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Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Taglied 5.6.2012

Die Suite für 9 Instru­men­te op. 81 von dem lei­der viel zu sel­ten gespiel­ten René Lei­bo­witz:

Lei­bo­witz, Suite for nine instru­ments op.81 {Part 1/​2}

Beim Kli­cken auf das und beim Abspie­len des von You­Tube ein­ge­bet­te­ten Vide­os wer­den (u. U. per­so­nen­be­zo­ge­ne) Daten wie die IP-Adres­se an You­Tube übertragen.

Lei­bo­witz, Suite for nine instru­ments op.81 {Part 2/​2}

Beim Kli­cken auf das und beim Abspie­len des von You­Tube ein­ge­bet­te­ten Vide­os wer­den (u. U. per­so­nen­be­zo­ge­ne) Daten wie die IP-Adres­se an You­Tube übertragen.

Gute-Laune-Botschafter

Sie sind gekom­men, um zu unter­hal­ten. Und von ihrer Mis­si­on las­sen sie sich nicht abbrin­gen, kei­ne Hand­breit. Schon ihr Name, „Fan­fa­ra Kalash­ni­kov“, macht ja deut­lich, dass Sub­ti­li­tät und Ver­füh­rung nicht ihr Stil sind: Hier wird Blas­mu­sik mit bra­chia­ler Unter­hal­tungs­ge­walt gemacht. Fried­lich ist das nicht, Gefan­ge­ne machen Fan­fa­ra Kalash­ni­kov sowie­so nicht. Wer Ruhe und Ent­span­nung sucht, ist beim Eröff­nungs­kon­zert des „Mit Pau­ken & Trompeten“-Festivals auf der Mala­koff-Ter­ras­se falsch und muss unver­rich­te­ter Din­ge wie­der nach Hau­se gehen. Die ande­ren dür­fen sich freu­en und ger­ne ver­ei­nah­men lassen.

Blas­mu­sik könn­te aber in die Irre füh­ren. Denn was die Blech­blä­ser hier ver­an­stal­ten, hat mit tra­di­tio­nel­len Blas­ka­pel­len so viel zu tun wie ein For­mel-1-Boli­de mit einem Smart. Die acht Män­ner hal­ten sich aber auch nicht gera­de zurück. Nicht musi­ka­lisch und auch sonst nicht – ja, ein biss­chen Machis­mus gehört da durch­aus dazu, auch im Auf­tre­ten, Klei­dung und Beneh­men. Das kann man ihnen aber durch­ge­hen las­sen, denn zum Reden sind sie nicht gekom­men – son­dern als Gute-Lau­ne-Bot­schaf­ter der rumä­ni­schen Musik. Das ist aber schon wie­der unge­nau: Klar hat Fan­fa­ra Kalash­ni­kov ihre Wur­zeln in der Folk­lo­re Rumä­ni­ens. Aber was sie spie­len, ist weit mehr: Funk, Rock, Jazz, ande­re Folk­lo­ris­men vor allem des Bal­kans fin­den sich da ganz selbst­ver­ständ­lich zu einem ziem­lich ein­zig­ar­ti­gen Sound gemixt. Egal, was sie ver­ar­bei­ten – es wird immer zu ihrer Musik. „Bal­kan Speed Brass“ nen­nen sie das. Auf Speed wähnt man sie durch­aus: Unbän­di­ge Ener­gie ver­brei­ten sie für weit über zwei Stun­den, wie ein Wir­bel­wind fegen sie durch die Ohren, viel stär­ker als das leich­te Lüft­chen am Rheinufer. 

Wenn sie ein­mal los­le­gen, las­sen sie ihre Lip­pen kaum noch von den Instru­men­ten. Unbän­dig und unab­läs­sig trei­ben sie die har­ten Rhyth­men vor­an und legen dar­über noch ein paar vir­tuo­se und immer wie­der berüh­ren­de Soli – in all ihrer Rasanz und Ener­gie­ge­la­den­heit ver­steckt sich näm­lich noch mehr als nur ein klei­ner Rest Poe­sie und Roman­tik. Die Metho­de ist dabei fast immer die glei­che: Die bei­den Bari­ton­hör­ner in per­fek­ter Syn­chro­ni­zi­tät geben, zusam­men mit dem Sou­sa­phon und dem spar­ta­nisch aus­ge­stat­te­tem Schlag­zeu­ger, einen fet­ten, kon­stan­ten Beat vor. Über dem aus­ge­spro­chen prä­zi­sen Fun­da­ment legen Gitar­re, Saxo­phon und Trom­pe­ten in lan­gen Wie­der­ho­lun­gen ihre ein­gän­gi­gen Melo­dien und Impro­vi­sa­tio­nen. Total tanz­bar ist das, eigent­lich pure Par­ty­mu­sik. Aber man kann auch beim Zuhö­ren Spaß haben. Und immer­hin, ein paar Main­zer hält es auch nicht auf den Bän­ken: Wirk­lich ein kraft­vol­ler Auf­takt für „Mit Pau­ken und Trompeten“.

(geschrie­ben für die Main­zer Rhein-Zeitung.) 

Taglied 4.6.2012


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Taglied 3.6.2012

Zoe Kea­ting: Into The Trees, ein schö­nes Album für Cel­lo und Technik:

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Das Eigentum

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Glauberei und anderes Hygieneporzellan

Gera­de eben höre ich zum ers­ten, zwei­ten und drit­ten Male das neu­es­te Album der Fehl­far­ben: Xeno­pho­nie. Da ist wie­der rich­tig schön viel Gutes drauf. So rich­tig viel Zustimm-Tex­te zum Bei­spiel. Auf das schö­ne „Platz da!!!“ habe ich ja schon hin­ge­wie­sen. Den bes­ten Text hat aber ein­deu­tig „Glau­be­rei“:

Von allen Far­ben, an die man glau­ben kann 
Kommt das Lau­bi­ge grad am bes­ten an 
[…]
Und jeder Far­be Jün­ger­schar glaubt 
Ihre Far­be sei allei­ne wahr 
Ab sofort wird zurück­ge­glaubt

Wer­den Glau­bens­brü­cken gebaut 
Wer lau­ter glaubt als erlaubt 
Dem wird auf das Haupt gehaut
[…] Denn dar­um geht’s doch bei der Glauberei
Das der eine lau­ter als der and­re sei
Und jede Lärmesjüngerschar
glaubt ihr Gelär­me sei allei­ne wahr
[…]

Auch sonst vie­les aufs Korn genom­men, ohne bil­li­ge Lösun­gen zu ver­spre­chen. Aber der Wider­spruch ist ja nicht nur der ers­te Schritt, son­dern manch­mal auch schon der ent­schei­den­de. Und mir scheint es im Moment nicht so, als ob es davon zu viel gäbe. „Der Wider­spruch tut jedem Leben gut /​Im Wider­spruch, da lebt es sich noch mal so gut“ heißt es in Rich­tig in falsch, einem groß­ar­ti­gen Lied über Arbeit, Kapi­ta­lis­mus und Men­schen (also gleich wie­der alles …)

Aber ande­rer­seits: Beson­ders viel Öffent­lich­keit wer­den Tex­te und Musik der Fehl­far­ben auch 2012 wie­der nicht errei­chen. Da sei­en die gate­kee­per schon vor. Dabei haben nicht nur die kla­ren Tex­te Peter Heins das ver­dient, auch die deut­li­che Musik – ob man’s nun rocki­gen Punk oder pun­ki­gen Rock nen­nen will, bleibt egal – hätte’s schon ver­dient. Und wenn dem einen oder ande­ren die Tex­te zu platt sind – so ganz unbe­rech­tigt ist der Ein­wand sicher nicht -: Wie viel Dif­fe­ren­zie­rung ver­trägt denn ein Lied? Denn das ist es ja, was wir hier haben: poli­ti­sche Lie­der. Immer kri­tisch, immer poli­tisch, immer auch ankla­gend und ger­ne etwas alt­klug, einen Tick bes­ser­wis­se­risch – ganz egal, ob es nun um Poli­tik im enge­ren Sinn geht, um Wirt­schafts­ord­nun­gen und ‑sys­tem (wie zum Bei­spiel in „Bun­des­agen­tur“), um Glau­bens­sys­te­me und ihre Aus­wir­kun­gen (eben im oben zitier­ten „Glau­be­rei“) oder um das eige­ne Altern – skep­tisch blei­ben die Fehl­far­ben immer noch, betrach­ten die Ver­hei­ßun­gen der Gegen­wart genau­so mit Abstand wie Pro­ble­me und Aus­wüch­se. Und „Herbst­wind“ gibt dem gan­zen einen fast ver­söhn­li­chen (aber nur fast!), melan­cho­lich über­hauch­ten, gran­di­os fas­zi­nie­ren­den Ausblick:

[…] Auf allen Plät­zen stinkt’s nach Weihnachtsmarkt
Im Stadt­bad übt man Dekompression
Wer kann, der fliegt in die Nachtsaison
[…] Aus Wol­ken von Chan­cen reg­net Gift auf den Weg
Neben­wir­kun­gen sind bis­her nicht belegt
[…] Woan­ders wird ein Régime weggefegt
Besinn­lich­keit versucht’s mit Fäus­ten aus Stahl
[…]

Fehl­far­ben: Xeno­pho­nie. Tape­te Records. 2012.

Taglied 1.6.2012

David Kai­ser spielt/​sing „Gelohnt hat es sich nicht“ der „Ele­ment of Crime“:

Gelohnt hat es sich nicht /​David Kaiser

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Lieblingstweets Mai 2012

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Historische Bildung?

His­to­ri­sche Bil­dung ist offen­bar auch für Zeit­rei­sen­de durch­aus von Vor­teil. Oder anders gesagt: Tech­no­lo­gie allei­ne macht noch kei­ne bes­se­re Welt. Ohne Kennt­nis und Ver­ständ­nis der Geschich­te ist sie nur die Hälf­te (oder so …) wert:

xkcd: kill hitler

Taglied 31.5.2012

Ach was!? ist eine alte Live-Auf­nah­me von 1981 mit Ulrich Gum­pert, Tony Oxley und Radu Malfat­ti, die desti­na­ti­on-out jetzt auf band­camp ver­füg­bar gemacht hat:

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