Ins Netz gegangen (2.11.)

web (unsplash.com)Michael Podger

Ins Netz gegan­gen am 2.11.:

  • Jens Bal­zer zu Musik­vi­deos: Youtube kills the Youtube-Star Jus­tin Bie­ber | Ber­li­ner Zei­tung → jens bal­zer über den aktu­el­len zusam­men­hang von pop, stars, youtube, kon­zer­ten und fans

    Der Ver­su­ch, als real musi­zie­ren­der Men­sch auf einer Büh­ne wenigs­tens kurz zu reinkar­nie­ren, schei­tert an der Indif­fe­renz eines Publi­kums, dem es reicht, in vir­tu­el­len Räu­men und bei sich sel­ber zu sein. Der ers­te Star der Youtube-Epo­che wird als deren tra­gi­scher Held von der Büh­ne gekreischt.

  • Was a ser­ver regis­te­red to the Trump Orga­niza­t­i­on com­mu­ni­ca­ting with Russia’s Alfa Bank? | sla­te → eine total ver­rück­te geschich­te: trump hat(te) einen ser­ver, der (fast) nur mit einem ser­ver der rus­si­schen alfa-bank kom­mu­ni­zier­te. und kei­ner weiß, wie­so, was, war­um – bei­de sei­ten behaup­ten, das kön­ne nicht sein …

    What the sci­en­tists amas­sed wasn’t a smo­king gun. It’s a sug­ges­ti­ve body of evi­den­ce that doesn’t abso­lu­te­ly pre­clu­de alter­na­ti­ve expla­na­ti­ons. But this evi­den­ce arri­ves in the broa­der con­text of the cam­pai­gn and ever­y­thing else that has come to light: The efforts of Donald Trump’s for­mer cam­pai­gn mana­ger to bring Ukrai­ne into Vla­di­mir Putin’s orbit; the other Trump advi­ser who­se com­mu­ni­ca­ti­ons with senior Rus­si­an offi­ci­als have worried intel­li­gen­ce offi­ci­als; the Rus­si­an hacking of the DNC and John Podesta’s email.

    (und neben­bei ganz inter­es­sant: dass es spe­zia­lis­ten gibt, die zugriff auf sol­che logs haben …)

  • The Digi­tal Tran­si­ti­on: How the Pre­si­den­ti­al Tran­si­ti­on Works in the Soci­al Media Age | whitehouse.gov → die plä­ne der über­ga­be der digi­ta­len mas­sen­kom­mu­ni­ka­ti­on (und accounts) des us-prä­si­den­ten. inter­es­sant: dass die inhal­te zwar erhal­ten blei­ben, aber als archiv unter neu­en account-namen. und die „offi­zi­el­len“ accounts geleert über­ge­ben wer­den.
  • Refor­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um: Lasst uns froh und Luther sein | FAZ → sehr selt­sa­mer text von jür­gen kau­be. am refor­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um gäbe es eini­ges zu kri­ti­se­ren. aber das ist der fal­sche weg – zum einen ist die evan­ge­li­sche kir­che deutsch­lands kei­ne luther-kir­che (und käß­mann sicher nicht ihre wesent­lichs­te theo­lo­gin). zum ande­ren scheint mir kau­bes kri­tik­punkt vor allem zu sein, dass evan­ge­li­sche theo­lo­gie sich in den 500 jah­ren gewan­delt hat und nicht glei­cher­ma­ßen kon­ser­va­tiv-fun­da­men­ta­lis­ti­sch-auto­ri­tär ist wie bei luther selbst. was soll das aber?
  • Siri Hust­ve­dt und Paul Aus­ter | Das Maga­zin → lan­ges gespräch mit hust­ve­dt und aus­ter, dass sich aber nahe­zu aus­schließ­li­ch um die poli­ti­sche lage dreht – immer­hin eine hal­be fra­ge gilt auch dem, was sie tun – näm­li­ch schrei­ben
  • Das Para­dox der Demo­kra­tie: Judith But­ler über Hil­la­ry Clin­ton | FAZ → lan­ges, gutes inter­view mit judith but­ler über demo­kra­tie, ver­samm­lun­gen, frei­hei­ten, kör­per und iden­ti­tä­ten
  • Aids in Ame­ri­ka: HIV kam um 1970 in New York an | Tages­spie­gel → for­scher haben mit gene­ti­schen ana­ly­sen von blut­kon­ser­ven die geschich­te von aids in den usa neu geschrie­ben – nicht pati­ent O war der ers­te, der virus kam schon jah­re vor­her nach new york. span­nend, was heu­te so alles geht …
  • Frank­fur­ter Buch­mes­se „Schwie­ri­ge Lyrik zu einem sehr hohen Preis“ | Ber­li­ner Zei­tung → mal wie­der ein inter­view mit ulf stol­terfoht zum funk­tio­nie­ren von brue­te­rich press. dem ver­lag wür­de es wahr­schein­li­ch mehr hel­fen, wenn sei­ne bücher bespro­chen wür­den und nicht nur der ver­lag ;-) …

    Ich ver­die­ne nicht nur mit dem Schrei­ben kein Geld, ich ver­die­ne auch mit dem Über­set­zen kein Geld. Da möch­te man dann mit dem Ver­le­gen natür­li­ch auch nichts ver­die­nen. Das berühm­te drit­te unren­ta­ble Stand­bein. Das Para­do­xe an der Sache ist nun aber, dass ich trotz­dem irgend­wie davon leben kann, und das schon ziem­li­ch lan­ge. Die­se gan­zen nicht oder schlecht bezahl­ten Tätig­kei­ten haben, zumin­dest in mei­nem Fall, dazu geführt, dass eine indi­rek­te Form der Ver­gü­tung statt­fin­det, also etwa in Form von Prei­sen, Sti­pen­dien, Lehr­tä­tig­kei­ten, Lesun­gen und Mode­ra­tio­nen. Und ich glau­be, dass durch die Ver­le­ge­rei das Spiel­feld noch ein biss­chen grö­ßer gewor­den ist. Das hat jedoch bei der Grün­dung des Ver­lags kei­ne Rol­le gespielt. Den Ver­lag gibt es, weil ich das schon sehr lan­ge machen woll­te. Schrei­ben tue ich ja auch, weil ich das schon immer woll­te. Das reicht mir völ­lig aus als Begrün­dung. Mehr braucht es nicht.

  • Die Öko­no­mi­sie­rung der Natur ist ein Feh­ler“ | der Frei­tag → bar­ba­ra unmü­ßig, im vor­stand der hein­rich-böll-stif­tung, über „grü­ne öko­no­mie“, not­wen­di­ge umdenk­pro­zes­se und war­um kom­pen­sa­ti­on nicht reicht

    Wir bräuch­ten viel­mehr Mit­tel für den öko­lo­gi­schen Land­bau oder um her­aus­zu­fin­den, wie eine wachs­tums­be­frie­de­te Gesell­schaft und Wirt­schaft aus­se­hen kann. Es liegt ein­deu­tig zu viel Gewicht auf tech­no­lo­gi­schen denn auf sozia­len und kul­tu­rel­len Ver­än­de­run­gen.

    Das ist der wohl größ­te Feh­ler der Grü­nen Öko­no­mie: Din­ge, die nie öko­no­mi­siert waren, zu mes­sen, zu berech­nen, zu öko­no­mi­sie­ren. Die Mone­ta­ri­sie­rung der Natur.

Ins Netz gegangen (17.5.)

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  • Dis­tant Rea­ding, Com­pu­ta­tio­nal Cri­ti­cism, and Soci­al Cri­ti­que: An Inter­view with Fran­co Moret­ti | fou­caul­blog → sehr lan­ges und inter­es­san­tes inter­view mit fran­co moret­ti

    I think the­re are two import­ant pos­si­bi­li­ties and then we have to see if they beco­me rea­li­ty or not. One has to do with the archi­ve. The great advan­ta­ge of quan­ti­fi­ca­ti­on is that all of a sud­den mil­li­ons of texts that had, for all prac­tical pur­po­ses, disap­peared, beco­me avail­able for rese­ar­ch. But you have to have a good ques­ti­on to ask the­se archi­ves. A text always speaks to us; an archi­ve doesn’t. Ever­y­thing is the­re, but do we have good rese­ar­ch ques­ti­ons?
    […] The second rea­son for pos­si­ble opti­mism in digi­tal huma­nities has to do with the algo­rith­ms that pro­cess the archi­ves. The algo­rith­ms can orga­ni­ze data in ways that are often very sur­pri­sing. […] The­re is some­thing that we other­wi­se would have cal­led intui­ti­on, which is not expli­cit­ly for­mu­la­ted in words, but it’s expli­cit­ly for­mu­la­ted through the ope­ra­ti­ons of the algo­rith­ms. This I find the most pro­mi­sing aspect of digi­tal huma­nities: the way of brin­ging new con­cepts into exis­ten­ce, even though very often in a mes­sy or camou­fla­ged way. 

  • Geschich­te im Brei des Gefüh­li­gen – Wider das Ree­nact­ment in his­to­ri­schen Doku­men­ta­tio­nen | geti­dan → umfang­rei­cher, per­sön­li­cher und kri­ti­scher bli­ck von wer­ner kröh­ne auf die rol­le des ree­nact­mens in his­to­ri­schen dokus

    Das Ree­nact­ment, jener rei­ße­ri­sch insze­nier­te Kurz­schluss zwi­schen den Ereig­nis­sen von ges­tern und den Gefüh­len von heu­te.
    […] Was hier ver­stimmt und gleich­zei­tig die Wahr­neh­mung ein­schnürt, ist eine mehr oder weni­ger durch­schei­nen­de Absicht: Geschich­te wird ver­füg­bar gemacht in einem ästhe­ti­sie­ren­den Akt, in der Dis­tan­zen von jetzt zu damals ein­ge­schmol­zen wer­den und letzt­li­ch alle Kat­zen grau erschei­nen. In Fil­men wie Ben Hur moch­te das immer­hin ein illu­sio­nis­ti­sches lan­ges Epos erge­ben, das auch der spä­te­ren Erin­ne­rung dien­li­ch sein konn­te : in den heu­te so zahl­reich gesen­de­ten His­to­ri­en-Dokus hin­ge­gen wird eine Ver­quir­lung und Ver­mat­schung von Gegen­wart und Ver­gan­gen­heit voll­zo­gen, aus der kei­ne wirk­li­che Erin­ne­rung erwach­sen kann. Viel­mehr nähert sich die­se Form der clip­ar­ti­gen Zurich­tung von Geschich­te und Geschich­ten dem Por­no­film an. 

  • Pforz­heim: Schuld oder selbst schuld? | Zeit → vale­rie schö­ni­an in der „zeit“ über die evan­ge­li­sche deka­nin von pforz­heim, die sich als chris­tin erlaubt, poli­ti­sch zu sein – und auch an die „schat­ten­sei­ten“ der stadt­ge­schich­te zu erin­nern
  • Woh­nen der Zukunft: Fuss­gän­ger­städ­te und Genos­sen­schaf­ten – wat­son → inter­es­san­tes inter­view mit hans wid­mer über städ­te, ihre mög­lich­kei­ten und vor­zü­ge, ihre ent­wick­lung etc (am bei­spiel der schweiz)

    Wer höher als im ach­ten Sto­ck wohnt, der lebt nicht mehr in einer Stadt, son­dern in einem Wol­ken-Kuckucks-Heim. In mei­ner Ide­al­stadt muss die Kom­mu­ni­ka­ti­on unter den Men­schen sehr inten­siv sein, eben­so die Koope­ra­ti­on – und alles muss nah sein, span­nend und viel­fäl­tig

  • The Trans Move­ment Just Had Its “I Have a Dream” Moment → sehr gute rede der us-ame­ri­ka­ni­schen jus­tiz­mi­nis­te­rin loret­ta lyn­ch zur ver­trei­di­gung der rech­te von trans-per­so­nen

    This is why none of us can stand by when a sta­te enters the busi­ness of legis­la­ting iden­ti­ty and insists that a per­son pre­tend to be some­thing they are not, or invents a pro­blem that doesn’t exist as a pre­text for dis­cri­mi­na­ti­on and harass­ment.

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  • chris­ti­an2 | Pro­jekt­be­schrei­bung – an der hab wol­fen­büt­tel wird ein fürst­li­ches tage­buch aus dem 17. jahr­hun­dert ediert:

    Die digi­ta­le Edi­ti­on der Tage­bü­cher des refor­mier­ten Fürs­ten Chris­ti­an II. von Anhalt-Bern­burg (1599–1656) aus dem Zeit­raum von 1621 bis 1656 erschließt einen quan­ti­ta­tiv wie qua­li­ta­tiv ganz ein­zig­ar­ti­gen Brenn­spie­gel der deut­schen und euro­päi­schen Geschich­te sowie der viel­fäl­tigs­ten Dis­kur­se wäh­rend der ers­ten Hälf­te des 17. Jahr­hun­derts. Dar­über hin­aus weist die Quel­le einen außer­ge­wöhn­li­ch hohen Anteil an ver­ba­li­sier­ter zeit­ge­nös­si­scher Sub­jek­ti­vi­tät auf, der dem Text stel­len­wei­se sogar lite­ra­ri­sche Qua­li­tät ver­leiht. Die trans­dis­zi­pli­nä­re Bedeu­tung des Wer­kes bet­tet sich in eine Viel­zahl von For­schungs­in­ter­es­sen und –kon­tex­ten ein. Dazu zäh­len nicht nur die jüngs­ten Unter­su­chun­gen zur klas­si­schen Poli­tik- und Mili­tär­ge­schich­te, zu früh­neu­zeit­li­chen Selbst­zeug­nis­sen, zur Sozi­al-, All­tags- und Geschlech­ter­ge­schich­te, zur Kon­fes­sio­na­li­sie­rung, zu ver­schie­de­nen Aspek­ten des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges, zur Hof- und Adels­for­schung oder zur Sprach-, Lite­ra­tur- und all­ge­mei­nen Kul­tur­ge­schich­te, son­dern auch zu The­men wie der Geschich­te der Emo­tio­nen und des Trau­mes in jener Epo­che. Als eine den gegen­wär­ti­gen wis­sen­schaft­li­chen Stan­dards ent­spre­chen­de digi­ta­le Edi­ti­on wird sie den ver­schie­dens­ten For­schungs­per­spek­ti­ven eine Viel­zahl von Anknüp­fungs­punk­ten bie­ten kön­nen.
    Das in quan­ti­ta­ti­ver wie qua­li­ta­ti­ver Hin­sicht unüber­trof­fe­ne, im Lan­des­haupt­ar­chiv Des­sau-Roß­lau auf­be­wahr­te Dia­ri­um besteht aus 23 Bän­den mit unge­fähr 17.400 größ­ten­teils eigen­hän­dig in deut­scher (ca. 87%), fran­zö­si­scher (ca. 11%), ita­lie­ni­scher (ca. 1%), latei­ni­scher, spa­ni­scher und nie­der­län­di­scher Spra­che beschrie­be­nen Sei­ten.

    das ist ein ziem­li­ch auf­wen­di­ges, gro­ßes und lan­ges pro­jekt:

    Das auf 12 Jah­re ange­leg­te DFG-Pro­jekt beginnt mit einer drei­jäh­ri­gen Pilot­pha­se, inner­halb wel­cher zunächst die knapp 1.500 Sei­ten umfas­sen­de Peri­ode vom Janu­ar 1635 bis August 1637 tran­skri­biert und ver­öf­fent­licht wird. Deren beson­ders dich­te und viel­sei­ti­ge Nie­der­schrif­ten stel­len ein geeig­ne­tes Feld zur Bewäh­rung und Jus­tie­rung der edi­to­ri­schen Grund­satz­ent­schei­dun­gen hin­sicht­li­ch der Wie­der­ga­be und Kom­men­tie­rungs­tie­fe der Tex­te in den Gren­zen des zeit­li­ch Mög­li­chen dar. Außer­dem ver­spre­chen sie einen Ertrag, der para­dig­ma­ti­sch die wis­sen­schaft­li­che Bedeu­tung des gesam­ten Fürs­ten­ta­ge­bu­ches zeigt.

  • Ver­schol­le­ne Bücher zum Ers­ten Welt­krieg ent­deckt – georg giers­berg erzählt in der faz (etwas wirr) die geschich­te der offi­ziö­sen wirt­schafts­ge­schich­te des ers­ten welt­krie­ges aus den zwi­schen­kriegs­jah­ren nach, die offen­bar so bri­sant war, dass die ver­öf­fent­li­chung damals nach dem druck unter­sagt wur­de und die ent­spre­chen­den stu­di­en (fast) ver­schwun­den sind
  • Bruck­ner Online – das bruck­ner-archiv hat was online gestellt:

    bruckner-online.at ist ein umfang­reich ange­leg­tes Anton Bruck­ner-Inter­net­por­tal (Web­ar­chiv), in dem neben der elek­tro­ni­schen Doku­men­ta­ti­on hand­schriftlicher Quel­len auch Kom­po­si­tio­nen, rele­van­te Per­so­nen und Orte ent­hal­ten sind. Zudem wer­den von allen Hand­schrif­ten, Erst­dru­cken und der Alten Gesamt­aus­ga­be voll­stän­di­ge Digi­ta­li­sa­te zur Ver­fü­gung gestellt. 

  • David Gar­rett: Habt mich bit­te lieb! | ZEIT ONLINE – julia spi­no­la hat sich david gar­ret mit den brahms­so­na­ten ange­hört und war nicht begeis­tert. des­halb schreibt sie einen erst­klas­si­gen ver­riss:

    David Gar­rett will end­li­ch wie­der als seriö­ser Musi­ker ver­stan­den wer­den und geht mit den Vio­lin­so­na­ten von Johan­nes Brahms auf Tour­nee

    sehr amü­sant auch die lese­rin­nen­stim­men – unter den fan­boys und –girls fin­den sich so ziem­li­ch alle pseu­do­ar­gu­men­te gegen kri­tik, die seit jahr­hun­der­ten wider­legt sind … (und viel hass auf jeman­den, der ihr idol nicht ver­göt­tert) – sehr amü­sant …

  • Vom Mythos der tech­ni­schen Insti­tu­ti­on « Micha­lis Pan­te­lou­ris – micha­lis pan­te­lou­ris lie­fert ein paar hin­ter­grün­de zu legi­ti­ma­ti­on, zie­len und pro­ble­men (u.a. demo­kra­ti­e­theo­re­ti­sche, von den öko­no­mi­schen ganz abge­se­hen) der teil­neh­mer der „troi­ka“:

    Poli­ti­sche Insti­tu­tio­nen sind nie­mals ein­fach tech­ni­sch, aber die hier­zu­lan­de weit­ge­hend unkri­ti­sche Dar­stel­lung der Troi­ka-Insti­tu­tio­nen als sol­che, die ein­fach nur die Ein­hal­tung von bereits aus­ge­han­del­ten Ver­trä­gen über­wa­chen sorgt dafür, dass jeder ihr Wider­spre­chen­de auto­ma­ti­sch als Ver­trags­bre­cher wahr­ge­nom­men wer­den muss. Das ist es, was vie­le Medi­en mit der neu­en grie­chi­schen Regie­rung machen: Um eine Dis­kus­si­on um ihre Poli­tik zu ver­mei­den, zie­hen sie die Dis­kus­si­on ins Unpo­li­ti­sche, ins Tech­ni­sche: Ver­trä­ge sind ein­zu­hal­ten; Die Regie­rung ist inkom­pe­tent (was man poli­ti­sch ja kaum sein kann); Sie wol­len “Refor­men zurück­dre­hen”.
    Die Wahr­heit ist eine ande­re: Die Troi­ka hat eine Poli­tik ver­tre­ten, eine Ideo­lo­gie, die in Wahr­heit nir­gends in Euro­pa eine Mehr­heit hat. Es gibt auch in Deutsch­land kei­ne neo­li­be­ra­le Mehr­heit. Es sind zwei unter­schied­li­che Din­ge, ob man auf die Ein­hal­tung von Ver­trä­gen pocht, oder ob man einem ande­ren Land eine Poli­tik auf­zwingt, und dann eine, die ganz expli­zit von der Mehr­heit der Bevöl­ke­rung abge­lehnt wird. Mit dem Mythos der rein tech­ni­schen Ein­grif­fe wird die Abschaf­fung der Demo­kra­tie ver­schlei­ert.

  • Gra­bun­gen in der St. Johan­nis­kir­che in Mainz – mar­kus schug über die spek­ta­ku­lä­ren aus­gra­bun­gen unter der johan­nis­kir­che in mainz, wo schon zu mero­wi­ni­gi­scher zeit eine gro­ße kir­che stand …
  • Peti­tio­nen: Peti­ti­on 58168 – eine wun­der­ba­re peti­ti­on (die sicher erfolg­los blei­ben wird, aber trotz­dem – im sin­ne der bewusst­seins­bil­dung – not­wen­dig ist): Der Deut­sche Bun­des­tag möge beschlie­ßen, dass homöo­pa­thi­sche Behand­lungs­me­tho­den nicht mehr als Sat­zungs­leis­tung von gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen gezahlt wer­den dür­fen. – das ist übri­gens schon der gesam­te text der peti­ti­on.
  • Kla­ge gegen Kru­zi­fix-Pflicht in Bay­ern: Karls­ru­he ver­trö­delt heik­les Urteil – taz.de – hört sich sehr pein­li­ch & fei­ge an, wie das bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt unter voß­kuh­le & mül­ler mit die­ser kla­ge umgeht
  • Ein­füh­rung in den Fefis­mus. | H I E R – mspr0 erklärt fefe (und den „fefis­mus“) und rech­net gleicht mit ihm ab – und ver­ba­li­siert damit ziem­li­ch gen­au mein eige­nes unbe­ha­gen mit fefe …

    Fefe ist mehr als der Men­sch, es ist mehr als das Blog. Zusam­men mit sei­nem Leser­mob ist es eine Hass­ma­schine. Die­se Shits­torm­kul­tur gegen alles, was ihnen Fremd ist, ist kaum noch ohne Godwin­ge­pul­le zu beschrei­ben.[…] Die Nerd­sze­ne lei­det extrem unter dem Fefis­mus. Es wird Zeit, dass es in ihr zu einer Form der Selbst­auf­klä­rung kommt. Ne…

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Ins Netz gegan­gen am 27.6.:

  • Hoch­mut gro­ßer Söh­ne – Sprach­log – Ana­tol Ste­fa­no­wit­sch über einen Vor­schlag, im Text der öster­rei­chi­schen Natio­nal­hym­ne die Frau­en wie­der zu strei­chen:

    Am Text der öster­rei­chi­schen Natio­nal­hym­ne fin­det sich, wie es bei Tex­ten von Natio­nal­hym­nen nun ein­mal so ist, wenig Erhal­tens­wer­tes. Sie fei­ert die Land­schaft (gut, das ist gera­de noch erträg­li­ch), das „für das Schö­ne begna­de­te“ und mit „hoher Sen­dung“ aus­ge­stat­te­te Volk (das ist dann eben, natio­nal­hym­nen­ty­pi­sch, nicht mehr erträg­li­ch), die krie­ge­ri­sche Ver­gan­gen­heit, und eine „arbeits­fro­he“ Zukunft. Und natür­li­ch wird dem „Vater­land“ auch ordent­li­ch Treue geschwo­ren.

  • Neu­es ARD-Nach­rich­ten­stu­dio: Tho­mas Roth trifft jetzt immer auf King Kong – Medi­en – FAZ – Oli­ver Jun­gen hält vom neu­en ARD-Stu­dio nicht so viel:

    Ein Ope­ra­ti­ons­feh­ler, das ist eigent­li­ch eine gute Meta­pher für das, was mit den ARD-Nach­rich­ten pas­siert ist: Man hat eine Wagen­la­dung Adre­na­lin in ihrem Bauch ver­ges­sen und ein­fach zuge­näht.

    – dazu noch ein biss­chen Baud­ril­lard (Simu­la­crum!) und nost­al­gi­sche Rück­be­sin­nung auf die guten alten Zei­ten, als die Nach­rich­ten ohne Bil­der aus­ka­men (übri­gens auch in der FAZ!) …

  • Deutsch­land, ver­knautscht — BILD­blog
  • Rech­ter Über­fall in Dort­mund: Poli­zei nimmt Nazis in Schutz – taz.de – total cra­zy: „Rechts­ex­tre­me woll­ten Rat­haus stür­men. Das Innen­mi­nis­te­ri­um: Die Poli­ti­ker selbst hät­ten ran­da­liert.“
  • Ich brau­che das Geld nicht“ – taz.de – Tho­mas Piket­ty im „taz-„Interview:

    Ich ver­traue der Quan­ti­fi­zie­rung des Reich­tums für das Jahr 1913 stär­ker als der von 2013. Das Natio­nal­ein­kom­men wird rela­tiv gut erfasst. Aber die Ver­tei­lung des Ein­kom­mens bis in die obers­ten Schich­ten ist eine ande­re Fra­ge.

    Schön auch eine ande­re Stel­le:

    Aber es ist schon inter­es­sant, wie viel Geld da ist, zum Bei­spiel in gro­ßen Fir­men. Die glei­chen Leu­te, die hart um jeden Euro mit ihrem Rei­ni­gungs­per­so­nal oder ihren Nied­rig­lohn­ar­bei­tern ver­han­deln, bie­ten mir 100.000 Euro für einen ein­stün­di­gen Vor­trag. Wenn ich ableh­ne, ver­dop­peln sie das Ange­bot.

  • Pen­nä­ler­haf­te Fach­pro­sa – Die neue „Kul­tur­ge­schich­te der frü­hen Neu­zeit“ ist nicht nur pein­li­ch, son­dern unver­schämt : literaturkritik.de – »Zu hof­fen bleibt, dass der ange­sichts der feh­len­den Qua­li­tät über­aus dreis­te Preis die Käu­fer abzu­schre­cken ver­mag«
  • Welt­meis­ter­schaft und Doping – Gro­ßes India­ner-Ehren­wort! – Süddeutsche.de – wun­der­bar: Tho­mas Kist­ner in der „Süd­deut­schen“ zur WM etc.:

    Wer glaubt, der Fuß­ball sei sau­ber, der darf das­sel­be von der Fifa glau­ben.

    Eine Fra­ge bleibt am Ende: War­um tei­len die Fuß­bal­l­ärz­te ihr tie­fes Wis­sen nicht mit der All­ge­mein­heit? Sieht man, wie man­cher 30-Jäh­ri­ge durch die WM-Are­nen bret­tert, obwohl er als 20- bis 25-Jäh­ri­ger kein Spiel zu Ende brach­te, ohne dass der Mus­kel zwick­te oder dicht­mach­te – dann stellt sich die Fra­ge, war­um mit die­ser doch auch für die brei­te Mensch­heit segens­rei­chen Heil- und Auf­bau­kunst so ver­dammt dis­kret umge­gan­gen wird.

    Mit der Logik kommt man der medi­zi­ni­schen, sprich: ent­schei­den­den Sei­te die­ser Mil­li­ar­den­in­dus­trie so wenig bei wie mit Doping­tests. Dem gläu­bi­gen Fan ist es sowie­so einer­lei: Augen zu, und ein­fach fes­te dar­an glau­ben.

  • Twit­ter / Cal­vin­n_Hob­bes: The ent­i­re edu­ca­ti­on sys­tem …RT @hnnngkttr: Time for chan­ge? “@Calvinn_Hobbes: The ent­i­re edu­ca­ti­on sys­tem sum­med up in a three panel comic strip. ” #edchat­de
  • An die weib­li­chen und männ­li­chen Waf­fen­scheu­en

    Die Waf­fen hoch! Das… | Aphorismen.de

    RT @giesbert: Der Felix Dahn war mit sei­ner Ant­wort an Bert­ha von Sutt­ner auch so ein Knall­depp.
  • Er kann es ein­fach nicht | Begleit­schrei­ben – Gre­gor Keu­sch­nig hat sich Chris­ti­an Wul­ffs „Ganz oben, ganz unten“ auf den Unter­su­chungs­ti­sch gelegt:

    Ich habe inzwi­schen kei­nen Zwei­fel dar­an, dass Wul­ff in einer Mischung aus selbst­verschuldetem Unglück und nar­ziss­ti­schem Jagd­trieb eini­ger wild­ge­wor­de­ner Ego­ma­nen einem eben auch qua­li­täts­me­dia­len Blut­rau­sch erlag, in dem sich zu Beginn meh­re­re Jäger gleich­zei­tig auf das glei­che Objekt kon­zen­trier­ten.
    […] bie­tet er mit teil­wei­se unge­nau­en und unge­len­ken For­mu­lie­run­gen wie­der neue Angriffs­flä­chen. So lang­sam ver­fes­tigt sich der Ein­druck: Er kann es ein­fach nicht.

  • Siri Hust­ve­dt trifft Carl Dje­ras­si – Wie­der so eine toll kon­zi­pier­te Ver­an­stal­tung, die mehr ver­heißt als sie ein­löst:

    Es sei so eine Sache mit dem Dia­log, mur­melt Siri Hust­ve­dt vor sich hin.

  • Neue siche­re Her­kunfts­staa­ten: Ein Pro­blem wird zur Lösung -

    Bereits die­se kur­zen Aus­füh­run­gen zei­gen, dass die Ein­stu­fun­gen von Maze­do­ni­en, Ser­bi­en und Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na als siche­re Her­kunfts­staa­ten wenig Anlass zur Freu­de bie­ten – sie wer­fen in ers­ter Linie euro­pa­recht­li­che Beden­ken auf. Dane­ben ist die­se Geset­zes­än­de­rung ein Bei­spiel, wie im Ver­lauf von nur 20 Jah­ren der Grund für ein Pro­blem zu des­sen Ant­wort (gemacht) wird.

  • Frän­ki­sches Reich : Das ewi­ge Leben einer dienst­ba­ren Lei­che – Nach­rich­ten Kul­tur – DIE WELT – Eck­hard Fuhr ist von den Aus­stel­lun­gen zum 1200. Todes­tag von Karl dem Gro­ßen in Aachen sehr ange­tan:

    Es ist ein­fach so: Auch wer von tie­fer Skep­sis gegen jeden Ver­su­ch erfüllt ist, mit Karl dem Gro­ßen Geschichts­po­li­tik betrei­ben, soll­te jetzt doch nach Aachen fah­ren. Denn um das zu sehen, was er dort zu sehen bekommt, muss er son­st um die gan­ze Welt rei­sen.

    Sehr recht hat er übri­gens auch mit sei­ner Ein­lei­tung:

    Ohne Karl ver­ste­hen wir gar nichts.

  • Kom­men­tar zum deut­schen Ran­schmeiß-Jour­na­lis­mus | 11 Freun­de – Die 11 Freun­de sind mit der öffent­li­ch-recht­li­chen „Bericht­erstat­tung“ zur WM zu Recht nicht zufrie­den:

    Alle zwei Jah­re, bei den gro­ßen Tur­nie­ren, wird Deutsch­land zu Sch­land, einer Nati­on der Nar­ren. Den Fans sei die­ser Aus­nah­me­zu­stand ver­gönnt und ver­zie­hen. Die Sen­der und ihre Jour­na­lis­ten aller­dings dür­fen sich davon nicht mit­rei­ßen las­sen. Denn was geschieht etwa, wenn die Natio­nal­mann­schaft doch noch früh­zei­tig aus­schei­det – ein Sze­na­rio, das nach nur einem Spiel und der beglei­ten­den Schwär­me­rei noch unwahr­schein­li­cher erscheint, als dass Joa­chim Löw mal schlecht ange­zo­gen ist? Für die­sen Fall braucht es kri­ti­sche Ana­ly­sen und har­te Fra­gen. Und kei­ne wei­nen­den Jour­na­lis­ten am Pool.

  • Why ‚Game of Thro­nes‘ Isn’t Medieval—and Why That Mat­ters – Paci­fic Stan­dard: The Sci­en­ce of Socie­ty
  • The­sen­an­schlag: Schwang Luther 1517 tat­säch­li­ch den Ham­mer? – FAZ – Mar­tin Luthers The­sen­an­schlag von Wit­ten­berg ist sicher der berühm­tes­te, aber längst nicht der ein­zi­ge: Eine Geschich­te des Anschla­gens von Zet­teln an Kir­chen.
  • Die Ver­öf­fent­li­chungs­form der Zukunft? Mein Lösungs­vor­schlag: Ein Auf­satz in Baum- und Ebe­nen­struk­tur. | Mit­tel­al­ter – eine schö­ne idee, die chris­ti­an schwa­de­rer da ent­wi­ckelt hat …

Ins Netz gegangen (27.2.)

Ins Netz gegan­gen am 27.2.:

Grundrechnen für Journalisten

Heu­te bei faz.net, wahr­schein­li­ch auch auf dem Papier:

Ein Bei­spiel: Am Ewig­keits­sonn­tag 2010 wur­den in der EKHN zuguns­ten Demenz­kan­ker und der Hos­piz­ar­beit ins­ge­samt rund 201.300 Euro gesam­melt. Davon lag der Durch­schnitt je Mit­glied im Deka­nat Gla­den­bach bei 175 Euro, im Deka­nat Kron­berg hin­ge­gen bei 114, im Deka­nat Wies­ba­den bei 107, und in den Frank­fur­ter Deka­na­ten nur bei 85 Euro. 

Da müss­te man schon beim ers­ten Bli­ck stut­zig wer­den: Eine Durch­schnitts­kol­lek­te je Mit­glied von 175 Euro? Das wäre ja der pure Wahn­sinn. Wenn man mal nach­rech­net: Das Deka­nat Gla­den­bach hat laut eige­ner Web­sei­te mehr als 35.000 Mit­glie­der (von denen nur 2.500 in den Got­tes­dienst kom­men). Also: 35.000*175€ = 6.125.000€. Also gering­fü­gig mehr als die Gesamt­sum­me der Lan­des­kir­che von 201.3000 €. Selbst wenn man nur die Got­tes­dienst­be­su­cher nimmt (der Ein­fach­heit hal­ber neh­men wir die Zahl, die das Deka­nat ver­öf­fent­licht), funk­tio­niert die Rech­nung natür­li­ch noch nicht: 2.500*175€ = 437.500€ – mehr als dop­pelt so viel wie die Sum­me. Wahr­schein­li­cher wird es, wenn man den Durch­schnitt pro 1000 Mit­glie­der annimmt. Dann kämen aus dem Deka­nat Gla­den­bach 6.125€ – das scheint mir rea­lis­ti­sch.

So viel zum Qua­li­täts­jour­na­lis­mus für heu­te.

venedig: erste eindrücke

übers wochen­en­de (von don­ners­tag nach­mit­tag bis mon­tag mit­tag – also ein sehr groß­zü­gi­ges wochen­en­de) war ich in vene­dig – dank dani­el und sei­ner gast­freund­schaft im deut­schen stu­di­en­zen­trum dort eine sehr kos­ten­güns­ti­ge bil­dungrei­se.

heu­te nur ein paar ers­te ein­drü­cke, der kom­plet­te bericht kommt spä­ter.

die rei­se­zeit war opti­mal: für vene­zia­ni­sche ver­hält­nis­se war die stadt aus­ge­stor­ben. bis auf den abso­lu­ten kern­be­reich war es wirk­li­ch sehr leer – über­all. am mon­tag frei­li­ch nicht mehr ganz so sehr wie am frei­tag zuvor. die tem­pe­ra­tu­ren waren zwar nicht aus­ge­spro­chen ange­nehm, aber durch­aus erträg­li­ch. zumin­dest für einen heiß­blüt­ler wie mich. und das wet­ter war wun­der­bar: ganz viel son­nen­schein, ein biss­chen leich­te bewöl­kung, über­haupt kein nie­der­schlag. so konn­ten wir die stadt und ihre schät­ze herr­li­ch erlau­fen.

ach ja, das lau­fen: natür­li­ch bin ich auch in vene­dig jeden tag gelau­fen. aber das ist dafür eine unbarm­her­zi­ge stadt. gleich drei­fach: der boden ist immer nur stein. und wirk­li­ch nur. (na gut, eine win­zi­ge ecke gar­der­i­nie gibt es. viel wei­cher ist’s da aber auch nicht). und es gibt ein­fach kei­ne gera­de stre­cken: ecken, kan­ten, schar­fe kni­cke – die gas­sen sind schwer zu ren­nen. und dann noch­die kanä­le. d.h. die brü­cken dar­über. die stö­ren den rhyth­mus auch noch­mal gewal­tig. und wenn dann noch leu­te unter­wegs sind, wird es wirk­li­ch fast zum par­cour, das lauf­trai­ning.

aber des­we­gen war ich ja nicht dort. son­dern um vene­dig zu erle­ben und ken­nen­zu­ler­nen. das ist die stadt: ver­rückt. der reich­tum der ver­gan­gen­heit. und auch noch der gegen­wart. und dann zugleich auch der ver­fall: schon immer – zumin­dest aber lan­ge (man lese nur tho­mas mann) eine mor­bi­de stadt: liebt den tod. das ende. das ver­ge­hen. das ver­fal­len. so sieht es da auch aus: über­all brö­ckelt es. über­all ste­hen hal­be rui­nen rum, die noch bewohnt wer­den. sehr selt­sam. und dann dane­ben oder dar­in die präch­tigs­ten kul­tur­schät­ze.
die geschich­te: wahn­sinn. die­ses selbst­be­wusst­sein. bzw. die gran­dio­se selbst­über­he­bung und –ver­herr­li­chung. da ist jede kon­zern­zen­tra­le heu­te dreck dage­gen. und auch in dubai kann das nur schwer zu top­pen sein. und die dich­te an kunst – das ist ein­fach über­wäl­ti­gend. mir brummt jetzt immer noch der kopf von den gan­zen ein­drü­cken. das muss ich jetzt erst ein­mal alles noch men­tal sor­tie­ren. und hof­fent­li­ch bin ich noch halb­wegs in der lage, das aus­ein­an­der­zu­hal­ten …