das war aber wirklich nichts, trotz der hilfe von der meinerseits sehr geschätzen martina gedeck. pianist & dirigent sebastian knauer verwendet offenbar leider mehr zeit beim friseur und auf der sonnenbank als beim nachdenken über mozarts musik – das war dermaßen banales gedudel, das hat selbst mozart nicht verdient. und das publikum klatscht auch noch wie blöd dem eitlen geck – der sich, ganz typisch für solche leute, auf der bühne prächtig produziert – und sehr, sehr lange bitten lässt, bevor er sich noch einmal verbeugt…
es ist alles nur ein traum. mozarts frühe gönnerin, die baronin waldstätten, imaginiert sich ein konzerpausengespräch mit leopold, dem vater des komponisten. sebastian und wolfgang knauer habe sich das ausgedacht, diesen sympathetischen rückblick auf mozart und seine frauengeschichten, seine galanterien und affären vor und nach der hochzeit. martina gedeck durfte der baronin ihre stimme leihen: charmant und lässig plaudert sie sich in der glashalle der mainzer railion-zentrale durch den abend der mittelrhein musik-momente. und sebastian knauer macht die musik dazu zwei der bekannteren klavierkonzerte hat er sich dafür ausgesucht, von mozart natürlich: das jeunehomme-konzert in es-dur und das späte d‑moll-konzert. auch knauer, der zugleich als pianist und pseudo-dirigent auftrat, agierte eher lässig. seine spärlichen ansätze, vom flügel aus zu dirigieren, waren sowieso recht überflüssig: die koblenzer staatsphilharmonie befand sich ganz offensichtlich auf vertrautem terrain und spielte auch ohne seine hilfe sehr geschlossen und zuverlässig. die überraschungen und verrückten kaspereien mozarts, die der text immer wieder aufgriff, schlugen sich in dieser musik freilich nicht wieder. das war eine rundum vernünftige, manchmal sogar ein wenig biedere interpretation. sebastian knauer spielte die konzerte sehr routiniert und so vollkommen gelassen, dass sich der eindruck gepflegter langeweile nicht immer vermeiden ließ. auch seine pianistischen fähigkeiten beansprucht er nur mäßig, da gibt es nur ansätze zu einer differenzierten artikulation und kaum klangnuancen. allerdings waren die umstände auch nicht die besten: zunächst brachte die schwül-stickige atmosphäre die musiker dazu, ihren frack abzulegen. und dann wurde es auch noch richtig feucht: das prasseln der wassermassen auf dem glasdach ließ den beginn des d‑moll-konzertes völlig untergehen, da konnte auch knauer nichts mehr retten. am besten gelangen ihm allerdings sowieso bei beiden konzerten die schlusssätze: dem jeunehomme-konzert gab er so einen flinken und ein bisschen augenzwinkernd, frech verspielten abschluss. und selbst das bei ihm eher schwerfällige und gemütliche d‑moll-konzert trieb er zum ende in die mozartsche übermut: turbulent ließ er die musik immer wieder um sich selbst kreiseln.

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