Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Schlagwort: geschichte Seite 4 von 8

Ins Netz gegangen (12.10.)

Ins Netz gegan­gen am 12.10.:

  • Lite­ra­tur-Nobel­preis: Georg Diez über Patrick Modia­no und Lutz Sei­ler – SPIEGEL ONLINE – georg diez hadert mit dem „ästhe­ti­schen und stru­ku­rel­len kon­ser­va­tis­mus der buchbranche“:

    Das ist der Hin­ter­grund, vor dem der ästhe­ti­sche Kon­ser­va­tis­mus eines Romans wie „Kru­so“ zele­briert wird und erklär­bar wird: der digi­ta­le, wirt­schaft­li­che, mög­li­cher­wei­se auch poli­ti­sche Epo­chen­bruch. Die­ser Roman, der Roman an sich, so wie er gera­de defi­niert wird, ist damit vor allem eine Schutz­be­haup­tung der Erinnerung. 

  • Peter Kurz­eck: Der Mann, der immer gear­bei­tet hat – der stroem­feld-ver­lag wird/​will wohl alles, was kurz­eck hin­ter­las­sen hat, zu geld machen. bei einem autor, der der­ma­ßen fast manisch kor­ri­gier­te und ver­bes­ser­te bis zum schluss, hal­te ich frag­ment-aus­ga­ben ja nur für mäßig sinn­voll (und es ist ja nicht so, als gäbe es nicht genug kurz­eck zu lesen …). aber trotz­dem freue ich mich und bin gespannt, was da noch kommt in den nächs­ten jahren

    Und dann sind da noch die Notiz­zet­tel, die Kurz­eck zu Mate­ri­al­samm­lun­gen zusam­men­ge­stellt hat, mit Titeln wie „Stau­fen­berg II“ und „Stau­fen­berg III“. Sie dien­ten ihm zur Arbeit an „Kein Früh­ling“ und „Vor­abend“, zei­gen aber auch, dass „Ein Som­mer, der bleibt“, das ers­te der erfolg­rei­chen Erzähl-Hör­bü­cher, die Kurz­eck seit 2007 ein­sprach, schrift­li­che Vor­stu­fen gehabt hat. Mit­ten­drin ein Notiz­zet­tel, der wie der Anfang von allem anmu­tet: „Das Dorf steht auf einem Basalt­fel­sen eh + je. Jetzt soll es das Dorf wer­den (sein) + liegt uner­reich­bar im Jahr 1947, im Abend.“ Uner­reich­bar. Das Ver­gan­ge­ne wie­der erreich­bar zu machen, hat Kurz­eck bis zuletzt ver­sucht. Los­se erin­nert sich an eine Bemer­kung des Autors im Frank­fur­ter Kran­ken­haus: „Wir hät­ten noch mehr arbei­ten müs­sen.“ An der Prä­sen­ta­ti­on des­sen, was fer­tig gewor­den ist, arbei­tet Kurz­ecks Verlag.

  • Schat­ten­bi­blio­the­ken: Pira­te­rie oder Not­wen­dig­keit? – sehr span­nend: In gewal­ti­gen, frei zugäng­li­chen Online-Daten­ban­ken ver­brei­ten anony­me Betrei­ber wis­sen­schaft­li­che Lite­ra­tur, ohne Beach­tung des Urhe­ber­rech­tes. Doch die digi­ta­len Samm­lun­gen sind nicht nur Pira­te­rie, sie wei­sen auch auf gro­ße Ver­säum­nis­se der Wis­sen­schafts­ver­la­ge hin – sagt der unga­ri­sche Pira­te­rie-For­scher Balázs Bodó. Im Inter­view mit der Jour­na­lis­tin Miri­am Ruhen­stroth erklärt er, wie­so die Schat­ten­bi­blio­the­ken in Ost- und Mit­tel­uro­pa so gefragt sind und wie das Pro­blem zu lösen wäre.
  • Mari­hua­na: Die selt­sa­me Ver­fol­gung der nüch­ter­nen Kif­fer | ZEIT ONLINE -

    Wer kifft, gefähr­det den Stra­ßen­ver­kehr. Auch ohne Rausch, jeder­zeit. Das glau­ben zumin­dest Behör­den. Sie ent­zie­hen selbst nüch­ter­nen Taxi­kun­den den Füh­rer­schein. […] Behör­den haben anschei­nend Gefal­len dar­an gefun­den, über den Umweg des Ver­wal­tungs­rechts, eigen­mäch­tig ein biss­chen für Ord­nung unter Can­na­bis-Kon­su­men­ten zu sorgen.

  • xkcd: The Sake of Argu­ment – xkcd über’s Argu­men­tie­ren: The Sake of Argument
  • Ado­be is Spy­ing on Users, Coll­ec­ting Data on Their eBook Libra­ri­es – The Digi­tal Rea­der – ado­be spio­niert mit digi­tal edi­ti­ons 4 die nut­zer aus: im klar­text (!) wer­den nicht nurin de4 geöff­ne­te bücher mit ihren meta­da­ten und denen der lese­rin über­tra­gen, son­dern de4 durch­sucht auch ohne sich das geneh­mi­gen zu las­sen den gesam­ten com­pu­ter nach irgend­wel­chen ebooks (auch sol­chen, die nicht in de4 benutzt wer­den), um deren daten eben­falls an ado­be zu sen­den. grausam.
  • Ego­is­ti­sche Zwei­sam­keit: Ersatz­re­li­gi­on Lie­be – Men­schen – FAZ – mar­kus gün­ther über die „ersatz­re­li­gi­on lie­be“, die sich in letz­ter zeit immer mehr aus­brei­tet (und abso­lut setzt):

    Zu den Kol­la­te­ral­schä­den der Ersatz­re­li­gi­on Lie­be gehö­ren aber auch die vie­len Men­schen, die allein sind. Ihr Leben wird als defi­zi­tär wahr­ge­nom­men. Man ver­mu­tet, dass etwas mit ihnen nicht stimmt. Dass jemand frei­wil­lig einen ande­ren als den Weg in die Part­ner­schaft geht, ist schlech­ter­dings unver­ständ­lich. Dass jemand einen geeig­ne­ten Part­ner nicht gefun­den hat, gilt als sein ganz per­sön­li­ches Ver­sa­gen. So oder so, er hat von sei­ner Umwelt bes­ten­falls Mit­leid zu erwarten.
    […] Ist der Mythos Lie­be nicht wenigs­tens dafür gut, den Men­schen aus sei­nem Ego­is­mus her­aus­zu­füh­ren? Ist die Sehn­sucht nach Part­ner­schaft nicht immer noch bes­ser als die Selbst­sucht? Die Ant­wort lau­tet: Die­se Art der Lie­be ist nur schein­bar eine Über­win­dung der eige­nen Gren­zen. In Wahr­heit han­delt es sich um eine Fort­set­zung der Ich-Bezo­gen­heit mit ande­ren Mit­teln, denn die Trieb­kraft, die wirkt, ist ja, wenn man ehr­lich ist, gar nicht der Wunsch zu lie­ben, son­dern der, geliebt zu werden.

  • Deut­scher His­to­ri­ker­tag: Die The­se vom Son­der­weg war ja selbst einer – jür­gen kau­be berich­tet sehr lau­nig, poin­tiert (und mit gemei­nen, natür­lich abso­lut fehl­ge­lei­te­ten sei­ten­hie­ben gegen die ger­ma­nis­tik …) vom göt­tin­ger historikertag:

    Man kann ver­mut­lich lan­ge war­ten, bis zum ers­ten Mal ein Ban­kier, eine Schrift­stel­le­rin oder ein Aus­län­der den His­to­ri­ker­tag eröffnet.

    Wäre es nicht an der Zeit, ein­mal zum The­ma „Ver­gan­gen­heit“ zu tagen?

    Eine sinn­vol­le Ein­heit des­sen, was die His­to­ri­ker tun, die sich durch alle ihre For­schun­gen zöge, gibt es nicht. Und wenn die Göt­tin­ger Stich­pro­be nicht täusch­te, dann gibt es nicht ein­mal Haupt­li­ni­en oder Trends.

  • Wil­der Kai­ser extre­me on Vimeo – wohl das ver­rück­tes­te video, das ich in letz­ter zeit sah (fahr­rad­fah­ren kann man die­sen stunt aller­dings kaum noch nen­nen. und ver­nünf­tig ist natür­lich auch etwas ganz anderes …)
  • Aus­wüch­se des Regie­thea­ters: Oper der Belie­big­kei­ten – Büh­ne Nach­rich­ten – NZZ​.ch – der musik­wis­sen­schaft­ler lau­renz lüt­te­ken rech­net mit dem regie­thea­ter aktu­el­ler prä­gung auf der opern­büh­ne ab:

    Denn die land­läu­fi­ge Behaup­tung, dass man etwas heu­te «so» nicht mehr machen kön­ne, ist nicht nur teleo­lo­gi­scher Unfug, sie ist über­dies unlau­ter. In den Opern­häu­sern regiert näm­lich ein unan­ge­foch­te­ner Kanon, der weit­aus fes­ter zemen­tiert ist als noch vor fünf­zig Jah­ren. So spricht gewiss nichts dage­gen, den Anteil neu­er Wer­ke zu erhö­hen, aber es ist mehr als frag­wür­dig, die alten Wer­ke mit immer neu­en Bil­dern ver­meint­lich «modern» zu machen und sich damit behag­lich im Kanon ein­zu­rich­ten. Zudem hat der Moder­ne-Begriff, der hier bedient wird – das «Ver­stö­ren­de», «Pro­vo­zie­ren­de», «Bestür­zen­de» –, inzwi­schen selbst so viel Pati­na ange­setzt, dass man ihn getrost in die Geschich­te ent­las­sen sollte.

    ich bin durch­aus geneigt, ihm da zumin­dest in tei­len zuzu­stim­men: die regie hat sich oft genug ver­selb­stän­digt (auch wenn ich eine total­ab­leh­nung, die ich bei ihm zwi­schen den zei­len lese, nicht befür­wor­te). dage­gen führt er an: 

    Die his­to­ri­sche Ver­ant­wor­tung im Umgang mit Tex­ten der Ver­gan­gen­heit ist nichts Ent­behr­li­ches, sie ist auch nicht, wie so oft behaup­tet, ein Relikt alt­mo­di­schen Phi­lo­lo­gen­tums, zumal das Argu­ment für die Musik nicht gel­tend gemacht wird. Was aber nützt eine kri­ti­sche Aus­ga­be des «Don Gio­van­ni», wenn die Sze­ne­rie kur­zer­hand (wie in Linz) von Sex and Crime der Pop-Stars erzählt? Tex­te, Par­ti­tu­ren der Ver­gan­gen­heit bedür­fen viel­mehr einer beson­de­ren Sen­si­bi­li­tät, denn erst, wenn es gelingt, im Ver­gan­ge­nen das Gegen­wär­ti­ge auf­zu­spü­ren (statt die Gegen­wart dem His­to­ri­schen ein­fach nur über­zu­stül­pen), kann sich der Rang eines Kunst­werks, auch eines musi­ka­li­schen Büh­nen­kunst­werks, bewähren.

    sein argu­ment übri­gens, statt immer wie­der das sel­be neu auf­zu­fri­schen öfters mal neu­es zu spie­len, wür­de ich unbe­dingt ger­ne ver­wirk­licht sehen – ich ver­ste­he die reper­toire-fixie­rung der oper eh’ nicht so ganz (die ja auch gewis­ser­ma­ßen unhis­to­risch ist – „die ent­füh­rung aus dem serail“ bei­spiels­wei­se war kaum dazu gedacht, heu­te noch auf­ge­führt zu werden …)

Ins Netz gegangen (21.8.)

Ins Netz gegan­gen am 21.8.:

  • „Geburt der Gegen­wart“: Wenn der Mond den Fri­seur­ter­min bestimmt | Ber­li­ner Zei­tung – stef­fen mar­tus hat achim land­wehrs „geburt der gegen­wart“ gelesen:

    Der Düs­sel­dor­fer His­to­ri­ker Achim Land­wehr geht die­sen Fra­gen bis in jene Epo­che nach, als die Kalen­der die Welt erober­ten. Die Vor­ge­schich­te unse­rer zeit­li­chen Ver­stri­ckung in Ter­mi­ne und Daten ist dabei nur ein Bei­spiel für jene „Geburt der Gegen­wart“, von der er anschau­lich, anek­do­ten­reich und klug erzählt: In der Frü­hen Neu­zeit büß­te die Ver­gan­gen­heit in bestimm­ten Berei­chen ihre Auto­ri­tät ein, wäh­rend die Zukunft noch nicht als Objekt mensch­li­cher Ver­fü­gung wirk­te. In einer Art Zwi­schen­pha­se dehn­te sich die Gegen­wart als „Mög­lich­keits­raum“ aus und bahn­te damit jenes Zeit­re­gime an, dem wir heu­te unterstehen.

  • Lite­ra­tur­de­bat­te : Der Buch­preis ist kei­ne Geschlechts­um­wand­lung wert – Lite­ra­ri­sche Welt – DIE WELT – mar­le­ne stre­eru­witz über den buch­preis und sei­ne struk­tu­ren und funktionen:

    Aber. Der Deut­sche Buch­preis ist das fröh­lichs­te Bei­spiel, wie die qua­si­re­li­giö­se Ein­deu­tig­keit eines Mar­ke­ting­in­stru­ments her­ge­stellt wird. In einer kon­stru­ie­ren­den Vor­gangs­wei­se wird der Bör­sen­ver­ein selbst zum Autor der Ver­mark­tung der Autoren und Autorin­nen im Deut­schen Buchpreis.

    Das alles erfolgt im Archil­e­xem (der Ver­wen­dung der männ­li­chen Form der Bezeich­nung, unter der die weib­li­che Form mit­ge­meint ist): In den Aus­sen­dun­gen des Bör­sen­ver­eins gibt es nur Autoren und kei­ne Autorin­nen. Auch das gehört zur Stra­te­gie der Ein­deu­tig­keit. Es gibt kei­ne Geschlech­ter­dif­fe­renz, sagen sol­che For­mu­lie­run­gen. Stellt euch unter die männ­li­che Form und lasst dif­fe­ren­zie­ren­de Kin­ker­litz­chen wie die geschlech­ter­ge­rech­te Spra­che sein. Nur in ein­deu­ti­gen For­mu­lie­run­gen gelingt ein umfas­sen­des Spre­chen, in dem Bücher ver­kauft wer­den kön­nen. Popu­lis­mus wird nicht nur in Kauf genom­men. Popu­lis­mus ist erwünscht.

  • Ste­fan Nig­ge­mei­er | Neu­es von Wert­her: Sui­zid-Häu­fung nach brei­ter Sui­zid-Bericht­erstat­tung – nig­ge­mei­er berich­tet über eine ame­ri­ka­ni­sche stu­die, die indi­zi­en für den wert­her-effekt beob­ach­ten konnte:

    Selbst­mord ist anste­ckend. Bericht­erstat­tung über Sui­zi­de erhöht die Zahl der Sui­zi­de. Eine neue Stu­die aus den Ver­ei­nig­ten Staa­ten lie­fert wei­te­re Indi­zi­en dafür, dass die­ser soge­nann­te „Wert­her-Effekt“ tat­säch­lich existiert. 

  • Algo­rith­men: Fer­gu­son zer­split­tert in den sozia­len Netz­wer­ken | ZEIT ONLINE – gün­ter hack:

    Der der­zei­ti­ge Umgang mit der algo­rith­mi­schen Per­so­na­li­sie­rung ist die Voll­endung des Neo­li­be­ra­lis­mus auf Ebe­ne der öffent­li­chen Kom­mu­ni­ka­ti­on. Wenn du etwas nicht gese­hen hast, dann bist du selbst Schuld, weil du den Algo­rith­mus von Face­book ent­spre­chend trai­niert hast oder dir die Pro­fi-Ver­si­on mit dem bes­se­ren Zugang zu den Daten nicht leis­ten kannst.

  • Inter­view mit Hei­ner Goeb­bels, dem Inten­dan­ten der Ruhr­tri­en­na­le | Lesen was klü­ger macht – hol­ger pau­ler befragt hei­ner goeb­bels zu sei­nen erfah­run­gen in und mit der ruhr­tri­en­na­le und vor allem der „frei­en sze­ne“ (und am schluss auch zu „cas­si­ber“). hei­ner goebbels:

    In Deutsch­land gibt es für eine bestimm­te Liga von frei­en Künst­le­rin­nen und Künst­lern kaum Pro­duk­ti­ons­spiel­räu­me. Es gibt zwar ein welt­weit ein­zig­ar­ti­ges Thea­ter­sys­tem, das ist aller­dings einer gewis­sen Mono­kul­tur ver­pflich­tet, die sich auf das Opern‑, Schauspiel‑, oder Orches­ter­re­per­toire bezieht – dar­über hin­aus blei­ben weni­ge Mög­lich­kei­ten für freie Kunst. Die­se Lücke woll­te ich mit der Ruhr­tri­en­na­le zu schlie­ßen versuchen.

  • [AMA] Ich bin Ste­fan Nig­ge­mei­er. Fragt mich alles! : de_​IAmA
  • Intro­du­cing TapP­ath for Android – You­TubeIntro­du­cing TapP­ath for Android! – eine schö­ne klei­ne app, die das leben (und sur­fen) auf einem andro­iden ein­fa­cher und ange­neh­mer macht

Ins Netz gegangen (8.8.)

Ins Netz gegan­gen am 8.8.:

Ins Netz gegangen (24.7.)

Ins Netz gegan­gen am 24.7.:

  • Wann ist ein Gedicht gut, und wann ist es bloss gut gemeint? – tages​an​zei​ger​.ch – kers­tin hen­sel, ganz grund­sätz­lich über qua­li­tät, über gute und schlech­te lyrik, und dar­über, wie man den unter­schied erkennt:

    Die Fra­ge lau­tet nun, was denn ein gutes Gedicht sei bzw. wie man es von ­einem schlech­ten oder mit­tel­mäs­si­gen unter­schei­den kann. Die Ant­wort lässt sich nicht auf eine For­mel brin­gen, denn es gibt kei­ne «rei­nen» Kunst­ge­set­ze. Jeder Lyri­ker wür­de die Fra­ge anders beant­wor­ten, und jede Zeit hat ihre eige­nen poe­ti­schen Regeln und ihren Ton. 

    ein paar aus­schnit­te & kriterien: 

    Gute Gedich­te bestehen aus Ver­sen, nicht aus aus­ein­an­der­ge­schnit­te­ner Prosa. 

    Das wich­tigs­te Merk­mal eines guten Gedich­tes ist, dass es ein unaus­sprech­ba­res ­Geheim­nis bewahrt.

    Lyrik lebt wie jede Kunst aus dem oszil­lie­ren­den Ver­hält­nis zwi­schen Ratio­na­li­tät und Irrationalität. 

    Das Auf­re­gen­de in der Kunst ist der Wider­spruch, der Haken, der eine glat­te Schön­heit ver­hin­dert, der nicht mit Gefäl­lig­keit auf all­ge­mei­nen Applaus zielt. 

  • Behin­der­ten­heim arbei­tet Geschich­te auf: Ein Leben außer­halb der Gesell­schaft – die nie­der-ram­städ­ter hei­me haben ihre geschich­te „auf­ge­ar­bei­tet“ (oder zumin­dest bear­bei­tet und unter­sucht) – mit zeit­zeu­gen, geschichts­werk­stät­ten etc.

    Men­schen­un­wür­di­ge Bedin­gun­gen, frag­wür­di­ge Erzie­hungs­me­tho­den, feh­len­de päd­ago­gi­sche Bemü­hun­gen, dafür die rei­ne Unter­brin­gung der Behand­lungs- und Pfle­ge­fäl­le zie­hen sich durch das gan­ze Buch.

  • Fahr­gast­in­for­ma­ti­on par excel­lence: Der digi­ta­le Wagen­stands­an­zei­ger » Zukunft Mobi­li­tät – coo­le idee: in den nie­der­lan­den wur­de – end­lich! – ein zeit­ge­mä­ßer wagen­stands­an­zei­ger ent­wi­ckelt, der gleich noch ein paar zusatz­in­for­ma­tio­nen lie­fert und auch für nicht-gewohn­heits-rei­sen­de, die das kon­zept „wagen­stands­an­zei­ger“ nicht ken­nen, kaum zu über­se­hen sein dürfte:

    Statt ein­zel­ner Bild­schir­me und Anzei­gen über­spannt ein 180 Meter lan­ger LED-Bal­ken den Bahn­steig. Auf die­sem wer­den über ver­schie­de­ne Sym­bo­le und intui­ti­ve Farb­codes diver­se Infor­ma­tio­nen wie die exak­te Hal­te­po­si­ti­on, die Posi­ti­on der Türen, die ein­zel­nen Wagen­klas­sen, Ruhe­ab­tei­le, Fahr­rad- und Roll­stuhl­plät­ze sowie die Fahrt­rich­tung ange­zeigt. Hin­zu kom­men Infor­ma­tio­nen über den Beset­zungs­grad ein­zel­ner Wagen. 

  • Enzy­klo­thek – eine irr­sin­ni­ge arbeit, die sich peter ketsch mit der eny­klo­thek da macht – aber auch, trotz vor­han­de­ner lücken, ein unge­mein hilf­rei­ches recher­che­mit­tel für his­to­ri­sche wissenspeicher

    Die Enzy­klo­thek ist eine Lite­ra­tur­da­ten­bank, die mög­lichst umfas­send die von der Anti­ke bis etwa 1920 ver­fass­ten Nach­schla­ge­wer­ke mit ihren ver­schie­de­nen Aus­ga­ben und Auf­la­gen dokumentiert. 

  • Child­ren pay­ing a ter­ri­ble pri­ce in Gaza – The Washing­ton Post – so etwas nennt man dann wohl asym­me­tri­sche kriegs­füh­rung MT @KenRoth: the death toll of the cur­rent #Gaza fighting.

Ins Netz gegangen (27.6.)

Ins Netz gegan­gen am 27.6.:

  • Hoch­mut gro­ßer Söh­ne – Sprach­log – Ana­tol Ste­fa­no­witsch über einen Vor­schlag, im Text der öster­rei­chi­schen Natio­nal­hym­ne die Frau­en wie­der zu streichen:

    Am Text der öster­rei­chi­schen Natio­nal­hym­ne fin­det sich, wie es bei Tex­ten von Natio­nal­hym­nen nun ein­mal so ist, wenig Erhal­tens­wer­tes. Sie fei­ert die Land­schaft (gut, das ist gera­de noch erträg­lich), das „für das Schö­ne begna­de­te“ und mit „hoher Sen­dung“ aus­ge­stat­te­te Volk (das ist dann eben, natio­nal­hym­nen­ty­pisch, nicht mehr erträg­lich), die krie­ge­ri­sche Ver­gan­gen­heit, und eine „arbeits­fro­he“ Zukunft. Und natür­lich wird dem „Vater­land“ auch ordent­lich Treue geschworen.

  • Neu­es ARD-Nach­rich­ten­stu­dio: Tho­mas Roth trifft jetzt immer auf King Kong – Medi­en – FAZ – Oli­ver Jun­gen hält vom neu­en ARD-Stu­dio nicht so viel:

    Ein Ope­ra­ti­ons­feh­ler, das ist eigent­lich eine gute Meta­pher für das, was mit den ARD-Nach­rich­ten pas­siert ist: Man hat eine Wagen­la­dung Adre­na­lin in ihrem Bauch ver­ges­sen und ein­fach zugenäht.

    – dazu noch ein biss­chen Bau­dril­lard (Simu­la­crum!) und nost­al­gi­sche Rück­be­sin­nung auf die guten alten Zei­ten, als die Nach­rich­ten ohne Bil­der aus­ka­men (übri­gens auch in der FAZ!) …

  • Deutsch­land, verknautscht—BILDblog
  • Rech­ter Über­fall in Dort­mund: Poli­zei nimmt Nazis in Schutz – taz​.de – total cra­zy: „Rechts­extre­me woll­ten Rat­haus stür­men. Das Innen­mi­nis­te­ri­um: Die Poli­ti­ker selbst hät­ten randaliert.“
  • „Ich brau­che das Geld nicht“ – taz​.de – Tho­mas Piket­ty im „taz-„Interview:

    Ich ver­traue der Quan­ti­fi­zie­rung des Reich­tums für das Jahr 1913 stär­ker als der von 2013. Das Natio­nal­ein­kom­men wird rela­tiv gut erfasst. Aber die Ver­tei­lung des Ein­kom­mens bis in die obers­ten Schich­ten ist eine ande­re Frage.

    Schön auch eine ande­re Stelle: 

    Aber es ist schon inter­es­sant, wie viel Geld da ist, zum Bei­spiel in gro­ßen Fir­men. Die glei­chen Leu­te, die hart um jeden Euro mit ihrem Rei­ni­gungs­per­so­nal oder ihren Nied­rig­lohn­ar­bei­tern ver­han­deln, bie­ten mir 100.000 Euro für einen ein­stün­di­gen Vor­trag. Wenn ich ableh­ne, ver­dop­peln sie das Angebot.

  • Pen­nä­ler­haf­te Fach­pro­sa – Die neue „Kul­tur­ge­schich­te der frü­hen Neu­zeit“ ist nicht nur pein­lich, son­dern unver­schämt : lite​ra​tur​kri​tik​.de – »Zu hof­fen bleibt, dass der ange­sichts der feh­len­den Qua­li­tät über­aus dreis­te Preis die Käu­fer abzu­schre­cken vermag«
  • Welt­meis­ter­schaft und Doping – Gro­ßes India­ner-Ehren­wort! – Süddeutsche.de – wun­der­bar: Tho­mas Kist­ner in der „Süd­deut­schen“ zur WM etc.:

    Wer glaubt, der Fuß­ball sei sau­ber, der darf das­sel­be von der Fifa glauben.

    Eine Fra­ge bleibt am Ende: War­um tei­len die Fuß­ball­ärz­te ihr tie­fes Wis­sen nicht mit der All­ge­mein­heit? Sieht man, wie man­cher 30-Jäh­ri­ge durch die WM-Are­nen bret­tert, obwohl er als 20- bis 25-Jäh­ri­ger kein Spiel zu Ende brach­te, ohne dass der Mus­kel zwick­te oder dicht­mach­te – dann stellt sich die Fra­ge, war­um mit die­ser doch auch für die brei­te Mensch­heit segens­rei­chen Heil- und Auf­bau­kunst so ver­dammt dis­kret umge­gan­gen wird.

    Mit der Logik kommt man der medi­zi­ni­schen, sprich: ent­schei­den­den Sei­te die­ser Mil­li­ar­den­in­dus­trie so wenig bei wie mit Doping­tests. Dem gläu­bi­gen Fan ist es sowie­so einer­lei: Augen zu, und ein­fach fes­te dar­an glauben.

  • Twit­ter /​Calvinn_​Hobbes: The enti­re edu­ca­ti­on sys­tem … – RT @hnnngkttr: Time for chan­ge? “@Calvinn_Hobbes: The enti­re edu­ca­ti­on sys­tem sum­med up in a three panel comic strip. ” #edchat­de
  • An die weib­li­chen und männ­li­chen Waf­fen­scheu­en

    Die Waf­fen hoch! Das… | Apho​ris​men​.de

    – RT @giesbert: Der Felix Dahn war mit sei­ner Ant­wort an Ber­tha von Sutt­ner auch so ein Knalldepp.
  • Er kann es ein­fach nicht | Begleit­schrei­ben – Gre­gor Keu­sch­nig hat sich Chris­ti­an Wulffs „Ganz oben, ganz unten“ auf den Unter­su­chungs­tisch gelegt:

    Ich habe inzwi­schen kei­nen Zwei­fel dar­an, dass Wulff in einer Mischung aus selbst­verschuldetem Unglück und nar­ziss­ti­schem Jagd­trieb eini­ger wild­ge­wor­de­ner Ego­ma­nen einem eben auch qua­li­täts­me­dia­len Blut­rausch erlag, in dem sich zu Beginn meh­re­re Jäger gleich­zei­tig auf das glei­che Objekt konzentrierten.
    […] bie­tet er mit teil­wei­se unge­nau­en und unge­len­ken For­mu­lie­run­gen wie­der neue Angriffs­flä­chen. So lang­sam ver­fes­tigt sich der Ein­druck: Er kann es ein­fach nicht.

  • Siri Hust­vedt trifft Carl Djer­as­si – Wie­der so eine toll kon­zi­pier­te Ver­an­stal­tung, die mehr ver­heißt als sie einlöst:

    Es sei so eine Sache mit dem Dia­log, mur­melt Siri Hust­vedt vor sich hin.

  • Neue siche­re Her­kunfts­staa­ten: Ein Pro­blem wird zur Lösung -

    Bereits die­se kur­zen Aus­füh­run­gen zei­gen, dass die Ein­stu­fun­gen von Maze­do­ni­en, Ser­bi­en und Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na als siche­re Her­kunfts­staa­ten wenig Anlass zur Freu­de bie­ten – sie wer­fen in ers­ter Linie euro­pa­recht­li­che Beden­ken auf. Dane­ben ist die­se Geset­zes­än­de­rung ein Bei­spiel, wie im Ver­lauf von nur 20 Jah­ren der Grund für ein Pro­blem zu des­sen Ant­wort (gemacht) wird.

  • Frän­ki­sches Reich : Das ewi­ge Leben einer dienst­ba­ren Lei­che – Nach­rich­ten Kul­tur – DIE WELT – Eck­hard Fuhr ist von den Aus­stel­lun­gen zum 1200. Todes­tag von Karl dem Gro­ßen in Aachen sehr angetan:

    Es ist ein­fach so: Auch wer von tie­fer Skep­sis gegen jeden Ver­such erfüllt ist, mit Karl dem Gro­ßen Geschichts­po­li­tik betrei­ben, soll­te jetzt doch nach Aachen fah­ren. Denn um das zu sehen, was er dort zu sehen bekommt, muss er sonst um die gan­ze Welt reisen.

    Sehr recht hat er übri­gens auch mit sei­ner Einleitung: 

    Ohne Karl ver­ste­hen wir gar nichts.

  • Kom­men­tar zum deut­schen Ran­schmeiß-Jour­na­lis­mus | 11 Freun­de – Die 11 Freun­de sind mit der öffent­lich-recht­li­chen „Bericht­erstat­tung“ zur WM zu Recht nicht zufrieden:

    Alle zwei Jah­re, bei den gro­ßen Tur­nie­ren, wird Deutsch­land zu Schland, einer Nati­on der Nar­ren. Den Fans sei die­ser Aus­nah­me­zu­stand ver­gönnt und ver­zie­hen. Die Sen­der und ihre Jour­na­lis­ten aller­dings dür­fen sich davon nicht mit­rei­ßen las­sen. Denn was geschieht etwa, wenn die Natio­nal­mann­schaft doch noch früh­zei­tig aus­schei­det – ein Sze­na­rio, das nach nur einem Spiel und der beglei­ten­den Schwär­me­rei noch unwahr­schein­li­cher erscheint, als dass Joa­chim Löw mal schlecht ange­zo­gen ist? Für die­sen Fall braucht es kri­ti­sche Ana­ly­sen und har­te Fra­gen. Und kei­ne wei­nen­den Jour­na­lis­ten am Pool.

  • Why ‚Game of Thro­nes’ Isn’t Medieval—and Why That Mat­ters – Paci­fic Stan­dard: The Sci­ence of Socie­ty
  • The­sen­an­schlag: Schwang Luther 1517 tat­säch­lich den Ham­mer? – FAZ – Mar­tin Luthers The­sen­an­schlag von Wit­ten­berg ist sicher der berühm­tes­te, aber längst nicht der ein­zi­ge: Eine Geschich­te des Anschla­gens von Zet­teln an Kirchen.
  • Die Ver­öf­fent­li­chungs­form der Zukunft? Mein Lösungs­vor­schlag: Ein Auf­satz in Baum- und Ebe­nen­struk­tur. | Mit­tel­al­ter – eine schö­ne idee, die chris­ti­an schwa­de­rer da ent­wi­ckelt hat …

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  • Snow­den-Ent­hül­lun­gen: Staats­ver­sa­gen beim Schutz der Bür­ger – SPIEGEL ONLINE – Sascha Lobo hat lei­der sehr recht:

    Digi­ta­les Staats­ver­sa­gen, ist das nicht über­trie­ben? Kei­nes­wegs. Der deut­sche Staat ist offen­sicht­lich nicht in der Lage, einem mil­lio­nen­fa­chen Grund­rechts­bruch im Inter­net ent­ge­gen­zu­tre­ten. Eigent­lich schafft er es nicht ein­mal, sich eine Fra­ge­lis­te von der NSA beant­wor­ten zu las­sen. Aber der ent­schei­den­de Punkt ist, dass in die­sem Moment die Grund­rech­te bekann­ter­wei­se seit einem Jahr ver­letzt wer­den undk­ei­ne Abhil­fe geschaf­fen wird. Wer je im Ver­lauf der letz­ten zwölf Mona­te ver­stört oder gar erzürnt war über die flä­chen­de­cken­de Total­über­wa­chung – hat nicht den gerings­ten Grund, inzwi­schen ent­spannt zu sein. Es hat sich dies­be­züg­lich exakt nichts geän­dert. Nichts. 

  • jungle​-world​.com – 22/​2014 – The­ma – Die deut­sche Debat­te über den Ers­ten Welt­krieg – Richard Geb­hardt zur aktu­el­len Dis­kus­si­on um Schuld und Ver­ant­wor­tung in Europa

    Über­mäch­tig aber scheint bei einem Teil der deut­schen Öffent­lich­keit zugleich der Wunsch nach einem Geschich­ten­er­zäh­ler, der 100 Jah­re danach end­lich die Bele­ge für den Frei­spruch Deutsch­lands bie­ten soll.
    […] Was vor­geb­lich als Debat­te über die Ursa­chen des Ers­ten Welt­kriegs begann, mün­det in die apo­lo­ge­ti­sche Aus­ru­fung Deutsch­lands zum wil­li­gen Hege­mon. Die Trup­pen für die künf­ti­ge mora­li­sche Auf­rüs­tung ste­hen schon bereit. Vor­erst aber arbei­ten deut­sche Intel­lek­tu­el­le dar­an, die Geschich­te des Ers­ten Welt­kriegs in der belieb­ten Serie »Als der Welt­krieg Deutsch­land über­fal­len hat« (Her­mann L. Grem­li­za) zur all­ge­mei­nen deut­schen Zufrie­den­heit umzudeuten.

  • Der Name der Wind­ro­se – Sprach­log – Sexis­mus tötet: „Orka­ne mit Män­ner­na­men wer­den im Schnitt als stär­ker und gefähr­li­cher eingestuft“ >
  • Von Erin­ne­rungs­kul­tur und Ver­gess­lich­keit | Kul­tur | DW​.DE | 24.05.2014 – Alei­da Ass­mann: Erin­ne­rungs­kul­tur lebe, sei nicht sta­bil. Und sie müs­se sich auch ver­än­dern dür­fen.

    (Und neben­bei: Walsers Augen­brau­en sind ja ein Kunst­werk für sich …)

  • War­um ich die Kraut­re­por­ter unter­stüt­ze – Im Enten­teich 02.06.2014 – Per­len­tau­cher – Thier­ry Cher­vel begrün­det, war­um er die „Kraut­re­por­ter“ unter­stützt und für eine gute Sache hält:

    Vier Ein­sich­ten der letz­ten 15 Jah­re bewe­gen mich, die Kraut­re­por­ter zu abonnieren:

    1. Das Inter­net ist die Öffentlichkeit
    2. Es gibt kei­ne Öko­no­mie der Information
    3. Es geht um die Zukunft der Öffent­lich­keit, nicht des Journalismus
    4. Wir müs­sen über die Öffent­lich-Recht­li­chen reden

  • Unsäg­li­che TV-Dokus: Geschich­te für Trot­tel – FAZ – Jörg Bab­e­row­ski macht sei­nem Unmut über die neu­es­te (far­bi­ge!) Sta­lin-Doku­men­ta­ti­on Luft:

    Bis­her hat­te ich geglaubt, mit Gui­do Knopps his­to­ri­schen Doku­men­ta­tio­nen sei der Tief­punkt im deut­schen Fern­se­hen schon erreicht wor­den. Die­ser Film bewies das Gegenteil.
    […] Fast alles, was über Ereig­nis­se und Per­so­nen in die­ser Doku­men­ta­ti­on gesagt wird, ist falsch.
    […] Aber wer inter­es­siert sich noch für Fak­ten, wenn es doch nur dar­um geht, den Zuschau­er mit bun­ten Bil­dern zu unter­hal­ten! Nun könn­te man ein­wen­den, sol­che Infor­ma­tio­nen sei­en Neben­sa­che, weil sie zur Erklä­rung nichts bei­tra­gen. Mag sein. Aber die­ser lieb­los zusam­men­ge­schnit­te­ne Film erklärt nichts, er erhellt nichts. Er ist stüm­per­haf­te Desinformation.

    Und er nutzt das – weil es für ihn kei­ne Aus­nah­me, son­dern Sym­ptom ist – zu einer neu­en Gene­ral­ab­rech­nung mit dem Geschichts­fern­se­hen ganz im allgemeinen:

    Die Infan­ti­li­sie­rung des Zuschau­ers kennt kei­ne Gren­zen. Er wird nicht nur für dumm ver­kauft, er wird auch für dumm gehal­ten. Des­halb erzählt man ihm nur, was man ihm zumu­ten zu kön­nen glaubt. „Histo­ry-TV“ gibt es nur, weil jene, die Doku­men­tar­fil­me pro­du­zie­ren, glau­ben, dass intel­li­gen­te Men­schen nicht fernsehen.

  • Anar­chist Michail Baku­nin: „Der Räu­ber ist der wah­re Held“ | ZEIT ONLINE – Vor 200 Jah­ren kam der gro­ße Anar­chist Michail Baku­nin zur Welt. Zeit­le­bens war er immer dort, wo es nach Revol­te roch. – Gero von Ran­dow por­trä­tiert Bakunin

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  • Kurio­si­tä­ten aus den 1950er Jah­ren: Die Leug­nung der Zwölf­ton­tech­nik | „Musik – wohin?“ – Neben­schau­plät­ze der Musik­ge­schich­te: Julia Zupan­cic weist auf einen Ver­such Hein­rich Schnip­pe­rings von 1950 hin, zu argu­men­tie­ren, dass es die Zwölf­ton­tech­nik gar nicht gebe, weil sie nur eine auf die Spit­ze getrie­be­ne Wei­ter­ent­wick­lung der spät­ro­man­ti­schen Har­mo­nik sei. So ganz klappt das Argu­ment aber lei­der nicht …
  • 1989 ǀ In Stein gemeißelt—der Frei­tag – Elia­ne Gla­ser wirft im „Frei­tag“ aus Anlass des 25jährigen Jubi­lä­ums einen kri­ti­schen Blick auf Fran­cis Fuku­ya­mas The­se des „Ende der Geschichte“:

    Ist die heu­ti­ge Skep­sis gegen­über Fuku­ya­ma Anlass für Opti­mis­mus? Er selbst mut­maß­te vor 25 Jah­ren, die Aus­sicht auf „jahr­hun­der­te­lan­ge Lan­ge­wei­le“ kön­ne mög­li­cher­wei­se dazu füh­ren, dass die Geschich­te doch noch fort­ge­setzt wer­de. Es besteht die lei­se Hoff­nung, dass es sich bei die­ser Lan­ge­wei­le um einen Luxus han­delt, den sich die meis­ten von uns nicht leis­ten können.

  • Acht Mal Kraft­werk: Elek­tro­klän­ge über­all – KURIER​.at – Georg Ley­rer über 8 „Kraftwerk“-Konzerte in Wien „fin­det man Wie­der­ho­lung wert­voll und fei­ne Unter­schie­de spannend“ >
  • Das geis­tes­wis­sen­schaft­li­che Buch im digi­ta­len Zeit­al­ter: Der Schwei­ze­ri­sche Natio­nal­fonds und sei­ne Open-Access-Stra­te­gie – Über­sicht Nach­rich­ten – NZZ​.ch – Cas­par Hir­schi, Pro­fes­sor für Geschich­te in St. Gal­len, über Ver­la­ge (in) der Wissenschaft:

    Arbei­tet man als Geis­tes­wis­sen­schaf­ter mit Sub­ven­ti­ons­ver­la­gen zusam­men, bleibt vom schö­nen Bild der ver­le­ge­ri­schen Wert­ver­meh­rung wenig übrig. In der Regel schickt der Ver­lag den Autoren oder Her­aus­ge­bern ein Style­sheet mit Anga­ben, wie die Text­da­tei­en for­mal aus­zu­se­hen haben. Eine Uni­ver­si­täts­as­sis­ten­tin macht dann die Arbeit, für die der Ver­lag die Zuschüs­se bekommt. Sie for­ma­tiert, lek­to­riert und redi­giert, ohne dafür aus­ge­bil­det zu sein, schickt die Datei anschlies­send dem Ver­lag, und die­ser gibt sie unge­le­sen und unver­än­dert in den Druck. Ein Ver­lags­lek­to­rat ist ein Glücks­fall, eine gründ­li­che Redak­ti­on ein Wun­der. Der Gross­teil der Sub­ven­ti­ons­ver­la­ge hat, um ein Bild des Ger­ma­nis­ten Car­los Spo­er­ha­se zu ver­wen­den, sei­ne Beru­fung dar­in gefun­den, ein­ge­sand­te Datei­en mit­hil­fe gefäll­ter Bäu­me an Biblio­the­ken aus­zu­lie­fern. Ent­spre­chend gross­ar­tig sehen die Bücher häu­fig aus.

    Auch mit den – beson­ders in der Natur­wis­sen­schaft wich­ti­gen – Zeit­schrif­ten­ver­la­gen wie Else­vier & Co. rech­net er sehr tref­fend ab

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