für alle, die den unterschied noch nie verstanden haben (und das sind meiner erfahrung nach erstaunlich viele …):
Literatur, Musik, Theater – die Welt meiner Kultur. Und das Laufen.
… aber wenn ich dann so einen fragebogen wie den der grammatikbenutzerforschung (immerhin in zusammenarbeit mit dem duden-verlag) vor mir habe, zweifle ich doch manchmal, ob man sich nicht konsequent verweigern sollte. wofür braucht man z.b. bei einem fragebogen im netz (schon die nomenklatur zeigt ja an, dass hier jemand was nicht verstanden hat …) eine druckvorschau? und wieso kann man nicht primitivste progammierungskenntnisse einbeziehen und die möglichkeiten nutzen, fragen entsprechend den bereits gegebenen antworten zu selektieren anstatt das auch noch den beantwortern aufzubürden? so schafft man sich doch nur massig fehlerhafte datensätze …
und es kommt noch besser: klickt man nach dem ausfüllen auf "senden", so erscheint – ein leere seite. klasse.
der streit zwischen geistes- und naturwissenschaften ist uralt. und stinklangweilig, weil es eigentlich überhaupt keine rolle spielt. immer wieder interessant zu beobachten sind aber die orte und die gründe, an denen diese front wieder neu beschworen, beobachtet oder beackert wird. hier ist mal wieder ein gegenangriff: eigentlich ist der viel behauptete, auf wilhelm dilthey zurück gehende unterschied zwischen geisteswissenschaften und naturwissenschaften, nämlich die unterscheidung verstehen – erklären, längst nichtig. meint zumindest sibylle krämer:
„Es greift zu kurz, die Geisteswissenschaften in die Schublade bloßer Deutungswissenschaften zu stecken oder gar als Kompensationsmechanismen instrumenteller Vernunft zu handhaben. Vielmehr haben Geisteswissenschaften immer auch eine doppelte Funktion: sie sind Wissenschaft von Realien und liefern zugleich Orientierungswissen (Sinn, Werte …).
Geisteswissenschaften forschen über Realien, also über ‚Gegenstände‘, die immer auch in Raum und Zeit situiert sind (oder waren). Überdies sind alle wissenschaftlichen Gegenstände interpretationsabhängig und dies gilt gerade auch für die ‚epistemischen Dinge‘ der Naturwissenschaften. Geisteswissenschaften haben es nicht nur mit Sinn und Bedeutung zu tun, sondern immer auch mit Kulturtechniken, Praxisformen, Medienstrukturen ud symbolischen Grammatiken, ohne welche die Genese und Zirkulation von Sinn und Bedeutung nicht erklärbar wäre. Daher ist die Demarkationslinie von ‚Erklären‘ und ‚Verstehen‘ kein geeignetes Unterscheidungskriterium zwischen Natur- und Geisteswissenschaften.”
(das zitat ist geklaut von der „guten stube”.)
eine interessante und spannende frage. sicher macht man es sich zu leicht, wenn man das mit dem verweis auf die eh‘ schon knappen ressourchen erledigt (wobei ich dem befund überhaupt nicht widersprechen will). aber ich frage mich doch immer mehr, warum z.b. journalisten immer wieder (und in letzter zeit in meiner wahrnehmung immer häufiger) so sinn- und merkbefreit auf blogs im allgemeinen einschlagen. einige interessante überlegungen von marc scheloske zum möglichen nutzen des bloggens für wissenschaftler finden sich in der wissenswerkstatt. ich bin ja sehr gespannt, ob sich auf diesem feld irgend wann etwas tut… irgendwie scheint es doch sehr schwer zu sein für die im wissenschafts- oder hochschulsystem tätigen menschen, hier tätig zu werden, vorteile zu sehen. es muss ja gar nicht immer die gern beschworene popularisierung der wissenschaften sein, die man damit erreichen will. was man aber sicher – zumindest ein wenig – schaffen könnte, wäre eine größere öffentlichkeit für wissenschaft. und damit könnte – das wäre ein ideal – auch größeres verständnis für wissenschaft und ihre (gesellschaftliche) notwendigkeit einhergehen. naja … aber schon ein (!) gutes blog könnte für manches (gerade kleines) fachgebiet mit leichtigkeit mehr bewirken als tage der offenen türen oder die oft geradezu verzweifelt anmutenden bemühungen, universitäten dem rest der gesellschaft zu „öffnen” (wo dann doch in den vorträgen immer kaum mehr als das dutzend senior-studenten herumsitzt …)
wenn es nicht so traurig wäre, wäre es in der tat zum lachen. auch wenn das ein ganz schön blöder und abgestandener spruch ist – hier stimmt er ausnahmsweise einmal. denn was in dem seminar „lernumgebungen gestalten” so passiert, ist wirklich eine schande – eine schande für die bildungswissenschaft, für die universität und auch ein besorgnis erregender blick in die zukunft an den schulen. jede woche denke ich, dass niveau kann nun eigentlich nicht mehr fallen – aber das unglaubliche ist, bisher geschah immer wieder genau das. jede woche soll ja, so hat das unser dozent – der an der misere dieses „seminars” (ohne anführungszeichen kann ich den begriff für diese veranstaltung nicht mehr verwenden) wesentlichen anteil hat – eine gruppe studenten ca. 60 minuten der sitzung gestalten. und das ist grausam. jedem noch so laschen kriterium von wissenschaftlichkeit wird hier hohn gespottet. was übrig bleibt, sind versuche der überpädadgogisierung, die mich vor allem wegen ihres erbärmlichen inhaltlichen niveaus so ungeheuer aufregen. wahrscheinlich würde es überhaupt nicht auffallen, wenn ein mittelstufenschüler in dieser veranstaltung mitmachte – er könnte problemlos mitreden, so weit ist der anspruch inzwischen gesunken. von vorbereitung oder nachbereitung kann natürlich keine rede sein – dafür dürfen wir dann rollenspiele (!) oder theatralische aufführungen über uns ergehen lassen – als hätten wir nix besseres zu tun. die heutige sitzung z.b. widmete sich zum zweiten mal dem thema (problem-)schüler(-rolle). und was haben wir gemacht: über einen miniatur-ausschnitt eines textleins von alfred andersch gelabert und sind zu dem ergebnis gekommen, dass ordnungsmaßnahmen nicht streng nach katalog der vergehen angeordnet werden können. na toll. das kann ich in zwei minuten darstellen. und der dozent sitzt hinten und macht – was eigentlich? wofür bekommt der eigentlich sein geld? ah; ich kann gar nicht aufhören, mich über diesen blödsinn zu ereifern … ich habe ja große lust, in meiner gruppenarbeit das ganze mal zu konterkarieren und ein klassisches referat zu halten …
und wieder gibt es neue online-quellen für alte bücher: die wbg macht ihren mitgliedern die digialisate des olms-verlages zugänglich. sehr schön. nette seite, viel interessanter inhalt. und man kann es sogar als pdf-datei herunterladen. etwa 400 reprints, v.a. aus den bereichen der literaturwissenschaft und der philosophie. und dazu noch messkataloge. wieder ein neues lesezeichen in meiner überbordenden sammlung …