Ins Netz gegangen (2.11.)

web (unsplash.com)Michael Podger

Ins Netz gegan­gen am 2.11.:

  • Jens Bal­zer zu Musik­vi­deos: Youtube kills the Youtube-Star Jus­tin Bie­ber | Ber­li­ner Zei­tung → jens bal­zer über den aktu­el­len zusam­men­hang von pop, stars, youtube, kon­zer­ten und fans

    Der Ver­su­ch, als real musi­zie­ren­der Men­sch auf einer Büh­ne wenigs­tens kurz zu reinkar­nie­ren, schei­tert an der Indif­fe­renz eines Publi­kums, dem es reicht, in vir­tu­el­len Räu­men und bei sich sel­ber zu sein. Der ers­te Star der Youtube-Epo­che wird als deren tra­gi­scher Held von der Büh­ne gekreischt.

  • Was a ser­ver regis­te­red to the Trump Orga­niza­t­i­on com­mu­ni­ca­ting with Russia’s Alfa Bank? | sla­te → eine total ver­rück­te geschich­te: trump hat(te) einen ser­ver, der (fast) nur mit einem ser­ver der rus­si­schen alfa-bank kom­mu­ni­zier­te. und kei­ner weiß, wie­so, was, war­um – bei­de sei­ten behaup­ten, das kön­ne nicht sein …

    What the sci­en­tists amas­sed wasn’t a smo­king gun. It’s a sug­ges­ti­ve body of evi­den­ce that doesn’t abso­lu­te­ly pre­clu­de alter­na­ti­ve expla­na­ti­ons. But this evi­den­ce arri­ves in the broa­der con­text of the cam­pai­gn and ever­y­thing else that has come to light: The efforts of Donald Trump’s for­mer cam­pai­gn mana­ger to bring Ukrai­ne into Vla­di­mir Putin’s orbit; the other Trump advi­ser who­se com­mu­ni­ca­ti­ons with senior Rus­si­an offi­ci­als have worried intel­li­gen­ce offi­ci­als; the Rus­si­an hacking of the DNC and John Podesta’s email.

    (und neben­bei ganz inter­es­sant: dass es spe­zia­lis­ten gibt, die zugriff auf sol­che logs haben …)

  • The Digi­tal Tran­si­ti­on: How the Pre­si­den­ti­al Tran­si­ti­on Works in the Soci­al Media Age | whitehouse.gov → die plä­ne der über­ga­be der digi­ta­len mas­sen­kom­mu­ni­ka­ti­on (und accounts) des us-prä­si­den­ten. inter­es­sant: dass die inhal­te zwar erhal­ten blei­ben, aber als archiv unter neu­en account-namen. und die „offi­zi­el­len“ accounts geleert über­ge­ben wer­den.
  • Refor­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um: Lasst uns froh und Luther sein | FAZ → sehr selt­sa­mer text von jür­gen kau­be. am refor­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um gäbe es eini­ges zu kri­ti­se­ren. aber das ist der fal­sche weg – zum einen ist die evan­ge­li­sche kir­che deutsch­lands kei­ne luther-kir­che (und käß­mann sicher nicht ihre wesent­lichs­te theo­lo­gin). zum ande­ren scheint mir kau­bes kri­tik­punkt vor allem zu sein, dass evan­ge­li­sche theo­lo­gie sich in den 500 jah­ren gewan­delt hat und nicht glei­cher­ma­ßen kon­ser­va­tiv-fun­da­men­ta­lis­ti­sch-auto­ri­tär ist wie bei luther selbst. was soll das aber?
  • Siri Hust­ve­dt und Paul Aus­ter | Das Maga­zin → lan­ges gespräch mit hust­ve­dt und aus­ter, dass sich aber nahe­zu aus­schließ­li­ch um die poli­ti­sche lage dreht – immer­hin eine hal­be fra­ge gilt auch dem, was sie tun – näm­li­ch schrei­ben
  • Das Para­dox der Demo­kra­tie: Judith But­ler über Hil­la­ry Clin­ton | FAZ → lan­ges, gutes inter­view mit judith but­ler über demo­kra­tie, ver­samm­lun­gen, frei­hei­ten, kör­per und iden­ti­tä­ten
  • Aids in Ame­ri­ka: HIV kam um 1970 in New York an | Tages­spie­gel → for­scher haben mit gene­ti­schen ana­ly­sen von blut­kon­ser­ven die geschich­te von aids in den usa neu geschrie­ben – nicht pati­ent O war der ers­te, der virus kam schon jah­re vor­her nach new york. span­nend, was heu­te so alles geht …
  • Frank­fur­ter Buch­mes­se „Schwie­ri­ge Lyrik zu einem sehr hohen Preis“ | Ber­li­ner Zei­tung → mal wie­der ein inter­view mit ulf stol­terfoht zum funk­tio­nie­ren von brue­te­rich press. dem ver­lag wür­de es wahr­schein­li­ch mehr hel­fen, wenn sei­ne bücher bespro­chen wür­den und nicht nur der ver­lag ;-) …

    Ich ver­die­ne nicht nur mit dem Schrei­ben kein Geld, ich ver­die­ne auch mit dem Über­set­zen kein Geld. Da möch­te man dann mit dem Ver­le­gen natür­li­ch auch nichts ver­die­nen. Das berühm­te drit­te unren­ta­ble Stand­bein. Das Para­do­xe an der Sache ist nun aber, dass ich trotz­dem irgend­wie davon leben kann, und das schon ziem­li­ch lan­ge. Die­se gan­zen nicht oder schlecht bezahl­ten Tätig­kei­ten haben, zumin­dest in mei­nem Fall, dazu geführt, dass eine indi­rek­te Form der Ver­gü­tung statt­fin­det, also etwa in Form von Prei­sen, Sti­pen­dien, Lehr­tä­tig­kei­ten, Lesun­gen und Mode­ra­tio­nen. Und ich glau­be, dass durch die Ver­le­ge­rei das Spiel­feld noch ein biss­chen grö­ßer gewor­den ist. Das hat jedoch bei der Grün­dung des Ver­lags kei­ne Rol­le gespielt. Den Ver­lag gibt es, weil ich das schon sehr lan­ge machen woll­te. Schrei­ben tue ich ja auch, weil ich das schon immer woll­te. Das reicht mir völ­lig aus als Begrün­dung. Mehr braucht es nicht.

  • Die Öko­no­mi­sie­rung der Natur ist ein Feh­ler“ | der Frei­tag → bar­ba­ra unmü­ßig, im vor­stand der hein­rich-böll-stif­tung, über „grü­ne öko­no­mie“, not­wen­di­ge umdenk­pro­zes­se und war­um kom­pen­sa­ti­on nicht reicht

    Wir bräuch­ten viel­mehr Mit­tel für den öko­lo­gi­schen Land­bau oder um her­aus­zu­fin­den, wie eine wachs­tums­be­frie­de­te Gesell­schaft und Wirt­schaft aus­se­hen kann. Es liegt ein­deu­tig zu viel Gewicht auf tech­no­lo­gi­schen denn auf sozia­len und kul­tu­rel­len Ver­än­de­run­gen.

    Das ist der wohl größ­te Feh­ler der Grü­nen Öko­no­mie: Din­ge, die nie öko­no­mi­siert waren, zu mes­sen, zu berech­nen, zu öko­no­mi­sie­ren. Die Mone­ta­ri­sie­rung der Natur.

Ins Netz gegangen (6.7.)

Ins Netz gegan­gen (4.7.-6.7.):

  • Hacking: Wahl­be­trug leicht gemacht – Golem.de – Armin Rupp zeigt, wie über­ra­schend ein­fach es ist, Brief­wah­len zu fäl­schen – in der BRD:

    1989 beschloss die Bun­des­re­gie­rung, die Brief­wahl nicht nur zu ver­ein­fa­chen, son­dern auch hier und dort dabei ein­zu­spa­ren. Das hat der Alter­na­ti­ve zum Besu­ch im Wahl­lo­kal zwar tat­säch­li­ch eini­ge Hür­den genom­men, aber die Mög­lich­keit zur Wahl­fäl­schung deut­li­ch erhöht. Das hat der Sicher­heits­ex­per­te Armin Rupp auf der Sicher­heits­kon­fe­renz Sigint 2013 in Köln aus­führ­li­ch gezeigt. Auch die Orga­ni­sa­ti­on für Sicher­heit und Zusam­men­ar­beit in Euro­pa (OSZE) bemän­gelt inzwi­schen die Brief­wahl in Deutsch­land.

  • Ach übri­gens, er ist Autist – DIE WELT – David Mit­chell über das Leben mit einem autis­ti­schen Sohn:

    Sie ver­spü­ren plötz­li­ch Mit­leid mit den Kran­ken im Mit­tel­al­ter, die in der Hoff­nung, den für ihr Lei­den zustän­di­gen Hei­li­gen zu fin­den, von einem Schrein zum ande­ren hum­pel­ten, obwohl sie eigent­li­ch einen Quan­ten­sprung in der Medi­zin gebraucht hät­ten.

  • Beleuch­tungs­vor­schrif­ten am Fahr­rad: Nichts genau­es weiß man nicht | Rad­ver­kehrs­po­li­tik – Rad­ver­kehrs­po­li­tik setzt sich auch mit dem geän­der­ten Ände­rungs­vor­schlag zu den Fahr­rad­be­leuch­tungs­pa­ra­gra­phen in der StV­ZO aus­ein­an­der – und zeigt, wie schwie­rig so eine ein­fach Anpas­sung offen­bar sein kann …

    So rich­tig Freu­de kommt ange­sichts des Durch­ein­an­ders nicht auf: Viel­leicht sind abnehm­ba­re Lam­pen künf­tig erlaubt, viel­leicht auch nicht — das ist im End­ef­fekt Inter­pre­ta­ti­ons­sa­che.

  • Die Schwu­len brin­gen uns allen den Tod: Die Lust des “Spie­gel” an der Apo­ka­lyp­se durch Aids « Ste­fan Nig­ge­mei­er -

    Den­no­ch ist es schwer, in der Aids-Bericht­erstat­tung des »Spie­gel« die­ser Zeit einen Aus­druck von Ver­ant­wor­tung zu sehen — und nicht von rasen­der Ver­ant­wor­tungs­lo­sig­keit. Dazu trägt die offen­kun­di­ge Lust bei, mit der Hal­ter die grau­sa­men Mecha­nis­men aufs Gru­se­ligs­te aus­malt

  • Pofal­las Brief­kopf – Akten­kun­de und zeit­ge­nös­si­sche Doku­men­ten­fäl­schun­gen | Akten­kun­de – Diplo­ma­tik kann auch in der Zeit­ge­schich­te wich­tig sein – Hol­ger Ber­win­kel zeigt, war­um „Dis­cri­men veri ac fal­si“ auch eine Auf­ga­be „der zeit­ge­schicht­li­chen Akten­kun­de“ sein kann und wie sie kon­kret funk­tio­niert.
  • Unter dem Tep­pich der HRK | Schmalenstroer.net -

    Die HRK will ein erstaun­li­ch gut funk­tio­nie­ren­des Sys­tem gegen ein klan­des­ti­nes, weni­ger gutes Sys­tem erset­zen. Die bekann­ten Pla­gia­te-Wikis wer­den damit auto­ma­ti­sch zum wis­sen­schaft­li­chen Fehl­ver­hal­ten, da sie ja grund­sätz­li­ch öffent­li­ch sind. Wer das nicht in Ord­nung fin­det, darf ger­ne die­se Peti­ti­on mit­zeich­nen. Und wis­sen­schaft­li­ches Fehl­ver­hal­ten auch zukünf­tig öffent­li­ch machen.