Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Schlagwort: darmstadt

Ins Netz gegangen (10.8.)

Ins Netz gegan­gen am 10.8.:

  • Nor­bert Blüm: Natio­na­lis­mus ist Idio­tie | Süddeutsche.de → was sind das nur für zei­ten, dass ich einen text von nor­bert blüm zum lesen emp­feh­len muss …

    Natio­na­lis­mus ver­steht etwas von Macht, Glanz und Glo­ria, weni­ger von Mensch­lich­keit. Macht ist die Trieb­fe­der jed­we­der natio­na­lis­ti­scher Poli­tik. War­um soll­te ich dem Natio­nal­staat nach­trau­ern? Er ist ein Zwi­schen­spiel der Geschich­te, weder gott­ge­ge­ben noch naturgewachsen.

  • Kühl­schrän­ke gibt’s bei Kater Muschi → ein net­ter text über leben und ein­kau­fen arno schmidts in darm­stadt (1955−1958)
  • Wahl­kampf­ro­man 2016. „So wird das Leben.“ – Mar­le­ne Stre­eru­witz → „Bei der Wie­der­ho­lung der Wahl zum öster­rei­chi­schen Bun­des­prä­si­den­ten steht die Ent­schei­dung für oder gegen die Demo­kra­tie an. Mar­le­ne Stre­eru­witz erzählt in ihrem drit­ten Wahl­kampf­ro­man was die­se Ent­schei­dung im wirk­li­chen Leben bedeutet.“
  • Jour­na­list: Zeit-Online-Chef­re­dak­teur Jochen Weg­ner: „Wir sind anders“ → ein inter­es­san­tes und teil­wei­se sehr ent­lar­ven­des inter­view. mat­thi­as dani­el fin­det es z.b. (in einem fach­me­di­um! für jour­na­lis­ten) „irre“, dass zeit-online den trai­ner des dfb mit einer nicht­nach­richt (er macht wei­ter) nicht als top­the­ma hat­te …

    und immer wie­der wun­dern mich medi­en­zah­len – so „erreicht“ ze​.tt angeb­lich 10 % der bevöl­ke­rung in deutsch­land. das erscheint mir irre viel …

    und eine schö­ne bull­shit-phra­se: genaue, per­so­na­li­sier­te nut­zer­da­ten sind „ein qua­li­fi­zier­ter Kon­takt zu vie­len Lesern“

  • Lan­guage Stuff – Goog­le Dri­ve → irre vie­le (eng­lisch­spra­chi­ge) gram­ma­ti­ken irre vie­ler spra­chen, lei­der (in mei­nen stich­pro­ben) ohne ordent­li­che biblio­gra­phi­sche nach­wei­se. teil­wei­se sprach­lehr­bü­cher, teil­wei­se wissenschaftliche
  • Ohne Pflug auf den Acker – Land­wir­te pas­sen sich dem Kli­ma­wan­del an | Deusch­land­ra­dio Kul­tur → schö­nes fea­ture über den umgang von (vor­wie­gend bio-)landwirten in bran­den­burg mit dem sich ändern­den kli­ma und den damit ein­her­ge­hen­den ver­än­de­run­gen in ihrer arbeit

Ins Netz gegangen (22.9.)

Ins Netz gegan­gen am 22.9.:

Ins Netz gegangen (19.3.)

Ins Netz gegan­gen am 19.3.:

  • Die zwölf Arbei­ten des Ver­le­gers | Edit – jan wen­zel cha­ra­ke­ri­siert die tätig­keit des ver­le­gens in 12 arbei­ten und beginnt mit dem „ein­krei­sen der gegen­wart“, bevor er sich eher pro­sa­ischen arbei­ten widmet

    Die Arbeit des Ver­le­gers ist vor allem eine Suche. […] Der Wunsch, die flüch­ti­ge Gegen­wart les­bar zu machen, ist sein Antrieb. Die Spur sei­ner Such­be­we­gung sind die Bücher, die ent­ste­hen. Jetzt und jetzt und jetzt.

  • Vor­schlä­ge für eine bes­se­re Opern­welt. | Bad Blog Of Musick – moritz eggert macht – ziem­lich ein­fa­che – vor­schlä­ge, wie die opern­welt deutsch­lands bes­ser (und vor allem: aktu­el­ler) wer­den könn­te: ein­fach mehr neue opern spie­len – und zwar nicht nur urauf­füh­run­gen, son­dern auch nach-inszenierungen …

    Gäbe es aber viel Neu­es, Ver­rück­tes und Expe­ri­men­tel­les in den Opern­häu­sern zu sehen, so wür­de man sich auch ger­ne mal eine Mozar­t­oper anschau­en, die ohne sinn­lo­sen Schnick­schnack aus­kommt und in der sich nie­mand anpis­sen muss. Das wäre dann auch nicht spie­ßig, son­dern leben­di­ge Tra­di­ti­on in Kom­mu­ni­ka­ti­on mit dem Neu­en. Wenn ich mir die “Mona Lisa” anschaue, so ist es halt die “Mona Lisa”, und das ist auch in Ord­nung so. Ein Doku­ment einer bestimm­ten Zeit, einer bestimm­ten Sicht auf die Din­ge. Ich muss das nicht zer­stö­ren, son­dern kann es auch so mal ste­hen lassen.
    Es wäre alles so einfach.
    Wenn sich nur jemand mal end­lich trau­en wür­de, etwas dau­er­haft zu ändern.

  • Heid­eg­ger-Lehr­stuhl-Streit: Rek­tor ver­steht nicht – jür­gen kau­be über die „auf­re­gung“ um die umwid­mung eines lehr­stuhls zur juni­or-pro­fes­sur an der uni freiburg:

    Doch der Rek­tor der Uni­ver­si­tät Frei­burg ver­steht die gan­ze Auf­re­gung nicht. Wir glau­ben ihm. Er ver­steht es ein­fach nicht, aber genau das ist ja das Pro­blem. An deut­schen Uni­ver­si­tä­ten, die dau­ernd Exzel­lenz beschwö­ren und nach Stan­ford schau­en, gibt es zu viel Spit­zen­per­so­nal, das ein­fach nicht ver­steht, wenn sich ande­re über die Phra­sen auf­re­gen, mit denen es sei­ne merk­wür­di­gen Ent­schei­dun­gen dekoriert.

  • BND-Über­wa­chung: War­um schickt der BND der Bun­des­wehr abge­hör­te Daten? | ZEIT ONLINE – es hört nicht auf mit den spio­na­ge­skan­da­len – der bnd scheint wirk­lich kei­ner­lei respekt für irgend­wel­che deut­schen geset­ze und gren­zen zu haben:

    War­um gibt der BND der Bun­des­wehr abge­hör­te Daten? Und lässt von ihr Spio­na­ge­mel­dun­gen über­set­zen? Es ist illegal 

  • Vor­rats­da­ten­spei­che­rung : Ein Schritt zur tota­len Über­wa­chung | ZEIT ONLINE – kai bier­mann erin­nert (mal wie­der, lei­der aber eben auch mal wie­der not­wen­di­ger­wei­se) dar­an, war­um eine lücken­lo­se über­wa­chung der gesam­ten bevöl­ke­rung mit der vor­rad­tsda­ten­spei­che­rung kei­ne so gute idee ist:

    Dar­um aber, die Arbeit der Poli­zei beque­mer zu machen, darf es nicht gehen. Sicher­heit ist nicht das obers­te Ziel eines Staa­tes, auch wenn Innen­mi­nis­ter das ger­ne behaup­ten. Wäre es das, wür­de die­ser Staat bald all sei­ne Bür­ger voll­stän­dig über­wa­chen. Genau um das zu ver­hin­dern, gibt es das Grund­ge­setz, es ist eine Samm­lung von Abwehr­rech­ten, mit denen sich die Bür­ger den Staat vom Leib hal­ten sol­len. Und dort steht, die Wür­de der Men­schen zu schüt­zen und zu erhal­ten, sei die ers­te Regel.
    […] Kein Anschlag der ver­gan­ge­nen Jah­re war im Nach­hin­ein eine Über­ra­schung, alle Täter waren bereits zuvor auf­ge­fal­len. Für die­se Erkennt­nis­se brauch­te es kei­ne gesetz­li­che Vorratsdatenspeicherung. 

  • Peter Engst­ler: Die Frei­heit, lang­sam zu sein | Frank­fur­ter Rund­schau – sabi­ne vog­ler hat den wun­der­ba­ren peter engst­ler und sei­nen ver­lag besucht und ein schö­nes por­trät eines idea­lis­ten geschrieben:

    Als Engst­ler 1986 mit dem Bücher­ver­le­gen begann, hat­te er kei­ner­lei Finanz­ka­pi­tal im Hin­ter­grund. Das ist bis heu­te so. Sein Ein­mann­be­trieb rech­net sich markt­wirt­schaft­lich nicht. Engst­lers Bücher, nun­mehr knapp 200 und fast alle noch lie­fer­bar, sind Nischen­pro­duk­te: Lyrik, expe­ri­men­tel­le Prosa.
    […] Engst­ler ist ein Bei­spiel dafür, dass doch ein rich­ti­ges Leben im fal­schen mög­lich ist. Ein glück­li­cher Rebell, dem nichts man­gelt. […] Was immer da abläuft, es ist unbezahlbar.

  • ICE-Anbin­dung Darm­stadts: Kniff­li­ge Über­le­gun­gen – neue Eisen­bahn­stre­cken zu pla­nen kann ganz schön kom­pli­ziert sein. Hier: ICE in Darm­stadt – hält er oder nicht?

Ins Netz gegangen (3.8.)

Ins Netz gegan­gen am 3.8.:

Revolutionär? Die Darmstädter Büchnerausstellung

„Revo­lu­ti­on mit Feder und Skal­pell“ ist die gro­ße Aus­stel­lung zum 200. Geburts­tag von Georg Büch­ner unter­ti­telt. Das ist bemer­kens­wert (weil momen­tan das Revo­lu­tio­nä­re in Leben und Werk Büch­ners kei­ne beson­de­re Kon­junk­tur hat …) und son­der­bar, weil es die Aus­stel­lung nicht wider­spie­gelt. Offen­bar war die Lust nach einem grif­fi­gen Slo­gan aber grö­ßer als der Wunsch, dem Besu­cher zu signa­li­sie­ren, was ihn erwartet …

Ganz Darm­stadt büch­nert dafür, für die Gele­gen­heit „sei­nen“ Dich­ter zu ehren. Über­all wird für ihn und vor allem die Aus­stel­lung gewor­ben. Auch das übri­gens viel bun­ter, pep­pi­ger und pop­pi­ger als in den Hal­len selbst – da herrscht klas­si­sche Typo­gra­phie in Schwarz auf Weiß bzw. Weiß auf Schwarz vor. Sonst tun sie das ja eher nicht oder doch zumin­dest deut­lich zurück­hal­ten­der. Sei’s drum …

"wir alle haben etwas mut und etwas seelengröße notwendig" - Büchner-Zitat-Installation am Darmstädter Hauptbahnhof

„wir alle haben etwas mut und etwas see­len­grö­ße not­wen­dig“ – Büch­ner-Zitat-Instal­la­ti­on am Darm­städ­ter Hauptbahnhof

Im Darm­stad­ti­um hat die ver­an­stal­ten­de Mat­hil­den­hö­he mit der Aus­stel­lung Raum gefun­den, Georg Büch­ner zu erin­nern und zu ver­ge­gen­wär­ti­gen. Wobei Raum schon schwie­rig ist – das sind offen­bar ein paar Ecken, die bis­her unge­nutzt waren, ver­win­kelt und ver­schach­telt – was der Aus­stel­lung nur mäßig gut­tut, Über­sicht oder logi­sche Abläu­fe oder auch blo­ße Ent­wick­lun­gen gibt es hier wenig.

Was gibt es aber in der Aus­stel­lung zu erfah­ren und zu sehen? Zuerst mal gibt es unheim­lich viel zu sehen – und vie­le schö­ne, span­nen­de Sachen. Zum Bei­spiel das nach­ge­bau­te Wohn­zim­mer der Büch­ners – nicht rekon­stru­iert, aber schön gemacht (schon die Wän­de haben mir gefal­len). Sehr schön auch die Rekon­struk­ti­on sei­ner letz­ten Woh­nung in Zürich (Spie­gel­gas­se 12 – ganz in der Nähe wird spä­ter auch Lenin resi­die­ren), sei­nes Ster­be­zim­mers (zwar hin­ter Glas, aber den­noch sehr schön). Auch die Büchner’sche Haar­lo­cke darf natür­lich nicht fehlen.

Büchner auf der Treppe zur Ausstellung (keine Angst, der Rest der Ausstellung ist nicht so wild ...)

Büch­ner auf der Trep­pe zur Aus­stel­lung (kei­ne Angst, der Rest der Aus­stel­lung ist nicht so wild …)

Über­haupt, das kann man nicht oft genug beto­nen: Zu sehen gibt es unend­lich viel: Unzäh­li­ge Sti­che, Radie­run­gen, Bil­der – von Darm­stadt und Straß­burg vor allem. Gie­ßen zum Bei­spiel ist extrem unter­re­prä­sen­tiert. Und natür­lich gibt es Tex­te über Tex­te: Schrif­ten, die Büch­ner gele­sen hat, die er benutzt hat, die er ver­ar­bei­tet hat – sie tau­chen (fast) alle in den enst­pre­chen­den Dru­cken der Büch­ner­zeit hier auf, von Shake­speare bis zu den medi­zi­ni­schen Trak­ta­ten, von Des­car­tes bis Goe­the und Tieck.
Auch Büch­ner selbst ist mit sei­nen Schrif­ten ver­tre­ten – natur­ge­mäß weni­ger mit Dru­cken – da ist außer „Danton’s Tod“ ja wenig zu machen -, son­dern mit Hand­schrif­ten. Die sind in der Aus­stel­lung zwar reich­lich in Ori­gi­na­len zu bewun­dern, aber Tran­skrip­tio­nen darf man nicht erwar­ten. Und lesen, das ist bei Büch­ners Sau­klaue oft nicht gera­de ein­fach. Zumal mir da noch ein ande­rer Umstand arg auf­ge­sto­ßen ist: Die Expo­na­te in der (aus kon­ser­va­to­ri­schen Grün­den) sehr dämm­ri­gen Aus­stel­lung sind in der Regel von schräg oben beleuch­tet – und zwar in einem sehr ungüns­ti­gen Win­kel: Immer wenn ich mir einen Brief an oder von Büch­ner genau­er betrach­ten woll­te, um ihn zu ent­zif­fern, stand ich mir mit mei­ner Rübe selbst im Licht. 

Sonst bie­tet die Aus­stel­lung so ziem­lich alles, was moder­ne Aus­stel­lungs­pla­ner und ‑bau­er so in ihrem Reper­toire haben: Pro­jek­tio­nen, Mul­ti­me­dia­in­stal­la­tio­nen, Ani­ma­tio­nen, über­blen­de­te Bil­der, eine Art Nach­rich­ten­ti­cker (der schwer zu bedie­nen ist, weil er dazu ten­diert, in irrem Tem­po durch­zu­ra­sen), mit Vor­hän­gen abge­trenn­te Sepa­rées (wäh­rend das beim Sezieren/​der Ana­to­mie unmit­tel­bar Sinn macht, hat mir das ero­ti­sche Kabi­nett ins­ge­samt nicht so recht ein­ge­leuch­tet …) und sogar einen „Lenz-Tun­nel“ (von dem man sich nicht zu viel erwar­ten darf und soll­te). Der letz­te Raum, der sich der Rezep­ti­on der letz­ten Jahr­zehn­te wid­met, hat das übli­che Pro­blem: So ganz mag man die Rezep­ti­on nicht weg­las­sen, eine verün­f­ti­ge Idee dafür hat­te man aber auch nicht. Da er auch deut­lich vom Rest der Aus­stel­lung getrennt ist und qua­si schon im Foy­er liegt, ver­liert er zusätz­lich. Viel span­nen­des gibt es da aber eh‘ nicht zu sehen, so dass man durch­aus mit Recht hin­durch­ei­len darf (wie ich es getan hab – Wer­ner Her­zog ken­ne ich, Alban Berg ken­ne ich, Tom Waits auch, die Her­bert-Grö­ne­mey­er-Bear­bei­tung von „Leon­ce und Lena“ soll­te man sowie­so meiden …).

Bei man­chen Wer­tun­gen bin ich natur­ge­mäß zumin­dest unsi­cher, ob das der Wahr­heit letz­ter Schluss ist – etwa bei der Beto­nung der Freu­de und des Enga­ge­ments, das Büch­ner für die ver­glei­chen­de Ana­to­mie ent­wi­ckelt haben soll – was übri­gens in der Aus­stel­lung selbst schon durch ent­spre­chen­de Zita­te kon­ter­ka­riert wird und in mei­ner Erin­ne­rung in Hau­schilds gro­ßer Büch­ner-Bio­gra­fie nicht von unge­fähr deut­lich anders dar­ge­stellt wird. Unter den Exper­ten und Büch­ner-Bio­gra­fen schon immer umstrit­ten war die Rol­le des Vaters – hier taucht er über­ra­schend wenig auf. Über­haupt bleibt die Fami­lie sehr im Hin­ter­grund: Sie bie­tet nur am Anfang ein wenig den Rah­men, in dem Georg auf­wächst – mehr Wert als auf die Fami­lie und per­sön­li­che Bezie­hun­gen über­haupt legt die Aus­stel­lung aber auf Erfah­run­gen und Rezep­tio­nen von Kunst (Lite­ra­tur, Thea­ter, Gemäl­de und ande­re mehr oder weni­ger musea­le Gegen­ständ­lich­kei­ten) und geo-/to­po­gra­phi­schem Umfeld.

Nicht zu ver­ges­sen sind bei den Expo­na­ten aber die kürz­lich ent­deck­te Zeich­nung August Hoff­mann, die wahr­schein­lich Büch­ner zeigt. Auch wenn ich mir dabei wie­der­um nicht so sicher bin, dass sie das Büch­ner-Bild wirk­lich so radi­kal ver­än­dert, wie etwa Ded­ner meint (in der Aus­stel­lung wird sie nicht wei­ter kom­men­tiert). Und die ers­te „ech­te“ Guil­lo­ti­ne, die ich gese­hen habe, auch wenn es „nur“ eine deut­sche ist.

Gestört hat mich ins­ge­samt vor allem die Fixie­rung auf den Audio­gui­de – ich hät­te ger­ne mehr Text an der Wand gehabt (zum Bei­spiel, wie erwähnt, die Tran­skrip­tio­nen der Hand­schrif­ten – die muss man mir nicht vor­le­sen, da gibt es wesent­lich ele­gan­te­re Lösun­gen, die einer Aus­stel­lung über einen Schrift­stel­ler auch ange­mes­se­ner sind). Zumal die Spre­cher manch­mal arg geküns­telt wirken.

Und wie­der ist mir auf­ge­fal­len: Büch­ner selbst ist fast so etwas wie das lee­re Zen­trum der Aus­stel­lung (auch wenn das jetzt etwas über­spitzt ist). Es gibt hier unheim­lich viel Mate­ri­al aus sei­nem nähe­ren und wei­te­ren Umkreis, zu sei­ner Zeit­ge­schich­te und sei­ner Geo­gra­phie – aber zu ihm selbst gar nicht so viel. Das ist natür­lich kein Zufall, son­dern hängt eben mit der Über­lie­fe­rungs- und Rezep­ti­ons­ge­schich­te zusam­men. Aber als Pan­ora­ma des Vor­märz im Groß­her­zog­tum Hes­sen (und Straß­burg) ist die Aus­stel­lung durch­aus taug­lich. Jetzt, wo ich dar­über nach­den­ke, fällt mir aller­dings auf: Weder „Vor­märz“ noch „Jun­ges Deutsch­land“ sind mir in der Aus­stel­lung begeg­net. Von der Ein­bet­tung soll­te man sich auch über­haupt weder in lite­ra­tur­ge­schicht­li­cher noch in all­ge­mein­his­to­ri­scher Hin­sicht zu viel erwar­ten: Das ist nur auf Büch­ner selbst bezo­gen, nach­träg­li­che Erkennt­nis­se der For­schung oder nicht von Büch­ner selbst expli­zier­te Zusam­men­hän­ge ver­schwin­den da etwas.

Und noch etwas: eines der über­ra­schends­ten Aus­stel­lungs­stü­cke ist übri­gens Rudi Dutsch­kes Hand­ex­em­plar der Enzens­ber­ger-Aus­ga­be des „Hes­si­schen Land­bo­ten“, mit sehr inten­si­ven Lek­tü­re­spu­ren und Anmerkungen …

Hoch geht's zu Büchner

Hoch geht’s zu Büchner

Aber dass der Kata­log – ein gewal­ti­ger Schin­ken – die Abbil­dun­gen aus irgend einer ver­spon­ne­nen Design-Idee alle auf den Kopf gestellt hat, hal­te ich gelin­de gesagt für eine Frech­heit. Ein Kata­log ist mei­nes Erach­tens nicht der Platz für sol­che Spie­le­rei­en (denen ich sonst ja über­haupt nicht abge­neigt bein), weil er dadurch fast unbe­nutz­bar wird – so einen Bro­cken mag ich eigent­lich nicht stän­dig hin und her dre­hen, so kann man ihn nicht ver­nünf­tig lesen.

Aber trotz­dem bie­tet die Aus­stel­lung eine schö­ne Mög­lich­keit, in das frü­he 19. Jahr­hun­dert ein­zu­tau­chen: Sel­ten gibt es so viel Aura auf ein­mal. Die Aus­strah­lung der Ori­gi­na­le aus Büch­ners Hand und der (Druck-)Erzeugnisse sei­ner Gegen­wart, von denen es hier ja eine fast über­mä­ßi­ge Zahl gibt, ist immer wie­der beein­dru­ckend – und irgend­wie auch erhe­bend. Fast so ein­drück­lich übri­gens wie die Lek­tü­re der Tex­te Büch­ners selbst – dad­rü­ber kommt die Aus­stel­lung auch mit ihrer Mas­se an Expo­na­ten nicht.

Frankenstein ganz ohne Horror

Der Fran­ken­stein­lauf ist ein ganz neu­es Unter­neh­men, das 2011 zum ers­ten Mal statt­fand. Und ich war dabei. Irgend­wann im Früh­jahr tru­del­te bei mir die E‑Mail von Skin­fit, dem Aus­rich­ter und Spon­sor, ein. Und das schien mir eine gnz intres­san­te Idee: unkom­pli­zier­te Anrei­se, ange­neh­mer Ter­min am letz­ten Sams­tag im April, Start freund­li­cher­wei­se um 16 Uhr. Und 15 Kilo­me­ter gehen immer, auch wenn ein paar Höhen­me­ter dabei zu über­win­den sind. Also habe ich mich bald ange­mel­det und das gan­ze erst ein­mal wider ver­ges­sen ;-)

Am Sams­tag war es dann also soweit. Die Anrei­se mit Lie­ge­rad und Bahn war etwas holp­rig: Erst mein­te der Schaff­ner in Mainz, im RMV dürf­te ich mit dem Lie­ge­rad nicht in den Zug—was mir völ­lig neu wäre, ich habe as schließ­lich schon öfters gemacht. Mit­ge­nom­men hat er mich aber immerhn trotz­dem. Auf dem Weg von Darm­stadt Haupt­bahn­hof nach Eber­stadt, so unge­fähr 8 kur­ze Kilo­me­ter durch die Stadt, kam ich dann auch noch in einen Platz­re­gen. Und muss­te beim Anzie­hen der Regen­ja­cke auch noch fest­stel­len, dass sich das Arm­band mei­nes Forerun­ners auf der einen Sei­te von der Uhr gelöst hatte.

In Eber­stadt war dann wenigs­tens alles unpro­ble­ma­tisch: Fah­r­ad geparkt, Start­num­mer und Beu­tel abge­holt (dar­in auch das Skin­fit–Kli­ma-Shirt, der ein­zi­ge Grund, war­um ein 15-km-Lauf fast 30 Euro Start­geld kos­ten darf) udn fest­ge­stellt, dass ich nicht weiß, wie ich den komi­schen Chip für die Zeit­mes­sung anbrin­gen soll­te. Eigent­lich ist der dazu gedacht, zwi­schen die Schnür­sen­kel ein­ge­fä­delt zu wer­den. Das kon­ne ich aber nicht, weil mei­ne Fiv­e­fin­gers, die Clas­sic-Vari­an­te, so etwas nicht haben. Mit einer Sicher­heits­na­del ging es dann aber doch—auch wenn ich dem nicht so recht trau­te. Es hielt aber problemlos. 

Der Fran­ken­stein­lauf war ja mein ers­ter „Wett­kampf“ mit den Fiv­e­fin­gers. Im Oden­wald hat­te ich in die­sem Früh­jahr die­se Nicht-Schu­he öfters genutzt und dach­te, ich pro­bier das jetzt mal aus. Auf die Zeit kam es mir sowie­so nicht an—denn etwas lang­sa­mer ist man damit schon, je nach Boden und Gefäl­le der Stre­cke macht sich das mehr oder weni­ger deut­lich bemerkbar.

Irgend­wann um kurz nach vier ging es dann auch los—der Läu­fer-Pulk hat­te sich lang­sam von der Anmel­dung im Mühl­tal­bad zum nahe­ge­le­ge­nen Start auf einem Feld­weg am Orts­rand bewegt. An den Start gin­gen knapp 200 Läu­fer, für die 7 km und die 15 km zugleich. Und dazu noch gleich zwei Ret­tungs­wa­gen sowie ein Motor­rad und auch noch ein Quad vom ASB—fast über­ver­sorgt waren die Läu­fer mit medi­zi­ni­scher Beglei­tung … Über­haupt war der Lauf ins­ge­samt gut orga­ni­siert (nur bei den Nach­mel­dun­gen gab es wohl klei­ne­re Ver­zö­ge­run­gen), an allen Abzwei­gun­gen gab es gut sicht­ba­re Mar­kie­run­gen und eine aus­rei­chen­de Zahl an Stre­cken­pos­ten. Das war ja auch nicht ganz billig—dafür aber mit einem Kli­ma-Shirt. Und die Skin­fit-Klei­dung ist halt erst mal teuer …

Zunächst ging es also erst ein­mal durch Eber­stadt, so 1–2 km. Dann führ­te die Stre­cke auf asphal­tier­tem Feld­weg in Rich­tung Fran­ken­stein, ein ers­ter klei­ner Anstieg war zu bewäl­ti­gen. In der Nähe der Bun­des­stra­ße dann der Wech­sel zu Kies und fes­tem Boden—zum Glück aber kein gro­ßer Schot­ter, das macht mit den Fiv­e­fin­gers näm­lich kei­nen Spaß. Über die Bun­des­stra­ße ging es dann hin­über und ab in den Wald unter dem Fran­ken­stein. Irgend­wo in der Nähe von Kilo­me­ter 5 (die Kilo­me­ter waren sogar mar­kiert, wenn auch nicht immer per­fekt lesbar—der Regen und die Läu­fer hat­ten das Säge­mehl etwas ver­streut) bogen die Sie­ben-Kilo­me­ter-Läu­fer ab. Für den Rest, die deut­li­che Mehr­heit des Fel­des, ging es wei­ter berg­auf. Die Höhenmeter—laut Ver­an­stal­ter 362—waren sehr gleich­mä­ßig ver­teilt. In gro­ßen Bögen ging es also den Berg hin­auf zur Burg Fran­ken­stein. Da ich sehr ver­hal­ten ange­lau­fen bin, war ich flei­ßig am Ein­sam­meln. Der Weg blieb ange­nehm zu laufen—leichte Stei­gung, meist Wald­bo­den mit etwas Kies, ohne grö­ße­re Pro­ble­me für Bar­fuß­schuh­läu­fer. Am Fran­ken­stein gab es Getränke—daswar tat­säch­lich ganz nett, denn warm war es durch­aus, trotz der dunk­len Wol­ken. Hin­ter der Burg ging es dann kurz auf der Kreis­stra­ße wei­ter in Rich­tung Nieder-Beerbach—eigentlich ist das nur ein asphal­tier­ter Wald­weg. Der führte—durchaus knackig—hinab bis zur Wald­gren­ze und noch ein paar hun­dert Meter durch die Wie­sen zum Wen­de­punkt. Hier hat­te man—wenn man noch Augen für so etwas hatte—einen schö­nen Blick auf die Hügel des begin­nen­den Oden­walds (mit Fern­sicht war’s nichts). Am Wen­de­punkt muss­te man das Kon­troll­band ein­sam­meln und zunächst wie­der zurück zum Fran­ken­stein hin­auf. Die Läu­fer, die mich auf der kur­zen Berg­ab­stre­cke über­hol­ten, habe ich alle wie­der ein­ge­sam­melt. Denn berg­ab muss ich mit den Zehen­schu­hen etwas langsam(er) machen, die feh­len­de Dämp­fung macht sich da durch­aus bemerk­bar. Das war dann auch auf dem Abschnitt nach dem Fran­ken­stein deut­lich zu mer­ken. Denn ab dort ging es bis kurz vor das Ziel nur noch berg­ab. Und da wur­de ich dann kräf­tig durch­ge­reicht. Zumal nach zehn, zwölf Kilo­me­tern mei­ne Füße auch müde wur­den und auf klei­ne­re Belas­tun­gen unge­hal­ten reagier­te. Schon bei klei­ne­ren stei­nen zuck­te ich jetzt etwas zurück: Meist bin ich mit den Fiv­e­fin­gers ja nur so unge­fähr eine stun­de unter­wegs gesesn, die 15/16km-Läu­fe waren ja die Ausnahme.

Der Weg vom Burg­berg hin­un­ter führ­te zunächst über einen schö­nen pfad, dann aber wie­der über den Forst­weg, den wir auch hin­auf gelau­fen waren. Und schließ­lich  hat­ten wir noch das sel­be Schluss­stück wie die 7km-Läu­fer. Das Ziel war nicht am Start, son­dern auf der ande­ren Sei­te des Mühltalbades—so muss­te im Ort nichts mehr abge­sperrt wer­den. Genau auf Platz 100 lief ich dort ein—perfektes Timing sozu­sa­gen. Für die 15 Kilo­me­ter (ich habe nicht kon­trol­liert, ob die Stre­cke stimmt) habe ich damit laut offi­zi­el­ler Zeit­mes­sung 1:28:32 gebraucht.

Nach einer Bana­ne und einem alko­hol­frei­en Bier im Ziel sowie eini­gen Plau­de­rei­en über mei­ne „Schu­he“ bin ich dann auch bald zum Duschen im Mühl­tal­bad mar­schiert. Das hat sich ganz gut ver­teilt, obwohl die Duschen nicht gera­de üppig waren. Bei/​nach dem Duschen muss­te ich dann mit Erstau­nen und Ent­set­zen fest­stel­len, dass ich mir rie­si­ge Bla­sen glau­fen habe. Vor allem die lin­ke Fer­se war eine ein­zi­ge gro­ße Blase—seltsam, so etwas ist mir noch nie pas­siert. Ich habe dann zwar noch etwas gewar­tet, aber bis zur Sie­ger­eh­rung schien es noch etwas zu dauer­en, so dass ich mich um 18.20 uhr auf den Weg mach­te, mei­nen Zug noch zu errei­chen: Mit dem Lie­ger ging es über den Feld­rad­weg (mit eini­gem Gehol­per) nach Nie­der-Ram­stadt und dort zum Bahn­hof. Die Ober­schen­kel­mus­kel am Knie mach­ten sich dabei durch­aus bemerk­bar. Dort ging es dann mit dem Zug wei­ter nach Erbach—dieses mal ohne Geme­cker des Zugbegleitpersonals.

Einen Bericht gibt es beim Lauf­re­port, dort auch noch eini­ge Fotos.

marathon als training: 1. darmstadt-marathon 2008

nach dem mus­kel­fa­ser­riss am renn­steig war mir ziem­lich bald klar, dass ich für den darm­stadt-mara­thon nicht mehr recht­zei­tig und genug trai­nie­ren wür­de kön­nen. da ich aber nun mal schon ange­mel­det war und das start­geld schon ein­ge­zo­gen war, plan­te ich den von der spar­kas­se orga­ni­sier­ten mara­thon ein­fach als lan­gen lauf in mein trai­ning ein. das war aber ein­fa­cher gesagt als gelau­fen ;-). denn das heißt, dass ich kei­nen meter geta­pert habe, son­dern auch die letz­te woche voll im trai­ning geblie­ben bin. und um dem gan­zen noch die kro­ne auf­zu­set­zen, hat­te ich mir in den kopf gesetzt, am frei­tag nach­mit­tag mit dem lie­ge­ra­de von erbach nach darm­stadt zu fah­ren – auch noch ein­mal ca. 50 km mit eini­gen gif­ti­gen anstie­gen (aber auch einer wun­der­schö­nen abfahrt, von böll­stein nach brens­bach). beson­ders erholt war ich also nicht, als ich mich heu­te mor­gen um 7 uhr in darm­stadt (mein bru­der hat mir freund­li­cher­wei­se ein bett zur ver­fü­gung gestellt, so dass zumin­dest die anrei­se kurz blieb) aus dem bett quäl­te, ein paar schei­ben brot aß und schon ein­mal was­ser tank­te. mit bus und stra­ßen­bahn ging es dann – zusam­men mit einer meu­te ande­rer lauf­wü­ti­ger – zum hoch­schul­sta­di­on am böl­len­fall­tor. dort reih­te ich mich noch ein­mal in die toi­let­ten­schlan­ge ein (kein schnel­les unter­neh­men, wie immer bei sol­chen ver­an­stal­tun­gen) und ver­such­te mei­nen klei­der­beu­tel abzu­ge­ben. die hel­fer dort waren frei­lich etwas über­las­tet – nicht das letz­te mal, das mir das an die­sem tag auf­fiel. freund­lich und hilfs­be­reit waren sie trotz­dem alle. so ließ ich mei­nen sack also ein­fach auf dem gro­ßen hau­fen vor der sport­hal­le – im ver­trau­en dar­auf, dass er tat­säch­lich noch rich­tig ein­sor­tier wer­den wür­de (das hat auch pri­ma geklappt). und dann war es auch schon nicht mehr lan­ge bis 8.30 uhr – also auf zur start­auf­stel­lung. die hielt gleich die nächs­te über­ra­schung bereit: dort war näm­lich nicht ein­mal dicht gedrängt platz für alle läu­fer. beson­ders schlimm ist das ja nicht, die zeit wird ja eh‘ erst bei über­que­rung der start­li­nie gemes­sen. ner­ven tut so etwas aber schon ein biss­chen. genau wie der umstand, dass der juni­or­cup sich kurz vor dem start durch die gesam­ten läu­fer­mas­se durch­quet­schen muss­te – das war ein­fach falsch geplant …

über­haupt die läu­fer­mas­sen. schnell stell­te sich näm­lich nach dem pünkt­lich erfolg­tem start­schuss (den ich natür­lich nicht hör­te, dazu war ich zu weit hin­ten) her­aus, dass doch arg vie­le läu­fer mit­mach­ten. denn die stre­cke wur­de schon nach weni­gen kilo­me­tern immer schma­ler, bis sie irgend wann (ich glau­be, so ca. bei km 5) ein nor­ma­ler feld­weg war. und das war arg eng, denn es dau­er­te gefühl­te ewig­kei­ten, bis sich das feld halb­wegs sor­tiert hat­te. und die stän­di­ge über­ho­le­rei und lücken­sprin­ge­rei ist halt auf dau­er nicht nur anstren­gend, son­dern auch ner­vend. ein pas­sa­ge fand ich – ange­sichts von über 6000 teil­neh­mern in allen wett­be­wer­ben – arg eng: hier war näm­lich nur eine fahr­bahn­spur der stra­ße für die läu­fer abge­sperrt. und aus­ge­rech­net die­ser teil wur­de in bei­de rich­tun­gen belau­fen, so dass wirk­lich kaum noch platz war … aber sei’s drum, ich war ja nicht da, um eine rekord­zeit zu lau­fen. dem hät­te auch das wel­li­ge höhen­pro­fil nicht so sehr gedient, das vor allem in der zwei­ten run­de (die mit leich­ten abwand­lun­gen dier ers­ten 21 km vari­ier­te) doch ordent­lich kraft for­der­te. merk­bar war die vol­le stre­cke aller­dings auch an den labe­sta­tio­nen: in der ers­ten run­de war im mit­tel­feld (in dem ich mich wähn­te, viel­leicht irre ich mich dabei aber auch) kaum noch was­ser zu krie­gen – weil die hel­fer ein­fach nicht nach­ka­men mit dem ein­fül­len. das ist so etwas, das ich eher ärger­lich fin­de bei so einem orga­ni­sier­ten wett­kampf. bei der reich­hal­ti­gen ver­pfle­gung (obst, müs­li­rie­gel) war dage­gen immer viel platz vor den tischen …

aber da woll­te ich ja nicht hin: im trai­ning gibt’s wäh­rend des lau­fens nur was­ser. na gut, ab km 30 habe ich auch ein­mal power­ra­de pro­biert (viel zu süß, löscht den durst über­haupt nicht gut) und eini­ge kilo­me­ter vor schluss mir dann doch auch noch den cola-boost gegönnt. denn zwi­schen­zeit­lich hat­te ich zu kämp­fen. dass es anstren­gend wer­den wür­de, merk­te ich schon am beginn der zwei­ten run­den, die den eigent­lich eher leich­ten anstieg der bun­des­stra­ße am böl­len­fall­tor hin­auf­ging. so unge­fähr ab kilo­me­ter 30 wur­de es dann rich­tig schwer – zumin­dest men­tal. so arg viel an geschwin­dig­keit habe ich da nicht ein­ge­büßt. aber dafür so eini­ge ver­wün­schun­gen aus­ge­sto­ßen und mich über mei­ne blöd­heit, im trai­ning einen mara­thon lau­fen zu wol­len, auf­ge­regt. zum glück habe ich aber durch­ge­hal­ten – auch wenn ich mehr­mals kurz davor war, abzu­bre­chen (aber was macht man dann mit­ten im wald?) -, denn so unge­fähr ab kilo­me­ter 36 lief es wie­der ziem­lich gut. viel­leicht lag es ja auch dar­an, dass ich schon mit­ten in den zwan­zi­gern ange­fan­gen hat­te, rück­wärts zu zäh­len – das ist nicht sehr hilf­reich, glau­be ich. so ab 32,33 kilo­me­tern ist das ok, dann wird der rest über­schau­bar, aber bei km 24 war­tet doch noch eine gan­ze men­ge an weg auf einen …

jeden­falls schaff­te ich es doch ziem­lich gut, mein tem­po zu hal­ten. auch wenn ich eigent­lich nicht im plan war – viel zu früh war ich (nach den sehr gemüt­li­chen ers­ten drei kilo­me­tern) zu schnell gewor­den. doch ganz falsch lag ich nicht, denn auf der zwei­ten run­de (also nach dem halb­ma­ra­thon) wur­de ich nur von einem läu­fer über­holt – ich selbst sam­mel­te dage­gen dut­zen­de ein (hun­dert waren es ganz bestimmt …) ins­ge­samt habe ich auch einen ordent­lich negat­ti­ven split hin­be­kom­men: der ers­te halb­ma­ra­thon mit unge­fähr 1:52 stun­den, der zwei­te dage­gen mit 1:45 doch eini­ge minu­ten schnel­ler. für’s trai­ning ok war auch der schnitt von 5:07. eigent­lich woll­te ich näm­lich jen­seits der 5:10 blei­ben. aber dafür fehl­te mir eben wie­der ein­mal die dis­zi­plin – das kon­trol­lier­te lang­sam­lau­fen habe ich immer noch nicht so ganz im griff. nun ja, bei einer gesamt­zeit von 3:38:23 soll­te ich nicht zuviel meckern, das ist immer­hin eine neue per­sön­li­che best­zeit auf der mara­thon­di­stanz.  und ein wahn­sinn­ger platz 9 mei­ner alters­klas­se – kann ich kaum verstehen …

nun ja, damit wäre die­ses expe­ri­ment also auch erle­digt. zur nach­ah­mung emp­feh­len kann ich es nur bedingt – ein mara­thon bleibt halt immer ein mara­thon. auch im trai­ning. und der tag ist damit doch wei­tes­ge­hend gelaufen …

zum schluss noch die fotos von spor­ton­line-foto:

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén