Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Schlagwort: geschichtsunterricht

zaun im schnee

Ins Netz gegangen (17.1.)

Ins Netz gegan­gen am 17.1.:

  • Herr­scher der Baga­tel­len | SZ → Ein schö­nes feuil­le­ton (eine „lie­bes­er­klä­rung“ von rein­hard brem­beck über die kraft der klas­si­schen musik, zufalls­be­geg­nun­gen, baga­tel­len und akti­ves hören (und über widor auf der orgel)

    Ein ähn­li­cher Fall ist die „Pau­se“, das vor­letz­te Stück aus dem „Car­na­val“ von Robert Schu­mann. […] Nur wer den Titel „Pau­se“ kennt, ver­mag sei­ne Iro­nie im Ver­ein mit die­ser atem­lo­sen Musik zu emp­fin­den, die das Pau­sen-Ver­ständ­nis des heu­ti­gen durch­di­gi­ta­li­sier­ten Glo­bal­men­schen bes­ser beschreibt als jeder Leitartikel.

  • Heart­field Online | AdK → sehr schön: die aka­de­mie der küns­te hat dne gra­fi­schen nach­lass von john heart­field online gestellt (und ganz nett auf­be­rei­tet) – eine wah­re fundgrube
  • War­um sie aus den Lehr­plä­nen fast ver­schwun­den sind | FAZ → durch­aus inter­es­san­tes inter­view mit lars dei­le über ger­ma­nen im aktu­el­len geschichts­un­ter­richt, aber auch geschich­te und ihren unter­richt allgemein
  • Juli Zeh | jungle world → magnus klaue hält wenig von juli zeh:

    Ästhe­ti­sche Banau­sie und poli­ti­sche Dem­ago­gie ver­schmel­zen in ihr zur har­mo­ni­schen Einheit

  • Rest­los bedient | Ohne Text singt kein Mensch mit → peter breu­er über ser­vice und dankbarkeit
gefrorene schneeflocke

Ins Netz gegangen (13.12.)

Ins Netz gegan­gen am 13.12.:

  • „Mein Kampf“ wird öfter in der Schu­le gele­sen | SZ → die edi­ti­on scheint also tat­säch­lich zu wirken:

    Seit der Ver­öf­fent­li­chung der his­to­risch-kri­ti­schen Aus­ga­be von Adolf Hit­lers „Mein Kampf“ wird das Buch immer öfter an baye­ri­schen Schu­len behan­delt. Beson­ders in Mit­tel- und Berufs­schu­len wer­den jetzt mehr Aus­schnit­te der Hetz­schrift auf unter­schied­lichs­tes Wei­se in den Unter­richt eingebunden. 

  • Alles online? | digi­thek blog → von wegen alles ist digi­tal – die zen­tral­bi­blio­thek zürich hat in ihrem bestand mal nach­ge­schaut und ‑gezählt:

    Es ist noch längst nicht alles online ver­füg­bar, was in unse­ren Maga­zi­nen steht. Und wenn es digi­tal vor­han­den ist, dann lohnt sich ein Blick in die Biblio­theks­an­ge­bo­te. Goog­le hat zwar vie­les digi­ta­li­siert, auf­grund von Urhe­ber­rech­ten sind die Wer­ke aber nicht voll­stän­dig ver­füg­bar. Und man­che Titel fin­det man wirk­lich nur in den Bibliotheken.“

  • Die Media­the­ken von ARD und ZDF: ein Hor­ror­trip | Über­me­di­en → ste­fan stuck­mann hat sich (in einem recht lan­gen text) die media­the­ken der öffent­lich-recht­li­chen sen­der in deutsch­land ange­schaut – und ist recht unter­wäl­tigt. da bin ich ja fast froh, dass ich dank media­thek­view die sei­ten nur sel­ten auf­su­chen muss …
  • „Der Pan­zer auf der Brust der Stu­den­ten“ | Zeit → hart­mut rosa über stu­den­ten, leis­tungs- und zeit­druck und das lernen

    Uni­ver­si­tä­ten sind Refle­xi­ons­in­stan­zen der Gesell­schaft. Die Atem­lo­sig­keit des wis­sen­schaft­li­chen Betriebs exis­tiert und betrifft Stu­die­ren­de und Leh­ren­de. Ich den­ke, eine Gesell­schaft, die glaubt, sich so eine Refle­xi­ons­in­stanz nicht mehr leis­ten zu müs­sen, ist dem Unter­gang geweiht. Mensch­li­che Lebens­for­men kenn­zeich­nen sich auch dadurch, dass sie sich refle­xiv wei­ter­ent­wi­ckeln, durch die Art und Wei­se, wie sie sich selbst inter­pre­tie­ren und ver­ste­hen. Und das erfor­dert eine gewis­se Distanz zum ope­ra­ti­ven Gesche­hen. Wenn man die Uni­ver­si­tät als rei­ne Aus­bil­dungs­in­sti­tu­ti­on betrach­tet, ver­liert sie ihre Reflexions‑, Kor­rek­tur- und Repa­ra­tur­funk­ti­on. […] Die Rea­li­tät ist viel­leicht, dass die Uni­ver­si­tät zu einer Ent­frem­dungs­zo­ne wird. Ziel müss­te es sein, die Uni­ver­si­tät zu einem Reso­nanz­raum zu machen. Es ist ganz schwer, unter den gegen­wär­ti­gen Bedin­gun­gen, Reso­nanz­oa­sen zu schaffen.

  • Digi­ta­li­sie­rung, Effi­zi­enz und der Rebound-Effekt | trans­form → til­man sant­a­ri­us über den rebound-effekt und die digi­ta­li­sie­rung – nicht wahn­sin­nig neu, aber eine gute zusammenfassung

    Es scheint, dass die Digi­ta­li­sie­rung nicht so ent­spannt res­sour­cen­scho­nend ist, son­dern den gesell­schaft­li­chen Stoff­wech­sel in einer Wei­se neu anregt, die die glo­ba­le Ener­gie- und Res­sour­cen­nach­fra­ge belas­tet: Die Effi­zi­enz­ge­win­ne wer­den mehr als wett­ge­macht durch den gestie­ge­nen Kon­sum den die digi­ta­len Ser­vices und damit gesun­ke­nen Prei­se anregen.

Ins Netz gegangen (17.2.)

Ins Netz gegan­gen am 17.2.:

  • SENSATIONSFUND ERSTEN RANGES: NEUES TRAKL-GEDICHT ENTDECKT! – bei einer biblio­theks­auf­lö­sung in wien wur­de ein bis­her auch den tra­kl-spe­zia­lis­ten unbe­kann­tes gedicht von georg tra­kl ent­deckt: „höl­der­lin“ hat tra­kl auf dem vor­satz eines ban­des sei­ner höl­der­lin-aus­ga­be (wohl in rein­schrift) notiert. die salz­bur­ger „Georg Tra­kl For­schungs- und Gedenk­stät­te“ hat das erwor­ben und als foto, in einer tran­skrip­ti­on und mit einem kom­men­tar hier veröffentlicht.
  • Sili­con Val­ley: Jen­seits von Awe­so­me | Zeit – davd hug, lite­ra­tur­re­dak­teur der „zeit“, hat das sili­con val­ley besucht. und eine herr­li­che repor­ta­ge dar­über geschrie­ben, vol­ler sanf­tem spott, iro­ni­scher distanz und prä­zi­se tref­fen­den for­mu­lie­run­gen über eine selt­sa­me mischung aus uto­pie der tech­no­lo­gi­schen zukunft und här­ten des all­täg­li­chen lebens der gegenwart
  • Kari­ka­tu­ren­Wi­ki – Kari­ka­tu­ren gehö­ren zu den schöns­ten wie zugleich zu den anspruchs­volls­ten Quel­len im Deutsch‑, Geschichts- oder Poli­tik­un­ter­richt. Sie sind des­halb so scher zu ent­schlüs­seln, weil sie sich einer Zei­chen- und Sym­bol­spra­che bedie­nen. Die­se Zei­chen und Sym­bo­le konn­ten in ihrer Zeit meist bei den Lese­rin­nen und Lesern der Zei­tun­gen und Zeit­schrif­ten, in denen die Kari­ka­tu­ren erschie­nen sind, als bekannt vor­aus­ge­setzt wer­den. Eini­ge die­ser Zei­chen benut­zen wir heu­te auch noch, ande­re nicht mehr.

    Die­ses Wiki soll dabei hel­fen, die Ent­schlüs­se­lung von Kari­ka­tu­ren in der Schu­le ein­fa­cher zu machen.

  • „Ver­steck­te Kame­ra“ im ZDF: Das muss eine Par­odie sein | Süd­deut­sche Zei­tung – hans hoff zer­reißt die „ver­steck­te kame­ra“ von zdf mit aplomb und häme:

    Außer­dem trägt er einen Hips­ter-Bart, also irgend so eine Wuschel­be­haa­rung, die man von Ange­hö­ri­gen der Tali­ban und arbeits­lo­sen Ber­li­ner Dreh­buch­au­to­ren kennt.
    […] Wenn man etwas Gutes über Ste­ven Gät­jen sagen möch­te, könn­te man anmer­ken, dass er ein guter Ober­kell­ner wäre. Er kann sich Sachen mer­ken, kann Sät­ze unfall­frei aus­spre­chen, und hier und da hat er sogar eine kecke Bemer­kung parat. […] Das wirk­lich Gute an Gät­jen ist aber vor allem sei­ne Dis­kre­ti­on. Kaum hat er sei­ne Ansa­ge voll­endet, ver­schwin­det er kom­plett aus der Erin­ne­rung des Zuschau­ers und beläs­tigt die­sen nicht mit even­tu­ell zu befürch­ten­den Erup­tio­nen von Cha­ris­ma oder Ori­gi­na­li­tät. So wie sich das für einen ganz dem Dienst­leis­tungs­ge­dan­ken ver­pflich­te­ten Ober­kell­ner nun mal gehört.
    […] Für die­se bei­den Momen­te hat sich Die ver­steck­te Kame­ra 2016 gelohnt. Für alles ande­re nicht.

  • Och, scha­de: die taz darf nicht zu „Cine­ma for Peace“ | taz Hausblog

Ins Netz gegangen (31.10.)

Ins Netz gegan­gen am 31.10.:

  • Grö­ßen­wahn ǀ Der rei­che Mann und das Meer—der Frei­tag – geschich­ten aus einer fer­nen welt. heu­te: als besat­zung auf einer superyacht. …

    Häu­fig wird von Exzes­sen berich­tet. Jeder hat min­des­tens eine haar­sträu­ben­de Geschich­te auf Lager, schwer zu sagen, was davon wahr ist und was über­trie­ben. Das Schwein, das aus Däne­mark ein­ge­flo­gen wird, weil jemand einen Bra­ten wünscht. Der Besit­zer, der Klein­wüch­si­ge anheu­ert, damit sie zu sei­ner Belus­ti­gung um das Boot her­um Was­ser­ski fah­ren. Die Wäsche, die per Lear­jet zur Rei­ni­gung nach Paris geht. Der künst­li­che Strand, der jeden Tag im Heck einer Yacht ange­legt wird. Die Deckies, die das umge­ben­de Meer per Hand nach Qual­len absu­chen, ehe ein Gast eine Run­de schwimmt. Jeder Wunsch ist Befehl.

  • USA: Kul­tur­kampf um den Geschichts­un­ter­richt « Die​Pres​se​.com – schlimm:

    Seit Ame­ri­kas Kon­ser­va­ti­ve als Reak­ti­on auf die ihrer Ansicht nach exzes­si­ven gesell­schaft­li­chen Bewe­gun­gen der 1960er-Jah­re die „Cul­tu­re Wars“ erklärt haben, ist das in Schu­len und Uni­ver­si­tä­ten ver­mit­tel­te Geschichts­bild eine der am wil­des­ten umfoch­te­nen Fra­gen. Je mehr die Geschichts­wis­sen­schaft sich um ein dif­fe­ren­zier­tes Ver­ständ­nis der Ver­gan­gen­heit bemüht, des­to stär­ker sehen sich rech­te Anhän­ger der Idee von Ame­ri­kas Aus­nah­me­rol­le in der Welt von lin­ken Defä­tis­ten umzin­gelt, die die Jugend mit Hass auf das Vater­land zu indok­tri­nie­ren versuchen.

  • Viel­leicht spä­ter: Eine Rei­se – LOGBUCH (Suhr­kamp-Blog) – schön (det­lef kuhl­brodt unter­wegs. immer ein inter­es­san­tes ver­gnü­gen für den betrachter/​leser)
  • Kra­wal­le in Köln: Har­mo­nie mit Hoo­li­gans | ZEIT ONLINE – „Wenn Rechts­ra­di­ka­le, die sich zu Tau­sen­den ver­sam­meln, kei­ne poli­ti­sche Ver­an­stal­tung sind, … ?“ >
  • Marc-André Hame­lin: Kei­ne Angst vor Extre­mis­ten | ZEIT ONLINE – vol­ker hage­dorn lässt sei­ner (abso­lut gerecht­fer­tig­ten) begeis­te­rung von marc-andré hame­lin frei­en lauf:

    Die Hand ist es, die die­se Musik spielt, nicht der Pia­nist. Man sieht förm­lich ein Lebe­we­sen über die Tas­ten rasen, krab­beln, sprin­gen, sich in sie hin­ein­stür­zend wie in Wogen. Kei­ne Bewe­gung zu viel, wie ein Tier, das sich in Jahr­hun­der­ten der Evo­lu­ti­on voll­endet sei­nem Bio­top ange­passt hat.

  • Dan Visel on Twit­ter: „I am not a som­me­lier, but you know you are drin­king Fine Wine when the­re is “Lorem Ipsum” on the label: http://t.co/fntrp92lEO“ – RT @dbvisel: I am not a som­me­lier, but you know you are drin­king Fine Wine when the­re is “Lorem Ipsum” on the label

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