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	<title>„Nächstens mehr.“ &#187; liebe</title>
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	<description>Literatur, Musik, Theater - die Welt meiner Kultur.</description>
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		<title>Von Liebe und Ablehnung: Lautenlieder um 1600</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Aug 2010 19:11:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Programm ist typisch für ein Konzert, das sich ausschließlicher Alter Musik widmet: Wer schon einmal die Namen von mehr als drei Komponisten gehört hat, darf sich Kenner nennen – und wem alle vierzehn Tonsetzer bekannt sind, der ist bestimmt ein heimlicher Spezialist für die Entwicklung des Lautenlieds um 1600. Denn genau das ist es, was die englische Sopranistin Emma Kirkby und der schwedische Lautenist Jakob Lindberg in der Augustinerkirche präsentieren.</p>
<p>Aber das macht überhaupt nichts, dass man bei weitem nicht alles kennt. Und das die Komponisten ständig wechseln, bringt vor allem viel Abwechslung und Bewegung in den Abend. Denn thematisch geht es in allen Liedern immer wieder um das selbe: Die Liebe. Und da hat sich in den letzten vierhundert Jahren wenig geändert. Man singt heute wohl keine Lieder der Angebeteten mehr, schon gar nicht mit Lautenbegleitung. Aber Zurückweisung und Erfüllung, Glückendes Werben und Scheitern immer noch nahe beieinander.</p>
<p>Aber diese Fülle verschiedenartiger Musik aus Frankreich, England, Italien und Deutschland bleibt nicht nur ein loser Haufen diverser Puzzlestücke. Das weiß Emma Kirkby schon zu verhindern – nicht umsonst betreibt sie das Geschäft schon einige Jahrzehnte. Ihre unvergleichliche Souveränität hilft ihr dabei enorm. Nicht nur stimmlich ist sie sehr präsent, auch wenn sie nicht mehr so hell strahlt wie früher, auch in der Interaktion mit ihrem Publikum. So ergibt sich also eine entspannte Geselligkeit mit rundum weltlicher Musik in Kirche. Entspannt ist das, trotz der großen Konzentration, weil Kirkby als detailversessene Sängerin genau weiß, was sie tun muss und wie, um den Liedern noch einmal Leben einzuhauchen: Sanft und geschmeidig schmeichelt sie verführerisch, kann aber auch – wo es der Effekt verlangt — kräftig werden. Am besten und überzeugendsten ist sie aber in den leisen Tönen, im Klagen und Sehnen, in den zart aushauchenden Enden der kurzen, oft sehr schlichten Lieder. </p>
<p>Jakob Lindberg bleibt dabei als Begleiter ziemlich zurückhaltend – aber die meisten Lieder geben ihm auch recht wenig Gelegenheit, seine Fähigkeiten voll auszuspielen. Dass kann er mit einigen Soli von John Dowland, einer wunderbaren Passacaglia von Alessandro Piccinini und vor allem mit den von ihm selbst bearbeiteten sieben kleinen Lautenstücken von Henry Purcell umso besser<br />
Warm tönend, scheut er polyphone Strukturen genauso wenig wie swingende Melodien – und überbrückt die zeitliche Differenz damit genauso problemlos und selbstverständlich wie Emma Kirkby mit ihrem Gesang.  </p>
<p>(geschrieben für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.mainzer-rhein-zeitung.de" title="Mainzer Rhein-Zeitung" target="_blank">mainzer rhein-zeitung</a></span>.)<img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/09dac41c74b54d8d8d86fcf8af7f048f" width="1" height="1" alt=""><br />
</img></p>

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		<title>„herz an herz”: der bachchor mit brahms &amp; reger</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 17:10:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Es erbebt die Seele, es zittert das Herz und es schmachtet das Gemüt: In der romantischen Chormusik wird gerne gesehnt und gelitten — aber auch geliebt und gefreut. Nicht gerade typisches Repertoire für einen Kirchenchor. Aber der Bachchor ist ja schon länger über seine ursprüngliche Funktion hinausgewachsen. Und dass er und sein Dirigent Ralf Otto romantische Musik ziemlich gut in Klang setzen können, haben sie auch schon ausreichend bewiesen.<br />
Gute Voraussetzungen für ein gelingendes Konzert also. Und in der Tat, das dritte Abonnement-Konzert, für das der Bachchor mitten in der Passionszeit ins Staatstheater wechselte, gelang ihnen. Nicht nur dem Chor, auch den begleitenden Instrumenatlisten (Burkhard Schaeffer und Petra Morath-Pousinelli am Klavier) und dem Kammermusik-Duo. Denn zwischen den liebestrunkenen und wehevollen Chorsätzen sorgten auch noch Violinist Benjamin Bergmann, wiederum von Burkhard Schaeffer am Klavier unterstützt, für etwas Abwechslung: Mit einer klaren, geradlinigen A-Dur-Violinsonate von Johannes Brahms und Teilen aus der a-Moll-Suite von Max Reger.<br />
Nicht, dass die Abwechslung unbedingt nötig gewesen wäre. Denn der Bachchor selbst bringt schon genügend viele Klangfarben und Stimmungen mit, um einen Konzertabend vielfältig zu gestalten.<br />
Zumal das Programm sich zwar auf zwei Komponisten, eben Brahms und Reger, beschränkte, aber doch alles andere als langweilig war. Da gab es eine kleine Auwahl aus den Ausgewähltenn Volksliedern Regers, die beiden „Nachtwachen“ aus den Fünf Gesängen von Brahms, aber auch Regers frühe Chöre für gemischte Stimmen mit Klavier op. 6. Und schließlich noch die kompletten Brahmsschen Liebesliederwalzer. Die waren natürlich ein echter Höhepunkt, versammelten sie zum Schluss doch noch einmal die große Vielfalt romantischer Chormuik in einem – textlich und musikalisch, inhaltlich und formal.<br />
Und die reichen Differenzierungen des Chores waren hier besonders gut zu beobachten und zu bestaunen. Denn nicht nur der tanzende Dirigent sorgte für Stimmung, auch die präzisen, klaren Chorsätze machten Freude. Otto schaffte es nämlich wieder einmal, genau ins Ziel zu treffen: Durchhörbare Harmonien (selbst in den komplexen Sätzen Max Regers gelang ihm das sehr locker) verbinden sich mit einer wunderbar klaren Verdeutlichung der Komposition. Aber er begnügte sich eben noch lange nicht damit. Denn er ließ seine Sänger und Sängerinnen das zu wirklicher Musik machen: Mit Empfindung und auch etwas Emphase, mit Gefühl und Geschmack leihen sie dem leidenden Herz und der überschwänglich jubilierenden Seele immer wieder ganz frisch ihre klangvollen Stimmen.</p>
<p>(geschrieben für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.mainzer-rhein-zeitung.de" title="Mainzer Rhein-Zeitung" target="_blank">mainzer rhein-zeitung</a></span>)<img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/6246b61c1e3d47b097562fdd618c3dc1" width="1" height="1" alt=""></p>

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		<title>schleichende begeisterung</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Oct 2009 15:31:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
				<category><![CDATA[pop]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>ich höre ja, das ist eine art geständnis, <em>element of crime </em>recht gerne. insbesondere seit „romantik” haben sie es mir immer angetan. ein etwas sündiges begehren ist das, weil ich sonst eigentlich eher etwas komplexere, avancierte ästhetische programme und konzepte schätze. aber manchmal ist so ein bisschen seichter pop auch nicht schlecht ;-). denn auch wenn gerade die texte immer wieder sehr gepriesen werden — im grunde bleibt es alles sehr harmlos hier.</p>
<p>das neueste album, „immer da wo du bist bin ich nie”, schien mir dann aber zunächst, beim ersten und zweiten hören, doch arg platt geraten. aber, das ist das gemeine bei <em>element of crime </em>der letzten jahre, sie schleichen sich doch in die gunst der hörer ein. inzwischen hat mich auch die neue cd ziemlich gepackt. die musik ist ja im großen und ganzen immer noch dieselbe — ein bisschen mehr tex-mex-anklänge, aber sonst bleibt es beim bewährten sound. aber eben ziemlich gut gemacht:  eingängige, sehr eingängige melodien, nett harmonisiert, tight gespielt, ohne irgend jemand zum widerspruch aufzuregen — deutsche konsensmusik at it’s best … die texte, zunächst, hatte mich ziemlich genervt: dieses bemühen um kunstvolle naivität, diese wollen um jeden preis, das aus fast jeder zeile spricht — nervig.</p>
<p>thematisch ist das natürlich extrem einfallslsos — der plattentitel [ein fast-zitat übrigens des ersten verses von <em>delmenhorst</em> vom <em>mittelpunkt der welt</em>], zugleich liedtitel #6 (auch da ohne komma), verrät eigentlich alles. aber das <em>element of crime</em> vorzuwerfen ist ungefähr so sinnvoll wie den metzger dafür anzuklagen, dass er keinen käse verkauft. da sind es halt doch dann doch die „netten” formulierungen, die es wieder rausreißen, die ins bewusstsein einsickern und zunehmend zustimmung und freude hervorrufen … aber genau auf das einsickern kommt es offenbar an: beim ersten hören ist das nicht unbedingt auffällig, vieles geht glatt vorüber (und je nach stimmung ist man, d.h. bin ich, gelangweilt oder genervt). an vielen feinheiten erfreut man sich erst beim x-ten hören. und das ist wiederum ein großer vorzug der <em>element-of-crime</em>–musik: sie verträgt das ofte hören erstaunlich gut. weil sie, trotz ihre bescheidenen ästhetik und scheinbaren stromlinienförmigkeit, genügend details dafür bietet.</p>
<p>inzwischen bin ich schon fast begeistert … es gibt auf jeden fall schlimmeres, als das zu mögen.</p>

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