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	<title>„Nächstens mehr.“ &#187; mainz</title>
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	<description>Literatur, Musik, Theater - die Welt meiner Kultur. Und das Laufen.</description>
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		<title>Neujahrskonzert auf Barock</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 10:05:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, ein Neujahrskonzert war das nicht: Keine Walzer gab es und auch keine große Abendgaderobe. Dafür war es schon eine Woche zu spät. Stattdessen gab es aber eine Menge große Musik: Mitten aus der Pracht des Barocks war das Programm des „Konzertes zum neuen Jahr“, das das Mainzer Staatstheater nun schon zum neunten Mal als Benefizkonzert für die Stiftung Mainzer Theaterkultur veranstaltete, geschöpft. Und die barocken Herrscher wussten, wie man die Musik zur öffentlichen Repräsentation benutzt, ob in der Oper, der Instrumentalmusik oder dem Oratorium. Von den offensichtlichen Beispielen der Musik für herrschaftliche Festakte ganz zu schweigen. In die letzte Kategorie fallen zum Beispiel die Krönungskantaten von Georg Friedrich Händel. Die dritte, „The King shall rejoice“, war im Großen Haus mit dem Staatstheater-Chor und dem Philharmonischen Staatsorchester zu hören. Andreas Hotz dirigierte das durchaus festiv, aber vor allem sehr maßvoll.<br />
Doch Händel blickte nicht nur gütig-verschmitzt vom Programmheft, sondern steuerte auch die meiste Musik bei. Etwa die Feuerwerksmusik. Die ist, gerade bei solchen Konzerten, ja fast ein<br />
unvermeidlicher Kracher. Und man könnte meinen, der jugendliche Überschwang, mit dem Andreas Hotz immer wieder auf die Bühne stürmt, schlüge sich nun auch in der Musik nieder. Und gerade hier, in diesem Hit. Das war dann aber kaum der Fall. Viel prägender war seine Eleganz. Die wurzelte in der Eleganz der Bewegungen des Dirigenten, die das Klangbild sehr stark bestimmten. Ohne Großspurigkeit oder Auftrumpfen kamen alle die instrumenatorischen Effekte daher, machten sich aber auch nie klein oder verstecken sich. Im Gegenteil: Der sauber gearbeitete Klang, der ohne gesuchte Extreme auskam, klang vollkommen selbstsicher und selbstverständlich. Die Pauken dröhnten, die Trompeten strahlten, die Streicher klangen satt, aber nie fett: Genau so kennt man das. Darin liegt, bei allem Maßhalten, durchaus eine gewisse Grandezza. Und klar wird auch: Das hat schon seinen Grund, warum Feuerwerksmusik immer wieder aufgeführt wird – auch wenn es nicht Händels raffinierteste Komposition ist. </p>
<p>Damit das Konzert aber noch etwas großartiger wurde, kamen auch noch drei Solisten auf die Bühne. Zum Beispiel die gut aufgelegte Tanjana Charalgina, die Vivaldis Wut des gerechten Zorns (in einer Motetten-Arie) ebenso heruntersausen ließ wie sie der großartigen Freude Händels (natürlich aus dem „Messias) vollendete Strahlkraft mitgab. Die Hauptlast trug aber eindeutig das Orchester. Und das trug sie sehr selbstverständlich. Nicht nur mit dem ganzen Händel-Potpourri, sondern auch mit deutschen und französischen Kollegen. Etwa dem berührenden Plainte von Telemann, einen instrumentalen Klagesang, von Hotz mit klaren Linien dirigerte und zwischen Solo-Oboe und Streichern harmonisch austarierte. Oder der farbenprächtigen Suite „Les Indes Galantes“ von Jean-Philippe Rameau, die er selbst aus seiner beliebten Indianer-Oper bastelte. Die bot dem Philharmonischen Staatsorchester mehr als genug Gelegenheit, kraftvoll und doch immer ausgeglichen die exotischen Seiten des Barock vorzuführen. Und das ist dann doch besser als jeder Walzer.</p>
<p>(geschrieben für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.mainzer-rhein-zeitung.de" title="Mainzer Rhein-Zeitung" target="_blank">mainzer rhein-zeitung</a></span>.)</p>

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		<title>M&#252;de beim 7. MMM</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 17:11:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schon wieder nix … Der mittlerweile schon siebte Mainzer Maarauer-(Ultra-)Marathon, kurz MMM, startete dieses Mal nicht am Samstag morgen. Sondern am 23.12., also am Tag vor Heilig Abend. Und um 22 Uhr — also quasi mitten in der Nacht. Trotzdem waren so viele L&#228;ufer wie noch nie am Start, &#252;ber zwanzig Verr&#252;ckte begaben sich auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schon wieder nix …</p>
<p>Der mittlerweile schon siebte Mainzer Maarauer-(Ultra-)Marathon, kurz <a href="http://pheidippides.de/MMM/" >MMM</a>, startete dieses Mal nicht am Samstag morgen. Sondern am 23.12., also am Tag vor Heilig Abend. Und um 22 Uhr — also quasi mitten in der Nacht. Trotzdem waren so viele Läufer wie noch nie am Start, über zwanzig Verrückte begaben sich auf die fünf Runden, die — bei einer Rundenlänge von 9 km ganz logisch — 45 Kilometer Gesamtstrecke und damit eben gerade so einen Ultra ergeben. Nicht alle sind aber angekommen. Und ich war einer von denen.</p>
<p>Dabei hatte alles so gut angefangen. Gleich auf den ersten Metern, noch auf der Kostheimer Mainbrücke, fand sich ein Trio zusammen, dessen Tempo mir gefiel. So sind wir gemütlich und einigermaßen gleichmäßig losgezogen, irgendwo um die 6 Minuten/km müssen das gewesen sein. Kilometer um Kilometer fiel, und ruckzuck waren wir schon wieder auf der Mainspitze, wo uns Brigitte und Thomas, die den Verpflegungsstand und die Läufer wunderbar betreuten, schon empfingen. Nach einem kurzen Nuckeln an der Trinkflasche — pures Mainzer Wasser <img src='http://laufen.matthias-mader.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  — ging es auch gleich auf die zweite Runde. Meine Beine waren noch fast entspannt und geradezu unverschämt locker. Auch die zweite Runde absolvierten wir weiterhin schön gleichmäßig und ohne Probleme. Bei der dritten Dreibrückenrunde wurde es dann allerdings interessant, zumindest für mich: Irgendwas stimmte nicht mehr. Und es waren nicht die Beine, die waren zwar nicht mehr taufrisch, aber immer noch erstaunlich lebendig und fit. Aber der Kopf wollte nicht mehr: Die Müdigkeit wurde anstrengend. Vor allem, weil mein Kreislauf sich mit dem Kopf solidarisierte und ungeachtet des kontinuierlichen Laufens seit gut zwei Stunden beschloss, dass nun die normale Schlafenszeit sei und entsprechend reduzierte. Das führte zu seltsamen Zuständen — nein, kein Delirium, so schlimm war es nicht. Aber ab der zweiten Hälfte der dritten Runde begleitete mich doch ein permanentes Schwindelgefühl, ein Gefühl, als würde ich jeden Moment umkippen — und doch lief und lief ich einfach weiter … So richtig behagte mir das aber nicht, um es vorsichtig auszdrücken. Eigentlich hatte ich wieder mal genug. Doch Brigitte und Thomas ließen mich nicht so leicht vom Haken: Mit liebevoller Umsorgung und in Begleitung von Pierre, der auch etwas schwächelte, nahm ich die vierte Runde doch noch in Angriff. Wirklich besser wurde es aber nicht, überhaupt nicht. Im Gegenteil, fast: Das Schwindelgefühl verstärkte sich eher noch. Spätestens ab der Theodor-Heuss-Brücke war mir dann endnültig klar: Das wird ein <a href="https://docs.google.com/spreadsheet/pub?key=0AptIrj2PPPm1dFNNWDdFWGZTVy1DSGVGUlBrTWRtUnc&amp;single=true&amp;gid=2&amp;output=html" >DNF</a>, nach dieser, der vierten, Runde breche ich das ganze ab.</p>
<p>Und so geschah es dann auch. Immerhin schafften wir es, kurz vor der Mainspitze noch zwei Läufer zu überrunden — und uns selbst nicht überrunden zu lassen. Das aber nur knapp, Jens kam kurz nach uns an — nur war er eben schon am Ende der fünften Runde.</p>
<p>Ich hätte ja nicht gedacht, das mich das Laufen in der Nacht so fertig macht. Aber vielleicht habe ich die Tage zuvor auch einfach zu wenig geschlafen. Nun ja, es gibt immer ein nächstes Mal. Beim Laufen sowieso und beim MMM ganz bestimmt.</p>

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		<title>Meisterkonzert mit und ohne Weihnachten</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 10:22:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es sieht fast wie ein normales Meisterkonzert aus: Eine kleine Haydn-Sinfonie, dann Beethovens viertes Klavierkonzert und zum Abschluss ein richtig gro&#223;es sinfonisches Werk, die achte Sinfonie von Schubert. Aber Weihnachten macht sich auch im Meisterkonzert bemerkbar – zumindest ein bisschen: Die Sinfonie Nr. 26 von Haydn tr&#228;gt n&#228;mlich den Beinamen „Weihnachtssinfonie“. Das ist zwar eigentlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es sieht fast wie ein normales Meisterkonzert aus: Eine kleine Haydn-Sinfonie, dann Beethovens viertes Klavierkonzert und zum Abschluss ein richtig großes sinfonisches Werk, die achte Sinfonie von Schubert. Aber Weihnachten macht sich auch im Meisterkonzert bemerkbar – zumindest ein bisschen: Die Sinfonie Nr. 26 von Haydn trägt nämlich den Beinamen „Weihnachtssinfonie“. Das ist zwar eigentlich ein Fehler, denn Haydn hat sie als Passionsmusik komponiert. Aber der besinnliche zweite Satz lässt sich auch im Advent gut hören. Vor allem, wenn ihn die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.staatsphilharmonie.de/" title="Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz" target="_blank">Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz</a></span> unter ihrem Gastdirigenten Fabrice Bollon so farbig und bildhaft musiziert wie beim vierten Meisterkonzert. In der Rheingoldhalle hatte Bollon schon mit den ersten Haydn-Takten die Richtung vorgegeben: Kräftig zupackend formt er vor allem sehr satte Streicherklänge und bemüht sich um deutliche, manchmal sogar grelle Farben. Prachtvoll und sehr repräsentativ wirken da selbst die andächtigen Klänge des Mittelsatzes.</p>
<p>Ähnlich rustikal ließ er das Ludwigshafener Orchester dann die achte Sinfonie von Franz Schubert musizieren. Die hat ihren Beinamen „Große“ zwar vor allem bekommen, weil Schubert noch eine zweite, frühere C-Dur-Sinfonie komponiert hat, die einfach deutlich kürzer ist. Bei Bollon ist das „groß“ aber durchaus entscheidend: Mächtig und wuchtig stapelt er die dicken Akkorde auf das felsefeste Fundament der dröhnenden Posaunen. Ungeheuer massiv wirkt da fast jeder Ton, jede Phrase wie für die Ewigkeit. Fragen oder gar Zweifel findet der Dirigent in dieser Partitur überhaupt keine, befiehlt stattdessen felsenfeste Gewissheiten. Das ist natürlich, gerade im zweiten Satz und schließlich vor allem im Scherzo, eine unerbittliche Vereinfachung. Eine Vereinfachung, die trotz ihrer Verzerrung klanglich durchaus wirken kann, auch wenn im Finale die Kantigkeit und Schärfe dieser Klangkonstruktion leider etwas verloren geht.</p>
<p>Viel faszinierender blieb da Beethovens viertes Klavierkonzert in Erinnerung. Denn Jasminka Stancul spielte das wunderbar schnörkellos und trocken, mit fast heiligem Ernst. Dabei blieb das Konzert im Kern auch bei ihr natürlich unverkennbar romantisch. Aber die zartfühlige Poesie ihrer Phrasierung verband sich wunderbar mit ihrer klaren Tongebung. Vor allem aber gelang der Pianistin und dem Orchester ein erregendes Miteinander – und genau darauf kommt es bei diesem Konzert an. Zumal Bollon aus dem Orchester auch feine Klangfarben kitzeln konnte, die die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.staatsphilharmonie.de/" title="Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz" target="_blank">Staatsphilharmonie</a></span> in der Rheingoldhalle nicht immer bietet. So ausgewogen und balanciert im Hin und Her der Musik war das wirklich ein intellektuell und emotional aufregendes Spiel – und ganz unabhängig von der Jahreszeit.</p>
<p>(geschrieben für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.mainzer-rhein-zeitung.de" title="Mainzer Rhein-Zeitung" target="_blank">mainzer rhein-zeitung</a></span>.)</p>

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		<title>Das erste Mal: Pacemaker beim Arque-Lauf</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Nov 2011 15:56:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute war es so weit: Mein erster Einsatzals Pacemaker stand auf dem Plan. Und zwar beim Arque-Lauf. Der zeichnet sich ja dadurch aus, dass in bestimmten Gruppen mit bestimmten Tempi gelaufen wird: 5:00min/km, 5:30, 6:00, 6:30 und 7 min/km. Das ganze &#252;ber ein sch&#246;ne Strecke von Kelkheim nach Mainz, &#252;ber offizielle 34,xx km. Gabi Gr&#252;ndling [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute war es so weit: Mein erster Einsatzals Pacemaker stand auf dem Plan. Und zwar beim <a title="arque-lauf" href="http://arquelauf.de" >Arque-Lauf</a>. Der zeichnet sich ja dadurch aus, dass in bestimmten Gruppen mit bestimmten Tempi gelaufen wird: 5:00min/km, 5:30, 6:00, 6:30 und 7 min/km. Das ganze über ein schöne Strecke von Kelkheim nach Mainz, über offizielle 34,xx km.<br />
<a title="laufticker" href="http://laufticker.de" >Gabi Gründling</a> hatte im Sommer den <a title="twittrlauftreff" href="https://twitter.com/#!/search?q=%23twitterlauftreff" >#twitterlauftreff</a> gefragt, ob jemand Lust hat, Pacemaker für diese Lauf — übrigns ein Spendenlauf — zu werden. Und ich hatte mich gemeldet. Und das dann erst einmal wieder schön vergessen. Zum Glück kam noch eine Erinnerungsmail …</p>
<p>Deswegen hat also heute um 6:15 Uhr der Wecker geklingelt. Und ich hatte keine Lust, mein schön gemütliches Bett zu verlassen. Natürlich habe ich es trotzdem getan, rechtzeitig, um den „Dom-Shuttle“, den Bus vom Fischtor in Mainz zum Start in Kelkheim, zu erwischen. Die Fahrt verlief mit der obligatorischen Läuferplauderei ziemlich zügig — auch ganz nett, so durch den Morgen zu fahren …</p>
<p>Am Sportplatz Reis in Kelkheim dann die Anmeldung, das Abholen des Pacemaker-Leibchens und Warten. Das Umziehen verschob ich noch ein wenig: Schön kalt war’s da oben am Waldrand. So richtig unangehm: 1 °C, aber vor allem neblig-feucht. Kein schönes Wetter, um in Laufkleidung herzumstehen. Ich hatte mich auf die Wettervorhersage verlassen: 6–8 °C, purer Sonnenschein war für den Vormittag sowohl in Kelkheim als auch in Mainz gemeldet. Also bin ich in kurzer Hose, dünnem Unterhemd, dünnem #twitterlauftreff-Shirt, dazu Ärmling und ein Buff-Tuch, gestartet. Vor und während dem Start war das definitiv zu wenig — böse gefroren habe ich. Unterwegs war es dann aber genau richtig.</p>
<p>Gruppe C also, die zweitschnellste (lieber wäre mir D gewesen, aber dafür hatten sich mehr Pacemaker gemeldet). Bis Samstag waren nur drei Pacemaker bekannt, darunter auch <a title="ironchrissi" href="https://twitter.com/#!/ironchrissi" >@ironchrissi</a> vom #twitterlauftreff. Morgens tauchten dann aber noch weitere zwei auf, so dass wir mit fünf Leuten ausreichend stark waren: 3–4 vorne, zum Bremsen der übereifrigen Läufer, 1–2 hinten, damit das Feld zusammenbleibt. Die Gruppe war auch nicht übermäßig groß — laut Meldeliste 69 Läufer (fast nur Männer), so viele waren es aber wohl doch nicht.<br />
Der Start, so ganz stilecht mit Pistolenschuss, erfolgte, wir sammelten unser Begleit-Polizei-Motorrad ein und legten los. Die ersten Kilometer waren fast notwendigerweise zu schnell — es ging nur bergab und wir wollten warm werden. Die Vereinigung mit der Mini-Gruppe vom Startplatz Stückes klappte auch. Dann, am Ortsausgang von Kelkheim, kam bald der erste — und schwerste — Anstieg. Das ging aber besser als ich befürchtete — ich fühlte mich ziemlich gut dabei. Dann geht es einige Kilometer leicht wellig durch den Wald — da zog es sich schon mal etwas auseinander — und schließlich wieder hinunter in den nächsten Ort, wo wir prompt einen kleinen Verlaufer einbauten, weil mein Kollege nicht auf mich hören wollte und zu früh abbog.</p>
<p>Und dann kam auch schon bald die erste Verpfegungsstation zwischen Kilometer 12 und 13 am Ortsausgang von Marxheim. Der weitere Weg nach einer kurzen Stehrast führte uns, immer noch gut im Schnitt mit um die 5:27 min/km durch verschiedene Orte, auch ein Stück Bundesstraße entlang — immer mit Polizeischutz und Krankenwagen als Verfolger.</p>
<p>Nach der zweiten Verpflegung in den Feldern bei Kilometer 20 oder so wurde der Druck aufs Tempo vorne etwas höher: Ein paar Läufer hatten es etwas eiliger als der vorgesehene Schnitt. Das ließ sich aber alles gut regeln, während die Strecke bei inzwischen wirklich herrlichstem Laufwetter — ca. 8 °C (geschätzt), Sonne pur — einfach wunderbar durch die Weinberge und am Main entlang führte.</p>
<p>Die dritte Verpflegung war dann auch schon in Hochheim, ungefähr bei Kilometer 28. Dann wurde der Weg etwas unschöner: Zunächst mit überraschend nervigem Pflaster (ist mir dort noch nie so aufgefallen). Und ich mag auch das Stück von Hochheim nach Kostheim nicht — keine Ahnung, warum eigentlich. Am Deich kann’s eigentlich nicht liegen, die laufe ich sonst eigentlich gerne …</p>
<p>Etwas später, am Anfang der Maaraue, war dann ziemlich plötzlich die Luft raus, die Beine wollten nicht mehr so recht, die Kraft fehlte. Und der Wille reichte nicht mehr. Ich ließ mich also ans Ende der Gruppe zurück fallen und begleitete die Letzten — die hatten noch etwas mehr Probleme als ich — mit nach Mainz und ins Ziel.</p>
<p>Da gab’s natürlich wieder die obligatorische Fünf-Minuten-Terrine — das gehört einfach zum Arque-Lauf dazu. Reichhaltige Getränke-Auswahl war auch vorhanden: Das war mehr, als so mancher Stadtmarathon (ja, auch der in Mainz) bei in der Regel deutlich höheren Anmeldegebühren auf die Beine stellt. Überhaupt lief die Organisation wieder wie am Schnürchen: Man merkt eben, dass die das schon einige Jahre machen. Schade nur, dass die Teilnehmerzahlen das nicht (mehr) widerspiegeln: 341 Läufer waren am Samstag gemeldet, da kamen natürlich noch einige Nachmeldunge hinzu. Seit einigen Jahren werden es kontinuierlich weniger Läufer (bei den Radfahrern werden es eher mehr). Vielleicht ist das denen zu wenig glamourös, zu wenig Event? Und Marathoni kann man sich dann auch nicht nennen. So ganz verstehen kann ich das aber nicht: Das ist doch gerade das Schöne am Laufen, dass man auch so etwas wunderbar machen kann, ganz ohne Druck. Und wenn man sich halbwegs richtig einschätzt, muss man wirklich einfach nur (mit-)laufen, sich nicht um Weg oder Tempo kümmern. Und bekommt sogar noch Verpflegung auf den knapp 35 Kilometern — das ist doch einfach schön. Insbesondere natürlich, wenn das Wetter so großartig ist wie heute. Da hat es sich wirklich gelohnt, dass ich zum ersten Mal beim Laufen meine Kontaktlinsen — sonst bin ich ja komplett ohne Sehhilfen unterwegs — benutzt habe: underschöne Ausblicke im Taunus und den Weinbergen am Main, mit herbstlichem Laub und natürlich strahlendem Sonnenschein. Besser geht’s eigentlich nicht.</p>
<p>Arque-Lauf 2011: Gruppe C (5:30 min/km), Laufzeit heute: <a href="http://www.runningfreeonline.com/act/693032" >3:11:33</a> (ja, wirklich!) für 34,630 Kilometer (hat auch ziemlich genau so auf meinem Garmin gestanden).<br />
Hier gibt’s die <a href="http://www.runningfreeonline.com/act/693032/subView/Map" >Streckenaufzeichnung</a> meiner GPS-Uhr: <a href="http://www.runningfreeonline.com/act/693032/subView/Map" >klick</a>, den <a href="http://www.runningfreeonline.com/act/693032/subView/Speed" >Tempo</a>- und <a href="http://www.runningfreeonline.com/act/693032/subView/Height" >Höhenverlauf</a>.</p>

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		<title>Warten und Erf&#252;llung</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Nov 2011 09:52:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Star und der H&#246;hepunkt des Abends lie&#223; lange auf sich warten. Zun&#228;chst war erst einmal das Pflichtprogramm zu absolvieren. Genau so spielte die Deutsche Staatsphilharmonie unter Karl-Heinz Steffens Mozarts Posthorn-Serenade am Beginn des zweiten Meisterkonzerts allerdings auch: mit f&#252;lligem Klang, aber ohne jede erkennbare Idee und leider auch ohne h&#246;rbare Energie. Sicher, das ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Star und der Höhepunkt des Abends ließ lange auf sich warten. Zunächst war erst einmal das Pflichtprogramm zu absolvieren. Genau so spielte die Deutsche <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.staatsphilharmonie.de/" title="Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz" target="_blank">Staatsphilharmonie</a></span> unter Karl-Heinz Steffens Mozarts Posthorn-Serenade am Beginn des zweiten Meisterkonzerts allerdings auch: mit fülligem Klang, aber ohne jede erkennbare Idee und leider auch ohne hörbare Energie. Sicher, das ist nicht gerade Mozarts spannendste Partiur. Aber so langweilig muss es nicht zwangsläufig sein. Es blieb also beim Warten. Und auch nach der Pause war das Warten beim Meisterkonzert in der Rheingoldhalle noch nicht ganz vorbei. Das Orchester saß schon längst bereit, bis Maximilian Hornung dazu stieß. Aber es hat sich gelohnt, auf den jungen Instrumentalisten zu warten. Denn der Münchner Cellist brachte das dringend notwendige Leben in die Musik, mit dem ersten Cello-Konzert von Camille Saint-Saens, und machte endgültig Schluss mit dem Warten. Sein sehr tragfähiger, aber nie aufdringlicher Ton vibrierte vor Lebendigkeit. Ständig veränderte er sich, ließ Nuancen ohne Zahl schimmern und gleißen. Mit Vehemenz attackierte sein Bogen die Saiten – und schaffte es doch, die Töne weich schweben zu lassen und harmonisch abzurunden. So dynamisch wie seine Tongebung war auch seine Interpretation: Bestimmtheit und Selbstbewusstsein waren die entscheidenden Charakteristika. Jeder Ton, jede Phrase verkündete: Das muss jetzt hier unbedingt genau so klingen. Und Hornung kann das auch so spielen. Er versank – was bei Saent-Sains durchaus nahe liegt – nie in sentimentalem Gehabe, sondern entwickelte eine präzise Emotionalität. Nur leider ist das alles viel zu schnell wieder vorbei.</p>
<p>Und nach diesem Höhepunkt in der Konzertmitte schien auch das Ludwigshafener Orchester wie ausgewechselt. Die Staatsphilharmonie spielte nun deutlich freier und vitaler, mit mehr Einsatz und mehr Seele. Claude Debussys „La mer“ wurde deshalb zum passenden Abschluss einer Reihe zunehmend exotischerer Musik. Zunächst ließ Steffens sein Orchester ein richtig unfreundliches, ausgesprochen unwirtliche Bild des Meeres malen. Mit einigen Kanten und Haken widersetzte sich das jeder Romantisierung. Und er steigerte das noch: Die dritte sinfonische Skizze Debussys, den Dialog zwischen Wind und Meer, dirigierte er als reinsten Nervenkitzel – ein echter Thriller. Und die Staatsphilharmonie belebte diese ausgesprochen kunstvoll geschaffene Klangwelt bis zur wilden Dringlichkeit und der Beinahe-Ekstase– das Warten hat sich doppelt gelohnt. </p>
<p>(geschrieben für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.mainzer-rhein-zeitung.de" title="Mainzer Rhein-Zeitung" target="_blank">mainzer rhein-zeitung</a></span>.)</p>

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		<title>Klassik im Klub</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Oct 2011 09:44:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Fl&#252;gel mitten im Roxy, zwischen den Sofas unter L&#252;stern – das verwandelt den Club fast in einen gro&#223;b&#252;rgerlichen Salon des 19. Jahrhunderts. Nicht nur der Raum verweist auf diese l&#228;ngst untergegangene Form der gesellig-kulturellen Unterhaltung. Auch die Musik, die der Pianist Kai Schumacher sich ausgesucht hat, passt in diese Tradition: Vorwiegend kleinere, charakteristische St&#252;cke [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Flügel mitten im <a title="roxy mainz" href="http://www.myroxy.de" target="_blank">Roxy</a>, zwischen den Sofas unter Lüstern – das verwandelt den Club fast in einen großbürgerlichen Salon des 19. Jahrhunderts. Nicht nur der Raum verweist auf diese längst untergegangene Form der gesellig-kulturellen Unterhaltung. Auch die Musik, die der Pianist Kai Schumacher sich ausgesucht hat, passt in diese Tradition: Vorwiegend kleinere, charakteristische Stücke hat er aufs Programm gesetzt – keine schwerverdauliche klassische Kost, sondern charmante Musik, die auch Nicht-Experten goutieren können.</p>
<p>Auch das Publikum verhält sich automatisch viel lockerer als im „normalen“ Konzert: Zwanglos im Club verteilt, wo sich gerade ein Plätzchen zum Sitzen findet. Viel geplaudert wird auch in diesem postmodernen Salon. Und dann doch ganz aufmerksam gelauscht. Denn das Ziel des Vereins der „Freunde Junger Musiker“, die das Klavierkonzert im Roxy organisierten, war nicht, den Salon wieder zu beleben. Sondern ein neues, jüngeres Publikum für die Klaviermusik zu erschließen und begeistern. Halbwegs könnte das funktioniert haben, immerhin waren – neben dem üblichen Konzertpublikum — auch eine Menge junge Leute gekommen. Ob das dauerhaft wirkt, wird man sehen müssen. Auf jeden Fall ist so ein deutlich verjüngtes Publikum offensichtlich wesentlich begeisterungsfähiger, so offensive Beifallsbekundungen sind sonst eher selten.</p>
<p>Nicht ganz zu unrecht allerdings haben sie im Roxy ihren Platz. Kai Schumacher hat nicht nur ein hervorragendes Programm entwickelt, sondern ist auch als Musiker so vielseitig, dass er beispielsweise problemlos zwischen George Gershwin und Felix Mendelssohn Bartholdy hin und her wechseln kann: Er begann mit einer kleinen Auswahl der Mendelssohnschen „Lieder ohne Worte“, durchsetzt mit Songs und Preludes von Gershwin. Und streute in diese farbig gespielte Mischung dann auch noch ein paar pianistisch-virtuose Bearbeitungen von Rocksongs ein, die seiner Virtuosität viel Raum lassen. Und sein Faible für Rock blitzt immer wieder auf – bis zuletzt: Als Zugaben spielt er Songs von den Foo Fighters und von Slayer. Auch wenn man das fast gesagt bekommen muss: Das ist ganz stark der Tradition der virtuosen Klavierbearbeitung des 19. Jahrhunderts verpflichtet, so dass die Schumacherschen Adaptionen sich nahtlos ins klassische Rpertoire einfügen. Auch wenn er sehr kraftvoll donnern kann, selbst mit dem kleinen Flügel im Roxy. Und damit ist er auch schon wieder direkt bei Franz Liszt, der auch mehrmals im Programm auftaucht – es hängt eben alles zusammen.</p>
<p>Aber auch andere Pfade in die Gegenwart steuert Schumacher an. Zum Beispiel mit einer Minimal-Music-Section, die – wieder einmal – bei Liszt anfängt, den eher unbekannten meditativ-repetitiven „Nuages gris“, und über Erik Satie bis zu Philipp Glass führt, den Schumacher mit einer sehr lebendig-sprühenden Interpretation des „Mad Rush“ vorstellt. Nicht nur hier, immer wieder merkt man: Nicht allein das Roxy hat seinen Spaß, auch Kai Schumacher freut sich von Herzen an seiner Musik. Und das ist immer ein gutes Zeichen.</p>
<p>(geschrieben für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.mainzer-rhein-zeitung.de" title="Mainzer Rhein-Zeitung" target="_blank">mainzer rhein-zeitung</a></span>.)</p>

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		<title>Gro&#223;e Messe und gro&#223;e Interpretation</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Oct 2011 09:20:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die vielen Kisten und Instrumentenkoffer des Orchesters stehen noch im Eingangsraum – die Christuskirche ist eben keine Konzerthalle. Auch im Kircheninneren ist es voll, schon der Bachchor und der unterst&#252;tzende Chor der Musikhochschule brauchen einigen Platz, dazu dann noch die &#252;ppig besetze Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Aber f&#252;r das Publikum ist noch gen&#252;gend Platz. Zum Gl&#252;ck. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die vielen Kisten und Instrumentenkoffer des Orchesters stehen noch im Eingangsraum – die Christuskirche ist eben keine Konzerthalle. Auch im Kircheninneren ist es voll, schon der <a title="bacchor mainz" href="http://bachchor-mainz.de/" target="_blank">Bachchor</a> und der unterstützende Chor der Musikhochschule brauchen einigen Platz, dazu dann noch die üppig besetze <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.staatsphilharmonie.de/" title="Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz" target="_blank">Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz</a></span>. Aber für das Publikum ist noch genügend Platz. Zum Glück. Denn der ganze Aufwand der fast zweihundert Musiker ist ja kein Selbstzweck. Und Anton Bruckners dritte Messe in f-Moll, das Hauptwerk des Konzertes am Tag der Deutschen Einheit, sorgt dafür, dass die Christuskirche auch akustisch gut gefüllt wird.</p>
<p>Aber die Fülle des Klangs wurde nie drückend, der machtvolle Klangapparat – und Bruckner nutzt den durchaus ausgiebig – beschert dem Publikum keinswegs eine beschwerliche Enge. Ganz im Gegenteil. Der prägendste Eindruck nicht nur bei der Bruckner-Messe, sondern auch schon in der Altrhapsodie von Johannes Brahms, war die feine Ausgestaltung aller Klänge. Und das ist ein unbedingtes Verdienst Ralf Ottos. Ein wirklich großes noch dazu. Die geradezu verrückt wirkende Detailgenauigkeit in Chor und Orchester geht nämlich mit einer ungeahnten Offenheit der Brucknerschen Musik einher. Was da an Vorbereitung dahinter stecken muss!</p>
<p>Erstaunlich intim klingt die größte Messe Bruckner in der Christuskirche. Das ist nicht gerade kammermusikalisch, aber trotz der teilweise mächtig geschichten Chor– und Orchesterklänge – irgendwie muss Bruckner ja noch zu erkennen sein – doch immer ganz direkte Musik, die sich nicht nur dem unbedingten Glauben ihres Schöpfers verdankt, sondern diese felsenfeste Gewissheit auch weitergeben kann – ohne zu verhehlen, dass vieles anders sein könnte. Der gern mal auftrumpfende, besserwisserische Bruckner kommt hier nicht zum Klingen. Ob es nun die berückende Innigkeit des Gloria ist oder die großartig ausgeformten Kontraste des Credo: Überall in dieser Messe herrscht ein lebendig-atmender Klang, der vor allem eine Geborgenheit in überlegter Gestaltung vermittelt, die sich den Rausch immer wieder versagt – und so vieles überhaupt erst zu erkennen gibt.</p>
<p>Der Bachchor singt das wie ein gebändigter Tiger: Voller Kraft, mit pulsierender Wildheit und natürlichem Instinkt, die aber ganz dem Willen des Dirigenten-Dompteurs Otto unterworfen sind und – ohne gebrochen zu weden, ohne an Ausstrahlung zu verlieren – zivilisiert wurden. Das ist immer ein schmaler Grat zwischen banalem Klangrausch und gefühlsduseligem Kitsch, den Bruckner im Idealfall von seinen Dirigenten verlangt. Und noch dazu technisch nicht ohne Tücken. Otto wandelt sicher – und führt das Publikum so nicht nur zum Erleben, sondern zum ganz neuen Kennenlernen dieser großen Messe.</p>
<p>(geschrieben für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.mainzer-rhein-zeitung.de" title="Mainzer Rhein-Zeitung" target="_blank">mainzer rhein-zeitung</a></span>.)</p>

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		<title>Musik und Bratwurst</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Aug 2011 19:29:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ganz vergessen, deshalb zwei Wochen sp&#228;ter noch mein Text zu der — meines Erachtens — reichlich &#252;berfl&#252;ssigen Werbe– und Selbstbeweihr&#228;ucherungsveranstaltung der Schott-Werke. Der logistische Aufwand steht jedenfalls weder in einem Verh&#228;ltnis zum k&#252;nstlerischen Ertrag (der ist Null) noch zum erzielten Spendenaufkommen. Und der Musik wird mit so Sp&#228;&#223;chen auch kein Gefallen getan, auch wenn sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ganz vergessen, deshalb zwei Wochen später noch mein Text zu der — meines Erachtens — reichlich überflüssigen Werbe– und Selbstbeweihräucherungsveranstaltung der Schott-Werke. Der logistische Aufwand steht jedenfalls weder in einem Verhältnis zum künstlerischen Ertrag (der ist Null) noch zum erzielten Spendenaufkommen. Und der Musik wird mit so Späßchen auch kein Gefallen getan, auch wenn sie — Open Air, Event, kostenlos … — angeblich der Popularisierung der klassischen Musik dienen (sollen): Die Musik überlebt den ganzen Klimbim einfach nicht, was rauskommt, ist maximal auf dem Niveau des Klassik-Radios. Und dazu brauche ich den Aufwand einfach nicht, das Geld (ich möchte gar nicht wissen, was das alles gekostet hat, dieser riesige technische Aufwand und die ganzen dumm herumstehenden „Security”-Typen …) hätte man sinnvoller einsetzen können.</p>
<p>Aber für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.mainzer-rhein-zeitung.de" title="Mainzer Rhein-Zeitung" target="_blank">mainzer rhein-zeitung</a></span> wollte ich nicht ganz so böse sein ;-):</p>
<p>Ungefähr 130 Kinder sind nötig, dazu noch ein ausgewachsenes Orchester und der Vermittlungs-Dirigent Justus Frantz sind dafür in Mainz. Das Projekt heißt ja auch „Kinder musizieren mit Justus Frantz“, es war schon der neunter Workshop, den Schott organisiert und finanziert hat. Erfahrung soll er den Kindern vermitteln, das Orchesterspiel sollen sie mit und bei den Profis der Philharmonie der Nationen kennen lernen und üben. Und ein Abschlusskonzert springt auch noch dabei raus, eine große Party am Fort Malakoff, mit schwimmender Bühne, Bratwurst, Bier und Großbildprojektion, so dass auch die übrigen Mainzer etwas davon haben.</p>
<p>Das ist eine ziemlich aufwändige Sache – so aufwändig, dass zum geplanten Beginn um 19 Uhr noch ncihts passiert und ein Großteil des Publikums sich noch vor den Eingängen staut. Nur die Plätze auf den Bierzeltgarnituren sind schon alle belegt. Aber Familienangehörige und „VIPs“ bekommen ja bequeme Stühle. Doch das dauert, bis die besetzt sind. Derweil kann sich die Technik auch noch in Ruhe vorbereiten, die Regenschutzhüllen von den Lautsprechern entfernen, die Mikrofone noch einmal zurecht rücken und die Kameras in Position bringen.</p>
<p>Irgendwann ist es dann so weit, das übergroße Orchester hat auf der schwimmenden Bühne Platz genommen und begeisterten das große Publikum sofort: Der „Kugelflug“, eine erweiterte Form der Hintergrundmusik des Deutschen Pavillons auf der Weltausstellung in Shanghai, zog mit eingängigen Melodien und interessanten Farben in den Bann. Ganz klassisch dagegen die Egmont-Ouvertüre von Ludwig van Beethoven, die von den Kindern und den Profis mit großem Ernst und viel Wucht musiziert wurde. Richtig beeindruckend war vor allem aber Modest Mussorgskijs große sinfonische Dichtung „Die Nacht auf dem kahlen Berge“, in der sich das 200-Mann-Orchester als lebendiges und organisches Instrument präsentierte.</p>
<p>Die Philharmonie der Nationen ergänzte das noch ganz romantisch mit Sergeij Rachmaninows zweitem Klavierkonzert – aber das war nicht die Hauptsache. Dem Solisten Joseph Moog wurde dafür nicht einmal ein Flügel zur Verfügung gestellt, er musste sich am Konzertklavier quälen – das ist ungefähr so, wie einen Formel-1-Fahrer mit einem Smart gegen seine voll ausgerüsteten Kollegen antreten zu lassen. Entsprechend bescheiden war das Ergebnis. Aber das konnte die Stimmung kaum trüben, zumal Justus Frantz die Kinder gleich noch zu mehreren Zugaben auf die Bühne holte.</p>
<p><a href="http://matthias-mader.de/wp-content/uploads/schott-frantz.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-4716" title="Kinder musizieren mit Justus Frantz" src="http://matthias-mader.de/wp-content/uploads/schott-frantz-300x199.jpg" alt="Blick auf die B&uuml;hne im Rhein" width="300" height="199" /></a></p>

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		<title>Marathon geht auch ohne Training</title>
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		<pubDate>Sun, 08 May 2011 20:12:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es geht tats&#228;chlich. Aber, um das gleich klarzustellen, vern&#252;nftig ist das &#252;berhaupt nicht. Und empfehlenswert auch nicht so richtig. Aber von vorne: Nach langem &#220;berlegen hatte ich mich im September doch wieder f&#252;r den Mainzer Gutenberg-Marathon angemeldet. Ich war mir zwar noch nicht sicher, ob ich den auf neue  Bestzeit laufen w&#252;rde oder einfach so. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
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<p><b>Warning</b>:  current() [<a href='http://laufen.matthias-mader.de/veranstaltungen/marathon-geht-auch-ohne-training/function.current'>function.current</a>]: Passed variable is not an array or object in <b>/www/htdocs/mmader/laufen/wp-content/plugins/nextgen-gallery/nggfunctions.php</b> on line <b>690</b></p>
<p><b>Warning</b>:  array_search() [<a href='http://laufen.matthias-mader.de/veranstaltungen/marathon-geht-auch-ohne-training/function.array-search'>function.array-search</a>]: Wrong datatype for second argument in <b>/www/htdocs/mmader/laufen/wp-content/plugins/nextgen-gallery/nggfunctions.php</b> on line <b>694</b></p>
<p><b>Warning</b>:  reset() [<a href='http://laufen.matthias-mader.de/veranstaltungen/marathon-geht-auch-ohne-training/function.reset'>function.reset</a>]: Passed variable is not an array or object in <b>/www/htdocs/mmader/laufen/wp-content/plugins/nextgen-gallery/nggfunctions.php</b> on line <b>696</b></p>
<p><b>Warning</b>:  key() [<a href='http://laufen.matthias-mader.de/veranstaltungen/marathon-geht-auch-ohne-training/function.key'>function.key</a>]: Passed variable is not an array or object in <b>/www/htdocs/mmader/laufen/wp-content/plugins/nextgen-gallery/nggfunctions.php</b> on line <b>697</b></p>
<p><b>Warning</b>:  end() [<a href='http://laufen.matthias-mader.de/veranstaltungen/marathon-geht-auch-ohne-training/function.end'>function.end</a>]: Passed variable is not an array or object in <b>/www/htdocs/mmader/laufen/wp-content/plugins/nextgen-gallery/nggfunctions.php</b> on line <b>699</b></p>
<p>Es geht tatsächlich. Aber, um das gleich klarzustellen, vernünftig ist das überhaupt nicht. Und empfehlenswert auch nicht so richtig.</p>
<p>Aber von vorne: Nach langem Überlegen hatte ich mich im September doch wieder für den Mainzer Gutenberg-Marathon angemeldet. Ich war mir zwar noch nicht sicher, ob ich den auf neue  Bestzeit laufen würde oder einfach so. Aber Training hatte ich schon geplant. Dann wollte aber zunächst meine Ferse nicht so recht. Und dann war Winter. Und dann … Ehe ich mich versah, war jedenfalls schon wieder Februar — und ich ging beim <a title="Vom Wert des Trainings: 5. Maaraue (Ultra-)Marathon Mainz" href="http://matthias-mader.de/laufen/vom-wert-des-trainings-5-maaraue-ultra-marathon-mainz/">5. Mainzer Maaraue-Marathon</a> auf den letzten Runden ziemlich kläglich unter (kein Wunder, die langen Läufe fehlten einfach). Aber irgendwie war das immer noch nicht genügend Motivation, endlich mal wieder in ein richtiges, geregeltes, ordentliches Marathon-Training einzusteigen. Stattdessen spielte ich querfeldein herum und begann, öfters in den Fivefingers zu laufen — was natürlich, vor allem zu Beginn, gehöri auf die Distanzen ging. Immerhin hielt mein Streak noch: So kurz vor der Drei-Jahres-Marke wollte ich nicht klein beigeben. Und dann war der April auch schon wieder fast zu Ende und ich stand endgültig vor der Entscheidung: Was mache ich nun am 8. Mai? Laufe ich trotz allem versuchsweise einen Marathon? Oder höre ich nach der ersten Runde auf? Ganz ausfallen lassen wollte ich das nicht, dafür war mir die Startgebühr eigentlich zu hoch. Also mein vorläufiger Beschluss: Ich laufe zunächst den (sowieso schon geplanten und gemeldeten) <a title="Frankenstein ganz ohne Horror" href="http://matthias-mader.de/laufen/frankenstein-ganz-ohne-horror/">Frankensteinlauf</a> mit den Fivefingers. Und am Wochenende danach stelle ich mich einfach an den Start, laufe los und schaue, was dabei rauskommt — durchaus mit dem Ziel, die 42 Kilometer auch voll zu machen.</p>
<p>Aber so einfach war es dann doch nicht. Beim Frankensteinlauf ging nämlich etwas schef (was, das weiß ich immer noch nicht): Am Ende der netten 15 Kilometer hatte ich riesige Blasen unter den beiden Fersen. Vor allem der linke Fuß (und links ist sowieso die Seite, wo bei mir alle Unfälle passieren) sah <a href="http://picplz.com/hJnh" >gar nicht gut</a> aus. Den Anfang der Woche habe ich die Füße also mit kurzen Läufen geschont. Beim ersten etwas „längeren“ Lauf, der Dreibrückenrunde mit ca. 12 Kilometern, am Donnerstag hatte ich wohl doch die falschen Schuhe erwischt. Jedenfalls hat es links noch einmal etwas gerieben und die Blase — die ja nicht nur auf der Sohle war, sondern sich auch auf den Außenrist hochzog — fing an, sich zu öffnen. Das war jetzt wirklich blöd, die neue Haut unter der Blase war nämlich noch reichlich empfindlich. Also wieder alles in Frage stellen? So schnell nicht, es gibt für alles eine Lösung. Und der Plan bestand weiterhin. Zumal ich mich inzwischen einer kleinen Gruppe Mainzer Läufer angeschlossen hatte, die beim Marathon mit entsprechenden T-Shirts für den Ausstieg aus der Atomenergie werben wollten — ein Rückzug war jetzt also nicht mehr möglich.</p>
<p>Und dann war es auch schon Sonntag. Der Wecker klingelte um acht Uhr, das sollte mir genügend Zeit geben, mich vorzubereiten. Denn das Wichtigste heute war: Tapen ohne Ende. Alle halbwegs kritschen und gefährdeten Stellen der Füße wurden großzügig mit Leukotape gesichert.</p>
<p>Trotzdem war ich mir immer noch nicht im Klaren, wie das ausgehen würde … Kurz vor Neun machte ich mich dann auf den kurzen Fußweg zum Start an der Rheingoldhalle. Eigentlich waren die Läufer „gegen Laufzeitverlängerung“ am Ende des ersten Startblockes verabredet. Aber das war offensichtlich keine gute Idee gewesen — gefunden haben wir uns da nämlich nicht. Da ist auch kein Wunder: Die Startaufstellung in Mainz ist zwar theoretisch gut und genau geordnet, löst sich aber jedes Jahr spätestens um 9.20 Uhr in totales Chaos auf. Im ersten, roten, Startblock waren dann auch wirklich alle Farben zu sehen: Grün, Blau, Gelb, Orange. Und das merkt man auf den ersten Kilometern, die ja sowieso ein ziemliches Gewusel sind, doch sehr deutlich.</p>
<p>Irgendwann war es dann wieder soweit: Die hämmernde 08/15-Technomusik durfte schweigen, der Marathon wurde gestartet. Selbst für den ersten Block dauert das natürlich immer etwas, bis man wirklich an der Startlinie ist und loslaufen kann. 12000 Läufer seien am Start, hieß es im Feld. Kein Wunder, bei strahlendem Sonnenschein und schon morgens angenehmen 20 °C gibt es kaum Ausreden … Also, es ging los. Ich schwamm zunächst einfach mal im Feld mit, schaute, was so passiert — mit mir und meinen Füßen. Und meinen untrainierten Muskeln. Bald hinterm Start holte mich der erste Anti-Atom-Läufer ein, zog aber bald weiter, weil er einen zügigeren Halbmarathon geplant hatte. Etwas später wiederum hatte ich auf einmal eine Geisterhand an der Schulter: Ronald, auch mit gelben T-Shit, hatte mich gefunden. Das war eine gute Fügung, wir blieben bis kurz vor der Halbmarathonmarke zusammen. Bis dahin lagen aber noch ein paar Kilometer vor uns. Bei der ersten Verpflegung auf dem Weksgelände von Schott war großes Chaos — angesichts der Wärme wollten die meisten Läufer gleich von Anfang an trinken, was die hilfsbereiten Wasserausschenker gut in Anspruch nahm. Denn noch war das Feld sehr dicht, wir waren ja auch erst einige Kilometer unterwegs. Und es blieb auch recht voll auf der Strecke: In unserem Tempo waren ziemlich viele unterwegs. So spulten wir also Kilometer für Kilometer ab, meist zwischen 5’20 und 5’30. Meine Taktik sah eigentlich gaaaaanz anders aus: Da ich meine Form überhaupt nicht einschätzen konnte, hatte ich mir das vollkommen willkürliche Ziel der Vier-Stunden-Marke gesetzt, was — vor allem am Anfang — eher 5’40 pro Kilometer bedeutet hätte. Aber irgendwie liefs einfach locker und angenehm — durch’s Mombacher Gewerbegebiet und dann wieder durch den großen Hotspot Mombach — die ganz selbstbewusst, aber nicht völlig zu Unrecht behaupteten, die beste Stimmung an der Strecke zu haben, zurück in Richtung der Mainzer Innenstadt. Bis dahin gab’s natürlich wieder einige Schlenker und Kurven durch die Wohngebiete der Neustadt. Aber inzwischen, nach sieben, acht Kilometern, machte das Laufen in diesem Tempo richtig viel Spaß. Auch wenn ich anfing zu grübeln, wie wohl meine zweite Runde aussehen würde — Roland wollte ja irgendwo bei Kilometer 30 aussteigen um seine Kräfte für den Rennsteig-Marathon zu sparen.</p>
<p>Ruckzuck waren wir dann um die Christuskirche herum und eilten schon wieder auf die Altstadt zu. Sehr schön immer wieder der Moment, wenn man von der Langgasse auf die Ludwigstraße einbiegt, und in die Publikumsmassen eintaucht — da war schon ziemlich viel los. Auch auf dem Gutenbergplatz und durch die Augustinerstraße war wieder klasse Stimmung. Dann, hinter dem Südbahnhof, beginnt ja der etwas abschreckende Teil der ersten Runde: Die ewig lange Gerade nach Weisenau, die man nach der Wende — die ja tatsächlich erst kurz vor der Autobahn ist — auf der anderen Straßenseite wieder zurücklaufen darf. Das heißt ja auch, dass man vor allem stadtauswärts immer schon sieht, wer alles schon zwei, drei Kilometer weiter ist … Wenn man das aber mal kennt, verliert auch diese Gerade ihren Schrecken. Und auf dem Rückweg ist ja der Halbmarathon schon fast geschafft (nagut, drei, vier Kilometerchen sind das auch noch). Wir blieben unserem Tempo aber weiterhin treu. Klar, inwzsichen merkte ich schon, dass die muskuläre Belastung stieg — über 16 Kilometer bin ich in diesem Jahr ja nur sehr selten hinausgelaufen. Und da war ich inzwischen schon durch. Aber das Tempo war noch immer gut zu laufen. Bei der letzten Verpflegung vor dem Halbmarathon verlor ich Roland dann leider total — keine Ahnung, wo der abgeblieben ist.</p>
<p>Mir jedenfalls ging’s jetzt richtig gut. Mein neuer Plan hieß jetzt: Tempo halten, den — von mir als unvermeidlich erwarteten — Einbruch so lange wir möglich hinauszögern. In der Tat konnte ich dann auf dem Beginn der zweiten Runde das Tempo sogar noch erhöhen: Jetzt lag der Schnitt eher um die 5’10. Die Strecke wird ja in Mainz nach dem Passieren der Rheingoldhalle immer schlagartig leer: Von den 8021 Zieleinläufen in diesem Jahr entfallen 6776 auf den Halbmarathon, nur 1245 laufen den Marathon (und davon wiederum sind gerade einmal 170 Frauen — beim Halbmarathon ist der Geschlechterunterschied nicht ganz so krass). Auch auf der zweiten Runde machte mir das Laufen noch viel Spaß. Jetzt kam auch noch — psychologisch ganz vorteilhaft — hinzu, dass ich kontinuierlich Läufer überholte (mit Ausnahme der frischen Staffelläufer natürlich, von denen sind einige an mir vorbei gezogen). Da es imme noch so ausgezeichnet vorran ging, modiizierte ich meinen Plan noch einmal. Vorsorglich (ohne wirklich davon überzeug zu sein) hatte ich morgens noch 4 Hammergels mitgenommen und in die Hose gesteckt. Die kamen jetzt peu-a-peu zum Einsatz. Das erste Gel irgendwo bei Kilometer 24 oder 25, in Sichtweite der nächsten Verpflegung. Denn für die Dinger braucht man ordentlich Wasser. Davon hatte ichheute eh‘ schon einiges geschluckt: Bei jeder Verpflegungsstelle habe ich mir versorgt,die Hitze wollte ich nicht als Entschuldigung gelten lassen. Wo möglich, habe ichauch meine Mütze ins kühle Nass (das war wirklich vergleichsweise sehr kühl) getaucht und so meinen Kopf etwas abgekühlt — auch wenn das nie lange vorhält. Die Entscheidung für den Geleinsatz war aber sehr richtig: Die DInger geben einfach noch einmal einen Schub — sie ermöglichen, wirklich das Letzte aus den Muskeln herauszuholen.</p>
<p>Die Schleife durch Hessen, durch Kostheim, finde ich ja immer sehr schön. Gut, viel Betrieb ist da nicht. Aber dafür läuft man auf kleineren Straßen durch die Wohngebieten. Und unheimlich viele Anwohner sind im Vorgarten und feuern an. Oder spenden mit dem Wasserschlauch eine kleine Dusche — bei mittlerweile gut 25 °C (und weiterhin wolkenlosem Himmel) eine sehr willkommene Abkühlung. Der Rückweg nach Mainz wurde mir dann aber recht lang: Die letzte Wasserstation lag schon wieder zwei Kilometer zurück, ich hätte ein paar Schluck Feuchtigkeit vertragen. Dann auch noch der Anstieg auf die Theoor-Heuss-Brücke. Allein die Tatsache, dass ich weiterhin überholte, gab mir noch etwas Kraft. Hinter der Brücke fiel ich dann aber doch in ein kleines Loch: Jeztt wurde es richtig schwer. Und bis zur Verpflegung bei Schott zog es sich — die Rheinallee ist da, mit den paar versteuten Läufern, auch nicht wirklich spannend. Doch irgendwie hielt ich durch, auch wenn ich schon mit dem Abbruch-Gedanken spielte.</p>
<p>Auf dem Werksgelände kam dann das nächste Gel zum Einsatz. Zum Glück spielte mein Magen mit: Die Hammergels — heute hatte ich nur „Espresso“ dabei — schmecken zwar auch nicht besonders lecker, sind für mich aber sehr gut verträglich. Trotz Energieschub durch Gl pendelte sich der Schnitt wieder etwas tiefer ein — bzw. es wurde härter, das Tempo hoch zu halten. Die Schleife durch das Mombacher Gewerbegebiet ging dann überraschend schnell herum — davor hatte ich eigentlich mehr Angst. Mombach selbst war dann ok, langsam ging es allerdings doch spürbar an die Substanz. Vor allem der Weg in die Altstadt zog sich jetzt deutlich mehr als auf der ersten Runde. Und das Tempo sank Kilometer für Kilometer ein bisschen — unaufhaltsam, aber in kleinen Schritten. In der Bauhausstraße dann schließlich das vierte Gel — bei Kilometer 39 eigentlch fast zu spät. Ich glaube aber, das war gar nicht schlecht. So hatte ich nämlich noch ordentlich Kraft und Pep die riesige Steigung von geschätzten zwei Metern der Langgasse hochzulaufen und vor allem in Angesicht des großen Publikums nicht doch noch Gehpausen einlegen zu müssen. Und wenn man zum zweiten Mal über den Gutenbergplatz ist, dann hat man es eigentlich geschafft — keine zwei Kilometer sind es dann noch. Noch schnell die Augutinerstraße hinunter, am Südbahnhof diesmal gleich links zurück zur Rheingoldhalle. Der letzte Kilometer, die schön lange Zielgerade, zieht sich natürlich etwas. Aber hier ist man ja nicht allein. Und nach 3:49:32 war ich dann unter dem Zielbogen durch.</p>
<p>Jetzt fing das wahre Leiden aber erst an. Meine Beine waren nciht sehr damit einverstanden, plötzlich nicht mehr in Bewegung zu sein. Ich blieb zwar beim Gehen, merkte aber tortzdem, dass die Muskeln völlig leer waren und von Schritt zu Schritt steifer wurden. Und auch der REst des Körpers wusste offenbar nicht so recht, was er mit der plötzlichen Änderung machen sollte. Ein Krug kaltes Wasser über den Schädel tat ganz gut. Eigentlich woltle ich ja auch was trinken, aber das ging kaum noch. Wasser konnte ich nich mehr sehen, Frubiase war jetzt einfach nur eklig, Cola ging halbwegs. Essen ging schon gar nicht … Da mein Baumwoll-T-Shirt und meine Hose ja von Schweiß und Wasser triefnass waren und ich im Ziel auch niemand Bekanntes traf, bin ich ziemlich bald die paar Hundert Meter nach Hause stolziert. Dort wollte ich mich eigentlich nur mal kurz Hinsetzen, die Kompressionsstrümpfe auszuziehen. Jetzt aber entschied mein Kreislauf, dass er die Schnauze voll hatte und sackte erst einmal deutlich weg. Ein paar Minuten später war ich dann weigstns wieder fit genug für die Dusche … Aber so richtig erholt war ich erst zwei Stunden später wieder — und freue mich schon auf den sicherlich mörderischen Muskelkater, den ich morgen haben werde .. Aber immerhin gehörte ich nicht zu den durchaus zahlreichen Läufern, die im Krankenwagen landeten — die Rettungsdienste hatten nämlich heute so einigs zu tun.</p>
<p>Also: Marathon ohne entsprechendes Training geht durchaus mal. Ist aber auch — im Vergleich zur erlaufenen Zeit — ziemlich anstrengend …</p>
<p>Und noch ein paar Bilder:
 </p>

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		<title>Herz, Hand und viel Erfahrung</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Apr 2011 19:01:44 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Anl&#228;sslich der Einweihung neuer Herstellungsr&#228;ume habe ich in der letzten Woche f&#252;r die mainzer rhein-zeitung dem traditionellen Mainzer Blasinstrumentehersteller Gebr&#252;der Alexander in den neuen R&#228;umlichkeiten einen Besuch abgestattet. Das ist dabei herausgekommen: ﻿Vor der T&#252;r legten die G&#228;rtner noch letzte Hand an, im Treppenhaus standen diese Woche noch die Anstreicher – bis zum letzten Moment [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anlässlich der Einweihung neuer Herstellungsräume habe ich in der letzten Woche für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.mainzer-rhein-zeitung.de" title="Mainzer Rhein-Zeitung" target="_blank">mainzer rhein-zeitung</a></span> dem traditionellen Mainzer Blasinstrumentehersteller <a title="gebr&uuml;der alexander" href="http://www.gebr-alexander.de" target="_blank">Gebrüder Alexander</a> in den neuen Räumlichkeiten einen Besuch abgestattet. Das ist dabei herausgekommen:</p>
<p>﻿Vor der Tür legten die Gärtner noch letzte Hand an, im Treppenhaus standen diese Woche noch die Anstreicher – bis zum letzten Moment wird an der neuen Manufaktur der Gebrüder Alexander gearbeitet. Heute ist festliche Einweihung der neuen Werkstätte. Denn für den Mainzer Hersteller von Blechblasinstrumenten ist das mehr als ein bloßer Umzug: Über hundert Jahre wurden die weltberühmten Hörner, Tuben und Trompeten nun in den alten Räumen in der <a title="musik-alexander" href="http://www.musik-alexander.de" target="_blank">Bahnhofsstraße</a> hergestellt. Jetzt ist die Manufaktur in die ehemaligen Werkstätten für Behinderte in der Hechtsheimer Robert-Koch-Straße umgesiedelt.</p>
<p>Manufaktur – der altmodische Begriff trifft hier ausnahmsweise wirklich. Denn das allermeiste geschieht tatsächlich in Handarbeit, ganz traditionell, fast wie vor hundert Jahren. Nur eben inzwischen an modern ausgestatteten, ergonomisch optimierten Arbeitsplätzen. Und mit Absauganlagen, Luftreinigung, Normlicht – wie sich das für einen modernen Betrieb gehört. Die Herstellung in den neuen Werkstätten läuft schon zwei Wochen und hat sich bereits normalisiert, während im Rest des Hauses noch renoviert wird. Das heißt, die ungefähr 60 Instrumentenmacher biegen, formen, löten und hämmern die Instrumente in Form – und probieren sie immer wieder aus.</p>
<p>Ganz unten, versteckt in der Ecke, steht das Ausgangsmaterial: unscheinbare Messingrohre, die fast wie banale Heizungsrohre aussehen. Aber aus diesem Grundmaterial wird hier – mit Ausnahme des Schalltrichters – das vollständige Horn gefertigt. In mehreren Arbeitsgänge werden die Rohre sorgsam gebogen und auf die „Alexander-Weite” gebracht. Und ein Horn hat ziemlich viele Bögen. In der großen Hauptwerkstatt werden die vielen Einzelteile dann zum fertigen Instrument zusammengebaut. Hier werden auch Reperaturen ausgeführt – so ein Horn kann schließlich problemlos ein oder zwei Generationen Musiker überleben. Und am Ende werden die Instrumente schießlich noch poliert und lackiert. Das passiert fast unter Reinraumbedingungen – denn wenn auch nur ein einzelnes Staubkorn unter dem Lack bleibt, fängt alles noch einmal von vorne an. Die moderne Technik beim Lackieren war auch einer der Gründe, warum sich die schon länger gehegten Pläne für einen Umzug im letzten Jahr konkretisierten.</p>
<p>Aber nicht nur im Lackierraum sind die Instrumentenmacher bei Gebrüder Alexander Perfektionisten. Deshalb auch jedes Instrument von einem Solisten des Philharmonischen Orchesters vor dem Verkauf ausgiebig getestet. Und das Streben nach Vollendung war auch der Hauptgrund für den Umzug ins Industriegebiet: „Die alten Werkstätten sind zwar sehr pittoresk, aber nicht immer unbedingt praktisch. Und sie platzten aus allen Nähten”, erklärt Stephan Kahl von der Geschäftsleitung. „Material und Form der Hörner sind sowieso ausgereift, besser kann nur noch der Herstellungsprozess werden.”</p>
<p>Gebrüder Alexander setzt da ganz auf das Können und die Erfahrung seiner Mitarbeiter, darunter zehn Meister und momentan neun Auszubildende. „Ein Roboter kann das offenbar einfach nicht wie ein Mensch, der das Horn vom Anfang bis zum Ende entstehen sieht”, erläutert Kahl die Überzeugung des traditionsreichen Mainzer Betriebes. Versucht wurde das übrigens schon, ein japanischer Konkurrent hat probiert, die Mainzer Hörner in allen Dimensionen zu messen und zu analysieren und dann nachzubauen – funktioniert hat es aber nicht.</p>
<p>Und während die Büroräume noch den letzten Schliff verpasst bekommen, sind die Instrumentenmacher schon längst wieder zu ihrer geschäftigen Routine übergegangen: Die Poliermaschinen surren, die Lötflammen brutzeln, die Feilen schrappen – und zwischendurch erklingt immer wieder ein Horn– oder Trompetenton. Damit man auch merkt, was hier entsteht.</p>

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