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Grundrechnen für Journalisten

Heu­te bei faz.net, wahr­schein­lich auch auf dem Papier:

Ein Bei­spiel: Am Ewig­keits­sonn­tag 2010 wur­den in der EKHN zuguns­ten Demenz­kan­ker und der Hos­piz­ar­beit ins­ge­samt rund 201.300 Euro gesam­melt. Davon lag der Durch­schnitt je Mit­glied im Deka­nat Gla­den­bach bei 175 Euro, im Deka­nat Kron­berg hin­ge­gen bei 114, im Deka­nat Wies­ba­den bei 107, und in den Frank­fur­ter Deka­na­ten nur bei 85 Euro. 

Da müss­te man schon beim ers­ten Blick stut­zig wer­den: Eine Durch­schnitts­kol­lek­te je Mit­glied von 175 Euro? Das wäre ja der pure Wahn­sinn. Wenn man mal nach­rech­net: Das Deka­nat Gla­den­bach hat laut eige­ner Web­sei­te mehr als 35.000 Mit­glie­der (von denen nur 2.500 in den Got­tes­dienst kom­men). Also: 35.000*175€ = 6.125.000€. Also gering­fü­gig mehr als die Gesamt­sum­me der Lan­des­kir­che von 201.3000 €. Selbst wenn man nur die Got­tes­dienst­be­su­cher nimmt (der Ein­fach­heit hal­ber neh­men wir die Zahl, die das Deka­nat ver­öf­fent­licht), funk­tio­niert die Rech­nung natür­lich noch nicht: 2.500*175€ = 437.500€ – mehr als dop­pelt so viel wie die Sum­me. Wahr­schein­li­cher wird es, wenn man den Durch­schnitt pro 1000 Mit­glie­der annimmt. Dann kämen aus dem Deka­nat Gla­den­bach 6.125€ – das scheint mir realistisch.

So viel zum Qua­li­täts­jour­na­lis­mus für heute.

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