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	<title>„Nächstens mehr.“ &#187; soul</title>
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	<description>Literatur, Musik, Theater - die Welt meiner Kultur.</description>
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		<title>Mal wieder: Lyambiko</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Oct 2010 11:49:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Lyambiko hatte ich schon mal. Und war schon damals weder besonders begeistert noch besonders &#252;berrascht. So ziemlich das selbe ist jetzt wieder passiert — die Jahre vergehen, der Eindruck der eher langweiligen, absolut biederen, aber immerhin ordentlich gemachten Unterhaltungsmusik (die eigentlich in die Bar und nicht in den Konzertsaal geh&#246;rt, die ausschlie&#223;liche Konzentration auf sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://matthias-mader.de/musik/lyambiko-selbsthilfegruppe-fuer-angstfreies-musizieren/">Lyambiko</a> hatte ich schon mal. Und war schon damals weder besonders begeistert noch besonders überrascht. So ziemlich das selbe ist jetzt wieder passiert — die Jahre vergehen, der Eindruck der eher langweiligen, absolut biederen, aber immerhin ordentlich gemachten Unterhaltungsmusik (die eigentlich in die Bar und nicht in den Konzertsaal gehört, die ausschließliche Konzentration auf sie tut der Musik nicht gut) bleibt. Ganz so hart wollte ich für die Zeitung aber nicht sein, deshalb also etwas gemäßigt: </p>
<p>Die Bühne ist nur sparsam eingerichtet: Ein Flügel, ein Kontrabass und ein kleines unauffälliges Schagzeug. Und in der Mitte noch ein Mikrofon – das reicht. Das wenige genügt wirklich für einen kurzweiligen, angenehmen Abend im Frankfurter Hof. Da stört es auch nicht, dass <a href="http://www.lyambiko.com">Lyambiko</a>, die hier mit ihrer alten Band die Bühne bevölkert, selbst nach zehn Jahren Konzerterfahrung sich immer noch bei spätestens jeder zweiten Ansage hoffnungslos verheddert und in internen Witzeleien ergeht.</p>
<p>Denn das ist schnell vergessen, wenn sie singt. Das kann sie unbestreitbar immer noch. Ihre Songs sind ihr Medium, auch wenn sie gar nicht von ihr selbst geschrieben worden sind. Und die sind immer von etwas Sentimentalität, von etwas Sehnsucht bestimmt: Ob Tracy Chapmans „Crossroads“, das furiose Arrangement von Nat Adderleys „Work Song“ oder in den zahlreichen Kompositionen der Bandmitglieder: Stets klingt der Verlust mit, stets schwingt etwas Wehmut und auch ein bisschen Nostalgie mit. Dabei kramt sie aber nicht nur im Vergangenen: Ob mehr Swing, mehr Soul oder (fast) purer Pop, ihre Songs sind vor allem pure Vergegenwärtigung, ihre Stimme ist reine Jetzt-Zeit.</p>
<p>Die Lyambiko-Band ist übrigens wirklich alt. Nicht nur, weil die drei Herren ein paar Jahre Erfahrung mehr haben als Lyambiko. Sondern auch, weil sie schon lange immer wieder mit ihr zusammen spielen. Und das hört man. Nicht als langweilige Routine, sondern als Verlässlichkeit und Vertrauen: Sie kennen sich genau, wissen um ihre Reaktionen und bereiten so den Boden für ihre Sängerin. Die darf sich ganz entspannt auf Text und Melodie konzentrieren. Vor allem der Pianist Marque Löwenthal, der die Sängerin schon lange auf ihrem Weg begleitet, lässt immer wieder aufhorchen: Mit dicht gesetzten Akkorden und intensiven Soli-Ausflügen scheint er das Geschehen zu kontrollieren. Aber das ist wohl ein Irrtum, der durch seine starke Präsenz befördert wird: Die Musiker sind nämlich eigentlich sehr gleichberechtigt. So ist Robin Draganic am Bass keineswegs weniger virtuos, während Heinrich Köbberlings seine Drums gekonnt scheuert und wischt – das alles zusammen, mit dem auffallend genauen Timing aller Beteiligten, gibt einen sehr dichten, kompakten Sound für ein klassisches Klaviertrio. Und über allem hängt Lyambikos Stimme, die mit ihrer persönlichen Note, ihrer Subjektivität dieses hoffnungslose Stilgemisch eint und zusammenhält – und gewissermaßen krönt. </p>
<p>(geschrieben für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.mainzer-rhein-zeitung.de" title="Mainzer Rhein-Zeitung" target="_blank">mainzer rhein-zeitung</a></span>.)<img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/0669f63c752b4c2cb79f9f5ccde0b253" width="1" height="1" alt=""><br />
</img></p>

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		<title>jazz oder was? die dritten jazztage des mainzer klangraums</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 20:40:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[zumindest der erste tag, beim zweiten abend konnte ich leider nicht dabei sein. aber die erste h&#228;lfte war schon ziemlich an– &#38; aufregend — genau wie es das lineup verhie&#223;: triband, frau contra bass, daniel stelter band etc. hier meine betrachtungen f&#252;r die mainzer rhein-zeitung: Zwei Duos und zwei Quartette: Schon der Auftakt der dritten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>zumindest der erste tag, beim zweiten abend konnte ich leider nicht dabei sein. aber die erste hälfte war schon ziemlich an– &amp; aufregend — genau wie es das lineup verhieß: triband, frau contra bass, daniel stelter band etc.</p>
<p>hier meine betrachtungen für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.mainzer-rhein-zeitung.de" title="Mainzer Rhein-Zeitung" target="_blank">mainzer rhein-zeitung</a></span>:<br />
Zwei Duos und zwei Quartette: Schon der Auftakt der dritten Klangraum-Jazztage Mainz bot ein reichhaltiges Programm: Mit Blue Snow, FrauContraBass, Triband und der Daniel-Stelter-Band war das Programm nicht nur gut vollgepackt, sondern auch sehr unterschiedlich bestückt. Und einige Bekannte waren ja auch dabei, zusammen mit den neuen Gesichtern beim ausverkauften ersten Tag in der Showbühne. Die Veranstalter vom Klangraum-Studio freut der wachsende Zuspruch, die am am Eingang vergeblich noch um Einlass bittenden vermutlich weniger. Ddenn sie verpassten wirklich einiges. Nach dem leisen, feinsinnig-versponnen Auftakt von Blue Snow, dem schweizerischen Percussionisten-Duo, das mit Marimbaphon, Vibraphon und auch auf dem umfunktionierten Ikea-Tisch Rhythmen aller möglichen Herkünfte ganz ohne schweizer Gemütlichkeit mischte, war es aber mit der Ruhe und Gelassenheit ganz schnell vorbei.<br />
FrauContraBass, das andere Duo, erfreuten schon im letzten Jahr bei den Jazztagen. Auch jetzt hatten Sängerin Katharina Debus und Bassist Hanns Höhn wieder viel launige Musik dabei. Mit Stevie Wonder, Jamiroquai und vielen anderen widmen die beiden sich der Liebe – der körperlichen und der platonischen, der erfüllten und der versagten. Trotz der Reduktion des musikalischen Materials erzeugen sie großartige Effekte: Höhn schrammelt, zupft, klopft und reibt an allen Ecken und Enden seines Kontrabasses, Debus lässt ihre kräftige, volle Stimme röhren, scatten und schmeicheln.<br />
Auch die Daniel-Stelter-Band, die zum Schluss, gegen Mitternacht, als das Publikum schon anfing zu schwächeln, der Showbühne einheizte, war im letzten Jahr schon zu Gast. Und immer noch scheinen die vier Männer über unerschöpfliche Energiereservoirs zu verfügen. Die Rhythmusgruppe ist zwar personalidentisch mit der von Triband. Aber mit Ulf Kleiner an den Fender-Rhodes und Daniel Stelters sowie seiner E-Gitarre wird das ganz anders: Die druckvollen, knackig dröhnenden Grooves werden mit dem Mut und der Kraft zu ganz schlichten, betörenden Melodien großer Prägnanz konfrontiert und ergänzt. Egal, ob als Hommage an einen HipHopper oder in der traurigen Geschichte eines untergehenden Papierbötchens: Alles überflüssige wird gnadenlos entsorgt, auf der Suche nach dem Optimum ihrer Musik ist das Quartett schon ziemlich nah am Ziel.<br />
Damit knüpfen sie nicht nur personell an Triband an. Auch die machen nicht gerne viele unnötige Worte und Töne. Aber sie sind exaltierter, experimentierfreudiger. Ihre Mischung aus Pop, Jazz, Funk und einem reichlichen Schuss Soul ist dabei aber auch wunderbar ausgefeilt. Und live noch besser als im Studio: Noch präziser in den Stimmungen, noch genauer und auch noch konzentrierter, noch – was man kaum glauben mag – ein bisschen mehr entschlackt und zugleich gnadenlos fokussiert. Diese Strenge, gepaart mit der unbändigen Freude – die Musiker scheinen oft noch mehr Spaß zu haben als das auch schon begeisterte Publikum – das ist so zwingend, so unbarmherzig richtig – und so wunderbar gut.<br />
Und es ist eine herrliche Ergänzung für die Jazztage und passt genau in deren Profil. Nach dem ersten Abend war ja noch nicht Schluss: Am Samstag ging es genauso bunt und umfangreich weiter – diesmal mit der Phoenix-Foundation und Lars Reichow, mit dem akustischen Jazz von Spaniol 4, dem elektronisch abgeschmeckten Klängen von „2 fishes in the big big sea“ und den hauseigenen Vibes.</p>

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