Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Schlagwort: berlin Seite 1 von 2

netzgebilde (unsplash.com)

Ins Netz gegangen (24.5.)

Ins Netz gegan­gen am 24.5.:

  • Die­se Augen lügen | Zeit → kai bier­mann über die (sys­tem­be­ding­te) unsi­cher­heit und unsin­nig­keit, bio­me­tri­sche daten als zugangs­schlüs­sel zu verwenden

    Welt­weit wer­den bio­me­tri­sche Daten ein­ge­setzt, um Din­ge zu sichern – obwohl Bio­me­trie dazu nicht geeig­net ist.

  • Wolf­gang Abend­roth. Poli­tik – Geschich­te – Arbei­ter­be­we­bung → ein schö­nes pro­jekt, das wolf­gang abend­roth und sei­ne denk­wei­se ver­füg­bar macht:

    Der Staats­recht­ler, Poli­to­lo­ge und His­to­ri­ker Wolf­gang Abend­roth (1906 – 1985) gilt als einer der prä­gends­ten poli­ti­schen Intel­lek­tu­el­len der frü­hen Bun­des­re­pu­blik. […] Von Abend­roth sind zahl­rei­che Schrif­ten über­lie­fert, die der­zeit vom Offi­zin Ver­lag in einer wis­sen­schaft­li­chen Aus­ga­be her­aus­ge­ge­ben wer­den. […] In einer Koope­ra­ti­on von Rosa-Luxem­burg-Stif­tung, Offi­zin Ver­lag und Dis­tel Ver­lag wer­den auf die­ser Web­site erst­ma­lig auch digi­ta­li­sier­te Ton­auf­nah­men von Wolf­gang Abend­roth veröffentlicht.
    Die­se Auf­nah­men geben nur Facet­ten der The­men Abend­roths wie­der. Erkenn­bar wird aber der poli­ti­sche Leh­rer Wolf­gang Abend­roth, der es ver­stand, gesell­schaft­li­che Grund­la­gen zu ver­mit­teln und tau­sen­de Zuhö­rer in den Bann zu ziehen. 

  • Tro­ja­ner marsch?| LTO → ulf buer­mey­er über die idio­ti­sche idee der bun­des­re­gie­rung, die staat­li­che über­wa­chung in deutsch­land noch mas­si­ver aus­zu­wei­ten – per trojaner

    Wie kein ande­res Ermitt­lungs­vor­ge­hen erlaubt es die Online-Durch­su­chung, Men­schen zum Objekt der Aus­spä­hung zu machen. Gegen kei­ne ande­re Metho­de ist man so wehr­los, denn der direk­te Zugriff auf das Sys­tem dient gera­de dem Zweck, Ver­schlüs­se­lungs­ver­fah­ren zu umge­hen, also den infor­ma­tio­nel­len Selbst­schutz ins Lee­re lau­fen zu las­sen. Kei­ne ande­re Ermitt­lungs­va­ri­an­te bie­tet ins­ge­samt ein ver­gleich­ba­res tota­li­tä­res Poten­ti­al. […] Ein der­art laxer Umgang mit den ohne­hin wei­ten Spiel­räu­men, die der Ers­te Senat für die Quel­len-TKÜ gelas­sen hat, kann nur als bewuss­te Pro­vo­ka­ti­on des BVerfG inter­pre­tiert wer­den. […] Soft­ware-Sicher­heits­lü­cken sind das Senf­gas des Infor­ma­ti­ons-Zeit­al­ters, ihr Ein­satz zum Hacken von IT-Sys­te­men muss inter­na­tio­nal geäch­tet werden. 

  • Eine neue Sym­bol­de­bat­te um das Hum­boldt­fo­rum | FAZ → wun­der­ba­rer text von andre­as kilb über den unsinn, auf da hum­boldt­fo­rum in ber­lin eine kreuz­re­plik zu setzen:

    Wer das Kreuz errich­tet, macht Poli­tik. Geschichts­po­li­tik, Sym­bol­po­li­tik, Museumspolitik.

drahtnetz (detail)

Ins Netz gegangen (9.3.)

Ins Netz gegan­gen am 9.3.:

  • Die unge­woll­te Pati­en­tin | taz → die taz zeigt in einer ein­drück­li­chen repor­ta­ge, wie schwie­rig abtrei­bun­gen auch im angeb­lich so libe­ra­len deutsch­land in man­chen gegen­den sind und wie sich die lage für die frau­en eher verschlechtert 
  • Misha Men­gel­berg (1935 – 2017) | The Free Jazz Coll­ec­ti­ve → nach­ruf auf den gro­ßen misha men­gel­berg. den deut­schen qua­li­täts­pu­bli­kums­me­di­en scheint der tod des pia­nis­ten kei­ne nachricht/​nachruf wert zu sein
  • Hier irr­te der Ver­le­ger – und kor­ri­gier­te sein Urteil | Log­buch Suhr­kamp → lek­tor rai­mund fellin­ger über sig­fried unsel­ds urteil der „ästhe­tik des wider­stands“ von peter weiss und die arbeit mit ihm dar­an – mit zwei fak­si­mi­lies aus unsel­ds jour­nal von 1975 und 1978
  • House of Jazz: Der Leucht­turm und sein Wär­ter| Tages­spie­gel → guter über­blick über die dis­kus­si­on um till brön­ners ber­li­ner „house of jazz“, der bei­den sei­ten – der eher kusche­lig-wohl­fühl-tra­di­tio­na­lis­ti­schen von brön­ner und der eher fort­schritt­lich-avant­gar­dis­tisch ori­en­tie­ren der ber­li­ner sze­ne – raum und ver­ständ­nis gibt
  • Ver­netz­tes Radeln, oder Smart ist doof | … ach, nichts. → bringt mei­nen stand­punkt zum ziem­lich zwang­haf­ten „ver­net­zen“ des fahr­rads ziem­lich gut auf den punkt: das wesent­lich – die (unbe­schwer­te) ein­fach­heit – geht dadurch ver­lo­ren, der gewinn ist (bis­lang zumin­dest) eher marginal …
  • Revo­lu­ti­on in Sicht | Zeit → die „zeit“ berich­tet von einem vor­sich­ti­gen umden­ken in tei­len der kon­ven­tio­nel­len land­wirt­schaft, der dlg, was frucht­fol­ge, che­mie­ein­satz und nach­hal­tig­keit sowie arten­schutz angeht. 
spinnweben zwischen holz, schwarz-weiß

Ins Netz gegangen (30.1.)

Ins Netz gegan­gen am 30.1.:

  • Talk­show-Ter­ror mit Trump-Effekt| Deutsch­land­ra­dio Kul­tur → bodo mor­s­häu­ser über die unsäg­li­chen talk­shows des deut­schen fernsehens:

    Ihr Kri­te­ri­um ist der Erre­gungs­pe­gel, den es zu hal­ten gilt. Ist es Absicht oder ist es Unge­schick, dass die­se Art von soge­nann­ter Dis­kus­si­on eine der bes­ten Wahl­kampf­hil­fen für unse­re neue, auf Erre­gungs­pe­gel spe­zia­li­sier­te Rechts­par­tei ist? Abge­se­hen davon, dass Migra­ti­ons­the­men sowie­so ihr Spiel­feld sind.

    Ganz sicher wer­den Ter­ror und Sicher­heit die Wahl­kampf­the­men des Jah­res wer­den. Wirt­schafts- oder sozi­al­po­li­ti­sche The­men dage­gen – wie unter­be­zahl­te Jobs, sie­ben Mil­lio­nen Emp­fän­ger von Trans­fer­leis­tun­gen, Armut bei jedem sechs­ten Kind, die absurd unge­rech­te Ver­mö­gens­ver­tei­lung, die per­ma­nen­te Euro-Kri­se oder der unglaub­li­che Abgas­be­trug – sind offen­bar nicht erre­gend genug.

  • Men­schen ers­ter Klas­se, Men­schen zwei­ter Klas­se | law blog → udo vet­ter hält aus guten grün­den wenig davon, (wei­te­re) son­der­rech­te für poli­zis­tin­nen etc. zu schaffen
  • Ber­li­ner Städ­te­bau – lang­wei­lig und fan­ta­sie­los | SZ → der fran­zö­si­sche deutsch­land-kor­re­spon­dent chris­to­phe bour­doi­se­au rech­net mit der städ­te­bau-poli­tik ber­lins ziem­lich gna­den­los ab:

    Seit der Wie­der­ver­ei­ni­gung ori­en­tiert sich die Ber­li­ner Poli­tik nicht an der Sub­stanz die­ser Stadt – an deren Ener­gie und Krea­ti­vi­tät -, son­dern an den alten und stau­bi­gen preu­ßi­schen Zei­ten mit deren Men­tor Karl Fried­rich Schinkel.

  • Stop Pro­ble­ma­tiz­ing Aca­de­mic Jar­gon | Sla­te → rebec­ca schu­man schreibt gegen die ver­ach­tung, die aka­de­mi­schem jar­gon (eigent­lich ja: fach­spra­che) beson­ders der geis­tes­wis­sen­schaf­ten ent­ge­gen­schlägt. kei­ne beson­ders ori­gi­nel­le argu­men­ta­ti­on, aber nett zu lesen und schließ­lich nie falsch …

    Per­haps the ans­wer moving for­ward, then, is not to join in the mockery of jar­gon, but to dou­ble down on it. Scho­lars of Yid­dish stu­dies are hap­py to tell you the thousand-year-old lan­guage deve­lo­ped as a kind of secret code so that its spea­k­ers could talk free­ly under the noses of their oppres­sors (and, yes, some­ti­mes mock them). Per­haps aca­de­mic jar­gon could ser­ve a simi­lar pur­po­se. Yes, per­haps the last hope to pro­ble­ma­ti­ze fascis­to­id non­pro­gres­si­ve edges, so to speak, is to reter­ri­to­ri­a­li­ze the oppo­si­tio­nal ver­na­cu­lars. But per­haps that was the point all along, and jar­gon has been lying pati­ent­ly and useful­ly in wait for all this time, a secret code in search of a foo­lish tyrant.

Ins Netz gegangen (24.5.)

Ins Netz gegan­gen am 24.5.:

  • War­um wäh­len jun­ge Män­ner so ger­ne rechts? | jetzt​.de → der sozio­lo­ge bern­hard heinz­l­mai­er spricht tachelese:

    Der unge­bil­de­te Mann sieht sich als Opfer der Ver­hält­nis­se, weil er nicht mehr machen darf, was er will: zu schnell Auto fah­ren, besof­fen Auto fah­ren. Statt­des­sen muss er sich um den Haus­halt küm­mern. Das irri­tiert die ver­blö­de­ten Män­ner. Des­we­gen fol­gen sie einer Par­tei, die sich sys­te­ma­tisch als Opfer inszeniert
    […] Und die unge­bil­de­ten jun­gen Män­ner fol­gen einer Macht, die besin­nungs­los gegen alles los­schlägt, was Mensch­lich­keit heißt.
    […] Es ist ja so: Nicht ein­mal die Rechts­po­pu­lis­ten sind von ihren Ideen über­zeugt. Das sind gewis­sen­lo­se Betrü­ger, die in der Regie­rungs­ver­ant­wor­tung dann prag­ma­tisch wer­den. Und plötz­lich ganz anders agie­ren, als sie vor­her ange­kün­digt haben; eine huma­ne Außen­po­li­tik machen oder sich für Homo­se­xu­el­len­rech­te ein­set­zen. Die glau­ben, bis auf ein paar Pro­zent Voll­idio­ten, gar nicht an ihre eige­ne Idee. Die sind nur an der Macht inter­es­siert. Dar­in pas­sen sie zu ihren Wählern. 

  • Neue Musik: Kre­nek + Zem­lin­sky + Korn­gold = A – 300 | ZEIT ONLINE → vol­ker hage­dorn hat sich ein biss­chen umge­schaut, wie „normale“/„klassische“ orches­ter in deutsch­land gera­de so mit der neu­en musik (oder der alten neu­en musik) umgehen
  • Jen­seits von Gut und Böse? Die Sprach­po­li­tik der deut­schen Leit­me­di­en | Über­me­di­en → ste­fan nig­ge­mei­er hat sich sprach­re­ge­lun­gen deut­scher medi­en & pres­se­agen­tu­ren angeschaut

    Die Wahl der Begrif­fe ent­hält eine Posi­tio­nie­rung. Ändert sich die Posi­tio­nie­rung, ändern sich auch die Begriffe.

  • Der zwei­te Ver­such → Ingo Zam­pe­ro­ni über die (Vor-)Wahl in den USA und Hil­la­ry Clinton

    Rea­dy for Hil­la­ry? Schafft es Hil­la­ry Clin­ton im zwei­ten Anlauf nach 2008, Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­tin der Demo­kra­ten zu wer­den – oder sogar ins Wei­ße Haus ein­zu­zie­hen? ARD-Kor­re­spon­dent Ingo Zam­pe­ro­ni wid­met sich den Pros und Con­tras in die­ser Frage.

  • „Schwei­zer Art ist Bau­ern­art“. War­um wir die Bau­ern so lie­ben. | Geschich­te der Gegen­wart → instruk­ti­ver text von phil­ipp sara­sin über die grün­de, war­um die schwei­zer (städ­ter) die bau­ern so lie­ben. und seit wann.

    Es war der Bas­ler Bürger­sohn, ETH-Pro­fes­sor und Bauern­ver­bands­se­kretär Ernst Laur (der „Bauern­hei­land“), hat in der Zwischen­kriegs­zeit den Schwei­ze­ri­schen Bauern­ver­band (SBV) zu einer schlag­kräf­tigen und einfluss­rei­chen Lobby­or­ga­ni­sa­tion aufge­baut und er präg­te vor allem jenen Slo­gan, der bis heu­te offen­bar unaus­lösch­lich im iden­ti­ty-code vie­ler Schwei­ze­rinnen und Schwei­zern veran­kert ist, obwohl sie seit schon bald nicht mehr erinner­baren Genera­tionen in Städ­ten leben: „Schwei­zer Art ist Bau­ern­art“. Zusam­men mit sei­nem gleich­na­migen Sohn hat er im Rah­men der Geis­ti­gen Landes­ver­tei­di­gung der 1930er Jahr das neu erfun­den, was angeb­lich der „fru­me edle pur“ der alten Eidge­nos­sen­schaft gewe­sen sein soll: Laur juni­or beauf­tragte in den 1930er Jah­ren meh­re­re Textil­de­si­gner, um die heu­te bekann­ten Schwei­zer Trach­ten ent­wer­fen zu las­sen. Dabei passt ins Bild, dass schon an der Wen­de zum 20. Jahrhun­dert in der Unter­hal­tungs­szene des Zür­cher Nieder­dorfs die Länd­ler-Musik kre­iert wor­den ist, und dass eben­falls zu Beginn des 20. Jh. der städ­tisch-bür­ger­li­che Heimat­schutz die von der Moder­ne „bedroh­te“ bäuer­liche Kul­tur und die Viel­falt der Schwei­zer Bauern­häuser zu „schüt­zen“ sich zur Auf­ga­be mach­te. „Der“ Schwei­zer Bau­er ist eine städti­sche Erfin­dung; die „Bauernart“-Ideologie war, noch bevor sie Laur auf den Begriff brach­te, eine Reak­ti­on auf die Moderne.

  • taz-Streit zum Fahr­rad-Volks­ent­scheid „Da geht bei mir der Puls hoch“ | taz → Braucht Ber­lin den „Volks­ent­scheid Fahr­rad“? Initia­tor Hein­rich Strö­ßen­reu­ther und Staat­s­e­kre­tär Chris­ti­an Gaeb­ler (SPD) sind unter­schied­li­cher Meinung.

Ins Netz gegangen (13.5.)

Ins Netz gegan­gen am 13.5.:

  • Woge­gen ich bin, wenn ich gegen die Neu­en Rech­ten bin | Ver­fas­sungs­blog → maxi­mi­li­an stein­beis über die neu­en rech­ten, die „iden­ti­tä­ren“ – und war­um es falsch ist, sie als (neo)nazis abzustempeln
  • Inter­view – Kei­ne Reli­gi­on muss mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar sein → ganz tol­les inter­view mit dem islam­wis­sen­schaft­ler tho­mas bau­er, der u.a. sagt:

    Reli­gio­nen wer­den im Grund­ge­setz nicht gere­gelt. Das Grund­ge­setz regelt die Ver­fas­sungs­or­ga­ne der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und gewährt den Bür­gern Schutz­rech­te. Kein reli­giö­ser Basis­text von der Bibel bis zum Koran ist mit dem Grund­ge­setz kom­pa­ti­bel. Es muss aber auch kei­ne Reli­gi­on mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar sein, weil sie nicht gel­ten­des Recht fest­le­gen. Die Ver­tre­ter die­ser Reli­gi­on dür­fen aber nichts machen, was gegen die Rechts­ord­nung ver­stößt. Wenn eine mus­li­mi­sche Grup­pe for­der­te, dass anstatt des Bun­des­prä­si­den­ten ein Kalif an die Spit­ze des Staa­tes tritt, wäre das natür­lich verfassungswidrig.
    […] Alles wird pau­scha­li­siert, ohne jede Text­kennt­nis. Die­se gan­ze Koran-Zitie­re­rei! Dass man zum Bei­spiel Schwu­le töten muss, steht nir­gend­wo im Koran, wie oft behaup­tet wird. Wenn alles im Koran stün­de, was angeb­lich drin­steht, müss­te er fünf­mal so dick sein. Die Leu­te neh­men auch immer nur ganz bestimm­te Aus­sa­gen, meist die weni­ger fried­fer­ti­gen. Der Koran ist von Anfang an inter­pre­tiert wor­den, weil man sonst nicht viel mit ihm anfan­gen kann. Die­se Inter­pre­ta­ti­ons­ge­schich­te wird voll­kom­men ausgeblendet.
    […] Es sind die Deut­schen, die mit ihrer Spra­che schlu­dern und nicht mehr Höl­der­lin lesen. Ver­su­chen Sie mal, eine Höl­der­lin-Aus­ga­be in der Buch­hand­lung zu bekom­men. Das­sel­be gilt für die Reli­gi­on. Kein Mos­lem hin­dert einen Chris­ten in Deutsch­land dar­an, in die Kir­che zu gehen. Es gibt in Deutsch­land kei­ne Isla­mi­sie­rung, son­dern eine Entchristianisierung.

  • Wett­streit der radeln­den Essens­ku­rie­re: Wer bleibt auf der Stre­cke? | taz → schö­ner, aus­führ­lich lan­ger text der taz über die „neu­en“ essens­lie­fer­diens­te in groß­städ­ten, die mit rad­ku­rie­ren aus restau­rants an „hei­mes­ser“ lie­fern (las­sen)
  • David Wag­ner: So lebt es sich als Schrift­stel­ler in Ber­lin | Welt

    Ist die­ses Ber­lin viel­leicht nur für Schrift­stel­ler da? Ist Ber­lin ein gro­ßes Reser­vat für Autoren? Und wir mer­ken nichts davon? Wer möch­te, kann jeden Abend, jede Nacht Schrift­stel­ler in frei­er Wild­bahn sehen.
    […] Geht ein Schrift­stel­ler mal ganz unschul­dig mit einem zwei­ten Schrift­stel­ler in eine Bar, um Schrift­stel­ler­pro­ble­me zu bespre­chen oder ein­fach nur um einen wei­te­ren nichts­nut­zig ver­brach­ten Tag zu fei­ern, steht ganz schnell ein drit­ter Schrift­stel­ler am Tre­sen, dann ein vier­ter. Schrift­stel­ler kön­nen wie Schmeiß­flie­gen sein.
    […] Ein wan­dern­der Schrift­stel­ler-Salon zieht durch die Stadt und spielt Mimikry. 

Ins Netz gegangen (2.1.)

Ins Netz gegan­gen am 2.1.:

Ins Netz gegangen (11.10.)

Ins Netz gegan­gen am 11.10.:

  • Hil­ti­bold: Wan­de­rer zwi­schen Anti­ke und Mit­tel­al­ter: Das potem­kin­sche Dorf Cam­pus Gal­li – Ein kri­ti­scher Jah­res­rück­blick – hil­ti­bold über die letz­ten ent­wick­lun­gen am „cam­pus gal­li“, wo angeb­lich ver­sucht wird, den st. gal­le­ner klos­ter­plan mit mit­tel­al­ter­li­chen tech­ni­ken und mit­teln zu ver­wirk­li­chen (tl,dr: vie­le ver­zö­ge­run­gen, vie­le feh­ler und unsin­nig­kei­ten, bis­her noch so gut wie nichts geschafft von den gro­ßen zielen)
  • Auto­de­sign: Hübsch gefähr­lich | ZEIT ONLINE – Burk­hard Straß­mann über die – vor allem für ande­re Ver­kehrs­teil­neh­mer, d.h. Fuß­gän­ger und Rad­fah­re­rin­nen – gefähr­li­che „Ver­pan­ze­rung“ der Autos durch die Design­ent­wick­lun­gen der letz­ten Jahre/​Jahrzehnte, die immer schlech­te­re Sich­ten für PKW-Fah­rer produzieren
  • Das gros­se Uni­ver­sum | Schrö­der & Kalen­der – rai­nald goetz über jörg schrö­der, die bun­des­re­pu­blik, das leben und die welt – ein eigent­lich für den spie­gel 1984 geschrie­be­ner text, dort nicht gedruckt, hier von schrö­der & kalen­der der mit- und nach­welt überliefert

    In Wirk­lich­keit erlebt jeder vie­len, täg­lich Neu­es. Wei­ter­ge­ge­ben jedoch, berich­tet, erzählt, schrum­peln die meis­ten Leben auf ein trost­los Alt­be­kann­tes zusam­men. Ein­fach weil es so schwie­rig ist, sich selbst zu glau­ben, dem, was man sieht, was man denkt. Und beim Zuhö­ren, noch mehr beim Lesen von Schrift gewor­de­nem erzähl­tem Leben befällt einen mani­sche Trau­rig­keit, Schwä­che, gro­ßes Matt­sein und Schmerz.

    Schrö­ders Erzäh­len hin­ge­gen belehrt einen auf eine unschlag­bar unter­halt­sa­me, wahr­haft komi­sche Wei­se, wie genau die Radi­ka­li­tät aus­sieht, die vom eige­nen mick­rigs­ten Küm­mer­lich­keits­eck­chen genau­so unspek­ta­ku­lär spricht wie vom eige­nen Grö­ßen­wahn, und wie genau an die­sem Punkt, wo alle Ent­lar­vungs- und Selbst­ent­lar­vungs­ab­sich­ten längst zu nicht ver­glüht sind, das Ich explo­diert ins tröst­lich Unbe­son­de­re, All­ge­mei­ne, Verwechselbare. 

  • Sachal Stu­di­os‘ Take Five Offi­ci­al Video – nimm fünf! – genia­le cover­ver­si­on des dave brubeck/​paul des­mond-klas­si­kers „take five“ mit dem paki­sta­ni­schen sachal stu­dio orchestra
  • Debat­te um Flücht­lin­ge:  Deut­sche Wer­te mani­pu­liert – Kolum­ne – SPIEGEL ONLINE – die neue kolum­ne von mar­ga­ret sto­kow­ski beim spie­gel-online fängt gut an

    Wie hal­ten es die­se Flücht­lin­ge mit der Gleich­stel­lung Homo­se­xu­el­ler? Und respek­tie­ren sie die Rech­te der Frau­en? Aus­ge­rech­net Kon­ser­va­ti­ve machen sich dar­über jetzt gro­ße Sor­gen – dabei waren ihnen die­se The­men bis­her herz­lich egal.

  • dich​ter​le​sen​.net – inter­es­san­tes archiv, mit span­nen­den fund­stü­cken und gro­ßem entdeckungspotenzial …

    Dich​ter​le​sen​.net ist ein gemein­sa­mes Pro­jekt des Lite­ra­ri­schen Col­lo­qui­ums Ber­lin (LCB) und des Deut­schen Lite­ra­tur­ar­chivs Mar­bach (DLA) und seit dem 3. Okto­ber 2015 online. Gemein­sam haben es sich die koope­rie­ren­den Ein­rich­tun­gen zum Ziel gesetzt, ihre Ver­an­stal­tungs­mit­schnit­te aus einem hal­ben Jahr­hun­dert deut­scher und inter­na­tio­na­ler Lite­ra­tur­ge­schich­te der Öffent­lich­keit zugäng­lich zu machen.
    Das Herz­stück des Pro­jek­tes bil­det das Online-Ton­ar­chiv, in wel­chem die Audio-Auf­nah­men lite­ra­ri­scher Ver­an­stal­tun­gen (u.a. Lesun­gen, Dis­kus­sio­nen, Werk­statt­ge­sprä­che und Col­lo­qui­en) der betei­lig­ten Insti­tu­tio­nen welt­weit zum kos­ten­frei­en Nach­hö­ren ange­bo­ten werden.

  • Oli­ver Maria Schmitt Pos­ch­ardts Kin­der | TITANIC – Das end­gül­ti­ge Sati­re­ma­ga­zin – oli­ver maria schmitt rech­net mit dem welt-feuil­le­ton ab – sehr tref­fend, sehr gemein & sehr gut:

    »Sprin­ger­ju­gend« nann­te die lin­ke Lügen­pres­se sei­ne Boys und Girls. »Hit­lers Kin­der«, so sann es in Pos­ch­ardts Polo, so nann­te man doch frü­her mal sozu­sa­gen meta­pho­risch die Dep­pen von der RAF. Kohls Kind, das war er im Prin­zip selbst. Und Mer­kels Kin­der, die schrie­ben ihm jetzt das Feuil­le­ton voll. Die ehe­mals von den Lin­ken mono­po­li­sier­te Pro­test- und Ran­da­lier­ges­te war nun im rech­ten Main­stream ange­kom­men, ana­ly­sier­te der Dr. die Gesamt­la­ge auf den Stra­ßen von Groß­ber­lin. Und recht eigent­lich waren es doch sei­ne Kin­der. Ja, das war die Pos­ch­ardt­ju­gend, haha! Flink wie Schoß­hun­de, zäh wie Nap­pa­le­der und hart wie die Kron­kor­ken von Club-Mate.

  • Vor­wür­fe gegen von der Ley­en: Unge­le­se­ne Dok­tor­ar­bei­ten? – sehr gute ein­ord­nung von jür­gen kau­be über das pro­mo­ti­ons­we­sen in deutsch­land, for­schung, qua­li­fi­ka­ti­on, lesen und schreiben …
  • NSU ǀ Gehei­me Kommunikation—der Frei­tag – der „Frei­tag“ über hin­wei­se und indi­zi­en, dass der baden-würt­tem­ber­gi­sche nsu-aus­schuss der exe­ku­ti­ve – die er kon­trol­lie­ren soll – hin­wei­se auf aus­sa­gen und hin­weis­ge­ber wei­ter­ge­ge­ben hat.
  • Der Biblio­the­kar als Gate­kee­per der Wis­sen­schaft | KSW Blog – micha­el kno­che, direk­tor der her­zo­gin-anna-ama­lia-biblio­thek in wei­mar, über die not­wen­dig­keit, auch heu­te unter bedi­nun­gen zumin­dest teil­wei­ser elek­tro­ni­scher publi­ka­ti­on, in for­schungs­bi­blio­the­ken noch/​weiter samm­lun­gen aufzubauen
  • Wider die Akten­gläu­big­keit! Eine Lehr­stun­de bei Egon Bahr | Akten­kun­de – die „Akten­kun­de“ über das dif­fi­zi­le zusam­men­spiel von akten und memoi­ren von poli­ti­kern, inter­es­sant dar­ge­stellt anhand egon bahrs:

    Quel­len­kri­tisch ist das natür­lich ein Pro­blem, denn Zir­kel­schlüs­se dro­hen. Vor allem müs­sen His­to­ri­ker in der Lage sein, die den “Erin­ne­run­gen” zugrun­de­lie­gen­den Unter­la­gen akten­kund­lich ein­zu­schät­zen. Dazu erteilt Bahr in sei­nen Memoi­ren eine Lehr­stun­de: 1968 führ­te er als Pla­nungs­stabs­chef des Aus­wär­ti­gen Amts in Wien ein ver­trau­li­ches Son­die­rungs­ge­spräch mit dem pol­ni­schen Geschäfts­trä­ger in Öster­reich, Jer­zy Racz­kow­ski. Um die­ses Gespräch in sei­nen Memoi­ren dar­zu­stel­len, hat­te Bahr in einem sel­te­nen Glücks­fall nicht nur sei­nen eige­nen Gesprächs­ver­merk zur Hand, son­dern auch den sei­nes pol­ni­schen Gegenübers.

  • Apfel­ern­te: Ohne Streu­obst­wie­sen kei­nen Apfelwein
  • Rebuil­ding Berlin’s Stadt­schloss is an Act of His­to­ri­cal White­washing | The May­bach­ufer – sehr rich­tig (und pas­siert lei­der nicht nur in berlin):

    By rebuil­ding the Stadt­schloss in place of the Palast der Repu­blik, Ber­lin is air­brushing its own histo­ry. East Ger­ma­ny hap­pen­ed. Phy­si­cal­ly remo­ving the evi­dence of it from the heart of Ber­lin, repla­cing it with what was the­re befo­re, pre­ten­ding it was never the­re, is disin­ge­nuous and it is dangerous.

Ins Netz gegangen (24.2.)

Ins Netz gegan­gen am 24.2.:

  • Das MoMa New York erwirbt Alvin Luciers “I am sit­ting in a room” « Kul­tur­tech­no
  • Hoch­schwarz­wald: Ab ins gemach­te Nest! | ZEIT ONLINE – die zeit macht ein biss­chen wer­bung für moder­ni­sier­te (teu­re) feri­en­woh­nung im schwarz­wald, die mit schi­ckem design über­nach­tungs­gäs­te anlo­cken wol­len, dafür aber die wert­schöp­fung schön zen­tra­li­sie­ren und kon­zen­trie­ren (und eben nur noch einen bruch­teil bei den besit­zern vor ort lassen)

    Im Hoch­schwarz­wald hat die Tou­ris­mus GmbH vor­han­de­ne Feri­en­woh­nun­gen moder­ni­siert. Ein Gewinn für alle Seiten?

  • If Our Sons Were Trea­ted Like Our Daugh­ters | Lori Day – sehr schö­nes gedankenspiel …

    Come with me. Let’s open the door to a par­al­lel uni­ver­se. Here in this par­al­lel world, the rules are dif­fe­rent becau­se gen­der roles are flip­ped. Loving par­ents and tea­chers accept this stran­ge cul­tu­re as if it’s not so bad, or per­haps even good.… 

  • Edi­ti­on: Hit­lers „Mein Kampf“ kommt 2016 rund 2000 Sei­ten dick – DIE WELT – sven felix kel­ler­hoff war bei der vor­stel­lung der kom­men­tier­ten aus­ga­be von hit­lers „mein kampf“, die er sehr begrüßt:

    Das IfZ und sein Vize­chef Magnus Brecht­ken jeden­falls sind den rich­ti­gen Weg in einer offe­nen Gesell­schaft gegan­gen: Sie suchen gegen den offen­sicht­lich beschränk­ten Hori­zont von Beam­ten und (eini­gen) Poli­ti­kern in Mün­chen die Unter­stüt­zung der Öffent­lich­keit. Denn jede Fort­set­zung des absur­den Tan­zes um Hit­lers „Mein Kampf“ führt nur in die Irre.

  • Ver­bot für Brechts Stück „Baal“: In Gra­bes­ru­he – taz​.de – es ist ganz ein­fach mit dem brecht-theater:

    Es zählt zur pos­tu­men Iro­nie von Brechts Leben, dass der gro­ße Zer­trüm­me­rer des Klas­si­ker­thea­ters schluss­end­lich selbst zum Klas­si­ker gewor­den ist. Pos­tum wer­den Brechts Ideen in Stein gemei­ßelt, wofür sie der Autor nie vor­ge­se­hen hatte.

  • Kie­ler Matro­sen­auf­stand 1918 : Berühm­tes Foto ent­puppt sich nach fast 100 Jah­ren als Irr­tum – quel­len­kri­tik bei foto­gra­fien ist eine schwie­ri­ge und auf­wän­di­ge sache:

    Erstaun­li­cher Erkennt­nis im Bun­des­bild­ar­chiv: Das bekann­tes­te Foto, mit dem seit fast 100 Jah­ren der Kie­ler Matro­sen­auf­stand von 1918 illus­triert wur­de, ist in Wahr­heit in Ber­lin entstanden.

    hier war es die „ori­gi­nal­vor­la­ge“ (was auch immer das genau ist …), die durch ihre beschrif­tung eine kor­rek­tur erzwang

  • Alte Schrif­ten – wahn­sin­nig umfang­reich, auch mit eini­gen ttf-fonts für aus­ge­fal­le­nes wie die mero­win­gi­sche minuskel …

    Auf die­sen Sei­ten fin­den Sie eine Samm­lung alter Schrift­zei­chen aller Völ­ker und Kul­tu­ren von Abur bis Zapotekisch.

Stille beim Rundfunkchor Berlin

nein, das ist kei­ne beson­de­re per­for­mance (ich sage nur: cage …), son­dern bit­te­rer ernst: zum ers­ten mal in der geschich­te des ensem­bles – also seit 89 jah­ren – sahen sich die sän­ge­rin­nen und sän­ger des rund­funk­chors ber­lin heu­te gezwun­gen, in den streik zu tre­ten. das ers­te opfer: ein auf­nah­me des brahms-requi­ems – davon gibt’s frei­lich auch schon mehr als genug ;-). aber scherz bei­sei­te: die geschich­te ist eigent­lich ziem­lich unglaub­lich für ein rei­ches und kul­tur-tra­di­ti­ons-rei­ches land wie die bun­des­re­pu­blik: seit 21 jah­ren (!) arbei­tet der chor ohne gül­ti­gen tarif­ver­trag, seit zehn jah­ren gab es kei­ne gehalts­er­hö­hung mehr. und chor­sän­ger zäh­len sowie­so nicht zu den groß­ver­die­nern im musik­ge­schäft. und seit zwei jah­ren wur­de nun ver­han­delt, ein unter­schrifts­rei­fer ver­trag lag vor – aber die roc gmbh (die ber­li­ner kon­struk­ti­on, in der der rund­funk­chor, der rias-kam­mer­chor, das deut­sche sym­pho­nie­or­ches­ter und das rso ber­lin ver­ei­nigt sind) hat sich gewei­gert, den ver­trag zu unter­zeich­nen, wie der chor­vor­stand mit­teilt. bla­ma­bel.

Ins Netz gegangen (2.5.)

Ins Netz gegan­gen am 2.5.:

Seite 1 von 2

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén