Schönheit ist die einzige, heute noch einigermaßen erschwingliche Heldenhaftigkeit.
—Gerhard Falkner (im Gespräch mit Cornelia Jentzsch)

Schönheit ist die einzige, heute noch einigermaßen erschwingliche Heldenhaftigkeit.
—Gerhard Falkner (im Gespräch mit Cornelia Jentzsch)
Ins Netz gegangen am 10.3.:
Normalerweise stört es mich nicht, wenn andere Leute meine Texte oder Bilder weiterverbreiten. Falls es mich doch mal stört, schreibe ich eine freundliche E‑Mail oder greife zum Telefon (außer bei Kai Diekmann). Aber in diesem Fall dachte ich mir: Warum sollen unter dem kaputten Urheberrecht immer nur die Leute leiden, die damit täglich arbeiten müssen? Und nicht auch mal die, die dafür verantworlich sind?
Unverständlich jedoch: Was bringt scheinbar gesunde, gutsituierte Menschen dazu, unverdrossen über Dinge zu reden, die sie nicht betreffen, sondern nur die Trägheit ihres Geistes offenbaren? Homophobie, Angst vor Randgruppen und Ekel vor in Retorten gezeugtem Leben sagen nur etwas über den Verstand der lallenden Kritiker aus. Sie sagen: Ich bin am Ende mit meiner Weisheit. Ich will nicht denken, ich will mich nicht neu orientieren. Ich will keine Welt, in der alle Menschen gleich sind.
Man wagt es kaum zu sagen: Vielleicht sollte sich der Rechtsstaat – jedenfalls vorläufig, bis zum Beweis des Gegenteils – bei dem Beschuldigten Sebastian Edathy einfach entschuldigen. Er hat, nach allem, was wir wissen, nichts Verbotenes getan. Vielleicht sollten diejenigen, die ihn gar nicht schnell genug in die Hölle schicken wollen, vorerst einmal die eigenen Wichsvorlagen zur Begutachtung an die Presse übersenden. Vielleicht sollten Staatsanwaltschaften weniger aufgeregt sein und sich ihrer Pflichten entsinnen. Vielleicht sollten Parteipolitiker ihren durch nichts gerechtfertigten herrschaftlichen Zugriff auf den Staat mindern. Vielleicht sollten aufgeklärte Bürger ernsthaft darüber nachdenken, wo sie die Grenze ziehen möchten zwischen Gut und Böse, zwischen dem Innen und Außen von Gedanken und Fantasien, zwischen legalem und illegalem Verhalten. Zwischen dem nackten Menschen und einer „Polizey“, die alles von ihm weiß.
Als ich einmal Ornamente gezeichnet habe, fiel mir auf, dass in meiner Struktur offenbar etwas angelegt ist, das die Abweichung immer bejaht. Ich versuche, den absolut schönen Kreis, die gerade Linie zu zeichnen, aber meine Finger sind bis in die Spitzen darauf trainiert, die Abweichung gutzuheißen. […] Ich glaube, es wäre voreilig, sich damit zufrieden zu geben, nicht perfekt sein zu wollen. Natürlich kann ich nicht wie ein Computer zeichnen, aber die Bemühung darum macht etwas mit mir. Ich habe genug Chaos in mir, um froh zu sein, wenn ich mich um klare Formen bemühe. Ohne die Liebe zur unerreichbaren Perfektion, zu Gott, wie immer Sie es nennen wollen, wäre Kunst auch nur so ein Kacken. Wenn man sich damit zufrieden gibt, das Fleischliche, Fehlerhafte zu feiern.
Antonín Dvořák. „Měsíčku no nebi hlubokém“ („Lied an den Mond“, aus „Rusalka“) – Renée Fleming
Ins Netz gegangen am 5.3.:
Die These von der „Unschuld“ der Reichsregierung an der Auslösung des Weltkrieges im Juli 1914 kann nur vertreten werden, wenn man die Ergebnisse der peniblen Archivforschung der letzten fünfzig Jahre bagatellisiert oder ganz außer Acht lässt. Bei allen Unterschieden in der Gewichtung war die Forschung übereinstimmend zu der Meinung gelangt, dass die längerfristigen Ursachen der beiden Weltkriege im erstaunlichen Erfolg des von Bismarck geeinten Deutschen Reiches zu sehen seien.
Tilly führte Krieg für den Kaiser und die Katholische Liga. Nur er allein? Oder hatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich? Wir wissen es gar nicht so genau, wollen es ihm aber gerne gönnen. Wer das engere Umfeld des Generalleutnants bildete, dazu wird man Aufschluß aus einer Aufstellung des sog. „Hofstaats“ erwarten können, der im November 1623 im Gebiet um Fulda Quartier nahm.
Die Natur ist in diesem Fall polymorph, ohne dabei, wie Freud meinte, „polymorph pervers“ zu sein. Pervers ist nur der Glaube, die Natur folge einem normativen Konzept, was sie schon deshalb nicht tut, weil sie keine Straßenverkehrsordnung kennt.
Schon im 19. Jahrhunderts war das Problem der sinnlosen Wirtschaftspolitik und fehlgeleiteter Subventionen zur ökonomischen Förderung einer Region und Hebung ihres allgemeinen Wohlstands offenbar nicht unbekannt. Wolfram Siemann schreibt in seinem kleinen Metternich-Büchlein:
Mit dem für ihn nicht seltenen ironischen Sarkasmus geißelte er die bisherige irregeleitete Wirtschaftspolitik. Deren Resultat seien «Pferderennen, Casinos, ungarisches Theater und eine Millionen kostende Brücke, zu der keine fahrbaren Straßen führen». (104)
– und zitiert dabei Metternichs Denkschrift „Über die Ungarischen Zustände“ aus dem Jahre 1844. So viel also zum dem „aus der Geschichte lernen“ – Brücken, die ohne Straßenanschluss im Nirgendwo der (Provinz-)Landschaft herumstehen, das habe ich auch am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts mitten in der Bundesrepublik noch kennen gelernt. Ob man freilisch (ungarisches) Theater unbedingt als nutzlose Investition ansehen will, das kommt wohl doch sehr auf den persönlichen Standpunkt an. Heute ist das ja wieder Mode – ich bin aber doch der Meinung, dass öffentlich finanzierte Theater in einem der reichsten Länder der Erde eine Selbstverständlichkeit sein sollten.
„Stehende Heere (miles perpetuus) sollen mit der Zeit ganz aufhören.“ Denn sie bedrohen andere Staaten unaufhörlich mit Krieg durch die Bereitschaft, immer dazu gerüstet zu erscheinen; reizen diese an, sich einander in Menge der Gerüsteten, die keine Grenzen kennt, zu übertreffen, und indem durch die darauf verwandten Kosten der Friede endlich noch drückender wird als ein kurzer Krieg, so sind sie selbst Ursache von Angriffskriegen, um diese Last loszuwerden; wozu kommt, daß, zum Tödten oder getödtet zu werden in Sold genommen zu sein, einen Gebrauch von Menschen als bloßen Maschinen und Werkzeugen in der Hand eines Andern (des Staats) zu enthalten scheint, der sich nicht wohl mit dem Rechte der Menschheit in unserer eigenen Person vereinigen läßt.
—Immanuel Kant: Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf, 1795; Abschnitt I, Artikel 3
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ich finde gut, dass karl valentin einen eigenen feiertag hat.
— yetzt (@yetzt) February 13, 2014
Auferstanden aus Ruinen und der Vergangenheit zugewandt. Der davor. Als wir noch wer waren.
— Anatol Stefanowitsch (@astefanowitsch) February 18, 2014
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irene ist die apple-version von rené.
— felix schwenzel (@diplix) February 26, 2014
Theodor Mommsen: Römische Geschichte S01 E03
— https://bsky.app/profile/handwerk.bsky.social (@der_handwerk) February 27, 2014
Ins Netz gegangen am 27.2.:
Zudem sei bislang auch nicht hinreichend nachgewiesen, dass Sturzhelme signifikant zur Abwendung von Kopfverletzungen führten. Jedenfalls sei aber das Ausmaß des Schutzes nur schwer zu qualifizieren. Allein die tendenzielle Schutzwirkung des Fahrradhelmes begründe jedoch noch keine allgemeine Helmtragepflicht.
via @viertelnachvier
Gefühle sind die zumeist lästigen Nebenprodukte des harten Realismus der Geschichte; wenn ihre Verwalter schon die Fakten selektiv, also nach Gutdünken behandeln, so lassen sie die Gefühle derer, mit denen Geschichte gemacht wird, nach Möglichkeit ganz auf der Strecke bleiben. Das ist der Unterschied zwischen der Geschichte und den Geschichten.
—Wolfgang Hilbig
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