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web (unsplash.com)Michael Podger

Ins Netz gegan­gen am 10.8.:

  • Nor­bert Blüm: Natio­na­lis­mus ist Idio­tie | Süddeutsche.de → was sind das nur für zei­ten, dass ich einen text von nor­bert blüm zum lesen emp­feh­len muss …

    Natio­na­lis­mus ver­steht etwas von Macht, Glanz und Glo­ria, weni­ger von Mensch­lich­keit. Macht ist die Trieb­fe­der jed­we­der natio­na­lis­ti­scher Poli­tik. Warum sollte ich dem Natio­nal­staat nach­trau­ern? Er ist ein Zwi­schen­spiel der Geschichte, weder gott­ge­ge­ben noch natur­ge­wach­sen.

  • Kühl­schränke gibt’s bei Kater Muschi → ein net­ter text über leben und ein­kau­fen arno schmidts in darm­stadt (1955–1958)
  • Wahl­kam­pfro­man 2016. „So wird das Leben.“ – Mar­lene Stree­ru­witz → „Bei der Wie­der­ho­lung der Wahl zum öster­rei­chi­schen Bun­des­prä­si­den­ten steht die Ent­schei­dung für oder gegen die Demo­kra­tie an. Mar­lene Stree­ru­witz erzählt in ihrem drit­ten Wahl­kam­pfro­man was diese Ent­schei­dung im wirk­li­chen Leben bedeu­tet.“
  • Jour­na­list: Zeit-Online-Chef­re­dak­teur Jochen Weg­ner: „Wir sind anders“ → ein inter­es­san­tes und teil­weise sehr ent­lar­ven­des inter­view. mat­thias daniel fin­det es z.b. (in einem fach­me­dium! für jour­na­lis­ten) „irre“, dass zeit-online den trai­ner des dfb mit einer nicht­nach­richt (er macht wei­ter) nicht als top­thema hatte …

    und immer wie­der wun­dern mich medi­en­zah­len – so „erreicht“ ze.tt angeb­lich 10 % der bevöl­ke­rung in deutsch­land. das erscheint mir irre viel …

    und eine schöne bull­s­hit-phrase: genaue, per­so­na­li­sierte nut­zer­da­ten sind „ein qua­li­fi­zier­ter Kon­takt zu vie­len Lesern“

  • Lan­guage Stuff – Goo­gle Drive → irre viele (eng­lisch­spra­chige) gram­ma­ti­ken irre vie­ler spra­chen, lei­der (in mei­nen stich­pro­ben) ohne ordent­li­che biblio­gra­phi­sche nach­weise. teil­weise sprach­lehr­bü­cher, teil­weise wis­sen­schaft­li­che
  • Ohne Pflug auf den Acker – Land­wirte pas­sen sich dem Kli­ma­wan­del an | Deu­sch­land­ra­dio Kul­tur → schö­nes fea­ture über den umgang von (vor­wie­gend bio-)landwirten in bran­den­burg mit dem sich ändern­den klima und den damit ein­her­ge­hen­den ver­än­de­run­gen in ihrer arbeit

Ins Netz gegangen (9.5.)

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  • re:publica 2016 – Richard Sen­nett: The City as an Open Sys­tem → richard sen­nett sprach bei der re:publica sehr gut über open & smart cities, stadt­ent­wick­lung, gren­zen und begeg­nun­gen
  • Last Week Tonight with John Oli­ver: Sci­en­ti­fic Stu­dies (HBO) → John Oli­ver erklärt wis­sen­schaft­li­che Stu­dien und (Wissenschafts-)Journalismus
  • Rad­wege: Jetzt geht es rund | ZEIT ONLINE → sehr schö­ner text über die absur­di­tät und gewollt fak­ten-igno­rie­rende und –ver­dre­hende dis­kus­sion um die för­de­rung von rad­ver­kehr in ham­burg
    Kaum eine Debatte wird so emo­tio­nal geführt wie die um Rad­wege. In einer Straße in Wands­bek zeigt sich nun die gesamte Absur­di­tät des Kon­flikts.
  • The Absurd Pri­macy of the Auto­mo­bile in Ame­ri­can Life | The Atlan­tic → auch wenn’s (v.a. bei den zah­len) pri­mär um die usa geht, gilt das im wesent­li­chen natür­lich für alle ent­wi­ckel­ten län­der
    But con­ve­ni­ence, along with Ame­ri­can his­tory, cul­ture, ritu­als, and man-machine affec­tion, hide the true cost and nature of cars. And what is that nature? Sim­ply this: In almost every way ima­ginable, the car, as it is deployed and used today, is insane.
  • Lite­ra­tur und Kapi­ta­lis­mus­kri­tik: Das Geld ver­schlingt uns | NZZ → björn hayer in der nzz über die lite­ra­tur (d.h. über vier texte) und den kapi­ta­lis­mus bzw. des­sen kri­tik – er sieht da vor allem abs­trakte schuld und schwarz­ma­le­rei, ihm fehlt sozu­sa­gen das posi­tive …

    Die Schrift­stel­ler neh­men also ihre klas­si­sche Posi­tion als Mah­ner und Wäch­ter der Moral ein. Doch wo sind die Akteure, die sie zu adres­sie­ren sich bemü­hen, in einem nebu­lö­sen Sys­tem noch auf­zu­spü­ren?
    […] Sie ver­har­ren aber allein in Dia­gno­sen, die Schuld­fra­gen ins Nir­gendwo ver­la­gern und das Sub­jekt zur macht­lo­sen Mario­nette degra­die­ren.

    Ihre Lite­ra­tur arran­giert sich mit einem gemüt­li­chen Feind­bild, das sie wei­ter auf­bläst.

  • Selec­ted Stock­hau­sen Scores → Beispielseiten/-ausschnitte aus Stock­hau­sens Par­ti­tu­ren

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  • Volks­ban­ken: Meine Bank ist krank | ZEIT ONLINE – heinz-roger dohms hat eine (sehr) kleine und nicht sehr pro­fi­ta­ble genos­ses­nchafts­bank besucht und berich­tet von deren stel­lung pro­bleme wohl­tu­end unauf­ge­regt und ohne große lösun­gen …
  • His­to­ri­ker über Erin­ne­rungs­kul­tur: „Mar­tin Luther als Spiel­fi­gur“ – taz.de – der his­to­ri­ker valen­tin gro­eb­ner im gespräch mit jan fed­der­sen über erin­ne­rung, geden­ken und den zusam­men­hang von ver­gan­gen­heit, geschichte und gegen­wart
    His­to­ri­sche Jubi­läen haben ziem­lich viel mit Heils­ge­schichte zu tun, mit kol­lek­ti­ven Erlö­sungs­wün­schen plus Sinn­an­ge­bot.[…] Wie viel Platz für Über­ra­schen­des kann denn in den kol­lek­ti­ven Insze­nie­run­gen von Geden­ken sein? 2017 ist Luther-Jubi­läum – dann wird es ähn­lich sein. Ein biss­chen zuge­spitzt for­mu­liert: Das Ver­hält­nis zur Ver­gan­gen­heit wird über Gebets­ge­mein­schaf­ten orga­ni­siert.
  • Der 8. Mai 1945 – Tag der Befrei­ung? | reso­nanz­bo­den – huber­tus knabe fin­det die bezeich­nung „tag der befrei­uung“ für den 8./9. mai 1945 unpas­send und schlägt eine zurück­hal­ten­dere, bit­te­rere les­art der erin­ne­rung an das kriegs­ende vor
    Die Deut­schen tun gut daran, sich von sol­cher Mythen­bil­dung fern­zu­hal­ten. Für sie sollte der 8. Mai vor allem ein Tag der Scham und der Trauer sein. Über 50 Mil­lio­nen Men­schen kamen durch die Poli­tik der dama­li­gen deut­schen Regie­rung ums Leben – eine Last, die zu einer dif­fe­ren­zier­ten und rea­lis­ti­schen Sicht der Geschichte ver­pflich­tet.
  • Varou­fa­kis benimmt sich echt unmög­lich (behaup­ten anonyme Quel­len)… | misik.at – robert misik legt sehr schön dar, wie unge­si­chert und gefähr­lich die angeb­li­chen infor­ma­tio­nen der medien aus der poli­tik, ins­be­son­dere der brüs­se­ler, sein kön­nen:
    Wenn aber der immer glei­che Spin aus den offen­bar immer glei­chen “anony­men” Quel­len kommt, dann sollte Ihnen als Leser klar sein, dass hier Jour­na­lis­ten vor­sätz­lich instru­men­ta­li­siert wer­den, um eine “Sto­ry­line” unter die Leute zu brin­gen.
  • Making the Right Choices: A John Cage Cen­ten­nial Cele­bra­tion – videos von john-cage-wer­ken – schön gemachte seite von michael til­son tho­mas & new world sym­phony
  • Plat­ten aus dem Plat­ten­bau – taz.de – andreas hart­mann hat für die taz das kleine, aber sehr feine (vor allem, wenn man auf abge­fah­rene musik so abfährt wie ich …) plat­ten­la­bel karl­re­cords ent­deckt
    Karl ist eines die­ser vie­len klei­nen, aber fei­nen Labels, die es welt­weit gibt und die nach der Krise der Musik­in­dus­trie durch die Digi­ta­li­sie­rung in den nul­ler Jah­ren in einer Nische blü­hen und gedei­hen – wegen des über­ra­schen­den Vinyl-Revi­vals.

    (ich bin aber immer froh, dass die ihre sachen nicht nur auf vinyl, son­dern auch digi­tal – bei band­camp – anbie­ten)

  • Die Neu­zeit und die Kul­tur der Unruhe: Das Gesumm der mensch­li­chen Dinge – NZZ.ch – ralf koners­mann über die „ent­de­ckung“ der unruhe und ihre beschrei­bung und ana­lyse durch blaise pas­cal
    Das Neue der Neu­zeit war die Beja­hung der Unruhe, nicht jedoch das Emp­fin­den der Unruhe selbst.
  • Digi­tale Agenda der Bun­des­re­gie­rung – Böses Netz – Chris­tian Heise vom Cen­tre for Digi­tal Cul­tures der Leu­phana Uni­ver­si­tät in Lüne­burg kom­men­tiert in der süd­deut­schen zei­tung das total­ver­sa­gen der bun­des­po­li­tik bei digi­ta­len und netz­po­lit. the­men:
    Die Netz­po­li­tik der schwarz-roten Koali­tion ist ein Witz. Sie ist gekenn­zeich­net durch feh­len­den Sach­ver­stand und eine grund­le­gende Abwehr­hal­tung gegen­über der Digi­ta­li­sie­rung. Statt Prio­ri­tä­ten zu deren Aus­bau zu defi­nie­ren, kon­zen­triert sich die Bun­des­re­gie­rung dar­auf, die Poten­ziale des Digi­ta­len zur Kon­trolle und zur Über­wa­chung der Bür­ger zu nut­zen.

    – auch der rest ist poin­tiert, tref­fend und sehr lesens­wert!

  • Zum Ver­ständ­nis | Post­kul­tur – jan kuh­l­brodt:
    Ich ver­steh nicht, was mit Ver­ste­hen gemeint sein soll. […] Ver­ste­hen im ästhe­ti­schen Sinne aber, wäre die Offen­heit der Kunst­werke aus­zu­hal­ten, und ihre Ver­wei­ge­rung, sich in einem instru­men­tel­len Sinn über­set­zen zu las­sen, dass heißt, sich erset­zen zu las­sen durch Hand­lung oder Aus­sage.

    – ich glaube, dass „wäre“ sollte durch ein „ist“ ersetzt wer­den …

  • Spio­nage: Der BND, ein gefähr­li­cher Staat im Staat | ZEIT ONLINE – kai bier­mann sehr poin­tiert zur neu­es­ten wen­dung im spio­nage-skan­dal (kann man das eigent­lich noch so nen­nen?)
    Der Fall zeigt, wie krank das Geschäft der Geheim­dienste ist. Er zeigt, wie ver­scho­ben deren mora­li­sche und recht­li­che Maß­stäbe sind. Sehen­den Auges nahm der BND hin, dass ihn die NSA dazu miss­braucht, Unter­neh­men, Behör­den und Poli­ti­ker in Europa aus­zu­spä­hen. Ein Pakt mit dem Teu­fel, dem zuge­stimmt wurde, weil man glaubte, ihn kon­trol­lie­ren und vor allem davon pro­fi­tie­ren zu kön­nen.
    Aber wenn jeder jeden betrügt und aus­trickst, wo blei­ben dann Recht und Gesetz? Rich­tig, auf der Stre­cke. Kei­ner der Betei­lig­ten scherte sich darum, nie­mand inter­es­sierte sich für Grund­rechte der Bür­ger, auch das wurde in den Befra­gun­gen im Unter­su­chungs­aus­schuss klar. […] Wenn nicht ein­mal die Regie­rung ihre Spione im Griff hat, dann hat nie­mand sie im Griff.
  • Ange­sichts der von #Lidl pro­kla­mier­ten… – Bäcke­rei Rich­ter, Kub­schütz – eine schöne reak­tion eines bäcker­meis­ters als reak­tion auf die ziem­lich bescheu­erte (und die ein­kau­fen­den ver­ar­schende) wer­be­kam­pa­gne von lidl

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Ins Netz gegan­gen am 23.4.:

  • Bis­lang unver­öf­fent­lichte Wehr­machts­ak­ten jetzt online zugäng­lich – das dhi mos­kau und das zen­tral­ar­chiv des russ. ver­tei­di­gungs­mins­te­ri­ums haben bis­her unver­öf­fent­lichte wehr­machts­ak­ten digi­ta­li­siert und stel­len sie (in kürze) online zur ver­fü­gung
    Der Bestand der deut­schen Doku­mente im Zen­tral­ar­chiv des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums umfasst ca. 28.000 Akten und ist ins­ge­samt in 50 Find­bü­cher geglie­dert. Nach dem Abschluss der ers­ten Pro­jekt­phase wer­den am 29. April 2015 die für die For­schung beson­ders wich­ti­gen Unter­la­gen des Ober­kom­man­dos der Wehr­macht (271 Akten) und des Hee­res (988 Akten) sowie der Hee­res­gruppe Mitte (852 Akten) weit­ge­hend online zugäng­lich gemacht. Aus­ge­nom­men sind bis­lang groß­for­ma­tige Kar­ten, deren Digi­ta­li­sie­rung beson­ders auf­wän­dige Tech­no­lo­gien erfor­dert. In einer zwei­ten Pro­jekt­phase fol­gen in Kürze die Bestände der Hee­res­gruppe „Weich­sel“ (54 Akten), des Amts Ausland/Abwehr im OKW (52 Akten), der Waf­fen-SS und Poli­zei (120 Akten) sowie Beut­e­do­ku­mente der Auf­klä­rungs­ver­wal­tung beim Gene­ral­stab der Roten Armee –GRU (332 Akten). 
  • Bun­des­nach­rich­ten­dienst: Neue NSA-Affäre erschüt­tert BNDSPIEGEL ONLINE – Über­wa­chung: Neue Spio­na­ge­af­färe erschüt­tert BND (und mich auch …)
  • We Can’t Let John Deere Des­troy the Very Idea of Ownership | WIRED – wenn urhe­ber­schutz (und so etwas wie soft­ware-patente …) wild lau­fen, freuen sich kon­zerte – denn dann kommt so etwas her­aus:
    John Deere and Gene­ral Motors want to evis­ce­rate the notion of ownership. Sure, we pay for their vehi­cles. But we don’t own them. Not accord­ing to their cor­po­rate lawy­ers, any­way
  • 31 Theo­rie­an­sätze: Woran erkennt man ein Gedicht? – NZZ – der ver­le­ger jochen jung (von jung & jung) hat 31 „theo­rie­an­säatze“ (man könnte sie auch the­sen nen­nen) über das wesen von gedich­ten notiert:
    Gedichte strah­len in ihrer Herr­lich­keit, sie kön­nen blen­den (aber nicht blind machen). Bis­wei­len sind sie auch Blen­der.
  • Jour­na­lis­mus als Kata­stro­phe | Lesen was klü­ger macht – eine erklä­rende abrech­nung mit dem zustand des jour­na­lis­mus heute von georg seeß­len
    Einen Unter­schied zwi­schen „Qua­li­täts­jour­na­lis­mus“ und Bou­le­vard kann es dann nicht mehr geben, wenn alle Nach­rich­ten­me­dien einer­seits aus den glei­chen Inter­es­sen und den glei­chen Quel­len ent­ste­hen, und wenn sie ande­rer­seits alle an die glei­chen Kun­den (Anzei­gen auf der einen, Leute die Kau­fen, ein­schal­ten, kli­cken usw. auf der ande­ren) wol­len, wenn sie Down­gra­den von Niveau und Respekt als Über­le­bens­stra­te­gie recht­fer­ti­gen. Dabei wer­den die Tricks der Nach­rich­ten­er­zeu­gung aus mehr oder weni­ger nichts immer selbst­zer­stö­re­ri­scher.[…] Kann denen mal viel­leicht jemand sagen, dass die Unter­schei­dung zwi­schen gutem und schlech­tem Jour­na­lis­mus nicht darin lie­gen kann, dass man letzte Gren­zen der Nie­der­tracht über­schrei­tet oder nicht, son­dern darin, dass man seine Arbeit und sei­nen Auf­trag grund­sätz­lich anders ver­steht?
  • Auf Kante gepresst – Warum der Vinyl-Hype die Schall­platte kaputt­macht | Das Fil­ter – inter­es­sante ein­bli­cke in die schwie­rig­kei­ten, die es mit sich bringt, ein „ver­al­te­tes“ medium wie die schall­platte wei­ter zu pro­du­zie­ren – v.a. die pro­bleme, die feh­len­der neu­bau von pro­duk­ti­ons­ma­schi­nen und –werk­zeug ver­ur­sa­chen (von der frage nach mate­rial für zwi­schen­stu­fen ganz abge­se­hen) …

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  • Was man als klei­ner Ver­lag so alles mit dem Buch­han­del erlebt | Sei­ten­flü­gel – ein (sehr) klei­ner ver­lag über seine erfah­run­gen mit dem hohen „kul­tur­gut“ des deut­schen buch­han­dels (und ama­zon zum ver­gleich):
    Viele kleine Buch­händ­ler haben kei­nes­wegs erkenn­bar mehr Ver­ständ­nis für kleine Ver­lage. Sie wet­tern zwar herz­lich gern gegen Kon­zerne und Mono­po­lis­ten, aber wenn man mit ihnen zu tun hat, ist ihr geschäft­li­cher Ego­is­mus oft kei­nen Deut gerin­ger als bei den Groß­un­ter­neh­men.
  • Theo­loge Fried­rich Wil­helm Graf – „Wir haben Reli­gion noto­ri­sch unter­schätzt“ – graf, wie meis­tens sehr ver­stän­dig und klug, in einem sehr lesen-/hörenswerten inter­view mit deutsch­land­ra­dio über reli­gio­nen, moderne und ihre bedeu­tung:
    Ich weiß nicht, warum Belie­big­keit so etwas Schlim­mes oder Schlech­tes sein soll. Wir müs­sen ein­fach mit der Tat­sa­che klar­kom­men und dies akzep­tie­ren ler­nen, dass in den ent­schei­den­den Fra­gen unse­res Lebens jeder für sich selbst oder jede für sich selbst ver­ant­wort­lich ist.
  • René Jacobs: „Ich bestehe auf mei­nem Recht, krea­tiv zu sein“ – Thea­ter an der Wien – derStandard.at › Kul­tur – rené jacobs über seine arbeit, den „bar­biere“ von gio­vanni pai­si­ello heute auf­zu­füh­ren und dem kom­po­nis­ten gerecht zu wer­den:
    Es ist natür­lich gut, wenn man weiß, was ein Auto­graf ent­hält. Aber Oper war immer ein Work in Pro­gress. Und ich bestehe auf mei­nem Recht, auch krea­tiv sein zu dür­fen.
  • Equa­tion Group: Spio­na­ge­soft­ware der Super­la­tive ent­deckt | ZEIT ONLINE – es ist kaum zu glau­ben: aber es geht immer noch etwas grau­si­ger, wenn nsa & co. im spiel sind
    Sie ver­steckt sich unlösch­bar auf Fest­plat­ten und spio­niert hoch­ran­gige Ziele aus: Anti­vi­ren­spe­zia­lis­ten ent­de­cken extrem aus­ge­feilte Mal­ware mit Par­al­le­len zu Stux­net.
  • SZ-Leaks: Schleich­wer­bung für Steu­er­hin­ter­zie­hung | klar und deut­lich -
    Off­shore-Leaks, Lux-Leaks und jetzt Swiss-Leaks: Die Süd­deut­sche Zei­tung ist das Sturm­ge­schütz des Finanz­amts. Die Redak­tion ver­öf­fent­licht regel­mä­ßig Infor­ma­tio­nen aus inter­nen Bank­un­ter­la­gen, an die sie durch Whist­leb­lo­wer kommt. Was die Zei­tung nie erwähnt: Dass sie selbst ihre Leser auf die Steu­er­hin­ter­zie­hung im Aus­land hin­ge­wie­sen hat und sich dafür von den Ban­ken bezah­len ließ. Ich war damals in der Redak­tion dafür zustän­dig. Es war das Jahr 2007, es war mein ers­ter Job nach d…
  • Sam Tay­lor-John­sons „50 Shades of Grey“ in der Kri­tik – ha! (diet­mar dath war im kino):
    Dass frei­lich das sexu­ell Anre­gendste an einem Sado­maso-Film von 2015 die Kunst eines seit sieb­zehn Jah­ren toten Mafia-Unter­hal­ters ist, spricht Bände über die Tal­sohle der ent­hemmt-ver­klemm­ten Dau­er­lust­si­mu­la­tion, in der sich die Mas­sen­kul­tur der­zeit täg­lich laut­stark ver­si­chert, dass heute ja zum Glück so gut wie nichts mehr ver­bo­ten ist.
  • Klaus The­we­leit: „2000 Light Years from Home“ (Vor­trag zur Pop­ge­schichte) -
    Vor­trag von Klaus The­we­leit unter dem Titel „So tun als gäbe es kein Mor­gen oder: 2000 Light Years from Home“,gehalten am 3. Novem­ber 2011 

    – eine art pop­ge­schichte

  • Die Ober­schen­kel der Nation | Blog Maga­zin – michèle bins­wan­ger über sport­re­por­ter, frau­en­sport und sexis­mus
    Man kann dem Sport­re­por­ter wohl kaum einen Vor­wurf machen. Schliess­lich besteht die Haupt­qua­li­fi­ka­tion für die­sen Beruf vor­nehm­lich darin, schwit­zende Men­schen danach zu fra­gen, wie sie sich jetzt füh­len.
  • Inter­view mit Opern-Grammy-Gewin­ner Burk­hard Schmil­gun – das (eher kleine) osna­brü­cker label hat einen grammy gewon­nen – für die ein­spie­lung einer weit­ge­hend ver­ges­se­nen char­pen­tier-oper:
    Nie­mand hat uns Bescheid gesagt. Auch der Diri­gent und der Künst­ler nicht, die die Aus­zeich­nung offen­bar in klei­ner Gruppe in Los Ange­les ent­ge­gen genom­men haben.
  • Die Inte­gra­tion läuft deut­lich bes­ser als ver­mu­tet – Süddeutsche.de – felix ste­phan in der sz:
    Inte­gra­tion wird immer noch dann als geschei­tert betrach­tet, wenn am Ende etwas ande­res als ein zwei­tes Müns­ter her­aus­kommt.[…] In den moder­nen Metro­po­len gebe es eigent­lich nur eine Gruppe, die sich eine eth­ni­sche Segre­ga­tion leis­ten könne, so El-Maf­aa­lani: die Wohl­ha­ben­den.
  • Fast­nacht in Mainz: Frauen sind auf den när­ri­schen Büh­nen Man­gel­ware – Ver­eine wagen sich an Erklä­rungs­ver­su­che – All­ge­meine Zei­tung – die main­zer az über die rolle der frauen in der main­zer fast­nacht – und die zähig­keit, mit der sie sich im schne­cken­tempo ändert:
    Nach­dem der MCC seine Komi­tee­te­rin prä­sen­tiert habe, seien die Frauen eines ande­ren gro­ßen Ver­eins auf die Bar­ri­ka­den gegan­gen, da diese dort auch im Komi­tee sit­zen woll­ten. „Wor­auf­hin uns die Män­ner die­ses Ver­eins ver­är­gert gefragt haben, wie wir damit nur anfan­gen konn­ten“, berich­tet er.

    (gibt noch mehr schöne bei­spiele für sexis­mus im text .…

  • Open Access? Ver­öf­fent­li­chen unter Aus­schluss der Öffent­lich­keit – Taschwer forscht nach – derStandard.at -
    So wird open access zum finan­cial excess: Um sich als Autor einer Buch­be­spre­chung für eine Fach­zeit­schrift das Recht zu erwir­ken, die Rezen­sion online stel­len zu dür­fen, ver­langt Wiley-VCH schlanke 2500 Euro vom Rezen­sen­ten.

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  • Pegida: Wie spricht das „Volk“? | ZEIT ONLINE – the­re­sia enzens­ber­ger wirft einen blick auf spra­che und argu­men­ta­ti­ons­mus­ter der pegida-anhän­ger:
    Dis­kurs­ana­lyse? Damit Pegida zu begeg­nen, wäre ver­geb­li­che Mühe. Man kann einen Pud­ding nicht an die Wand nageln. Die Spra­che der Wer­bung nimmt keine Rück­sicht auf die Her­kunft ihrer Phra­sen. Ob ein Slo­gan aus der rech­ten oder lin­ken Ecke kommt, ob man sich bei Orwell oder bei Goeb­bels bedient, spielt keine Rolle. Haupt­sa­che, man stif­tet so viel Ver­wir­rung wie mög­lich, stei­gert die poten…
  • Phi­lo­soph Gebauer über Sport-Spek­ta­kel: „Weit weg von der Erde“ – taz.de – gun­ter gebauer im taz-inter­view mit eini­gen rich­ti­gen und guten ant­wor­ten:
    Ich glaube, die gro­ßen Ver­bände tun gut daran, sich Län­der zu suchen, die sport­li­che Groß­ver­an­stal­tun­gen so orga­ni­sie­ren wol­len, dass sie nicht mehr gigan­ti­sch sind, son­dern dass sie für die Bür­ger eine Berei­che­rung dar­stel­len und für die Ent­wick­lung eines Lan­des posi­tiv sind. Geer­det wird der Sport hin­ge­gen nicht mehr – der Sport ist seit eini­ger Zeit weit weg von der Erde. Bestimmte Dinge wird man nicht mehr zurück­bauen kön­nen, zum Bei­spiel die unglaub­li­che Medi­en­prä­senz. Damit lebt der Sport auch sehr gut, das macht seine gewal­tige Sym­bo­lik aus, und das muss man gar nicht nur bekla­gen. Sport ist bes­ser als Krieg und als Span­nun­gen zwi­schen den Län­dern, es gibt eine Art Welt­ge­spräch des Sports. Der Sport sel­ber ist in den Bereich von Show und Gla­mour gerutscht, viele schei­nen sich dort wohl zu füh­len. Der sport­li­che Wert selbst wird dadurch zurück­ge­drängt, aber nicht ent­wer­tet.
  • Jörg Sun­dermeier: „Die Lite­ra­tur­kri­tik droht uns allein zurück zu las­sen“ – Das Sonn­tags­ge­spräch – News – BuchMarkt.de – jörg sun­dermeier, chef des famo­sen ver­bre­cher-ver­lags, ist mit dem zustand der lite­ra­tur­kri­tik in deutsch­land über­haupt nicht zufrie­den:
    Alle mei­nen den gan­zen Tag irgend­was, Mei­nun­gen sind ja gerade hoch im Kurs, in den Redak­tio­nen ist immer wie­der von der Mei­nungs­stärke von Tex­ten die Rede. Aber Hal­tung zei­gen wenige, denn das hieße ja die Ansich­ten von ges­tern auch jetzt noch zu ver­tre­ten. Oder aber sich selbst zu kri­ti­sie­ren, also sich infrage zu stel­len, sich angreif­bar zu machen…
  • Fre­quently wrong @HistoryInPics com­pany gets $2 mil­lion from inves­torsRT @keithcalder: Here’s some more info on that shit­pile cal­led @HistoryInPics
  • Netz­neu­tra­li­tät: Freie Fahrt für ein Phan­tom | ZEIT ONLINE – Fried­helm Greis ver­sucht, die deut­sch-euro­päi­sche Debatte um Netz­neu­tra­li­tät und „spe­zi­al­dienste“ nach­zu­zeich­nen. So lange man dabei auf Pro­bleme wie deep packet inspec­tion ver­zich­tet, scheint mir das müßig
  • Archi­va­lia: Das Main­zer Evan­ge­liar der Hof­bi­blio­thek Aschaf­fen­burg (Ms. 13)
  • Pegida und das Abend­land – Per­ver­sion mit Sys­tem – hein­rich august wink­ler ord­net den abend­land-bezug der „pegida“-truppe his­to­ri­sch ein – und spart mit nicht mit ver­wei­sen auf die ver­wand­schaft mit natio­nal­so­zio­alis­ti­schen ideen und über­zeu­gun­gen und sprach­ge­brauch
  • Frau Meike sagt: Kraut­re­por­ter und die Suche nach der Rele­vanz – noch jemand, der von den kraut­re­por­tern bis­her eher mäßig begeis­ter ist: „Von The­men­viel­falt war weit und breit keine Spur“
  • Ver­bie­tet Han­dys an den Schu­len!- taz.de – die taz hält es für sinn­voll, ein total­ver­bot von han­dys an schu­len zu for­dern. ich finde ja, das reicht nicht. wenn die böse jugend in den pau­sen immer nur in bücher, zei­tun­gen und – hor­ri­bile dictu – comics (d.i. gra­phic novels) schaut, kom­mu­ni­ziert sie nicht mehr mit­ein­an­der. und der stress, wenn man nicht fer­tig wird und bis zur nächs­ten pause vol­ler span­nung war­ten muss, wie es wei­ter­geht im text! also weg mit dem gan­zen gedruck­ten unsinn!
  • James Rho­des on Twit­ter: „A black Bond? Totally unrea­li­s­tic.
    God bless Pri­vate Eye… http://t.co/PWl2EnsaoG“
    RT @bomani_jones: well played, i must say.

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  • Ein deut­scher Dich­ter bin ich einst gewe­sen | ver­bre­che­rei – Max Herr­mann-Neisse:

    Ein deut­scher Dich­ter bin ich einst gewe­sen,
    die Hei­mat klang in mei­ner Melo­die,
    ihr Leben war in mei­nem Lied zu lesen,
    das mit ihr welkte und mit ihr gedieh.

    Die Hei­mat hat mir Treue nicht gehal­ten,
    sie gab sich ganz den bösen Trie­ben hin,
    so kann ich nur ihr Traum­bild noch gestal­ten,
    der ich ihr trotz­dem treu geblie­ben bin.

    – der Ver­bre­cher-Ver­lag hat jetzt auch ein Ver­lags­blog …

  • Späte Kriegs­ge­winn­ler – Wie­ner Zei­tung Online – Edwin Baum­gart­ner über die flut an bedruck­tem papier im gedenk­jahr zum ers­ten welt­krieg
    Und so ein­fach ist es auch beim Ers­ten Welt­krieg: Es ist ein Rie­sen­re­ma­suri, ein – wie heißt das bei­nahe deut­sche Wort? – ja, rich­tig: ein Hype.

    /via „der umblät­te­rer“, die das nicht ganz zu unrecht zum feuil­le­ton des jah­res 2014 wähl­ten (http://www.umblaetterer.de/2015/01/13/die-ergebnisse-der-feuilleton-meisterschaft-2014/)

  • What David Came­ron just pro­po­sed would end­an­ger every Bri­ton and des­troy the IT indus­try – Boing Boing – david came­ron will den bösen buben die ver­schlüs­se­lung ver­bie­ten. dumm nur, dass er halt keine ahnung hat: „David Came­ron doesn’t under­stand tech­no­logy very well, so he doesn’t actually know what he’s asking for“, sagt cory doc­to­row, „it puts the whole nation – indi­vi­du­als and indus­try – in ter­ri­ble jeo­pardy. “
  • 33. Euro­pas Werte und das Para­dox der Auf­klä­rung | Geschichte wird gemacht – achim land­wehr über euro­päi­sche werte (eigen­tum!) und ihre para­do­xale struk­tur
  • Schlund | Peter Rich­ter – peter rich­ter hat einen „mon­tags-spa­zier­gang“ in dres­den besucht und in die abgründe der pegida-„bewegung“ geschaut.
  • Bücher von Pop­mu­si­kern: Wahre Größe gibt es nur schwarz auf weiß | ZEIT ONLINE – ger­rit bar­tels steht etwas hilf­los vor dem phä­no­men, dass schein­bar immer mehr popmusiker/innen bücher schrei­ben und ver­öf­fent­li­chen (wie gleich der erste kom­men­ta­tor bemerkt, hat er mit tho­mas meine­cke das beste bei­spiel ver­ges­sen …)
    Das Kano­ni­sie­ren von Pop und bestimm­ten Pop­sze­nen geht also inten­siv wei­ter. Auch für Musi­ker ist es da attrak­tiv, die flüch­ti­gen Pop­mo­mente auf den Büh­nen und den DJ-Kan­zeln fest­zu­hal­ten, die Drei­mi­nu­ten-Sin­gle und den Club-Hit in eine Erzäh­lung zu bet­ten und damit zu sichern. Ein Buch hat eben doch Bestand, ist ein ganz eige­ner Wert.
  • Pegida-Demons­tra­tio­nen – „Das ist alles ernst zu neh­men“ – Der Direk­tor der säch­si­schen Lan­des­zen­trale für poli­ti­sche Bil­dung, Frank Rich­ter, hat zum Dia­log mit den Anhän­gern der Pegida-Grup­pie­rung auf­ge­ru­fen. „Wir haben es offen­sicht­lich mit einem Pro­blem­stau zu tun“, sagte Rich­ter im Deutsch­land­funk. Man müsse den Bür­gern respekt­voll zuhö­ren, so schwie­rig es auch sein möge.
  • Isla­mi­sie­rung, Mar­ken­schutz und dumme Fra­gen – jür­gen kaube hat recht:
    Gefühle haben ihr eige­nes poli­ti­sches Recht. Die Frage ist nur, ob sich zutref­fende Gedan­ken dar­aus machen las­sen.
  • Wie es bei „May­brit Ill­ner“ im ZDF wirk­lich zugeht – der autor ulf erd­mann zieg­ler war bei der ill­ner-rede­gruppe im zdf als gast gela­den. und kann sku­rile ergeb­nisse berich­ten, die alle hoff­nung auf qua­li­täts­jour­na­lis­mus im talk­for­mat ver­nich­ten.
    Okay, die plötz­li­che Über­frach­tung der Sen­dung mit Sebas­tian Eda­thy und sei­nem Schick­sal ist das eine. Den­noch, man hätte die Kurve krie­gen kön­nen. Wie wäre es etwa mit der Frage gewe­sen: ob, Herr Zieg­ler, was an die­sem Don­ners­tag die Haupt­stadt erschüt­terte, eigent­lich ein gutes Roman­thema sei. Aber mit Sicher­heit, Frau Ill­ner! Die Neben­rolle der Igno­ran­tin, die sich all­wis­send gibt, wäre Ihnen darin sicher.

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  • Kolumne Bes­ser: Wie der Herr, so’s Gescherr – taz.de – das gibt’s auch nicht jeden tag: dass ich deniz yücel zustimme und sei­nen text auch noch gut finde. dank „pegida“-blödsinn ist’s mög­lich (und nötig!) – also lesen!:
    Pegida fin­det die „Lügen­presse“ doof, die „Lügen­presse“ fin­det Pegida doof. Aber es gibt Aus­nah­men: Ste­phan, Wei­mer, Matus­sek, Bro­der, di Lorenzo.
  • 32. Lepanto oder Der fort­ge­setzte Miss­brauch der Ver­gan­gen­heit | Geschichte wird gemacht – achim land­wehr beschäf­tigt sich (not­ge­drun­gen …) mit dem umstand, dass der afd-poli­ti­ker ein­fach mal ohne anlass in der fas ohne beson­dere his­to­ri­sche kennt­nis über die schlacht von lepanto schreibt.
    Was ler­nen wir aus die­sem ansons­ten gänz­lich zu ver­nach­läs­si­gen­den Bei­trag?

    Miss­brau­che nicht die Ver­gan­gen­heit in ver­ein­fa­chen­der und ver­fäl­schen­der Form für bil­lige poli­ti­sche Anlie­gen der Gegen­wart.
    Wenn du schon von die­ser Ver­gan­gen­heit erzählst, dann tue es in mög­li­cher kom­ple­xer, mög­lichst zahl­rei­che Aspekte berück­sich­ti­gen­der Form.
    Wenn du schon einen Arti­kel schreibst, in dem bil­lige Res­sen­ti­ments gegen Andere bedient wer­den, dann schreibe wenigs­tens einen guten Arti­kel. Üble Bei­träge mit üblen Inhal­ten sind eine dop­pelte Belei­di­gung.
    Wenn du etwas aus Lepanto ler­nen willst, dann lerne dies: Es ist wirk­lich für alle Betei­lig­ten bes­ser, auf gegen­sei­tige Aner­ken­nung und Zusam­men­ar­beit zu set­zen als auf gegen­sei­ti­ges Abschlach­ten.

    Muss man so etwas wirk­lich noch hin­schrei­ben?

  • Kraut von Rüben sor­tiert – Kraut­re­por­ter durch­ge­zählt | Ver­wi­ckel­tes – marc mit eini­gen inter­es­san­ten beob­ach­tun­gen und bemer­kun­gen zu den „kraut­re­por­tern“. eini­ges deckt sich mit mei­ner eige­nen erfah­rung – etwa das generv­t­s­ein von den tilo-jung-plau­der­stünd­chen. jeden­falls haben es die „kraut­re­por­tern“, denen ich ja gerne geld bezahlt habe (und so arg viel war es ja auch gar nicht) noch nicht geschafft, zu einem wich­ti­gen teil mei­nes medi­en­kon­sums zu wer­den – ich ver­gesse immer mal wie­der, das zu che­cken …
  • Höh­len: Geh zum Teu­fel! | ZEIT ONLINE – „Die Welt brauchte viel weni­ger Psy­cho­phar­maka, wenn die Leute öfter in Höh­len gehen wür­den.“ >
  • Das Auge liest mit – Nur wenige Lite­ra­ten nut­zen die Ober­flä­che ihrer Texte als eigen­stän­dige Aus­drucks­form oder machen sich die Mühe, die mate­ri­elle Grund­lage ihrer Texte – die Schrift – zu reflek­tie­ren. – fea­ture von jochen meiß­ner, ca. 54 minu­ten
  • France’s rock star eco­no­mist Tho­mas Piketty turns down Legion of Honour | World news | The Guar­dian – piketty scheint ein mann mit cha­rak­ter zu sein:
    French eco­no­mist Tho­mas Piketty has spur­ned the Legion of Honour, the country’s hig­hest dis­tinc­tion, on the grounds that the govern­ment should not decide who is hono­ura­ble.

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  • 30. Neo­his­tof­lo­xi­kon oder Neue Flos­keln braucht das Land | Geschichte wird gemacht – achim land­wehr wird grund­sätz­lich:
    Es ist eigent­lich immer an der Zeit, das eigene Den­ken über Ver­gan­gen­heit und Geschichte mal etwas durch­zu­schüt­teln und auf den grund­sätz­li­chen Prüf­stand zu stel­len.
  • Who is afraid of jazz? | Jazz­Zei­tung – „Wer hätte gedacht, dass ich sogar Bruck­ner ein­mal span­nen­der und fre­ne­ti­scher fin­den würde als neuen Jazz!“
  • Essay: Schläf­rig gewor­den – DIE WELT – er ost­eu­ropa-his­to­ri­ker karl schlö­gel wider­spricht in der „welt“ den ver­fas­sern & unter­zeich­nern des auf­ru­fes „wie­der krieg in europa?“ – mei­nes erach­tens mit wich­ti­gen argu­men­ten:
    Denn in dem Auf­ruf ist neben vie­len All­ge­mein­plät­zen, die die Eigen­schaft haben, wahr zu sein, von erstaun­li­chen Din­gen die Rede. So lau­tet der erste Satz: „Nie­mand will Krieg“ – so als gäbe es noch gar kei­nen Krieg. Den gibt es aber. Rus­si­sche Trup­pen haben die Krim besetzt
    […] Aber­mals ist vom „Nach­barn Russ­land“ die Rede: Wie muss die Karte Euro­pas im Kopf derer aus­se­hen, die so etwas von sich geben oder mit ihrer Unter­schrift in Kauf neh­men! Pein­lich – und wahr­schein­lich in der Eile von den viel beschäf­tig­ten, ernst­haf­ten Unter­zeich­nern nicht zur Kennt­nis genom­men – die Behaup­tung, Russ­land sei seit dem Wie­ner Kon­gress Mit­ge­stal­ter der euro­päi­schen Staa­ten­welt. Das geht viel wei­ter zurück, wie auch Laien wis­sen, die schon von Peter dem Gro­ßen gehört haben. Und aus­ge­rech­net die Hei­lige Alli­anz zu zitie­ren, mit der die Tei­lung Polens zemen­tiert, die pol­ni­schen Auf­stände nie­der­ge­wor­fen und die 1848er-Revo­lu­tion bekämpft wor­den ist – das passt nicht gut zur Ernst­haf­tig­keit eines um den Dia­log bemüh­ten Unter­neh­mens. Vom Molo­tow-Rib­ben­trop-Pakt – eine zen­trale Erfah­rung aller Völ­ker „dazwi­schen“ und im 75. Jahr der Wie­der­kehr des Ver­tra­ges, der den Zwei­ten Welt­krieg mög­lich gemacht hat – ist im Text gar nicht die Rede, ein­fach zur Seite gescho­ben, „ver­drängt“.
  • Was bewegt Yvan Sagnet?: Hoff­nung der Skla­ven | ZEIT ONLINE -
    Arbei­ter aus dem Sudan, aus Bur­kina Faso, aus Mali, aus fast jedem Land Afri­kas. In dre­cki­gen Män­teln suchen sie vor den Müll­hau­fen nach Ver­wert­ba­rem. Es ist, als würde man durch einen düs­te­ren, apo­ka­lyp­ti­schen Roman von Cor­mac McCar­thy fah­ren. An den Feld­we­gen, die von den Land­stra­ßen abge­hen, ste­hen Pro­sti­tu­ierte. Rumä­nin­nen und Bul­ga­rin­nen. So sieht es aus, das Herz der ita­lie­ni­schen Toma­ten­pro­duk­tion.

    – fritz schaap in der zeit über den ver­such des gewerk­schaf­ters yvan sagnet, die mise­ra­blen bedin­gun­gen der arbei­ter in ita­lien, v.a. der ern­te­hel­fer, zu ver­bes­sern. der sagt u.a.

    Der Käu­fer muss wis­sen: Wenn er in den Super­markt geht und ein Kilo­gramm ita­lie­ni­sche Toma­ten für acht­zig Cent kauft, dann wur­den diese Toma­ten von mise­ra­bel ent­lohn­ten Arbei­tern geern­tet, die man ohne Wei­te­res als moderne Skla­ven bezeich­nen kann.“
  • Eine wich­tige Infor­ma­tion der Ver­ei­nig­ten Geheim­dienste – YouTube – Bet­ter no Let­ter: Eine wich­tige Infor­ma­tion der Ver­ei­nig­ten Geheim­dienste (siehe auch: The U.S.S.A. says: BETTER NO LETTER!)
  • Union kri­ti­siert Rame­low-Wahl in Thü­rin­gen: Ver­lo­gene Heul­su­sen | tagesschau.de – wow, bei der ARD & der Tages­schau ist jemand genauso ange­wi­dert vom Ver­hal­ten der CDU in Thü­rin­gen wie ich
  • For­schung: So will doch kei­ner arbei­ten! | ZEIT ONLINE – For­schung: So will doch kei­ner an Unis arbei­ten! – Die­ses Mal mit einer His­to­ri­ke­rin
  • Zer­schla­gen, aber im Samm­lungs­kon­text erschließ­bar: In der Baye­ri­schen Staats­bi­blio­thek wurde über den Ankauf des Schott-Archivs infor­miert | nmz – neue musik­zei­tung – Zer­schla­gen, aber im Samm­lungs­kon­text erschließ­bar: Die Bestände des Archivs des Schott-Ver­la­ges tei­len sich künf­tig auf die Staats­bi­blio­the­ken Mün­chen und Ber­lin sowie sechs For­schungs­ein­rich­tun­gen auf. Über den Kauf­preis wurde Still­schwei­gen ver­ein­bart.
  • So ent­stand der Mythos der „Trüm­mer­frauen“ – Poli­tik – Süddeutsche.de – die sz lässt sich von der his­to­ri­ke­rin leo­nie tre­ber noch ein­mal erklä­ren, woher die „trüm­mer­frauen“ kom­men:
    Es wurde ein äußerst posi­ti­ves Bild die­ser Frauen ver­mit­telt: Dass sie sich frei­wil­lig und mit Freude in die harte Arbeit stür­zen und den Schutt weg­räu­men, um den Wie­der­auf­bau vor­an­zu­trei­ben. Die PR war auch enorm wich­tig, weil die Trüm­mer­räu­mer – wie zuvor erwähnt – stig­ma­ti­siert waren und sol­che schwe­ren Jobs bis dahin eigent­lich nicht von Frauen erle­digt wer­den soll­ten. Des­halb wurde das Bild der „Trüm­mer­frau“ posi­tiv auf­ge­la­den mit den Ste­reo­ty­pen, die wir noch heute mit dem Begriff ver­bin­den.
  • Main­zer Schott-Musik­ver­lag: His­to­ri­sches Archiv wird öffent­lich zugäng­lich – Rhein­land-Pfalz | SWR.de – „opti­male Erschlie­ßung“ = Zer­stö­rung des Zusam­men­hangs. Schott-Musik­ver­lag: Archiv wird öffent­lich zugäng­lich
  • Hat die Jugend kei­nen Ehr­geiz mehr? | Blog Maga­zin – phil­ipp ting­ler über die gegen­wart, die kul­tur und den ehr­geiz zum glück:
    Gegen­wär­tig leben wir in einer Gesell­schaft, die Selbst­per­fek­tio­nie­rung, die Arbeit am Ich, als Selbst­ge­nuss pos­tu­liert; einer der letz­ten Leit­werte in der irre­du­zi­blen Viel­falt der uns allent­hal­ten umge­be­nen Kon­tin­genz­kul­tur ist: Authen­ti­zi­tät. Dafür steht auch Diane von Fürs­ten­berg. Die Bio­gra­fie als Pro­jekt. Wenn jetzt also plötz­lich alle aus ihrem Leben ein Kunst­werk machen wol­len, dann ist das nicht nur ein ethi­scher, son­dern auch ein sehr ehr­gei­zi­ger Impe­ra­tiv: Lebens­wel­ten und –for­men wer­den ambi­tio­niert durch­äs­the­ti­siert, und das Pathos der Selbst­er­schaf­fung rich­tet sich auf die bei­den gros­sen Ziele der Post­wachs­tums­ge­sell­schaft: Spass und Glück.
    […] Wir sehen also, dass Ehr­geiz durch­aus nicht ver­schwun­den ist, son­dern sich nur ver­irrt hat.

    seine the­ra­pie ist übri­gens ziem­lich ein­fach (und wahr­schein­lich gar nicht so ver­kehrt): selbst­iro­nie als die „schönste Form der Eigen­liebe“

  • Duden | Kon­rad-Duden-Preis 2014 geht an Dama­ris Nüb­ling | – Der Kon­rad-Duden-Preis 2014 geht an @DFDmainz-Projektleiterin Dama­ris Nüb­ling
  • E-Books: Wir sind die Fähr­ten­le­ser der neuen Lite­ra­tur – Bücher – FAZ – elke hei­nemann über die viel­falt der neuen (kleine) e-book-ver­lage:
    Dich­tung ist längst auch digi­tal: Auf der Suche nach E-Books abseits des Main­streams führt der Weg in Deutsch­land vor allem nach Ber­lin. Doch die enga­gier­ten Spe­zi­al­ver­lage haben auch spe­zi­elle Pro­bleme.
  • Gen­der-Debatte: Anschwel­len­der Ekel­fak­tor | ZEIT ONLINE – wun­der­bar: robin detje rech­net gna­den­los mit den kolum­nen­het­zern #ulfha­rald­jan­mat­thias aber (schade nur, dass das bei der @Zeit wie­der nie­mand lesen wird und harald des­halb wei­ter die leser­schaft ver­gif­ten darf):
    Heute tobt die Schluss­strich­de­batte Femi­nis­mus. Ende: nicht abzu­se­hen. Alternde Män­ner an vor­ders­ter Front. Hoher Unter­hal­tungs­wert, aber auch anschwel­len­der Ekel­fak­tor. Die Argu­men­ta­tion wie­der fas­zi­nie­rend: Femi­nis­mus gibt es inzwi­schen doch schon so lange, das nervt, Frauen ner­ven ja immer, und die Frauen wol­len offen­bar tat­säch­lich, dass wir Män­ner unser Ver­hal­ten ändern, wes­halb jetzt wir die eigent­li­chen Opfer sind.
    […] Und des­halb husch, husch, ihr all­män­ner­mäch­ti­gen Dis­kurs­be­herr­scher, zurück in eure Eck­kneipe. Die jetzt lei­der von einem Gen­der-Stu­dies-Les­ben-, Tran­sen- und X-trupp über­nom­men wird, und ihr schiebt für eine Weile in der Küche Abwasch­dienst.

    Ent­schul­di­gung, aber das wird man sich als auf­ge­klär­ter, älte­rer deut­scher Mann doch noch wün­schen dür­fen.

  • “Femi­nis­mus kann nie­mals Life­style sein” • Denk­werk­statt – gabriele micha­lit­sch im inter­view mit eini­gen sehr rich­ti­gen beob­ach­tun­gen:
    Femi­nis­mus kann nie­mals Life­style sein, Femi­nis­mus ist immer poli­ti­sch. Wenn die Medien eine sol­che Dis­kus­sion befeu­ern, ist das eine Form von Anti­fe­mi­nis­mus und der Ver­such, den Begriff Femi­nis­mus zu ver­ein­nah­men, ihm seine poli­ti­sche Rele­vanz abzu­spre­chen. Femi­nis­mus war zudem nie män­ner­feind­lich, er wurde immer auch von Män­nern mit­ge­tra­gen. Wenn, dann wen­det er sich gegen bestimmte Kon­zep­tio­nen von Männ­lich­keit – wie auch Weib­lich­keit. Wäre die­ser angeb­lich neue Femi­nis­mus nicht Gegen­stand öffent­li­cher Debat­ten, müss­ten wir uns erst gar nicht damit aus­ein­an­der­set­zen – in mei­nen Augen ist das eine anti­fe­mi­nis­ti­sche Stra­te­gie.

    und spä­ter auf den punkt gebracht:

    Wenn Femi­nis­mus auf Kar­riere mit Kin­dern redu­ziert wird, ist das das Ende des Femi­nis­mus.
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