Weltuntergänge

Welt­un­ter­gän­ge, Außen­sei­te

Es gibt gar nicht so vie­le Arten und Grün­de, den Welt­un­ter­gang vor­her­zu­sa­gen. Das merkt man, wenn man blät­tert und liest, was Kers­tin Schi­man­dl in „Les fins du mon­de“ ge- und ver­sam­melt hat. Aber es gibt dum­mer­wei­se immer min­des­tens einen Grund, war­um sie alle schei­tern …
Das erste Weltende

Das ers­te Welt­ende

In die­sem lie­be­voll gestal­ten­ten Buch (beson­ders gut gefällt mir der offe­ne Rücken, wo man die Faden­hef­tung schön sehen kann …) tau­chen sie alle auf, die skur­ri­len Wie­der­ho­lungs­tä­ter, die Ein­zel­gän­ger und die gro­ßen Gefolg­schaf­ten, die (pseudo-)wissenschaftlich oder reli­gi­ös argu­men­tie­ren­den Apo­ka­lyp­ti­ker, die Visio­nä­re, die den Zeit­punkt des Welt­endes errech­net oder in Visio­nen erfah­ren haben, auch die Medi­en und die Nach­rich­ten­emp­fän­ger von Außer­ir­di­schen – so ziem­lich alles fin­det sich in die­sem Pan­ora­ma der Apo­ka­lyp­sen. Aus­ge­zeich­net wer­den sogar die Pro­phe­ten, die am beharr­lichs­ten sind und den Welt­un­ter­gang am öftes­ten vor­her­sa­gen – bis zu 16mal reicht das (so vie­le schafft Mari­lyn J. Agee, Charles Tay­lor – „Auf die zehn­te Ankün­di­gung von Charles Tay­lor gehen wir nicht mehr näher ein.“ – und die Zeu­gen Jeho­vas sind aber auch gut dabei), Wie­der­ho­lungs­tä­ter gibt es aber wirk­lich sehr vie­le. Und am Ende ist eines sicher: Über 90% der pro­gnos­ti­zier­ten Welt­un­ter­gän­ge haben wir schon über­lebt. Viel­leicht gelingt es uns ja auch mit den rest­li­chen … Schwer wird es aller­dings um das Jahr 5.000.000.000, wenn die Son­ne sich so weit aus­dehnt, dass sie die Erde über­nimmt ;-) Immer wie­der spürt man in den kur­zen Erklä­run­gen zu den Unter­gangs­da­ten aber auch die Tra­gik, die mut­maß­li­che Ent­täu­schung, die die Anhän­ger sol­cher „Pro­phe­ten“ bei/​nach dem Aus­blei­ben des erwar­te­ten Endes der Welt befal­len haben muss. Aber schön ist es dann doch, die wie­der­keh­ren­den Pro­phe­zei­un­gen zu sehen. Und die Visio­nä­re, die gleich meh­re­re Alter­na­tiv­da­ten vor­her­sa­gen – man weiß ja schließ­lich nie.
Der endgültige Untergang

Der end­gül­ti­ge Unter­gang

Und das Schö­ne ist: Man kann das Buch auch nach dem 21.12.2012 lesen. Und wahr­schein­lich kann man auch noch nach den nächs­ten vor­her­ge­sag­ten Apo­ka­lyp­sen, im „frü­hen 21. Jahr­hun­dert“ oder 2017, dar­in mit Ver­gnü­gen blät­tern …

Rundbuch

Ein run­des Buch

Kers­tin Schi­man­dl: Les fins du mon­de. Welt­un­ter­gän­ge. Mainz: Her­mann Schmidt 2012. 720 Sei­ten (nicht num­me­riert). ISBN 978−3−87439−837−4.
Buchkunst am Weltende

Buch­kunst am Welt­ende