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	<title>„Nächstens mehr.“ &#187; lesen</title>
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	<description>Literatur, Musik, Theater - die Welt meiner Kultur.</description>
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		<title>Umfragen</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Oct 2011 21:43:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich liebe ja so schwachsinnige Werbeumfragen. Da sieht man immer sch&#246;n, was man als Kunde so zugetraut bekommt. Das Literaturmagazin (!) der „Zeit”, diesem (vermeintlichn) Hort des Restbildungsb&#252;rgertums, h&#228;ngt die Anspr&#252;che in seiner Leserumfrage gleich zu Beginn sch&#246;n hoch: Ich dachte ja, ich sehe nicht recht: Die meinen wirklich „pro Jahr”. Ich hatte eigentlich „pro [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich liebe ja so schwachsinnige Werbeumfragen. Da sieht man immer schön, was man als Kunde so zugetraut bekommt. Das Literaturmagazin (!) der „Zeit”, diesem (vermeintlichn) Hort des Restbildungsbürgertums, hängt die Ansprüche in seiner Leserumfrage gleich zu Beginn schön hoch:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://matthias-mader.de/wp-content/uploads/zeit-umfrage.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-4750" title="zeit-umfrage" src="http://matthias-mader.de/wp-content/uploads/zeit-umfrage.png" alt="" width="825" /></a>Ich dachte ja, ich sehe nicht recht: Die meinen wirklich „pro Jahr”. Ich hatte eigentlich „pro Monat” gedacht — und selbst dann hätte „über 15″ bei mir auch noch gestimmt …</p>

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		<title>Juli Zeh, Corpus Delicti</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 15:11:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[… habe ich gelesen auf der Reise von Venedig zur&#252;ck nach Mainz. Ein Thesenroman. Reinsten Wassers. Und durchaus oberster G&#252;teklasse. Aber eben mit all den typischen Problemen — Man merkt die Absicht und ist verstimmt (oder so &#228;hnlich). Nun hielt sich die Verstimmung bei mir extrem in Grenzen, weil ich dem Ziel Zehs, dem freien [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>… habe ich gelesen auf der Reise von Venedig zurück nach Mainz.</p>
<p>Ein Thesenroman. Reinsten Wassers. Und durchaus oberster Güteklasse. Aber eben mit all den typischen Problemen — Man merkt die Absicht und ist verstimmt (oder so ähnlich). Nun hielt sich die Verstimmung bei mir extrem in Grenzen, weil ich dem Ziel Zehs, dem freien statt dem sicheren Menschen voll zustimme und stark sympathisiere. Das ändert aber wenig daran, dass der Roman — der sich im Untertitel als „Ein Prozess” ausgibt (Gerichtsverhandlung und Entwicklung — natürlich ist beides gemeint … [und diese absolut durchschaubare Doppeldeutigkeit ist typisch für das Buch {leider, meines Erachtens, den semantische Leerstellen sind interpr), künstlerich eher mittelmäßig ist. Ok, die Informationsvergabe ist ganz gut gelungen, sie entwickelt sich halbwegs ungezwungen (am Anfang freilich mit hohem Tempo — und bewusst auf Klarheit der message ausgerichtet).</p>
<p>Worum geht’s? Um einen Staat der Zukunft, in dem Normalität als Gesundheit definiert wird (bzw andersrum) und Krankheit demzufolge abgeschafft ist — gesellschaftlich und privat. Das bedarf natürlich einiger Vorkehrungen … Jedenfalls gerät die Hauptfigur, eine Biologin, mit diesen staatlichen Vorkehrungen, genannt die „Methode”, in Konflikt. Und entwickelt sich zur Widerständlerin auf sehr eigenen Weise, zu einer Art Revolutionärin ohne Revolution. Jedenfalls zu einem Problem für die „Methode”, dass mit allen Mitteln gelöst und schließlich beseitigt werden muss — nicht ohne einige Verwicklungen natürlich. Durch die Montage verschiedener Ebenen, u.a. auch die eines Putzfrauen-Trios, wird das ganz harmonisch in seiner Vielstimmigkeit und Perspektivität. Aber nichtsdestotrotz bleibt die Botschaft klar: Ohne Freiheit ist der Mensch kein Mensch mehr, ist das Leben keine Leben mehr, sondern nur noch Existenz. Die mag zwar sorgen-, schmerz– &amp; krankheitsfrei sein, aber eben ohne Leben. Die Parallelen zu aktuellen Diskussionen sind wohl mehr als zufällig ;-). Und auch mehr als deutlich … Das, es klang oben ja schon an, mindert meine Begeisterung für dieses Buch etwas: Dass die Phantasie zu wenig ausgereizt wird, die Vorstellungkraft zu blass scheint — auch um den Preis der etwa unvollkommenen Vermittlung der zentralen Textbotschaft wäre das doch etwas spannender gewesen. Für mich zumindest. Aber man kann ja nicht immer alles haben.</p>
<p>Juli Zeh: Corpus Delicit. Ein Prozess. Frankfurt am Main: Schöffling 2009.</p>

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		<title>„Das einzige, …</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Aug 2009 18:56:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[… was das freie Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage im Geistigen derzeit behindert, ist der doofe Markt. Hoffentlich bricht er bald zusammen, damit man wieder zum Schreiben und Lesen kommt.” (Dieter Dath, Heute keine Konferzen, 25)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>… was das freie Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage im Geistigen derzeit behindert, ist der doofe Markt.<br />
Hoffentlich bricht er bald zusammen, damit man wieder zum Schreiben und Lesen kommt.” (Dieter Dath, Heute keine Konferzen, 25)</p>

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		<title>„Das Wohnen inmitten von B&#252;chern …</title>
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		<pubDate>Fri, 29 May 2009 07:39:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[… gleicht dem alln&#228;chtlichen Schlaf zar auf stets derselben Lagerst&#228;tt, — doch entfernt man sich tr&#228;umend in bizarre, noch ungesehene R&#228;ume; W&#252;sten zu b&#246;sartigen u wundervollen Gefilden tun sich auf — am Selbenort das immer Andereleben, darin die Menschen weitaus weniger automatenhaft erscheinen, als in der Wachen-Welt Aldi-lebenden=Toten. Daher die tiefe Sehn-Sucht nach B&#252;chern, eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>… gleicht dem allnächtlichen Schlaf zar auf stets derselben Lagerstätt, — doch entfernt man sich träumend in bizarre, noch ungesehene Räume; Wüsten zu bösartigen u wundervollen Gefilden tun sich auf — am Selbenort das immer Andereleben, darin die Menschen weitaus weniger automatenhaft erscheinen, als in der Wachen-Welt Aldi-lebenden=Toten. Daher die tiefe Sehn-Sucht nach Büchern, eine Sucht die alles Bloß=Bildfertige bei weitem überdauert. Allerdings fällt die Enttäuschung angesichts schlechter Bücher danna uch größer aus, als etwa bei schlechten FIlmen. Der-Film ist 1 Produkt der Automatenwelt, &amp; jegtlicher Automat, ob Maschine od Mensch, zerstört irgendwann sich selbst od wird von Seinesgleichen zerbrochen. Deshalb sind schlechte Bücher schlimmer als schlechte Bilder u noch schlimmer als heimtückischer Mord. -” — Reinhard Jirgl, Die Stille, 125</p>

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		<title>„wache auf und lies, …</title>
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		<pubDate>Thu, 07 May 2009 13:36:14 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>… ist die beste maxime zur heilung der vorurteile wider nationen, die man nicht kennt” — johann georg zimmermann, vom nationalstolze (1758)</p>

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		<title>suchmaschinen-wahnsinn</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Feb 2009 12:27:24 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[guten tag mal wieder, mein lieber internet-benutzer. du stelltest gestern google die frage „was will golo mann damit sagen, wir sind was wir gelesen“. nun ja, hast du wirklich gehofft, hier eine antwort zu finden? ich vermute, niemand will so etwas offensichtliches noch erkl&#228;ren. ich zumindest nicht. viel spa&#223; noch beim suchen. und vor allem beim [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>guten tag mal wieder,</p>
<p>mein lieber internet-benutzer. du stelltest gestern google die frage „was will golo mann damit sagen, wir sind was wir gelesen“. nun ja, hast du wirklich gehofft, hier eine antwort zu finden? ich vermute, niemand will so etwas offensichtliches noch erklären. ich zumindest nicht. viel spaß noch beim suchen. und vor allem beim lesen.</p>

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		<title>schiller, ach schiller</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Nov 2006 18:43:37 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>warum hast du nur so lange dramen geschrieben? aber da muss man ja erst einmal drauf kommen: schillers „räuber” am stück und vollständig, von der „unterdrückten vorrede” bis zum „dem mann kann geholfen werden” sich gegenseitig vorlesen. daniel hatte die idee und hat heute dazu neun leute in seinem wohnzimmer versammelt — und vorzüglich bewirtet. um die schnöden leiblichen begierden brauchten wir uns also nicht kümmern, sondern konnten uns ganz dem heiligen text von schillers ersten drama zuwenden. die idee, das einfach mal laut und mit verteilten rollen zu lesen, ist ja schon ein wenig spleenig — und natürlich typisch für daniel… besonders schön fand ich ja auch die idee der auslosung der rollen, und zwar für jede szene neu: so kam es gar nicht erst zu identifikationen, der abstand zum text blieb immer gewahrt und ermöglichte ihm gerade dadurch eine besondere eigenständigkeit. denn eigentlich ist es nur eine schwundform seiner eigentlich gestalt, der aufführung auf der bühne. dafür aber vollständig, um kein wort gekürzt — und auch entsprechend lang. mit einigen kleinen pausen haben wir immerhin so etwa sechs stunden gebraucht — das macht im theater ja kaum noch ein publikum heute mit. überhaupt ist es interessant und mir hier wieder einmal sehr deutlich geworden, wie sehr sich das zeitgefühl um 1800 von dem heutigen unterschieden haben muss. inzwischen sind ja auch viele theater dem diktat des kinos und seiner neunzigminütigen standardlänge für jedes thema gefolgt und fordern die ausdauer des publikums, sich über mehrere stunden zu konzentrieren und sich so ganz und gar einer erfahrung eines kunstwerkes, und zwar nur eines einzigen, nicht eines ganzen reigens verschiedener, hinzugeben. das stück selbst enthüllt, wenn man es so stur und unverdrossen liest, durchaus einige ungewollte komik. vor allem dann nämlich, wenn das hier manchmal noch etwas überschüssige, noch nicht so fein (wie es schiller später verstand) ausgeformte pathos der rede mit dem zwang des vom-blatt-lesens kollidiert, wenn die hohen worte nur eine beiläufige stimmliche verkörperung efahren — dann offenbart sich doch einiges an witz und humor. überhaupt hat mich erstaunt, wie frisch und lebendig der text allein durch seine sprachliche materialisation noch heute, immerhin mehr als zweihundert jahre nach seiner niederschrift, sein kann. gut, im fünften akt wurde es dann ab und an etwas holprig, die konzentration ließ am trüben, verregneten novembernachmittag spürbar nach — da konnte auch der prompt servierte kaffee nicht mehr viel helfen. aber trotzdem: das ist eine angehme erfahrung gewesen. umso mehr, als ich zunächst durchaus skeptisch (wenn auch sofort willens, das wagnis auszuprobieren) war, was die realisierung von daniels plan anging und vor allem zweifel hatte, ob der und gerade dieser text so etwas überhaupt sinnvoll zulässt. doch er lässt es nicht nur zu, es macht auch nicht nur spaß, sondern fördert auch gute eindrücke (vielleicht nicht so tiefgehend wie die einer wirklich guten inszenierung), aber auf jeden fall bleibende eindrücke. und jetzt — womöglich machen wir das noch öfter, vielleicht aber doch mit tendenziell kürzeren texten.…</p>

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