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Erschöpfung

Eine ande­re Form von Müdig­keit: die der »Stel­lung«, des »Ver­hält­nis­ses zu«: »Wie ste­hen Sie zum Mar­xis­mus, zum Freu­dia­nis­mus, zu x, zu y?«, »Wel­che Hal­tung neh­men Sie in die­ser Fra­ge ein?« Ermü­dung: die Fra­ge nach der Posi­ti­on. Die heu­ti­ge Welt ist voll davon (Wort­mel­dun­gen, Mani­fes­te, Unter­schrif­ten usw.), und des­halb ist sie ermü­dend: Schwie­rig­keit, frei zu flot­tie­ren, den Platz zu wech­seln. (Schwe­ben heißt dage­gen einen Raum bewoh­nen, ohne sich an einen Platz fest zu bin­den = erhol­sams­te Kör­per­hal­tung: Bad, Schiff.)Roland Bar­t­hes, Das Neu­trum, 52

(Das stimmt heu­te viel­leicht noch mehr als vor knapp 40 Jah­ren (1978), als Bar­t­hes das so beob­ach­te­te …)

Veröffentlicht in philosophie

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