Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Schlagwort: lesezeichen Seite 19 von 22

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Ins Netz gegan­gen (24.6.):

  • Inter­net-Über­wa­chung – Tou­ris­ten als unhy­gie­ni­sche Ter­ror­ver­däch­ti­ge – Süddeutsche.de – Jörg Häntzschel über die unmä­ßi­ge Angst vor dem Ter­ro­ris­mus und die Fol­gen für uns alle …

    Ver­führt von der Macht, die die gehei­men Über­wa­chungs­ap­pa­ra­te ihm ver­lei­hen, und vol­ler Angst, dass man ihm Ver­harm­lo­sung vor­wer­fen könn­te, wenn es doch ein­mal zu einem Anschlag kom­men soll­te, zwingt ihn die von ihm selbst ange­fach­te Ter­ror­angst dazu, sie wei­ter zu schüren.
    Spä­tes­tens in die­sem Moment, wo Tou­ris­ten und Geschäfts­leu­ten wie unhy­gie­ni­sche Ver­däch­ti­ge behan­delt wer­den, soll­te auf­fal­len, dass die Ter­ror­hys­te­rie nicht dem aus Hol­ly­wood bekann­ten Mus­ter Wir gegen die Ande­ren folgt. Die Ter­ror­angst taugt nicht zur Selbst­ver­si­che­rung, sie stellt bis hin­auf zum Prä­si­den­ten alle unter Verdacht.

  • Peer Stein­brück: Trä­nen lügen nicht – FAZ – Vol­ker Zas­trow, einer der bes­ten Autoren der FAZ, zeigt das „Pro­blem“ des Kanz­ler­kan­di­da­ten Peer Stein­brück in vol­ler Schärfe:

    Er war noch gar nicht in der Küche, wie man immer dach­te. Jeden­falls nicht am Herd, nicht in der stärks­ten Hit­ze. Einen Wahl­kampf zu ver­lie­ren, bedeu­tet nicht nur das Abwra­cken eines Anspruchs, son­dern auch die Dekon­struk­ti­on der Per­son – jeden­falls ihrer sozia­len Scha­le, jener dün­nen Schicht zwi­schen dem Ich und den Ande­ren, in der über­ein­stimmt, wie jemand gese­hen wird und wie er gese­hen wer­den will. Auf dem Par­tei­kon­vent soll­te sie wie­der­her­ge­stellt, es soll­te gezeigt wer­den, dass Stein­brück ganz anders ist, als er jetzt scheint. Man woll­te ihn „als Mensch“ vor­stel­len. Angeb­lich ist sein gan­zes Pro­blem, dass er nur noch als knor­ri­ger, kan­ti­ger, kau­zi­ger, kot­zen­der Kerl dar­ge­stellt und wahr­ge­nom­men wird.

  • Mög­li­ches Büch­ner-Por­trät: Pira­ten­be­ra­tung – FAZ – „Büch­ner, ein sin­gen­der Pirat?“ – über das kürz­lich auf­ge­fun­de­ne Por­trät, das August Hoff­mann 1833 gezeich­net hat – und das viel­leicht Georg Büch­ner zeigt oder auch nicht …

Ins Netz gegangen (19.6.)

Ins Netz gegan­gen (17.6.–19.6.):

  • Die Jour­na­lis­mus-Kata­stro­phe | Dr. Mut­ti – Die Jour­na­lis­mus-Kata­stro­phe (via Published articles)
  • Mus­ter­er­ken­nung: Für Algo­rith­men ist jeder ver­däch­tig | ZEIT ONLINE – Kai Bier­mann ord­net das Pro­blem von Über­wa­chungs­me­cha­nis­men wie Prism in der „Zeit“ rich­tig ein:

    Wer nichts zu ver­ber­gen hat, hat nichts zu befürch­ten? Nein, das ist eine Lüge. Denn weil die zugrun­de lie­gen­den Hand­lun­gen so all­täg­lich und die dar­aus gewo­be­nen Mus­ter so kom­plex sind, kann sich nie­mand die­ser Ras­te­rung ent­zie­hen. Es ist unmög­lich, bewusst fried­lich zu leben, um dem Staat und sei­ner Neu­gier aus dem Weg zu gehen. An sich harm­lo­se Ver­hal­tens­wei­sen kön­nen genü­gen, um über­wacht und ver­folgt zu wer­den. Es reicht, ähn­li­che Din­ge getan zu haben, wie ein Verbrecher. 

  • Jour­na­lis­ten in Ber­lin – Du kommst hier nicht rein – Süddeutsche.de – Ein selt­sa­mer Text von Ruth Schnee­ber­ger – irgend­wie beschwert sie sich, dass die Pro­mis auf Par­tys nicht mit den Jour­na­lis­ten reden wol­len – und scheint das schlimm zu fin­den, weil das doch irgend­wie das Recht der Jour­na­lis­ten ist … Aber die „schö­nen“ Bil­der nut­zen die Medi­en dann doch gerne …

    Der Trend in der Ber­li­ner Blitz­licht­sze­ne geht zur VIP-VIP-Par­ty. Gast­ge­ber laden zu illus­tren Ver­an­stal­tun­gen, doch die wirk­lich wich­ti­gen Gäs­te wer­den irgend­wann separiert.

  • Adress­comp­toir: FWF-E-Book-Libra­ry: Ein exqui­si­tes Ange­bot im Ver­bor­ge­nen – FWF-E-Book-Libra­ry: Ein exqui­si­tes Ange­bot im Ver­bor­ge­nen (via Published articles)
  • Wochen­ge­dicht #62: Elke Erb | Tages­Wo­che  – Rudolf Buss­mann kom­men­tiert das Wochen­ge­dicht in der Tages­wo­che, „Fol­gen“ von Elke Erb:

    Die Schluss­zei­le wäre dann als die leicht iro­ni­sche Erkennt­nis zu lesen, dass sich die Angst ver­selb­stän­digt hat und ohne kla­re Moti­ve ein­fach hin­ten­nach trot­tet – Spät­fol­ge weit zurück­lie­gen­der, im Dun­kel blei­ben­der Ursachen.

  • Für die­sen Text bin ich aus der SPD aus­ge­tre­ten « Mich­a­lis Pan­te­lou­ris – Für die­sen Text bin ich aus der SPD aus­ge­tre­ten (via Published articles)

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  • Kom­men­tar: Absur­der Rol­len­tausch in der Atom­po­li­tik – FAZ – Absurd. In der Tat. Aber das ist eben die hes­si­sche CDU-Regie­rung. Da gel­ten ein­fach ande­re Maßstäbe …

    Als die Züge noch regel­mä­ßig den lan­gen Weg nach Gor­le­ben zurück­leg­ten, warn­te nie­mand in Hes­sen vor den damit ver­bun­de­nen Gefah­ren; viel­mehr stell­te die Regie­rung zum Schutz der Trans­por­te Poli­zis­ten, die nach der jetzt gül­ti­gen Logik aku­ter Lebens­ge­fahr aus­ge­setzt wurden.

  • Wiki­Pe­da­lia – Wiki­pe­da­lia ist ein Pro­jekt zum Auf­bau einer fahr­rad­be­zo­ge­nen Enzy­klo­pä­die aus frei­en Inhalten.
  • BBC News – Why Fin­nish babies sleep in card­board boxes – Das sind die klei­nen Unter­schie­de: In Finn­land bekommt jede wer­de Mut­ter (wenn sie es möch­te) ein Box mit der Baby­erst­aus­stat­tung. In Deutsch­land bie­tet ein pri­va­tes Wirt­schafts­un­ter­neh­men – dm – ein paar Pro­zen­te Rabatt …

    And in addi­ti­on to all this, Pul­ma says, the box is a sym­bol. A sym­bol of the idea of equa­li­ty, and of the importance of children.

  • „Ich heu­le ja beim Schrei­ben“ – Lite­ra­tur – DIE WELT – Frie­de­ri­ke May­rö­cker, die Gran­dio­se, im Inter­view mit Paul Jandl über ihr dem­nächst erschei­nen­des neu­es Buch: „Es geht um den Wahn­witz der Spra­che, der Leser kann einem jetzt schon leidtun.“
  • loa­ding: Das IOC-Buch | Digi­ta­le Noti­zen – Jens Wein­reich erk­lä­te Dirk von Geh­len, war­um er sei­ne Recher­che zu den IOC-Wah­len per crowd­sour­cing finan­zie­ren möch­te. Das ist eine gute und wich­ti­ge Sache, die unbe­dingt Unter­stüt­zung erfor­dert – und für das Geld, das man dem sehr inte­gren Wein­reich vor­schießt, bekommt man ja auch etwas …

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  • Peter Kurz­eck zum Sieb­zigs­ten: Lebens­plan bis zum Lite­ra­tur­no­bel­preis – FAZ – Andre­as Platt­haus fin­det sehr empha­ti­sche Wor­te für sei­nen Geburts­tags­gruß an Peter Kurzeck:

    Es ist die­se Lie­be zur eige­nen Geschich­te, die Kurz­eck zu einem Erzäh­ler macht, der die­se Bezeich­nung wie kein Zwei­ter verdient.

  • Zum 70. Geburts­tag: Ein Ständ­chen für Peter Kurz­eck | hr​-online​.de – Ulrich Son­nen­schein reiht sich für den hr in die Rei­he der Gra­tu­lan­ten zu Peter Kurz­ecks 70. Geburts­tag ein:

    Nun wird er schon 70 und es gibt noch so viel zu erzäh­len. Von Peter Kurz­ecks gro­ßes Roman­pro­jekt „Das alte Jahr­hun­dert“, das in zwölf Büchern die letz­ten zwei Jahr­zehn­te des 20. Jahr­hun­derts auf­be­wah­ren soll, sind erst fünf erschie­nen. Und wer die Arbeits­wei­se von Peter Kurz­eck kennt, schaut mit ban­gem Blick auf das Pro­jekt und erkennt, dass es wahr­schein­lich Frag­ment blei­ben muss, so wie das Leben auch immer nur ein Frag­ment ist.

  • Ver­la­ge dros­seln Taschen­buch-Pro­duk­ti­on radi­kal – buch­re­port – Nicht nur die Tele­kom dros­selt ihr Ange­bot, auch die Ver­la­ge sind dabei:

    Ein so nied­ri­ger Novi­tä­ten­pe­gel wie in die­sem Juni wur­de jeden­falls in den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren nicht gemessen.

  • Johan­nes Brahms’ Bre­mer Tri­um­ph­lied: Ver­schol­le­nes Werk wie­der­ent­deckt -

    Musik­wis­sen­schaft­ler der Uni­ver­si­tät Bre­men haben das bis­lang ver­schol­len geglaub­te Noten­ma­te­ri­al der Urauf­füh­rung des Tri­um­ph­lie­des op. 55 von Johan­nes Brahms im Archiv der Phil­har­mo­ni­schen Gesell­schaft Bre­men wie­der­ge­fun­den. Anhand der his­to­ri­schen Abschrif­ten der Chor- und Orches­ter­stim­men und im Ver­gleich zur bekann­ten, spä­te­ren Fas­sung des groß­an­ge­leg­ten Werks ist es Pro­fes­sor Ulrich Tad­day und Kat­rin Bock gelun­gen, die Par­ti­tur der Urauf­füh­rung von 1871 voll­stän­dig zu rekonstruieren. 

    Das Ergeb­nis der mehr­mo­na­ti­gen For­schungs­ar­beit über­trifft alle Erwar­tun­gen der Wis­sen­schaft­ler. Die Kom­po­si­ti­on unter­schei­det sich so sehr von der bekann­ten, spä­te­ren Fas­sung, dass es gerecht­fer­tigt ist, sie als eigen­stän­di­ges Werk zu bezeich­nen: Die Bre­mer Fas­sung des Triumphliedes.

  • Der Wort­zer­tei­ler – taz​.de – Jörg Mage­nau in sei­nem aus­führ­li­chen Nach­ruf auf Wal­ter Jens:

    Jens sprach, um zu spre­chen, und berausch­te sich daran.

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  • Tage­buch­sei­ten von Hit­lers Chef-Ideo­lo­gen Rosen­berg gefun­den – Süddeutsche.de – Offen­bar sind wei­te­re Tei­le des Tage­buchs von Alfred Rosen­berg auf­ge­taucht – aber nichts genau­es weiß man nicht:

    Nun, fast 67 Jah­re nach Rosen­bergs Hin­rich­tung, tau­chen wei­te­re Papie­re auf: Wie die Nach­rich­ten­agen­tur Reu­ters berich­tet, lie­gen dem United Staa­tes Holo­caust Memo­ri­al Muse­um 400 Sei­ten vor. Mög­li­cher­wei­se stam­men die nun auf­ge­tauch­ten Papie­re von Kemp­ner oder aus dem Bestand von Kemp­ners Sekre­tär. Es soll sich um eine lose Samm­lung von Tage­buch­no­ti­zen han­deln, die Rosen­berg zwi­schen 1936 und 1944 abge­fasst hat.

  • Vene­dig – Venice, as ren­de­red by Otto­man admi­ral and car­to­grapher Piri Reis in his Kitab‑i Bah­ri­ye, a book of por­to­lan charts and sai­ling direc­tions pro­du­ced in the ear­ly 16th century
  • The Last Conundrum—Geek&Poke
  • Sibyl­le Berg zur Sprach­re­form an der Uni Leip­zig – SPIEGEL ONLINE -

    Das Abend­land geht in Deutsch­land immer sofort und irr­sin­nig schnell unter, wenn man eine Neue­rung wagt, etwas gegen das Gewohn­heits­recht unternimmt.

  • Ber­li­ner Stadt­schloss: Deut­sche Selbst­fei­er | ZEIT ONLINE – Armin Nas­sehi über den „Bau“ des „Ber­li­ner Schlosses“:

    Her­aus­ge­kom­men aber ist nun his­to­ri­sie­ren­der natio­na­ler Kleinmut

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  • Mau­ert Luther nicht ein! – DIE WELT – Der His­to­rik Heinz Schil­ling ist mit den bis­he­ri­gen Vor­be­rei­tun­gen des Refor­ma­ti­ons-Jubi­lä­ums 2017 nicht so ganz zufrieden …

    Die Kluft zwi­schen gegen­warts­ori­en­tier­tem Ver­kün­di­gungs­be­geh­ren und Ver­lan­gen nach his­to­ri­scher wie bio­gra­fi­scher Tie­fen­boh­rung ist zu über­brü­cken, will das Refor­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um nicht unter das hohe Niveau der auf das 20. Jahr­hun­dert bezo­ge­nen Gedenk­kul­tur unse­res Lan­des zurück­fal­len. Es geht um die eben­so simp­le wie fol­gen­rei­che Fra­ge, wie viel Wis­sen­schaft das Refor­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um braucht und wie viel Wis­sen­schaft es ver­trägt. Denn nur auf einer soli­den his­to­ri­schen Basis ist eine nach­hal­ti­ge Aus­ein­an­der­set­zung mit dem „pro­tes­tan­ti­schen Erbe“ in der euro­päi­schen Neu­zeit und glo­ba­len Moder­ne möglich.

  • „Es muss ja nicht alles von mir sein“ – DIE WELT – Lite­ra­tur – Frank Kas­par besucht Moni­ka Rinck und lässt sich von ihr erklä­ren und zei­gen, wie man heu­te Gedich­te schreibt, ohne pein­lich und ner­vend zu sein (was ihn anschei­nend ziem­lich über­rascht, dass das geht …):

    Wer in Moni­ka Rincks Tex­te ein­taucht, dem schwirrt bald der Kopf vor lau­ter Stim­men und Spra­chen, die dort frei zusam­men­schie­ßen. Deutsch, Eng­lisch, Fran­zö­sisch, Ita­lie­nisch und Pfäl­zisch, inne­re tref­fen auf äuße­re Stim­men, rhyth­misch Aus­ge­feil­tes auf bewusst gesetz­te Brü­che, Sprün­ge, Aus­ru­fe: Ha! Ach so! Hoho­ho! Die „Gischt der wirk­li­chen gespro­che­nen Spra­che“, die Wal­ter Ben­ja­min an Alfred Döb­lins Mon­ta­ge-Roman „Ber­lin Alex­an­der­platz“ so begeis­tert hat, gur­gelt zwi­schen den Zei­len und macht das Gewe­be leben­dig und beweglich.

  • Emme­rich Joseph von Breid­bach zu Bür­res­heim: Vor­kämp­fer der katho­li­schen Auf­klä­rung – FAZ -

    Emme­rich Joseph von Breid­bach zu Bür­res­heim, auch bekannt unter dem Spitz­na­men „Breit­fass von Schüt­tes­heim“ – angeb­lich trank er zu jeder Mahl­zeit sechs Maß Rhein­wein. Emme­rich galt als offen­her­zig und volks­nah, obwohl sei­ne Ansich­ten so gar nicht in Ein­klang mit dem wun­der­gläu­bi­gen Barock-Katho­li­zis­mus der kon­ser­va­ti­ven Land­be­völ­ke­rung stan­den. Er las Vol­taire und Dide­rot, wur­de schließ­lich zum bedeu­tends­ten Herr­scher der katho­li­schen Auf­klä­rung. Beson­ders sei­ne Schul­re­form wirk­te nach­hal­tig. Letzt­lich schuf die Ratio­na­li­sie­rung des Kur­main­zer Aus­bil­dungs­sys­tems die Grund­la­ge für die Revo­lu­ti­on in der Domstadt.

    Dass die Main­zer den Wein lie­ben, ist also nichts Neues …

  • Lebens­mit­tel­spe­ku­la­ti­on in der Frü­hen Neu­zeit – Wie Wet­ter, Grund­herr­schaft und Getrei­de­prei­se zusam­men­hin­gen | Die Welt der Habs­bur­ger – Nah­rungs­mit­tel­spe­ku­la­ti­on ist kei­ne Erfin­dung und auch nicht nur ein Pro­blem des 21. Jahr­hun­derts – wer hät­te es gedacht .…:

    Die Preis­stei­ge­run­gen waren jedoch nicht nur auf Wet­ter­ka­prio­len zurück­zu­füh­ren, auch das Ver­hal­ten der welt­li­chen und kirch­li­chen Grund­her­ren trug maß­geb­lich zum Anstieg der Getrei­de­prei­se bei. 

  • »Wie ein Rausch« | Jüdi­sche All­ge­mei­ne – Ein Inter­view mit dem Kla­vier­duo Tal & Groe­thuy­sen über Wag­ner, Alfred Pringsheim und Israel:

    Dar­in liegt auch die Leis­tung des Bear­bei­ters. Er steht ja stän­dig vor gro­ßen Fra­gen: Wie tei­le ich das auf? Wie kann ich mög­lichst viel vom Ori­gi­nal unter­brin­gen, sodass es plas­tisch ist, aber nicht über­la­den? Aber auch pia­nis­tisch rea­li­sier­bar? Und es hat sich her­aus­ge­stellt, dass Alfred Pringsheim, der eigent­lich Auto­di­dakt war, mit die inter­es­san­tes­ten und auch pia­nis­tischs­ten Lösun­gen gefun­den hat.

    Schön auch der Schluss­satz: „Und was Wag­ner angeht, sind wir jetzt wie­der für eine Wei­le bedient.“ – ich glau­be, das gilt nach die­sem Jahr für alle …

  • Adress­comp­toir: Auf der Suche nach Grill­par­zer – Hein­rich Lau­be irrt durch Wien:

    Grill­par­zer, wo bin ich über­all hin­ge­ra­then, um Dich zu finden!—erster Hof, zwei­te Stie­ge, drit­ter Stock, vier­te Thür! Es wir­beln mir noch die Beschrei­bun­gen im Kop­fe. Nach einer vor­mit­täg­li­chen Such­jagd stand ich end­lich in einer schma­len, öden Gas­se vor einem gro­ßen schweig­sa­men Hause

    Grill­par­zers über­ra­schend beschei­de­ne Woh­nung kann man übri­gens im städ­ti­schen Wien-Muse­um besich­ti­gen.

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  • 08. Michon und die Fak­ti­zi­tät des Fik­tio­na­len | Geschich­te wird gemacht – Achim Land­wehr denkt über die Fak­ti­zi­tät des Fik­tio­na­len nach – und über das „Pro­blem“ der Tren­nung die­ser bei­den Bereiche:

    Die Wahr­heit der Fik­ti­on ist abso­lut. Ein sol­cher Grad an Wirk­lich­keits­ver­dich­tung lässt sich nicht ein­mal in der tota­li­tärs­ten aller Dik­ta­tu­ren errei­chen. … Die Fra­ge danach, wer oder was denn nun Geschich­te macht, lässt sich erwar­tungs­ge­mäß auch nicht mit Blick auf die Fik­ti­on letzt­gül­tig beant­wor­ten. Aber wie auch immer die Ant­wort aus­fal­len soll­te, die fik­ti­ven Geschich­ten und Figu­ren dür­fen dabei nicht ver­ges­sen werden. 

    Inter­es­sant wird es dann, wenn die unter­schied­li­chen Sphä­ren der Wirk­lich­keit, die fak­ti­schen und die fik­tio­na­len, mit­ein­an­der in Kon­takt tre­ten und sich über­schnei­den. Denn die Fik­tio­nen sind bestän­dig dabei, unse­re Wirk­lich­keit zu ver­än­dern und zu infi­zie­ren: Nicht nur kommt die nicht-fik­tio­na­le Welt in der fik­tio­na­len vor, eben­so wer­den fik­tio­na­le Deu­tungs­an­ge­bo­te in unse­re außer­fik­tio­na­len Lebens- und Welt­ent­wür­fe importiert.

  • Lie­be in Wag­ners Opern: Was weiß Brünn­hil­de? | ZEIT ONLINE – Sla­voj Zizek zu Wag­ners Opern, mit einer inter­es­san­ten Theo­rie (bei der ich mir nicht sicher bin, ob sie nicht doch eini­ges zu viel außen vor lässt, um stim­mig sein zu können …):

    So para­dox dies klin­gen mag, soll­te man folg­lich die übli­che Sicht­wei­se, beim Ring hand­le es sich um ein Epos des heroi­schen Hei­den­tums (da sei­ne Göt­ter nor­disch-heid­ni­sche sind), wäh­rend der Par­si­fal für Wag­ners Chris­tia­ni­sie­rung stün­de, für sei­nen Knie­fall vorm Kreuz (um mit Nietz­sche zu spre­chen), umkeh­ren: Es ist viel­mehr der Ring, in dem Wag­ner dem christ­li­chen Glau­ben am nächs­ten kommt, wäh­rend Par­si­fal, höchst unchrist­lich, eine obs­zö­ne Rück­über­set­zung des Chris­ten­tums in das heid­ni­sche Ritu­al einer zykli­schen Erneue­rung der Frucht­bar­keit durch die Wie­der­erlan­gung des Königs insze­niert. Oft wird der – viel­leicht ja all­zu offen­sicht­li­che – Umstand über­se­hen, dass Wag­ners Ring das ulti­ma­ti­ve pau­li­ni­sche Kunst­werk dar­stellt: Sein zen­tra­les The­ma ist das Schei­tern der Herr­schaft des Geset­zes; und die Ver­la­ge­rung, die die inne­re Spann­wei­te des Rings am bes­ten zum Aus­druck bringt, ist die Ver­la­ge­rung vom Gesetz auf die Liebe.

    Gegen Ende der Göt­ter­däm­me­rung geschieht mit­hin Fol­gen­des: Wag­ner über­win­det sei­ne eige­ne, „heidnisch“-feuerbachsche Ideo­lo­gie der (hetero-)sexuellen Paa­res­lie­be als des Para­dig­mas der Lie­be. Brünn­hil­des letz­te Ver­wand­lung ist die von Eros zu Aga­pe, von der ero­ti­schen Lie­be zur poli­ti­schen Lie­be. Der Eros kann das Gesetz nicht wirk­lich über­win­den: Er kann ledig­lich in punk­tu­el­ler Hef­tig­keit ent­flam­men, als die momen­ta­ne Über­schrei­tung des Geset­zes, Sieg­munds und Sieg­lin­des Feu­er gleich, das sich sofort selbst ver­zehrt. Aga­pe hin­ge­gen ist das, was bleibt, nach­dem wir die Kon­se­quen­zen aus dem Schei­tern des Eros gezo­gen haben.

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  • Giro d’I­ta­lia 1988: Als star­ke Män­ner wein­ten – Über­sicht Nach­rich­ten – NZZ​.ch – Die NZZ erin­nert an eine Etap­pe des Giro vor 25 Jah­ren, in der die Sport­ler (bei­na­he) im Schnee ste­cken blie­ben und hat dazu eini­ge Stim­men der Rad­fah­rer gesam­melt – zum Bei­spiel Andy Hampsten:

    Spä­ter im Auf­stieg war’s so weit: Ich hör­te auf, Gott um Hil­fe anzu­fle­hen, statt­des­sen über­leg­te ich mir, ob ich mich auf einen Deal mit dem Teu­fel ein­las­sen soll­te, falls er hier und jetzt auf­tauch­te. Eine hal­be Mei­le vor dem Pass erhielt ich mei­nen Sack, der Wind blies so stark, dass ich das Velo kaum in der Spur hal­ten konn­te. Aber hät­te ich da ange­hal­ten, ich wäre wohl nie mehr wie­der los­ge­fah­ren. (…) In der Abfahrt muss­te ich erst die Brem­sen von Hand ent­ei­sen. Zum Glück war es in der Höhe eine Schot­ter­stras­se, auf der der Schnee nicht so schnell gefror wie auf Asphalt. Zuschau­er und Mecha­ni­ker rann­ten hin und her, im Unwis­sen, ob das Ren­nen über­haupt noch im Gang war. Ein Car­rera-Mecha­ni­ker trug die­sen tol­len Gore­tex-Ganz­kör­per­an­zug – was hät­te ich dafür gege­ben! Ich schau­te auf mei­ne Bei­ne, durch eine Schicht von Eis und Mas­sa­ge­öl leuch­te­ten sie knall­rot. Ich ent­schied, nicht wie­der hinzugucken. 

  • Grund­ge­setz für die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land [Doc­Patch] – Die­se Web­sei­te ermög­licht das Nach­voll­zie­hen aller Ver­än­de­run­gen am Grund­ge­setz für die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land seit sei­nem Inkraft­tre­ten im Jahr 1949. Es ent­hält den voll­stän­di­gen Geset­zes­text zuzüg­lich vie­ler Infor­ma­tio­nen, die damit in Ver­bin­dung ste­hen. Somit steht ein umfas­sen­des Werk zur Ver­fü­gung, die Ent­wick­lung der deut­schen Ver­fas­sung trans­pa­ren­ter zu machen.
  • Nach­ruf Sarah Kirsch: „Du bist nicht auf Erden“ | Kul­tur | ZEIT ONLINE – Sarah Kirsch war eine der bedeu­tends­ten deut­schen Lyri­ke­rin­nen. Ihr Rhyth­mus und ihr Stre­ben nach Auto­no­mie wer­den feh­len, schreibt der Schrift­stel­ler Jan Kuhlbrodt.
  • Guten­berg ePub Gene­ra­tor von Furt​mei​er​.IT – Gene­ra­tor – Die­ser Gene­ra­tor erzeugt aus den Spie­gel Guten­berg-Büchern Datei­en im ePub-For­mat, die Sie mit den meis­ten eBook-Rea­dern pro­blem­los lesen können.

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Ins Netz gegan­gen (20.5. – 21.5.):

  • „ADHS ist Fol­ge pro­fes­sio­nel­ler Ver­nach­läs­si­gung“ – der​Stan​dard​.at – Jes­per Juul im Stan­dard-Inter­view über ADHS-Diagnosen:

    Ein wesent­li­cher Unter­schied zwi­schen Kin­dern und Erwach­se­nen ist, dass Erwach­se­ne teil­wei­se in der Zukunft leben kön­nen. Sie kön­nen sagen: Jetzt arbei­te ich zwei Jah­re lang wie wahn­sin­nig, dann kön­nen wir uns das Haus, das Auto, was auch immer leis­ten. Kin­der kön­nen das nicht sagen, die leben im Hier und Jetzt. Des­halb ent­wi­ckeln sie sehr schnell Sym­pto­me, die zei­gen, dass unser Lebens­stil nicht passt. Sie fan­gen an, Nein zu sagen und trot­zig zu wer­den. Kin­der machen also genau das, was die Erwach­se­nen eigent­lich tun soll­ten. Die klas­si­schen Stress­sym­pto­me wie Blut­hoch­druck, Burn-out, Bezie­hungs­kri­se – das kommt bei Erwach­se­nen meist zeitverzögert.

  • CTS – con­ser­ve the sound – Coo­le Idee und schi­cke Umset­zung: “Con­ser­ve the sound” ist ein Online-Archiv für ver­schwin­den­de Geräu­sche. Die Geräu­sche eines Wähl­schei­ben­te­le­fons, eines Walk­mans, einer ana­lo­gen Schreib­ma­schi­ne, eines Münz­te­le­fons, eines 56k-Modems, eines Atom­kraft­werks oder sogar einer Han­dy­tas­ta­tur sind teil­wei­se schon ver­schwun­den oder ver­schwin­den gera­de aus dem täg­li­chen Leben. Beglei­tend kom­men Men­schen in Text- und Video­in­ter­views zu Wort und ver­tie­fen den Blick in die Welt der ver­schwin­den­den Geräusche.
  • Geo­guessr – der xkcd zum geo­guessr ist mal wie­der herrlich …
  • Eine Musik der Viel­spra­chig­keit – taz​.de – Die taz spricht mit Ger­not Böh­me über Klang, Musik, Geräusch und Krach (in) der Stadt.

    Es ist gera­de in die­sem Bereich, wegen der rasan­ten Ent­wick­lung von Tech­no­lo­gie, gar nicht abzu­se­hen, was noch auf uns zukommt. Des­halb möch­te ich lie­ber bei der Fra­ge blei­ben, um was geht es in der Gegen­wart. Ich wür­de hof­fen, dass die Poli­tik in Bezug auf den Klang der Städ­te und der Archi­tek­tur nicht bloß beim Lärm und beim Dezi­bel­wert ste­hen bleibt. Es muss viel mehr um den Cha­rak­ter der Sounds gehen. Da gibt es viel posi­ti­ve­re Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten. Lärm als sol­cher ist nicht das Übel, son­dern es geht um die Fra­ge: Was hören wir eigentlich.

Ins Netz gegangen (18.5.)

Ins Netz gegan­gen (18.5.):

  • Ein Gespräch mit dem Diri­gen­ten Tho­mas Hen­gel­b­rock: Anders gespielt, neu gehört – Richard Wag­ner Nach­rich­ten – NZZ​.ch -

    Letzt­lich ist Har­non­court der Diri­gent, der im 20. Jahr­hun­dert die gröss­ten Impul­se gesetzt hat.

    Schö­ner Schluss­satz im Inter­view mit Tho­mas Hen­gel­b­rock, in dem es eigent­lich um etwas ganz ande­res geht: um Instru­men­ta­tio­na, Tem­po und Klang bei Wag­ner, v.a. im „Par­si­fal“:

    Ich habe Wag­ners Anwei­sun­gen befolgt. Wenn Sie lesen, was er zur Auf­füh­rung sei­ner Wer­ke geschrie­ben hat, kön­nen Sie gar nicht anders als zur Erkennt­nis kom­men, dass der Text deut­lich und klar zu hören sein muss, sonst ver­fehlt man ein­fach den Sinn. […] Ich fin­de die Klang­ge­stalt beim «Par­si­fal» ganz ent­schei­dend. Sie macht das Werk gera­de­zu aus, sie hat sym­bo­li­schen, ja meta­phy­si­schen Cha­rak­ter. Wenn zum Bei­spiel die alten Holz­flö­ten mit ihrem azur­blau­en Klang ver­wen­det wer­den, dann ergibt sich für mich die­se meta­phy­si­sche Ver­bin­dung zum Him­mel; mit der moder­nen Metall­flö­te geht das nicht. Auch die­se dunk­le, war­me, sanf­te Far­be der Blech­blä­ser – das war auch für mich eine Überraschung.

  • Prof. Dr. Dun­kel­mun­kel: Ist die Zeit reif für Gruf­ti-Profs? – cspan­nagel, dun­kel­mun­kel & fri­ends (via Published articles)
  • Lyrik als Form für die Gegen­wart – Digital/​Pausen – Hans Ulrich Gum­brecht erklärt die Fas­zi­na­ti­on der Gegen­wart an der Lyrik bzw. lyri­schen For­men – und fängt dafür, wie immer weit aus­ho­lend, in der Anti­ke an. Aber ent­schei­dend ist dann doch nur der letz­te Absatz:

    Wer die Zeit auf­bringt, sich auf einen—sprachlich ja meist kom­ple­xen – lyri­schen Text zu kon­zen­trie­ren, der unter­bricht die heu­te eben­so end­los wie ziel­los ver­lau­fen­de Zeit­lich­keit des All­tags. Und ein sol­cher Ansatz zur Auf­merk­sam­keit wird beim Lesen oder Rezi­tie­ren eines Gedichts zu jener ande­ren, sozu­sa­gen archai­schen Auf­merk­sam­keit, wel­che zum Aus­set­zen der flie­ßen­den Zeit führt und zum Her­auf­be­schwö­ren von vor­her abwe­sen­den Din­gen und Stim­mun­gen. Lyrik als Form ist eine Signa­tur unse­rer Gegen­wart, weii sie für Momen­te das erhält und an das erin­nert, was die­ser Gegen­wart am meis­ten fehlt, näm­lich Form, Ruhe, Kon­zen­tra­ti­on und wohl auch Gelassenheit

  • Schnäpp­chen­rei­se in die Tür­kei: Lan­des­ty­pi­sche Geträn­ke sind im Preis inbe­grif­fen – FAZ – Tho­mas Stein­mark war für die FAZ eine Woche in der Tür­kei für den Preis von 199 Euro – und kommt mit einem schö­nen Fazit zurück:

    … wer sich die öko­no­mi­schen Bedingt­hei­ten die­ser Art von Rei­sen bewusst macht und die­se zu akzep­tie­ren bereit ist, wer sich stark genug fühlt, den oft­mals mas­siv vor­ge­tra­ge­nen Ver­kaufs­an­ge­bo­ten erfolg­reich Wider­stand zu leis­ten, der wird am Ende nicht ent­täuscht sein.

  • Das Rät­sel Mer­kel – Da hat Micha­el Spreng lei­der recht:

    Mer­kel ist eine Macht­tech­ni­ke­rin mit schwa­chem idea­lis­ti­schen Hin­ter­grund. Sie ist kei­ne Gestal­te­rin, außer der Gestal­tung ihrer poli­ti­schen Kar­rie­re und ihrer Macht. Sie macht sich – zumin­dest öffent­lich – kei­ne Gedan­ken über Deutsch­land in zehn Jahren. 

    Ihm selbst scheint wie mir auch eher unbe­greif­lich, war­um sie deshalb/​trotzdem so beliebt ist und immer wie­der gewählt wird …

  • Flur­na­men­at­las-Blog – Der Flur­na­men­at­las Baden-Würt­tem­bergs (?) bloggt auf tumblr

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