„wie ein militärstratege die landschaft intuitiv als aufmarschgebiet mustert, ein geologe ihr informationen zur erdgeschicht entnimmt und ein tourist sie nach aussichtspunkten absucht, sieht der läufer überall nur laufstrecken.”—jochen schmidt, schmidt liest proust, 181
„Die menschen scheinen ein irrationales verhältnis zum geschrieben wort zu pflegen, als handle es sich um zaubersprüche.”—jochen schmidt, schmidt liest proust, 140
oder besser gesagt: über die odenwälder hügel. gestern war wieder – wie jeden samstag – der lange lauf dran: 40 kilometer wollte der trainingsplan, im flachen hätte er gerne eine pace von 4:54 gehabt. die länge habe ich gemacht, mein tempo war allerdings mit 5:11 etwas langsamer. das war natürlich den kleinen hügeln geschuldet, die im odenwald immer im weg herumstehen. dafür macht das laufen dann aber auch mehr spaß – langweilig wird’s nicht, wenn es ständig bergauf und bergab geht. der nasse, rutschige weil dahinschmelzende schnee hat dann noch ein übriges getan, mich auszubremsen. so auf einer längeren strecke kostet das doch ganz schön kraft, wenn man wirklich bei jedem schritt keinen vernünftigen abdruck hinbekommt, sondern immer ein klein bisschen wegrutscht. und bergab muss man dann ja auch noch schön vorsichtig laufen, da ist’s also auch nix mit hohem tempo. schön war’s aber trotzdem.
so sieht übrigens das höhenprofil aus – viele höhenmeter sind es eigentlich nicht (knapp 800), aber doch recht nett verteilt:

„Wenn man immer elitärer wird, liegt das nciht an einem selbst, sondern an den Mitmenschen, die sich disqualifizieren.”—jochen schmidt, schmidt liest proust, 115
zwar schon kurz vor zu spät, dafür aber auch nicht von mir, sondern von extra-drei:
(via textundblog)
„Das problem ist, daß jeder mensch eine seele hat und sich als ihr kenner fühlen darf. aber das wirkliche leben ihrer seele ist den meisten doch so unbekannt wie die zusammensetzung ihres bluts.”—jochen schmidt, schmidt liest proust, 111
„es ist ein grundlegender irrtum von autoren zu denken, die welt warte auf ihr nächstes buch.”—jochen schmidt, schmidt liest proust, 601
„die sowjetunion war anscheinend nur ein gigantischer langzeittest für baumaterialien.”—jochen schmidt, schmidt liest proust, 40
am montag, den 5.1., ging es also los. der bus war schon am sonntag abend gepackt (und die frage, wem welche skier gehören, war auch geklärt), mein monoski ruhte sanft in dem haufen der duo-latten der anderen. frühmorgens sammelten wir uns also um den bus – christoph, christoph, maike, volker und ich. und etwas ganz außergewöhnliches in erbach: richtiger schnee. der machte das fahren dann ein wenig unlustig, denn geräumt war noch erstaunlich wenig. bis neckarsulm tuckerten wir also recht vorsichtig unseres weges. auf der autobahn lief es dann aber prächtig, so dass wir doch schon nach ziemlich genau sechs stunden am ende des zillertals in das tuxer tal hinauffuhren und auch ganz problemlos unsere ferienwohnung auf dem honsnhof in vorderlanersbach fanden. die war mit zwei schlafräumen und gemütlicher wohnküche sehr angenehm ausgestattet (und vor allem außerordentlich gut geheizt). schnell hatten wir uns eingerichtet und christoph auch schon die playstation angeschlossen – der urlaub konnte also so richtig losgehen. doch halt – vorher mussten wir für den anderen christoph noch skier und schuhe besorgen. dafür statten wir stefans skistall einen besuch ab, während der rest der gruppe schon einmal die liftkarten kaufte.
am nächsten tag, heilige drei könige, ging es dann endlich auf die piste. zwar nicht ganz so früh, wie ich das gerne gehabt hätte ;-), aber noch zu einer annehmbaren zeit (und es wurde mit jedem tag besser …). endlich konnte mein snowshark wieder schnee schnuppern! schon die ersten schwünge machten klar: das funktioniert trotz langer sommerpause noch bestens. gut, die pisten auf dem rastkogel und penken, wo wir den ersten tag verbrachten, waren auch ordentlich präpariert. schnee hatte es allerdings eher wenig – 110 cm konnte ich da nirgends entdecken. an nicht wenigen exponierten stellen kamen nachmittags gras und steine zum vorschein. das lag vielleicht aber auch daran, dass relativ viel betrieb war auf den pisten. wir hatten aber trotzdem eine menge spaß, gleich schon am ersten tag. die eher zurückhaltenden skifahrer der gruppe sorgten auch gut dafür, dass ich mich immer wieder ausruhen konnte …
so sah der erste tag also aus: ![]()
nach dem recht frühen schluss auf der piste zog ich mir erst einmal die laufschuhe an (viel wurde es am ersten tag nicht, dafür ein schönes stück auf einem wanderweg durch den wald am hang oberhalb unserer ferienwohnung). und nach dem tafeln war natürlich wieder arbeit angesagt (zumindest für die männer): ![]()
auch am mittwoch starteten wir wieder am rastkogel. nach einigen wunderschönen (und vor allem schnellen) abfahrten am horbergjoch – die pisten waren wieder schön hart und glatt präpariert, es war recht wenig betrieb – wanderten wir wieder hinüber zu penken, zum nordhang und knorren sowie ins schneekar, wo es eine nette schwarze piste gibt. mittagspause machten wir an der neuen hütte „check point“, eine sehr schön gelegene, sonnige hütte. denn das wetter war nach der leichten bewölkung des ersten tages perfekt: sonne pur, keine einzige eintrübung, aber noch ausreichend kalt, damit der schnee nicht allzu weich wurde und hinweg schmolz.
so sahen wir am start zur panoramaabfahrt (wirklich eine der schönsten pisten dort, nicht nur der aussicht wegen, sondern auch ihrer hänge wegen):
so, das war also schon fast der zweite tag (die harakiri-piste sind wir natürlich auch hinunter gebraust. das war aber kein besonderer spaß, weil auch die gerade oben, wo sie eh’ nicht so einfahc ist, brutal hart gefroren war. da rutschen selbst die skifahrer mit ihren zwei latten ganz schön hin und her). denn danach machten wir uns schon bald wieder auf in richtung tal. diesmal über die skiroute (die eigentlich keine ist, sondern ein durchweg präparierter verbindungsweg) auf die eggalm, weil nur von dort eine talabfahrt nach vorderlanersbach führt. auch für diesen tag wieder die daten: ![]()
am donnerstag wechselten wir das skigebiet und erkundeten den tuxer gletscher. hier war es zwar ein kleines bisschen kälter, aber dafür auch garantiert weiß … und auch hier gibt es durchaus einige schöne abfahrten. vor allem weil ich bei dem herrlichsten sonnenschein volker und christoph diesmal den schlegeis-lift schmackhaft machen konnte – daneben war auch mal ein kleines bisschen off-piste angesagt, obwohl der schnee auch dort schon sehr hart, fast schon so fest wie auf der piste, und bereits reichlich zerfahren war. nach dem skitag (die skiline zeigt nicht alle liftfahrten, weil auf dem gletscher einige lifte ohne kontrolle laufen:
) auch am donnerstag war nach dem skifahren für mich natürlich laufen angesagt. christoph kam mit und hatte dann leider ziemliche probleme mit einer alten knieverletzung, die weder den unruhigen untergrund des winterwanderweges noch die stärkeren steigungen hinauf und hinab gut vertrug – und ihn dann leider auch am letzten tag beim skifahren noch einschränkte.
der letzte tag führte uns ein weiteres mal auf den rastkogel – wieder starteten wir am horbergjoch, zogen dann über die wanglspitz weiter zu knorren und schneekar. da hat es mich dann auf der schwarzen piste beim zweiten mal tatsächlich noch hingelegt: aufgrund eines ziemlich blödsinnig und unaufmerksam falsch platzierten stockeinsatzes kippte ich im steilhang einfach schön nach vornüber, rutsche dann ein gutes stück bäuchlings mit dem kopf voran die piste hinunter, bis ich endlich den ski wieder nach unten bekam. das war bestimmt ein nettes spektakel für die leute im lift, der natürlich just in diesem moment stillstand … unten, am ende der piste, hatte ich dann aber trotzdem noch genügend zeit, mich vom schnee zu säubern, bevor die anderen wieder zu mir stießen. auf unserem nachmittäglichen weg zur eggalm wurden wir dann leider von einer liftpanne am eggalm-nord-sessel aufgehalten, die das ganze ziemlich verzögerte und auch ein wenig die lust nahm, den tag bis zum schluss auszureizen. deshalb sieht die skiline so aus: ![]()
dafür war der sport an diesem tag noch nicht erledigt – ich ging selbstverständlich auch wieder laufen. vor allem aber aßen wir auf der grieralm zu abend und rodelten dann die knapp fünf kilometer nach lanersbach hinunter. ein ziemlich ruppiges und rasantes vergnügen, aber nicht so ganz mein fall …: ![]()
die rückreise ging dann so problemlos vonstatten (sieht man mal von dem zunächst ausgefallenen niveauausgleich der hinterradfederung des busses ab), dass wir aufgrund der frühen abfahrtszeit (6.30) tatsächlich schon pünktlich zum mittagessen wieder daheim waren.
lieber internet-benutzer,
wenn du für eine frage wie „warum kriegen marathonläufer während des laufens wasser” die hilfe von google und meiner wenigkeit brauchst, dann tut es mir wirklich nicht leid, dass ich dir mit meinem bericht vom darmstadt-marathon nicht helfen konnte.
