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Schlagwort: hessen

Hessische Mathematik und das Stöffsche

In Hes­sen wer­den jedes Jahr bei wei­tem nicht alle Äpfel gepflückt, sie ver­fau­len an den Bäu­men. Dabei zahl­ten Kel­te­rei­en zwi­schen 10 und 13 Euro pro Dop­pel­zent­ner Äpfel

schreibt die FAZ heu­te, nach­dem eini­ge hes­si­sche Kel­te­rei­en wohl dabei erwischt wor­den, auch „frem­des“ Obst zu ver­ar­bei­ten. Das hier ver­steck­te „Dabei“ muss man sich auf der Zun­ge zer­ge­hen las­sen: Ein Dop­pel­zen­ter hat 100 Kilo­gramm, dafür bekommt man gan­ze 10 Euro (manch­mal auch mehr, manch­mal auch weni­ger …). Dafür muss man die Äpfel­bäu­me haben, d.h. den Grund nicht anders­wei­tig nut­zen. Man muss die Bäu­me pflan­zen und lan­ge, lan­ge war­ten, bis so sein Baum einen Dop­pel­zen­ter gibt (zehn Jah­re wer­den kaum rei­chen). Man muss die Bäu­me pfle­gen (soll­te man zumin­dest, gut, das kann man sich viel­leicht spa­ren). Wenn man die Äpfel nicht aus einem Dor­nen­ge­strüpp auf­sam­meln will, muss man unter den Bäu­men mähen. Das geht oft nicht mit einem Trak­tor, son­dern nur mit einem Rasen­mä­her (den man auch haben soll­te). Man muss die Äpfel auf­le­sen. Einen Dop­pel­zen­ter schafft man auch nicht in zehn Minu­ten … Und, nicht zu ver­ges­sen, man muss sie auch noch zur Kel­te­rei brin­gen. Die sind näm­lich nicht bei den Bäu­men und die kom­men auch nicht vor­bei – das heißt, man braucht auch noch ein Fahr­zeug und Treib­stoff (Dop­pel­zen­tern­wei­se Äpfel mit dem Fahr­rad oder zu Fuß trans­por­tie­ren wür­de zwar fit machen, aber nicht sehr ertrag­reich sein …). Und dann darf man froh sein, wenn man 10 Euro für den Dop­pel­zen­ter Äpfel bekommt. Und da wun­dern die sich ernst­haft, dass das in einem der reichs­ten Län­der der Welt nicht mehr so vie­le machen wol­len?

(Und, nur so neben­bei: Ein Apfel­wein, der nach vier Wochen fer­tig ist – das geht doch auch nicht ohne Zusät­ze? Nor­ma­ler­wei­se dau­ert das eher vier Mona­te …)

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  • Gegner_​innen und poli­ti­sche Kon­flik­te | Aus Lie­be zur Frei­heit – Noti­zen zur Arbeit der sexu­el­len Dif­fe­renz – Ant­je Schrupp macht auf einen inter­es­san­ten Punkt der poli­ti­schen Dis­kus­si­on und Tätig­keit auf­merk­sam: Das Ver­schwin­den der Geg­ner­schaft:

    Mei­ner Ansicht nach geht es eher dar­um, die Kate­go­rie der „Gegner_​innenschaft“ wie­der bewusst in das poli­ti­sche Reper­toire auf­neh­men (das per­sön­li­che, das der eige­nen Grup­pe…), als zusätz­li­che Mög­lich­keit sozu­sa­gen, das eige­ne Ver­hält­nis zu ande­ren Akteu­rin­nen zu begrei­fen – neben den bei­den bereits gän­gi­gen Kate­go­rien von „Geht gar nicht/​ist dumm“ oder „Kann-man-tole­rie­ren“.

  • Tho­mas Meine­cke (F.S.K.) singt… – You­Tube – das ist Cool­ness: Tho­mas Meine­cke singt/​litaneit Dr. Arnold Fanck >
  • %post_​author%: Tho­mas Meine­ckes Clip/​/​Schule ohne Wor­te 1 – LOGBUCH (Suhr­kamp-Blog) – Die „Clip/​/​Schule“ von Tho­mas Meine­cke ist übri­gens eine aus­ge­spro­chen span­nen­de Sache (mit coo­lem Namen) >
  • Aus­stel­lung: Free Jazz in der DDR | ZEIT ONLINE – Chris­toph Dieck­mann nutzt die Gele­gen­heit der Aus­stel­lungs­er­öff­nung in Cott­bus, die Zeit-Leser über den Free Jazz in der DDR zu infor­mie­ren:

    Die Free Jaz­zer der DDR kom­mu­ni­zier­ten. Sie leb­ten Fan­ta­sie und Indi­vi­dua­li­tät. Sie wur­den kei­ne Opfer des Sys­tems. Statt Frei­heit ein­zu­kla­gen, nah­men sie sich Frei­heit und gaben sie an uns wei­ter. Das bleibt. Gelernt ist gelernt.

    Den West­mu­si­kern erschien die DDR als Free-Jazz-Para­dies. Daheim erfreu­ten sie ein paar Dut­zend Unent­weg­te, im Osten lausch­ten empha­ti­sche Men­gen. Gage gab es frei­lich nur in Mark der DDR. Mit die­sem „India­ner­geld“ war im Wes­ten wenig anzu­fan­gen. Man konn­te es im Reser­vat ver­sau­fen. Oder Instru­men­te kau­fen.

  • Mei­ne Hei­mat: Die­ses Stück Ger­ma­ny – FAZ
    Die „Oden­wald­höl­le“ – Anto­nia Baum lässt ihrem Hass auf den Oden­wald (hier das Weschnitz­tal, also fast schon Berg­stra­ße) frei­en Lauf …
  • Völ­ker­recht­ler über Spar­auf­la­gen: „Das ist Hartz IV für Euro­pa“ – taz.de
    Andre­as Fischer beklagt in der taz, dass die EU die Spar­auf­la­gen juris­tisch nicht kor­rekt ent­wi­ckelt und umge­setzt hat:

    Die „Memo­ran­den of Under­stan­ding“, die Ver­ein­ba­run­gen über die Kre­dit­auf­la­gen, grei­fen in eine gan­ze Rei­he von Grund- und Men­schen­rech­ten ein.

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  • Klau­su­ren und Sibyl­le Berg. | ats20.de – Han­jo anläss­lich einer Kor­rek­tur zu einem Kurz­text von Sibyl­le Berg:

    Merk­satz für die nächs­te Deutsch­ar­beit also: Autoren sind immer min­des­tens drei Grö­ßen­ord­nun­gen coo­ler als der Deutsch­leh­rer, der ihre Geschich­ten mit­bringt.

  • Vier Mode­ra­to­ren sind vier zuviel: Das TV-Duell—ein Vor­schlag zur Güte « Ste­fan Nig­ge­mei­er – Ste­fan Nig­ge­mei­er hat einen guten Vor­schlag, wie man Dis­kus­sio­nen zwi­schen Kanz­le­rin/-kan­di­da­ten span­nend machen könn­te:

    Ich hät­te einen Vor­schlag für eine neue, bes­ser Form des »TV-Duells«: Wir ver­zich­ten auf die Mode­ra­to­ren. Nicht nur auf zwei oder drei, son­dern auf alle vier.

  • Bil­dung: Die Stun­de der Pro­phe­ten | ZEIT ONLINE – Mar­tin Spie­wak zeigt in der „Zeit“, was an den The­sen, Behaup­tun­gen und For­de­run­gen von Hüt­her & Co. dran ist: Wenig bis nichts:

    Mit neu­ro­bio­lo­gi­scher For­schung hat das wenig zu tun. Genau genom­men kommt die Hirn­for­schung in Hüt­hers Vor­trä­gen kaum noch vor. Der Bio­lo­ge ver­traut auf die Magie, die Wör­ter wie „prä­fron­ta­ler Kor­tex“, „emo­tio­na­le Zen­tren im Mit­tel­hirn“ oder „neu­ro­plas­ti­sche Boten­stof­fe“ im Publi­kum ent­fal­ten. „Appli­ed Neu­ro­sci­ence“ nennt Hüt­her die­se inzwi­schen per­fek­tio­nier­te Kunst­form.

    Spä­ter heißt es noch, eben­falls sehr tref­fend:

    Doch mit Stu­di­en oder ande­rem päd­ago­gi­schen Klein-Klein schla­gen sich Gerald Hüt­her und die ande­ren Bil­dungs­pro­phe­ten nicht her­um. Umset­zungs­pro­ble­me, die end­lo­se His­to­rie didak­ti­scher Illu­sio­nen, die Wider­stän­dig­keit des Unter­richts­all­tags: für sie kein The­ma. Die Reform­jün­ger ver­kau­fen der Repu­blik statt­des­sen lie­ber ein­zel­ne Vor­zei­ge­ein­rich­tun­gen wie eine Ber­li­ner Pri­vat­schu­le als Leit­bild – dabei hat die­se bis­her noch nicht einen Jahr­gang durchs Abitur gebracht.

  • Land­tags­wahl: Hes­sen für Ein­stei­ger | ZEIT ONLINE – Lenz Jacob­sen war mit Hans Eichel in Hes­sen („Ein Dazwi­schen-Land, ein Redak­teur­salb­traum.“ nennt Jacob­sen das) unter­wegs und hat einen lau­ni­gen Text mit­ge­bracht, der sich vor allem dadurch aus­zeich­net, dass er fast kei­ne Infor­ma­ti­on beinhal­tet.

Tag der Schmerzen

Nach dem recht schö­nen und erfolg­rei­chen Guten­berg-Mara­thon war im Mai klar: Das ver­su­che ich nochmal—beim Hes­sen­tags­ma­ra­thon in Ober­ur­sel. Und das war heu­te. Der Mara­thon war nicht nur eine gute Gele­gen­heit für einen lan­gen Lauf, son­dern auch mal wie­der ein schö­ne Mög­lich­keit, ande­re Läu­fer zu treffen—vor allem die vom Twit­ter­lauf­treff, aber auch eini­ge ande­re, u.a. Petra von den Streak­run­nern und Andi vom MMM.

Zunächst hieß es aber: früh Auf­ste­hen. Sehr früh. Nach dem Schlaf­man­gel der letz­ten Woche hat­te ich zwei Tage hin­ter­ein­an­der kaum fünf Stun­den Schlaf—das zehrt dann doch irgend­wie. Immer­hin, die Anrei­se nach Ober­ur­sel von Mainz aus war pro­blem­los: Mit dem Fahr­rad schnell hin­über nach Mainz-Kasel, von dort um 5:34 Uhr (!) mit der S9 nach Frank­furt, und dann wei­ter mit der S5 nach Ober­ur­sel—die war heu­te mor­gen ein rich­ti­ger Läu­fer­zug …

In Ober­ur­sel folg­te dann ein kur­zer Fuß­marsch zur Sport­hal­le der Grund­schu­le Mit­te (gera­de recht­zei­tig zum Hes­sen­tag fer­tig gewor­den, wie ich von einem Ein­hei­mi­schen erfah­re) und der „Check-In“, also Start­num­mer abho­len, Hand­tuch des Spon­sors DAK in Emp­fang neh­men (mit selt­sa­men Abmessungen—wofür das wohl gedacht ist?) und natür­lich der obli­ga­to­ri­sche Gang zur Toi­let­te. Dort war @speedrob etwas erstaunt, dass ich ihn in der War­te­schlan­ge anquat­sche ;-)

Dann, beim Umzie­hen, das Tref­fen mit den ande­ren Läu­fern von Twit­ter­lauf­treff, Vor­stel­len, etwas Quat­schen und den Lauf vor­be­rei­ten. Nach dem Abge­ben des Klei­der­beu­tels (mit extra „Gadero­ben­num­mer“) wie­der ein kur­zer (sehr kur­zer) Fuß­weg zum Start—so weit, so gut alles. Am Start konn­ten wir dann noch Joe Kel­ly bei der Pres­se­ar­beit zuschau­en und lan­de­ten unver­se­hens ganz vor­ne in der Start­auf­stel­lung, weil der Start wei­ter hin­ten ist als wir dach­ten. Das hat­te aber schon sei­ne Rich­tig­keit, speedrob trug schließ­lich die Start­num­mer 1.

Und super­pünkt­lich geht es los—ganz unspek­ta­ku­lär, ohne Start­schuss, set­zen sich die 400 ?)Mara­tho­nis und die Start­läu­fer der 80 Mara­thon-Staf­feln um 8 Uhr in Bewe­gung. Die Halb­ma­ra­tho­nis durf­ten län­ger schla­fen, deren Start ist erst um 9:15 (bei fast 1000 Anmel­dun­gen eine sin­vol­le Lösung—auch wenn ich mir sicher bin, dass ich mich noch für 9 Uhr ange­mel­det hatte—bei 8 Uhr hät­te ich wohl län­ger über­legt …). Der Mara­thon beginnt mit einer kur­zen Run­de durch die Stadt, einer klei­nen Schlei­fe auf den ers­ten bei­den Kilo­me­tern. Und dann geht es in den Wald—und gleich mal berg­auf. Nicht so sehr schlimm, noch sind die Bei­ne frisch. Aber es bleibt ja nicht der letz­te Anstieg.

Die Run­de führt uns im Zick­zack (zumin­dest emp­fin­de ich das so, auf der Kar­te sieht das gar nicht so schlimm aus) über eine Bogen durch die Wäl­der des Tau­nus­ran­des von Oberursel—ganz nett eigent­lich, da. Am Rand tou­chie­ren wir auch mal kurz zwei zu Ober­ur­sel gehö­ren­de Dör­fer. Und vor allem: Es geht immer auf und ab. Wirk­lich eben ist—zumindest in mei­ner Erinnerung—keine 10 % der Stre­cke. Meist ist es nicht so sehr steil (obwohl es auch eini­ge schon hef­ti­ge­re An– und Abstie­ge gibt), aber auch das macht sich bemerk­bar. So rich­tig fit fühl­te ich mich dabei von Anfang an nicht, ein­fach etwas schlapp und nicht so kna­ckig. Noch ist das aber über­haupt kein Pro­blem, so nach und nach fie­len die Kilo­me­ter.

Dann taucht auch schon die ers­te Ver­pfle­gungs­stel­le auf: Also kurz Was­ser fas­sen. Danach geht es über eine sehr schma­le Brü­cke und ein kur­zes Pfad­stück wei­ter durch den Wald. Bald folgt dann auch die kur­ze Wen­de­punkt-Stre­cke, bevor es wie­der hin­ab geht nach Ober­sted­ten, um das wir einen klei­nen Bogen schla­gen, bevor die zwei­te Ver­pfle­gung erreicht ist, die zugleich auch Staf­fel­wech­sel­zo­ne ist. Dann kommt ein ganz net­tes Stück­chen, am Feld­rand, und dann durch die Tan­nen­al­le zum Goti­schen Haus, wo es—wieder einmal—im Wald berg­auf geht. Und da gings los: Der Magen krampft. Wie­so ist mir völ­lig unklar, das macht er sonst ja auch nicht bei mir. Es wird zwar immer wie­der bes­ser, aber auch immer wie­der schlech­ter: So ganz los wer­de ich das nicht mehr.

Über lan­ge Gera­den kom­men wir wie­der zum Nadel­öhr der Stre­cke bei der Ver­pfle­gungs­stel­le. Da kom­men mir nicht nur die füh­ren­den Halb­ma­ra­tho­nis ent­ge­gen, son­dern auch schon der ers­te Marathon—ein beacht­li­ches Tem­po hat er drauf, er wird mit einer sehr guten 2:39 ins Ziel kom­men. Die Ver­pfle­gung ist in die­ser Rich­tung etwas unprak­tisch, direkt am Aus­gang der Sta­ti­on geht’s näm­lich steil hoch auf die Hohe Mark. Gut, das lässt sich alles deich­seln, noch machen die Bei­ne mit. Aber ein ande­res Pro­blem taucht auf und wird nach der Hohen Mark, auf dem sanf­ten Berg­ab-Stück, doch deut­lich zu einem Pro­blem: Mein Kreis­lauf soli­da­ri­siert sich mit dem Magen und fängt auch schon zu spin­nen. Das hat­te ich ja noch nie … Das sind kei­ne wirk­lich erns­ten Pro­ble­me, aber immer wie­der wird mir zeit­wei­se etwas schumm­rig im Kopf, etwas unan­ge­nehm fühlt sich das beim Lau­fen an. Vielleicht/​hoffentlich liegt das am Schlafmangel—mein Kör­per und mein Geist ist müde, die wol­len jetzt nicht auch noch einen Mara­thon lau­fen. Da ich ja nichts ris­kie­ren will, heißt das: Immer wie­der Tem­po raus neh­men. So lang­sam fin­den die Bei­ne das auch eine akzep­ta­ble Idee. Auf den letz­ten Kilo­me­tern der ers­te Hälf­te erwä­ge ich sogar, Schluss zu machen—mir ist das alles zu selt­sam heu­te. Aber dann siegt doch wie­der die Unver­nunft und der Kampf­geist ;-)

Vor­erst geht es aber wei­ter berg­ab, zurück nach Ober­ur­sel. An den Orts­rand kom­men wir beim Krei­sel nach einem kur­zen Was­ser­fas­sen durch die Wen­de in die zwei­te Run­de nach 22 Kilo­me­ter. Ich habe für die ers­te Hälf­te (also den Halb­ma­ra­thon) so ca. 1:57 gebraucht—gar nicht so schlecht eigent­lich. Aber wohl doch zu schnell. Denn berg­auf wird es zur jetzt immer mehr Qual. Mei­ne drei Pro­ble­me des Tages addie­ren sich: Die erst Geh­pau­se ist nach 23 Kilo­me­tern am Berg fäl­lig. Und sie bleibt nicht die letz­te. Denn der Magen grum­melt und krampft immer öfter—so rich­tig viel Spaß macht das nicht mehr. Die Geh­pau­sen häu­fen sich—alle Anstie­ge bewäl­ti­ge ich so: Die höhe­re Anstren­gung des Berg­auf-Lau­fens mag näm­lich weder Kreis­lauf noch Magen noch tole­rie­ren. Aber es geht wei­ter. Und so lang­sam wer­den die Zah­len auf den Kilo­me­ter­schil­dern höher, irgend­wann steht auch mal eine 3 vor­ne. Aber dann noch ein­mal der lan­ge, sanf­te Anstieg, vor­bei am Goti­schen Haus, hoch in den Wald. Das zieht sich jetzt ver­dammt lan­ge … Vor allem zieht es sich bis zur nächs­ten Ver­pfle­gungs­stel­le. Da ver­su­che ich, ob Cola (neh­me ich ger­ne kurz vor Schluss) heu­te ok ist—es scheint zumin­dest nichts zu ver­schlim­mern. Dann der letz­te stei­le Hang hoch zur Hohen Mark, die letz­ten 4,5 Kilo­me­ter … Inzwi­schen mag mein Forerun­ner die­ses elen­de Gewür­ge, das ich jetzt Lau­fen nen­ne, mehr mit anse­hen und pro­to­kol­lie­ren und hat sich abge­schal­tet (offen­bar hat er sich in der Nacht mal wie­der selb­stän­dig angestellt—gestern abend war der Akku voll).

Und dann end­lich Kilo­me­ter 40, der letz­te Abstieg nach Ober­ur­sel. Jetzt noch ein­mal alles mobi­li­sie­ren, um lau­fend ins Ziel zu kom­men! Das gelingt auch, die Uhr steht bei 4:24 irgend­was. Das ist—mit Abstand—meine schlech­tes­te Zeit. Ange­fühlt hat sie sich aber ver­dammt hart—der Hes­sen­tags­ma­ra­thon kam mir vor wie der här­tes­te Mara­thon in mei­ner Samm­lung bis­her. Das lag aber nicht nur an mei­ner wack­li­gen Kon­sti­tu­ti­on heu­te, son­dern natür­lich auch am feh­len­den Training—irgendwann merkt man’s halt doch ;-)

Im Ziel habe ich erst­mal ordent­lich gebechert—Wasser, Apfel­saft, eine Banane—und das obli­ga­to­ri­sche Bier. Dann bin ich zurück in die Grund­schu­le gewan­dert, geduscht und umge­zo­gen (alles problemlos—kaltes Was­ser ist ja ok, so lan­ge es noch nass macht), das Finis­her-Shirt abge­holt und die ande­ren wie­der­ge­trof­fen. Zumin­dest einen Teil …—die meis­ten Halb­ma­ra­tho­nis waren des War­tens schon über­drüs­sig gewor­den … Tja, und das war’s ja dann auch schon wie­der: Ab zum Bahn­hof und heim—genug geschafft für heu­te.

Der Aus­rich­ter TSG Ober­ur­sel hat mit dem Hessentagsmarathon—immerhin das ers­te Mal, dass er stattfand—eine ordent­li­che Arbeit geleis­tet. Die Orga­ni­sa­ti­on war ins­ge­samt sehr zuver­läs­sig und gut (schön auch die sehr aus­führ­li­che „Vor­be­rei­tungs-E-Mail“ mit allen wesent­li­chen Daten zum Ablauf), die Stre­cke per­fekt aus­ge­wie­sen und abge­sperrt, die Kilo­me­ter alle schön mar­kiert, eine Men­ge Hel­fer waren unter­wegs. Des­halb die fol­gen­de Kri­tik bit­te nicht zu hoch hän­gen: Eine Ver­pfle­gungs­sta­ti­on mehr auf der Run­de wäre nicht ver­kehrt gewe­sen, die Abstän­de waren grenz­wer­tig (und ich habe gehört, für man­che auch schon zu groß—es gab wohl den einen oder ande­ren Pro­blem­fall). Für die Mara­tho­nis hät­te ich mir—z.B. am Krei­sel bei der Wende—auch ein paar Bana­nen oder so gewünscht: Der Start war recht früh, nicht jeder hat vor­her wirk­lich aus­gie­big gefrüh­stückt. Und dann habe ich noch nie bei einem Lauf, ob Mara­thon oder weni­ger, so wenig Sani­tä­ter gesehen—nämlich eigent­lich nur an einer Stel­le und im Ziel. Viel­leicht stan­den die in Bereit­schaft gut ver­steckt, aber das hat mich schon gewun­dert. Sicher, bis auf einen Abschnitt im Wald waren die Hel­fer ziem­lich gut ver­teilt und sehr prä­sent, so dass es nicht all­zu schwie­rig gewe­sen wäre, Hil­fe anzu­for­dern.

Schön war aber auch: Es gab erstaun­lich viel Stim­mung für so eine ein­ma­li­ge, erst­ma­li­ge Veranstaltung—klar, das meis­te war im Wald, aber in den bewohn­ten Gebie­ten gab es viel Anfeue­rung für die Läu­fer. Und inter­es­sant: Die Staf­feln waren erstaun­lich langsam—da sind tat­säch­lich eini­ge mit und nach mir ins Ziel gekom­men. Ich hat­te eigent­lich erwar­tet, dass die spä­tes­ten­snach 3,5 Stun­den alle durch wären.

doch noch ein kommentar zur landtagswahl in hessen

zwar schon kurz vor zu spät, dafür aber auch nicht von mir, son­dern von extra-drei:

(via text­und­blog)

hessentag 2007

ges­tern, an fron­leich­nam, war ich schon wie­der mit der hans-von-der-au-grup­pe unter­wegs: nach der zvo­len-fahrt haben sie mich gleich wie­der in beschlag genom­men – und ich habe mich ger­ne in beschlag neh­men las­sen. die­ses mal ging es nach butz­bach zum dies­jäh­ri­gen hes­sen­tag. die fahrt war ein wenig umständ­lich und bescher­te uns eine klei­ne rund­tour durch den oden­wald: von erbach ging es erst ein­mal nach zell, wei­te­re leu­te ein­sam­meln. und dann noch über rei­chels­heim nach bens­heim, um für die bezirk­s­tanz­grup­pe hes­sen-süd der hvt noch tän­zer abzu­ho­len – das pas­sier­te dann auch noch in mör­fel­den. von dort dann aber die auto­bahn hoch nach butz­bach. aber der abfahrt stau­te es natür­lich. aber wir waren noch recht­zei­tig am zelt „tra­ch­ent­land hes­sen” der hvt. dort, in der reins­ten sau­na, muss­ten wir uns dann erst ein­mal in die tracht wer­fen, um auf der büh­ne so rich­tig schön ins schwit­zen zu kom­men. wir musi­ker hat­ten außer­dem noch die schö­ne auf­ga­be, für die tän­zer der hvt-bezirk­s­tanz­grup­pe eine spe­zi­al-ver­si­on der kerb-suite zu beglei­ten. immer­hin hat­te ina noch noten auf­trei­ben kön­nen – sonst hat das bei uns eigent­lich immer rai­ner mehr oder weni­ger allei­ne gemacht. die noten stimm­ten natür­lich nur halb, ein ewi­ges hin- und her­ge­sprin­ge. beim ers­ten mal hat der auf­marsch dann auch nciht so ganz rei­bungs­los geklappt. aber wir durf­ten das gan­ze pro­gramm ja spä­ter noch ein zwei­tes mal auf­füh­ren – und da lief es dann doch ganz gut. inzwi­schen waren wir auch vom musi­zie­ren schön nass­ge­schwitzt – das able­gen der tracht hat­te höchs­te prio­ri­tät nach dem auf­tritt … dann hat­ten wir immer­hin noch genü­gend zeit, den hes­sen­tag schlen­dernd zu erkun­den. da war – immer­hin war fei­er­tag und herr­li­ches som­mer­wet­ter – eine men­ge los. aber so ganz kapie­re ich das prin­zip hes­sen­tag immer noch nicht: irgend­wie fehlt mir da der cha­rak­ter – das ist bloß eine ziem­lich lan­ge rei­hung von stän­den mit essen und trin­ken und ein wenig krims­krams. aber wie­so und wes­halb? irgend­wie scheint es mir schon, als hät­te sich die idee hes­sen­tag so lang­sam erle­digt – das geld lie­ße sich doch sicher­lich ver­nünf­ti­ger ein­set­zen. aber viel­leicht ent­geht mir da ja auch etwas wesent­li­ches … immer­hin hat­ten wir auf der rück­fahrt kei­nen stau, so dass wir – natür­lich wie­der mit umwe­gen – halb­wegs pün­kltich um vier­tel nach neun in erbach anka­men. und das war dann eine schö­ne zeit für eine drei­se­en­tal-run­de in der däm­me­rung – warm genug war’s lei­der immer noch.

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