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Schlagwort: österreich

skifoarn 2010: obergurgl & sölden

nach dem kur­zen abste­cher nach vene­dig stand ende janu­ar wie­der das all­jähr­li­che ski­ver­gnü­gen in mei­nem kalen­der. dies­mal hat­te ich mir ober­gurgl aus­ge­guckt: ein offen­bar recht net­tes ski­ge­biet mitt­le­rer grö­ße mit wenig betrieb. die unter­kunft­su­che hat­te sich etwas müh­sam gestal­tet, in dem dorf – immer­hin schon auf 1900 m höhe – gibt es offen­bar nur hotels. das sieht auch wirk­lich so aus, wenn man da hin­ein­kommt, stell­te ich dann fest. ich fand dann aber doch noch ein zim­mer, direkt an der ski­bus­hal­te­stel­le. das ist ja für mich als bahn­fah­rer nicht ganz unwich­tig ;-)

die anrei­se: ins ötz­tal ist es schon ein gutes stück fahrt von mainz aus. es gibt aber eine wun­der­ba­re ver­bin­dung: ein ic von müns­ter nach inns­bruck, der sams­tags ein­mal fährt und auch in mainz halt macht. also habe ich mich hier am rhein in den zug gesetzt – erst um kurz nach 11 ging es los – und mei­nen platz bis ötz­tal bahn­hof (wirk­lich kaum mehr als ein bahn­hof am ein­gang des ötz­ta­les) nicht mehr her­ge­ge­ben. betrieb war ziem­lich viel, doch so eini­ge ski­fah­rer, aber auch ohne reser­vie­rung hat­te ich glück. die spä­te abfahrt in mainz führ­te dann nur dazu, dass ich erst recht spät und im dun­keln ankam. denn vom bahn­hof muss man noch ein­mal mehr als eine stun­de, ca. 80 minu­ten sogar, mit dem bus rech­nen, bis man in ober­gurgl ist. schließ­lich kommt danach ja auch nix mehr. so bekam ich also über­haupt nicht mit, wo ich eigent­lich gelan­det war. die unter­kunft lag aber nicht nur sehr prak­tisch an der bus­hal­te­stel­le, son­dern auch nur ca. 500 m von der tal­sta­ti­on der hoch­gurgl­bahn ent­fernt und direkt an loi­pe und win­ter­wan­der­weg. dem sport stand also nichts mehr im weg.

und damit ging es am sonn­tag gleich los: mit dem ers­ten lift zur gon­del­bahn und hin­ein ins ver­gnü­gen. das war es, vom ers­ten moment an. auch wenn ich schon etwas merk­te, dass der letz­te ski­tag doch eini­ge zeit zurück­lag. zunächst fing ich mal mit dem nahe­lie­gen­den pis­ten an, dem wurm­kogl und dem scher­mer. zu letz­te­rem führt übri­gens eine neue, luxu­riö­se 8‑per­so­nen-gon­del­bahn hin­auf: offen­bar ist es dort oft so kalt, dass die berg­bahn­ge­sell­schaft hier ihre pro­fi­te mit so einer über­di­men­sio­nier­ten anla­ge los­wer­den muss­te … zum glück war sie nie voll (ist sie wohl auch bei voll aus­ge­buch­ten hotels nie) – über­haupt war für einen sonn­tag ange­nehm wenig betrieb. war­te­zei­ten gab es nie – also auch kei­ne pau­sen. ich bin, wie auch jeden wei­te­ren tag also von kurz nach neun bis vier uhr durch­ge­fah­ren. zum aus­ru­hen gibt es ja lif­te. nun ja. in hoch­gurgl gibt es näm­lich tat­säch­lich auch noch schlepp­lif­te – fast ein ana­chro­nis­mus. und zumin­dest einer davon ist alles ande­re als geruh­sam. doch dazu spä­ter mehr. am sonn­tag mach­te ich mich also erst ein­mal auf, mit dem gebiet ver­traut zu wer­den, alles abzu­klap­pern. oder fast alles. zumin­dest in hoch­gurgl. also war auch der etwas län­ge­re schlep­per am kir­chen­kar mit der ganz net­ten roten abfahrt und schö­nen klei­nen vari­an­ten dran. abseits der pis­te mach­te sich aber sehr bemerk­bar, dass es schon lan­ge nicht mehr ver­nünf­tig geschneit hat­te: das war alles eher hart und sehr, sehr zer­fah­ren. aber trotz­dem schön, dort.
auch die gro­ße kar­bahn mit der lei­der nicht mehr all­zu üppig mit schnee bedeck­ten schwar­zen abfahrt direkt am lift hin­un­ter kam an die rei­he. die­se abfahrt zog mich irgend­wie immer wie­der an. zum einen eine der weni­gen nicht so super­brei­ten abfahr­ten. zum ande­ren durch drei que­ren­de wege, die ziem­lich hef­ti­ge stu­fen in den schö­nen steil­hang schnei­den, nicht ganz ein­fach flie­ßend zu befah­ren.
auch die höchs­te stel­le, der wurm­kogl II mit sei­ner klei­nen aus­sichts­re­stau­ra­ti­on (im mar­ke­ting­s­lang des ötz­tals (eine ziem­lich schlim­me sache) „top moun­tain star“ genannt, war auf dem pro­gramm. dort oben gibt es eine net­te, kna­cki­ge schwar­ze abfahrt mit zwar sehr har­tem, aber schön stei­lem ein­stieg. und natür­lich einen tol­len aus­blick von die­ser höhe aus. und neben­bei führt von dort oben auch eine gemüt­li­che blaue abfahrt hin­un­ter, die an meh­re­ren stel­len schö­ne vari­an­ten ermög­licht, die jetzt aber durch die vie­len vor­gän­ger schon sehr zer­fah­ren, meist schon zur ordent­li­chen buckel­pis­te gewor­den war.
die tal­ab­fahrt von hoch­gurgl war zwar nicht beson­ders span­nend (sehr typi­sche tal­ab­fahrt mit aus­ge­bau­ten wegen etc.), dafür aber typisch eisig im unte­ren teil. und erstaun­lich leer für kurz vor vier an einem sonn­tag nach­mit­tag. dem ski­fah­ren folg­te dann – natür­lich – noch das lau­fen, auf den gewalz­ten win­ter­wan­der­wegn bzw. der ska­ting­loi­pe sehr schön mög­lich.

am mon­tag ging es eben­falls wider um kurz nach neun los. dies­mal aller­dings mit dem bus in die ande­rer rich­tung, zur fest­kogl­bahn am orts­ein­gang von ober­gurgl. da noch nix (wirk­lich, nix!) los war, stürz­te ich mich gleich mal wie­der in die tal­ab­fahrt. am fest­kogl gibt es zwei davon: eine nor­ma­le rote und eine sehr schö­ne, auch land­schaft­lich reiz­vol­le und gar nicht so schwe­re schwar­ze vari­an­te. spä­ter ging es dann mit den auch sehr schö­nen, abwechs­lungs­rei­chen pis­ten an der roß­kar­bahn (mit net­ter, ein­fa­cher varia­ti­ons­mög­lich­keit direkt unterm lift) und vor allem der plat­tach­bahn wei­ter. bei­des übri­gens ses­sel­lif­te mit mit­tel­sta­tio­nen. gegen mit­tag wech­sel­te ich dann noch zur hohen mut. die rote abfahrt von der berg­sta­ti­on der neu­en gon­del­bahn fand ich aber nicht so span­nend: da merkt man doch zu sehr, dass sie sehr künst­lich in den berg hin­ein gebaut wur­de. unten ging es dann naht­los an der stein­mann­bahn wei­ter, wo es immer­hin eini­ge buck­li­ge vari­an­ten durch die ver­streut ste­hen­den bäu­me aus­zu­pro­bie­ren gab. an der hohen mut oben habe ich aber, es kaum glau­bend, tat­säch­lich her­bert heckers, dem autor des ein­zi­gen deut­schen buches über den mono­ski, den ich schon von einem der monoski.org-tref­fen kann­te, getrof­fen. er und sei­ne frau hat­ten mich schon am sonn­tag gese­hen und sofort am fahr­stil erkannt und wir lie­fen uns noch öfters über den weg … bei einer der letz­ten abfahr­ten von der hohen mut nahm ich dann noch die äuße­re pis­ten­va­ri­an­te – kei­ne beson­ders gute idee. im schöns­ten tem­po sah ich dann eine boden­wel­le zu spät, flog ein stück und ver­sem­mel­te die lan­dung etwas. über roß­kar­bahn und die schö­ne schwar­ze tal­ab­fahrt ging es zurück zur fest­kog­bahn und wei­ter zum lau­fen – das wur­de aber nur sehr wenig, weil ich mich nach zwei anstren­gen­den ski­ta­gen recht schlapp fühl­te.

der diens­tag prä­sen­tier­te sich nach zwei sehr son­ni­gen tagen mit eher schwie­ri­gem ski­wet­ter: fast lücken­lo­sen wol­ken. und kurz vor 3000 m ist das ziem­lich schnell nebel ;-). zumal es bald ganz zuzog und leicht zu schnei­en anfing – lei­der nicht sehr ergie­big. zunächst trieb ich mich wie­der in hoch­gurgl rum: der schlepp­lift am vor­de­ren wurm­kogl woll­te mich noch ken­nen­ler­nen. dort gab es, bei die­sem wet­ter nicht sehr ide­al, nur eine voll­kom­men unmar­kier­te pis­te (über­haupt ist die pis­ten­mar­kie­rung und ‑beschil­de­rung in ober­gurgl extrem spar­ta­nisch), die teil­wei­se kaum zu fin­den war: dafür aber eine sehr schö­ne, im unte­ren drit­tel unprä­pa­rier­te enge & stei­le schwar­ze pis­te. nur lei­der war der schlep­per auch enst­pre­chend: steil, ohne lift­spur (ein­mal auch quer durch die buckel­pis­te) – beim drit­ten mal hat’s mich raus­ge­hau­en. das for­der­te natür­lich spä­te­re revan­che. zunächst beließ ich es aber dabei, denn der schwe­re, schnel­le, stei­le schlep­per und die abfahrt waren doch eine anstren­gen­de kom­bi­na­ti­on mit dem mono. bis mit­tag war ich dann wie­der an der gro­ßen kar­bahn und am kir­chen­kar unter­wegs, bevor ich noch mal den die­ses mal sehr schö­nen obe­ren teil des wurm­kogls und des scher­mers (mit aus­flü­gen neben die pis­te) unter den ski nahm. nach­dem es gegen mit­tag etwas hel­ler gewor­den war, ver­schle­cher­te sich die sicht mit dem ver­schwin­den der son­ne hin­ter den ber­gen gegen 15 uhr wie­der deut­lich, so dass ich etwas frü­her schluss mach­te und schon um 15:40 wie­der an der tal­sta­ti­on stand. danach noch schö­ne, aber sehr lang­sa­me sie­ben lauf­ki­lo­me­ter im leich­ten schnee­ge­stö­ber und der tag war voll­endet.

mitt­wochs zog es mich nach söl­den. nicht nur mich: aus­ge­rech­net an die­sem tag war der ski­bus so voll, dass ich um zehn vor neun gera­de noch so ein­stei­gen konn­te. in söl­den, an der gais­lach­kogl­bahn, die auf gut 3000 m hin­auf führt, durf­te ich auch das ers­te mal anste­hen. über­haupt war in söl­den doch deut­lich mehr betrieb – auch wenn es für die dor­ti­gen ver­hält­nis­se wohl sehr leer war. zumin­dest schien mir das so, wenn ich mir die rie­si­gen, lan­gen ein­gangs­gat­ter und ‑zäu­ne an den lif­ten ansah. da muss wohl öfters mal ziem­lich viel los sein. das ski­ge­biet ist um eini­ges grö­ßer als ober­gurgl, vor allem recht weit­läu­fig. alles habe ich an einem tag gar nicht geschafft (und auch nicht gewollt), die glet­scher spar­te ich mir gleich. sonst blie­ben aber recht wenig lücken: zunächst vom gais­lach­kogl hin­über zum gig­gi­joch (wo ein ziem­li­cher rum­mel herrscht), dort gibt es an der roß­kir­plbahn eine schö­ne schwar­ze pis­te und neben­dran eine aus­ge­wie­se­ne buckel­pis­te (etwas schwer & steil für mich …), auch eini­ge net­te rote abfahr­ten. und vor allem eine sehr schö­ne schwar­ze tal­ab­fahrt, die am spä­ten vor­mit­tag natür­lich men­schen­leer war. die gig­gi­joch­bahn brach­te mich wie­der zurück ins ski­ge­biet, wo ich mich in rich­tung glet­scher wei­ter mach­te und an der genia­len pis­te am schwarz­kogl eine wei­le hän­gen­blieb: die konn­te ich wun­der­bar am äußers­ten rand im kurz­schwung schön rhyth­misch abfah­ren – ein­fach herr­lich, genau die rich­ti­ge mischung aus gefäl­le und losem, wei­chen schnee, den die ande­ren an den rand gescho­ben hat­ten. über eini­ge zwi­schen­sta­tio­nen, u.a. die hei­de­bahn ganz außen, nahm ich dann die rote tal­ab­fahrt und wur­de erneut über­rascht – dies­mal von einem ande­ren mono­ski­fah­rer, der lan­ge kei­nen gleich­ge­sinn­ten mehr getrof­fen hat­te. zusam­men sind wir dann wie­der auf den gais­lach­kogl hoch und zusam­men in rich­tung ret­ten­bach­tal abge­fah­ren. dort trenn­ten sich unse­re wege wie­der: ich nahm die schwar­ze tal­ab­fahrt zurück in den ort, er kehr­te noch ein­mal ein. zurück in gurgl bin ich dann mit dem ruck­sack nach ober­gurgl gelau­fen, etwas lebens­mit­tel-nach­schub ein­kau­fen – das gab immer­hin etwas mehr als sie­ben kilo­me­ter lauf­stre­cke.

am don­ners­tag blieb ich mor­gens der pis­te zunächst ein­mal fern: die sicht war nahe null, das schien mir sinn­los. gegen elf uhr hielt es mich dann doch nicht mehr im zim­mer: inzwi­schen hat­te der mäßi­ge wind die wol­ken­de­cke etwas ver­scho­ben und auf­ge­lo­ckert, so dass zumid­nest hoff­nung best­nad. ich star­te­te in hoch­gurgl mit eini­gen tal­ab­fahr­ten und den nicht so hoch gele­ge­nen pis­ten an der gro­ßen kar­bahn und dem kir­chen­kar­lift. gegen 13 uhr, als mit­tags­pau­se, trans­fe­rier­te ich mich dann mit dem top-express hin­über nach ober­gurgl, um haupt­säch­lich die tal­ab­fahr­ten, ins­be­son­de­re die schö­ne schwar­ze ver­si­on, hin­un­ter­zu­brau­sen. viel mehr war dann auch nicht mehr mög­lich: nach und nach wur­den immer mehr lif­te abge­stellt – der wind wur­de recht frisch und stel­len­wei­se stür­misch, ski­fah­rer waren sowie­so kaum wel­che unter­wegs. auch die fest­kogl­bahn lief nur noch in lan­g­amer geschwin­dig­keit – aber sie lief immer­hin. gegen halb vier reich­te es mir dann doch, nach­dem ich mich noch­mal in den wei­chen schnee­an­we­hun­gen beim sturz über bei­de kör­per­ach­sen über­schla­gen hat­te und ich ging lau­fen. den abend ver­brach­te ich dann noch sehr gemüt­lich im jagd­hof bei her­bert und gabrie­le.

und dann war auch schon wie­der frei­tag und damit schon fast schluss. also stand ich natür­lich wie­der um neun uhr an der tal­sta­ti­on, dies­mal wie­der am fest­kogl. mit­tags wech­sel­te ich wie­der nach hoch­gurgl hin­über, der vor­de­re wurm­kogl reiz­te mich noch ein­mal. dies­mal flog ich gleich beim ers­ten mal schon recht weit unten aus dem lift – sogar der lift­wär­ter merk­te es … aber die rest­li­chen male ging es dann. und die pis­te belohn­te die mühe aufs herr­lichs­te: der leich­te schnee­fall und der wind hat­ten sie wun­der­bar gemach – ein­fach herr­lich. auch wenn sich gera­de im unte­ren teil eini­ge anfän­ger her­um­trie­ben, die da wenig spaß hat­ten ;-). da mir das auf die dau­er aber doch zu anstren­gend wur­de, wech­sel­te ich wie­der an den wurm­kogl, der oben blöd­sin­nig hart gefro­ren war und kei­nen spaß mach­te und an den wesent­lich ange­neh­me­ren scher­mer. spä­ter, am kir­chen­kar­lift, als es schon wie­der anfing kalt zu wer­den, ver­lor ich dann auch noch mei­ne rech­te kon­takt­lin­se – ein­fach so. und als die sicht dann auch noch nach­ließ, wur­de mir das in den feh­len­den kon­tras­ten zu blöd und ich mach­te mich wie­der auf den weg ins tal – immer­hin, es war doch wie­der kurz vor 16 uhr bis ich unten war. zum abschluss lief ich dann die stra­ße noch hoch­gurgl und bis zur maut­sta­ti­on in rich­tung tim­mels­joch hin­auf: der wohl lang­sams­te der letz­ten jah­re für mich: lang und erstaun­lich steil ging es da hoch (auch run­ter kei­ne rei­ne freu­de mit so aus­ge­power­ten ober­schen­keln nach einer woche ski­fah­ren und lau­fen …).

die heim­rei­se am sams­tag ver­lief dann nicht ganz so glatt wie der hin­weg. mor­gens hat­te wie­der leich­ter schnee­fall ein­ge­setzt. und für den post­bus war das offen­bar der­ma­ßen über­ra­schend, dass er erst mit fast zwan­zig minu­ten ver­spä­tung abfuhr. bis ötz­tal bahn­hof hat­te er zwar eini­ges wie­der her­aus­ge­fah­ren, aber es reich­te trotz­dem nur dazu, dass ich den ic, der mich ohne umstei­gen nach mainz gebracht hät­te, gera­de noch abfah­ren sah. also durf­te ich über inns­bruck – mün­chen – stutt­gart rei­sen – was gera­de ein­mal eine hal­be stun­de län­ger dau­er­te als die eigent­lich geplan­te ver­bin­dung und auch tadel­los klapp­te.

felix austria mit beata olanda (und deutschen zuhörern)

Nein, viel Spaß ver­ste­hen die­se vier nicht. Dafür ist ihnen die Sache viel zu ernst. Schließ­lich geht es um gro­ße Musik. Und das erfor­dert nicht nur Ernst, son­dern auch vol­le Hin­ga­be. Eines wird näm­lich schnell klar in der St. Anto­ni­us­ka­pel­le: Für „La Bea­ta Olan­da“ gibt es kei­ne hal­ben Wege. Alles oder Nichts heißt die Devi­se für das Spe­zia­lis­ten­en­sem­ble – trotz des Namens übri­gens eine ziem­lich deut­sche Sache. Und das heißt wie­der­um: Sie geben alles. Denn Schei­tern steht nicht auf dem Pro­gramm. Dafür aber eine klei­ne Rund­rei­se durch den deut­schen und öster­rei­chi­schen Barock – mit deut­li­chem Schwer­punkt auf dem Alpen­land. Sowohl Bach als auch Hän­del, bei­de mit einer Vio­lin­so­na­te ver­tre­ten, wer­den da eher zur Neben­sa­che. Viel span­nen­der und viel vita­ler auch gelingt dem Quar­tett die Aus­wahl aus den Sona­ten von Johann Hein­rich Schmel­zer und Hein­rich Ignaz Franz von Biber. Die kön­nen bei­de ein rei­ches Oeu­vre vor­wei­sen – nicht nur quan­ti­ta­tiv. Und vor allem für Vio­li­nis­ten. Schmel­zer, Hof­ka­pell­meis­ter im Wien Kai­ser Leo­polds, war als Kom­po­nist genau­so ange­se­hen wie als Vio­li­nist. Und für den Salz­bur­ger Hof­mu­si­kus Biber gilt nur zwan­zig Jah­re spä­ter das glei­che: Gefei­er­ter Ton­set­zer und euro­pa­weit berühm­ter Vir­tuo­se auf der Gei­ge. Ent­spre­chend anspruchs­voll sind vie­le sei­ner Sona­ten.
Für Clau­dia Hoff­mann scheint die tech­ni­sche Her­aus­for­de­rung aber nicht beson­ders hoch zu sein. Fast gelas­sen und ohne Furcht wäh­len sie und ihre Mit­strei­ter for­sche Tem­pi, for­cie­ren die Kon­tras­te zwi­schen ruhi­gen Abschnit­ten und wild-brau­sen­den Pas­sa­gen noch zusätz­lich.
Ihre tech­ni­schen Fähig­kei­ten stel­len sie dabei genau­so wenig her­aus wie sich selbst. Egal ob in Schmel­zer Duo­so­na­ten für Dis­kant­gam­be und Vio­li­ne (aus der Samm­lung „Duo­de­na sel­ec­ta­rum sona­ta­rum“) oder sei­ner drit­ten Sona­te aus den gro­ßen „Sona­tae una­rum fidi­um“, ganz gleich ob in Tanz­sät­zen oder Osti­na­ti – immer macht „La Bea­ta Olan­da“ das Mate­ri­al zu abso­lu­ter, ganz und gar rei­ner Musik. Da wird dann auch nichts mehr his­to­ri­siert – das Wis­sen um die zeit­ge­nös­si­sche Auf­füh­rungs­pra­xis ist auch nur noch ein Mit­tel, die­ser Musik zu ihrer voll­stän­di­gen, unpar­tei­ischen Mate­ria­li­sie­rung zu ver­hel­fen. Und das funk­tio­niert blen­dend. Viel­leicht auch des­halb, weil der klei­ne Raum der St. Anto­ni­us­ka­pel­le das gut unter­stützt: Mit­ten im musi­ka­li­schen Gesche­hen wähnt man sich als Publi­kum, so direkt und unmit­tel­bar umfan­gen einen die reich­hal­ti­gen Klän­ge.
Und direkt ist schließ­lich auch der Zugriff des Ensem­bles: Mit vol­ler Kraft wer­fen sie sich etwa in die Kon­tras­te und Span­nun­gen der Sona­ten. Da gibt es kei­ne Beschö­ni­gun­gen, aber auch kei­ne über­trie­be­nen Dra­ma­ti­sie­run­gen, son­dern ein­fach nur Musik – mal ent­span­nend, mal span­nungs­ge­la­de­ner als jeder Kri­mi. Und wenn sie dann das Kon­zert mit Bibers c‑Moll-Sona­te enden las­sen, zei­gen sie nicht nur gro­ßen Mut, son­dern auch unbarm­her­zi­ge Här­te: So ein Cliff­han­ger ist ziem­lich gemein. Aber auch ganz schön gut.

(kon­zert des main­zer musik­som­mers, geschrie­ben für die main­zer rhein-zei­tung)

skiurlaub 2009, #2

dies­mal ging es zwar wie­der nach tiro, aber nach ser­faus. für mich eine neue erfah­rung – in die­sem ski­ge­biet war ich vor­her noch nie. aber es war bestimmt nicht das letz­te mal. zwar ist der ort ziem­lich teu­er – vor allem die unter­künf­te kos­ten eine men­ge geld – aber das ski­ge­biet ist gro­ße klas­se. schö­ne, eher schma­le pis­ten. eine schö­ne gegend. wun­der­ba­re ver­bin­dun­gen zwi­schen den tei­len (also vor allem zwi­schen ser­faus, fiss und ladis, aber auch inner­halb des recht aus­ge­dehn­ten ser­fau­ser teils).

die anrei­se am sams­tag war aller­dings eher müh­sam. die auto­bah­nen waren in deutsch­land natür­lich wie­der sehr voll, der übli­che rei­se­ver­kehr mit den übli­chen staus – etwa vor & am alb­an­stieg – eben. und der fern­pass war auch so voll, dass es nur noch im stop und go hoch und wie­der run­ter ging. in imst such­ten wir ver­geb­lich den hofer, um unse­re lebens­mit­tel­vor­rä­te für die woche zu ergän­zen, bis joa­chim auf die idee kam, dass der in lan­deck doch viel prak­ti­scher liegt … den hat­ten wir dann tat­säch­lich schnell gefun­den und die autos noch ein wenig vol­ler gela­den. ab dort ging es dann wei­ter ins inn­tal hin­auf, bis zum abzweig nach ser­faus. die stra­ße führt dann am tal­hang in 12 (durch­num­me­rier­ten) keh­ren auf kur­ze stre­cke fast 1000 höhen­me­ter hin­auf auf das ter­as­sen­pla­teau, auf dem ser­faus, fiss und ladis (in umge­kehr­ter rei­hen­fol­ge) lie­gen – mit präch­ti­gem aus­blick über das tal. in ser­faus war gera­de ziem­lich viel betrieb – die ski­fah­rer kamen von der pis­te zurück, die letz­ten urlau­ber ver­schwan­den, neue kamen … unse­re unter­kunft fan­den wir sofort, sie lag ja auch super zen­tral am kirch­platz. und damit direkt an der u‑bahn-sta­ti­on. denn so ver­rückt es klingt, ser­faus hat eine minia­tur-u-bahn unter der haupt­stra­ße, die vom gro­ßen park­platz am orts­ein­gang über zwei sta­tio­nen zur seil­bahn-tal­sta­ti­on am ande­ren dorf­en­de führt – eine wun­der­bar prak­ti­sche und schnel­le mög­lich­keit, mor­gens ins ski­ge­biet zu kom­men und abends zurück. aber auf dem rück­weg war sie nur bedingt nötig, weil man eine tal­ab­fahrt pro­blem­los bis zur dorf­mit­te ver­län­gern konn­te und dann nur noch weni­ge meter zu gehen hat­te. lau­fen muss­te ich an die­sem tag nicht mehr, das hat­te ich mor­gens in darm­stadt erle­digt, um für den ers­ten ski­tag am sonn­tag so aus­ge­ruht wie mög­lich zu sein ;-).

der ers­te tag auf der pis­te also. es soll­te eini­ges pas­sie­ren … wir schaff­ten es trotz kar­ten­kauf etc., ziem­lich genau um 9 uhr in die ers­te gon­del­bahn ein­zu­stei­gen. schnell ori­en­tier­ten wir uns in rich­tung pezid­bahn. dort gibt es zwei sehr schö­ne und teil­wei­se ordent­lich stei­le schwar­ze pis­ten. bei herr­lichs­tem wet­ter – viel son­ne vor allem – stürz­ten wir uns also mehr oder weni­ger schnell die pis­ten hin­un­ter. und ich zusam­men mit mar­kus und hei­ke, die schon sams­tags in ser­faus unter­wegs gewe­sen waren, auch in die unprä­pa­rier­ten hän­ge neben der pis­te. das ging vom ers­ten moment an erstaun­lich gut und mach­te eine men­ge spaß – so lang­sam wer­de ich mit dem mono auch dort immer siche­rer. ich tum­mel­te mich gera­de dort, etwas abseits, als joa­chim schein­bar unfrei­wil­lig beschloss, den geschwin­dig­keits­re­kord auf der pezid­ab­fahrt zu bre­chen. bei einer wel­le kam er dann ordent­lich ins flie­gen, hat­te nach der lan­dung enor­men speed. und beim nächs­ten bogen zer­fetz­te es ihn dann. oder bes­ser gesagt: sei­ne bin­dung. und zwar so ziem­lich total: an bei­den ski­ern waren nur noch trüm­mer übrig – die eine fer­sen­back fehl­te kom­plett, das vor­de­re gehäu­se an meh­re­ren stel­len gebro­chen. und am ande­ren ski hat­te sich der vor­de­re bin­dungs­teil kom­plett vom ski gelöst – die kunst­stoff­ver­bin­dung war gebro­chen. so etwas habe ich noch nie gese­hen … ihm selbst ist dabei zum glück nichts pas­siert und nach eini­gem hin und her glit­ten thors­ten und er auf jeweils einem ski zur tal­sta­ti­on der pezid­bahn hin­un­ter. dort wur­de er dann von einem ski­bob abge­holt – ohne ski­er kommt man von dort näm­lich eigent­lich nicht weg. und der nächs­te ver­leih war an der mit­tel­sta­ti­on der kom­per­dell-lazid-bahn … ansons­ten war der sonn­tag aber ein wun­der­ba­rer ski­tag. der schnee war grif­fig, die pis­ten prä­pa­riert, das wet­ter gut – wie meist in die­ser woche eher warm, eigent­lich nie unter 0 °C.

auch der mon­tag bot eher wenig über­ra­schun­gen. wir erkun­de­ten wei­ter das ski­ge­biet, fan­den noch eine schö­ne vari­an­te zwi­schen pezid und arrez­joch. die car­ver schos­sen sich schon ein wenig auf die pis­ten am plan­segg ein – da bot sich ein schö­nes spiel­feld für sie. der diens­tag zeig­te sich dann mit deut­lich wech­sel­haf­te­rem wet­ter. nach­dem es den gan­zen tag bewölkt und leicht nebe­lig war, setz­te gegen mit­tag noch recht ordent­li­cher schnee­fall ein, der uns dann schon recht früh, gegen 14 uhr, von der pis­te nach hau­se trieb. das bot mir immer­hin gele­gen­heit, mal etwas mehr zeit zum lau­fen zu haben. die ers­ten bei­den tage war da noch nicht viel bei her­um­ge­kom­men – ich such­te noch pas­sen­de wege und ver­such­te mich an die stei­len hän­ge zu gewöh­nen. am diens­tag brach­te ich dann immer­hin knapp 10 kilo­me­ter zusam­men. und fand eini­ge schö­ne stel­len. es macht näm­lich trotz der anstren­gung und selbst bei ver­gleichs­wei­se schlech­tem wet­ter eine men­ge spaß, in ver­schnei­ten ber­gen und wäl­der zu lau­fen – so lan­ge man wege hat, die pla­niert wur­den und man nicht durch tief­schnee stap­fen muss. das pro­pier­te ich für ziem­lich genau fünf schrit­te – jeweils inklu­si­ve ein­sin­ken im schnee bis fast an den schritt: das war der­ma­ßen erschöp­fend, dass ich schnell wie­der halb­wegs fes­ten boden unter den füßen such­te.

der mitt­woch bescher­te uns dann schon wie­der ganz ande­res wet­ter: föhn war ange­sagt. und der brach­te ziem­lich star­ke win­de mit sich, so dass vor allem vor­mit­tags der seil­bahn- und lift­be­trieb doch eini­ges ein­ge­schränkt wur­de. aber ein gutes hat­ten die kräf­ti­gen win­de: sie blie­sen die wol­ken hin­weg. mor­gens war alles noch ziem­lich ver­han­gen. aber spä­tes­tens ab mit­tag über­wog wie­der der blaue him­mel und die strah­len­de son­ne. das mach­te dann so viel spaß, dass wir bis zum end­gül­ti­gen schluss der lif­te auf den pis­ten blie­ben und des­halb erst nach 16 uhr auf die tal­ab­fahrt kamen. da konn­te der don­ners­tag dann über­haupt nicht mit­hal­ten: wie­der war das wet­ter ver­än­dert. aller­dings nicht zum bes­ten. denn dicker und ziem­lich bestän­di­ger nebel hing in den ber­gen. wenn man glück hat­te, war man zur rich­ti­gen zeit am rich­ti­gen ort und konn­te kur­ze, mini­ma­le auf­lo­cke­run­gen genie­ßen. da aber die wol­ken­de­cke ins­ge­samt aus­ge­spro­chen nied­rig hing, war die sicht durch das extrem dif­fu­se licht aus­ge­spro­chen gewöh­nungs­be­dürf­tig, um nicht zu sagen schlecht. dazwi­schen kam immer wie­der leich­ter schnee­fall, der sich zum abend hin noch ver­stärk­te. die pis­ten waren zwar in sehr gutem zustand und es war ziem­lich wenig betrieb, aber auf­grund der ein­ge­schränk­ten sicht war das fah­ren doch recht anstren­gend. auch am frei­tag blieb uns der nebel und der schnee­fall weit­ge­hend erhal­ten. trotz­dem war auf den pis­ten noch eine men­ge spaß zu haben. und auch auf der einen ski­rou­te, die ich dann doch noch gefah­ren bin, der schleif­plat­ten­rou­te an der obe­ren scheid­bahn. die war zwar im obers­ten stück nicht nur sakrisch steil, son­dern auch sehr unan­ge­nehm ungleich­mä­ßig ver­bu­ckelt. da ver­lor ich dann end­gül­tig noch einen tel­ler mei­ner ski­stö­cke, die eh schon stark in mit­lei­den­schaft gezo­gen waren. und ohne tel­ler macht das fah­ren abseits der pis­te doch erstaun­lich wenig spaß ;-). aber die schwar­zen pis­ten waren noch ziem­lich gut zu fah­ren, vor allem die an der obe­ren scheid­bahn und am pezid. und auch die wald­ab­fahrt vom alp­kopf hin­un­ter hat­te noch ihren reiz. zwar war die rote pis­te ziem­lich zer­fah­ren. aber am rand blie­ben so ander­halb meter, wo sich der schö­ne lose und wei­che schnee sam­mel­te – da stürz­te ich mich noch eini­ge male her­ab. aber irgend­wann – lei­der schon vor 16 uhr – waren mei­ne ober­schen­kel dann ein­fach hin­über. das vie­le fah­ren auf schwe­ren, stei­len pis­ten und die nicht gera­de leich­ten lauf­stre­cken mach­ten sich bemerk­bar. zur krö­nung ver­län­ger­te ich mei­ne lauf­run­de dann am frei­tag auch zu einer rich­ti­gen run­de auf über 11 kilo­me­ter: über den beu­tel­kopf­weg zur berg­sta­ti­on des sun­li­ners, von dort über den pan­ora­ma-genuss-wan­der­weg hin­über zum kom­per­dell und nach eini­gen stü­cken ski­pis­te quer zum hang zurück nach ser­faus – mit abstand die schöns­te stre­cke der woche, herr­li­che aus­bli­cke trotz mit­tel­präch­ti­gen schnee­falls …

die heim­rei­se ver­lief dann eher unspek­ta­ku­lär – da wir rela­tiv früh star­te­ten, waren wir zwar im dich­ten ver­kehr und schnee­fall unter­wegs, blie­ben aber wenigs­tens von grö­ße­ren staus ver­schont. und schon wie­der war eine woche ski­fah­ren vor­über …

fotos habe ich natür­lich doch wie­der nur sehr weni­ge gemacht – das aus­pa­cken etc. ist immer zu umständ­lich … aber ein paar sind hier immer­hin:

skiurlaub 2009, #1

am mon­tag, den 5.1., ging es also los. der bus war schon am sonn­tag abend gepackt (und die fra­ge, wem wel­che ski­er gehö­ren, war auch geklärt), mein mono­ski ruh­te sanft in dem hau­fen der duo-lat­ten der ande­ren. früh­mor­gens sam­mel­ten wir uns also um den bus – chris­toph, chris­toph, mai­ke, vol­ker und ich. und etwas ganz außer­ge­wöhn­li­ches in erbach: rich­ti­ger schnee. der mach­te das fah­ren dann ein wenig unlus­tig, denn geräumt war noch erstaun­lich wenig. bis neckar­sulm tucker­ten wir also recht vor­sich­tig unse­res weges. auf der auto­bahn lief es dann aber präch­tig, so dass wir doch schon nach ziem­lich genau sechs stun­den am ende des zil­ler­tals in das tuxer tal hin­auf­fuh­ren und auch ganz pro­blem­los unse­re feri­en­woh­nung auf dem honsn­hof in vor­der­la­ners­bach fan­den. die war mit zwei schlaf­räu­men und gemüt­li­cher wohn­kü­che sehr ange­nehm aus­ge­stat­tet (und vor allem außer­or­dent­lich gut geheizt). schnell hat­ten wir uns ein­ge­rich­tet und chris­toph auch schon die play­sta­ti­on ange­schlos­sen – der urlaub konn­te also so rich­tig los­ge­hen. doch halt – vor­her muss­ten wir für den ande­ren chris­toph noch ski­er und schu­he besor­gen. dafür stat­ten wir ste­fans ski­stall einen besuch ab, wäh­rend der rest der grup­pe schon ein­mal die lift­kar­ten kauf­te.
am nächs­ten tag, hei­li­ge drei köni­ge, ging es dann end­lich auf die pis­te. zwar nicht ganz so früh, wie ich das ger­ne gehabt hät­te ;-), aber noch zu einer annehm­ba­ren zeit (und es wur­de mit jedem tag bes­ser …). end­lich konn­te mein snow­shark wie­der schnee schnup­pern! schon die ers­ten schwün­ge mach­ten klar: das funk­tio­niert trotz lan­ger som­mer­pau­se noch bes­tens. gut, die pis­ten auf dem rast­ko­gel und pen­ken, wo wir den ers­ten tag ver­brach­ten, waren auch ordent­lich prä­pa­riert. schnee hat­te es aller­dings eher wenig – 110 cm konn­te ich da nir­gends ent­de­cken. an nicht weni­gen expo­nier­ten stel­len kamen nach­mit­tags gras und stei­ne zum vor­schein. das lag viel­leicht aber auch dar­an, dass rela­tiv viel betrieb war auf den pis­ten. wir hat­ten aber trotz­dem eine men­ge spaß, gleich schon am ers­ten tag. die eher zurück­hal­ten­den ski­fah­rer der grup­pe sorg­ten auch gut dafür, dass ich mich immer wie­der aus­ru­hen konn­te …
so sah der ers­te tag also aus: skiline 6.1.

nach dem recht frü­hen schluss auf der pis­te zog ich mir erst ein­mal die lauf­schu­he an (viel wur­de es am ers­ten tag nicht, dafür ein schö­nes stück auf einem wan­der­weg durch den wald am hang ober­halb unse­rer feri­en­woh­nung). und nach dem tafeln war natür­lich wie­der arbeit ange­sagt (zumin­dest für die män­ner): spueltrupp

auch am mitt­woch star­te­ten wir wie­der am rast­ko­gel. nach eini­gen wun­der­schö­nen (und vor allem schnel­len) abfahr­ten am hor­berg­joch – die pis­ten waren wie­der schön hart und glatt prä­pa­riert, es war recht wenig betrieb – wan­der­ten wir wie­der hin­über zu pen­ken, zum nord­hang und knor­ren sowie ins schnee­kar, wo es eine net­te schwar­ze pis­te gibt. mit­tags­pau­se mach­ten wir an der neu­en hüt­te „check point“, eine sehr schön gele­ge­ne, son­ni­ge hüt­te. denn das wet­ter war nach der leich­ten bewöl­kung des ers­ten tages per­fekt: son­ne pur, kei­ne ein­zi­ge ein­trü­bung, aber noch aus­rei­chend kalt, damit der schnee nicht all­zu weich wur­de und hin­weg schmolz.
so sahen wir am start zur pan­ora­ma­ab­fahrt (wirk­lich eine der schöns­ten pis­ten dort, nicht nur der aus­sicht wegen, son­dern auch ihrer hän­ge wegen):

gruppenbild

so, das war also schon fast der zwei­te tag (die hara­ki­ri-pis­te sind wir natür­lich auch hin­un­ter gebraust. das war aber kein beson­de­rer spaß, weil auch die gera­de oben, wo sie eh‘ nicht so ein­fahc ist, bru­tal hart gefro­ren war. da rut­schen selbst die ski­fah­rer mit ihren zwei lat­ten ganz schön hin und her). denn danach mach­ten wir uns schon bald wie­der auf in rich­tung tal. dies­mal über die ski­rou­te (die eigent­lich kei­ne ist, son­dern ein durch­weg prä­pa­rier­ter ver­bin­dungs­weg) auf die eggalm, weil nur von dort eine tal­ab­fahrt nach vor­der­la­ners­bach führt. auch für die­sen tag wie­der die daten: skiline 7.1.

am don­ners­tag wech­sel­ten wir das ski­ge­biet und erkun­de­ten den tuxer glet­scher. hier war es zwar ein klei­nes biss­chen käl­ter, aber dafür auch garan­tiert weiß … und auch hier gibt es durch­aus eini­ge schö­ne abfahr­ten. vor allem weil ich bei dem herr­lichs­ten son­nen­schein vol­ker und chris­toph dies­mal den schle­geis-lift schmack­haft machen konn­te – dane­ben war auch mal ein klei­nes biss­chen off-pis­te ange­sagt, obwohl der schnee auch dort schon sehr hart, fast schon so fest wie auf der pis­te, und bereits reich­lich zer­fah­ren war. nach dem ski­tag (die ski­li­ne zeigt nicht alle lift­fahr­ten, weil auf dem glet­scher eini­ge lif­te ohne kon­trol­le lau­fen: skiline 8.1.) auch am don­ners­tag war nach dem ski­fah­ren für mich natür­lich lau­fen ange­sagt. chris­toph kam mit und hat­te dann lei­der ziem­li­che pro­ble­me mit einer alten knie­ver­let­zung, die weder den unru­hi­gen unter­grund des win­ter­wan­der­we­ges noch die stär­ke­ren stei­gun­gen hin­auf und hin­ab gut ver­trug – und ihn dann lei­der auch am letz­ten tag beim ski­fah­ren noch ein­schränk­te.

der letz­te tag führ­te uns ein wei­te­res mal auf den rast­ko­gel – wie­der star­te­ten wir am hor­berg­joch, zogen dann über die wangl­spitz wei­ter zu knor­ren und schnee­kar. da hat es mich dann auf der schwar­zen pis­te beim zwei­ten mal tat­säch­lich noch hin­ge­legt: auf­grund eines ziem­lich blöd­sin­nig und unauf­merk­sam falsch plat­zier­ten stock­ein­sat­zes kipp­te ich im steil­hang ein­fach schön nach vorn­über, rut­sche dann ein gutes stück bäuch­lings mit dem kopf vor­an die pis­te hin­un­ter, bis ich end­lich den ski wie­der nach unten bekam. das war bestimmt ein net­tes spek­ta­kel für die leu­te im lift, der natür­lich just in die­sem moment still­stand … unten, am ende der pis­te, hat­te ich dann aber trotz­dem noch genü­gend zeit, mich vom schnee zu säu­bern, bevor die ande­ren wie­der zu mir stie­ßen. auf unse­rem nach­mit­täg­li­chen weg zur eggalm wur­den wir dann lei­der von einer lift­pan­ne am eggalm-nord-ses­sel auf­ge­hal­ten, die das gan­ze ziem­lich ver­zö­ger­te und auch ein wenig die lust nahm, den tag bis zum schluss aus­zu­rei­zen. des­halb sieht die ski­li­ne so aus: skiline 9.1.

dafür war der sport an die­sem tag noch nicht erle­digt – ich ging selbst­ver­ständ­lich auch wie­der lau­fen. vor allem aber aßen wir auf der grier­alm zu abend und rodel­ten dann die knapp fünf kilo­me­ter nach laners­bach hin­un­ter. ein ziem­lich rup­pi­ges und rasan­tes ver­gnü­gen, aber nicht so ganz mein fall …: rodeln

die rück­rei­se ging dann so pro­blem­los von­stat­ten (sieht man mal von dem zunächst aus­ge­fal­le­nen niveau­aus­gleich der hin­ter­rad­fe­de­rung des bus­ses ab), dass wir auf­grund der frü­hen abfahrts­zeit (6.30) tat­säch­lich schon pünkt­lich zum mit­tag­essen wie­der daheim waren.

hofmannsthal gemalt

ulrich wein­zierl behaup­tet, „skiz­zen” zum „bild“ hugo von hof­manns­thal geschrie­ben zu haben. mei­ne über­zeu­gung nach der lek­tü­re: das sind nur stu­di­en zum hin­ter­grund des por­träts. und ein bild ohne sei­nen gegen­stand ist ziem­lich lang­wei­lig. dazu passt, dass er aus hof­manns­thal einen schrift­stel­ler ohne werk macht. lite­ra­ri­sches kommt in die­sem rund­gang durch hof­mannst­hals epis­to­lo­gra­phi­sches werk näm­lich so gut wie gar nicht vor.

dafür hat wein­zierl alles an brie­fen und zeug­nis­sen gele­sen, was es zu hof­manns­thal gibt, und auch ganz flei­ßig exzer­piert. und dann hat er sei­nen zet­tel­kas­ten abge­schrie­ben. bezeich­nend für die­se arbeits­wei­se ist das freun­de-kapi­tel, zugleich der haupt­teil der nicht gera­de umfang­rei­chen stu­die: dort erfährt man im end­ef­fekt mehr über die freun­de als über den eigent­li­chen gegen­stand, hugo von hof­manns­thal. so ent­ste­hen knapp 230 sei­ten, dafür aber fast 1000 fuß­no­ten, die aus­schließ­lich zitat­nach­wei­se bie­ten (mit aus­nah­me einer quel­le hat der autor näm­lich alles in die end­no­ten gepackt).

das wesent­li­che fehlt aber. hof­manns­thal bleibt blass: kein mensch wird hier beschrie­ben, kei­ne per­son – nur äuße­run­gen wer­den refe­riert. noch nicht ein­mal einen mini­ma­len bio­gra­phi­schen abriss leis­tet sich wein­zierl – für wen ist das buch denn dann eigent­lich gedacht? denn sei­ner ansicht nach gibt es ja über­haupt gar kei­ne taug­li­che bio­gra­phie des autors. auch weder die epo­che wird ein­ge­hend cha­rak­te­ri­siert noch der mensch. gut, in bezug auf die epo­che gibt es immer­hin ansät­ze – was das gesell­schaft­li­che leben angeht vor allem, in hin­blick auf poli­ti­sche oder gar kul­tu­rel­le zusam­men­hän­ge gibt sich wein­zierl bedeckt.

die for­schung bleibt immer anonym, mit for­mu­lie­run­gen wie „neu­es­te for­schun­gen” mogelt sich wein­zierl da durch. ande­re bio­gra­phien oder deren ver­su­che hat er kaum zur kennt­nis genom­men bzw. kaum ver­wer­tet. zumin­dest spie­gelt der text kei­ner­lei aus­ein­an­der­set­zung wider. sei­ne eige­nen urtei­le erschei­nen mir – der ich kein exper­te auf die­sem gebiet bin – dann immer etwas frei­schwe­bend, sozu­sa­gen feuil­le­to­nis­tisch: poin­tiert bis ins extrem, aber ohne wirk­lich sach­hal­ti­ge nach­wei­se oder bele­ge. dafür mokiert sich wein­zierl aus­ge­spro­chen gern über jeden ein­zel­nen schreib­feh­ler in den brie­fen, beson­ders wenn er den absen­der in sei­nem ver­hält­nis zu hof­manns­thal sowie­so nega­tiv zeich­nen will.

selt­sam und befremd­lich fand ich auch sei­ne marot­te, zwi­schen homo­phi­lie, homo­ero­tik und homo­se­xua­li­tät belie­big hin- und her­zu­wech­seln – je nach bedarf. eigent­lich erscheint mir ja schon die gern gebrauch­te wen­dung der homo­ero­tik als hal­be korin­then­ka­cke­rei und augen­wi­sche­rei, wird sie doch in der regel – ins­be­son­de­re bei tho­mas mann – gebraucht, um eine nicht prak­ti­zier­te, nicht offen und umfas­send aus­ge­leb­te homo­se­xua­li­tät zu beschrei­ben. das mag ja noch ange­hen, aber dann noch eine homo­phi­lie – die, wenn ich das rich­tig sehe, vor allem eine jugend­li­che schwär­me­rei sein soll – zu kon­stru­ie­ren, ist doch irgend­wie lächer­lich: ent­we­der geht es um eine (sexu­el­le) ori­en­tie­rung oder um freund­schaft.

ins­ge­samt hin­ter­lässt mich wein­zierl zutiefst unbe­frie­digt: die rät­sel­haf­tig­keit, das sprung­haf­te wesen hof­manns­thal, wie es sich gera­de in der Pfle­ge (oder Zer­stö­rung) sei­ner Freund­schaft zeigt, den zahl­rei­chen brüs­kie­run­gen eben­so wie den fle­hen­den bit­ten um ver­ge­bung, las­sen wein­zierl (und damit sei­ne leser auch) aus­ge­spro­chen rat­los zurück. viel mehr als blo­ßes refe­rie­ren leis­tet er da, wo es um das eigent­lich der bio­gra­phie, die erfor­schung des cha­rak­ters, gehen soll­te, nicht. dafür zieht er sich, je wei­ter er im text fort­schrei­tet, immer mehr auf ein äußerst sim­pli­zis­ti­sches erklä­rungs­mo­dell zurück: hof­manns­thal war halt ein genie und hat ent­spre­chend uner­klär­lich gehan­delt. das gip­felt dann in solch absur­den und idio­ti­schen sät­zen wie die­sem: „hat hugo von hof­manns­thal sei­ne frau see­lisch miß­han­delt? kei­nes­wegs mehr, als jedes ande­re genie das eben tut.” (210) mehr braucht man dazu wirk­lich nicht sagen.

ulrich wein­zierl: hof­manns­thal. skiz­zen zu sei­nem bild. darm­stadt: wis­sen­schaft­li­che buch­ge­sell­schaft 2006 (wien: zsol­nay 2005).

die textfabrik von marlene streeruwitz

die­se autorin schät­ze ich eigent­lich sehr. ihre roma­ne sind nicht nur sprach­li­che her­vor­ra­gend gear­bei­te­te kunst­wer­ke, son­dern auch in ihrer for­ma­len gestal­tung. und nicht zuletzt auch inhalt­lich, in ihren zie­len, nicht bloß hoch­in­ter­es­sant, son­dern auch gut und rich­tig, um ein­n­mal die­se gro­ßen wor­te zu bemü­hen. die novel­le mor­i­re in levi­ta­te (2004) aller­dings zählt nicht dazu. das ist nichts, was mich irgend­wie beein­dru­cken könn­te. mög­li­cher­wei­se hat­te ich auch gera­de nur kei­ne lust, mich mit dem ster­ben über­haupt und im beson­de­ren zu beschäf­ti­gen – das müss­te eine zwei­te lek­tü­re noch ein­mal kon­trol­lie­ren. jetzt hat­te ich auf jeden fall den ein­druck, das hier nur, ohne all­zu gro­ße inspi­ra­ti­on und vor allem ohne dring­lich­keit, ohne den drang, etwas sagen/​gestalten/​machen zu müs­sen (der bei stre­eru­witz sonst durch­aus soli­de aus­ge­prägt ist – gera­de das schät­ze ich ja so an ihr) – ok, wo war ich? – ach ja, der ein­druck, das hier ohne inne­re not­wen­dig­keit die text­fa­brik arbei­ten muss­te, um leer­lauf zu ver­mei­den. viel­leicht war es ja die äuße­re not­wen­dig­keit, auf dem markt und in der öffent­lich­keit prä­sent zu blei­ben, die hin­ter der ver­öf­fent­li­chung die­ser novel­le stand. aber jeden­falls erscheint das alles sehr abge­nutzt, die sti­lis­ti­schen mit­tel ohne kon­se­quenz, ohne not­wen­di­ge ver­bin­dung mit dem text und sei­nem the­ma, die bil­der vage und blass – kurz, mich hat es ziem­lich gelang­weilt. also ab in die wie­der­vor­la­ge in 1,2 jah­ren.

mar­le­ne stre­eru­witz: mor­i­re in levi­ta­te. novel­le. frankfurt/​main: fischer taschen­buch 2006. (ers­te aus­ga­be im s. fischer ver­lag 2004)

noch einmal bier-prosa. diesmal von franz dobler

nach „blut & bier“, den ja wirk­lich sehr unge­wa­sche­nen sto­ries von franz xaver kroetz, kommt gleich die nächs­te alko­hol-lek­tü­re: bier­herz. flüs­si­ge pro­sa von franz dobler (ham­burg: nau­ti­lus 1994). so rich­tig sau­ber ist das hier natür­lich auch nicht, das wäre von franz dobler auch wohl zu viel ver­langt. den anfang macht die wie­der­ver­wer­tung des vor­wor­tes zu einem thea­ter­stück mit dem über­ra­schen­den namen „bier­herz“, in dem dobler v.a. erklärt, dass man mit sei­nem stück so ziem­lich alles machen kann, so lan­ge nur der text von irgend jemand gespro­chen wird. das gan­ze fix ver­quirlt mit ein paar tief­schür­fen­den und jeder men­ge flach­schür­fen­den gedan­ken und ideen zum bier und sei­nem kon­sum und fer­tig sind die ers­ten drei­ßig sei­ten des neu­en büch­leins.… danach kommt lei­der nicht mehr viel: eine klei­nes „rei­se­ta­ge­buch“ durch loui­sia­na und texas mit ein paar lau­ni­gen beschrei­bun­gen der musik‑, tanz‑, bar- und bier­ver­hält­nis­se dor­ten ist da noch der höhe­punkt. der rest total ver­nach­läs­sig­bar: anek­do­ten, lau­nig erzählt, abso­lut unschein­bar und ohne beson­de­re stil­merk­ma­le, ästhe­ti­sche eigen­hei­ten oder sons­ti­ge her­aus­ra­gen­de eigen­schaf­ten: flüs­sig eben, und schnell ver­ron­nen.…

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