auch wenn ich zwi­schen­durch an mei­nem Ori­en­tie­rungs­sinn etwas zwei­fel­te. Und ange­sichts der Alko­hol­lei­chen, die beim Nasch­markt aus dem Club in die Taxen fie­len, einen ande­ren Rück­weg bevor­zugt hät­te. Nach dem eher kar­gen Früh­stück (lei­der ohne Müs­li) war es auch schon Zeit für dem gemein­sa­men Abmarsch: Zurück zum Bel­ve­de­re. Die­ses Mal aber mit der Stra­ßen­bahn. Und dort dann aus­führ­li­che Erkun­dung: Erst mit dem bio­gra­phi­schen Refe­rat zu Prinz Eugen, dem Erbau­er die­ser Som­mer­re­si­denz (das auch gleich den Hin­ter­grund für mein eige­nes Refe­rat am Mit­tag lie­fer­te). Und dann ein super aus­führ­li­cher Vor­trag zur baro­cken Gar­ten­bau­kunst, mit dem groß­ar­tigs­ten Hand­out, das ich je gese­hen habe – voll­ge­stopft mit (far­bi­gen!) Abbil­dun­gen und Hin­wei­sen … Der Gar­ten beschäf­tig­te uns noch den Rest des Vor­mit­tags – bei dem strah­len­den Son­nen­schein und Tem­per­ar­tu­ren um 30 °C hat­ten wir aller­dings die Ten­denz, Schat­ten­zu suchen. Danach führ­te uns unser Weg zum Arse­nal, wo sich das Her­res­ge­schicht­li­che Muse­um befin­det. Davor, im Schwei­zer­park, durf­te ich noch zu „Prinz Eugen als öster­rei­chi­schem Erin­ne­rungs­ort“ refe­rie­ren – trotz mei­ner etwas knap­pen Vor­be­rei­tung und mei­ner eher kon­fu­sen Nota­ta­te hat das ganz gut geklappt. Das Hee­res­ge­schicht­li­che Muse­um war ein sehr selt­sa­mes Erle­benis: Ein groß­ar­ti­ger Bau (vor allem wenn man den ursprüng­li­chen Zweck als Arse­nal bedenkt), der ganz unbe­schei­den auf das Arse­nal von Vene­dig (vor allem in der äuße­ren Gestal­tung) und den dor­ti­gen Mar­kus­dom (ins­be­son­de­re im Inne­ren, den Decken und der Benut­zung von Gold(-farbe), Die Aus­stel­lung in die­sem Meis­ter­werk des His­to­ri­zis­mus war aller­dings so ziem­lich die schreck­lichs­te, die ich ich erin­ne­re – nicht nur wegen der Expo­na­te, son­dern auch wegen der Prä­sen­ta­ti­on: Ohne Zusam­men­hang, ohne Erklä­rung, ohne Ord­nung und Ein­ord­nung wer­den hier ein­fach man­nig­fal­ti­ge Waf­fen, Schlach­ten­bil­der, Heer­füh­rer etc … hin­ge­stellt. Der Prinz-Eugen-Raum ist dann auch ein ziem­li­cher Witz: Ein unbe­leuch­te­tes, stark nach­ge­dun­kel­tes Por­trät, die Bahr­tü­cher und kaum mehr, das gan­ze unauf­fäl­lig in der Ecke unter­ge­bracht. Etwas bes­ser war die Aus­stel­lung im Teil zum Zwei­ten Welt­krieg – aber auch hier noch total über­la­den. Ntür­lich inter­es­siert mich Mili­tär­ge­schich­te auch aller­höchs­tens peri­pher – aber das ist ja sozu­sa­gen mein Pro­blem. Hier zeig­te sie sich aber auch von ihrer unan­sehn­lichs­ten Sei­te. Eine klei­ne spe­zi­el­le Freu­de berei­te­te aller­dings die Pro­be einer klei­nen Schau­spiel­trup­pe, die an Hei­ner Mül­lers „Wolo­ko­lams­ker Chaus­see „arbei­te­te und auf dem Bal­kon des Arse­nals eini­ges aus­pro­bier­te – ich habe lan­ge kei­nen Mül­ler-Text (in die­sem unver­wech­sel­ba­ren Sound!) mehr live gehört …

Nach der Mit­tags­pau­se in der „klei­nen Stei­er­mark“ im Schwei­zer­park tra­fen wir uns am Karls­platz wie­der zur Abfahrt zum von Tou­ris­ten natür­lich total über­lau­fe­nen Schloss Schön­brunn, wo wir uns an der Ecke des Gar­tens zunächst Maria The­re­sia wid­me­ten, bevor wir den Gar­ten spa­zie­rend erschlos­sen – inklu­si­ve einem Abste­cher zur Glo­ri­et­te mit ihrem schö­nen Aus­blick über Gar­ten, Schloss und Stadt. Nach der Rück­kehr in die Stadt ver­schlug es uns in die „Kan­ti­ne“ im Muse­ums­quar­tier, wo man nicht nur gut spei­sen konn­te, son­dern auch sehr schön am Sams­tag Abend ein­fach noch ent­spannt den Tag aus­klin­gen las­sen konn­te.

Der Sonn­tag begann – natür­lich – wie­der mit einem Mor­gen­lauf. Die­ses Mal führ­ten mei­ne Füße mich über die West­bahn auf die Hei­li­gen­städ­ter Stra­ße, ein­fach gera­de stadt­aus­wärts. Zum GLück fand ich auf die­ser Stre­cke eine McDo­nalds-Filia­le, sonst wäre es zu einem Not­fall gekom­men – mor­gens lau­fen ist ein­fach nicht mein Ding …Vor­mit­tags stan­den zunächst zwei wei­te­re Som­mer­re­si­den­zen auf der Stadt, die im 18. Jahr­hun­dert noch vor der Stadt lagen, heu­te aber schon zum Kern gehö­ren. Wir began­nen mit dem Palais Schön­born: Davon ist aber nur sehr wenig übrig, vor allem vorm Gar­ten gar nichts – und auch noch dazu mit einer falsch beschrif­te­te Beschil­de­rung, wie wir fest­stel­len muss­ten. Dann wid­me­ten wir uns dem Palais Liech­ten­stein, das nicht nur von Anfang an wesent­lich reprä­sen­ta­ti­ver, grö­ßer und ästhe­ti­sche beein­dru­ckern­der ange­legt war, son­dern auch schön restau­riert wur­de und vor allem über einen schö­nen Gar­ten ver­fügt. Das ist aller­dings auch nicht mehr die ori­gi­an­le baro­cke Anla­ge, son­dern eine Umge­stal­tung des 19. Jahr­hun­derts zum Eng­li­schen Gar­ten. Natür­lich wur­de der „rei­ne“ Besuch der Orte auch hier jeweils mit den ent­spre­che­nen Fach­re­fe­ra­ten zur Fami­li­en­ge­schich­te ergänzt. Das Ende des Vor­mit­tags­pro­gramms bil­de­te – nach einem Über­blick über Wien als „Stadt, in der der Kai­ser resi­dier­te“ – der Besuch des Wien-Muse­ums neben der Karls­kir­che. Und das lohnt sich wirk­lich. Nicht nur wegen der vie­len Stadt­an­sich­ten, auch die Expo­na­te sind hier bunt gemischt aus Stadt­le­ben und Kunst und mit kur­zen, aber aus­rei­chen­den Tex­ten schön zusam­men­ge­stellt. High­lights sind – neben den Fens­tern und Sta­tu­en von St. Ste­phan (den Ori­gi­na­len, die dort schon im 19. Jahr­hun­dert durch Kopien ersetzt wur­den) – vor allem die drei auf-/nach­ge­bau­ten Räu­me: Das Wohn­zim­mer Alfred Loos‘, die Woh­nugn von Grill­par­zer und ein groß­bür­ger­li­cher-adli­ger Jugend­stil-Salon. Eine leben­di­ge, umfas­sen­de Aus­tel­lung zur Geschich­te Wiens in Schlag­lich­tern.

Den Nach­mit­tag wid­me­ten wir aus­führ­lich der Karls­kir­che, dem äuße­ren und inne­ren Bild­pro­gramm, ihrer Pla­nung, Ent­ste­hung und Aus­füh­rung. Und natür­lich bes­od­ners den Fres­ken der inne­ren Kup­peln, weil noch die Mög­lich­keit bestand, das ehe­mal szu Restau­rie­rungs­ar­bei­ten auf­ge­stell­te Gerüst mit dem Lift (und eini­gen abschlie­ßen­den Trep­pen) zu nut­zen, die Fres­ken aus wirk­lich unmit­tel­ba­rer Nähe zu bestau­nen – erstaun­lich, wie detail­reich die aus­ge­führt wur­den, obwohl sie doch eigent­lich für die Betrach­tung vom Boden aus ange­legt waren. Aus der Later­ne ganz oben konn­te man sogar einen schö­nen, wei­ten Blick über die Wie­ner City wer­fen – nur scha­de, dass man nicht hin­aus konn­te: Das wäre span­nend gewe­sen … Den Rest des Nach­mit­tags ver­brach­ten wir dann mit einem Spa­zier­gang über den Gra­ben und auf dem ange­nehm ent­spann­ten Ern­te­dank­fest, wo es auch lecke­ren Saft gab – bei gut 30 °C und wei­ter­hin purem Son­nen­schein ein wah­re Genuss. Abends lan­de­ten wir dann zu Speis und Trank im „Bet­tel­stu­den­ten“, der uns mit einem groß­zü­gi­gen Gut­schein über die Hälf­te des Rech­nungs­wer­tes über­rasch­te – damit war der Plan für Mon­tag auch klar …

Aber noch war es nicht so weit. Der Mon­tag begann näm­lich noch etwas frü­her – wegen des Auf­bruchs um 8:30 Uhr fiel mein Mor­gen­lauf aller­dings auch etwas kür­zer aus. Unser Pro­gramm führ­te uns zunächst zum Haus‑, Hof- und Staats­ar­chiv, mit inter­es­san­ter, weit aus­grei­fen­der Füh­rung. Inter­es­sant nicht nur die Geschich­te des Archi­ves, son­dern auch die des Archivs­baus, einer Stahl­trä­ger­kon­struk­ti­ons mit Git­ter­bö­den (für die bes­se­re Luft­zir­ku­la­ti­on) in den Depots, die auch über erstaun­lich kunst­voll gear­bei­te­te Metall­re­ga­le (die zugleich Teil der tra­gen­den Kon­struk­ti­on sind) aus dem 19. Jahr­hun­dert ver­fügt. Und in denen natür­lich wahn­sin­ni­ge Schät­ze lagern … Sehen durf­ten wir – neben eini­gen Fak­si­mi­les – davon eini­ge der pri­va­ten Tage­bü­cher Karl VI. Inter­es­sant, wie sich so eine Schrift im Lau­fe der Jah­re ver­än­dert. Und wie auf man­chen Sei­ten mehr Zif­fern als Buch­sta­ben zu fin­den sind, weil Karl gera­de in spä­te­ren Jah­ren doch eini­ges nur chif­friert notier­te. Dem Besuch der „archi­va­li­schen Sät­ze“ schloss sich ein Besuch der welt­li­chen an: In der Schatz­kam­mer der Burg bestaun­ten wir vor allem die Reichs­in­si­gni­en (mit Refe­rat, natür­lich), die alte Kai­ser­kro­ne, Szep­ter, Schwert, Reichs­ap­fel und den gan­zen wert­vol­len Krem­pel, nicht zuletzt die Krö­nungs­ge­wän­der. Und natür­lich auch den Schatz des Ordens vom Gol­de­nen Vlies, den uns ein ande­res Refe­rat schon vor­ge­stellt hat­te.

Nach unse­rer klei­nen Pau­se im Café Cen­tral – ein Kaf­fee­haus­be­such pro Wien­be­such ist ja sozu­sa­gen obli­ga­to­risch – fuh­ren wir mit U‑Bahn und Bus nach Klos­ter­neu­burg, bestaun­ten unter­wegs schon den Karl-Marx-Hof, eines der größ­ten Pro­jek­te des Sozi­al­woh­nungs­baus und wid­me­ten dann viel Auf­merk­sam­keit dem Stift Klos­ter­neu­burg, sei­ner baro­cken Kir­che mit ihrer fast pro­no­gra­phi­schen Pracht und vor allem dem Resi­denz­teil, den mage­ren Res­ten des Escori­al-Plans Karls VI. (allein die Reichs­kro­ne auf der Mit­tel­kup­pel hat jagi­gan­ti­sche Aus­ma­ße auch wenn sie nur aus Kup­fer ist …) und sahen auch, wie sol­che Pracht­bau­ten im Roh­bau aus­sa­hen … Auf dem Rück­weg kehr­ten wir noch beim Heu­ri­gen ein und genos­sen aus­rei­chen­de Men­gen des „Sturms“, wie die Öster­rei­cher den Feder­wei­ßen nen­nen. Abschlie­ßen muss­ten wir den Abend natür­lich mit einer Rück­kehr zum Bet­tel­stu­den­ten – schließ­lich brann­te der Gut­schein ein Loch in unse­re Tasche (über­leb­te aber natur­ge­mäß den Abend nicht …).

Am Diens­tag schließ­lich ging es noch ein­mal frü­her los, jetzt klin­gel­te mein Wecker um 6:15 Uhr – so lang­sam wur­de es hart. Und die Lust, über­haupt zu lau­fen, schwand auch merk­lich … Nach dem Früh­stück zogen wir um 8 Uhr los, die Kof­fer schon ein­mal in Wien Mit­te für den Flug auf­ge­ben und wid­me­ten uns dann noch, ganz zum Schluss, der habs­bur­gi­schen Memo­ri­al­kul­tur: Zunächst in der schö­nen Augus­ti­ner­kir­che, wo vor allem die Herz­gruft Beach­tung fand, dann in der Kapu­zi­ner­gruft mit den irr­sin­ni­gen Sakro­pha­gen der Habs­bur­ger, vor allem den Pracht­ex­em­pla­ren von etwa Karl VI. oder dem gemein­sa­men Sakro­phag von Maria The­re­sia und ihrem Gemahl Franz Ste­phan. Und das war’s auch schon fast: In der ver­blei­bendne Frei­zeit gin­gen wir zu dritt noch ins Mumok, in die groß­ar­ti­ge, gera­de erst eröff­ne­te Aus­stel­lung „Muse­um der Wün­sche“ – so etwas wie eine Retro­spek­ti­ve des Muse­ums, aus der eige­nen Samm­lung v.a., die gran­dio­se Klas­si­ker der Moder­ne mit zeit­ge­nös­si­schen Ver­rückt­hei­ten kom­bi­niert und ver­sucht, da so etwas wie Ord­nung hin­ein­zu­brin­gen: Unge­mein fas­zi­nie­rend wirk­lich in fast jedem Raum, nur halt wahn­sin­nig viel …

Nach dem abschlie­ßen­den lecke­ren Käse­krai­ner düs­ten wir mit dem CAT zum Flug­ha­fen – und dann auch schon Up & Away nach Deutsch­land, mit der S‑Bahn von Frank­furt zurück nach Mainz, wo mein Bett mich sozu­sa­gen schon erwar­te­te …

Eine span­nen­de Exkur­si­on war das, sicher, auch ziem­lich anstren­gend – aber schön. Und lehr­reich. Und inter­es­sant. Nicht zuletzt wegen der ange­neh­men Grup­pe ;-)

PS: Der Titel ist natür­lich eine pop­kul­tu­rel­le Refe­renz [die mit Wien nix wei­ter zu tun hat …] – wer findet’s her­aus?

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