Ins Netz gegangen (9.12.)

Ins Netz gegan­gen am 9.12.:

  • 30. Neo­his­tof­lo­xi­kon oder Neue Flos­keln braucht das Land | Geschichte wird gemacht — achim land­wehr wird grund­sätz­lich:
    Es ist eigent­lich immer an der Zeit, das eigene Den­ken über Ver­gan­gen­heit und Geschichte mal etwas durch­zu­schüt­teln und auf den grund­sätz­li­chen Prüf­stand zu stellen.

  • Who is afraid of jazz? | Jazz­Zei­tung — »Wer hätte gedacht, dass ich sogar Bruck­ner ein­mal span­nen­der und fre­ne­ti­scher fin­den würde als neuen Jazz!«
  • Essay: Schläf­rig gewor­den — DIE WELT — er osteuropa-historiker karl schlö­gel wider­spricht in der »welt« den ver­fas­sern & unter­zeich­nern des auf­ru­fes »wie­der krieg in europa?« — mei­nes erach­tens mit wich­ti­gen argu­men­ten:
    Denn in dem Auf­ruf ist neben vie­len All­ge­mein­plät­zen, die die Eigen­schaft haben, wahr zu sein, von erstaun­li­chen Din­gen die Rede. So lau­tet der erste Satz: »Nie­mand will Krieg« – so als gäbe es noch gar kei­nen Krieg. Den gibt es aber. Rus­si­sche Trup­pen haben die Krim besetzt
    […]
    Aber­mals ist vom »Nach­barn Russ­land« die Rede: Wie muss die Karte Euro­pas im Kopf derer aus­se­hen, die so etwas von sich geben oder mit ihrer Unter­schrift in Kauf neh­men! Pein­lich – und wahr­schein­lich in der Eile von den viel beschäf­tig­ten, ernst­haf­ten Unter­zeich­nern nicht zur Kennt­nis genom­men – die Behaup­tung, Russ­land sei seit dem Wie­ner Kon­gress Mit­ge­stal­ter der euro­päi­schen Staa­ten­welt. Das geht viel wei­ter zurück, wie auch Laien wis­sen, die schon von Peter dem Gro­ßen gehört haben. Und aus­ge­rech­net die Hei­lige Alli­anz zu zitie­ren, mit der die Tei­lung Polens zemen­tiert, die pol­ni­schen Auf­stände nie­der­ge­wor­fen und die 1848er-Revolution bekämpft wor­den ist – das passt nicht gut zur Ernst­haf­tig­keit eines um den Dia­log bemüh­ten Unter­neh­mens. Vom Molotow-Ribbentrop-Pakt – eine zen­trale Erfah­rung aller Völ­ker »dazwi­schen« und im 75. Jahr der Wie­der­kehr des Ver­tra­ges, der den Zwei­ten Welt­krieg mög­lich gemacht hat – ist im Text gar nicht die Rede, ein­fach zur Seite gescho­ben, »verdrängt«.

  • Was bewegt Yvan Sagnet?: Hoff­nung der Skla­ven | ZEIT ONLINE -
    Arbei­ter aus dem Sudan, aus Bur­kina Faso, aus Mali, aus fast jedem Land Afri­kas. In dre­cki­gen Män­teln suchen sie vor den Müll­hau­fen nach Ver­wert­ba­rem. Es ist, als würde man durch einen düs­te­ren, apo­ka­lyp­ti­schen Roman von Cor­mac McCar­thy fah­ren. An den Feld­we­gen, die von den Land­stra­ßen abge­hen, ste­hen Pro­sti­tu­ierte. Rumä­nin­nen und Bul­ga­rin­nen. So sieht es aus, das Herz der ita­lie­ni­schen Tomatenproduktion.

     — fritz schaap in der zeit über den ver­such des gewerk­schaf­ters yvan sagnet, die mise­ra­blen bedin­gun­gen der arbei­ter in ita­lien, v.a. der ern­te­hel­fer, zu ver­bes­sern. der sagt u.a.

    »Der Käu­fer muss wis­sen: Wenn er in den Super­markt geht und ein Kilo­gramm ita­lie­ni­sche Toma­ten für acht­zig Cent kauft, dann wur­den diese Toma­ten von mise­ra­bel ent­lohn­ten Arbei­tern geern­tet, die man ohne Wei­te­res als moderne Skla­ven bezeich­nen kann.«

  • Eine wich­tige Infor­ma­tion der Ver­ei­nig­ten Geheim­dienste — YouTube — Bet­ter no Let­ter: Eine wich­tige Infor­ma­tion der Ver­ei­nig­ten Geheim­dienste (siehe auch: The U.S.S.A. says: BET­TER NO LET­TER!)
  • Union kri­ti­siert Ramelow-Wahl in Thü­rin­gen: Ver­lo­gene Heul­su­sen | tagesschau.de — wow, bei der ARD & der Tages­schau ist jemand genauso ange­wi­dert vom Ver­hal­ten der CDU in Thü­rin­gen wie ich
  • For­schung: So will doch kei­ner arbei­ten! | ZEIT ONLINE — For­schung: So will doch kei­ner an Unis arbei­ten! — Die­ses Mal mit einer Historikerin
  • Zer­schla­gen, aber im Samm­lungs­kon­text erschließ­bar: In der Baye­ri­schen Staats­bi­blio­thek wurde über den Ankauf des Schott-Archivs infor­miert | nmz — neue musik­zei­tung — Zer­schla­gen, aber im Samm­lungs­kon­text erschließ­bar: Die Bestände des Archivs des Schott-Verlages tei­len sich künf­tig auf die Staats­bi­blio­the­ken Mün­chen und Ber­lin sowie sechs For­schungs­ein­rich­tun­gen auf. Über den Kauf­preis wurde Still­schwei­gen vereinbart.
  • So ent­stand der Mythos der »Trüm­mer­frauen« — Poli­tik — Süddeutsche.de — die sz lässt sich von der his­to­ri­ke­rin leo­nie tre­ber noch ein­mal erklä­ren, woher die »trüm­mer­frauen« kom­men:
    Es wurde ein äußerst posi­ti­ves Bild die­ser Frauen ver­mit­telt: Dass sie sich frei­wil­lig und mit Freude in die harte Arbeit stür­zen und den Schutt weg­räu­men, um den Wie­der­auf­bau vor­an­zu­trei­ben. Die PR war auch enorm wich­tig, weil die Trüm­mer­räu­mer — wie zuvor erwähnt — stig­ma­ti­siert waren und sol­che schwe­ren Jobs bis dahin eigent­lich nicht von Frauen erle­digt wer­den soll­ten. Des­halb wurde das Bild der »Trüm­mer­frau« posi­tiv auf­ge­la­den mit den Ste­reo­ty­pen, die wir noch heute mit dem Begriff verbinden.

  • Main­zer Schott-Musikverlag: His­to­ri­sches Archiv wird öffent­lich zugäng­lich — Rheinland-Pfalz | SWR.de — »opti­male Erschlie­ßung« = Zer­stö­rung des Zusam­men­hangs. Schott-Musikverlag: Archiv wird öffent­lich zugänglich
  • Hat die Jugend kei­nen Ehr­geiz mehr? | Blog Maga­zin — phil­ipp ting­ler über die gegen­wart, die kul­tur und den ehr­geiz zum glück:
    Gegen­wär­tig leben wir in einer Gesell­schaft, die Selbst­per­fek­tio­nie­rung, die Arbeit am Ich, als Selbst­ge­nuss pos­tu­liert; einer der letz­ten Leit­werte in der irre­du­zi­blen Viel­falt der uns allent­hal­ten umge­be­nen Kon­tin­genz­kul­tur ist: Authen­ti­zi­tät. Dafür steht auch Diane von Fürs­ten­berg. Die Bio­gra­fie als Pro­jekt. Wenn jetzt also plötz­lich alle aus ihrem Leben ein Kunst­werk machen wol­len, dann ist das nicht nur ein ethi­scher, son­dern auch ein sehr ehr­gei­zi­ger Impe­ra­tiv: Lebens­wel­ten und –for­men wer­den ambi­tio­niert durch­äs­the­ti­siert, und das Pathos der Selbster­schaf­fung rich­tet sich auf die bei­den gros­sen Ziele der Post­wachs­tums­ge­sell­schaft: Spass und Glück.
    […]
    Wir sehen also, dass Ehr­geiz durch­aus nicht ver­schwun­den ist, son­dern sich nur ver­irrt hat.

    seine the­ra­pie ist übri­gens ziem­lich ein­fach (und wahr­schein­lich gar nicht so ver­kehrt): selbst­iro­nie als die »schönste Form der Eigenliebe«

  • Duden | Konrad-Duden-Preis 2014 geht an Dama­ris Nüb­ling | — Der Konrad-Duden-Preis 2014 geht an @DFDmainz-Projektleiterin Dama­ris Nübling
  • E-Books: Wir sind die Fähr­ten­le­ser der neuen Lite­ra­tur — Bücher — FAZ — elke hei­ne­mann über die viel­falt der neuen (kleine) e-book-verlage:
    Dich­tung ist längst auch digi­tal: Auf der Suche nach E-Books abseits des Main­streams führt der Weg in Deutsch­land vor allem nach Ber­lin. Doch die enga­gier­ten Spe­zi­al­ver­lage haben auch spe­zi­elle Probleme.

  • Gender-Debatte: Anschwel­len­der Ekel­fak­tor | ZEIT ONLINE — wun­der­bar: robin detje rech­net gna­den­los mit den kolum­nen­het­zern #ulf­ha­rald­jan­mat­thias aber (schade nur, dass das bei der @Zeit wie­der nie­mand lesen wird und harald des­halb wei­ter die leser­schaft ver­gif­ten darf):
    Heute tobt die Schluss­strich­de­batte Femi­nis­mus. Ende: nicht abzu­se­hen. Alternde Män­ner an vor­ders­ter Front. Hoher Unter­hal­tungs­wert, aber auch anschwel­len­der Ekel­fak­tor. Die Argu­men­ta­tion wie­der fas­zi­nie­rend: Femi­nis­mus gibt es inzwi­schen doch schon so lange, das nervt, Frauen ner­ven ja immer, und die Frauen wol­len offen­bar tat­säch­lich, dass wir Män­ner unser Ver­hal­ten ändern, wes­halb jetzt wir die eigent­li­chen Opfer sind.
    […]
    Und des­halb husch, husch, ihr all­män­ner­mäch­ti­gen Dis­kurs­be­herr­scher, zurück in eure Eck­kneipe. Die jetzt lei­der von einem Gender-Studies-Lesben-, Tran­sen– und X-trupp über­nom­men wird, und ihr schiebt für eine Weile in der Küche Abwaschdienst.

    Ent­schul­di­gung, aber das wird man sich als auf­ge­klär­ter, älte­rer deut­scher Mann doch noch wün­schen dürfen.

  • “Femi­nis­mus kann nie­mals Life­style sein” • Denk­werk­statt — gabriele micha­litsch im inter­view mit eini­gen sehr rich­ti­gen beob­ach­tun­gen:
    Femi­nis­mus kann nie­mals Life­style sein, Femi­nis­mus ist immer poli­tisch. Wenn die Medien eine sol­che Dis­kus­sion befeu­ern, ist das eine Form von Anti­fe­mi­nis­mus und der Ver­such, den Begriff Femi­nis­mus zu ver­ein­nah­men, ihm seine poli­ti­sche Rele­vanz abzu­spre­chen. Femi­nis­mus war zudem nie män­ner­feind­lich, er wurde immer auch von Män­nern mit­ge­tra­gen. Wenn, dann wen­det er sich gegen bestimmte Kon­zep­tio­nen von Männ­lich­keit – wie auch Weib­lich­keit. Wäre die­ser angeb­lich neue Femi­nis­mus nicht Gegen­stand öffent­li­cher Debat­ten, müss­ten wir uns erst gar nicht damit aus­ein­an­der­set­zen – in mei­nen Augen ist das eine anti­fe­mi­nis­ti­sche Strategie.

    und spä­ter auf den punkt gebracht:

    Wenn Femi­nis­mus auf Kar­riere mit Kin­dern redu­ziert wird, ist das das Ende des Feminismus.

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Nachrechnen: Die Notwendigkeit von Blogs

vor­ges­tern hat dobrindt die pkw-maut, die er beschö­ni­gend »infra­struk­tur­ab­gabe« genannt wis­sen will (gibt’s nicht auch andere infra­struk­tur als stra­ßen?), vor­ge­stellt. die ein­zige kritisch-kontrollierende nach­rech­nung, ob es über­haupt wahr­schein­lich ist, dass er mit sei­nen plä­nen (die ja wahr­schein­lich sowieso nicht eu-recht-konform sind) wirk­lich die ange­streb­ten sum­men erlö­sen kann, habe ich in einem blog gefun­den. die zei­tun­gen beten alle nur die zah­len der poli­tik nach, ohne das mal selbst zu kon­trol­lie­ren (aber viel­leicht haben sie es auch nur so gut ver­steckt, dass ich es nicht gese­hen habe?). ob die zah­len von mar­tin ran­del­hoff nun rea­lis­ti­scher sind als die offi­zi­el­len oder nicht, das kann ich nicht beur­tei­len (sie schei­nen mir aber immer­hin in sich stim­mig und schlüs­sig argu­men­tiert, auf schwach­stel­len weist er auch selbst hin). aber wäre so eine rech­nung (ran­del­hoff kommt zu dem skep­ti­schen ergeb­nis: »Es darf daher bezwei­felt wer­den, ob dem Bun­des­haus­halt durch die Ein­füh­rung einer Infra­struk­tur­ab­gabe pro Jahr wirk­lich über 600 Mil­lio­nen Euro zuflie­ßen«) nicht auch von den medien, die sich doch gerne als »vierte gewalt«, als »kon­trolle« der poli­tik, ver­ste­hen, zu erwar­ten? schließ­lich haben die doch auch (noch) spe­zi­elle wirt­schafts– und ver­kehrs­re­dak­teure, die soll­ten doch so weit auch selbst rech­nen kön­nen — oder jeman­den fin­den, der es für sie tut. also wie­der ein grund, die ach so unjour­na­lis­ti­schen blogs zu lesen.

Ins Netz gegangen (27.6.)

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  • Hoch­mut gro­ßer Söhne – Sprach­log — Ana­tol Ste­fa­no­witsch über einen Vor­schlag, im Text der öster­rei­chi­schen Natio­nal­hymne die Frauen wie­der zu strei­chen:
    Am Text der öster­rei­chi­schen Natio­nal­hymne fin­det sich, wie es bei Tex­ten von Natio­nal­hym­nen nun ein­mal so ist, wenig Erhal­tens­wer­tes. Sie fei­ert die Land­schaft (gut, das ist gerade noch erträg­lich), das „für das Schöne begna­dete“ und mit „hoher Sen­dung“ aus­ge­stat­tete Volk (das ist dann eben, natio­nal­hym­nen­ty­pisch, nicht mehr erträg­lich), die krie­ge­ri­sche Ver­gan­gen­heit, und eine „arbeits­frohe“ Zukunft. Und natür­lich wird dem „Vater­land“ auch ordent­lich Treue geschworen.

  • Neues ARD-Nachrichtenstudio: Tho­mas Roth trifft jetzt immer auf King Kong — Medien — FAZ — Oli­ver Jun­gen hält vom neuen ARD-Studio nicht so viel:
    Ein Ope­ra­ti­ons­feh­ler, das ist eigent­lich eine gute Meta­pher für das, was mit den ARD-Nachrichten pas­siert ist: Man hat eine Wagen­la­dung Adre­na­lin in ihrem Bauch ver­ges­sen und ein­fach zugenäht.

     — dazu noch ein biss­chen Baudril­lard (Simu­lacrum!) und nost­al­gi­sche Rück­be­sin­nung auf die guten alten Zei­ten, als die Nach­rich­ten ohne Bil­der aus­ka­men (übri­gens auch in der FAZ!) …

  • Deutsch­land, ver­knautscht — BILD­blog — 
  • Rech­ter Über­fall in Dort­mund: Poli­zei nimmt Nazis in Schutz — taz.de — total crazy: »Rechts­ex­treme woll­ten Rat­haus stür­men. Das Innen­mi­nis­te­rium: Die Poli­ti­ker selbst hät­ten randaliert.«
  • »Ich brau­che das Geld nicht« — taz.de — Tho­mas Piketty im »taz-»Interview:
    Ich ver­traue der Quan­ti­fi­zie­rung des Reich­tums für das Jahr 1913 stär­ker als der von 2013. Das Natio­nal­ein­kom­men wird rela­tiv gut erfasst. Aber die Ver­tei­lung des Ein­kom­mens bis in die obers­ten Schich­ten ist eine andere Frage.

    Schön auch eine andere Stelle:

    Aber es ist schon inter­es­sant, wie viel Geld da ist, zum Bei­spiel in gro­ßen Fir­men. Die glei­chen Leute, die hart um jeden Euro mit ihrem Rei­ni­gungs­per­so­nal oder ihren Nied­rig­lohn­ar­bei­tern ver­han­deln, bie­ten mir 100.000 Euro für einen ein­stün­di­gen Vor­trag. Wenn ich ablehne, ver­dop­peln sie das Angebot.

  • Pen­nä­ler­hafte Fach­prosa — Die neue „Kul­tur­ge­schichte der frü­hen Neu­zeit“ ist nicht nur pein­lich, son­dern unver­schämt : literaturkritik.de — »Zu hof­fen bleibt, dass der ange­sichts der feh­len­den Qua­li­tät über­aus dreiste Preis die Käu­fer abzu­schre­cken vermag«
  • Welt­meis­ter­schaft und Doping — Gro­ßes Indianer-Ehrenwort! — Süddeutsche.de — wun­der­bar: Tho­mas Kist­ner in der »Süd­deut­schen« zur WM etc.:
    Wer glaubt, der Fuß­ball sei sau­ber, der darf das­selbe von der Fifa glauben.

    Eine Frage bleibt am Ende: Warum tei­len die Fuß­bal­l­ärzte ihr tie­fes Wis­sen nicht mit der All­ge­mein­heit? Sieht man, wie man­cher 30-Jährige durch die WM-Arenen bret­tert, obwohl er als 20– bis 25-Jähriger kein Spiel zu Ende brachte, ohne dass der Mus­kel zwickte oder dicht­machte — dann stellt sich die Frage, warum mit die­ser doch auch für die breite Mensch­heit segens­rei­chen Heil– und Auf­bau­kunst so ver­dammt dis­kret umge­gan­gen wird.

    Mit der Logik kommt man der medi­zi­ni­schen, sprich: ent­schei­den­den Seite die­ser Mil­li­ar­den­in­dus­trie so wenig bei wie mit Doping­tests. Dem gläu­bi­gen Fan ist es sowieso einer­lei: Augen zu, und ein­fach feste daran glauben.

  • Twit­ter / Calvinn_Hobbes: The ent­ire edu­ca­tion sys­tem … — RT @hnnngkttr: Time for change? “@Calvinn_Hobbes: The ent­ire edu­ca­tion sys­tem sum­med up in a three panel comic strip. ” #edchatde
  • An die weib­li­chen und männ­li­chen Waffenscheuen

    Die Waf­fen hoch! Das… | Aphorismen.de — RT @giesbert: Der Felix Dahn war mit sei­ner Ant­wort an Ber­tha von Sutt­ner auch so ein Knalldepp.

  • Er kann es ein­fach nicht | Begleit­schrei­ben — Gre­gor Keu­sch­nig hat sich Chris­tian Wulffs »Ganz oben, ganz unten« auf den Unter­su­chungs­tisch gelegt:
    Ich habe inzwi­schen kei­nen Zwei­fel daran, dass Wulff in einer Mischung aus selbst­verschuldetem Unglück und nar­ziss­ti­schem Jagd­trieb eini­ger wild­ge­wor­de­ner Ego­ma­nen einem eben auch qua­li­täts­me­dia­len Blut­rausch erlag, in dem sich zu Beginn meh­rere Jäger gleich­zei­tig auf das glei­che Objekt kon­zen­trier­ten.
    […] bie­tet er mit teil­weise unge­nauen und unge­len­ken For­mu­lie­run­gen wie­der neue Angriffs­flä­chen. So lang­sam ver­fes­tigt sich der Ein­druck: Er kann es ein­fach nicht.

  • Siri Hust­vedt trifft Carl Dje­rassi — Wie­der so eine toll kon­zi­pierte Ver­an­stal­tung, die mehr ver­heißt als sie ein­löst:
    Es sei so eine Sache mit dem Dia­log, mur­melt Siri Hust­vedt vor sich hin.

  • Neue sichere Her­kunfts­staa­ten: Ein Pro­blem wird zur Lösung -
    Bereits diese kur­zen Aus­füh­run­gen zei­gen, dass die Ein­stu­fun­gen von Maze­do­nien, Ser­bien und Bosnien-Herzegowina als sichere Her­kunfts­staa­ten wenig Anlass zur Freude bie­ten – sie wer­fen in ers­ter Linie euro­pa­recht­li­che Beden­ken auf. Dane­ben ist diese Geset­zes­än­de­rung ein Bei­spiel, wie im Ver­lauf von nur 20 Jah­ren der Grund für ein Pro­blem zu des­sen Ant­wort (gemacht) wird.

  • Frän­ki­sches Reich : Das ewige Leben einer dienst­ba­ren Lei­che — Nach­rich­ten Kul­tur — DIE WELT — Eck­hard Fuhr ist von den Aus­stel­lun­gen zum 1200. Todes­tag von Karl dem Gro­ßen in Aachen sehr ange­tan:
    Es ist ein­fach so: Auch wer von tie­fer Skep­sis gegen jeden Ver­such erfüllt ist, mit Karl dem Gro­ßen Geschichts­po­li­tik betrei­ben, sollte jetzt doch nach Aachen fah­ren. Denn um das zu sehen, was er dort zu sehen bekommt, muss er sonst um die ganze Welt reisen.

    Sehr recht hat er übri­gens auch mit sei­ner Ein­lei­tung:

    Ohne Karl ver­ste­hen wir gar nichts.

  • Kom­men­tar zum deut­schen Ranschmeiß-Journalismus | 11 Freunde — Die 11 Freunde sind mit der öffentlich-rechtlichen »Bericht­er­stat­tung« zur WM zu Recht nicht zufrie­den:
    Alle zwei Jahre, bei den gro­ßen Tur­nie­ren, wird Deutsch­land zu Sch­land, einer Nation der Nar­ren. Den Fans sei die­ser Aus­nah­me­zu­stand ver­gönnt und ver­zie­hen. Die Sen­der und ihre Jour­na­lis­ten aller­dings dür­fen sich davon nicht mit­rei­ßen las­sen. Denn was geschieht etwa, wenn die Natio­nal­mann­schaft doch noch früh­zei­tig aus­schei­det – ein Sze­na­rio, das nach nur einem Spiel und der beglei­ten­den Schwär­me­rei noch unwahr­schein­li­cher erscheint, als dass Joa­chim Löw mal schlecht ange­zo­gen ist? Für die­sen Fall braucht es kri­ti­sche Ana­ly­sen und harte Fra­gen. Und keine wei­nen­den Jour­na­lis­ten am Pool.

  • Why ›Game of Thro­nes‹ Isn’t Medi­eval — and Why That Mat­ters — Paci­fic Stan­dard: The Sci­ence of Society — 
  • The­sen­an­schlag: Schwang Luther 1517 tat­säch­lich den Ham­mer? — FAZ — Mar­tin Luthers The­sen­an­schlag von Wit­ten­berg ist sicher der berühm­teste, aber längst nicht der ein­zige: Eine Geschichte des Anschla­gens von Zet­teln an Kirchen.
  • Die Ver­öf­fent­li­chungs­form der Zukunft? Mein Lösungs­vor­schlag: Ein Auf­satz in Baum– und Ebe­nen­struk­tur. | Mit­tel­al­ter — eine schöne idee, die chris­tian schwa­de­rer da ent­wi­ckelt hat …

Ins Netz gegangen (15.6.)

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  • WM ver­sus Thea­ter: Sibylle Berg über deut­sche Kul­tur — SPIE­GEL ONLINE — wie eigent­lich immer ist sibylle bergs kolumne diese woche sehr gut:

    Wenn Deutsch­lands Mann­schaft nicht gewin­nen sollte, was für eine wun­der­bare Vor­stel­lung! Tau­sende wei­nen­der Fuß­ball­fans lie­gen sich heu­lend in den Armen. Und trös­ten ein­an­der schul­ter­klop­fend mit den Wor­ten: Ach komm, Schwamm drü­ber. Denk nur an unsere iden­ti­täts­stif­tende Kul­tur. Ja, du hast recht, Rudi, lass uns gleich mal wie­der in ein gutes Berg-Stück gehen.

  • Der Brief­wech­sel zwi­schen Schil­ler und Goe­the — »Es ist unbe­greif­lich, wie eine Unklug­heit auf die andere folgt und wie incor­ri­gi­bel er in sei­nen Schief­hei­ten ist.«
  • For­schungs­platz Orgel­bank: Gerd Zacher (1929 – 2014) | nmz — neue musik­zei­tung — Ein schö­ner Nach­ruf von Georg Beck:
    Dass er sich seine Orgel­bank mit Vor­liebe als For­schungs­platz ein­ge­rich­tet hat, war Wir­kung fes­ter Über­zeu­gung: „Kompositions-Anwalt“ wollte er sein. Auf allen Fel­dern, dem des his­to­ri­schen Erbes wie dem der Zeit­ge­nos­sen­schaft, musste sich für ihn die Inter­pre­ta­tion vor der Kom­po­si­tion ver­ant­wor­ten. Ego­tripps  ver­ach­tete er. Ande­rer­seits: Die „Köni­gin“ unter den Instru­men­ten, dies war ihm wich­tig, sollte Staat machen, sollte neue Klei­der haben und sie auch stolz aus­füh­ren. Dafür hat sich Gerd Zacher ebenso ein­ge­setzt wie für neue For­men kir­chen­mu­si­ka­li­scher Pra­xis, was für ihn mit der Fort– und Wei­ter­bil­dung sei­ner Hörer not­wen­dig zusammenfiel.

  • Last Week Tonight with John Oli­ver (HBO): FIFA and the World Cup — YouTube — Die FIFA als die Kir­che des Fuß­balls: Ein wun­der­ba­rer Über­blick von John Oli­ver (Last Week Tonight with John Oliver)
  • Wie das Inter­net die Wahr­neh­mung von Men­schen ver­än­dert | schnee­schmelze | texte — Der (bis­her) beste — und viel­leicht ehr­lichste — Nach­ruf auf Frank Schirr­ma­cher:
    Das ein­zige, das sein Tod mar­kiert, ist das Ende des Feuille­tons. Ein letz­tes Auf­bäu­men der Pres­se­kon­zerne, um „Debat­ten“ zu insze­nie­ren, cross­me­dial. Das konnte er.

  • »heute-show« im ZDF — Da lacht der Och­sen­frosch — Medien — Süddeutsche.de — Det­lef Ess­lin­ger bringt mein Unbe­hange an/mit der »heute-show« gut auf den Punkt:
    Die »heute-show« gilt als Ret­ter der deut­schen Fern­seh­sa­tire. Dabei scheuen die Poin­ten der ZDF-Sendung nie­mals ein Kli­schee. Eine Hal­tung erkennt man bei den Machern nicht.

  • Emser Depe­sche: Der Über­lie­fe­rungs­zu­sam­men­hang | Akten­kunde — Hol­ger Ber­win­kel setzt sei­nen detail­lier­ten Bericht der akten­kund­li­chen Unter­su­chung der berühm­ten »Emser Depe­sche« fort. Da fin­det sich auch die schöne Anmer­kung:
    Aus der Lite­ra­tur ken­nen wir die moderne Archiv­si­gna­tur, R 11674, und auch Blatt­zah­len: 209 – 214. Also könn­ten wir uns sofort auf Abe­kens Bericht aus Ems stür­zen. Viele For­scher tun das auch und ver­zich­ten dar­auf, “ihre” Funde im Akten­zu­sam­men­hang zu kon­text­ua­li­sie­ren. Sie tun das auf eigene Gefahr.

Ins Netz gegangen (4.6.)

Ins Netz gegan­gen am 4.6.:

  • Snowden-Enthüllungen: Staats­ver­sa­gen beim Schutz der Bür­ger — SPIE­GEL ONLINE — Sascha Lobo hat lei­der sehr recht:

    Digi­ta­les Staats­ver­sa­gen, ist das nicht über­trie­ben? Kei­nes­wegs. Der deut­sche Staat ist offen­sicht­lich nicht in der Lage, einem mil­lio­nen­fa­chen Grund­rechts­bruch im Inter­net ent­ge­gen­zu­tre­ten. Eigent­lich schafft er es nicht ein­mal, sich eine Fra­ge­liste von der NSA beant­wor­ten zu las­sen. Aber der ent­schei­dende Punkt ist, dass in die­sem Moment die Grund­rechte bekann­ter­weise seit einem Jahr ver­letzt wer­den undkeine Abhilfe geschaf­fen wird. Wer je im Ver­lauf der letz­ten zwölf Monate ver­stört oder gar erzürnt war über die flä­chen­de­ckende Total­über­wa­chung — hat nicht den gerings­ten Grund, inzwi­schen ent­spannt zu sein. Es hat sich dies­be­züg­lich exakt nichts geän­dert. Nichts.

  • jungle-world.com — 22/2014 — Thema — Die deut­sche Debatte über den Ers­ten Welt­krieg — Richard Geb­hardt zur aktu­el­len Dis­kus­sion um Schuld und Ver­ant­wor­tung in Europa

    Über­mäch­tig aber scheint bei einem Teil der deut­schen Öffent­lich­keit zugleich der Wunsch nach einem Geschich­ten­er­zäh­ler, der 100 Jahre danach end­lich die Belege für den Frei­spruch Deutsch­lands bie­ten soll.
    […]
    Was vor­geb­lich als Debatte über die Ursa­chen des Ers­ten Welt­kriegs begann, mün­det in die apo­lo­ge­ti­sche Aus­ru­fung Deutsch­lands zum wil­li­gen Hege­mon. Die Trup­pen für die künf­tige mora­li­sche Auf­rüs­tung ste­hen schon bereit. Vor­erst aber arbei­ten deut­sche Intel­lek­tu­elle daran, die Geschichte des Ers­ten Welt­kriegs in der belieb­ten Serie »Als der Welt­krieg Deutsch­land über­fal­len hat« (Her­mann L. Grem­liza) zur all­ge­mei­nen deut­schen Zufrie­den­heit umzudeuten.

  • Der Name der Wind­rose – Sprach­log — Sexis­mus tötet: »Orkane mit Män­ner­na­men wer­den im Schnitt als stär­ker und gefähr­li­cher ein­ge­stuft« >
  • Von Erin­ne­rungs­kul­tur und Ver­gess­lich­keit | Kul­tur | DW.DE | 24.05.2014 — Aleida Ass­mann: Erin­ne­rungs­kul­tur lebe, sei nicht sta­bil. Und sie müsse sich auch ver­än­dern dürfen.

    (Und neben­bei: Walsers Augen­brauen sind ja ein Kunst­werk für sich …)

  • Warum ich die Kraut­re­por­ter unter­stütze — Im Enten­teich 02.06.2014 — Per­len­tau­cher — Thierry Cher­vel begrün­det, warum er die »Kraut­re­por­ter« unter­stützt und für eine gute Sache hält:

    Vier Ein­sich­ten der letz­ten 15 Jahre bewe­gen mich, die Kraut­re­por­ter zu abonnieren:

    1. Das Inter­net ist die Öffent­lich­keit
    2. Es gibt keine Öko­no­mie der Infor­ma­tion
    3. Es geht um die Zukunft der Öffent­lich­keit, nicht des Jour­na­lis­mus
    4. Wir müs­sen über die Öffentlich-Rechtlichen reden

  • Unsäg­li­che TV-Dokus: Geschichte für Trot­tel — FAZ — Jörg Babe­row­ski macht sei­nem Unmut über die neu­este (far­bige!) Stalin-Dokumentation Luft:

    Bis­her hatte ich geglaubt, mit Guido Knopps his­to­ri­schen Doku­men­ta­tio­nen sei der Tief­punkt im deut­schen Fern­se­hen schon erreicht wor­den. Die­ser Film bewies das Gegen­teil.
    […]
    Fast alles, was über Ereig­nisse und Per­so­nen in die­ser Doku­men­ta­tion gesagt wird, ist falsch.
    […]
    Aber wer inter­es­siert sich noch für Fak­ten, wenn es doch nur darum geht, den Zuschauer mit bun­ten Bil­dern zu unter­hal­ten! Nun könnte man ein­wen­den, sol­che Infor­ma­tio­nen seien Neben­sa­che, weil sie zur Erklä­rung nichts bei­tra­gen. Mag sein. Aber die­ser lieb­los zusam­men­ge­schnit­tene Film erklärt nichts, er erhellt nichts. Er ist stüm­per­hafte Desinformation.

    Und er nutzt das — weil es für ihn keine Aus­nahme, son­dern Sym­ptom ist — zu einer neuen Gene­ral­ab­rech­nung mit dem Geschichts­fern­se­hen ganz im allgemeinen:

    Die Infan­ti­li­sie­rung des Zuschau­ers kennt keine Gren­zen. Er wird nicht nur für dumm ver­kauft, er wird auch für dumm gehal­ten. Des­halb erzählt man ihm nur, was man ihm zumu­ten zu kön­nen glaubt. „History-TV“ gibt es nur, weil jene, die Doku­men­tar­filme pro­du­zie­ren, glau­ben, dass intel­li­gente Men­schen nicht fernsehen.

  • Anar­chist Michail Baku­nin: »Der Räu­ber ist der wahre Held« | ZEIT ONLINE — Vor 200 Jah­ren kam der große Anar­chist Michail Baku­nin zur Welt. Zeit­le­bens war er immer dort, wo es nach Revolte roch. — Gero von Ran­dow por­trä­tiert Bakunin

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  • [toread] Ver­kehr — Auf­ge­sat­telt und … aus­ge­bremst — Schö­nes Fea­ture von Caro­lin Nokel bei Deutsch­land­ra­dio Kul­tur über Fah­r­ad­fah­ren und Ver­kehr in der Stadt

    Rad­fah­ren ist gesund, ver­ur­sacht keine Abgase und kei­nen Lärm. Doch Auto­fah­rer domi­nie­ren den Ver­kehr, die Auto­lobby die Ver­kehrs– und Steu­er­po­li­tik. Fahr­rad­freund­lich­keit zieht in den meis­ten Kom­mu­nen und Groß­städ­ten nur im Schne­cken­tempo ein.

  • Lokal? Egal! | Jak­Blog — Chris­tian Jaku­betz über­legt, was die momen­ta­nen Ver­än­de­run­gen auf dem Lokal­jour­na­lis­mus­markt für Gründe und Aus­wir­kun­gen haben könn­ten:

    Tat­säch­lich gibt es keine Medi­en­gat­tung, bei der Anspruch, Wahr­neh­mung und Wirk­lich­keit so weit aus­ein­an­der klaf­fen wie im Loka­len. Nie­mand käme theo­re­tisch auf die Idee, Lokal­jour­na­lis­mus für über­flüs­sig erklä­ren zu wol­len. […]
    Und was, wenn sich irgend­wann her­aus­stellt, dass eine junge Gene­ra­tion, die in einer global-digitalen Welt auf­ge­wach­sen i…

  • (500) http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/zeitgenossen/swr2-zeitgenossen-steffen-popp-huchel-preistraeger-2014/-/id=660664/did=12929790/nid=660664/3r4u20/index.html — »Wenn man etwas errei­chen will im Gedicht, nützt es nicht, es aus­zu­spre­chen.« (Stef­fen Popp)
  • Kri­mi­no­lo­gin über den „Islam-Rabatt“: „Ehren­morde wer­den här­ter bestraft“ — taz.deKön­nen mus­li­mi­sche Täter vor deut­schen Gerich­ten mit Nach­sicht rech­nen? Eine Kri­mo­no­lo­gin im Interview
  • Rese­arch Frag­ments: Visua­li­zing the seven­teenth cen­tury — Die deut­sche Buch­pro­duk­tion im 17. Jahr­hun­dert (wie sie sich in den momen­tan vor­han­de­nen VD17-Daten spie­gelt): Mit schö­ner Delle im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg
  • [toread] My Night in Soli­tary — NYTimes.com -
    If an inmate acts up, we slam a steel door on him. Ad Seg allows a pri­son to run more effi­ci­ently for a period of time, but by pla­c­ing a dif­fi­cult offen­der in iso­la­tion you have not sol­ved the pro­blem — only delayed or more likely exa­cer­ba­ted it, not only for the pri­son, but ulti­mately for the public. Our job in cor­rec­tions is to pro­tect the com­mu­nity, not to release people who are worse than they were when they came in.

  • Über­le­gun­gen zur gesell­schaft­li­chen Rele­vanz vasal­li­ti­scher Bezie­hun­gen in der Karo­lin­ger­zeit | Mit­tel­al­ter — 
  • 22. Fla­che Geschichte | Geschichte wird gemacht -
    Was sol­cher­art pro­du­ziert wird, ist eine fla­che Geschichte, die keine Win­kel und Kan­ten hat, kei­nen Wider­stand bie­tet, son­dern pro­blem­los unse­ren Erwar­tun­gen unter­wor­fen wird. Geschichte wird zwei­di­men­sio­nal. Das ist in etwa so, als wür­den wir die Viel­falt einer Land­schaft mit der Land­karte ver­wech­seln, die wir von ihr ange­fer­tigt haben. Fla­che Geschichte ist die bequeme Mög­lich­keit, sich von all den Kom­pli­ziert­hei­ten und Kom­ple­xi­tä­ten zu ver­ab­schie­den, die eine inten­sive (und damit …
  • Ham­bur­ger Hedo­nis­ten ent­tar­nen sich: „Ein rei­nes Schau­spiel“ — taz.de — Der »Pri­vat­do­zent des Hedo­nis­ti­schen Inti­tuts für ange­wandte Popu­lis­mus­for­schung« in Ham­burg über Popu­lis­mus und die Leich­tig­keit, Medien zu mani­pu­lie­ren:

    Natür­lich ist es kein Grund zu tri­um­phie­ren, zu sehen, wie weit sich der Jour­na­lis­mus von ursprüng­li­chen Idea­len ent­fernt hat. Aber genau das woll­ten wir ja auch errei­chen, mit einer hane­bü­che­nen Geschichte und abstru­sen Falsch­be­haup­tun­gen in die Medien zu kom­men. Es ist natür­lich auch ein Spiel, das Spaß macht, wenn man sich mit e…

  • Bay­reu­ther Mani­fest zu Recht und Moral — Die Bey­reu­ther Juris­ten (?) schrei­ben ein Mani­fest zum Zusam­men­hang von Recht und Moral und den not­wen­di­gen und gewünsch­ten Ver­hal­tens­wei­sen eini­ger gesell­schaft­li­cher Akteure

    Wenn man aber weder ver­recht­li­chen noch mora­li­sie­ren will, muss man die Ori­en­tie­rung der Moral am Recht und die mora­li­sche Ver­bind­lich­keit des Rechts stär­ken. Recht und Moral betref­fen unter­schied­li­che Gel­tungs­sphä­ren, die nicht fusio­niert wer­den dür­fen, näm­lich die demo­kra­ti­sche und die auto­nome Gesetzgebung. …

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Ins Netz gegan­gen am 26.3.:

  • New Sta­tes­man | What dri­ves the men who think femi­nists and for­eig­ners want to wipe them out? — Lau­rie Penny ver­sucht, Mas­ku­lis­ten zu ver­ste­hen:

    Femi­nism, for instance, is not in rea­lity a stra­tegy cooked up by left-wing women so we can take all of men’s power and money for our­sel­ves and turn them into sex sla­ves. I know this because, if it was, I would be sit­ting on a gigan­tic gol­den throne with oiled flun­kies fee­ding me cho­co­late bis­cuits, rather than having the same argu­ments over and over again

  • Dilet­tan­ten : Der rei­che Maes­tro, den kei­ner mag — DIE WELT — Kon­stan­tin Rich­ter hat die kuriose Geschichte von Ashot Tigranyan auf­ge­schrie­ben:

    Ashot Tigranyan ist als Gei­ger ein hoff­nungs­lo­ser Fall. Hören will ihn nie­mand. Trotz­dem gibt er Unsum­men aus, um durch die Welt zu tou­ren. Eine Begeg­nung mit einem Mysterium.

    Das klingt alles so absurd und ver­rückt, das würde man kei­nem Roman oder Film abnehmen …

  • [toread] AAC — Fackel — »Die Fackel. Her­aus­ge­ber: Karl Kraus, Wien 1899 – 1936«
    AAC Digi­tal Edi­tion No 1

    The AAC digi­tal edi­tion of the jour­nal »Die Fackel«, edi­ted by Karl Kraus from 1899 to 1936, offers free online access to the 37 volu­mes, 415 issues, 922 num­bers, com­pri­sing more than 22.500 pages and 6 mil­lion wordforms.

    The AAC-FACKEL con­tains a fully searchable data­base of the ent­ire jour­nal with various inde­xes, search tools and navi­ga­tion aids in an inno­va­tive and highly func­tio­nal gra­phic design inter­face, in …

  • Ste­fan Nig­ge­meier über Live-Ticker — FAZ — Ste­fan Nig­ge­meier betrach­tet die Live­ti­cker — in Theo­rie und Pra­xis, mit eher ernüch­tern­dem Ergeb­nis (aber wen wundert’s …):

    Aber wie das so ist: Eine Soft­ware, die es sehr leicht macht, einen Text zu aktua­li­sie­ren, macht es auch sehr schwer, ihn nicht zu aktua­li­sie­ren. Und so wohnt den Nach­rich­ten­ti­ckern die Ten­denz inne, zu Nicht-Nachrichtentickern zu wer­den. […] Dabei müsste man im Inter­net, anders als im linea­ren Fern­se­hen, die Zeit, in der nichts pas­siert, eigent­lich gar nicht mit gro­ßem Nichts füllen.

    Es mischen sich: eine Fixie­rung auf Ober­fläch­lich­kei­ten […], ein per­ma­nen­ter Alar­mis­mus und der Hang, auf der Grund­lage von Nicht­wis­sen, Halb­wis­sen und Schein­wis­sen weit­rei­chende Spe­ku­la­tio­nen anzustellen.

    Es ist in man­cher Hin­sicht eine unjour­na­lis­ti­sche jour­na­lis­ti­sche Form: Sie sor­tiert und gewich­tet nicht, sie sam­melt nur und hält das, was sie fin­det, in chro­no­lo­gi­scher Rei­hen­folge fest.

  • Slo­gan Cau­ses Pen­cil Recall — New York TimesThese pen­cils were with­drawn from schools after a pupil poin­ted out a pro­blem, viaTwit­ter / qikipedia

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Ins Netz gegan­gen am 13.3.:

  • Died­rich Diede­rich­sen über Pop-Kultur: „Es gibt kei­nen Ursprung“ — taz.de — DD im taz-Interview zu sei­nem neuen Buch:

    Mein Aus­gangs­punkt ist: Pop­mu­sik ist sowohl eine Kunst sui gene­ris als auch eine Kul­tur­in­dus­trie. Es gibt da kei­nen sau­be­ren Ursprung. Große Umbruch­punkte in der Pop­mu­sik waren oft Momente der Nie­der­lage, der Ver­nut­zung und des Ruins, wo eigent­lich Kom­mu­ni­ka­tion schon nicht mehr mög­lich war. Von da konnte man neu anfan­gen. […]
    Der Dis­kurs stellt über­haupt erst den Zusam­men­hang her zwi­schen bra­si­lia­ni­scher und ango­la­ni­scher Pop­mu­sik. Von sich aus tun sie das näm­lich nicht.

  • Gen­der­theo­rie: Revo­lu­tion von oben? | ZEIT ONLINE — Jens Jes­sen ver­sucht sehr hart und insis­tie­rend, Mar­tin Lücke — der mit­ver­ant­wort­lich für den Ber­li­ner Queer History Month ist, vor­zu­füh­ren. Und schei­tert sehr kon­se­quent …

    ZEIT: Aber ist es Auf­gabe des Staa­tes, mit­hilfe der Schu­len so etwas Pri­va­tes wie Wohl­wol­len und Wert­schät­zung ein­zu­for­dern und einzulernen?

    Lücke: Was heißt hier pri­vat? Schule hat die Auf­gabe, gesell­schaft­li­che Brü­che zum Thema zu machen und zu bear­bei­ten. Das hört sich schreck­lich nach Indok­tri­na­tion an, aber wenn es um Grund­werte geht und um Neben– und Mit­ein­an­der, dann, finde ich, darf Schule das.

  • Valery Ger­giev announ­ces ‘full sup­port’ for Putin’s annexa­tion of Cri­mea — Da haben die Münch­ner ja einen Top­kan­di­da­ten verpflichtet …
  • Por­trät: Er hat die Hölle von innen gese­hen — tagesanzeiger.ch — Ahn Myong-chol war Wäch­ter im Gulag in Nord­ko­rea. Sie­ben Jahre lang diente er im Lager 22 bei Hoeryong – bis zu sei­ner Flucht. Nun erzählt er seine Geschichte.
  • Stand­punkt Fahr­rad­helm und BGH: Der Helm hilft nicht — taz.de — Für Ulrike Win­kel­mann ist die Sache mit den Hel­men ganz klar (und ich kann ihr da nur zustim­men):

    Wer Helm­pflicht for­dert, will eigent­lich nur die Auto­fah­rer davor schüt­zen, beim Tot­fah­ren eines Rad­lers trau­ma­ti­siert zu werden.

  • Yellow-Kritiker: “Jeden Tag Ver­stöße gegen Per­sön­lich­keits­rechte” › meedia.de — Mats Schö­nauer und Moritz Tscher­mak erklä­ren, warum sie auf topf­voll­gold die Regen­bo­gen­presse sezie­ren:

    Ein gene­rel­les Pro­blem ist sicher, dass sich diese Akzep­tanz der Blät­ter ein­ge­bür­gert hat. Jeder weiß, dass in der Regen­bo­gen­presse Mist steht, aber dar­über auf­ge­regt hat sich nie­mand so wirklich. […]

    Wir sto­ßen jeden Tag auf Ver­stöße gegen Per­sön­lich­keits­rechte, aber auch Ver­stöße gegen ein gewis­ses moralisch-journalistisches Ver­ständ­nis. Gerade des­halb kön­nen wir diese Gleich­gül­tig­keit der Leute, diese “Lasst sie doch machen”-Einstellung nicht nachvollziehen.

  • Insti­tut für Zeit­ge­schichte: AAP-Open Access — Seit 1993 legt das Insti­tut für Zeit­ge­schichte daher unmit­tel­bar nach Ablauf der inter­na­tio­nal übli­chen drei­ßig­jäh­ri­gen Akten­sperr­frist einen Jahr­gang mit aus­ge­wähl­ten, oft­mals auch gehei­men Doku­men­ten aus dem Poli­ti­schen Archiv des Aus­wär­ti­gen Amts vor. Auf­grund des ste­ti­gen Publi­ka­ti­ons­rhyth­mus ent­lang der Akten­sperr­frist haben die AAPD inter­na­tio­nal Maß­stäbe gesetzt. Sie sind seit fast zwei Jahr­zehn­ten für Fach­his­to­ri­ker, Stu­die­rende sowie alle Inter­es­sierte das Mit­tel der Wahl für einen Ein­stieg in die For­schung zur bun­des­re­pu­bli­ka­ni­schen Außenpolitik.