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Netzfunde vom 7.5.

Meine Netz­funde vom 7.5.:

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Netzfunde der letzten Tage (23.4.-26.4.)

Meine Netz­funde für die Zeit vom 23.4. zum 26.4.:

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das »Internet-Manifest«

hm. nicht schlecht: da haben sich 15 jour­na­lis­ten, die sich viel im & mit dem netz beschäf­ti­gen, ein paar gedan­ken zum netz gemacht und das ganze als Internet-Manifest ver­öf­fent­licht. zu sei­ner rolle für poli­tik und gesell­schaft, zur funk­tion und form des jour­na­lis­mus unter der bedin­gung des inter­net, zu frei­heit und urhe­ber­recht und so wei­ter. nicht per­fekt, teil­weise zu unge­nau, teil­weise zu opti­mis­tisch, teil­weise zu empha­tisch — aber im gan­zen trotz­dem nicht schlecht. schade finde ich nur, dass es eine mischung aus beob­ach­tun­gen und for­de­run­gen bleibt — und nicht ganz klar ist, was dar­aus für wen jetzt fol­gen soll.

die zeit (d.h. kai bier­mann) hat auch gleich ein paar ein­wände (die ich auch wie­der nicht alle unter­schrei­ben will …)

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»In Redaktionen …

… konnte ja nie groß­ar­tig gedacht wer­den, weil eben for­mu­liert wer­den musste. Die Journalisten-Krux: Grund­sätz­lich musste jeder immerzu zu allem einen Text auf­sa­gen kön­nen. Was dazu führte, dass auch wirk­lich alles — erstaun­lich flott, erstaun­lich lus­tig — gesagt wer­den konnte. Jeder quakte sei­nen Quark durch die Gegend.« (moritz von uslar, wald­stein oder der tod des wal­ter gie­se­king am 6. juni 2005, 76)

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joachim lottmann beobachtet zombies in freier wildbahn

der neu­este anschlag lott­manns auf guten geschmack und über­kom­mene werte: joa­chim lott­mann: zom­bie nation. köln: kie­pen­heuer & witsch 2006.

der erzäh­ler – ein autor-klon mit dem namen johan­nes­loh­mer, „erfin­der“ des pop-romans – beob­ach­tet sich beim recher­chie­ren / schrei­ben eines fami­li­en­ro­mans, der sei­nem jugend­ro­man fol­gen soll: „der erste fami­li­en­ro­man der pop­li­te­ra­tur“ behaup­tet der klap­pen­text (was natür­lich blöd­sinn ist, allein fichte hat da ja schon eini­ges dazu geschrie­ben). und natür­lich ist „zom­bie nation“ auch gar kei­ner. höchs­tens als per­si­flage auf die aktu­elle schwemme auf dem bücher­markt. dazu ist lott­mann ja immer wie­der gut: als seis­mo­graph. und als schlagwort-lieferant – ein bei­spiel? aber klar doch, gleich auf dem umschlag: „was frauen den män­nern antun, ist der eigent­li­che irak-krieg unse­rer epo­che.“ das steht da ein­fach mal so und war­tet, dass jemand drauf anspringt. was ja hier­mit offi­zi­ell erle­digt wäre …

die letz­ten tage der ber­li­ner repu­blik“ sind das zen­trum des romans – die ansprü­che sind gesun­ken, die mensch­heit war ein­mal, heute geht es nur noch um uns: die mit­drei­ßi­ger oder vier­zi­ger kul­tur­schaf­fen­den… typisch für lott­mann ist natür­lich wie­der der ironie-overkill, sein schein-realismus, inklu­sive voll­zi­tat eini­ger jour­na­lis­ti­schen arbei­ten lott­manns
(aus der sz und der taz), ver­quickt noch dazu mit eini­gen pri­va­ten abson­der­lich­kei­ten — und schon ist das neue buch fer­tig. schnell geschrie­ben, schnell gele­sen und wahr­schein­lich auch schnell wie­der vergessen.

das fabu­lie­ren hat lott­mann aber ganz gut draf: die hyper­tro­phe meta­phern­schlacht im geiste einer simu­lier­ten erzäh­le­ri­schen unschuld, die natür­lich stän­dig geschickt umspielt wird – genau wie das ima­gi­nierte zwie­ge­spräch zwi­schen erzäh­ler und ima­gi­nä­rem leser gerne mal reflek­tiert, umge­dreht wird, um dann doch keine rück­sicht zu neh­men oder gerade erst recht, je nach momen­ta­ner stim­mung: „es fällt mir schwer, den leser mit einer wie­der­gabe eines frem­den lebens zu behel­li­gen, anstatt über das eigene leben zu berich­ten.“ – „der lite­ra­tur­be­trieb ver­zeihe mir, aber ich konnte nicht anders, als wie­der mit ihr zu schlafen.“

das gesamt­pa­ket wird dann mit dem herr­li­chen rosa des umschlags abge­run­det: die züch­tige unschuld – aber dann natür­lich die streich­zei­chung der bar­bu­si­gen jung­frau mit gül­de­nem haar –, die beob­ach­tung der schreck­lich ange­pass­ten jugend des jah­res 2005 und ver­zweif­lung über ihre sinn­lo­sig­keit beschäf­ti­gen lott­mann: wer schon in sei­ner jugend das leben sei­ner eltern führt – was soll aus dem noch wer­den? und wenn das ein gan­zes volk so macht? dann amü­siert man sich mit sei­ner heim­li­chen liebe, der bild-zeitung: „ein schö­ner beginn, eine tolle geschichte, mit einem nach­teil: sie stand in der bild­zei­tung und war somit erfunden.“

und wer sind nun eigent­lich die zom­bies? und die zom­bie nation? keine ahnung. aber sie haben die große koali­tion ver­schul­det und verantwortet.