Ins Netz gegangen (10.6.)

Ins Netz gegan­gen am 10.6.:

  • Debatte um Ver­gü­tung: Wenig Fair­ness im Umgang mit Auto­ren | Deutsch­land­ra­dio → henry stein­hau über die bezie­hung zwi­schen ver­la­gen und auto­rin­nen:
    Ver­lage soll­ten ihre Kräfte dar­auf ver­wen­den, trag­fä­hige Geschäfts­mo­delle zu ent­wi­ckeln. Und zwar sol­che, die nicht dar­auf ange­wie­sen sind, den Auto­ren eine Betei­li­gung an Ver­gü­tun­gen abzu­rin­gen.
  • Der #öffent­li­che_­Raum ist immer poli­tisch. Ein Gespräch mit Chris­toph Haerle (Teil 1) | Geschichte der Gegen­wart → phil­ipp sara­sin hat sich mit dem archi­tek­ten, stadt­pla­ner und künst­ler chris­toph haerle über den öffent­li­chen raum unter­hal­ten. im ers­ten teil geht es vor allem um die geschichte des öffent­li­chen raums bis ins 19. jahr­hun­dert – sehr span­nend.
  • Der post­mo­derne #öffent­li­che_­Raum. Ein Gespräch mit Chris­toph Haerle (Teil 2) | Geschichte der Gegen­wart → der zweite teil des gesprächs von phil­ipp sara­sin mit chris­toph haerle, nun zu den öffent­li­chen räu­men des 20. jahr­hun­derts und der gegen­wart – und deren pro­ble­men und gefähr­dun­gen.
  • Mein Vater, der bekannte Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker | Broadly → die toch­ter eines ein­fluss­rei­chen ver­schwö­rungs­theo­re­ti­kers („trut­her“) erzählt

    Gerade weil Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker immun gegen jedes noch so ver­nünf­tige Argu­ment aus der „Main­stream-Welt“ sind, sehe ich diese Bewe­gung als äußerst gefähr­lich an. Wie viele sub­ver­sive Grup­pen aus dem rech­ten Lager, holen sich die Trut­her meis­tens Leute aus schwie­ri­gen sozia­len Ver­hält­nis­sen ins Boot. Men­schen, die froh über Sün­den­bö­cke sind und in elo­quen­ten Per­sön­lich­kei­ten Füh­rung suchen. Die Trut­her bestrei­ten eine Zuge­hö­rig­keit zum rech­ten Lager zwar vehe­ment, jedoch spre­chen meine per­sön­li­chen Erfah­run­gen für sich. Sexis­mus, Homo­pho­bie und Ras­sis­mus sind genauso ver­brei­tet, wie eine fehl­ge­lei­tete Vor­stel­lung von Kul­tur und Hei­mat­liebe.

  • Was darf die Satire? – Kurt Tuchol­sky, Jan Böh­mer­mann und die Fol­gen | lite​ra​tur​kri​tik​.de → ste­fan neu­haus über satire von tuchol­sky und böh­mer­mann, unter beson­de­rer berück­sich­ti­gung ihrer ästhe­ti­schen und poli­ti­schen impli­ka­tio­nen in deutsch­land
  • Ver­fas­sungs­recht­ler über die AfD: „Unver­ein­bar mit dem Grund­ge­setz“ | taz​.de → jurist joa­chim wie­land im taz-inter­view über das grund­satz­pro­gramm der afd:
    Aus mei­ner Sicht ver­sucht die AfD, die Grenze, die die Ver­fas­sung zulässt, bis ins Äußerste aus­zu­tes­ten. Dabei arbei­tet sie mit unkla­ren Begrif­fen, damit sie, wenn sie zur Rede gestellt wird, sagen kann: So war das gar nicht gemeint. In eini­gen Punk­ten sehe ich den Men­schen­rechts­kern des Grund­ge­set­zes ver­letzt. Das könnte die AfD, selbst wenn sie ent­spre­chende Mehr­hei­ten hätte, nicht umset­zen, ohne dass es zu einer ein­deu­ti­gen Ver­fas­sungs­ver­let­zung käme. Man muss also sagen: Die AfD bewegt sich in vie­lem an der Grenze zur Ver­fas­sungs­wid­rig­keit und in man­chem hat sie diese Grenze bereits über­schrit­ten.
  • EBooks vs Papier-Bücher: Vom Kul­tur­wan­del und not­wen­di­gen Lern­pro­zes­sen (in der Schule) | herrlar​big​.de → herr lar­big denkt dar­über nach, was eigent­lich den unter­schied zwi­schen papier­buch und ebook aus­macht

    Wäh­rend wir das ana­loge Buch aus Papier nach wie vor gut im Rah­men der von uns erlern­ten (hart­nä­cki­gen) Mus­ter des Lesens auf­zu­neh­men und zu bear­bei­ten wis­sen, ver­langt das digi­tale Buch von uns, in einen Lern- und Gewöh­nungs­pro­zess ein­zu­tre­ten.

    Es muss gelernt wer­den, wie man mit den ver­än­der­ten Mög­lich­kei­ten des Daten­trä­gers zu arbei­ten ver­mag und man muss sich gleich­zei­tig daran gewöh­nen, dass Texte die Dimen­sion der Tiefe im Sinne von Sei­ten­zah­len »ver­lie­ren«. – Dies ist aller­dings viel mehr als eine Frage der Hap­tik.

Ins Netz gegangen (28.4.)

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  • Sexu­al­straf­recht: Wäre die Vagina doch ein Auto | Spie­gel → mara­ge­rete sto­kow­ski in ihrer kolumne über die erbärm­li­chen ver­su­che des jus­tiz­mi­nis­ters maas & der gro­ßen koali­tion, ein zeit­ge­mä­ßes sexu­al­straf­recht zu schaf­fen

    Ach, wär die Vagina doch ein Auto, sie wär jetzt schon in Deutsch­land ange­nehm sicher. 

  • “Alles hand­schrift­lich und auf Papier” – Lek­to­ren lieben’s ana­log – pubiz :: Home Redaktion/​Lektorat → kath­rin pas­sig über arbeits­pro­zesse in ver­la­gen:
    Die für mich als Auto­rin sicht­ba­ren Arbeits­pro­zesse in den mir bekann­ten Ver­la­gen sind auf dem Stand der frü­hen 90er Jahre. Ich wun­dere mich über die­ses feh­lende Inter­esse an den Werk­zeu­gen der Text­ver­ar­bei­tung in einer Bran­che, in der der Text doch eini­ger­ma­ßen zen­tral ist. 

    ich bin mir frei­lich nicht sicher, ob digi­tal immer auto­ma­tisch bes­ser als ana­log ist (was pas­sig durch­aus impli­ziert)

  • big chan­ges: I am lea­ving own­Cloud, Inc. today → frank kar­lit­schek ver­lässt seine firma, die own­cloud inc., bleibt dem pro­jekt aber erhal­ten:
    The com­mu­nity has grown tre­men­dously, with cont­ri­bu­ti­ons by almost 1000 people over the last 6 years, over 80 every sin­gle month. Not­hing is per­fect, the com­pany could have done a bet­ter job reco­gni­zing the achie­ve­ments of the com­mu­nity. It some­ti­mes has a ten­dency to con­trol the work too clo­sely and dis­cus things inter­nally. But over­all, the balance was not too bad.

    da selbst ich das „knir­schen“ mit­be­kom­men habe, muss es da doch einige ver­wer­fun­gen gege­ben haben … mal sehen, wie es mit own­cloud wei­ter­geht

  • Kunst in der DDR → eher zufäl­lig ent­deckt: das ziem­lich coole pro­jekt des „Bild­at­las: Kunst in der DDR“ mit bil­dern und sehr, sehr vie­len beglei­ten­den mate­ria­lien

    Der­zeit sind 20.400 Werke aus 162 Samm­lun­gen erfasst. Neben den bekann­ten Wer­ken der „Kunst in der DDR“ befin­det sich dar­un­ter auch eine Viel­zahl von Wer­ken, die bis­lang weit­ge­hend unbe­kannt waren oder als ver­schol­len gal­ten. In den betei­lig­ten For­schungs­teams wer­den neben der Doku­men­ta­tion der Samm­lun­gen ebenso die For­men des Bild­trans­fers, die „Wege der Bil­der“ in die öffent­li­chen Samm­lun­gen, ana­ly­siert. So waren in der DDR statt musea­ler Eigener­wer­bun­gen staat­lich finan­zierte Ankäufe und kul­tur­po­li­tisch inten­dierte „Über­eig­nun­gen“ ent­schei­dend. Durch das Ver­bund­pro­jekt wird nun neben der Samm­lungs­do­ku­men­ta­tion auch eine Ver­net­zung der Bestands­da­ten der Museen und wei­te­rer Samm­lun­gen erreicht, die für eine zukünf­tige Erschlie­ßung und Nut­zung der Werke sowie für eine Neu­be­fra­gung der Künste in der DDR unum­gäng­lich ist.

    Die For­schungs­er­geb­nisse wer­den in einem gedruck­ten „Bild­at­las“ sowie durch eine inter­net­ba­sierte Daten­bank öffent­lich zugäng­lich gemacht. Die Koope­ra­tion mit den außer­mu­sea­len und musea­len Ein­rich­tun­gen – von klei­nen Hei­mat­mu­seen über die stadt- und kul­tur­ge­schicht­li­chen Museen bis hin zu den gro­ßen Kunst­mu­seen in Leip­zig, Dres­den, Schwe­rin, Frankfurt/​Oder und Ber­lin – ermög­licht es, bis­lang im Depot ver­wahrte und nicht ver­öf­fent­lichte Werke wie­der „sicht­bar“ zu machen. Die große Aus­stel­lung „Abschied von Ika­rus. Bild­wel­ten in der DDR – neu gese­hen“ in Koope­ra­tion mit der Klas­sik Stif­tung Wei­mar prä­sen­tiert die Ergeb­nisse des Ver­bun­des im Neuen Museum Wei­mar.

  • Schö­ner Ver­le­gen – mit dem Geld ande­rer Leute | Über­me­dien → ste­fan nig­ge­meier sehr gut & rich­tig zu den ein­sei­tig hyper­ven­ti­lie­ren­den medi­en­re­ak­tio­nen auf das vg-wort-urteil:
    Wenn jetzt wirk­lich das große Ver­lags­ster­ben ein­setzte, wäre das eine bemer­kens­werte Iro­nie: Es würde bedeu­ten, dass das ganze schöne Geschäft über viele Jahre nur funk­tio­nierte, weil Ver­lage rechts­wid­rig Geld kas­sier­ten, das eigent­lich den Urhe­bern zuge­stan­den hätte. 
  • Müll­ent­sor­ger in Sozia­len Netz­wer­ken „Sie berich­ten von Depres­sio­nen“ | taz → Tau­sende Phil­ip­pi­ner sor­tie­ren aus, was uns im Inter­net an Bil­dern nicht begeg­nen soll. Der Ber­li­ner Thea­ter­re­gis­seur Moritz Rie­se­wieck hat dort recher­chiert.
    Was wir in Manila sehen, ist die Pas­si­ons­ge­schichte des Inter­net­zeit­al­ters.

Ins Netz gegangen (25.4.)

Ins Netz gegan­gen am 25.4.:

  • Ori­gi­nal­ma­nu­skript zu Arthur Koest­lers Son­nen­fins­ter­nis ent­deckt | FAZ → inter­es­san­ter bericht über den zufäl­li­gen fund des typo­skripts von arthur koest­lers „son­nen­fins­ter­nis“ – und was das für den text und seine rezep­tion bedeu­ten könnte
  • Wem gehört das Geld der VG Wort? | Wolf­gang Michal → die ein­zige gute, tref­fende und rich­tige ein­schät­zung und erklä­rung des vg-wort-urteils, die ich bis­her gele­sen habe – die zei­tun­gen etc. schla­gen sich ja anschei­nend alle auf die seite der ver­lage, die jetzt ihren recht­mä­ßig erhal­te­nen gel­dern nach­jam­mern
  • Warum die „Reform“ des Sexu­al­straf­rechts keine ist | Ver­fas­sungs­blog → ulrike lembke erklärt im ver­fas­sungs­blog, warum die straf­rechts­re­form der bun­des­re­gie­rung so schlecht und vor allem unzu­rei­chend ist
    Die Bun­des­re­gie­rung ver­passt die Chance, den min­de­ren straf­recht­li­chen Schutz der sexu­el­len Selbst­be­stim­mung und die fak­ti­sche Straf­lo­sig­keit sexu­el­ler Über­griffe in Deutsch­land durch einen gro­ßen Wurf zu been­den. Erfor­der­lich ist ein Grund­tat­be­stand der „nicht ein­ver­ständ­li­chen sexu­el­len Hand­lun­gen“, wel­cher sich zur Ver­ge­wal­ti­gung so ver­hält wie Dieb­stahl zu Raub, denn die sexu­elle Selbst­be­stim­mung ver­dient den glei­chen Schutz wie das Eigen­tum. Im Rechts­staat zählt nicht, wer am schnells­ten zurück­schlägt. Und in der Sexua­li­tät zählt seit lan­gem eine Ver­hand­lungs­mo­ral, die beid­sei­ti­ges Ein­ver­ständ­nis zur Bedin­gung gemein­sa­mer Lust macht. Auch dahin­ter sollte der straf­recht­li­che Schutz nicht zurück­blei­ben.
  • Gericht: Haut­farbe darf bei Kon­trolle keine Rolle spie­len | law blog → udo vet­ter weist auf ein urteil des ovg rhein­land-pfalz hin, dass die hür­den für eine dis­kri­mi­nie­rungs­freie poli­zei­kon­trolle aus­rei­chend hoch hängt – die haut­farbe darf näm­lich danach nicht wesent­li­ches teil des „motiv­bün­dels“ sein. mal sehen, ob das bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt das auch so sieht – ich kann mir nicht vor­stel­len, dass die bun­des­po­li­zei das auf sich sit­zen lässt (und revi­sion ist zuge­las­sen)
  • Keine Ver­le­ger­be­tei­li­gung: VG Wort erlei­det Nie­der­lage in Karls­ruhe | Bör­sen­blatt → das bgh macht mit der farce schluss, dass die vg wort mit dem geld der auto­rin­nen & auto­ren ver­lage sub­en­tio­niert (für die ist das natür­lich ein bit­te­rer ein­nah­me­ver­lust …)

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  • Lite­ra­tur­blogs: Die­ses Buch wird Ihr Leben ver­än­dern! | Zeit – ana maria michel schreibt am mythos der guten, objek­ti­ven lite­ra­tur­kri­ti­ken in (zeitungs)feuilletons und der schlech­ten, sub­jek­ti­ven wer­ben­den bespre­chun­gen in blogs und youtube-kanä­len fort. eines der kri­te­rien ihres ziem­lich unzu­läng­li­chen tex­tes: in blogs gäbe es nur posi­tive, lobende bespre­chun­gen – als ob das in feuil­le­ton anders wäre!
  • Stra­di­vari: Frau Gene­ral lässt bit­ten | ZEIT ONLINE – wolf­ram goertz kann sich nicht ein­krie­gen vor begeis­te­rung, dass frank peter zim­mer­mann für drei jahre eine neue geige hat.
  • Der Online-Freud – alle 17 bände der „gesam­mel­ten werke“ von freud gibt es hier online: zum lesen im brow­ser oder als pdf- bzw. epub-down­load.
  • Open Access zer­stört die Wis­sen­schaft. Meint Urs Heftrich in der FAZ. | LIBREAS.Library Ideas – ben kaden setzt der ver­lags­pro­pa­ganda der faz ent­ge­gen

    fak­tisch ist die Bedro­hung des wis­sen­schaft­li­chen Ver­lags­we­sens durch Open Access und Zweit­ver­öf­fent­li­chungs­rechte kei­nes­falls so akut, wie sie ihren Lesern glau­ben machen wol­len. Zum Dis­kurs gehört also auch, dar­auf hin­zu­wei­sen. Ursäch­lich für einen Rück­gang bei den Erwer­bun­gen sind sicher nicht vor­ran­gig die Repo­si­to­rien und Open-Access-Ver­lage, son­dern viel­mehr die gro­tes­ken Preis­stei­ge­rung der STEM-Mono­po­lis­ten sowie Kür­zun­gen in den Biblio­thek­setats. Wie sehr würde man sich über regel­mä­ßige, gern auch scharfe Feuil­le­ton-Bei­träge aus Hei­del­berg gegen die Preis­po­li­tik von Else­vier und für die bes­sere finan­zi­elle Aus­stat­tung von deut­schen Hoch­schul­bi­blio­the­ken freuen.

  • Deutsch­land: Off Duty | NEO MAGA­ZIN ROYALE mit Jan Böh­mer­mann – ZDFneo – YouTube – so bescheu­ert, dass es schon wie­der gut ist: jan böh­mer­manns neu­es­tes video „Deutsch­land: Off Duty“
  • Geschichte der Gegen­wart – „eine Gruppe von Geis­tes- und Kultur­wis­sen­schaft­le­rInnen“ v.a. aus zürich star­tete gerade die „Geschichte der Gegen­wart“ als platt­form, um sich in die öffent­li­che dis­kus­sion ein­zu­mi­schen.
    Texte, in denen die Gegen­wart nicht ver­neint wird durch das, was man immer schon zu wis­sen glaubt, son­dern zugäng­lich wird durch das, was man erschlie­ßen und rekon­stru­ieren, erör­tern und analy­sieren, begrei­fen und ein­schät­zen ler­nen kann.

    Gegen­wart liegt nicht ein­fach vor, son­dern sie pas­siert, wobei sie sich unse­rer Aufmerk­sam­keit lau­fend wie­der ent­zieht… Hal­ten wir sie fest! Dabei gilt: Wie sie pas­siert und was in ihr pas­siert, folgt aus all ihren Vergan­gen­heiten, die nicht abge­schlos­sen sind.

    Geschichte der Gegen­wart bie­tet bewusst keine Möglich­keit, Arti­kel unmit­telbar zu kommen­tieren. Diese heute so verbrei­tete Form der media­len Öffent­lich­keit hat u. E. den Nach­weis ihrer publi­zis­ti­schen Unabding­bar­keit und politi­schen Produk­ti­vität bis­lang nicht erbrin­gen kön­nen, son­dern öff­nete das Feld nicht zuletzt dem ungefil­terten Vorur­teil, der Ran­küne und der blos­sen Mutmas­sung, die sich um Argu­mente nicht zu küm­mern braucht.

    könnte inter­es­sant wer­den …

  • Stel­lung­nahme zu “Sie­ger­kunst” | ide­en­frei­heit – wolf­gang ull­rich berich­tet per­ver­si­tä­ten des urhe­ber­rechts: künst­ler_in­nen nut­zen das zuneh­mend, um abbil­dun­gen ihrer (öffent­lich aus­ge­stell­ten) werke in publi­ka­tio­nen, die ihnen nicht gefal­len, zu ver­hin­dern und somit eine wis­sen­schaft­li­che aus­ein­an­der­set­zung (fast) unmög­lich machen. und das spiel kann man bis zu 70 jahre nach dem tod der urhe­be­rin­nen wei­ter­spie­len …

Ins Netz gegangen (20.7.)

Ins Netz gegan­gen am 20.7.:

  • «Digi­tal Huma­nities» und die Geis­tes­wis­sen­schaf­ten: Geist unter Strom – NZZ Feuil­le­ton – sehr selt­sa­mer text von urs haf­ner, der vor allem wohl seine eigene skep­sis gegen­über „digi­tal huma­nities“ bestä­ti­gen wollte. dabei unter­laufe ihm einige feh­ler und er schlägt ziem­lich wilde vol­ten: wer „huma­nities“ mit „human­wis­sen­schaf­ten“ über­setzt, scheint sich z.b. kaum aus­zu­ken­nen. und was die ver­zer­rende dar­stel­lung von open access mit den digi­tal huma­nities zu tun hat, ist auch nicht so ganz klar. ganz abge­se­hen davon, dass er die fächer zumin­dest zum teil fehl­re­prä­sen­tiert: es geht eben nicht immer nur um close rea­ding und inter­pre­ta­tion von ein­zel­tex­ten (abge­se­hen davon, dass e-mai­len mit den digi­tal huma­nities unge­fähr so viel zu tun hat wie das nut­zen von schreib­ma­schi­nen mit kittler’schen medi­en­theo­rien …)
  • Lyrik: Reißt die Sei­ten aus den Büchern! | ZEIT ONLINE – nette idee von tho­mas böhm, die lyrik zu ver­ein­zeln (statt in lyrik­bän­den zu sam­meln), das gedicht als opti­sches sprach­kunst­werk zu ver­mark­ten (auch wenn ich seine argu­men­ta­tio­nen oft über­haupt nicht über­zeu­gend finde)
  • Ein­sam auf der Säule « Lyrik­zei­tung & Poe­try News – gute kri­tik­kri­tik zur bespre­chung des aktu­el­len „Jahr­buchs für Lyrik“ in der „zeit“, die auch mich ziem­lich ver­wun­dert hat.
    Unter­schei­dung, Alter­na­ti­ven, Schwer­punkt­set­zung? Fehl­an­zeige. Rez. zieht es vor, sich als scharfe Kri­ti­ke­rin zu insze­nie­ren, jede Dif­fe­ren­zie­rung schwächte das Bild nur. Lie­ber auf der Schul­ter von Rie­sen, hier neben Krü­ger, Benn & Co. vor allem Jos­sif Brodsky, auf die behaup­tet magere deut­sche Szene her­ab­bli­cken. Ein­sam ist es dort oben auf der Säule!
  • Ver­kehrs­si­cher­heit: Brun­ners letzte Fahrt | ZEIT ONLINE – sehr inten­sive repor­tage von hen­ning sus­se­bach über die pro­bleme der/​mit altern­den auto­fah­rern (für mei­nen geschmack manch­mal etwas trä­nen­drü­sig, aber ins­ge­samt trotz­dem sehr gut geschrie­ben)
    Urlaubs­zeit in Deutsch­land, Mil­lio­nen Rei­sende sind auf den Stra­ßen. Da biegt ein 79-Jäh­ri­ger in fal­scher Rich­tung auf die Auto­bahn ein – fünf Men­schen ster­ben. Ein Unglück, das zu einer bri­san­ten Frage führt: Kann man zu alt wer­den fürs Auto­fah­ren?
  • Lyrik und Rap: Die här­teste Gang­art am Start | ZEIT ONLINE – uwe kolbe spricht mit mach one (sei­nem sohn) und kon­stan­tin ulmer über lyrik, raps, rhyth­mus und the­men der kunst
    Dass ich mit mei­nen Gedich­ten kein gro­ßes Publi­kum errei­che, ist für mich etwas, wor­un­ter ich sel­ten leide. Ich möchte das, was ich mache, auf dem Niveau machen, das mir vor­schwebt. Dabei nehme ich auch keine Rück­sicht mehr. Ich gehe an jeden Rand, den ich errei­chen kann. 
  • Rai­nald Goetz: Der Welt­ab­schrei­ber | ZEIT ONLINE – sehr schöne und stim­mende (auch wenn das thea­ter fehlt …) wür­di­gung rai­nald goet­zes durch david hugen­dick anläss­lich der bekannt­gabe, dass goetz dies­jäh­ri­ger büch­ner-preis-trä­ger wird
    Die ein­zige Reak­tion auf die Zudring­lich­keit der Welt kann nur in deren Pro­to­koll bestehen, die zugleich ein Pro­to­koll der eige­nen Über­for­de­rung sein muss.
  • “Pan­ora­ma­f­rei­heit”: Wider den Urhe­ber­rechts-Extre­mis­mus – Süddeutsche.de – leon­hard dobusch zum ver­such, in der eu das urhe­ber­recht noch wei­ter zu ver­schär­fen:
    Wir alle sind heute ein biss­chen wie Lich­ten­stein oder War­hol. Wir erstel­len und tei­len stän­dig Fotos und Videos, in denen Werke ande­rer vor­kom­men. Zeit, dass das Urhe­ber­recht dar­auf ein­geht.
  • Stravinsky’s Ille­gal “Star Span­g­led Ban­ner” Arran­ge­ment | Timo­thy Judd – ich wusste gar nicht, dass es von stra­winsky so ein schö­nes arran­ge­ment der ame­ri­ka­ni­schen hmyne gibt. und schon gar nicht, dass die angeb­lich ver­bo­ten sein soll …
  • Essay Grie­chen­land und EU: So deutsch funk­tio­niert Europa nicht – taz​.de – ulrich schulte in der taz zu grie­chen­land und der eu, mit vie­len sehr guten und tref­fen­den beob­ach­tun­gen & beschrei­bun­gen, unter ande­rem die­sen
    Von CSU-Spit­zen­kräf­ten ist man inzwi­schen gewohnt, dass sie jen­seits der baye­ri­schen Lan­des­grenze so dumpf agie­ren, als gös­sen sie sich zum Früh­stück fünf Weiß­bier in den Hals.
    […] Das Char­mante an der teils irr­lich­tern­den Syriza-Regie­rung ist ja, dass sie ein­ge­spielte Riten als nackt ent­larvt.
  • Sich „kon­struk­tiv ver­hal­ten“ heißt, ernst genom­men zu wer­den | KRZY­SZTOF RUCH­NIE­WICZ – Stel­lung­nahme ehe­ma­li­ger Mit­glie­dern des Wis­sen­schaft­lich Bera­ter­krei­ses der (sowieso über­mä­ßig vom Bund der Ver­trei­benen domi­nier­ten) Stif­tung Flucht, Ver­trei­bung, Ver­söh­nung zur Farce der Wahl des neuen Direk­tors unter Kul­tur­staats­mi­nis­te­rin Monika Grüt­ters
  • Kon­sum: Kleine Geschichte vom rich­ti­gen Leben | ZEIT ONLINE – marie schmidt weiß nicht so recht, was sie von craft beer, hand­ge­rös­te­tem kaf­fee und dem gan­zen zele­brier­ten super-kon­sum hal­ten soll: fetisch? rück­be­sin­nung alte hand­werk­li­che werte? oder was?
  • Alle Musik ist zu lang – wun­der­bare über­le­gun­gen von diet­mar dath zur musik, der welt und ihrer phi­lo­so­phie

    Alle bereits vor­han­dene, also auf­ge­schrie­bene oder auf­ge­zeich­nete Musik, ob als Schema oder als wie­der­ga­be­fä­hige Auf­füh­rung erhal­ten, ist für Men­schen, die heute Musik machen wol­len, zu lang, das heißt: Das kön­nen wir doch nicht alles hören, wir wol­len doch auch mal anfan­gen. Wie gesagt, das gilt nicht nur für die Werke, son­dern schon für deren Mus­ter, Prin­zi­pien, Gat­tun­gen, Tech­ni­ken.
    […] Musik hält die Zeit an, um sie zu ver­brau­chen. Wäh­rend man sie spielt oder hört, pas­siert alles andere nicht, inso­fern han­delt sie von Ewig­keit als Ereig­nis- und Taten­lo­sig­keit. Aber beide Aspekte der Ewig­keit, die sie zeigt, sind in ihr nicht ein­fach irgend­wie gege­ben, sie müs­sen her­ge­stellt wer­den: Die Ereig­nis­lo­sig­keit selbst geschieht, die Taten­lo­sig­keit selbst ist eine musi­ka­li­sche Tat.

  • Lite­ra­tur­blogs are bro­ken | The Daily Frown – fabian tho­mas attes­tiert den „lite­ra­tur­blogs“ „feh­lende Dis­tanz, Gefall­sucht und Harm­lo­sig­keit aus Prin­zip“ – und ange­sichts mei­ner beob­ach­tung (die ein eher klei­nes und unsys­te­ma­ti­sches sam­ple hat) muss ich ihm lei­der zustim­men.
  • Inter­view ǀ „Ent-iden­ti­fi­ziert euch!“ — der Frei­tag – groß­ar­ti­ges gespräch zwi­schen harald fal­cken­berg und jona­than meese über wag­ner, bay­reuth, kunst und den gan­zen rest:
    Ja, ich hab total auf lieb Kind gemacht. Ich merkte ja schon, dass ich im Wag­ner-Forum so als Mons­ter dar­ge­stellt wurde. Ich bin kein Mons­ter. Ich wollte das Ding nur radi­ka­li­sie­ren. Ich hab auf nett gemacht und so getan, als wäre ich gar nicht ich selbst. Was ich ja immer tue. Sei nie­mals du selbst. Keine Selbst­su­che, bitte. Keine Pil­ger­fahrt. Keine Mön­che­rei. Ich bin ein­fach wie ’n Spiel­kind da ran­ge­gan­gen, und ich dachte, jetzt geht’s ab.
    […] Kul­tur ist genauso beschis­sen wie Gegen­kul­tur. Main­stream ist genauso beschis­sen wie Under­ground. Kul­tur und Gegen­kul­tur ist das Glei­che. Poli­tik kannst du nicht mit Kul­tur bekämp­fen. Son­dern nur mit Kunst. Du kannst nicht eine neue Par­tei grün­den, weil sie genauso scheiße ist wie jede andere. Du kannst keine neue Reli­gion grün­den, weil sie genauso scheiße ist wie alle ande­ren. Du kannst keine neue Eso­te­rik schaf­fen, weil sie genauso scheiße ist wie jede andere. Du kannst keine Spi­ri­tua­li­tät schaf­fen, die bes­ser wäre als alle ande­ren.
    Jede Par­tei ist gleich scheiße, jede Reli­gion ist gleich zukunfts­un­fä­hig, jede Eso­te­rik ist abzu­leh­nen. Ich benutze Eso­te­rik, aber ich iden­ti­fi­ziere mich nicht damit. Ich iden­ti­fi­ziere mich nicht mit Wag­ner, ich iden­ti­fi­ziere mich nicht mit Bay­reuth, ich iden­ti­fi­ziere mich mit gar nichts.
    Ent-iden­ti­fi­ziert euch! Seid nicht mehr! Seid eine Num­mer! Seid end­lich eine Num­mer!
    Das ist geil. Seid kein Name! Seid kein Indi­vi­duum! Seid kein Ich! Macht keine Nabel­be­schau, keine Pil­ger­reise, geht nie­mals ins Klos­ter, guckt euch nie­mals im Spie­gel an, guckt immer vor­bei!
    Macht nie­mals den Feh­ler, dass ihr auf den Trip geht, euch selbst spie­geln zu wol­len. Ihr seid es nicht. Es ist nicht die Wich­tig­tue­rei, die die Kunst aus­macht, son­dern der Dienst an der Kunst. Die Kunst ist völ­lig frei. Meine Arbeit, die ist mir zuzu­schrei­ben, aber nicht die Kunst. Die spielt sich an mir ab. 
  • Eine Bemer­kung zur Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung by Fach­di­dak­tik Deutsch
    »Fak­ten­wis­sen« kommt nicht zuerst, wenn Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung ernst genom­men wird – Kön­nen kommt zuerst. Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung bedeu­tet, die Ler­nen­den zu fra­gen, ob sie etwas kön­nen und wie sie zei­gen kön­nen, dass sie es kön­nen. Weil ich als Leh­ren­der nicht mehr zwin­gend sagen kann, auf wel­chem Weg die­ses Kön­nen zu errei­chen ist. Dass die­ses Kön­nen mit Wis­sen und Moti­va­tion gekop­pelt ist, steht in jeder Kom­pe­tenz­de­fi­ni­tion. Wer sich damit aus­ein­an­der­setzt, weiß das. Tut das eine Lehr­kraft nicht, ist das zunächst ein­fach ein­mal ein Zei­chen dafür, dass sie sich nicht mit Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung beschäf­tigt hat. Fehlt diese Bereit­schaft, müs­sen zuerst die Vor­aus­set­zun­gen dafür geschaf­fen wer­den.
  • Essay zum UN-Welt­kul­tur­erbe: Mord mit bes­ten Absich­ten – taz​.de
    Und immer noch drän­geln die Städte, die Dör­fer, die Regio­nen, dass sie ja als Erste ein­bal­sa­miert wer­den. Wie die Län­der, die sich um Olym­pi­sche Spiele bewer­ben, ohne sich klar­zu­ma­chen, dass sie damit ihren Unter­gang her­auf­be­schwö­ren wie Grie­chen­land mit Athen.
  • Wie man nicht für die Vor­rats­da­ten­spei­che­rung argu­men­tiert | saschalobo​.com – sascha lobo seziert den tweet von rein­hold gall. wie (fast) immer exzel­lent. schade (und mir unver­ständ­lich), dass sol­che texte in den gro­ßen, publi­kums­wirk­sa­men medien kei­nen platz fin­den – warum steht das nicht im print-spie­gel, der gedruck­ten faz oder süd­deut­schen?
  • Sex (und gen­der) bei der Fifa | Männ­lich-weib­lich-zwi­schen – ein schö­ner text zum pro­blem der bestim­mung des geschlechts, des bio­lo­gi­schen, wie es die fifa ver­sucht – näm­lich über den tes­to­ste­ron-spie­gel. mit dem (inzwi­schen erwart­ba­ren) resul­tat: so kann man das jeden­falls nicht machen.

    an darf also ver­mu­ten und hof­fen, dass auch diese Defi­ni­tion von sex zu sport­li­chen Zwe­cken dem­nächst, wie bis­her alle ande­ren Defi­ni­tio­nen auch, als unbrauch­bar und absurd erwei­sen – aber wohl, eben­falls wie immer, erst zu spät.

Ins Netz gegangen (19.5.)

Ins Netz gegan­gen am 19.5.:

  • Euro­krise: “Es gibt keine ein­deu­ti­gen Geg­ner” | ZEIT ONLINE – joseph vogl im gespräch mit der „zeit“:
    Einer­seits hat es ein gewal­ti­ges Umver­tei­lungs­pro­gramm gege­ben, bei dem pri­vate Schuld­ner – also vor allem die hoch ver­schul­de­ten Groß­ban­ken – mit­hilfe öffent­li­cher Gel­der saniert wur­den. Ande­rer­seits hat man mit der Restau­ra­tion des Finanz­sys­tems auch das alte Schla­mas­sel der Zeit vor 2008 wie­der her­bei­fi­nan­ziert: Es herr­schen heute wie­der die glei­chen Risi­ko­la­gen, die glei­che Insta­bi­li­tät an den Finanz­märk­ten. Para­do­xer­weise ent­steht diese neue Unsi­cher­heit eben genau durch die Maß­nah­men, also das Aus­schüt­ten von viel Geld, mit denen die Krise bekämpft wer­den sollte. Was sich in die­ser Zeit hin­ge­gen tat­säch­lich ver­än­dert hat, ist die Art und Weise, wie wir regiert wer­den. […] Wir erle­ben also gerade ein finanz­po­li­ti­sches Dou­ble­bind: Einer­seits gibt die herr­schende Dog­ma­tik vor, dass das Wirt­schafts­wachs­tum nur mit Inves­ti­tio­nen und neuem bil­li­gem Geld zu errei­chen ist. Ande­rer­seits erhöht das glei­che bil­lige Geld die Risi­ko­an­fäl­lig­keit auf den Märk­ten. Die­ses Dilemma kenn­zeich­net also an einem Punkt ihre Macht und gleich­zei­tig ihre struk­tu­relle Ohn­macht.

    – er sagt noch eini­ges mehr, was das inter­view sehr lesens­wert macht. und sehr bezeich­nend ist, dass sol­che eigent­lich emi­nent öko­no­mi­schen (und poli­ti­schen) beob­ach­tun­gen gerade ein kul­tur­wis­sen­schaft­ler machen muss – die „fach­leute“ schei­nen da (zumin­dest in der deut­schen öffent­lich­keit) keine posi­tion und/​oder stimme zu fin­den …

  • Wolf­gang Ull­rich: „Urhe­ber­rechte für die sozia­len Netz­werke gänz­lich sus­pen­die­ren“ – iRights​.info – der kunst­his­to­ri­ker wolf­gang ull­rich im inter­view mit irights über kunst, inter­net, jus­tiz, das urhe­ber­recht – und tech­no­vi­king
    Das Urhe­ber­recht denkt auch in den sozia­len Netz­wer­ken viel zu sehr vom klas­si­schen Werk­be­griff her und nicht vom Ort, an dem etwas statt­fin­det. Und da sehe ich die Par­al­le­len zur Pro­ble­ma­tik in der Kunst. Wer etwas in die Social Media plat­ziert, gibt es frei – und die Welt kann damit machen, was sie will. Aber in den meis­ten Fäl­len macht die Welt gar nichts damit. Ab und zu pas­siert dann doch etwas, es ent­steht gar ein Mem.[…] Mei­ner Mei­nung nach hinkt bei etli­chen Urtei­len die Recht­spre­chung der Kunst­pra­xis um zwei bis drei Jahr­zehnte hin­ter­her. Und das ist auch beim Tech­no­vi­king der Fall.
  • Wehr­macht: Die ver­ges­se­nen Sol­da­tin­nen | ZEIT ONLINE – die his­to­ri­ke­rin karen hage­mann erin­nert an die rolle der frauen im zwei­ten welt­krieg
    Nicht nur in der popu­lä­ren Erin­ne­rung wurde das Aus­maß der mili­tä­ri­schen Kriegs­un­ter­stüt­zung von Frauen lange ver­ges­sen, selbst in der umfang­rei­chen Geschichts­schrei­bung zum Zwei­ten Welt­krieg wer­den Frauen zumeist nur als Arbei­te­rin­nen in der Kriegs­in­dus­trie oder Kran­ken­schwes­tern por­trä­tiert. Dies ist um so bemer­kens­wer­ter, als wir heute auf fast drei­ßig Jahre For­schung zum Thema Geschlecht, Mili­tär und Krieg zurück­bli­cken kön­nen und die Ära der Welt­kriege zu den am bes­ten erforsch­ten Peri­oden über­haupt gehört. Die­ser Befund gilt nicht nur für die deut­sche, son­dern ähn­lich auch für die inter­na­tio­nale Geschichts­wis­sen­schaft. Wie ist die Ver­drän­gung zu erklä­ren? Warum fällt es vie­len offen­bar noch heute so schwer, sich Frauen als Sol­da­tin­nen vor­zu­stel­len?
    Ein Grund hier­für dürfte die Bedeu­tung sein, die dem Recht, im Dienste des Staa­tes oder einer ande­ren höhe­ren Macht Waf­fen tra­gen und töten zu dür­fen – oder im Kriegs­fall zu müs­sen – für die Mar­kie­rung der Geschlech­ter­dif­fe­ren­zen zukommt. Seit der Antike ist die­ses Recht männ­lich kon­no­tiert. Die kom­ple­men­täre Rolle der Frauen bestand bis ins frühe 20. Jahr­hun­dert hin­ein vor allem darin, Män­ner zum Kampf zu moti­vie­ren, Ver­wun­dete zu pfle­gen und Gefal­lene zu betrau­ern. […]Teil der Demo­bi­li­sie­rung in der Nach­kriegs­zeit war in allen kriegs­be­tei­lig­ten Staa­ten eine Poli­tik, die die Vor­kriegs­ge­schlech­ter­ord­nung und damit die soziale Sta­bi­li­tät wie­der­her­stel­len sollte. Frauen wur­den aus den Armeen ent­las­sen und muss­ten ihre wäh­rend des Krie­ges ein­ge­nom­me­nen Arbeits­plätze in Indus­trie, Han­del und Ver­wal­tung für die heim­keh­ren­den Vete­ra­nen frei machen, die wie­der allei­nige Fami­lien­er­näh­rer wer­den soll­ten. Die 1950er Jah­ren mit ihrem Wirt­schafts­wun­der wur­den in West­deutsch­land und ande­ren Län­dern West­eu­ro­pas dank einer ent­spre­chen­den Fami­li­en­po­li­tik zum „gol­de­nen Zeit­al­ter“ des Modells der „Alleinverdiener-Hausfrau“-Familie.
  • Stra­di­va­ris Cello: Oh, Mara! | ZEIT ONLINE – caro­lin pirich über eines der berühm­tes­ten cel­los aus der stra­di­vari-werk­statt und sei­nen momen­tan­ten besit­zer, chris­tian pol­téra:
    Das Mara zu spie­len ist wie mit der Stimme eines ande­ren zu spre­chen“, sagt der neue Part­ner des Mara. „Das dau­ert ein, zwei Jahre, bis es nach mir klingt.“
  • Social Media: Das Netz bist du! | ZEIT ONLINE – kilian tro­tier por­trä­tiert den bri­ti­schen anthro­po­lo­gen daniel mil­ler (und seine for­schung), der welt­weit die nut­zung sozia­ler netz­werke erforscht und schon mal eines fest­ge­stellt hat: die regio­na­len nut­zungs­un­ter­schiede sind gewal­tig.
  • Eine Lanze für blog­gende Stu­die­rende: Patrick Bah­ners zur Causa Münk­ler-Watch | Redak­ti­ons­blog – patrick bah­ners legt dar, warum es nicht ganz so abstrus, unver­schämt und ohne vor­bild ist, als blog­gende stu­die­rende mit einem kri­ti­schen blog anonym blei­ben zu wol­len. und macht neben­bei eine inter­es­sante anmer­kung:
    Hei­kel für Münk­ler ist, dass einige der ihm zuge­schrie­be­nen Ein­las­sun­gen, die ihn in kei­nem guten Licht daste­hen las­sen, für Leute, die ihn ken­nen, einen nur allzu glaub­wür­di­gen Sound haben.
  • Nach­ruf auf Odo Mar­quard – Mit Witz zum Den­ken anre­gen – ein Nach­ruf auf den Phi­lo­so­phen Odo Mar­quard beim deutsch­land­ra­dio
  • Gewalt | Schma​len​s​troer​.net – michael schma­len­s­troer bringt auf den punkt, warum man bei der dar­stel­lung von gewalt­tä­ti­gen momen­ten der geschichte manch­mal sich einer sehr kras­sen spra­che (und/​oder bil­der) bedie­nen muss:
    Wenn Digi­tal­Past also bru­tal ist, dann beschwert euch bei euren Groß­el­tern. Weil die bru­tal waren.
  • Streik: Hurra, Deutsch­land liegt lahm | ZEIT ONLINE – sehr guter kom­men­tar zum strei­ken in deutschlnd, unter ande­rem mit die­sem schö­nen und lei­der so abso­lut zutref­fen­den satz: »Die SPD agiert momen­tan also unge­fähr so sozi­al­de­mo­kra­tisch wie Ayn Rand beim Rest­pos­ten­ver­kauf.«
  • The Opera Plat­form – schöne initia­tive:
    Die Opern­platt­form ist eine Part­ner­schaft zwi­schen Opera Europa, einem 155 Opern und Fest­spiele umfas­sen­den Netz­werk, dem Kul­tur­sen­der ARTE und 15 Opern­häu­sern aus ganz Europa. Sie wird vom Pro­gramm Krea­ti­ves Europa der Euro­päi­schen Kom­mis­sion unter­stützt und ist für alle Bei­träge offen, die Oper einem brei­te­ren Publi­kum zugäng­lich machen wol­len.
  • Bahn-Streik: Danke, Claus Weselsky! – Augstein-Kolumne – SPIE­GEL ONLINE – sehr rich­ti­ger kom­men­tar von jakob augstein zur rele­vanz des gdl-streiks & warum die deut­schen der gdl dan­ken soll­ten

Ins Netz gegangen (23.4.)

Ins Netz gegan­gen am 23.4.:

  • Bis­lang unver­öf­fent­lichte Wehr­machts­ak­ten jetzt online zugäng­lich – das dhi mos­kau und das zen­tral­ar­chiv des russ. ver­tei­di­gungs­mins­te­ri­ums haben bis­her unver­öf­fent­lichte wehr­machts­ak­ten digi­ta­li­siert und stel­len sie (in kürze) online zur ver­fü­gung
    Der Bestand der deut­schen Doku­mente im Zen­tral­ar­chiv des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums umfasst ca. 28.000 Akten und ist ins­ge­samt in 50 Find­bü­cher geglie­dert. Nach dem Abschluss der ers­ten Pro­jekt­phase wer­den am 29. April 2015 die für die For­schung beson­ders wich­ti­gen Unter­la­gen des Ober­kom­man­dos der Wehr­macht (271 Akten) und des Hee­res (988 Akten) sowie der Hee­res­gruppe Mitte (852 Akten) weit­ge­hend online zugäng­lich gemacht. Aus­ge­nom­men sind bis­lang groß­for­ma­tige Kar­ten, deren Digi­ta­li­sie­rung beson­ders auf­wän­dige Tech­no­lo­gien erfor­dert. In einer zwei­ten Pro­jekt­phase fol­gen in Kürze die Bestände der Hee­res­gruppe „Weich­sel“ (54 Akten), des Amts Ausland/​Abwehr im OKW (52 Akten), der Waf­fen-SS und Poli­zei (120 Akten) sowie Beut­e­do­ku­mente der Auf­klä­rungs­ver­wal­tung beim Gene­ral­stab der Roten Armee –GRU (332 Akten). 
  • Bun­des­nach­rich­ten­dienst: Neue NSA-Affäre erschüt­tert BNDSPIE­GEL ONLINE – Über­wa­chung: Neue Spio­na­ge­af­färe erschüt­tert BND (und mich auch …)
  • We Can’t Let John Deere Des­troy the Very Idea of Ownership | WIRED – wenn urhe­ber­schutz (und so etwas wie soft­ware-patente …) wild lau­fen, freuen sich kon­zerte – denn dann kommt so etwas her­aus:
    John Deere and Gene­ral Motors want to evis­ce­rate the notion of ownership. Sure, we pay for their vehi­cles. But we don’t own them. Not accord­ing to their cor­po­rate lawy­ers, any­way
  • 31 Theo­rie­an­sätze: Woran erkennt man ein Gedicht? – NZZ – der ver­le­ger jochen jung (von jung & jung) hat 31 „theo­rie­an­säatze“ (man könnte sie auch the­sen nen­nen) über das wesen von gedich­ten notiert:
    Gedichte strah­len in ihrer Herr­lich­keit, sie kön­nen blen­den (aber nicht blind machen). Bis­wei­len sind sie auch Blen­der.
  • Jour­na­lis­mus als Kata­stro­phe | Lesen was klü­ger macht – eine erklä­rende abrech­nung mit dem zustand des jour­na­lis­mus heute von georg seeß­len
    Einen Unter­schied zwi­schen „Qua­li­täts­jour­na­lis­mus“ und Bou­le­vard kann es dann nicht mehr geben, wenn alle Nach­rich­ten­me­dien einer­seits aus den glei­chen Inter­es­sen und den glei­chen Quel­len ent­ste­hen, und wenn sie ande­rer­seits alle an die glei­chen Kun­den (Anzei­gen auf der einen, Leute die Kau­fen, ein­schal­ten, kli­cken usw. auf der ande­ren) wol­len, wenn sie Down­gra­den von Niveau und Respekt als Über­le­bens­stra­te­gie recht­fer­ti­gen. Dabei wer­den die Tricks der Nach­rich­ten­er­zeu­gung aus mehr oder weni­ger nichts immer selbst­zer­stö­re­ri­scher.[…] Kann denen mal viel­leicht jemand sagen, dass die Unter­schei­dung zwi­schen gutem und schlech­tem Jour­na­lis­mus nicht darin lie­gen kann, dass man letzte Gren­zen der Nie­der­tracht über­schrei­tet oder nicht, son­dern darin, dass man seine Arbeit und sei­nen Auf­trag grund­sätz­lich anders ver­steht?
  • Auf Kante gepresst – Warum der Vinyl-Hype die Schall­platte kaputt­macht | Das Fil­ter – inter­es­sante ein­bli­cke in die schwie­rig­kei­ten, die es mit sich bringt, ein „ver­al­te­tes“ medium wie die schall­platte wei­ter zu pro­du­zie­ren – v.a. die pro­bleme, die feh­len­der neu­bau von pro­duk­ti­ons­ma­schi­nen und –werk­zeug ver­ur­sa­chen (von der frage nach mate­rial für zwi­schen­stu­fen ganz abge­se­hen) …

Ins Netz gegangen (24.2.)

Ins Netz gegan­gen am 24.2.:

  • Das MoMa New York erwirbt Alvin Luciers “I am sit­ting in a room” « Kul­tur­techno
  • Hoch­schwarz­wald: Ab ins gemachte Nest! | ZEIT ONLINE – die zeit macht ein biss­chen wer­bung für moder­ni­sierte (teure) feri­en­woh­nung im schwarz­wald, die mit schi­ckem design über­nach­tungs­gäste anlo­cken wol­len, dafür aber die wert­schöp­fung schön zen­tra­li­sie­ren und kon­zen­trie­ren (und eben nur noch einen bruch­teil bei den besit­zern vor ort las­sen)
    Im Hoch­schwarz­wald hat die Tou­ris­mus GmbH vor­han­dene Feri­en­woh­nun­gen moder­ni­siert. Ein Gewinn für alle Sei­ten?
  • If Our Sons Were Trea­ted Like Our Daugh­ters | Lori Day – sehr schö­nes gedan­ken­spiel …
    Come with me. Let’s open the door to a par­al­lel uni­verse. Here in this par­al­lel world, the rules are dif­fe­rent because gen­der roles are flip­ped. Loving par­ents and teachers accept this strange cul­ture as if it’s not so bad, or per­haps even good…. 
  • Edi­tion: Hit­lers “Mein Kampf” kommt 2016 rund 2000 Sei­ten dick – DIE WELT – sven felix kel­ler­hoff war bei der vor­stel­lung der kom­men­tier­ten aus­gabe von hit­lers „mein kampf“, die er sehr begrüßt:
    Das IfZ und sein Vize­chef Magnus Brecht­ken jeden­falls sind den rich­ti­gen Weg in einer offe­nen Gesell­schaft gegan­gen: Sie suchen gegen den offen­sicht­lich beschränk­ten Hori­zont von Beam­ten und (eini­gen) Poli­ti­kern in Mün­chen die Unter­stüt­zung der Öffent­lich­keit. Denn jede Fort­set­zung des absur­den Tan­zes um Hit­lers „Mein Kampf“ führt nur in die Irre.
  • Ver­bot für Brechts Stück „Baal“: In Gra­bes­ruhe – taz​.de – es ist ganz ein­fach mit dem brecht-thea­ter:
    Es zählt zur pos­tu­men Iro­nie von Brechts Leben, dass der große Zer­trüm­me­rer des Klas­si­ker­thea­ters schluss­end­lich selbst zum Klas­si­ker gewor­den ist. Pos­tum wer­den Brechts Ideen in Stein gemei­ßelt, wofür sie der Autor nie vor­ge­se­hen hatte.
  • Kie­ler Matro­sen­auf­stand 1918 : Berühm­tes Foto ent­puppt sich nach fast 100 Jah­ren als Irr­tum – quel­len­kri­tik bei foto­gra­fien ist eine schwie­rige und auf­wän­dige sache:
    Erstaun­li­cher Erkennt­nis im Bun­des­bild­ar­chiv: Das bekann­teste Foto, mit dem seit fast 100 Jah­ren der Kie­ler Matro­sen­auf­stand von 1918 illus­triert wurde, ist in Wahr­heit in Ber­lin ent­stan­den.

    hier war es die „ori­gi­nal­vor­lage“ (was auch immer das genau ist …), die durch ihre beschrif­tung eine kor­rek­tur erzwang

  • Alte Schrif­ten – wahn­sin­nig umfang­reich, auch mit eini­gen ttf-fonts für aus­ge­fal­le­nes wie die mero­win­gi­sche minus­kel …
    Auf die­sen Sei­ten fin­den Sie eine Samm­lung alter Schrift­zei­chen aller Völ­ker und Kul­tu­ren von Abur bis Zapo­te­kisch.

Ins Netz gegangen (10.3.)

Ins Netz gegan­gen am 10.3.:

  • Liebe Raub­ko­pie­rer bei der SPD, | taz Haus­blog – Sebas­tian Hei­ser mahnt SPD-Grup­pie­run­gen ab, weil sie eines sei­ner Fotos nicht lizenz­ge­mäß ver­wand­ten:

    Nor­ma­ler­weise stört es mich nicht, wenn andere Leute meine Texte oder Bil­der wei­ter­ver­brei­ten. Falls es mich doch mal stört, schreibe ich eine freund­li­che E-Mail oder greife zum Tele­fon (außer bei Kai Diek­mann). Aber in die­sem Fall dachte ich mir: Warum sol­len unter dem kaput­ten Urhe­ber­recht immer nur die Leute lei­den, die damit täg­lich arbei­ten müs­sen? Und nicht auch mal die, die dafür ver­ant­wor­lich sind?

  • Hubert Fichte – Der schwarze Engel – (Nach­trag zur Erin­ne­rung an sei­nen Todes­tag am 8. März)
  • Sybille Lewitschar­off: Sybille Bergs Gedan­ken zur Skan­dal­rede – SPIE­GEL ONLINE – Sybille Bergs heu­tige Kolumne könnte man Satz für Satz zitie­ren – sie hat ein­fach Recht …

    Unver­ständ­lich jedoch: Was bringt schein­bar gesunde, gut­si­tu­ierte Men­schen dazu, unver­dros­sen über Dinge zu reden, die sie nicht betref­fen, son­dern nur die Träg­heit ihres Geis­tes offen­ba­ren? Homo­pho­bie, Angst vor Rand­grup­pen und Ekel vor in Retor­ten gezeug­tem Leben sagen nur etwas über den Ver­stand der lal­len­den Kri­ti­ker aus. Sie sagen: Ich bin am Ende mit mei­ner Weis­heit. Ich will nicht den­ken, ich will mich nicht neu ori­en­tie­ren. Ich will keine Welt, in der alle Men­schen gleich sind.

  • Jus­tiz: Bitte ent­schul­di­gen Sie, Herr Eda­thy | ZEIT ONLINE – Tho­mas Fischer, Rich­ter am BGH, in der „Zeit“ über die Rolle der Staats­an­walt­schaft im Straf­recht, ihre Ent­wick­lung und ihren gegen­wär­ti­gen Zustand – natür­lich aus aktu­el­lem Anlass:

    Man wagt es kaum zu sagen: Viel­leicht sollte sich der Rechts­staat – jeden­falls vor­läu­fig, bis zum Beweis des Gegen­teils – bei dem Beschul­dig­ten Sebas­tian Eda­thy ein­fach ent­schul­di­gen. Er hat, nach allem, was wir wis­sen, nichts Ver­bo­te­nes getan. Viel­leicht soll­ten die­je­ni­gen, die ihn gar nicht schnell genug in die Hölle schi­cken wol­len, vor­erst ein­mal die eige­nen Wichs­vor­la­gen zur Begut­ach­tung an die Presse über­sen­den. Viel­leicht soll­ten Staats­an­walt­schaf­ten weni­ger auf­ge­regt sein und sich ihrer Pflich­ten ent­sin­nen. Viel­leicht soll­ten Par­tei­po­li­ti­ker ihren durch nichts gerecht­fer­tig­ten herr­schaft­li­chen Zugriff auf den Staat min­dern. Viel­leicht soll­ten auf­ge­klärte Bür­ger ernst­haft dar­über nach­den­ken, wo sie die Grenze zie­hen möch­ten zwi­schen Gut und Böse, zwi­schen dem Innen und Außen von Gedan­ken und Fan­ta­sien, zwi­schen lega­lem und ille­ga­lem Ver­hal­ten. Zwi­schen dem nack­ten Men­schen und einer „Poli­zey“, die alles von ihm weiß.

  • Ann Cot­ten im Inter­view: Die Abwei­chung beja­hen | Frank­fur­ter Rund­schau – Judith von Stern­burg spricht mit Ann Cot­ten

    Als ich ein­mal Orna­mente gezeich­net habe, fiel mir auf, dass in mei­ner Struk­tur offen­bar etwas ange­legt ist, das die Abwei­chung immer bejaht. Ich ver­su­che, den abso­lut schö­nen Kreis, die gerade Linie zu zeich­nen, aber meine Fin­ger sind bis in die Spit­zen dar­auf trai­niert, die Abwei­chung gut­zu­hei­ßen. […] Ich glaube, es wäre vor­ei­lig, sich damit zufrie­den zu geben, nicht per­fekt sein zu wol­len. Natür­lich kann ich nicht wie ein Com­pu­ter zeich­nen, aber die Bemü­hung darum macht etwas mit mir. Ich habe genug Chaos in mir, um froh zu sein, wenn ich mich um klare For­men bemühe. Ohne die Liebe zur uner­reich­ba­ren Per­fek­tion, zu Gott, wie immer Sie es nen­nen wol­len, wäre Kunst auch nur so ein Kacken. Wenn man sich damit zufrie­den gibt, das Fleisch­li­che, Feh­ler­hafte zu fei­ern.

Ins Netz gegangen (7.8.)

Ins Netz gegan­gen am 7.8.:

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