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ûf der worte heide #13

Netzfunde der letzten Tage (21.3.–24.3.)

Mei­ne Netz­fun­de für die Zeit vom 21.3. zum 24.3.:

Medienarchälogie bei Suhrkamp

Der Streit um den Suhr­kamp-Ver­lag, der ja über­haupt eigent­lich ein Streit im Suhr­kamp-Ver­lag ist, könn­te – so schwant mir die­ser Tage wie­der – mal ein sehr inter­es­san­tes Bei­spiel wer­den, um die Rea­li­tät des Medi­en­dis­kur­ses im Deutsch­land am Anfang des 21. Jahr­hun­derts zu rekon­stru­ie­ren. Da ist zum einen natür­lich die Ver­schie­bung der Rele­vanz­en und Bedeu­tun­gen: Auch wenn der Suhr­kamp-Ver­lag ohne Zwei­fel tol­le Bücher macht: so debat­ten­be­stim­mend wie in frü­he­ren Jahr­zehn­ten der alten Bun­des­re­pu­blik ist er schon lan­ge nicht mehr. Den­noch über­stür­zen sich Zei­tun­gen, Feuil­le­tons und (Literatur-)Kritiker in der Bericht­erstat­tung über den Streit zwi­schen den bei­den Besit­zer­par­tei­en. Bezeich­nend ja auch, dass die­ser Streit über­wie­gend nicht im Wirt­schafts­teil doku­men­tiert und/​oder beglei­tet wird – da müss­te doch (eigent­lich) der Sach­ver­stand der Redak­tio­nen für sol­che Gescheh­nis­se und Ereig­nis­ket­ten sitzen …

Und dann ist da natür­lich noch die Art, wie berich­tet wird. Sel­ten fiel mir eine der­ma­ßen fast unbe­grenz­te Par­tei­lich­keit ein. Man könn­te das sehr schön schon an der Rhe­to­rik und Begriff­lich­keit fast jeden ein­zel­nen Tex­tes über die ver­schie­de­nen Ebe­nen des Strei­tes unter­su­chen. Dass ein Teil der Ver­lags­au­to­ren mit rabia­ten Begrif­fen um sich schmeißt – geschenkt, die dür­fen ja sozu­sa­gen kei­ne Ahnung haben (auch wenn ich es im Detail nicht ganz ver­ste­he …). Aber dass das in der „Pres­se“ ganz ähn­lich geschieht, das wun­dert mich doch immer wie­der. Viel­leicht liegt das dar­an, dass hier der mög­li­che Unter­gang eines Ver­la­ges zu beob­ach­ten und zu doku­men­tie­ren ist, der als Sym­bol für das steht, was die Feuil­le­tons auch für sich in Anspruch neh­men (und was oft nur noch ein Traum ist): Der maß­geb­li­che Ort intel­lek­tu­el­ler Debat­ten der Gesell­schaft (die auch noch irgend­wel­che Ergeb­nis­se erzie­len) zu sein. Mit dem „Ver­lust“ des Suhr­kamp-Ver­la­ges wird dann über­deut­lich, dass sie sich selbst genau­so ver­lo­ren haben und es bis­her nur noch nicht wahr­ha­ben wollten …

(Kei­ne Links, weil ich zu faul bin, alle die not­wen­di­gen Bei­spie­le her­aus­zu­su­chen. Anlass war aber die­ser Arti­kel der „Zeit“, der Bar­lach einen „Tri­umph“ unter­stellt und erst kurz vor Schluss erwähnt, dass Bar­lach eben offi­zi­ell im Recht ist – was übri­gens nie­mand anzu­zwei­feln scheint. Wie auch, die Lite­ra­tur­kri­ti­ker ken­nen sich wohl nur sel­ten gut genug mit dem Wirt­schafts­recht aus. Bezeich­nend auch, dass die­ser Text – wie so vie­le – den eigent­li­chen Streit­an­lass für die­se Gerichts­ent­schei­dung gar nicht mehr erwähnt: Dass näm­lich Unseld-Ber­ké­wicz vor dem Umzug nach Ber­lin einen ent­spre­chen­den Ver­trag mit Bar­lach abge­schlos­sen hat …)

Mainzer Stolpersteine

Seit letz­ter Woche gibt es in Mainz eini­ge Stol­per­stei­ne mehr. Unter ande­rem lie­gen jetzt auch drei von die­sen Minia­tur-Mahn­ma­len in der Fuß­gän­ger­zo­ne, fast direkt vor mei­ner Haus­tür (In der Lis­te der Main­zer Stol­per­stei­ne feh­len die neu ver­leg­ten – 16 sind es ins­ge­samt – noch). Und im Gegen­satz zu vie­len sons­ti­gen unauf­fäl­lig bis ver­steck­ten Instal­la­tio­nen der Stol­per­stei­ne, die ja immer zwi­schen Kunst­werk und Gedenk­ort schwan­ken, sind die­se drei wirk­lich auf­fäl­lig und laden tat­säch­lich zum „men­ta­len Stol­pern“ ein. Damit rela­ti­vie­ren sie mei­ne Beden­ken, die ich bis­her ange­sichts die­ses Pro­jekt heg­te, doch etwas …

Stolpersteine in der Lotharstraße

Stol­per­stei­ne in der Lotharstraße

Taglied 20.3.2013

Ronald Brau­ti­gam spielt Men­dels­sohn Bar­thol­dys „Lie­der ohne Wor­te“ – eine wun­der­ba­re Klang­rei­se. Zum Bei­spiel nach Venedig …

Men­dels­sohn Bar­thol­dy: Lied ohne Wor­te op. 30/​6 – Vene­tia­ni­sches Gondellied

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Netzfunde vom 20.3.

Mei­ne Netz­fun­de vom 20.3.:

Himmel im Schnee

Son­ne, Schnee und Aben­teu­er – das bringt die Woche Ski­ur­laub am Arl­berg auf den Punkt …

Mit dem Saga-Team war das mei­ne ers­te Rei­se, und auch mein ers­ter Urlaub am Arl­berg. Und für bei­des gilt: Es war wohl nicht das letz­te Mal.
Die Anrei­se geschieht beim Saga-Team mit dem Bus – das heißt, für mich kommt noch eine kur­ze S‑Bahn-Fahrt hin­zu, weil der nächs­te Zustieg in den aus dem Nor­den kom­men­den Rei­se­bus am Frank­fur­ter Flug­ha­fen ist. Die Fahrt war völ­lig pro­blem­los, nur etwas lang ;-). Gegen 19 Uhr waren wir in Klös­ter­le und bezo­gen unse­re Unter­kunft, den „Sport­club“ Kro­ne. Das ist ein ehe­ma­li­ges Hotel, das inzwi­schen eher Jugend­her­berg­sch­ar­me auf­weist. Dazu gehört auch, dass man beim Saga-Team als „Selbst­ver­sor­ger­frei­zeit“ reist – das heißt, ein­mal in der Woche abends und mor­gens Küchen­dienst und am Schluss ein biss­chen Put­zen des Hau­ses, das kein Per­so­nal hat. Dafür ist das gan­ze aber aus­ge­spro­chen güns­tig. Und der Mit­ar­beits­auf­wand hält sich auch wirk­lich in Grenzen. 

Dafür ist das Ski­fah­ren am Arl­berg himm­lisch gewe­sen. Egal wo wir waren, am Son­nen­kopf, in Stu­ben, in Lech oder Zürs: Der Schnee war gran­di­os, das Wet­ter pure Son­ne … Und – eine klei­ne Trup­pe aus 1–3 Ski­fah­rern, einem Snow­board und mei­ner Wenig­keit mit dem Mono­ski – haben so ziem­lich alles gemacht: Mor­gens ein paar Pis­ten bret­tern bzw. car­ven, dann in die Vari­an­ten und Ski­rou­ten, mit def­ti­gen Buckel­pis­ten und (bei­na­he) Tief­schnee – und allem dazwi­schen. Schon die Mad­loch-Rou­te sorg­te mor­gens für ers­te Schweiß­aus­brü­che: Nach den stei­len Buckel­pis­ten­stü­cken war ich unten mehr als warm. Ähn­lich ging es mir am Tann­egg, wohl der schwie­rigs­ten Ski­rou­te, die ich bis­her gefah­ren bin, weil sie stel­len­wei­se ein­fach bru­tal schmal und buck­lig war. Ent­spann­ter (aber nicht weni­ger steil), vor allem dank der Tief­schnee­va­ri­an­te (auch wenn der schon ver­spurt war) war der Lan­ge Zug oder die schö­ne Rou­te Zup­pert nach Zug hin­un­ter – als wir die fuh­ren, war das schon recht sul­zig: für mei­nen Mono ein Heim­spiel, für die Ski­fah­rer etwas anstren­gen­der. Auch sonst hat­ten wir viel Spaß – etwas bei der lan­gen Abfahrt in Stu­ben vom Albo­na­grat, wo wir weit außer­halb des mar­kier­ten Gebiets unter­wegs waren. Oder bei dem Aus­flug vom Hexen­bo­den in Rich­tung Val­lu­ga. Oder … oder .. oder …

Und das war alles so span­nend und erfül­lend und gran­di­os, das ich natür­lich wie­der über­haupt nicht ans Foto­gra­fie­ren gedacht habe – außer bei einer Mit­tags­pau­se auf einem Hügel neben der Pis­te im Zür­ser Täli (das war auch wie­der so eine tol­le Abfahrt …)

Aus


(via mur­sup­pe)

ûf der worte heide #12

  • »Spe­zia­lis­ten des Darm­sai­ten­ka­tarrhs« nennt Kai Luehrs-Kai­ser in der »Welt« sehr gehäs­sig die Ver­fech­ter des his­to­risch infor­mier­ten Musizierens
  • »hel­mut­koh­li­sier­te« Politiker—was auch immer das ist, da lässt David Hugen­dick in sei­ner Glos­se auf Zeit-Online zur Leip­zi­ger Buch­mes­se die Details offen
  • »Dich­ter­selbst­ver­tei­di­gung« steht in der sel­ben Glos­se von Hugen­dick, ist aber ein Zitat von Danie­la Seel

Netzfunde der letzten Tage

Mei­ne Netz­fun­de für die Zeit vom 5.3. zum 14.3.:

  • Wie klas­si­sche Musik fas­zi­niert, heu­te – Hans Ulrich Gum­brecht über­legt in sei­nem FAZ-Blog „Digital/​Pausen“ aus Anlass eines (offen­bar recht typi­schen) Kon­zer­tes mit Streich­quar­tet­ten und ähn­li­chem, war­um uns Musik der Klas­sik (& Roman­tik) anders/​mehr fas­zi­niert als die der Moder­ne (hier: Britten (!)) -

    Noch inten­si­ver als die Musik unse­rer Gegen­wart viel­leicht schei­nen vie­le Stü­cke aus dem Reper­toire, das wir “klas­sisch” nen­nen, die­se Ahnung, die­se unse­re Exis­tenz grun­die­ren­de Erin­ne­rung zu eröff­nen, wie­der Teil einer Welt der Din­ge zu wer­den. Genau das könn­te die Intui­ti­on, die vor­be­wuss­te Intui­ti­on der Hörer im aus­ge­schnit­te­nen Mara­thon-Hemd sein—die sich zu wei­nen und zu lachen erlau­ben, wenn sie Mozart und Beet­ho­ven hören.

    (via Published articles)

  • Abmah­nung für Klaus Graf in der Cau­sa Scha­van | Schma​len​stroer​.net – Abmah­nung für Klaus Graf in der Cau­sa Scha­van (via Published articles)
  • John­sons JAHRESTAGE – Der Kom­men­tar – Kom­men­tar zu Uwe John­sons Roman »Jah­res­ta­ge«
  • Klei­nes Adreß­buch für Jeri­chow und New York – Rolf Michae­lis: Klei­nes Adreß­buch für Jeri­chow und New York.
    Ein Regis­ter zu Uwe John­sons Roman »Jah­res­ta­ge. Aus dem Leben von Gesi­ne Cress­pahl« (1970−1983)
    Über­ar­bei­tet und neu her­aus­ge­ge­ben von Anke-Marie Lohmeier
    Über­ar­bei­te­te, digi­ta­le Neu­aus­ga­be 2012
  • Abschluss der «Enzy­klo­pä­die der Neu­zeit»: Die Vor­mo­der­ne in sech­zehn Bän­den – Tho­mas Mais­sen lobt – mit eini­gen Ein­schrän­kun­gen – in der NZZ die plang­e­recht abge­schlos­se­ne EdN:

    «Schluss­be­trach­tun­gen und Ergeb­nis­se» run­den das Werk ab. Das ist für eine Enzy­klo­pä­die unge­wöhn­lich, macht aber das pro­gram­ma­ti­sche Ziel deut­lich. Die «Enzy­klo­pä­die der Neu­zeit» sam­melt nicht abschlies­send Wis­sen, son­dern will die Grund­la­ge abge­ben für neu­ar­ti­ge Unter­su­chun­gen zu his­to­ri­schen Pro­zes­sen, wel­che vor den Gren­zen der Dis­zi­pli­nen eben­so wenig halt­ma­chen wie vor den­je­ni­gen der Natio­nen und Kul­tu­ren. Inso­fern dient das Werk pri­mär For­schen­den und Leh­ren­den, die ihren eige­nen Zugang rela­ti­vie­ren und erwei­tern wol­len, durch kom­pakt und reflek­tiert prä­sen­tier­te Infor­ma­ti­on auf hohem Niveau.

  • Sprach­schmugg­ler in der Wiki­pe­dia? – Sprach­log – Sprach­schmugg­ler in der Wiki­pe­dia? (via Published articles)
  • DDR-Pres­se (ZEFYS) – Im Rah­men eines von der Deut­schen For­schungs­ge­mein­schaft (DFG) geför­der­ten Pro­jekts wer­den drei DDR-Tages­zei­tun­gen digi­ta­li­siert und im Voll­text erschlos­sen: Neu­es Deutsch­land [ND] (23. April 1946 – 3. Okto­ber 1990, voll­stän­dig in Prä­sen­ta­ti­on), Ber­li­ner Zei­tung [BZ] (21. Mai 1945 – 3. Okto­ber 1990, 1945–1964 in Prä­sen­ta­ti­on) & Neue Zeit [NZ] (22. Juli 1945 – 5. Juli 1994, Prä­sen­ta­ti­on folgt)

    Damit ist ein ers­ter, bedeu­ten­der Teil der Tages­pres­se der SBZ (Sowje­ti­sche Besat­zungs­zo­ne, 1945–1949) und der DDR (Deut­sche Demo­kra­ti­sche Repu­blik, 1949–1990) für die wis­sen­schaft­li­che For­schung und Recher­che frei zugänglich.

  • Druck­sa­chen und Ple­nar­pro­to­kol­le des Bun­des­ta­ges – 1949 bis 2005 – In die­sem elek­tro­ni­schen Archiv kön­nen sämt­li­che Druck­sa­chen und Ste­no­gra­fi­schen Berich­te des Deut­schen Bun­des­ta­ges von der 1. bis zur 15. Wahl­pe­ri­ode recher­chiert und im pdf-For­mat abge­ru­fen werden.

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