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	<title>„Nächstens mehr.“ &#187; zeitung</title>
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	<description>Literatur, Musik, Theater - die Welt meiner Kultur. Und das Laufen.</description>
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		<title>Nomen est omen. Titel und Namen</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Jul 2011 13:41:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Warum? Warum nur? Warum ist es nach &#252;ber 90 Jahren nicht in den K&#246;pfen angelangt, dass es in Deutschland keinen Adel mehr gibt? Und dass es dementsprechend auch keine Adelstitel mehr geben kann? Johan Schloemann schreibt in der heutigen S&#252;ddeutschen Zeitung einen nette kleinen Text &#252;ber die Unn&#246;tigkeit und Kontraproduktivit&#228;t der deutschen Praxis, den Doktorgrad [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Warum? Warum nur? Warum ist es nach über 90 Jahren nicht in den Köpfen angelangt, dass es in Deutschland keinen Adel mehr gibt? Und dass es dementsprechend auch <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/sprachlog/sprachverwirrung/2011-07-08/im-rausch-der-titel" title="Im Rausch der Titel im Sprachlog" target="_blank">keine Adelstitel</a> mehr geben kann?<br />
Johan Schloemann schreibt in der heutigen Süddeutschen Zeitung einen nette kleinen Text über die Unnötigkeit und Kontraproduktivität der deutschen Praxis, den Doktorgrad in den Personalausweis eintragen lassen zu können. Und dann, nachdem er durchaus treffend und schön dargestellt hat, wie unnötig das alles ist, wie es den Doktor vom akademischen Titel zum Protzwerk und (angeblichen) Karrierbooster macht, kommt wieder der blödestes Fehler von allen, der in Deutschland seit fast 100 Jahren unendlich perpetuiert wird: Freiherr wird zum Titel, der im Ausweis steht: „… anders als ein ererbter Titel wie ‚Freiherr’.” Inzwischen bin ich ja dafür, allen, die sich öffentlich bemerkbar machen, eine Zwangsschulung in Gschichte und Gegenwart zukommen zu lassen. Da sollten sie unter anderem lernen: In Deutschland gibt es keinen Adel. Die Adelstitel sind seit der Weimarer Republik abgeschafft — per Gesetz.<sup class='footnote'><a href='#fn-4646-1' id='fnref-4646-1'>1</a></sup> Das ganze Gelump mit Freiherr, Graf, Fürst, was weiß ich — das sind nur Namensbestandteile (eben ausnahmsweise <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/sprachlog/sprachgebrauch/2011-07-15/titelkaempfe" title="Titelk&auml;mpfe im Sprachlog" target="_blank">deklinierte Teile</a>) von großkozerten Hochstaplern, deren Geltungssucht durch die fortwährende Weiterführung des ganzen als „Adel” nur weiter bedient wird. Denn wenn der Adel und seine Titel legitlativ abgeschafft wurde, bekommt der ehemalige Titl als Namen nur durch die Zuschreibung in der Performanz überhaupt einen Wert. Denn Adel heißt: Vorrechte kraft Geburt. Das gibt es in der BRD nicht, das verhindern Grundgesetz und Gleichheitsgrundsatz — schon mal gehört? Deshalb sollte man so einen absoluten hanebüchnen Blödsinn nicht mehr verbreiten. Auch in einer „Qualitätszeitung” nicht — haben die inzwischen niemanden mehr, der ein bisschen Ahnung hat? Und das fast perverse daran ist: Schloemann ist promoviert — so weit ich weiß, in klassischer Philologie. Er sollte also doch eigentlich so etwas wissen, so banale Dinge wie Adel und Gleichheit begriffen haben … Aber er — und seine Zeitung tut das permanent ebenso — entscheiden sich offenbar dafür, in diesen Fällen immer wieder, immer noch einmal alle hochgelobten ehrenvolle Ideale des Journalismus in den Wind zu schreiben. Traurig, dieses Land und seine Medien …</p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-4646-1'>Offenbar war das nicht radikal genug. Vielleicht hätte die österreichische Variante, die auch die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Adelstitel" title="Adelsitel" target="_blank">Titel</a> ersatzlos abschaffte, besser funktionier? <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-4646-1'>↩</a></span></li>
</ol>
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		<title>Deutscher Alltag, 9. Januar 2010</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Jan 2010 12:41:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nein, es geht jetzt nicht um das Wetter, das ja nur ganz normaler Winter ist (also Alltag, auch wenn allerlei pseudojournalistische Medien gleich wieder Weltuntergangsszenarien konstruieren). Nein, hier geht es — wieder einmal — um den Grund, Samstag morgens die S&#252;ddeutsche Zeitung zu lesen. Vor allem die Wochenendbeilage, von der ich im allgemeinen nicht besonders [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, es geht jetzt nicht um das Wetter, das ja nur ganz normaler Winter ist (also Alltag, auch wenn allerlei pseudojournalistische Medien gleich wieder Weltuntergangsszenarien konstruieren). Nein, hier geht es — <a title="die welt ist voller r&auml;tsle" href="/publizistik/die-welt-ist-voller-groszer-raetsel/" target="_blank">wieder</a> einmal — um den Grund, Samstag morgens die Süddeutsche Zeitung zu lesen. Vor allem die Wochenendbeilage, von der ich im allgemeinen nicht besonders begeistert bin. Aber ein kleiner Text animiert mich immer wieder: <a title="kurt kister (wp)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Kister" target="_blank">Kurt Kister</a>s Kolumne „Deutscher Alltag”. Gottseidank ist (und hoffentlich bleibt) sie eine Kleinigkeit, eine Dreingabe — aber eine wunderbare. Auf größeres Format gezogen würde sie wahrscheinlich schnell unerträglich werden. So kann kk aber jede Woche ganz hervorragend seine ironische und satirische Ader ausleben. Und das ganze mit mehr oder weniger aktuellen Beobachtungen verknüpfen. Nicht immer sind das zwangsläufig grandiose Würfe. Aber immer sind sie niveauvoll und eröffnen neue Blicke.</p>
<p>Heute zum Beispiel steht da mitten in deneher harmlos-netten Betrachtungen zum „wilden Lesen” ein wunderschöner (wenn auch gar nicht so wahnsinnig origineller) Satz:</p>
<blockquote><p>Es ist immer richtig, das Leben zu ändern, was bei Sloterdijk damit beginnen sollte, dass er sich endlich mal die Haar schneiden lässt.</p></blockquote>
<p>Und dann geht es gleich weiter:</p>
<blockquote><p>Sloterdijks Miniatur über den Scientology-Gründer Hubbard plus seine Grundsätzlichkeiten über die Nicht-Existenz von Religion bringen einen zum Beispiel zu der Überlegung, was denn eigentlich Hubbard von Mohammed unterscheidet, und ob nicht vielleicht Tom Cruise und Osama bin Laden einen ähnliche Hang zur Vertikalität ausleben.</p></blockquote>
<p>Ja, wenn man Kurt Kister heißt, dann kommt man offenbar auf solche herrlichen Ideen und Vergleiche.</p>
<p>Er schließt übrigens fast konventionell und absolut zustimmungsfähig: „Was für ein Abenteuer: Lesen.” Deswegen: Samstags immer Kurt Kisters „Deutschen Alltag” lesen. es ist ein Abenteuer, das Spaß mach. Bestimmt. Garantiert.</p>

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		<title>„Die Welt ist voller gro&#223;er R&#228;tsel.”</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Oct 2009 20:28:03 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[„Die Welt ist voller gro&#223;er R&#228;tsel. Man wei&#223; zum Beispiel nicht, warum die Anasazi-Indianer im S&#252;dwesten der heutigen USA erst eine bemerkenswerte Zivilisation aufgebaut haben und dann verschwanden. […] Und, noch unwichtiger: Warum existiert die FDP und wo hat sie jenen Herrn her, der Schals mit einem Muster wie ein Kopfkissenbezug aus einem englischen Landhaus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Die Welt ist voller großer Rätsel. Man weiß zum Beispiel nicht, warum die Anasazi-Indianer im Südwesten der heutigen USA erst eine bemerkenswerte Zivilisation aufgebaut haben und dann verschwanden. […] Und, noch unwichtiger: Warum existiert die FDP und wo hat sie jenen Herrn her, der Schals mit einem Muster wie ein Kopfkissenbezug aus einem englischen Landhaus trägt und der trotzdem Außenminister werden will? Wäre es wirklich schädlich für Deutschland oder das Andenken von Theodor Heuss, täte der Herr es den Anasazi gleich?” — So eröffnet Kurt Kister in der gestrigen <a title="SZ" href="http://www.sueddeutsche.de" target="_blank">SZ</a> seine köstliche — &amp; wiedereinmal wunderbar gelungene — Kolumne „Deutscher Alltag”. Und so geht das dann da noch etwas weiter, unter anderem zu Günter Wallraffs merkwürdigen Verkleidungen … Und ich merke gerade, das Abtippen hätte ich mir sparen können, der Text ist sogar online verfügbar, unter dem nicht so schönen Titel „<a title="Deutscher Alltag" href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/740/492101/text/" target="_self">Wie Kerkeling im Karneval</a>”.</p>

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		<title>guttenberg f&#252;hrt die deutsche presse vor</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 15:36:23 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[der neue wirtschaftsminister (oder besser gesagt: csu-proporz-minister) f&#252;hrt dieser tage wohl eher ungewollt den stand der qualit&#228;t der deutschen medien, insbesondere der qualit&#228;tspresse und auch der bild, vor augen: angeblich ist die leistung der medien, das betonen sie ja immer gerne gegen die b&#246;sen internetnutzer, die verl&#228;sslichkeit der informationen und ihre einordnung. und dann lassen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>der neue wirtschaftsminister (oder besser gesagt: csu-proporz-minister) führt dieser tage wohl eher ungewollt den stand der qualität der deutschen medien, insbesondere der qualitätspresse und auch der bild, vor augen: angeblich ist die leistung der medien, das betonen sie ja immer gerne gegen die bösen internetnutzer, die verlässlichkeit der informationen und ihre einordnung. und dann lassen sie sich <a href="http://www.bildblog.de/5695/wie-ich-freiherr-von-guttenberg-zu-wilhelm-machte/">ungeprüft einen zusätzlichen</a> <a href="http://www.bildblog.de/5731/wilhelm-ii/">vornamen</a> <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/er-sacht-willem-ich-sach-wat/">aufbinden</a> und <a href="http://www.presseportal.de/pm/6561/1351277/ndr_norddeutscher_rundfunk?search=zapp">falsche beschäftigungen</a> (die in diesem falle ja dem nachweis der qualifikation dienen sollen) aufschwatzen. da brauch’ man ja nix mehr dazu sagen …</p>

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		<title>das sterbende medium</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Jan 2008 18:38:17 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[das popkulturelle format &#252;berhaupt spricht zum zeitungsjournalist: „your medium is dying!” gefunden durch netzpolitik]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>das</em> popkulturelle format überhaupt spricht zum zeitungsjournalist: „your medium is dying!”</p>
<p><object width="425" height="373"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/v1RI67PAUU4&#038;rel=1&#038;border=1"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/v1RI67PAUU4&#038;rel=1&#038;border=1" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="425" height="373"></embed></object></p>
<p>gefunden durch <a href="http://netzpolitik.org/2008/the-simpsons-haha-your-medium-is-dying/" title="netzpolitik.org &uuml;ber simpsons-ausschnitt">netzpolitik</a></p>

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		<title>noch eine herausragend &#252;berschrift</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Nov 2007 09:00:28 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[heute auf der titelseite der rhein-zeitung die wunderbare &#252;berschrift (die erste folge dieser serie war auch sehr sch&#246;n): „bahn will zun&#228;chst den g&#252;terverkehr bestreiken” — das w&#228;r’s doch mal: die betriebe bestreiken sich einfach selbst, dann kann man die st&#246;renfriede der gewerkschaften auch getrost abschaffen … irgendwie kapiert da jemand in der redaktion das system [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>heute auf der titelseite der <a href="http://www.rhein-zeitung.de">rhein-zeitung</a> die wunderbare überschrift (die <a href="/publizistik/medien/mainzer-rhein-zeitung-bahn-streik/">erste folge</a> dieser serie war auch sehr schön): „bahn will zunächst den güterverkehr bestreiken” — das wär’s doch mal: die betriebe bestreiken sich einfach selbst, dann kann man die störenfriede der gewerkschaften auch getrost abschaffen … irgendwie kapiert da jemand in der redaktion das system „streik” wirklich überhaupt nicht — einmal kann ja ein ausrutscher sein, aber zwei mal ist eine serie …</p>

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		<title>keith jarrett — ein auslaufmodell</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Oct 2007 07:48:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[wunderbar, wie hans-j&#252;rgen linke in der frankfurter rundschau &#252;ber das konzert keith jarretts in der frankfurter alten oper schreibt: Keith Jarrett bleibt im ersten Teil des Konzerts seinem Publikum fast alles schuldig und im zweiten immerhin den Beweis, dass er ein Musiker des 21. Jahrhunderts ist.  […] Er klingt in seinen schlechteren Phasen wie ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>wunderbar, wie hans-jürgen linke in der <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1230615" title="linke &uuml;ber jarrett">frankfurter rundschau</a> über das konzert keith jarretts in der frankfurter alten oper schreibt:<br />
<blockquote>Keith Jarrett bleibt im ersten Teil des Konzerts seinem Publikum fast alles schuldig und im zweiten immerhin den Beweis, dass er ein Musiker des 21. Jahrhunderts ist.  […] Er klingt in seinen schlechteren Phasen wie ein mäßig inspirierter, technisch recht guter, tief sentimentaler amerikanischer Pianist und in seinen besten Momenten wie ein handgebremster, mit Puderzucker bestreuter Brahms, der Jazz gehört hat.</p></blockquote>
<p>christian broecking schreibt in der <a href="http://www.taz.de/nc/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ku&amp;dig=2007%2F10%2F23%2Fa0135&amp;src=GI&amp;cHash=5eeeb97b2c" title="broecking &uuml;ber jarrett">taz</a> sogar:</p>
<blockquote><p>Ein Desaster aus Größenwahn, Eitelkeit und Virtuosität. […] Dass das Publikum nach 40 Minuten Konzert vor der Pause und 30 Minuten danach stürmisch vier kurze Zugaben herbeiklatschte, kann den Eindruck nicht schmälern, dass das intellektuelle Niveau auf der Bühne kaum einmal unteres Mittelmaß erreichte. Schlimmer noch wirkt, dass es einfach nicht gut klingt, wenn ein sich maßlos selbst überschätzender Künstler kaum mehr den Weg zurückzufinden scheint. Das magere künstlerische Ergebnis überragt Jarretts enervierende Selbstherrlichkeit mit großer Not.</p></blockquote>
<p>ich habe das konzert zwar nicht gehört, aber das bringt meine gedanken beim hören (auch der älteren) von jarretts improvsiationen ziemlich gut auf den punkt.</p>

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		<title>mainzer rhein-zeitung: bahn &amp; streik</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Sep 2007 17:33:15 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[aufmacher der titelseite der rhein-zeitung heute: „Streikt Bahn ab Montag?” — da hat wohl jemand etwas durcheinander gebracht: entweder wird die bahn bestreikt oder die lokf&#252;hrer streiken — man muss sich aber schon f&#252;r ursache oder wirkung entscheiden, auch bei &#252;berschriften]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>aufmacher der titelseite der rhein-zeitung heute: „Streikt Bahn ab Montag?” — da hat wohl jemand etwas durcheinander gebracht: entweder wird die bahn bestreikt oder die lokführer streiken — man muss sich aber schon für ursache oder wirkung entscheiden, auch bei überschriften</p>

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		<title>so langsam f&#228;ngt es an zu nerven</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:07:38 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[die berichterstattung und/oder kritik der interpreten-superstars auf dem gebiet der klassik. der erste gro&#223;e fall war anna netrebko: anfangs waren alle begeistert (gut, manche mehr und fachlich weniger fundiert als andere), bis ihnen dann nach einer weile der hype selbst auf die nerven ging und ihnen au&#223;erdem auffiel, dass sie zwar gut oder auch sehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>die berichterstattung und/oder kritik der interpreten-superstars auf dem gebiet der klassik. der erste große fall war anna netrebko: anfangs waren alle begeistert (gut, manche mehr und fachlich weniger fundiert als andere), bis ihnen dann nach einer weile der hype selbst auf die nerven ging und ihnen außerdem auffiel, dass sie zwar gut oder auch sehr gut ist (in dem eingeschränkten repertoire, das sie bisher zeigte), dass das aber noch lange nicht diesen wahnsinnsrummel und diese vergötterung, diese verabsolutierung rechtfertigt. und jetzt passiert schon wieder so etwas, dieses mal mit lang lang. gut, er hat der ernsthaften kritik (die ja zunächst auch von ihm ziemlich angetan war) eine steilvorlage geliefert, indem er mit seinen hit-konzerten auf open-air-tournee ging — das zeigte auch dem letzten hörer und schreiber, worum es ihm wirklich geht — nämlich eben nicht um die musik (egal was er beteuert), sondern um geld und ruhm — das sind die einzigen gründe, die so etwas legitimieren. die süddeutsche hat ihn dann hetue im großen aufmacher des feuilletons auch glatt als „musikentertainer” bezeichnet: das trifft das phänomen vollkommen. reinhard brembeck versucht aber auch gleichzeitig, das ganze noch durch einen rekurs auf die geschichte des konzertwesens zu retten: „Sie alle stehen für eine Rückkehr zu den Wurzeln des Konzertwesens im 19. Jahrhundert, als Klassik ein vor allem gesellschaftliches Ereignis war, bei dem weniger die Kunst als das Event im Vordergrund stand.” Das Problem mit solchen Behauptungen: sie stimmen schon — irgendwie. sie sind aber auch nicht ganz richtig. denn natürlich hat brembeck recht, wenn er die großen virtuosenschaustücke und ihre darbietungen (liszt, paganini …) meint. aber das betrifft eben nicht das ganze 19. jahrhundert. und auch nicht das ganze konzertwesen, sondern nur einen teil. doch genau das ist ja das problem — und der grund, warum es solche phänomene (wie lang lang) gibt: weil die medien, selbst die sogenannten qualitätsmedien, alles verschlagworten müssen.</p>

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		<title>die zeit entdeckt die vermarktung der feuilleton-redaktionen</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Jun 2007 09:31:58 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>und haut dabei schön auf die kollegen von der <em>süddeutschen</em> ein. denn die, so suggeriert jens jessen, hätten die restaurierung von fassbinders <em>berlin alexanderplatz</em> nur deshalb verteidigt, weil die entsprechenden dvds in ihrem laden vertrieben werden. das mag ja sogar so sein — wobei ich das nicht annehme, denn die aufsicht über die restaurierung und insbesondere die in frage stehende aufhellung hatte fassbinders kameramann, der ja so ungefährt wissen dürfte, wie das ganze mal gedacht war. es mag also sein, wie es will. und natürlich sind die ganzen nebengeschäfte mir auch ein dorn im auge. aber wenn das in der <em>zeit</em> kritisiert wird, so ist das bloß hypokritisch. und sein schlusssatz zeigt außerdem, dass er das wahre problem (er beschwört ja auch weniger die möglichkeit der tatsächlichen bestechung, sondern den glaubwürdigkeitsverlust alleine durch den argwohn, den diese möglichkeit auslöst) wenn vielleicht auch nicht verkennt, so doch herunterspielt: „Zeitungen, die Nebengeschäfte treiben […], müssen höllisch aufpassen, die filigrane Grenze zwischen redaktionellem Urteil und Werbung in eigener Sache nicht zu verwischen.” denn diese grenze ist doch nun wirklich überhaupt nicht filigran, sie ist ganz schnurgerade und deutlich zu erkennen — überschritten wird sie von den kollegen der <em>zeit</em> genau wie von denen der <em>süddeutschen</em> (und all den anderen medien auch) regelmäßig und — so behaupte ich — durchaus in voller absicht und kenntnis.</p>

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