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Fanboy

Allein für die­sen Kom­men­tar muss man Rai­nald Goetz doch lie­ben! – Der Umblät­te­rer hatte zum 30jährigen Jubi­läum der „Feuille­ton­ma­nie” von Rai­nald Goetz, die — zumin­dest in der für den Leser sicht­ba­ren Form — mit einer Repor­tage (?) über Feuille­to­nis­ten im Trans­at­lan­tik von August 1981 begon­nen hat, eine kleine (lob­prei­sende) Wür­di­gung die­ses „Unter­neh­mens” (das ja eher […]

Das Interessante …

.. am ästhe­ti­schen Urteil ist nicht das Resul­tat, son­dern die geis­ti­gen Ener­gien, die frei wer­den beim Ver­such, es zu begrün­den. Es geht nicht darum, recht zu haben. Der Streit im Ästhe­ti­schen ist eine Kon­kur­renz um Tiefe und Trif­tig­keit der geis­ti­gen Aneig­nung.” (Rai­nald Goetz, Klage, 146)

… das Denken.

Es ist unüb­lich im Kunst­kon­text, die Leute haben Angst davor, zurecht. Den­ken ist destruk­tiv, es hemmt, es lähmt, es macht die Dinge kom­pli­ziert und aus­weg­los, es wider­spricht der Kunst, die blind, glück­lich und naiv her­vor­spru­deln möchte, fun­da­men­tal.” (Rai­nald Goetz, Klage, 136)

Im Geist der Schrift …

… auf­zu­ge­hen und als Kör­per aus der Real­welt zu ver­schwin­den: solange das eine Sehn­sucht ist, kann es den kunst­ad­äqua­ten Fun­da­men­ta­lis­mus der Schö­fung mit pro­duk­ti­ven, hys­te­risch abs­trak­ten Ener­gien ver­sor­gen und vita­sie­ren.” (Rai­nald Goetz, Klage, 178)

Aber man kommt …

… an den inne­ren Herz­kern des Erle­bens der Vor­fah­ren nicht wirk­lich heran, und das liegt nicht an Defi­zi­ten der his­to­ri­schen Wis­sen­schaft, son­dern an der maß­lo­sen Radi­ka­li­tät des Ver­schwun­den­seins von Ver­gan­gen­heit.” (Rai­nald Goetz, Klage, 34)