Angst

einsam (unsplash.com)Pablo Garcia Saldaña

Es klingt viel zyni­scher, als es gemeint: Aber (inzwi­schen) habe ich mehr Angst vor den poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Dis­kus­sio­nen (und natür­li­ch den ent­spre­chen­den Geset­zes­än­de­run­gen) nach Gewalt­ta­ten als vor der Gewalt selbst.

Sozu­sa­gen aus psy­cho­so­zia­ler Hygie­ne ver­ord­ne ich mir inzwi­schen regel­mä­ßig beim Bekannt­wer­den von gewalt­tä­ti­gen Ereig­nis­sen eine gewis­se Medi­en­ab­sti­nenz. Sobald klar und abseh­bar ist, dass es mich nicht unmit­tel­bar betrifft – weil ich zum Bei­spiel nicht in Mün­chen bin und auch nie­mand, der mir nahe steht, gera­de dort weilt – mei­de ich den Bli­ck auf Twit­ter, Red­dit, die Nach­rich­ten­sei­ten etc. Denn dort wird es gefühlt immer schlim­mer und ritua­li­sier­ter. Noch wäh­rend sich ein Ereig­nis ent­fal­tet, noch wäh­rend Men­schen ster­ben und die meis­ten ganz und gar kei­ne genau­en Infor­ma­tio­nen haben (und ja auch nicht unmit­tel­bar und sofort benö­ti­gen), tau­chen die Leu­te auf, die es schon immer gewusst haben. Und dann auch die Leu­te, die schon immer wuss­ten, dass jetzt die Leu­te, dies es schon immer gewusst haben, auf­tau­chen. Und so wei­ter – das spi­ra­li­siert sich ganz schnell und ganz unan­ge­nehm.

Und natür­li­ch gibt es immer wie­der die glei­chen Refle­xe: Noch mehr Poli­zei, noch mehr Über­wa­chung, noch mehr Geheim­dienst, jetzt neu: noch mehr bewaff­ne­te Streit­kräf­te im Inne­ren (also zwangs­läu­fig, denn dafür sind sie ja da: Noch mehr Tote.). Und die Meta­di­s­kus­si­on läuft auch gleich noch mit, ohne wahr­nehm­ba­re Zeit­ver­zö­ge­rung. Das gan­ze wirkt auch mich inzwi­schen regel­recht sur­re­al, weil es von den tat­säch­li­chen Ereig­nis­sen (und vor allem: dem Wis­sen dar­über, das in gro­ßen Tei­len der Dis­kus­si­on zwangs­läu­fig ein Nicht­wis­sen ist) so abge­kop­pelt und bei­na­he unbe­rührt erscheint. Da hel­fen dann auch die ritua­li­sier­ten Mit­leids­be­kun­dun­gen nicht mehr. Die wer­den ja auch immer monu­men­ta­ler – jetzt leuch­tet der Eif­fel­turm in den Far­ben der deut­schen Flag­ge (nach­dem Hol­lan­de sich am Wochen­en­de ja mit sei­nen absei­ti­gen Spe­ku­la­tio­nen nicht gera­de mit Ruhm bekle­cker­te …). Aber ist das, was in Mün­chen pas­sier­te, wirk­li­ch unbe­dingt eine natio­na­le Tra­gö­die? Wie vie­le Men­schen müs­sen gewalt­sam ster­ben, damit die Beleuch­tung ein­ge­schal­tet wird? Und wo müs­sen sie ster­ben? Natür­li­ch ist es trau­rig und aus der Fer­ne kaum fass­bar, wie viel Leid ein Men­sch so schnell anrich­ten kann. Aber stim­men unse­re Mit­leids­maß­stä­be? Sind die acht bis zehn Men­schen, die Tag für Tag durch den moto­ri­sier­ten Ver­kehr in Deutsch­land umge­bracht wer­den, weni­ger Mit­leid wert? Von den Toten in ande­ren Län­dern, ande­ren Krie­gen, ande­ren Kon­ti­nen­ten gar nicht zu reden (natür­li­ch spielt Nähe immer eine Rol­le). Mir geht es nicht dar­um, die Toten gegen­ein­an­der auf­zu­rech­nen. Mir geht es dar­um, Ver­nunft zu wal­ten las­sen – Ver­nunft und ratio­na­le Abwä­gung bei den Gefah­ren, denen wir aus­ge­setzt sind. Und natür­li­ch auch bei den Maß­nah­men, die zur Gefah­ren­ab­wehr (wie es so schön tech­no­kra­ti­sch heißt) not­wen­dig oder mög­li­cher­wei­se zu ergrei­fen sind. 

Irgend­wie gehen Erre­gungs- Mit­leids- und Ver­nunft­maß­stä­be Stück für Stück, Schritt für Schritt, Inter­view für Inter­view immer mehr ver­lo­ren (und das ist bei­lei­be nicht nur ein Pro­blem der AfD oder ande­rer rechts(radikaler) Par­tei­en, son­dern nahe­zu des gesam­ten poli­ti­schen Sys­tems) und ver­än­dern so unse­re Gesell­schaft mehr und nach­hal­ti­ger, als Gewalt und Gewalt­tä­ter – sei­en sie extre­mis­ti­sche Ter­ro­ris­ten oder psy­chi­sch Kran­ke – es bis­her ver­mö­gen.

Und es bleibt die Angst, dass die­se Gesell­schaft vor lau­ter Hys­te­rie und Sicher­heits­wahn bald nicht mehr mei­ne ist. Und die Rat­lo­sig­keit, was dage­gen zu tun wäre …

Nach­trag: Der klu­ge Georg Seeß­len hat bei der „Zeit“ eini­ge inter­es­san­te Über­le­gun­gen zu Gewalt, Medi­en und Gesell­schaft auf­ge­schrie­ben. Er schließt mit dem auf­klä­re­ri­schen Appell:

Es ist nötig, was an auf­klä­re­ri­scher Ener­gie noch vor­han­den ist, zu bün­deln, um eine offe­ne, an kei­ne Ver­drän­gungs­ge­bo­te oder sozia­le Tak­ti­ken gebun­de­ne Theo­rie der Sub­jek­te des Ter­rors zu ent­wi­ckeln, die nicht anders kann, als auch eine Theo­rie der Gesell­schaft und ihrer Ero­si­on und eine Theo­rie der Medi­en und ihrer Ent­fes­se­lung zu ent­hal­ten. Nie­mand kann eine Kata­stro­phe ver­hin­dern, denn es gibt kein Sys­tem, das immun gegen Angrif­fe und immun gegen inne­re Wider­sprü­che sei. Eines der gro­ßen Ver­spre­chen der Demo­kra­tie aller­dings war es, dass es nicht nur ein anpas­sungs­fä­hi­ges, son­dern auch ein ler­nen­des Sys­tem sei, eines, das immer mehr Bewusst­sein von sich und der Welt hat, kur­zum, dass es zugleich Garant von Frei­hei­ten und Instru­ment der Auf­klä­rung sei.

Zum Pro­jekt der Auf­klä­rung zurück zu fin­den ist eine schwe­re Auf­ga­be, umso mehr, als auch sie sich in einer para­do­xen Fal­le befin­det: Jeder Ter­ror­an­schlag und jeder Amok­lauf ist auch ein Anschlag auf die Mög­lich­keit von Auf­klä­rung. Jeder Ter­ror­an­schlag und jeder Amok­lauf ist auch eine For­de­rung, Auf­klä­rung zu ver­wirk­li­chen. Inso­fern wären wir schon einen Schritt wei­ter, wenn wir nicht län­ger so gebannt der Dra­ma­tur­gie von Hys­te­ri­sie­rung und Ver­ges­sen folg­ten.

Wir kön­nen nicht ver­hin­dern, dass sozia­le, poli­ti­sche und mensch­li­che Kata­stro­phen gesche­hen. Aber wir kön­nen ver­hin­dern, dass sie zum unauf­ge­klär­ten, unver­stan­de­nen, media­li­sier­ten, ideo­lo­gi­sch mani­pu­lier­ten, poli­ti­sch und öko­no­mi­sch miss­brauch­ten Nor­mal­fall wer­den.

Und auch Mario Six­tus weist auf einen inter­es­san­ten Punkt hin, der even­tu­ell einen Aus­weg aus dem immer­glei­chen Reflex böte: 

Wenn man Taten wie die in Mün­chen ver­hin­dern will, muss man den müh­sa­men Per­spek­tiv­wech­sel nach innen vor­neh­men, in die eige­ne Gesell­schaft hin­ein­bli­cken, auf die eige­nen Leu­te, auf die eige­nen Wer­te.

Politik, Macht und Überzeugung: Robert Roßmann über Heiko Maas

ein ganz und gar grot­ti­ger, grau­sa­mer, gräß­li­cher text von robert roß­mann zur ver­tei­di­gung und ver­eh­rung von hei­ko maas steht heu­te in der süd­deut­schen zei­tung – völ­lig unan­ge­bracht das alles. denn dahin­ter steht eine posi­ti­on, die auch in der spd weit ver­brei­tet zu sein scheint: haupt­sa­che regie­ren – was dann gemacht wird/werden kann, ist zweit­ran­gig, macht um der macht wil­len ist die haupt­sa­che (und dann wun­dern sie sich, dass sie nie­mand mehr wählt). inter­es­sant ist hier übri­gens auch die wort­wahl im detail: leu­theu­ser-schnar­ren­ber­ger hat eine „bru­ta­len Blo­cka­de­po­li­tik“ der vor­rats­da­ten­spei­che­rung betrie­ben und ist sogar zurück­ge­tre­ten – das jemand in der bun­des­po­li­tik auf höchs­ter ebe­ne für sei­ne über­zeu­gun­gen ein­tritt, scheint für roß­mann eher ein unfall als ein lobens­wer­ter (charakter-)zu zu sein: die läh­mung der mer­kel­jah­re schlägt voll durch … manch­mal ist das echt zum ver­zwei­feln …

Sicherheitstechnik à la Polizei

Aus mei­nem Mail­wech­sel mit dem Poli­zei­prä­si­dum Süd­hes­sen:

Zu Ihrer Anfra­ge zur Mög­lich­keit eines elek­tro­ni­sch siche­ren Kom­mu­ni­ka­ti­ons­we­ges, z.B. mit PGP-Signa­tu­ren, kön­nen wir fol­gen­der­ma­ßen Stel­lung neh­men:

Aus IT-sicher­heits­tech­ni­schen Grün­den ist es der­zeit nicht mög­li­ch, der­ar­ti­ge in das Polizei­netz ein­ge­hen­de E-Mails zustell­bar zu machen. Grund­sätz­li­ch ent­wi­ckeln die jewei­li­gen Fach­dienst­stel­len für die IT-Sicher­heit jedoch alle Fach­ver­fah­ren – dar­un­ter auch Exchange/E-Mail – fort­lau­fend wei­ter.

Aus sicher­heits­tech­ni­schen Grün­den ist es nicht mög­li­ch, sicher zu kom­mu­ni­zie­ren. Das ist der Tech­no­lo­gie­stand­ort Deutsch­land. (Mal abge­se­hen davon, dass es zeigt, wie ern­st die Sicher­heits­be­hör­den die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit den Bür­gern neh­men.)

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Stehende Heere

Ste­hen­de Hee­re (miles per­pe­tuus) sol­len mit der Zeit ganz auf­hö­ren.“ Denn sie bedro­hen ande­re Staa­ten unauf­hör­li­ch mit Krieg durch die Bereit­schaft, immer dazu gerüs­tet zu erschei­nen; rei­zen die­se an, sich ein­an­der in Men­ge der Gerüs­te­ten, die kei­ne Gren­zen kennt, zu über­tref­fen, und indem durch die dar­auf ver­wand­ten Kos­ten der Frie­de end­li­ch noch drü­cken­der wird als ein kur­zer Krieg, so sind sie selbst Ursa­che von Angriffs­krie­gen, um die­se Last los­zu­wer­den; wozu kommt, daß, zum Töd­ten oder getöd­tet zu wer­den in Sold genom­men zu sein, einen Gebrauch von Men­schen als blo­ßen Maschi­nen und Werk­zeu­gen in der Hand eines Andern (des Staats) zu ent­hal­ten scheint, der sich nicht wohl mit dem Rech­te der Mensch­heit in unse­rer eige­nen Per­son ver­ei­ni­gen läßt.

— Imma­nu­el Kant: Zum ewi­gen Frie­den. Ein phi­lo­so­phi­scher Ent­wurf, 1795; Abschnitt I, Arti­kel 3

Tafel und Staat

Der „Spie­gel“ schreibt über die „Tafel“-Bewegung und ihre Pro­ble­me. Und er schafft es, das zen­trals­te aller Pro­ble­me mit die­ser Orga­ni­sa­ti­on voll­kom­men aus­zu­blen­den: Ihre Not­wen­dig­keit. Denn soll­te es in einem der reichs­ten Län­der der Welt nicht selbst­ver­ständ­li­ch sein, dass der Staat, der dafür man­nig­fal­ti­ge Instru­men­te (die aus Abga­ben der Bevöl­ke­rung bezahlt wer­den) zur Ver­fü­gung hat, eine grund­sätz­li­che Lebens­si­che­rung sei­ner gesam­ten Bevöl­ke­rung und nicht nur der arbei­ten­den gewähr­leis­ten? Das ist auch gen­au der Grund, war­um ich die „Tafeln“ – so ehren­wert sie im Ein­zel­nen sind – für die fal­sche Akti­on hal­te: Die gna­den­vol­le und barm­her­zig Abga­be von „Rest“-Lebensmitteln an Bedürf­ti­gen – das ist ein Rück­fall ins katho­li­sche 19. Jahr­hun­dert. Die rich­ti­ge Lösung ist natür­li­ch der Anspruch auf ent­spre­chen­de Ver­sor­gungs­leis­tun­gen, z.B. eben über aus­rei­chen­de Hartz-IV-Sät­ze. Dass der „Spie­gel“ das nicht merkt, hal­te ich für ziem­li­ch schwach – und typi­sch, denn die­ser Punkt geht in der Dis­kus­si­on immer wie­der ver­lo­ren.

Man­cher­orts über­nah­men die Wohl­tä­tig­keits­ver­ei­ne Auf­ga­ben des Sozi­al­staats.

So heißt es dann auch noch – fast wie im Hohn – im „Spiegel“-Artikel, wenn es um Zusatz­leis­tun­gen der „Tafeln“ wie Kurs­an­ge­bo­te etc. geht. Mir bleibt fast die Spra­che weg, wenn ich so etwas lese.

Datenschutz

Der bes­te Daten­schutz, das ist eine Bin­sen­weis­heit, ist die Ver­mei­dung von Daten. Des­halb haben SPD & CDU in ihrer unend­li­chen Weis­heit im Koali­ti­ons­ver­trags­ent­wurf beschlos­sen, die Daten aller Bür­ger ein­fach mal auf Vor­rat zu spei­chern – viel­leicht will ein Geheim­dienst ja wis­sen, wo dich du vor ein paar Wochen so rum­ge­trie­ben hast. Wer die Logik dahin­ter nicht ver­steht, ist sicher nicht allein. Auch wenn es halt im Sep­tem­ber zu wenig waren, die dar­auf geach­tet haben.

Wir speichern das. (Schamlos geborgt von der Digitalen Gesellschaft.)

Wir spei­chern das. (Scham­los geborgt von der Digi­ta­len Gesell­schaft.)

Politik, Gesellschaft, das Lachen und der Ernst in unserer Postmoderne

Georg Seeß­len schreibt heu­te in sei­nem Blog (das ja über­haupt sehr emp­feh­lens­wert ist, schon wegen sei­nes Titels – „Das Schöns­te an Deutsch­land ist die Auto­bahn“) einen sehr lesens­wer­ten, nach­denk­li­chen und besorg­ten Text über unse­re Zeit, den ich zur heu­ti­gen Pflicht­lek­tü­re erklä­re: „Schluss mit Lus­tig? Über die sehr gerin­gen Chan­cen, vor Lachen einen kla­ren poli­ti­schen Gedan­ken zu fas­sen.“ Dar­in heißt es zum Elend der Post­mo­der­ne (die Dia­gno­se ist ja nicht neu, hier aber schön auf den Punkt gebracht) in Bezug auf Poli­tik und Gesell­schaft unter ande­rem:

Ich bin gespal­ten. Ich wün­sche mir kei­ne Rück­kehr der Sau­er­töp­fe und der Recht­ha­ber, schon gar kei­ne der Sta­li­nis­ten und Semi­na­ris­ten. Zu Recht miss­traut die Kul­tur des Unerns­tes den gro­ßen Welt­er­zäh­lun­gen und heroi­schen Mythen der Geschich­te, zu Recht miss­traut sie Lösun­gen, Model­len, Pro­jek­tio­nen, Hel­den und Vor­den­kern; zu Unrecht aber glaubt sie, man kön­ne sich durch Iro­nie, Mode­ra­ti­on und Dis­tanz von der Ver­ant­wor­tung für den Lauf der Din­ge befrei­en. Zu Unrecht glaubt sie an eine Mög­lich­keit, sich raus­zu­hal­ten und trotz­dem alles zu sehen. Zu Unrecht glaubt die Kul­tur von Abklä­rung und Unern­st, den Mäch­ti­gen sei am bes­ten mit tak­ti­scher Nach­gie­big­keit und einem Hauch von Sub­ver­si­on zu begeg­nen. Lei­den­schaft­li­che und zor­ni­ge Ges­ten erschei­nen in der Kul­tur als kin­di­sch, vul­gär und unan­ge­nehm.
[…] Bis­lang hat doch noch ein jeder zu Ende gedach­ter Gedan­ken nichts als Ter­ror oder Wahn mit sich gebracht. Bis­lang ist aus jeder Über­zeu­gung eine Ideo­lo­gie, und aus die­ser ein neu­er Unter­drü­ckungs­ap­pa­rat gewor­den.

Es ist ja auch ver­rückt: Alles hat sei­ne Dia­lek­tik, alles hat sein Gegen­teil. Und sei­ne Extre­me sowie­so. Viel­leicht müs­sen wir uns wirk­li­ch wie­der ganz weit zurück besin­nen. Zum Bei­spiel auf die Niko­ma­chi­sche Ethik des Aris­to­te­les? Aber deren polii­ti­sche Impli­ka­tio­nen sind viel­leicht auch nicht unbe­dingt unser Ding (und unser Heil wohl auch nicht …). Es ist eben schwie­rig, das alles. Und Aus­we­ge gibt es viel­leicht auch gar nicht. Denn die Gefahr ist immer dar. Im Moment zum Bei­spiel so:

Aber sie ist auf dem bes­ten Weg, eine Gesell­schaft der grau­sa­men Gleich­gül­tig­keit zu wer­den, eine Gesell­schaft, die aus lau­ter Iro­nie und Mode­ra­ti­on der poli­ti­schen Lei­den­schaf­ten gar nicht mehr erkennt, dass sie sel­ber zu etwas von dem gewor­den ist, was sie fürch­tet. Denn auch die Abklä­rung hat so ihre Dia­lek­tik, auch sie kann zum Dog­ma und zum Wahn wer­den.

Aber ande­rer­seits lehrt uns die Geschich­te nicht nur, dass Gedan­ken zu Ter­ror wer­den (kön­nen). Son­dern auch, dass es immer ande­re und neue Gedan­ken gibt, die den Ter­ror – zumin­dest zeit­wei­se – besei­ti­gen oder ein­schrän­ken zu ver­mö­gen. Wenn es also doch kei­ne „Lösung“ gibt, so gibt es doch zumin­dest Hoff­nung. Die las­se ich mir nicht neh­men. Jetzt zumin­dest noch nicht.

… aber man kann es mir nicht sagen, um mich selber vor meiner eigenen Privatsphäre zu schützen“

Erwin Pelzig unterhält sich mit Ilja Trojanow über Privatsphäre, Überwachung, repressive Dienstleistungen, digitale Analphabeten und universale digitale Menschenrechte und sagt viele kluge Sätze, z.B.: "Man muss dafür kämpfen, dass generell die Gesellschaft nicht überwacht wird, und nicht, dass man sich individuell versteckt." oder:
"Es geht nicht um atmosphärische Störungen im Schallraum der Menschenrechte, es geht um einen Paradigmenwechsel" - die totale Überwachung, die natürlich auch vollkommene Kontrolle jedes Einzelnen ermöglicht.

via Text & Blog

Symbolbild?

Ein Sym­bol­bild von der Web­sei­te Ange­la Mer­kels (die übri­gens ohne Java­script kaum benutz­bar ist, dafür aber auch eine Sache der CDU und nicht von Mer­kel selbst ist …):
Symbolbild
ich weiß nur nicht, wofür das Foto ste­hen soll. Der ganz necki­sch in der lin­ken oberen Ecke plat­zier­te Bild­ti­tel kann es ja nicht sein, oder? Viel­leicht ist das ja auch eine ganz raf­fi­nier­te Bot­schaft: mit Mann aber doch ohne oder so irgend­wie? Oder ich bin ein­fach zu blöd, die gran­dio­se gestal­te­ri­sche Absicht dahin­ter zu erken­nen. Aber irgend­wie ist das doch typi­sch: Irgend etwas ver­laut­ba­ren, aber dabei ja nichts sagen, kei­ne Hal­tung oder kei­nen Stand­punkt erken­nen las­sen und um Got­tes Wil­len nichts tun …

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