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	<title>„Nächstens mehr.“ &#187; wissenschaft</title>
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	<description>Literatur, Musik, Theater - die Welt meiner Kultur.</description>
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		<title>Suchbild #1</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Mar 2012 09:32:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
				<category><![CDATA[wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[akupunktur]]></category>

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		<description><![CDATA[Finde den Fehler: Akupunktur funktioniert nicht nur beim Menschen — auch bei K&#252;hen und K&#228;lbern ist sie ein wirksames, schonendes und wirtschaftliches Verfahren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Finde den Fehler:</p>
<blockquote><p>Akupunktur funktioniert nicht nur beim Menschen — auch bei Kühen und Kälbern ist sie ein wirksames, schonendes und wirtschaftliches Verfahren.</p></blockquote>

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		<title>Gelobt sei die Kopie</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Aug 2011 21:39:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
				<category><![CDATA[wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[buch]]></category>
		<category><![CDATA[digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[kopie]]></category>
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		<description><![CDATA[Gerade erschienen und schon weggelesen: Das „Lob der Kopie”, das Dirk von Gehlen unter dem Titel „Mashup” geschrieben hat. Worum geht’s? Eigentlich sagen die beiden Titel schon das wesentliche: von Gehlen geht es darum, der Kopie zu ihrem Recht zu verhelfen. Er will zeigen, dass die Kopie nicht zwangsl&#228;ufig etwas minderwertiges, etwas weniger wertvolles sein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade erschienen und schon weggelesen: Das „Lob der Kopie”, das <a href="http://www.dirkvongehlen.de/" title="das blog von dirk von gehlen" target="_blank">Dirk von Gehlen</a> unter dem Titel „<a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/mashup/" title="mashup" target="_blank">Mashup</a>” geschrieben hat.<br />
Worum geht’s? Eigentlich sagen die beiden Titel schon das wesentliche: von Gehlen geht es darum, der Kopie zu ihrem Recht zu verhelfen. Er will zeigen, dass die Kopie nicht zwangsläufig etwas minderwertiges, etwas weniger wertvolles sein muss/ist als das Original. Inspiriert ist das natürlich wesentlich von der Erfahrung der Möglichkeit der Digitalisierung, die die Kopie ja nicht nur identisch macht, sondern das „Original” auch unbeeinträchtigt lässt, ihm nichts „wegnimmt” (weswegen es, abgesehen von den juristischen Aspekten, eine digitale „Raubkopie” ja nicht geben kann).</p>
<p>Das ist ein ungeheuer materialgesättigtes Büchlein geworden: Dirk von Gehlen, im wahren Leben Leiter der <a href="http://jetzt.de" target="_blank">Jetzt.de</a>–Redaktion der Süddeutschen, hat ganz fleißig recherchiert und gelesen — und er lässt den Leser an seinen Forschungsfrüchten teilhaben. Wer also irgend welche Informationen zu irgend einem Aspekt der Kopie sucht, sollte hier ziemlich sicher einige Hinweise finden. Schade nur, dass Suhrkamp (oder von Gehlen?) auf ein literaturverzeichnis verzichtet haben — bei der Fülle der verwendeten Quellen hätte ich das sehr hilfreich gefunden. </p>
<p>Der entscheidende Punkt, warum Kopien zu loben sind, ist — trotz des Hintergrund des digital turns — ein alter: Kreativität etc. ist nur mit der Verwendung anderen Materials möglich. Das ist ein ganz alter Gedanke, der mehr oder weniger parallel zur Etablierung der Originalität in der Frühen Neuzeit auch schon gedacht und formuliert wurde, von Gehlen weist auf einige Fundstellen hin. Auch Goethe wird in diesem Zusammenhang mehrfach zitiert — genau wie diverse Popmusiker und viele andere „Kreative” aus vielen Zeiten. Dieses „Mashup”, das verarbeitende Benutzen (fremden) Materials, ist natürlich nicht nur auf Kunst oder Denken beschränkt — auch im Fußball z.B. kann man das beobachten (das liefert den Einstieg in das Lob der Kopie: Das von Messi kopierte Maradona-Tor).</p>
<p>Von Gehlen selbst beschreibt das Ziel dieses Buches so: </p>
<blockquote><p>Über die bestehende Strategie der technischen und juristischen Erschwerung und Verhinderung des Kopierens hinaus will ich einerseits die Chancen des technologischen Fortschritts aufziegen und vor allem die Gefahren benennen, die die bisherige Kriminalisierungsstrategie mit sich bringt. <strong>Wer die Kopie einseitig verdammt, greift damit die Grundlagen unserer Kultur an.</strong> (15, Hervorhebung von mir)</p></blockquote>
<p>- das ist doch mal eine Ansage. </p>
<p>Er tut dies in eigentlich fünf Schritten: Von der „Krise des Originals” über das „Gesetz der vagabundierenden Kopie” bis zum abschließenden „Plädoyer für einen neuen Begriff des Originals”.<br />
Das wesentliche Moment dabei ist, ich habe es ja bereits erwähnt, zunächst das Lob der Kopie:</p>
<blockquote><p>Das hier angestimmte <em>Lob der Kopie</em> ist als alles andere als ein Abgesang auf das Urheberrecht und auch kein Plädoyer für die vergütungsfreie Nutzung kultureller Erzeugnisse. Mir geht es nur darum zu betonen, dass es fruchtbar sein kann, sich von einem übersteigerten Originalbegriff zu lösen, die sprachlichen Probleme mit dme Konzept des geistigen Eigentums zu benennen und darauf hinzuweisen, dass nur ein Urheberrecht, das sich als Immaterialgüterrecht versteht und die Verädnerungen der Read-write-Society und des kopierenden Verbrauchers berücksichtigt, seine gesellschaftliche Legitimation wieder erlangen und somit auch seine eigentliche Intention erfüllen kann: Kreativität zu fördern.” (123)</p></blockquote>
<p>Diese und andere Überlegungen (und Beobachtungen) führen von Gehlen dann eben dazu, einen neuen Begriff des Originals vorzuschlagen, der durch drei Aspekte gekennzeichnet ist: Das Original </p>
<blockquote><p>ist kein binär zu unterscheidendens solitäres Werk (1), sondern ein in Bezüge und Referenzen verstrickter Prozess (2), und seine skalierte Originalität beruht immer auf Zuschreibungen und Konstruktionen (3), die man mit ihm verbinden will.” (174)</p></blockquote>
<p>Das ist, diese Volte sei hier noch erlaubt, auch nicht wahnsinnig bahnbrechend und originell, im Kern steckt das alles schon in der postmodernen Theorie und anderen (sozialphilosophischen) Überlegungen der letzten Jahrzehnte. Es muss aber wohl mal so dezidiert gesagt werden. Vor allem, weil das nicht nur eine rein theoretische Gedankenspielerei ist:</p>
<blockquote><p>Ich halte diese veränderte Herangehensweise nicht nur as intellektuellen oder künstlerischen Gründen für notwendig, sondern aus politischen. Denn […] ich verstehe das Mashup als politisches Instrument, als Form von „ultimativer Demokratie, offen für unbegrenzte Kritik, Neu-Interpretation und Weiterentwicklung”. (174, er zitiert hier Matt Mason)</p></blockquote>
<p>Schade fand ich allerdings, dass nach dem material– und zitatreichen Ritt der Text hier fast abbricht und gerade die genuin politische Komponente, ihre (Spreng-)Kraft und ihre (utopischen?) Möglichkeiten nicht noch näher ausführt.</p>
<p>Abgerundet wird das Buch, das man fast als eine Art Werkstattbuch oder Gedankenjournal lesen kann, durch einige kurze Interviews mit einschlägig bekannten und aktiven Personen, eine Auflistung musikalischer Mashups (die auch vorher schon auftauchen und die im Blog Dirk von Gehlens (als Kopie) <a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/Kategorie/buch/" title="mashups - die musik" target="_blank">zu bestaunen sind</a>) und schließlich einem super ausführlichen Glossar — für all die, die noch nicht wissen, was A2K meint, was Retweeten ist oder was die Creative Commons vom Copyleft unterscheidet (und noch vieles, vieles mehr).</p>
<p><a href="http://www.dirkvongehlen.de/" title="blog von dirk von gehlen" target="_blank">Dirk von Gehlen</a>: Mashup. Lob der Kopie. Berlin: Suhrkamp 2011. 233 Seiten. ISBN <a href="http://worldcat.org/isbn/9783518126219" target="_blank">78–3-518–12621-9</a>. 15,50 Euro.</p>

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		<title>Hochverd&#252;nnung</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Aug 2011 14:45:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
				<category><![CDATA[wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[evidenz]]></category>
		<category><![CDATA[homöopathie]]></category>
		<category><![CDATA[humbug]]></category>

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		<description><![CDATA[Prinzip der Hochverd&#252;nnung: Je d&#252;nner die Beweise f&#252;r die Wirksamkeit [der Hom&#246;opathie], desto popul&#228;rer wird sie. und: Hom&#246;opathie ist also so &#228;hnlich, wie wenn ich in Frankfurt einen Autoschl&#252;ssel in den Main werfe – und dann in W&#252;rzburg versuche, mit dem Mainwasser das Fahrzeug zu starten. Vince Ebert in am&#252;santen (wenn’s nicht so tragisch w&#228;re) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Prinzip der Hochverdünnung:</p>
<blockquote><p>Je dünner die Beweise für die Wirksamkeit [der Homöopathie], desto populärer wird sie.</p></blockquote>
<p>und:</p>
<blockquote><p>Homöopathie ist also so ähnlich, wie wenn ich in Frankfurt einen Autoschlüssel in den Main werfe – und dann in Würzburg versuche, mit dem Mainwasser das Fahrzeug zu starten.</p></blockquote>
<p>Vince Ebert in amüsanten (wenn’s nicht so tragisch wäre) Minuten über die Geißel unserer Zeit, die Homöopahie: <a title="vince ebert, hom&ouml;opathie" href="http://youtu.be/UdwJQGZHupg" target="_blank">klick</a>.<br />
<!-- ProPlayer by Isa Goksu --><div name="mediaspace" id="mediaspace"><div class="pro-player-container" width="220px" height="253px"><div id="pro-player-4719pp-single-4fbf0d3e60765"></div></div></div><script type="text/javascript" charset="utf-8">var flashvars = {width: "220",height: "253",autostart: "false",repeat: "false",backcolor: "111111",frontcolor: "cccccc",lightcolor: "66cc00",stretching: "none",enablejs: "true",mute: "false",skin: "http://matthias-mader.de/wp-content/plugins/proplayer/players/skins/simple.swf",plugins: "viral-2&viral.callout=none&viral.onpause=false",javascriptid: "4719pp-single-4fbf0d3e60765",image: "",file: 'http://matthias-mader.de/wp-content/plugins/proplayer/playlist-controller.php?pp_playlist_id=4719pp-single-4fbf0d3e60765&sid=1337920830'};var params = {wmode: "transparent",allowfullscreen: "true",allowscriptaccess: "always",allownetworking: "all"};var attributes = {id: "obj-pro-player-4719pp-single-4fbf0d3e60765",name: "obj-pro-player-4719pp-single-4fbf0d3e60765"};swfobject.embedSWF("http://matthias-mader.de/wp-content/plugins/proplayer/players/player.swf", "pro-player-4719pp-single-4fbf0d3e60765", "220", "253", "9.0.0", false, flashvars, params, attributes);</script></p>
<p>via <a title="gwup | die skeptiker" href="http://blog.gwup.net/2011/08/27/vince-ebert-uber-homoopathie/" target="_blank">GWUP</a></p>

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		<title>Langeweile</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Aug 2011 20:51:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Nicht geringzusch&#228;tzen ist der Rat, langweilig zu schreiben. Je gelangweilter die Leser beim Leser sind, desto weniger werden sie Zeit auf die n&#228;here Befassung mit dem Text aufwenden. Allerdings ist das Langweiligschreiben eine Kunst oder wenigstens ein Kunsthandwerk oder allerwenigstens ein Handwerk. Die meisten Menschen m&#252;ssen jahrelang studiert haben, um das zu k&#246;nnen.” (Roland Schimmel, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Nicht geringzuschätzen ist der Rat, langweilig zu schreiben. Je gelangweilter die Leser beim Leser sind, desto weniger werden sie Zeit auf die nähere Befassung mit dem Text aufwenden. Allerdings ist das Langweiligschreiben eine Kunst oder wenigstens ein Kunsthandwerk oder allerwenigstens ein Handwerk. Die meisten Menschen müssen jahrelang studiert haben, um das zu können.” (Roland Schimmel, Von der hohen Kunst ein Plagiat zu fertigen, 57)</p>

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		<title>Liszt zum Zweihundertsten</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Mar 2011 21:07:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
				<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[19. jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[biographie]]></category>
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		<category><![CDATA[klavier]]></category>

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		<description><![CDATA[2011 als Jubil&#228;umsjahr — sein Geburtstag j&#228;hrt sich zum 200. Mal — war der offensichtliche Anlass f&#252;r diese Buch: Wolfgang D&#246;mlings kleine Biographie „Franz Liszt”. Erschienen ist das in der von mir grunds&#228;tzlich sehr gesch&#228;tzen Reihe „Wissen” des Beck-Verlags. Aber da passt dieses Buch kaum rein — im Gegensatz zu anderen dort erschienen B&#228;ndchen hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>2011 als Jubiläumsjahr — sein Geburtstag jährt sich zum 200. Mal — war der offensichtliche Anlass für diese Buch: Wolfgang Dömlings kleine Biographie „Franz Liszt”. Erschienen ist das in der von mir grundsätzlich sehr geschätzen Reihe „Wissen” des Beck-Verlags. Aber da passt dieses Buch kaum rein — im Gegensatz zu anderen dort erschienen Bändchen hat es mich sehr enttäuscht, obwohl es in der Taschenbuchkolumne der Süddeutschen Zeitung sehr direkt empfohlen wurde. Und zwar war ich sowohl inhaltlich als auch formal und sprachlich ziemlich enttäuscht.</p>
<p>Fangen wir mit dem pingeligsten an, den Formalalitäten: Entgegen der Reihen-Gepflogenheiten gibt es hier überhaupt keine vernünftigen Literaturhinweise: Dömling erwähnt den MGG-Artikel — und genau ein Buch.<sup class='footnote'><a href='#fn-4537-1' id='fnref-4537-1'>1</a></sup> Das war’s auch schon — sehr enttäuschend. Und auch wenig hilfreich. Es gibt doch bestimmt auch gute musikwissenschaftliche, werkanalytische Literatur zu Liszt, die dem Leser etwas weiterhelfen könnte.<sup class='footnote'><a href='#fn-4537-2' id='fnref-4537-2'>2</a></sup> Damit hängt vielleicht auch das inhaltliche Problem zusammen … — aber dazu später noch etwas.</p>
<p>Sprachlich fallen sofort die Satz-Ungetüme oder –Ungeheuer auf: Dömling häuft nämlich gerne in einem Satz alles an, was ihm so an Information über den Weg läuft — mit unzähligen Einschüben, Appositionen, Relativsätzen und so weiter. Und irgendwann, das ist bei ihm gar nicht selten, ist der ursprüngliche Satz gar nicht mehr zu erkennen. Ob der trockene, spröde Stil (der nur auf den letzten Seiten, wo es um Liszts Spätwerk geht, einige Funken schlägt) als Plus– oder Minuspunkt zu werten ist, bleibt sicher Geschmacksache. Ich fand es oft arg dürr.</p>
<p>Und inhaltlich? Das hängt durchaus wieder mit der sprachlichen Gestaltung zusammen. Dömling gibt sich gerne etwas besserwisserisch, etwas paternalistisch belehrend erzählt er den Lebensweg in groben (oft nur sehr bruchstückhaften) Umrissen, greift gerne mal auf das „wie bekannt” zurück. Dabei hat er offenbar durchaus den Laien im Blick, vieles musikfachliches wird von ihm nämlich gut und knapp erklärt, die fachlichen Voraussetzungen hält er ausgesprochen niedrig: Selbst eigentlich banale Dinge wie das Transponieren oder vom-Blatt-Spielen erklärt er mehrfach (aber wer eine Virtuosen– &amp; Komponistenbiographie liest, wird solch elementare Sachverhalten doch wohl ungefähr parat haben …). Das sieht dann z.B. mal so aus:</p>
<blockquote><p> </p>
<div>1834 begegnete Liszt der Schriftstellerin George Sand (nom de plume für Aurore Dudevant), einer Frau, deren Klischeebild in der Nachwelt, besonders der deutschen, recht unfreundlich ist: als hosentragende, zigarren– und männerverschlíngende Emanze, die viele schlechte Romane geschrieben hat und nur als Pﬂegerin-Muse des unglücklichen Chopin in Erinnerung bleibt. (Eine der mit steter Regelmäßigkeit auftauchenden Kulturveranstaltungen in deutschen Städten heißt „Ein Winter auf Mallorca”, multimedial gestaltet mit einer Lesung aus Sands gleichnamigem Buch, mit Lichtbildern und mit Chopins Musik — darunter natürlich <em>das</em> „Regentropfen-Prélude”, das freilich als solches nur in der populären Überlieferung identiﬁzierbar scheint …) Sand und Chopin lernten sich übrigens bei Liszt kennen. Der Winter auf Mallorca 1838/1859, worunter man sich heute vielleicht etwas „Rornantisches” vorstellt, war voller mehr oder weniger schrecklicher Erlebnisse. (Welch seltsame Idee ja auch, mit zwei Kindern und einem Pianisten und Komponisten, Großstadtmensch und krank dazu, sich im Winter auf eine unwirtliche und ungastliche Insel zurückzuziehen!) <sup class='footnote'><a href='#fn-4537-3' id='fnref-4537-3'>3</a></sup></div>
<p> </p></blockquote>
<p>Gut gelingt Dömling aber auch manches, vor allem die (musik-)historische Situierung und Einordnung Liszts, seiner Konzertpraxis und seiner Kompositionen. Das nimmt zar nur sehr wenig Raum ein, aber immerhin nimmt er sich die Zeit und den Platz — gerne auch mit entsprechenden Rückblicken, zu klar soll es ja nicht werden — zu schildern, was an Listzs Treiben Besonderheit oder Normalität im 19. Jahrhundert war — das ist ein sehr guter Zug.</p>
<p>Im ganzen wirkt das aber auf mich noch arg unfertig, wie eine Vorstudie für ein „richtiges” Buch: Dömling springt fleißig hin und her, ohne das immer ausreichend deutlich zu machen, beginnt irgendwie immer wieder neu. Deutlich wird das vor allem in seiner Darstellung der 1830er: Liszts Konzertkarriere darf hier unzählige Male neu beginnen — aber über das wie, das was und vor allem das warum erfährt man dann doch herzlich wenig. Überhaupt, der Konzertkünstler Liszt ist hier total unterbelichtet, gerade was die zeitgenössische Rezeption angeht, aber auch, was seine eigentlichen Unternehmungen betrifft.<br />
Dazwischen, in dieser Materialsammlung oder diesem Steinbruch, stehen dann doch immer wieder kluge Sätze, die Einsicht und Einfühlungsvermögen verraten und den Leser wieder versöhnen.<sup class='footnote'><a href='#fn-4537-4' id='fnref-4537-4'>4</a></sup> Schade nur, dass es so wenige bleiben und dass sie so verstreut sind. Seine Andeutungen haben aber irgendwie Methode: Das geschieht immer auf ähnliche Weise, wie z.B. Liszts Beziehung zu Wagner:</p>
<blockquote><p>Cosimas detaillierte Tagebuchnotate sagen dazu mehr als genug.<sup class='footnote'><a href='#fn-4537-5' id='fnref-4537-5'>5</a></sup></p></blockquote>
<p>Toll, dass Dömling das weiß. Ich hätte es auch gerne erfahren …</p>
<p>Mein Haupt-„Problem” bei der Lektüre des biographischen Abrisses aber: Mir scheint, er hat keine wirkliche Deutung des Lebens, keine Interpretation des Lebensweges — deswegen wirkt das so akademisch, weil er über große Teile des Textes nur die äußeren Stationen abhandelt, die Psychologie des Komponisten aber keine (bzw. nur eine kleine) Rolle spielt. Dazu kommt dann noch eine eher verwunderliche Zurückhaltung, was die Beschreibung und/oder Analyse der Musik Liszts angeht — das ist oft erschreckend und ärgerlich kurz, oberflächlich und nichtssagend. Von einem Musikwissenschaftler, der sich schon länger mit Liszt beschäftigt, hätte ich gerade in diesem Punkt deutlich mehr erwartet.</p>
<p>Also, in meinen Augen keine empfehlenswerte Biographie, auch im Jubiläumsjahr nicht: Wer noch keine Kenntnisse der Biographie Liszts hat, wird sich hiermit wohl schwertun. Und warum die Süddeutsche das empfehlenswert fand, erschloss sich mir überhaupt nicht.</p>
<p>Wolfgang Dömling: Franz Liszt. München: Beck 2011 (Wissen). ISBN <a href="http://worldcat.org/isbn/9783406611957">978–3-406–61195-7</a>. 112 Seiten.</p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-4537-1'>Der MGG-Artikel von Detlef Altenburg ist durchaus zu recht erwähnt, der ist schon sehr gut. Und dass Dömling sich bei Burgers Bild– und Dokumentband fleißig bedient hat (natürlich nur, was die Texte angeht, Bilder gibt es in dieser Reihe ja nicht), merkt man im Text deutlich. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-4537-1'>↩</a></span></li>
<li id='fn-4537-2'>Ich kenne mich da nicht wirklich aus — aber Dömling ist ja mit Werkanalysen oder wenigstens –beschreibungen auch ärgerlich extrem zurückhaltend. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-4537-2'>↩</a></span></li>
<li id='fn-4537-3'>S. 34f. — so steht das wirklich mitten in einer Liszt-Biographie. Und das ist nicht die einzige derartige Stelle, solche und ähnliche Seitenhiebe gibt es unzählige … <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-4537-3'>↩</a></span></li>
<li id='fn-4537-4'>Zum Beispiel die wenigen, knappen, aber m. E. sehr genau treffenden Sätze zur Heimat-Idee Liszts, zu seiner Beziehung zu Ungarn — das hätte durchaus Potenzial zur Ausarbeitung gehabt … <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-4537-4'>↩</a></span></li>
<li id='fn-4537-5'>Und damit ist Dömling auch fast am Ende seiner knappe Schilderung der Begegnung Wagner-Liszt im Winter 1882/83, S. 100. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-4537-5'>↩</a></span></li>
</ol>
</div>

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		<title>Redlichkeit und so weiter</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Feb 2011 20:05:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dass es der liebe Herr zu Guttenberg manchmal nicht allzu genau nimmt, merkt man seiner Politik ja durchaus an. Dass er damit aber schon vorher angefangen hat, ist dann doch neu. Und besch&#228;ftigt heute viele: Meine Blogroll ist voll von kurzen und weniger kurzen, detaillierten und grunds&#228;tzlichen, b&#246;sen und abw&#228;genden &#220;berlegungen und Kommentaren zum Plagiatsdoktor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass es der liebe Herr zu Guttenberg manchmal nicht allzu genau nimmt, merkt man seiner Politik ja durchaus an. Dass er damit aber schon vorher angefangen hat, ist dann doch neu. Und beschäftigt heute viele: Meine Blogroll ist voll von <a href="http://plagiatsgutachten.de/blog.php/widerlich-auch-guttenberg-ist-ein-plagiator/">kurzen</a> und <a href="http://verfassungsblog.de/kein-plagiat-guttenbergs-doktorvater-hberle-nten/?utm_source=feedburner&#038;utm_medium=feed&#038;utm_campaign=Feed%3A+Verfassungsblog+%28Verfassungsblog%29">weniger kurzen</a>, <a href="http://spielverderber.twoday.net/stories/14637055/">detaillierten</a> und <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/sprachlog/kultur/2011-02-16/guttenberg-roadkill">grundsätzlichen</a>, <a href="http://blog.fefe.de/?ts=b3a53bf6">bösen</a> und abwägenden <a href="http://plagiatsgutachten.de/blog.php/fall-guttenberg-eine-plagiatsfundgrube-mit-auszeichnung-und-noch-mehr/">Überlegungen</a> und Kommentaren zum Plagiatsdoktor und seiner Dissertation.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/sprachlog/kultur/2011-02-16/guttenberg-roadkill">Guttenberg Roadkill</a></li>
<li><a href="http://spielverderber.twoday.net/stories/14637055/">Summa cum fraude</a></li>
<li></li>
</ul>
<p>Dokumentationen der geheimen Abschreiberei:</p>
<ul>
<li><a href="http://my.opera.com/raphman/blog/guttenberg-und-zehnpfennig">Guttenberg &amp; Zehnpfennig</a></li>
<li><a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E77608DD99F7647CFA92EFBDEB07ECC76~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Anfang bei F.A.Z. abgeschrieben</a> (hat die FAZ selbst gemerkt)</li>
<li>und natürlich bei der <a href="http://www.sueddeutsche.de/app/subchannel/politik/guttenberg/">Süddeutschen Zeitung</a>, die das heute ja auch schon groß im Blatt hatte.</li>
</ul>
<p>da müsste man eigentlich gar nichts mehr sagen müssen …</p>

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		<title>Theoretiker als Giftmischer: Jochen H&#246;rischs „Theorie-Apotheke”</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Nov 2010 22:22:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine schöne Idee ist das, die der Literatur– und Medienwissenschaftler Jochen Hörisch (ursprünglich für „Die Andere Bibliothek”) da verwirklicht hat: Eine „Theorie-Apotheke. Die soll die gängigen theoretischen Medikamente, Gifte und Gegengifte so ungefähr der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bereithalten. Und über „Risiken und Nebenwirkungen” auch gleich noch informieren — der Arzt wird also fast überflüssig. Fangen wir gleich mit den Risiken an: Die „Risiken und Nebenwirkungen” zu den vorgestellten Theorien sind allerdings oft (nicht immer) der schwächere Teil, manchmal etwas unterbelichtet und — ja — auch ein kleines bisschen geschwätzig. </p>
<p>Aber wie sieht es mit der Hauptsache aus, den eigentlichen Theorien? Auch das ist — natürlich — kein streng wissenschaftliches Referat und auch keine methodologische Handreichung. Selbst der Untertitel „Handreichung” scheint mir fast ein wenig hochgegriffen: Hörisch bietet einen sehr gut lesbaren, klugen und informierten Überblick über wichtige (und ein paar weniger wichtige) theoretischen Konzepte der erweiterten Gegenwart. Das umfasst Stichworte wie „Analytische Philosophie” (von der er nicht sehr viel hält), „Anthropologie”, „Dekonstruktion”, „Diskurstheorie”, „Konstruktivismus”, „Kritische Theorie”, „Postmoderne/Posthistoire”, „Seinsdenken”, „Systemtheorie” und — natürlich — auch die „Medientheorie(n)”. Hörisch bemüht sich meist, die Entstehung und Entwicklung dieser Theorien kurz anzureißen, ihre wesentlichen Vertreter möglichst mehr oder weniger direkt zu Wort kommen zu lassen, ihre Wirkung und ihre theoretischen sowie praktischen Implikationen zu schildern. Das tut er mit kaum verhohlener Sympathie für einige dieser Theorien (z.B. eben den Medientheorien, aber auch dem Dekonstruktivismus und der Diskurstheorie), aber auch mit Zurückhaltung und Skepsis[1 Mit der Habermas’schen Spielart der Kritischen Theorie etwa kann Hörisch so gar nichts anfange. Und das macht er nicht nur einmal, nämlich dort, deutlich, sondern immer dann, wenn es ihm gerade einfällt.] (etwa in Bezug auf die cultural studies oder die Analytische Philosophie). Das ist, wie schon gesagt, und wie aus dem ursprünglichen Erscheinungzusammenhang leicht zu erklären, meistens eher essayistisch geschrieben (was ja überhaupt kein Nachteil sein muss …). Manchmal scheint es mir aber, dort, wo Hörisch sich nicht so recht zu Hause fühlt, etwas arg summarisch.[2 Reichlich schwach scheint mir vor allem seine Darstellung des Feminismus, die zwar mehrfach betont, dass hier die Theorie die Praxis sehr vieler maßgeblich veränderte, aber den Feminismus als Theorie selbst eher unwillig beschreibt — gerade die argumentatorischen Feinheiten späterer Autor(innen) wie Irigaray und Kristeva wirken in diesem Zusammenhang seiner Ausführungen, die immerhin schon bei Bachofen einsetzen, wie reine Glasperlenspiele.] Aber das lässt sich bei einem solchen Rundumschlag, mit diesem eigentlich schon enzyklopädischen Anspruch, wohl nie vermeiden.</p>
<p>Was auf jeden Fall sehr deutlich wird in diesem Buch: Die Vielfalt der „Theorie-Landschaft”, die Differenzen, aber auch die Kongruenzen zwischen ganz verschiedenen theoretischen Konzeptionen. Und da Hörisch (nicht nur hier) auch vor pointierten Formulierungen überhaupt nicht zurück schreckt, findet man immer wieder schöne Spitzen und — je nach eigener theoretischer Positionierung — treffende oder unmögliche Wertungen und Einschätzungen. Wunderbar ist etwa der kürzeste Eintrag überhaupt, die Ausführung zur „Interdisziplinarität”, die ich hier einfach mal zitieren muss (169):</p>
<blockquote><p>Das Modewort der geisteswissenschaftlichen Antragsprosa der letzten Jahrzehnte schlechthin. Es ist so inflationär wie schwachbrüstig, was schon der Umstand zeigt, daß es keine valide Theorie der Interdisziplinarität gibt. Dennoch gilt: Wer Drittmittel einwerben will, muß(te) dieses glanzlose Zauberwort verwenden. Wer zeigen will, daß er wirklich <em>à la hauteur</em> ist, muß heute statt „Interdisziplinarität” „Metadisziplinarität”, besser noch „Transdisziplinarität” sagen und schreiben — aber möglichst nicht praktizieren. Die Risiken und Nebenwirkungen sind nämlich erheblich, wenn ein sogenannter Geisteswissenschaftler disziplinär wirklich fremdgeht. So erklärt sich auch die Konjunktur der S(t)ammelbände.</p></blockquote>
<p>Jochen Hörisch: Theorie-Apothke. Eine Handreichung zu den humanwissenschaftlichen Theorien der letzten fünfzig Jahre, einschließlich ihrer Risiken und Nebenwirkungen. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2010. 386 Seiten. ISBN <a href="http://www.worldcat.org/oclc/640129768">978–3-518–46152-5</a>.</p>

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		<title>korrelation oder kausalit&#228;t</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Mar 2009 10:33:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>für alle, die den unterschied noch nie verstanden haben (und das sind meiner erfahrung nach erstaunlich viele …):</p>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 469px"><a href="http://imgs.xkcd.com/comics/correlation.png"><img src="http://imgs.xkcd.com/comics/correlation.png" alt="korrelation oder kausalit&auml;t" width="459" height="185" /></a><p class="wp-caption-text">korrelation oder kausalität</p></div>

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		<title>ich helfe wissenschaftlern ja gerne …</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jun 2008 08:46:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[… aber wenn ich dann so einen fragebogen wie den der grammatikbenutzerforschung (immerhin in zusammenarbeit mit dem duden-verlag) vor mir habe, zweifle ich doch manchmal, ob man sich nicht konsequent verweigern sollte. wof&#252;r braucht man z.b. bei einem fragebogen im netz (schon die nomenklatur zeigt ja an, dass hier jemand was nicht verstanden hat …) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>… aber wenn ich dann so einen <a href="http://www.grammatikbenutzungsforschung.de/fragebogenstart1.htm" target="_blank" title="fragebogen zur grammatikbenutzerforschung">fragebogen</a> wie den der <a href="http://www.grammatikbenutzungsforschung.de" target="_blank" title="projekt &quot;grammatikbenutzerforschung&quot; an der uni kassel">grammatikbenutzerforschung</a> (immerhin in zusammenarbeit mit dem <a href="http://www.duden.de/" target="_blank" title="duden-verlag">duden-verlag</a>) vor mir habe, zweifle ich doch manchmal, ob man sich nicht konsequent verweigern sollte. wofür braucht man z.b. bei einem fragebogen im netz (schon die nomenklatur zeigt ja an, dass hier jemand was nicht verstanden hat …) eine druckvorschau? und wieso kann man nicht primitivste progammierungskenntnisse einbeziehen und die möglichkeiten nutzen, fragen entsprechend den bereits gegebenen antworten zu selektieren anstatt das auch noch den beantwortern aufzubürden? so schafft man sich doch nur massig fehlerhafte datensätze …</p>
<p>und es kommt noch besser: klickt man nach dem ausfüllen auf „senden”, so erscheint — ein leere seite. klasse.</p>

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		<title>geist vs. natur</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Mar 2008 19:20:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[der streit zwischen geistes– und naturwissenschaften ist uralt. und stinklangweilig, weil es eigentlich &#252;berhaupt keine rolle spielt. immer wieder interessant zu beobachten sind aber die orte und die gr&#252;nde, an denen diese front wieder neu beschworen, beobachtet oder beackert wird. hier ist mal wieder ein gegenangriff: eigentlich ist der viel behauptete, auf wilhelm dilthey zur&#252;ck [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>der streit zwischen geistes– und naturwissenschaften ist uralt. und stinklangweilig, weil es eigentlich überhaupt keine rolle spielt. immer wieder interessant zu beobachten sind aber die orte und die gründe, an denen diese front wieder neu beschworen, beobachtet oder beackert wird. hier ist mal wieder ein gegenangriff: eigentlich ist der viel behauptete, auf wilhelm dilthey zurück gehende unterschied zwischen geisteswissenschaften und naturwissenschaften, nämlich die unterscheidung verstehen — erklären, längst nichtig. meint zumindest sibylle krämer:<br />
<blockquote>„Es greift zu kurz, die Geisteswissenschaften in die Schublade bloßer Deutungswissenschaften zu stecken oder gar als Kompensationsmechanismen instrumenteller Vernunft zu handhaben. Vielmehr haben Geisteswissenschaften immer auch eine doppelte Funktion: sie sind Wissenschaft von Realien und liefern zugleich Orientierungswissen (Sinn, Werte …).<br />
Geisteswissenschaften forschen über Realien, also über ‚Gegenstände’, die immer auch in Raum und Zeit situiert sind (oder waren). Überdies sind alle wissenschaftlichen Gegenstände interpretationsabhängig und dies gilt gerade auch für die ‚epistemischen Dinge’ der Naturwissenschaften. Geisteswissenschaften haben es nicht nur mit Sinn und Bedeutung zu tun, sondern immer auch mit Kulturtechniken, Praxisformen, Medienstrukturen ud symbolischen Grammatiken, ohne welche die Genese und Zirkulation von Sinn und Bedeutung nicht erklärbar wäre. Daher ist die Demarkationslinie von ‚Erklären’ und ‚Verstehen’ kein geeignetes Unterscheidungskriterium zwischen Natur– und Geisteswissenschaften.” </p></blockquote>
<p>(das zitat ist geklaut von der „<a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/gute-stube/zwei-kulturen/2008-03-19/pro-geisteswissenschaften-ii">guten stube</a>”.)</p>

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