»Nächstens mehr.«

Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Taglied 2.4.2012

Micha­el Fin­nis­sy war mir bis vor kur­zem noch unbe­kannt. Das hier ist eine schö­ne, andäch­ti­ge Kla­vier-Arbeit über den Cho­ral „Wenn wir in höchs­ten Nöthen sind“, gespielt von Nicho­las Hodge:


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Golgatha in Weisenau

Man muss Bru­no Lei­pold nicht ken­nen. Und man kann es eigent­lich auch gar nicht: Auf den Kon­zert­pro­gram­men taucht sein Name nicht mehr auf, selbst ein­schlä­gi­ge Nach­schla­ge­wer­ke wis­sen wenig über ihn zu berich­ten. Das war ein­mal anders, zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts hat­te der Kan­tor, Vio­li­nist und Kom­po­nist zumin­dest regio­na­le Berühmt­heit in Thü­rin­gen erlangt. Die Wei­sen­au­er katho­li­sche Gemein­de hat ihn jetzt in Erin­ne­rung geru­fen – aber nicht, um eine Lei­pold-Renais­sance anzu­sto­ßen, son­dern zur Fei­er des 700jährigen Gemein­de-Jubi­lä­ums und als Gedenk­kon­zert für Weih­bi­schof Gubal­la. Dafür haben dort ein Proe­jkt­chor mit Unter­stüt­zung des Peter-Cor­ne­li­us-Kon­ser­va­to­ri­ums Lei­polds Pas­si­ons­or­a­to­ri­um unter der Lei­tung vo Ronald R. Pel­ger aufgeführt.

Schlicht „Gol­ga­tha“ ist es beti­telt, schlicht und unge­küns­telt ist auch die Musik, die Lei­pold zur Pas­si­ons­ge­schich­te geschrie­ben hat. Das ist ech­te Kir­chen­mu­sik aus der Pra­xis: Lei­pold arbei­tet mit beschei­de­nen und spar­sa­men, aber wir­kungs­vol­len Mit­teln. Schon in der Beset­zung: Neben der Orgel sind noch eini­ge Strei­cher vor­ge­se­hen, ein ergän­zen­des Eng­lisch­horn und für den Schluss­chor auch noch Pau­ken. Auch die Sing­stim­men ver­lan­gen kei­ne hoch­ge­züch­te­ten Stim­men: So wer­den auch in Wei­se­nau alle Solis­ten­par­tien aus dem Chor besetzt. Und das funk­tio­niert. Denn die Pas­si­ons­ge­schich­te erhält so den Charme unmit­tel­ba­rer Über­zeu­gung und den Aus­druck ech­ter Her­zens­fröm­mig­keit. Das gelingt auch ohne aus­ge­fal­le­ne künst­le­ri­sche Mit­tel: Man hört es auch in der Wei­sen­au­er Kir­che, wie begeis­tert und enga­giert die Sän­ge­rin­nen und Sän­ger das vortragen.

Zumal Lei­polds „Gol­ga­tha“ sowie­so nicht so offen­sicht­lich kon­zer­tant ist: Man muss das gar nicht als Kon­zert ver­ste­hen, son­dern kann es wie einen Got­tes­dienst auf­fas­sen. Sogar mit­sin­gen lässt der Kom­po­nist die Besu­cher – die Gemein­de – wie­der, wie es lan­ge Tra­di­ti­on war. Und das klappt sogar: Zunächst zwar zögernd, aber dann durch­aus ver­nehm­lich stim­men die ver­sam­mel­ten Zuhö­rer und/​oder Gläu­bi­gen in die Cho­rä­le ein. Auch sonst merkt man dem Opus 216 den umtrie­bi­gen und erfah­re­nen Kir­chen­mu­si­kers an: Das ist soli­de gear­bei­tet, greift von der Ein­gangs-Sin­fo­nia bis zum schon öster­lich jubi­lie­ren­den Schluss­chor immer wie­der ver­schie­de­ne Choral­the­men auf. Direkt, leicht ver­ständ­lich bleibt „Gol­ga­tha“ auch in den weni­gen Ari­en und Ensem­bles: Musik für Ama­teu­re könn­te man das nen­nen, aus einer Zeit, in der „Ama­teur“ noch kein Schimpf­wort war. Ronald R. Pel­ger diri­giert das in zügi­gen, gefäl­li­gen Tem­pi, mit Gespür für die dra­ma­ti­schen Höhe­punk­te und die Dich­te des Gesche­hens. Und er macht deut­lich: Das ist hier, in der Pfarr­kir­che, auf­ge­führt von einem Chor aus der Gemein­de, genau die rich­ti­ge Musik genau am rich­ti­gen Platz.

(geschrie­ben für die Main­zer Rhein-Zeitung.)

Taglied 1.4.2012


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(ganz net­te Stück­chen von Ein­ojuha­ni Rautavaara)

Lieblingstweets März 2012

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im märzwald

im märzwald by matthias mader
im märz­wald, a pho­to by mat­thi­as mader on Flickr.

Ulri­ke Almut San­dig, im märzwald

Taglied 30.3.2012

Ein Zufalls­fund heu­te, mir völ­lig unbe­kannt bis dato: Wil­liam Walt­on, Pas­sca­glia on the Death of Fal­staff (aus Hen­ry V)


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Wahrheiten

Besprechungen– „Reviews“, von xkcd

Taglied 29.3.2012

„The Art Song Pro­ject“ ist eine wun­der­ba­re Idee, die ich jedem (Kunst-)Lied-Liebhaber nur ans Herz legen kann. Dort fin­det man wirk­li­che Rari­tä­ten und Kost­bar­kei­ten – es macht immer wie­der Freu­de, dort zu stö­bern und zum Bei­spiel so etwas zu fin­den wie Anton Rubin­steins „Du bist wie eine Blu­me“ oder Lars Erik Lars­sons „För vils­na föt­ter sjun­ger grä­set“ (die sich hier lei­der nicht ver­nünf­tig ein­bin­den las­sen und des­halb „nur“ ver­linkt sind).

Aufrechter Gang

„Aber in die­ser Zeit begann ein neu­es, ein här­te­res Traing, des schmerz­haf­ten und wun­der­ba­ren auf­rech­ten Gangs.“

— Vol­ker Braun, Höh­len­gleich­nis (Der Stoff zum Leben 1/​Training des auf­rech­ten Gangs, 1977)

„der auf­rech­te gang ist gewöhnungsbedürftig.
schritt für schritt für schritt für schritt in richtung
lichteinfall.“

— Ein­stür­zen­de Neu­bau­ten, Der Weg ins Freie (Per­pe­tu­um mobi­le, 2009)

Taglied 27.3.2012

Wun­der­schö­ne Kla­vier­mu­sik von Georg Crumb, aus dem Makro­kos­mos Vol. 2, Nr. 1 & 4:

Crumb—Makrokosmos Vol.II No.1 & 4, Clai­re Chiu

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