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	<title>„Nächstens mehr.“ &#187; neue musik</title>
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	<description>Literatur, Musik, Theater - die Welt meiner Kultur.</description>
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		<title>Neu und alt, friedlich vereint — im Gedenken</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jul 2011 19:04:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war wie bei der Uraufführung: Das Publikum war von Béla Bartóks „Musik für Saiteninstrumente, Schlagwerk und Celesta“ so begeistert, dass das Orchester den letzten Satz wiederholen musste. Damals, vor fast 75 Jahren in Basel genau so wie jetzt im Kurfürstlichen Schloss. Das Orchester der Mainzer Musikhochschule unter Wolfram Koloseus war schuld an dieser Parallelität. Denn beim Abschluss der diesjährigen „MainzMusik“-Konzertreihe bot es ein spannendes und überraschendes Programm, bei dem der Schlussapplaus vollkommen gerechtfertigt war.</p>
<p>Der Beginn des Konzertes war aber etwas aktueller, mit der Streichermusik „Der Opfer Hiroshimas gedenkend“. <a href="http://www.uwelohrmann.de" title="u. lorhmann" target="_blank">Uwe Lohrmann</a> — geboren im Jahr der Uraufführung der Bartók-Musik – schrieb dieses Stück für doppeltes Streichorchester und Solovioline zur Erinnerung an und aus Anlass des 60. Jahrestages des ersten Atombombeneinsatz. Dichte, komplexe Akkorde der vielen Streicherstimmen sind das, die das schreckliche Geschehen sehr bildhaft einfangen. Vor allem aber ist es eine Musik der Trauer, des Schmerzes und des Verlustes – und darin ganz unmittelbar. Genau darauf legt es auch Koloseus, der 2005 schon die Uraufführung dirigierte, an. Und auch Benjamin Bergmann als Solist, der aber als solcher gar nicht sehr heraussticht, sondern sich eng in das Orchestergeschehen integriert, folgt ihm eng. Zusammen widmen sie sich Lohrmanns Musik sehr effektiv und kontrolliert: Sie machen bewegende, emotionale Musik, ohne sich in Sentimentalitäten zu verlieren.<br />
Der Trauermusik folgt dann ein unerwarteter Abstecher in die Wiener Klassik: Mozarts große g-Moll-Sinfonie. Und es funktionierte. Denn Mozarts vorletzte Sinfonie erweist sich im Schloss als wunderbare Ergänzung, wie ein Kommentar aus der Vergangenheit. In gewisser Weise ist das ein bisschen wie ein Rückkehr in die Normalität, die aber auch nie eine heile Welt war – denn Koloseus führt auch die Abgründe und Brüche dieser Musik vor, ohne sich darin zu verlieren. Geschmeidig und für ein Studentenorchester sehr klangkultiviert navigiert er sicher durch Mozarts Spätwerk.</p>
<p>Wie überhaupt vieles klappte an diesem Abend. Selbst die kleinen Ungenauigkeiten, die sich in Bartóks „Musik für Saiteninstrumente, Schlagwerk und Celesta“ hin und wieder einschlichen, gehören dazu: Denn Koloseus wirft sich und das Hochschulorchester betont ungestüm in die kultivierte Wildheit Bartóks, ihre ewig drängenden Unruhe und rastlosen Bewegung, die nur kurze Momente des Innehaltens, der idyllischen Inseln der Harmonie im Meer der Unrast erlaubt. Und das ist so mitreißend, dass selbst der Dirigent aufpassen muss, auf der Bühne nicht einfach loszutanzen.</p>
<p>(geschrieben für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.mainzer-rhein-zeitung.de" title="Mainzer Rhein-Zeitung" target="_blank">mainzer rhein-zeitung</a></span>.)</p>

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		<title>Trommeln, Glocken und anderes Gekl&#246;ppel</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 07:07:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Grandios: Die Er&#246;ffnung des diej&#228;hrigen MainzMusik-Festivals der Mainzer Musikhochschule. Ein Fest f&#252;r entdeckende Ohren, f&#252;r offene K&#246;pfe und Sinne. Aus der angek&#252;ndigten Er&#246;ffnung mit dem Paukenschlag wurde dann doch nichts. Das Radyan-Ensemble hatte f&#252;r das Er&#246;ffnungskonzert der diesj&#228;hrigen Ausgabe von MainzMusik n&#228;mlich &#252;berhaupt keine Pauke mitgebracht. Daf&#252;r waren auf der B&#252;hne im Roten Saal der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Grandios: Die Eröffnung des diejährigen MainzMusik-Festivals der Mainzer Musikhochschule. Ein Fest für entdeckende Ohren, für offene Köpfe und Sinne.</p>
<p><a href="http://matthias-mader.de/wp-content/uploads/picplz_20110702_00002851522_original.jpg"><img class="size-medium wp-image-4628 alignright" title="MainzMusik" src="http://matthias-mader.de/wp-content/uploads/picplz_20110702_00002851522_original-200x300.jpg" alt="Banner am Geb&auml;uder der Musikhochschule" width="200" height="300" /></a></p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } 		A:link { so-language: zxx } -->Aus der angekündigten Eröffnung mit dem Paukenschlag wurde dann doch nichts. Das Radyan-Ensemble hatte für das Eröffnungskonzert der diesjährigen Ausgabe von MainzMusik nämlich überhaupt keine Pauke mitgebracht. Dafür waren auf der Bühne im Roten Saal der Musikhochschule aber jede Menge andere mehr oder wenige ungewöhnliche Schlaginstrumente. Und ja, ein paar Trommeln waren auch dabei. Aber die spielten gar keine so große Rolle.</p>
<p>Schon beim Auftakt, einem Teil von Guo Wenjings „Drama“, kam das Percussion-Quartett ganz ohne Trommel aus: Nur mit drei Paaren des chinesischen Beckens, wie es eigentlich ausschließlich in der Volksoper Chinas verwendet wird, arbeiteten die Musiker. Das reichte aber, um eine faszinierende Vielfalt des dramatischen Ausdrucks, des genau strukturierten Auf und Ab herzustellen. Das schepperte durchaus mal kräftig, dröhnte dumpf in den Ohren oder klirrte flirrend durch den Saal.</p>
<p>Ein vielversprechender Beginn. Und das Radyan-Ensemble löste das Versprechen den Rest des Abend ein: Ein genau geplanter Ablauf, der nichts dem Zufall überlässt, und nahtlose Übergänge machen aus der Reihung verschiedenster Kompositionen machen ihren Auftritt zu einem Ereignis, einer wunderbaren Entdeckungsreise in die Welt der komplexen Rhythmen.</p>
<p>Sicher tauchen da auch Skurilitäten auf: Ob Vito Zurajs „Top Spin“, das hier uraufgeführt wurde, wirklich dadurch gewinnt, dass die drei Spieler am runden Tisch mit den ausgelegten Instrumenten immer mal wieder ihre Plätze wechseln und die Stimme des anderen fortsetzen? Beim ersten Hören zumindest nicht. Es scheint, so der Klangeindruck, jedenfalls eine irrsinnig komplizierte Partitur zu sein. Immer mal wieder schält sich aber aus dem vermeintlichen Chaos so etwas wie Ordnung heraus – aber vielleicht istauch das nur eine Täuschung, eine Illusion des Zuhörers.</p>
<p>Doch genau darum geht es hier ja: Neue Klänge entdecken, neue Kombinationen erspüren, die Offenheit des Hörens zu erfahren. Das können etwa die Uchiwa Taikos sein, chinesische Trommeln ohne Zarge, die fast nur aus dem Schlagfell bestehen. Jarrod Cagwin, der auch selbst mitspielt, hat für diese Instrument mit „Muttekopf“ eine Art Naturschilderung geschrieben – zumindest hat er sich bei der Kompositon von der Bergwelt um den Muttekopf inspirieren lassen. Mit minimalen Tonhöhenverschiebungen, erzeugt durch wandernde Schlagpunkte auf den fächerartigen Trommeln, und mit überlagernden Rhythmen erzeugt er faszinierende Muster, aus denen man dann wirklich den Wasserfall, den hinabstürzenden Stein oder den schnellen Abstieg ins Tal herauzuhören meint.</p>
<p>Und solche Faszinationen gibt es immer wieder eine Menge an diesem Abend – etwa Salvatore Sciarrinos kleines Glockenstück „Appendice alla perfezione“ oder das große „Psappha“ von Iannis Xenakis. Genau solche Entdeckungen sind ja das Ziel von MainzMusik – und deshalb war das Radyan-Ensemble ein wunderbarer Griff für das Eröffnungskonzert.</p>
<p>(geschrieben für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.mainzer-rhein-zeitung.de" title="Mainzer Rhein-Zeitung" target="_blank">mainzer rhein-zeitung</a></span>.)</p>

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		<title>j&#246;rg widmann, neue musik &amp; kritik</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 19:54:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[das ist mal eine abrechnung: unter dem titel „halbbildung, schw&#228;rmerei, leere” steht sie im bad blog of musick der neuen musikzeitung. da geht es zun&#228;chst um widmann, seine (inzwischen) leere, belanglose, aus versatzst&#252;cken geschusterte musik (ich konnte den hype um ihn noch nie so recht verstehen — einfach, weil seine musik mich nur selten ber&#252;hrte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>das ist mal eine abrechnung: unter dem titel „<a title="halbbildung etc." href="http://blogs.nmz.de/badblog/2010/02/08/halbbildung-schwaermerei-leere/" target="_blank">halbbildung, schwärmerei, leere</a>” steht sie im <a title="bad blog of musick" href="http://blogs.nmz.de/badblog/" target="_blank"><em>bad blog of musick</em></a> der <a title="nmz" href="http://www.nmz.de/" target="_blank">neuen musikzeitung</a>. da geht es zunächst um widmann, seine (inzwischen) leere, belanglose, aus versatzstücken geschusterte musik (ich konnte den hype um ihn noch nie so recht verstehen — einfach, weil seine musik mich nur selten berührte oder faszinierte. vielleicht war das ja intuitiv richtig …). dann aber auch um die verstrickungen im musikbetrieb, um die vergabe von preisen etc., um festivals und dergleichen — anhand von widmann und wolfgang rihm. und dann auch noch um die nicht (mehr) vorhandene musikkritik. und sogar die musikwissenschaft enttäuscht <a title="arno l&uuml;cker zuhause" href="http://www.arnoluecker.de/" target="_blank">arno lücker<strong></strong></a> (der auch mal selbst komponiert) mit inhaltsleere und ungenauigkeit bei der untersuchung widmannscher musik. er versucht sich stattdessen selbst an einer analyse. da kommt weniger gutes bei raus:</p>
<blockquote><p>Widmann kommt es nicht auf Struktur, auf Form, auf Reflexion, auf Tiefe, sondern auf Wirkung, Ausdruck, Effekt, Gefühligkeit und auf den „spannenden“ Moment im Konzert an, mit dem er das – wie er: naive – Publikum beeindrucken kann</p></blockquote>
<p>und kurz darauf, am ende der fünften these, kommen noch so ein paar schöne, treffende sätze:</p>
<blockquote><p>Widmanns kompositorische Ästhetik ist unreflektiert, juvenil, affirmativ bis zur Anbiederung, scheinauthentisch und ohne Utopie. Widmann sehnt sich ins 19. Jahrhundert zurück. Zurück zu den Schwärmern, zurück zum Biedermeier. Seine Ästhetik ist veraltet, aber genau das ist es, was seinen Erfolg ausmacht, was ihn – aus der Gruppe jüngerer Neue-Musik-Komponisten – zum Publikumsliebling der Philharmonieabonnenten Deutschlands werden ließ.</p></blockquote>
<p>hach, das sitzt. und gefällt mir … auch das: „Was hier in Wahrheit vermittelt wird, ist schlechte, primitiv-monumentale Naivästhetik mit unaufgeklärtem, geschichtlich blindem Spaßfaktor.”</p>
<p>und sehr schön auch noch der nachtrag, daraus muss ich noch einmal zitieren:</p>
<blockquote><p>… der Autor des Textes schätzt Jörg Widmann, als jemanden, der – würde er nicht von der ihn umarmenden Öffentlichkeit zeitlich und dadurch auch künstlerisch überfordert werden – durchaus das Potential hätte, gute Musik zu komponieren. Vielmehr weiß er von einigen Komponisten, deren Persönlichkeiten nicht derart stromlinienförmig justiert wurden, dass sie sich an alles und jeden anzupassen gewillt sind, dabei aber künstlerisch unsagbar Wert– und Spannungsvolles zu sagen, zu komponieren haben. Diesen Komponisten wird zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.</p></blockquote>

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		<title>die ewige suche nach dem reinen klang</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 21:21:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Franz Schreker komponierte eine gro&#223;e Oper ihrer Suche, Magnus Lindberg behauptet sie in seinem Violinkonzert einfach und ignoriert tapfer alle Zweifel, aber Robert Schumann scheint sie in der dritten Sinfonie tats&#228;chlich gefunden zu haben: Die Geborgenheit der musikalischen Heimat, das Reich des fernen, ertr&#228;umten und immer wieder beschworenen reinen Klangs. Genau darum ging es n&#228;mlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Franz Schreker komponierte eine große Oper ihrer Suche, Magnus Lindberg behauptet sie in seinem Violinkonzert einfach und ignoriert tapfer alle Zweifel, aber Robert Schumann scheint sie in der dritten Sinfonie tatsächlich gefunden zu haben: Die Geborgenheit der musikalischen Heimat, das Reich des fernen, erträumten und immer wieder beschworenen reinen Klangs. Genau darum ging es nämlich im dritten Sinfoniekonzert des Staatstheaters. Und Catherine Rückwardt gelang es mit diesem umfassenden Programm, spannende Verbindungen zwischen Romantik, Spätromantik und zweiter Moderne zu ziehen. Ihren Höhepunkt fand diese Umschau aber schon im frühesten Werk, Schumanns „Rheinischer“ Sinfonie am Ende des Konzertes. Rückwardt machte diesen gewaltigen Geniestreich, in gerade einmal drei Wochen komponiert, zu einem runden, geschmeidigen Hörerlebnis. Alle Antworten schienen hier schon gefunden, in dieser Verknüpfung aus volkstümlicher Einfachheit, formaler Strenge und genialer Eingebung. Und das Philharmonische Staatsorchester sorgte mit sämig-weichem Klang für die akustische Verwirklichun dieser Fantasie einer heilen Welt, die selbst durch die dunklen Schatten im zweiten und dritten Satz nicht dauerhaft eingetrübt werden kann: Gegen diese konzentrierte Harmonie, die farbige Ausgestaltung der paradiesischen Zustände auf Erden (wunderbar schon die Hörner!), dieses gelöste und frei sprudelnde Musizieren hat keine rauhe Wirklichkeit auch nur den Hauch einer Chance.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Magnus Lindbergs Violinkonzert kann sich, 2006 komponiert, der Welt und ihren Ambiguitäten nicht so vollkommen verschließen. Und doch finden sich auch hier mehr als genug Augenblicke, denen genau das gelingt. Freilich, mehr als momentane Erlösung kann es hier aber nicht mehr geben. Da kann sich der junge Solist Jack Liebeck noch so brillant in die höchsten Lagen aufschwingen, da hilft auch der energischste Strich und seine größtmögliche Klarheit nicht mehr. Im Gegenteil, so wird nur noch deutlicher, dass auch in der Musik der Weg zurück ins Paradies der puren Harmonie auf immer verschlossen bleiben muss.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Genau das erfuhr ja auch schon Fritz, die komponierende Hauptfigur aus Franz Schrekers Oper „Der ferne Klang“. „Nachtstück“ ist dort das Zwischenspiel des dritten Aktes übertitelt, das im Staatstheater das Programm wunderbar ergänzte. Vor allem, weil Rückwardt es so schön fragil und offen erklingen ließ, weil das Orchester mit feinen silbrigen Klangspitzen so klar und kontrolliert blieb, dass man meinte, jede Gefühlsregung und jeden Gedankengang des Protagonisten zu hören. Doch das bleibt eine Illusion, genau wie der ewig „ferne“ Klang. Aber eine wunderschöne.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">(geschrieben für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.mainzer-rhein-zeitung.de" title="Mainzer Rhein-Zeitung" target="_blank">mainzer rhein-zeitung</a></span>)</p>

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		<title>spuren der hoffnung: rock in der (katholischen) kirche</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Nov 2009 13:08:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[An Material l&#228;sst es Markus Sch&#246;llhorn nicht mangeln. Der Partitur seiner Rockmesse mit dem sch&#246;nen Titel „Spuren der Hoffnung“, die er f&#252;r den Deutschen Katholikentag 1998 in Mainz geschrieben hat, ist eine ganze Liste an vorliegenden Ausgaben und Stimmen beigef&#252;gt. Und dann ermuntert der Komponist auch noch zum Experimentieren. Dabei bietet die Messvertonung, deren deutsche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">An Material lässt es Markus Schöllhorn nicht mangeln. Der Partitur seiner Rockmesse mit dem schönen Titel „Spuren der Hoffnung“, die er für den Deutschen Katholikentag 1998 in Mainz geschrieben hat, ist eine ganze Liste an vorliegenden Ausgaben und Stimmen beigefügt. Und dann ermuntert der Komponist auch noch zum Experimentieren.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Dabei bietet die Messvertonung, deren deutsche Texte von Martina Beckmann und Sibylle Brandl und anderen stammen, schon von alleine viel Abwechslung. Schöllhorn spielt mit den verschiedensten Kompositionsmustern aus dem Sacro-Pop und seinen Verwandten, etwa mit dem homophonen, fast klassischen vierstimmigen Satz des Vater Unser, dem Reggae des Sanctus (inklusive sehr athmosphärischem Intro) oder dem ausgesprochen lebendig-vibrierenden Credo, das vor Zuversicht geradezu strahlt. Und doch immer bleibt auch noch genügend Raum für Adaptionen und Improvisationen. Noch nicht einmal eine Band ist für die Rockmesse unbedingt notwendig – empfehlenswert wäre sie allerdings schon. Aber alternativ gibt es auch eine Orgelstimme, eine Blechbläsersatz oder eine Ausgabe für kammermusikalisches Ensemble.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Für die Sänger ist das insgesamt gar nicht so sehr schwer – man muss sich nur ein bisschen trauen und darf nicht zu schüchtern sein. Und mit ordentlich Schwung an die Sache heran gehen. Die Messe trägt ihren Titel übrigens sehr zu recht: Hoffnung, Aufbruchstimmung, Kraft und Zuversicht sind hier überall nicht nur in Spuren zu finden – sie prägen Text und Musik, Melodie und Arrangement durch und durch.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Markus Schöllhorn: <a title="spuren der hoffnung" href="http://www.carus-verlag.com/index.php3?BLink=KKArtikel&amp;ArtikelID=30139" target="_blank">Spuren der Hoffnung. Eine Rockmesse</a>. <a title="carus-verlag" href="http://www.carus-verlag.com/" target="_blank">Carus</a> 97.300 (Partitur), 97.300/05 (Chorpartitur)</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">(geschrieben für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.deutscher-chorverband.de/index.php?page=neue-chorzeit" title="Neue Chorzeit" target="_blank">neue chorzeit</a></span>)</p>

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		<title>klavierkunst f&#252;r eine bessere welt</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Oct 2009 18:09:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[  Er scheint ein ganz normaler junger Pianist zu sein, so wie er in Jeans und schwarzem Hemd auf die B&#252;hne des Frankfurter Hofes kommt. Aber in Kai Schumacher steckt mehr. Denn wer „The People United Will Never Be Defeated“ aufnimmt (f&#252;r das Mainzer Label Wergo) und auch noch live spielt, der muss etwa Besonderes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> </p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Er scheint ein ganz normaler junger Pianist zu sein, so wie er in Jeans und schwarzem Hemd auf die Bühne des Frankfurter Hofes kommt. Aber in Kai Schumacher steckt mehr. Denn wer „The People United Will Never Be Defeated“ <a title="aufnahme bei wergo" href="http://www.wergo.de/shop/de_DE/3/show,266002.html" target="_self">aufnimmt</a> (für das Mainzer Label <a href="http://www.wergo.de" target="_blank">Wergo</a>) und auch noch live spielt, der muss etwa Besonderes sein. Schließlich ist Frederic Rzewskis riesiger Variationenzyklus nicht irgend ein Werk.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Zum einen sind da die technischen Schwierigkeiten: In diesen gut sechzig Minuten ist eine Menge verpackt – rasende Läufe, donnernde Akkorde, wilde Sprünge, brutale Lautstärke und subtile Feinheiten wechseln ständig. Und die musikalischen Anforderungen sind auch nicht gering: Diese 36 Variationen erfordern viel Gestaltungskraft, viel Übersicht und gleichzeitig enorme Konzentration im Detail.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es geht aber noch weiter: Wer diese Musik spielt, bezieht immer auch irgend eine politische Position. Schließlich ist das Musik, die etwas verändern will. Denn Rzewski hat nicht irgend eine Melodie als Grundlage genommen, sondern das chilenische „<a title="wikipedia zu el pueblo unido ..." href="http://de.wikipedia.org/wiki/El_pueblo_unido" target="_blank">El pueblo unido jamás será vencido</a>“, das Anfang der 1970er Jahre zum musikalischen Symbol des Widerstands gegen Pinochet wurde.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Kai Schumacher macht das im Frankfurter Hof überdeutlich, er lässt nämlich erst einmal das <a title="eine aufnahme des &quot;el pueblo unido ...&quot;" href="http://www.youtube.com/watch?v=LWlkWPXfvXc" target="_self">Original</a> einspielen – gleich ein erster Gänsehaut-Moment. Davon wird es noch eine ganze Menge geben. Denn was Rzewski komponiert hat, das ist nicht nur hochvirtuos und vielfältig, artifiziell und natürlich zugleich. Sondern auch so voller Ideen, Stile, Anklänge, dass es ungeheuer viel zu entdecken gibt. Und Kai Schumacher scheint das alles im Blick zu haben. Seine Interpretation dieses aufgrund seiner hohen Schwierigkeit nahezu nie gespielten Werkes ist gerade dadurch ausgezeichnet, die kunstvolle Gestalt der Musik besonders in den Fokus zu holen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Andererseits verliert der Zyklus dadurch an Schärfe – und auch die Gewissheit, dass das geeinte Volk wirklich niemals besiegt werden wird. Vielleicht ist das zwangsläufig so, die weltgeschichtliche Entwicklung seit 1975, als Rzewski das Mammutwerk komponierte, ist ja keine reine Erfolgsgeschichte der Befreiung unterdrückter Völker. Gerade diese Spannung zwischen Optimismus und dem Bewusstsein um Niederlage und Unterdrückung auf der anderen Seite führt Schumacher immer wieder ganz besonders hervor.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">So realisiert er mit elastischem Ton, mit federnder Kraft ein sehr offenes Kunstwerk: Das hier ist eine Aufführung, die gerade die stilistische Vielfalt der Variationen, von den analytisch die Melodie zersplitternden Sätzen über virtuose Tastendonnermomente bis zu Jazz– und Blues-Impressionen, besonders deutlich macht. Diese Kontraste arbeitet Schumacher sehr stark heraus – und ist doch immer wieder dann besonders überzeugend, wenn er sich ganz in die Musik versenken kann, wenn die zarten und zerbrechlichen Momente auch ihn selbst neu ergreifen und berühren.</p>

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		<title>„Alte Musik, die Kunst …</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Aug 2009 19:54:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[… des vorletzten und vorvorletzten Jahrhunderts. O je. Wie kam man als gesunder Mensch dazu, sich das anzuh&#246;ren? Man musste doch neueste, neue Musik h&#246;ren!” (moritz von uslar, waldstein oder der tod des walter gieseking am 6. juni 2005, 69)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>… des vorletzten und vorvorletzten Jahrhunderts. O je. Wie kam man als gesunder Mensch dazu, sich das anzuhören? Man musste doch neueste, neue Musik hören!” (moritz von uslar, waldstein oder der tod des walter gieseking am 6. juni 2005, 69)</p>

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		<title>angebissen: der don-camillo-chor auf cd</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Jul 2009 14:32:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Musik dazu verwenden, jemanden zu verführen, ist keine neue Idee. Das Opfer mit der Musik als Köder zur Musik zu begehren, ist schon etwas ungewöhnlicher. Und wenn ein Chor das dann auch noch so offen und direkt unternimmt wie der „Don-Camillo-Chor“ aus dem Münchner Umland, dann gehen jeder Zielperson schnell die Argumente für den Widerstand aus.</p>
<p>Das liegt, wie ihre neueste (und erste) CD mit dem passenden Titel „Good Bait“ beweist, zu großem Teil an der jugendlichen Frische und dem unbändigen Überschwang, mit dem der gesamte Chor sich auf sein Repertoire vorwiegend aus Jazz und Pop stürzt. So eine freizügige Freude teilt sich dem Hörer in jedem Moment mit, dass er mit dem größten Vergnügen anbeißt.</p>
<p>Das Vergnügen ist allerdings nicht nur ein Verdienst der Sänger und ihres Chorleiters, der sie immer wieder knackig auf den Punkt fokussiert. Es liegt zu einem großen Teil auch an den angenehm einfallsreichen Arrangements, die mehrheitlich vom Dirigenten selbst oder aus der bewährten Feder des um keine Pointe verlegenen Oliver Gies stammen.</p>
<p>Das reicht vom feurigen „Chili con Carne“ aus dem Fundus der „Real Group“ über aufgefrische Swing-Klassiker bis zu – in ihren komplexen Arrangements kaum noch erkennbaren – Pop-Hits der letzten Jahrzehnte. Mit einer recht freien Bearbeitung von Brahms’ „Guten Abend, gut’ Nacht“ beweist der Don-Camillo-Chor dann nebenbei auch noch, dass er mehr als nur reiner Jazz-Pop-Chor ist: Diese jungen Sänger und Sängerinnen fühlen sich in vielen Gefilden zu Hause. Mit Recht. Denn „Good Bait“ ist nicht nur eine schöne, gelungene Leistungsschau, sondern auch einfach gute Unterhaltung.</p>
<p>Don Camillo Chor: Good Bait. Spektral SRL4-09049, 2009.</p>
<p>(geschrieben für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.deutscher-chorverband.de/index.php?page=neue-chorzeit" title="Neue Chorzeit" target="_blank">neue chorzeit</a></span>)</p>

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		<title>orff, bartók und gershwin gl&#252;cklich vereint</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Jun 2009 20:57:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Béla Bartók, George Gershwin und Carl Orff haben wenig gemein. Und doch passen sie alle in das Konzert des Bachchores in der Christuskirche. Denn kleine &#220;bereinstimmungen finden sich doch. Zum Beispiel, um ganz pragmatisch anzufangen, es gibt von jedem Musik f&#252;r zwei Klaviere – wenn man schon zwei hochklassige Pianisten wie die Br&#252;der Paratore zur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 100%;">Béla Bartók, George Gershwin und Carl Orff haben wenig gemein. Und doch passen sie alle in das Konzert des Bachchores in der Christuskirche. Denn kleine Übereinstimmungen finden sich doch. Zum Beispiel, um ganz pragmatisch anzufangen, es gibt von jedem Musik für zwei Klaviere – wenn man schon zwei hochklassige Pianisten wie die Brüder Paratore zur Verfügung hat, muss man das ja auch nutzen. Und sie komponierten (fast) zur gleichen Zeit: Gershwins „Rhapsody in Blue“ war 1924 erstmals zu hören, Bartóks Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug im Januar 1938 und Orffs „Carmina burana“ entstand ab 1934. Das hört man ihnen aber kaum an, denn trotz der zeitlichen Nähe bleibt diese Trias grundverschieden.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 100%;">Bartóks Sonate zum Beispiel ist ein eher sprödes, auch nur selten aufgeführtes Werk. Und eigentlich klingt es auch nicht so harmlos, wie hier in der Christuskirche. Da trägt der Raum große Mitschuld, der vieles weichzeichnet und verschwimmen lässt. Anthony und Joseph Paratore versuchen zwar, durch knackige Pointierungen dem etwas entgegenzusetzen. Aber so richtig weit kommen sie damit nicht. So bleibt die Sonate mit der ungewöhnlichen Besetzung für zwei Klaviere und zwei Schlagwerker (die aus dem Ensemble Babette Haag kamen) für dieses Mal fast eine verwunschene Feenmusik, deren weich fließende, stellenweise sogar ins rauschhaft taumelnde Klangwelten aber durchaus auch bedrohlichere Szenarien herbeizaubert. Doch noch bleibt alles Rohe und Wilde in sicherer Distanz und fest eingezäunt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 100%;">Gershwins Musik kennt solche Gefahren nicht. Routiniert arbeiten sich die Pianisten mit jahrzehntelanger Erfahrung durch die Rhapsody in Blue. Das Schlagwerk bleibt hier aber eher rasselnder und scheppernder Fremdkörper, was dem Zauber aber nicht weiter schadet.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 100%;">Dafür dürfen die Percussionisten danach noch einmal alles geben: Die „Carmina burana“, die der Bachchor in der vom Orff-Schüler Wilhelm Killmayer angefertigten Fassung für zwei Klavier und Schlagwerk präsentierte, bietet ja nicht nur dem Chor reichlich Möglichkeiten zum Brillieren. Dem aber ungedingt auch – und der Bachchor nutzt die wie immer ganz selbstverständlich. Unter Ralf Ottos beseelter Leitung ergibt sich organisch eines aus dem anderen, laufen Chorsätze nahtlos in Soli und umgekehrt, verbinden sich Humoreske und Folklore, Liebesleid und Freudentaumel zu einer mächtigen, klangewaltigen Einheit. Besonders auszeichnend dabei: Die unerschüttliche Präzision – nicht nur technisch, sondern auch klanglich und emotional treffen Otto und seine Sänger immer genau auf den Punkt. Auch die Solisten passen gut dazu: Daniel Sans gefällt mit beherrschter Sicherheit, der komödiantisch begabte Klaus Häger mit seinem unkompliziertem Bass und die Sopranistin Valentina Farcas fügt sich mit selbst in großer Höhe klarer Stimme wunderbar ins Gesamtbild. Kein Wunder, dass die ausverkaufte Christuskirche restlos begeistert ist.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 100%;">(geschrieben für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.mainzer-rhein-zeitung.de" title="Mainzer Rhein-Zeitung" target="_blank">mainzer rhein-zeitung</a></span>)</p>

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		<title>mal wieder: jazz und sinfonik gemixt (oder auch nicht)</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Apr 2009 19:35:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sinfonieorchester und Jazz – das sind zwei Welten, die sich oft sehr fremd sind. Und wenn es dann doch zu einem Rendezvous kommt, darf nat&#252;rlich George Gershwins „Rhapsody in Blue“ auf keinen Fall fehlen. Aber der Klassiker ist wohl nie so zu h&#246;ren wie beim Konzert des Philharmonischen Staatsorchesters in der Ph&#246;nixhalle. Doch schon in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sinfonieorchester und Jazz – das sind zwei Welten, die sich oft sehr fremd sind. Und wenn es dann doch zu einem Rendezvous kommt, darf natürlich George Gershwins „Rhapsody in Blue“ auf keinen Fall fehlen. Aber der Klassiker ist wohl nie so zu hören wie  beim Konzert des Philharmonischen Staatsorchesters in der Phönixhalle. Doch schon in der ersten Hälfte war eine Menge guter Musik auf der Grenze zwischen Jazz und Sinfonik zu hören. Ohne großes Vorgeplänkel stiegen das Orchester mit der Unterstützung einiger Jazz-Solisten sofot in Earle Hagens „Harlem Nocturne“ ein. Und schon waren sie und das Publikum mittendrin im Hörkino, das direkt nach New York führte – einer Stadt, der die Musiker an diesem Abend noch öfters einen Besuch abstatten würden. Zunächst also Harlem bei Nacht, zu erleben beim eleganten Cruisen durch mehr oder weniger belebte Straßen. Reiche Bilder ziehen hier vorm inneren Auge vorbei. Und das liegt nicht nur am Komponisten, sondern vor allem an zwei Dingen: Den Arrangements von Sebastian Hernandez-Laverny, die die Imagination mit ihrer verschwenderischen Ideenfülle immer wieder zu Höchstleistung anfeuern. Und an den Musikern. Nicht nur das Orchester spielt engagiert swingend auf, auch Saxophonis Oleg Berlin sorgt mit glasklarem Ton und prägnanter Phrasierung für Jazzfeeling und Kurzweil. Drummer Gerhard Stütz und Bassist Götz Ommert liefern derweil ein solides Fundament und Hernandez-Laverny springt zwischen Dirigentenpult und Klavier flink hin und her, ergänzt sein Arrangement immer wieder durch kurze pianistische Einwürfe.</p>
<p>Für mehr besondere Momente sorgt auch Malte Schäfer bei den Standards „Come, fly with me“ und „Fly me to the moon“. Der Bratscher ist diesmal ausschließlich als Sänger im Einsatz – aber dass dies nicht sein Hauptberuf ist, merkt man ihm nicht an: Locker  und geschmeidig bringt er die Stimmung wunderbar auf den Punkt. Genau wie der Mainzer Klarinettist Ates Yilmaz, der bei Jorge Calandrellis virtuosem „Solfeggietto/Metamorphosis“  nach einer Vorlage von Carl Philipp Emanuel Bach ein echtes Heimspiel hat.</p>
<p>Apropos Heimspiel: Das hat auch Nick Benjamin, der mit launigen Moderationen dafür sorgt, dass Publikum entspannt und gut gelaunt bleibt – was angesichts der Menge guter Musik gar nicht nötig gewesen wäre. Das ganze kuluminiert schließlich in Gershwins „Rhapsody in Blue“. Die alleine wäre Hernandez-Laverny aber offenbar zu langweilig gewesen. Deswegen unterbricht er das Original immer wieder, um gemeinsam mit Ommert und Stütz mit weit ausholenden Improvisationen über Gershwins Themen dem ganzen noch mehr Jazz einzuverleiben. Ein sehr symphatischer Einfall, der – vor allem durch die phantasiereiche, energische und konzentrierte Improvisationskunst der drei Musiker – das Publikum zu Recht zu standig ovations hinreißt.</p>
<p>(geschrieben für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.mainzer-rhein-zeitung.de" title="Mainzer Rhein-Zeitung" target="_blank">mainzer rhein-zeitung</a></span>.)</p>

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