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Tag: video

Ins Netz gegangen (8.5.)

Ins Netz gegangen am 8.5.:

Taglied 9.2.2012

einer meiner Lieblingsssongs von einer meiner am meisten gehörten & gemochten Bands: „Miss Baby Light“ von Triband:

doch noch ein kommentar zur landtagswahl in hessen

zwar schon kurz vor zu spät, dafür aber auch nicht von mir, sondern von extra-drei:

(via textundblog)

ich würde nicht stehlen

so ist eine kampagne der europäischen grünen gegen die lobby-politik der großen medienkonzerne und vor allem die entsprechenden urheberrechts-gesetzgebungen der letzten zeit überschrieben: hier entlang. schönes video dazu gbit’s auch – standesgemäß natürlich auch als torrent-download. ganz nett gemacht. aber ob’s etwas hilft?

das sterbende medium

das popkulturelle format überhaupt spricht zum zeitungsjournalist: „your medium is dying!”

gefunden durch netzpolitik

kajak-videos

aus irgend einem grunde fällt mir das hier gerade ein – jeder, der schon einmal (oder gar öfter) so ein video gesehen hat, wird diese schilderung kennen…

gunnar homann

how to have some fun with some friends: szenen eines videoabends

ich bin ja kein paddler. aber ich kenne paddler. und die paddler, die ich kenne, schauen manchmal paddelvideos. da schau ich mit. gar nicht so sehr aus soziologischem interesse, sondern eher weil ich es unter gar keinen umständen verpassen will, wenn mittel-irrsinnige vollkommen irrsinnigen zuschauen. allein die fachsimpelei über boote! es gibt blaue. und es gibt grüne. und gelbe. es gibt solche von einer firma, solche von einer anderen und solche von noch mal anderen firmen. die mittel-irrsinnigen, mit denen ich paddel-videos schaue, erkennen die marke immer sofort. was aber noch viel unglaublicher ist: sie erkennen sogar die vollkommen irrsinnigen, die in den booten sitzen, und zwar nur am helm!
jemand schiebt den ersten video rein. ach, denke ich, jetzt geht es gleich wieder los: eine unternehmungslustig klingende stimme wird erklären, wo sich irrsinnige wasserfälle runterstürzen werden. und tatsächlich: eine unternehmungslustige stimme erklärt, wo sich gleich ein paar irrsinnige die wasserfälle hinunterstürzen werden. der ort ist aber nicht so wichtig.
wichtiger ist, was jetzt kommt: menschenfressermusik. uah! bamm-bamm. uah! uah! bammbamm-bamm. und hier der erste irrsinnige. er fährt an, macht alles falsch, überschlägt sich, haut sich an felsen an, fällt in ein tosendes becken. so einen scheiß würde ich nie machen. die machen das aber. ein paar von den mittel-irrsinnigen, mit denen ich das video schaue (und die momentan übrigens nicht sehr intelligent auf den bildschirm starren), auch. aber wenigstens lassen sie sich dabei nicht filmen.

menschenfressermusik

wenn dann der erste depp endlich runtergepoltert ist, kommt der moment, auf den ich in wirklichkeit gewartet habe: meine lieblingspassage in paddelvideos, das sahnehäubchen, die amarenakirsche auf der eiscremetorte. denn jetzt sehen wir den irrsinnigen, der sich gerade alles kaputtgehauen hat, beim interview auf der intensivstation, quatsch, am ufer. er tropft, lacht und ist sehr lebendig. mit anderen worten: wir sehen irgend einenjungen mann von der straße, für fünf dollar vor die kamera gelockt, in nedpren gesteckt, mit einem eimer wasser übergössen und vor einer fototapete aufgestellt, um den klapskalli zu ersetzen, der sich eben in den tod gestürzt hat.
na gut, vielleicht irre ich mich. aber wenn der junge mann, den wir sehen, wirklich der junge draufgänger ist, macht das die folgende szene umso erschütternder. denn jetzt fühlt ein unsichtbarer interviewer dem draufgänger knallhart auf den zahn und hinterfragt den ganzen wahnsinn mal so richtig und gesamtkritisch. man hört die frage zwar nie, aber aus der antwort kann man schließen, dass sie ziemlich genau so lauten muss: „sag mal steve, alte hütte, das ist zwar doof, aber in den anderen videos fragen die das auch immer. also, wieso paddelst du eigentlich?“
und was antwortet der draufgänger? etwa: „och, weiß nich, aber da wo ich herkomme, sind eigentlich alle gestört“? ach woher. der draufgänger strahlt, hampelt ein bisschen rum und verfällt in einen dem ohr schmeichelnden singsang, in dem sich neun worte ununterbrochen wiederholen: yeah. it’s. great have. some. fun. with. some. friends. fünf minuten geht das so. gerade, wenn alle einschlafen, kommt wieder menschenfressermusik und völlig überraschend: der zweite paddler. obwohl er ganz genau gesehen hat, wie es seinen vorgänger zerbröselt hat, fährt er an den fall ran, macht alles falsch, überschlägt sich, haut sich an, fällt in ein tosendes becken, dann wieder bammbammhavesomefun-withsomefriends. plötzlich und wie aus heiterem himmel: der dritte paddler.
bevor ich auf ihn, sein boot, seinen helm sowie sein gesamtes verhalten genauer eingehen werde, sollte ich vielleicht kurz rekapitulieren, was sich bisher im ersten von den 23 hier zu behandelnden videos abgespielt hat, damit auch die zu spät gekommenen gäste auf dem laufenden sind. also: bisher sind zwei paddler einen fall gefahren, haben alles falsch gemacht, sich überschlagen, um hernach in ein tosendes becken zu fallen. dann haben sie gemurmelt, es sei schön. spaß mit freunden zu haben, und meine mitgucker haben blöd genickt.

pro video 18.000.000 mal

nun aber wie versprochen zum dritten paddler…nein, halt, es gibt eine überraschung: es meldet sich nämlich wieder die stimme. sie verkündet, dass sich die paddler jetzt woanders anhauen werden! und dieses mal fährt der paddler, der beim ersten mal zuerst gefahren ist, vielleicht als dritter! dann aber wieder der zweite, der dritte, dann kommt der vierte, dann der fünfte. dieser zyklus wird in gut gemachten videos mindestens 18 millionen mal durchlaufen. dann kommt das nächste video. und dann alle videos hintereinander weg. ich schaue gerne paddelvideos with some friends. yeah. it’s great. eat some chips, have some fun, bammbammbamm. was daran gut
ist? keine ahnung. ich bin ja kein paddler.

(aus dem kanumagazin)

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