»Nächstens mehr.«

Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Taglied 17.12.2013

Max Reger, Nacht­lied op. 138

Max Reger: Nacht­lied – S:t Jacobs Ung­dom­skör , Stock­holm, Swe­den; Dir.: Mika­el Wedar

Beim Kli­cken auf das und beim Abspie­len des von You­Tube ein­ge­bet­te­ten Vide­os wer­den (u. U. per­so­nen­be­zo­ge­ne) Daten wie die IP-Adres­se an You­Tube übertragen.

Aus-Lese #23

Are­zu Weit­holz: Wenn die Nacht am stills­ten ist. Mün­chen: Ant­je Kunst­mann 2012. 224 Seiten. 

Wenn die Nacht am stills­ten ist soll wohl so etwas wie ein Abge­sang auf die Pop­li­te­ra­tur sein. Als sol­cher ist es aber schwach. Inter­es­sant ist die dar­in erzähl­te Bezie­hungs­ge­schich­te: Die Bezie­hung der Erzäh­le­rin zu Lud­wig, die gera­de ende­te, und die zu ihrer Nut­ter, die zu enden droht – mit dem Tod. Da geht es dann irgend­wie um die Fra­ge: Kann man post­mo­dern-theo­re­tisch klug sein und trotz­dem fühlen/​lieben, in Bezie­hung, Lie­be, Leben wahr­haf­tig sein? Dazwi­schen gibt es – die Refe­renz auf die Pop­li­te­ra­tur lässt grü­ßen – hau­fen­wei­se mehr oder min­der schlaue und raf­fi­nier­te Anspie­lun­gen, im Gegen­satz zum Ori­gi­nal aber kei­ne Iro­nie. Lei­der kom­men der Autorin immer wie­der Sen­ten­zen in den Weg, von den sie sich offen­bar nicht tren­nen moch­te – da wird des dann manch­mal etwas platt und kli­schee­be­la­den: Sät­ze wie „Ich will wahr sein.“ (155) sind irgend­wie doch immer pein­lich. Am bes­ten gefiel mir der ers­te Teil – „Die Nacht“ über­schrie­ben -, der auch erzähl­tech­nisch vom eher bana­len, oft unge­nau erzähl­ten Rest posi­tiv unter­schie­den ist. 

„Am Ende geht es um den Moment.“ (9 & 223) behaup­tet der Text am Anfang und Schluss – aber eigent­lich stimmt das gar nicht, es geht eben selbst dem Text schon immer um mehr, das mit dem Moment klappt ja gera­de nicht.

Carl-Chris­ti­an Elze: ich lebe in einem was­ser­turm am meer, was albern ist. Wies­ba­den: lux­books 2013 (luxbooks.labor). 112 Seiten. 

Ein schö­ner Gedicht­band aus dem klei­nen, fei­nen Wies­ba­de­nen lux­books-Ver­lag. Bei Elze geht es um das „Ich“. Und zwar schon ganz banal und offen­sicht­lich: Ich ist fast immer schon im ers­ten Vers prä­sent, oft sogar als ers­tes Wort). Das „Ich“ ist hier offen­bar eines, das viel zu viel weiß und reflek­tiert ;-), aber trotz­dem authen­ti­sche Stim­me bleibt: wis­send, aber füh­lend – Eine Kom­bi­na­ti­on, die recht sel­ten (gewor­den) ist in der deutsch­spra­chi­gen Lyrik, da pen­delt das meis­tens zu einer der bei­den Sei­ten. Soll­bruch­stel­len sind in die­sem Kon­zept aber manch­mal durch­aus erkenn­bar: das ist nicht Lyrik, die her­me­tisch gegen alle Angrif­fe gewapp­net ist – im Gegen­teil, sie zeigt sich offen und durch­aus auch ver­letz­lich. Defi­ni­tiv nicht ganz mei­ne Sache ist die sehr deut­li­che Pro­sanä­he der Langzeilen.

Typi­scher­wei­se geht es um das ewi­ge, freund­lich-obses­si­ve Ich, das fast unun­ter­bro­che­ne „ich bin …“ macht das deut­lich. Das „Ich“ ist hier eine gan­ze Men­ge, u.a. ein Mons­ter und ein Atom­kraft­werk …). Wie schon im Titel (der ein vor­kom­men­der Vers ist) wird die­ses „ich bin“ ger­ne mit einem „… was ist“ kom­bi­niert. Offen­bar soll nicht nur über das Ich (über das Sub­jekt und sei­ne Brü­chig­kei­ten, sei­ne Kon­sti­tu­ti­ons­pro­ble­me) gespro­chen wer­den, son­dern auch das Wort immer und immer wie­der gesagt wer­de – bis es nicht nur sei­ne Bedeu­tung ver­lo­ren hat, son­dern auch als Wort bedeu­tungs­los gewor­den ist, weil es in so unzäh­li­gen Vari­an­ten, Beschrei­bun­gen und Meta­phern immer wie­der neu ver­sucht wird (aber, das ist typisch für Elze: das bleibt (fast) immer hei­ter, die­ses letzt­lich doch bru­ta­le und weit gehen­de Schei­tern, das wird nicht dun­kel, depres­siv oder aggre­siv, son­dern freund­lich, fast unbe­schwert, etwas schwei­fend und ein­fach wei­ter suchend – bis kurz vor Schluss des übri­gens schön gestal­te­ten Bandes.

Schön­hei­ten gibt es hier eini­ge, aber manch­mal erschei­nen die mir zumin­dest beim ers­ten Lesen etwas undis­zi­pli­niert, nicht ganz fer­tig ausgearbeitet.

ich pad­del in den lüf­ten her­um nach ein paar wah­ren wor­ten (38)

Julia Scho­ch: Selb­s­por­trät mit Bona­par­te. Mün­chen, Zürich: Piper 2013. 142 Seiten.

Ein kur­zer Text, aber durch­aus ein star­ker, die­ses Selb­s­por­trät mit Bona­par­te von Julia Scho­ch. Und ein klu­ges, aber nicht tröst­li­ches Buch: Was pas­siert, wenn zwei „Ver­gan­gen­heits­men­schen“ in Lie­be zu ein­an­der kom­men oder eben nicht zu ein­an­der fin­den? Das erzählt Scho­ch prä­zi­se, mit vie­len sehr tref­fen­den Sät­zen in einem kur­zen, aber aus­rei­chend Romän­chen: Das Schei­tern einer Bezie­hung, die von Anfang an kei­ne Chan­ce hat – und ihr Sym­bol im Zufall des Roulette-Spiel(en)s fin­det. Es geht dabei zwar offen­sicht­lich um Lei­den­schaft, ist aber sehr über­legt, oft ana­ly­tisch, meis­tens tro­cken, auch sprach­lich fern jeden Über­schwangs und lei­den­schaft­li­chen Aus­bruchs. Der Trick ist natür­lich, dass gera­de die Geschicht selbst nicht erzählt wird, son­dern höchs­tens in Andeu­tun­gen klar wird. Erzählt wird statt­des­sen das Erzäh­len und das Erin­nern, die Fra­ge der Ver­gan­gen­heit, ver­setzt mit Frag­men­ten der Lie­bes­ge­schich­te. Und das konn­te mich durch­aus erfreuen.

In Wirk­lich­keit ist Schrei­ben eine Form des War­tens. Solan­ge ich dies schrei­be, ist nichts zu Ende, kann es eine wie­der­ho­lung geben. (96)

Ins Netz gegangen (15.12.)

Ins Netz gegan­gen am 15.12.:

Feine Klangkunst: Yulianna Avdeeva in Mainz

Robert Schu­mann war begeis­tert von ihnen: Fré­de­rich Cho­pins 24 Pré­ludes op. 28, die er als „Skiz­zen, Etu­den­an­fän­ge, oder will man, Rui­nen, ein­zel­ne Adler­fit­ti­ge, alles bunt und wild durch­ein­an­der“ cha­rak­te­ri­sier­te. Vor allem waren sie ihm ein Zei­chen der Kün­heit und Genia­li­tät des Kom­po­nis­ten­kol­le­gen. Und wenn man sich anhört, wie Yuli­an­na Avdeeva den Zyklus im Frank­fur­ter Hof spiel­te, möch­te man Schu­mann unbe­dingt zustimmen.

Das liegt nicht dar­an, dass Avdeeva bei ihrem Main­zer Gast­spiel im Rah­men der Rei­he „Inter­na­tio­na­le Pia­nis­ten“ die Vir­tuo­si­tät der 24 kur­zen Stü­cke beson­ders beton­te. Son­dern dar­an, dass sie den gan­zen Zyklus beseel­te. Und das heißt vor allem, dass sie aus­ge­spro­chen viel­fäl­tig spiel­te. Manch­mal ist das pure Ver­füh­run­gen, dann wie­der rei­ne Vir­tuo­si­tät, mal sind es hei­ter per­len­de schein­ba­re Leich­tig­kei­ten, mal düs­te­re Visio­nen. Aber alles lebt, immer atmet der Kla­vier­ton. Und stets ist die Poe­sie der Pré­ludes zu hören – nicht nur der Noten, son­dern auch des Klangs. Denn vor allem im lei­se­ren, gedämpf­ten Regis­ter kann Avdeeva aus dem Flü­gel im Frank­fur­ter Hof viel her­aus­ho­len. Ohne Schwulst spielt sie, aber mit einem fei­nen Ohr für die Zwi­schen­rei­che der Stim­mun­gen, die leich­ten Ein­trü­bun­gen, aber auch die vor­sich­ti­gen opti­mis­ti­schen Anwand­lun­gen – und den fähi­gen Fin­gern, das genau umzu­set­zen. So zei­gen sich die Pré­ludes bei ihr in der Ver­bin­dung von Vir­tuo­si­tät und Innig­keit als wirk­lich roman­ti­sche Musik. 

Das liegt auch dar­an, dass ihr war­mer, sanft gerun­de­ter Ton mit der nöti­gen Sta­bi­li­tät für die­se Viel­falt nur in sehr geschwin­den und lau­ten Pas­sa­gen etwas hart und grell wird. Dafür ist ihre Klang­fül­le im pia­nis­si­mo gran­di­os. Aber sowie­so ist es gar nicht so sehr das auf­brau­sen­de Moment, das in ihrer Inter­pre­ta­ti­on begeis­tert, son­dern das zurück­ge­nom­me­ne, melan­cho­li­sche: Da sind die Töne ein­fach viel far­bi­ger, selbst in der Schwarz-Weiß-Welt noch viel­fäl­ti­ger dif­fe­ren­ziert als in den stür­me­ri­schen Pré­ludes, die bei Avdeeva oft etwas grell und fast geschwät­zig wirken.

Fast magisch klan­gen unter ihren Hän­den auch die eher sel­ten zu hören­den „Drei Kla­vier­stü­cke“ von Franz Schu­bert. Spä­te Wer­ke sind das, geschrie­ben im Todes­jahr des Kom­po­nis­ten, deren nach­denk­li­chen Töne man heu­te fast schon die Ahnung des Todes unter­stel­len möch­te. Vol­ler Sub­ti­li­tät und mit einem sehr fra­gen­den, immer suchen­den Ton spielt Avdeeva sie als Musik, die nicht alles weiß und ihre Lücken kennt – eine Musik der Ver­ge­wis­se­rung und Suche, die hier in star­ker emo­tio­na­ler Span­nung mit sou­ve­rä­ner Zart­heit fast die Zeit auf­zu­he­ben vermag.
Ser­gej Pro­kof­jews sieb­te Kla­vier­so­na­te wirk­te zwi­schen die­sen bei­den Roman­ti­kern fast wie ein Fremd­kör­per – nicht wegen sei­ner Moder­ni­tät, son­dern wegen sei­ner leben­di­gen Schroff­heit, die bei Avdeeva frei­lich nur in einer etwas glatt­ge­bü­gel­ten Ver­sio­nen erschei­nen: Gera­de die Ner­vo­si­tät der Musik spielt hier kei­ne beson­de­re Rol­le. Das liegt auch dran, dass gro­ße Ges­ten bei ihr immer blo­ße Ges­ten blei­ben und nie so zwin­gend sind wie der inten­si­ve Aus­druck, den sie gera­de den unschein­ba­ren Momen­ten der Sona­te mit auf den Weg gibt. Die wirk­li­che Emo­ti­on steckt eben immer im Detail – und die Inten­si­tät ebenso.

(geschrie­ben für die main­zer rhein-zeitung.)

Jedes Jahr neu: Bachs Weihnachtsoratorium

Es gehört zur Vor­weih­nachts­zeit wie der Advents­kranz, der Glüh­wein und der Leb­ku­chen: Das Weih­nachts­ora­to­ri­um. Und mit „dem“ Weih­nachts­ora­to­ri­um ist natür­lich immer der 1734 kom­po­nier­te Kan­ta­ten­zy­klus von Johann Sebas­ti­an Bach gemeint. Jedes Jahr wie­der begeis­tert es in sei­ner Groß­ar­tig­keit. Die­se Musik für sechs Sonn­ta­ge – von Weih­nach­ten bis Epi­pha­nis – geballt an einem Abend zu hören, das ist immer wie­der beein­dru­ckend. Und das liegt nicht nur an der schie­ren Grö­ße, son­dern an der Viel­falt und Inten­si­tät der Bach’schen Musik, die auch heu­te noch, nach den unzäh­li­gen Auf­füh­run­gen, die jeder schon gehört hat, neu und unver­braucht klin­gen kann. 

Da kommt es frei­lich sehr auf die Musi­ker an – und das sind kei­ne gerin­gen Anfor­de­run­gen: Chor und Solis­ten, Instru­men­ta­lis­ten und Diri­gent sind hier glei­cher­ma­ßen immer wie­der gefordert.Das Kon­zert der Main­zer Musik­hoch­schu­le in St. Ignaz mit dem Guten­berg-Kam­mer­chor, dem Neu­may­er-Cons­ort und Solis­ten aus dem „Barock vokal“-Programm, zeig­te sehr schön, dass man dazu aber nicht unbe­dingt gro­ße Namen braucht. 

Diri­gen­ten des Weih­nachts­ora­to­ri­um ste­hen immer wie­der vor der Ent­schei­dung, ob sie eher auf Opu­lenz setz­ten oder als Musi­ker eine zurück­ge­nom­me Schlicht­heit bevor­zu­gen. Felix Koch, der die stu­den­ti­sche Beset­zung lei­te­te, hat die sel­te­ne Mög­lich­keit, bei­des gleich­zei­tig zu tun. Sein Chor ist rela­tiv klein besetzt und ent­spre­chend wen­dig und schlank im Klang, das Orches­ter spielt sicher auf Ori­gi­nal­in­stru­men­ten. Zusam­men kön­nen die ordent­lich auf­trump­fen, aber auch fast kam­mer­mus­ka­lisch und intim klingen. 

Dafür sind aber die Solis­ten sehr groß­zü­gig besetzt: Ins­ge­samt neun jun­ge, von Andre­as Scholl im Kol­leg „Barock vokal“ auf die­se Auf­füh­rung vor­be­rei­te­te Sän­ger und Sän­ge­rin­nen tei­len sich Rezi­ta­ti­ve und Ari­en. Mit Aus­nah­me des Evan­ge­lis­ten, den Jonas Boy zugleich jugend­lich-frisch und sicher singt, wech­seln sich die Voka­lis­ten dabei im Lauf der Kan­ta­ten ab. Das macht das Ora­to­ri­um einer­seits abwechs­lungs­reich, sorgt ande­rer­seits aber auch für eine gewis­se Uneinheitlichkeit. 

Aber abwechs­lungs­reich war das Weih­nachts­ora­to­ri­um in St. Ignaz sowie­so. Natür­lich sind die von Felix Koch ange­schla­ge­nen Tem­pi zügig, aber nie über­trie­ben forsch. Er bringt die Ensem­bles zu einer federn­den, impul­si­ven und trei­ben­den Klang­ge­stalt. Im Gan­zen wirkt das aber vor allem ange­nehm unprä­ten­ti­ös: Koch bemüht sich um eine schlich­te Wahr­heit, die die Musik nicht als pom­pö­sen Mono­li­then zele­briert, son­dern hör­bar Offen­heit und Klar­heit anstrebt. Des­we­gen steht der gesun­ge­ne Text auch sehr im Vor­der­grund, von „Lal­len“ oder „mat­ten Gesän­gen“, wie es im Anfangs­chor der drit­ten Kan­ta­te heißt, war hier nichts zu spü­ren. Beson­ders schön gelin­gen aber immer die Momen­te, in denen die Musik – vor allem im Chor – leicht und hell wird: Hier fin­det Koch mit sei­ner Trup­pe in inni­gen und über­zeu­gen­den Klän­gen am ehes­ten zu sich. Und in die­sen Momen­ten lässt sich der Weih­nachts­mark­tru­bel ganz ein­fach ver­ges­sen und der eigent­lich Grund für das Fest rückt wie­der ins Bewusst­sein: Die Geburt des Erlösers. 

(geschrie­ben für die Main­zer Rhein-Zeitung.)

Ins Netz gegangen (11.12.)

Ins Netz gegan­gen am 11.12.:

  • Kath­rin Pas­sig über Wolf­gang Herrn­dorf und sein Buch »Arbeit und Struk­tur« – Lite­ra­tur – Kath­rin Pas­sig über Wolf­gan Herrn­dorf, sein Blog/​Buch, das Pro­blem der Ster­be­hil­fe und die Schwie­rig­keit, sich „ver­nünf­tig“ selbst zu töten.

    Man hat es nicht leicht mit den Schrift­stel­lern. Sie ver­tre­ten ihre Mei­nung schön und über­zeu­gend, auch wenn es sich um eine mäßig durch­dach­te Mei­nung han­delt. Eben­so schwie­rig ist es mit ihren Freun­den. Als ich zusag­te, die­sen Bei­trag zu schrei­ben, woll­te ich für eine bes­se­re Rege­lung der Ster­be­hil­fe in Deutsch­land plä­die­ren – nicht gera­de für die Extrem­form der Libe­ra­li­sie­rung, die Herrn­dorf sich wünsch­te, aber doch dafür, dass Ster­be­wil­li­ge es leich­ter haben soll­ten als er. Aber vor dem Gesetz besteht kein Unter­schied zwi­schen mei­nem Wunsch und denen ande­rer Hin­ter­blie­be­ner, die aus aku­tem Unglück her­aus die Todes­stra­fe für Kin­der­mör­der for­dern, ohne sich dafür zu inter­es­sie­ren, dass das Recht noch ande­re Situa­tio­nen als die ihre zu berück­sich­ti­gen hat.

    Es ist ein­fach, anhand von Arbeit und Struk­tur die Nach­tei­le des bestehen­den Sys­tems zu kri­ti­sie­ren. Aber es ergibt sich kei­nes­wegs ein­fach dar­aus, wie ein ande­res Sys­tem aus­zu­se­hen hätte.

  • Publi­ka­ti­on von „Mein Kampf“ – „Der Auf­trag ist gestoppt“ – Süddeutsche.de – die spin­nen wirk­lich in Bay­ern: Nach 70 Jah­ren hin und her um Hit­lers „Mein Kampf“ beschlie­ßen sie nun, das sei volks­ver­het­zend und bla­sen kur­zer­hand die schon ziem­lich weit fort­ge­schrit­te­ne wis­sen­schaft­lich kom­men­tier­te Edi­ti­on des IfZ ab.

    Nun trifft die Staats­re­gie­rung die Ent­schei­dung im Allein­gang. Das Buch sei volks­ver­het­zend, sag­te Staats­kanz­lei­che­fin Hadert­hau­er. Wenn Ver­la­ge das Buch in Zukunft ver­öf­fent­li­chen woll­ten, wer­de die Staats­re­gie­rung Straf­an­zei­ge stellen./

  • ZDF-Geschichts­fern­se­hen: Pein­lichs­te Miss­ge­schi­cke der Histo­ry – FAZ – Nach­dem ich gele­sen habe, was Ste­fan Nig­ge­mei­er über die ZDF-Ver­su­che, mit Geschich­te Fern­se­hen und Quo­te zu machen, geschrie­ben hat, möch­te ich mir den Kram wirk­lich nicht mehr ansehen:

    Manch­mal wirkt es, als muss­ten die Autoren blind in einen Con­tai­ner mit wie­der­zu­ver­wer­ten­dem Mate­ri­al grei­fen und es irgend­wie zu einem gemein­sa­men Ober­be­griff zusammenklöppeln.

  • xkcd: File Exten­si­ons – xkcd ist heu­te mal wie­der außer­ge­wöhn­lich gut:
  • Twit­ter /​medieval­gill: Fee­ling fris­ky? Pls con­sult … – RT @AndyKesson: For tho­se who missed it, the medieval sex flow chart, cour­te­sy of @sirthopas and @medievalgill. Stop! Sin!
  • Zustell­pra­xis von Paket­diens­ten: Post war da – Geld – Süddeutsche.de – Jour­na­lis­mus ist anders: Eine SZ-Schrei­be­rin hat ihr Paket nicht bekom­men. Und schimpft. Ohne die Gegen­sei­te zu hören
  • Georg Büch­ner: Aus­stel­lung zum 200. Geburts­tag | ZEIT ONLINE – Der Tages­spie­gel ist von der Darm­städ­ter Büch­ner-Aus­stel­lung auch nicht so ganz begeistert:

Zeit

Und von jetzt ab und eine gan­ze Zeit über
Wird es kei­nen Sie­ger mehr geben
Auf eurer Welt, son­dern nur mehr
Besieg­te.
Ber­tolt Brecht, Der Unter­gang des Ego­is­ten Johann Fatzer

Kunst

So sieht also eine (fast) 55jährige Kla­ri­net­tis­tin aus, die CDs ver­kau­fen will:

Sabine Meyer auf dem Cover des jpc-couriers, ganz ohne Falten ...

Sabi­ne Mey­er auf dem Cover des jpc-cou­riers, ganz ohne Falten …

Und ich dach­te, bei klas­si­scher Musik käme es nicht aufs Äuße­re an … Aber die Pho­to­shop-Manie macht wohl vor nie­man­den mehr halt.

Neue Ideen

John Cage

Ins Netz gegangen (5.12.)

Ins Netz gegan­gen am 4.12.:

  • Mord: Der Para­graf | ZEIT ONLINE – Nied­ri­ge Beweg­grün­de soll­ten kein Maß­stab mehr sein
    Der Mord-Para­graf des Straf­ge­setz­bu­ches muss drin­gend über­ar­bei­tet wer­den. Bei­lei­be nicht nur, weil er von Nazi-Juris­ten for­mu­liert wurde.
  • Gelie­fert | zynæs­the­sie – wun­der­ba­re Lie­fe­rung. RT @zynaesthesie: Geliefert
  • Archaeo­lo­gy in Greece Online – An indis­pen­si­ble tool for rese­ar­chers in all disci­pli­nes who wish to learn about the latest archaeo­lo­gi­cal dis­co­veries in Greece and Cyprus, Archaeo­lo­gy in Greece Online/​Chronique des fouilles en ligne is a rich­ly illus­tra­ted topo­gra­phi­cal data­ba­se with a map­ping fea­ture to loca­te field pro­jects within sites and regions.
  • Lyri­ke­rin Elke Erb : „Es ist Leben, kon­kret, nicht Spie­le­rei“ – DIE WELT – Elke Erb spricht über das Schrei­ben und Leben:

    Es ist eine akti­ve Welt und es kommt dar­auf an, wie man spricht. Es ist doch ganz egal, wovon man spricht, Haupt­sa­che, es wird anstän­dig erzählt.

    Die Spra­che ist ein leben­di­ges Ding und nicht etwas, was schon fest­ge­legt ist. Was man übri­gens auch sehen kann, wenn die Klein­le­ben­di­gen kom­men, die klei­nen Kin­der, wenn sie die Spra­che nach­bil­den wol­len und Vor- und Nach­sil­ben ausprobieren.

    Und natür­lich, ganz zentral: 

    Die Spra­che lebt, wie gesagt. Es ist Leben, kon­kret, nicht Spielerei.

    (Die Fra­gen von Doro­thea von Tör­ne kom­men mir aller­dings durch­aus selt­sam vor, wie hin­ge­schmis­se­ne Bro­cken, die war­ten, ob Erb irgend­wie dar­auf reagie­ren mag …

  • Ein letz­tes Gespräch mit Peter Kurz­eck: „Wie sollst du dir jetzt den erset­zen?“ – Feuil­le­ton – FAZ – Ein Gespräch mit Peter Kurz­eck im Sep­tem­ber 2013 über Wal­ter Kem­pow­ski, Chro­nis­ten und Schrift­stel­ler und das Tage­buch­schrei­ben, das noch ein­mal Kurz­ecks Posi­ti­on (zum Schrei­ben und zur Welt) sehr schön zusammenfasst:

    Ja, man denkt, man sei für die Bewah­rung der Welt zuständig.

    Schön auch die­se bei­läu­fi­ge Bemerkung: 

    Man muss schon auf­pas­sen, was man liest.

Seite 71 von 208

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén