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	<title>„Nächstens mehr.“ &#187; jazz</title>
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	<description>Literatur, Musik, Theater - die Welt meiner Kultur. Und das Laufen.</description>
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		<title>Jazz oder so</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 17:28:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das beste kam mal wieder zum Schluss. Das ist schon eine kleine Tradition bei den Mainzer Jazztagen, dass die beeindruckendsten Auftritte erst wirklich sp&#228;t am Abend beginnen. Die Veranstalter, die Betreiber der Mainzer Klangraum-Studios, haben ja inzwischen schon Erfahrung. Zum f&#252;nften Mal richteten sie jetzt die Mainzer Jazztage aus. Das Jazz im Titel darf man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das beste kam mal wieder zum Schluss. Das ist schon eine kleine Tradition bei den Mainzer Jazztagen, dass die beeindruckendsten Auftritte erst wirklich spät am Abend beginnen. Die Veranstalter, die Betreiber der Mainzer Klangraum-Studios, haben ja inzwischen schon Erfahrung. Zum fünften Mal richteten sie jetzt die Mainzer Jazztage aus. Das Jazz im Titel darf man dabei getrost sehr, sehr weit fassen und gerne in Richtung Popmusik ausdehnen.</p>
<p>Auch bei der Eröffnung der Jubiläumsauflage, wie immer in den gut besetzen Räumen der Showbühne, waren die Programmmacher großzügig: Was Tilmann Höhn da auf seinen Gitarren – er hat gleich vier davon in den Händen — frickelte, kann man nach allen bekannten Kriterien nun wirklich nicht mehr Jazz nennen. Gut war es trotzdem, und das Publikum lauschte auch den feinsinnigen Spielereien, denen er bekannte und beliebte Popsongs unterzog, sehr aufmerksam.</p>
<p>Auch mit der vokalen Unterstützung von Marius Mertz änderte sich daran wenig: „Songs we know“ haben sie ihr Programm genannt – und würde man nicht so andächtig lauschen, könnte man tatsächlich immer mitsingen oder wenigstens mitsummen, wenn das Duo U2, James Taylor oder Mark Knopfler interpretiert.</p>
<p>Überhaupt die Spielereien: Das ist vielleicht das, was die Acts auch bei den fünften Jazztagen am ehesten verbindet: Die Lust, sich in den Details zu verlieren, hoffnungslos an jedem Klangmoment herumzuspielen und zu basteln. Schon die Eröffnung durch das Quartett „The Hip“, dessen Name sich wirklich auf das Körperteil und nicht auf irgend eine Hippness bezieht, führte das vor. Im Kern spielen die vier jungen Musik um Saxophonist Daniel Guggenheim soliden Modern Jazz mit behutsam nochmals modernisierte Standards. Und das lebt eben vor allem von den Details: Den qurirligen Fender Rhodes (Ulf Kleiner), dem knallenden Schlagzeug (Tobias Backhaus), den eifrigen Saxophonkaskaden und dem beruhigend wummernden Bass (Hanns Höhn). Gekonnt und präzise – aber etwas sparsam mit dem Neuen.</p>
<p>Das kann man Klima Kalima nicht unbedingt vorwerfen. Und deshalb waren sie auch ganz zu Recht am Schluss des Freitags zu hören, eigentlich auch schon als Samstagmorgenmusik: Dieses Trio, benannt in Anlehnung an seinen Leader und Gitarristen Kalle Kalima, fetzt unbarmhezig und ohne Vorwarnung los. Ihre typische Berliner Mischung aus genau komponierten und inspiriert improvisierte Gebilden greift gerne weit aus. Die spürbare Komplexität ist dabei immer gewollt. Trotzdem bleibt die Musik von Klima Kalima aber ganz stark bidlich – durch die Titel wird das noch unterstrichen: „Mexico City Drive School“ heißt das, oder „Saturday Night – Sunday Morning“: Eine wilde, rauschende Party, der verschlafenes und schlaftrunkenes Vagabundieren folgt, prügeln Oliver Steidle am Schlagzeug und Oliver Potratz (Kontrabass) da aus sich heraus – nicht nur eine „Sonne aus Musik“, sondern eigentlich eine ganze Galaxie, ein endloser Reigen an Bildern, Ideen, Brechungen und labyrinthischen Erkundungstouren.</p>
<p>(geschrieben für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.mainzer-rhein-zeitung.de" title="Mainzer Rhein-Zeitung" target="_blank">mainzer rhein-zeitung</a></span>.)</p>

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		<title>Taglied 8.1.2012</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 22:50:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Irgendwie schwebte mir schon morgens, auf dem Weg zur Orgel, die Freiheitsmusik von Max Roach im Kopf herum — schon ewig nicht mehr geh&#246;rt, ist aber nat&#252;rlich als Klassiker immer mal wieder wert, geh&#246;rt zu werden. http://www.youtube.com/watch?v=nvdU5R7ywQ4]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwie schwebte mir schon morgens, auf dem Weg zur Orgel, die Freiheitsmusik von Max Roach im Kopf herum — schon ewig nicht mehr gehört, ist aber natürlich als Klassiker immer mal wieder wert, gehört zu werden. </p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=nvdU5R7ywQ4">http://www.youtube.com/watch?v=nvdU5R7ywQ4</a></p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=nvdU5R7ywQ4"><img src="http://img.youtube.com/vi/nvdU5R7ywQ4/default.jpg" width="130" height="97" border=0></a></p>

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		<title>schweizer musik</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 18:28:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<category><![CDATA[improvisation]]></category>
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		<description><![CDATA[(der kalauer musste sein). es geht nat&#252;rlich um irène schweizer, eine der besten lebenden pianistinnen der improvisierten musik, um das gleich mal klarzustellen. beim anh&#246;ren ihrer allerneuesten cd, einem live-mitschnitt (der leider klanglich nicht ganz top of the line zu sein scheint …) fragte ich mich wieder einmal (und nicht zum ersten mal), was — [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(der kalauer musste sein). es geht natürlich um irène schweizer, eine der besten lebenden pianistinnen der improvisierten musik, um das gleich mal klarzustellen.</p>
<p>beim anhören ihrer allerneuesten cd, einem <a href="http://www.discogs.com/Ir%C3%A8ne-Schweizer-To-Whom-It-May-Concern-Piano-Solo-Tonhalle-Z%C3%BCrich/release/3253065" target="_blank">live-mitschnitt</a> (der leider klanglich nicht ganz top of the line zu sein scheint …) fragte ich mich wieder einmal (und <a title="Erste Wahl" href="http://matthias-mader.de/musik/erste-wahl-irene-schweizers-first-choice/">nicht zum ersten mal</a>), was — für mich — eigentlich das große an ihrem spiel ausmacht. ich glaube, es ist ihre mischung aus energie und poesie. das klingt nach allgemeinplatz und ist es wahrscheinlich auch. aber in der kombination dieser beiden pole — nicht so sehr der mischung, als der vereinigung zweier scheinbarer gegensätze — liegt, glaube ich, ihr individueller stil. der macht sich bemerkbar, egal, ob es sich um eigene kompositionen handelt oder um fremdes material (hier zum beispiel von carla bley, thelonious monk oder dollar brand). manfred papst nennt das im booklet übrigens „das Wechselspiel von lyrischer Verschattung und heroischer Gebärde auf kleinstem Raum” — wobei ich mir nicht sicher bin, ob „heroisch” den ausdruck dieser musik wirklich triff. vielleicht, „heroisch” dann im sinne von standfest, auch unbeugsam — individualistisch eben. aber nicht auftrumpfend, besiegend. gewissheiten versagt sie sich allerdings nicht, das ist mehr als reine brechung. vielleicht ist das ja auch etwas, das ihre faszination ausmacht: trotz der vielfalt der ausdrucksformen (schweizer ist in gewissem sinne auch eine „gelehrte” pianistin — und deshalb in so einem klassischen musentempel wieder der züricher tonhalle gar nicht so verkehrt am platz) schimmert immer die position, der ort und die kraft der pianistin als selbstbehauptetem subjekt durch: das gibt sie nicht auf, nie und nirgends.</p>
<p>schon der titel markiert das sehr gut: „to whom it may concern”. das ist selbstgewiss und selbstbewusst. aber eben auch — vermute ich — im vollen bewusstsein der exklusivität (oder limität) der kreise, die das tatsächlich wahrnehmen und die das interessiert: eigentlich müsste &amp; sollte das ja möglichst alle angehen. so gut ist diese welt aber leider nicht … dafür ist die musik dieser welt aber so gut. grandios eigentlich sogar, wenn man sich etwa das „final ending” anhört, das in einem rieseigen rundumschlag noch einmal alles erfasst und umfasst, ohne sein eigenes zu verlieren, das spannend in jedem ton ist, aber doch ganz gelassen und natürlich vor allem ausgesprochen folgerichtig wirkt: vom material könnte man es fast als eine etüde des free jazz ansehen. aber dann höchstens im chopinschen sinn: etüde als konzertstück und so weiter.</p>
<p>das nur schnell beim ersten hören. die cd, aufgenommen übrigens im april 2011 in der züriche tonhalle anlässlich ihres 70. geburtstages (kaum zu glauben!), wird meinen player sicher nochöfter von innen sehen, das ist sicher.</p>
<p>Irène Schweizer: <a title="cd-homepage" href="http://intaktrec.ch/200-a.htm" target="_blank">To Wom It May Concern</a>. Piano Solo Tonhalle Zürich. <a href="http://intaktrec.ch/" target="_blank">Intakt</a> CD 200, 2012.</p>
<p> </p>

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		<title>Taglied 16.12.2011</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Dec 2011 17:09:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[heute nat&#252;rlich eine ganz offensichtliche Wahl (aber das schadet ja nicht unbedingt …): Stormy Weather (am liebsten mit Billie Holiday — oder etwas sanfter: Ella Fitzgerald) Don’t know why there’s no sun up in the sky Stormy weather […] Life is bare, gloom and mis’ry everywhere Stormy weather Just can’t get my poor self together [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>heute natürlich eine ganz offensichtliche Wahl (aber das schadet ja nicht unbedingt …): <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Stormy_Weather_%28song%29" target="_blank">Stormy Weather</a> (am liebsten mit <a href="http://youtu.be/_KCROvHfysc" target="_blank">Billie Holiday</a> — oder etwas sanfter: <a href="http://youtu.be/teXOPAFMOp0" target="_blank">Ella Fitzgerald</a>)</p>
<blockquote><p>Don’t know why there’s no sun up in the sky<br />
Stormy weather<br />
[…]<br />
Life is bare, gloom and mis’ry everywhere<br />
Stormy weather<br />
Just can’t get my poor self together<br />
I’m weary all the time, the time<br />
So weary all the time<br />
(zitiert nach <a href="http://insta.ly/ZO3g" target="_blank">instalyrics</a>)</p></blockquote>
<div class="mceItemEmbedly" style="max-width:602px;" data-ajax="{'url':'https://www.youtube.com/watch?v=teXOPAFMOp0','width':null,'words':null,'height':null,'embed':'&lt;div class=\&quot;embedly\&quot; style=\&quot;max-width:nullpx;max-height:nullpx\&quot;&gt;&lt;iframe width=\&quot;640\&quot; height=\&quot;360\&quot; src=\&quot;http://www.youtube.com/embed/teXOPAFMOp0?fs=1&amp;feature=oembed\&quot; frameborder=\&quot;0\&quot; allowfullscreen&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;div class=\&quot;embedly-clear\&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;span class=\&quot;embedly-powered\&quot; style=\&quot;float:right;display:block\&quot;&gt;&lt;a target=\&quot;_blank\&quot; href=\&quot;http://embed.ly?src=anywhere\&quot; title=\&quot;Powered by Embedly\&quot;&gt;&lt;img src=\&quot;//static.embed.ly/images/logos/embedly-powered-small-light.png\&quot; alt=\&quot;Embedly Powered\&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class=\&quot;media-attribution\&quot;&gt;&lt;span&gt;via &lt;/span&gt;&lt;a href=\&quot;http://www.youtube.com/\&quot; class=\&quot;media-attribution-link\&quot; target=\&quot;_blank\&quot;&gt;YouTube&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=\&quot;embedly-clear\&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;'}">
<div class="embedly" style="max-width:nullpx;max-height:nullpx"><iframe width="640" height="360" src="http://www.youtube.com/embed/teXOPAFMOp0?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<div class="embedly-clear"></div>
<p><span class="embedly-powered" style="float:right;display:block"><a target="_blank" href="http://embed.ly?src=anywhere" title="Powered by Embedly"><img src="//static.embed.ly/images/logos/embedly-powered-small-light.png" alt="Embedly Powered" /></a></span></p>
<div class="media-attribution"><span>via </span><a href="http://www.youtube.com/" class="media-attribution-link" target="_blank">YouTube</a></span></div>
<div class="embedly-clear"></div>
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		<title>von der alten zur neuen synagoge</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Sep 2011 06:48:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„gl&#252;cklich unperfekt“ — darauf muss man erst einmal kommen. vor allem, wenn man sein metier so gut beherrscht. von „unperfekt“ kann man bei s&#228;ngerin sharon brauner eigentlich nicht sprechen. aber gl&#252;cklich macht sie ihr publikum in der mainzer synagoge schon. vor allem f&#252;hlt sie sich offenbar wohl auf der schr&#228;gen b&#252;hne im schr&#228;gen bau – [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„glücklich unperfekt“ — darauf muss man erst einmal kommen. vor allem, wenn man sein metier so gut beherrscht. von „unperfekt“ kann man bei sängerin sharon brauner eigentlich nicht sprechen. aber glücklich macht sie ihr publikum in der <a href="http://jgmainz.de/" title="synagoge" target="_blank">mainzer synagoge</a> schon. vor allem fühlt sie sich offenbar wohl auf der schrägen bühne im <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Neue_Synagoge_Mainz" title="synagoge in mainz" target="_blank">schrägen bau</a> – nur die schrägen töne blieben aus. </p>
<p><a href="http://www.sharonbrauner.de" title="sharon brauner" target="_blank">sharon brauner</a>, die berliner sängerin, ist dabei fast allein. nur eine ganz minimalistische band hat sie dabei – einen uralten e-bass, ein ganz, ganz kleines schlagzeug und ein klavier – mehr ist nicht nötig. na ja, ab und an schon: wenn sharon brauner zwischendrin mal eben zur jane hendrix von berlin wird und sich für eine kurze weile auf der ukulele austobt. zum beispiel im verkupplungslied über die jüdische mutter, die nicht nur obst und gemüse, sondern immer wieder auch einen heiratskandidaten für ihre tochter vom markt mit nach hause bringt. oder wenn sie till brönner, der leider, leider nicht mehr ins auto passte, mit der spielzeugtrompete so gut ersetzt, dass man ihn fast gar nicht vermisst. </p>
<p>immer ist das lebendige energiebündel nett bis in die zehenspitzen und immer singt sie entspannt mit viel spaß, ohne nachlässig zu werden. und immer wird sie sorgsam unterstützt von ihrer band, vor allem dem inspirierten <a href="http://www.myspace.com/helmutbruger" title="h. bruger" target="_blank">helmut bruger</a> am klavier.</p>
<p>nett – und größtenteils unverfänglich – auch ihre musik: alte jiddische lieder, etwas chanson, eine menge swing: ein wilder stilmix ist ihr programm, der auch vorm tango nicht halt macht. der aber, vor allem durch die professionalität der musiker, die überall fit sind, eine runde mischung ergibt — eine wohltuend lebendige sogar, die wunderbar für einen abend angenehmer unterhaltung geeignet ist. und die nebenbei noch eine kleine einführung oder auffrischung ins jiddische liefert. </p>
<p>das passiert mal ausgesprochen furios oder auch etwas derber, ein anderes mal auch einühlend und behutsam, wie in ihrer version von bodo wartkes „an dich“. und auch die ein oder andere schnulze dazwischen darf nicht fehlen. schließlich geht es vor allem um eines: die liebe mitsamt ihren höhen und tiefen, ihren launen und überraschungen. und davon weiß sharon brauner eine ganze menge lieder zu singen und geschichten zu erzählen. </p>
<p>(geschrieben für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.mainzer-rhein-zeitung.de" title="Mainzer Rhein-Zeitung" target="_blank">mainzer rhein-zeitung</a></span>.)</p>

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		<title>Lockere Weihnachten in Berlin</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Dec 2010 20:45:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weihnachtsmusik-CDs gibt es eigentlich wirklich mehr als genug. Die neue Platte der „Berlin Voices”, „About Christmas”, ist trotzdem eine empfehlenswerte Erg&#228;nzung f&#252;r jedes CD-Regal. Da hat Matthias Becker durchaus recht, wenn er im Booklet ganz empathisch ausruft: „Diese Weihnachts-CD musste sein!” Die Berlin Voices, das sind die versierten Jazz-Vokalisten Esther Kaiser, Sarah Kaiser, Marc Secara [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weihnachtsmusik-CDs gibt es eigentlich wirklich mehr als genug. Die neue Platte der „Berlin Voices”, „<a href="http://www.aboutchristmas.de/">About Christmas</a>”, ist trotzdem eine empfehlenswerte Ergänzung für jedes CD-Regal. Da hat Matthias Becker durchaus recht, wenn er im Booklet ganz empathisch ausruft: „Diese Weihnachts-CD musste sein!”<br />
Die <a href="http://www.berlinvoices.de">Berlin Voices</a>, das sind die versierten Jazz-Vokalisten Esther Kaiser, Sarah Kaiser, Marc Secara und Kristofer Benn, die hier ihrem offenbaren Vorbild, den „New York Voices”, ziemlich nahekommen. Kein Wunder, von denen stammen ja auch einige Arrangements. Die sind überhaupt alleine schon die CD wert, die stimmungsvollen und immer wieder mit raffinierten Wendungen überraschenden Bearbeitungen. Das Liedmaterial rund um Weihnachten ist ja mehr als bekannt. Aber bei den „Berlin Voices” klingt (fast) alles so, als wäre es gerade eben erst komponiert worden – auch das „Stille Nacht” oder das barocke „Ich steh’ an deiner Krippen hier”. Und das Quartett singt auch noch so wunderbar entspannt und locker, dass man Weihnachten kaum noch erwarten kann – alleine um diese CD mal wieder hören zu dürfen.</p>
<p>Berlin Voices: About Christmas. Hänssler Classic 2010.<br />
(geschrieben für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.deutscher-chorverband.de/index.php?page=neue-chorzeit" title="Neue Chorzeit" target="_blank">neue chorzeit</a></span>.)</p>

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		<title>est</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Nov 2010 01:25:47 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[„Dieses Eric Svensson Trio. Und diese Musik, das ist unglaublich. […] Da ist kein Ton, den ich nicht schon geh&#246;rt h&#228;tte, der beutet alles aus, von Bill Evans bis Pat Metheny udn macht daraus so was angenehm … […] Es ist nicht richtig kuschelig. Die improvisieren, aber das ist keine richtige Improvisation. Selbst die Ekstatse [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Dieses Eric Svensson Trio. Und diese Musik, das ist unglaublich. […] Da ist kein Ton, den ich nicht schon gehört hätte, der beutet alles aus, von Bill Evans bis Pat Metheny udn macht daraus so was angenehm … […] Es ist nicht richtig kuschelig. Die improvisieren, aber das ist keine richtige Improvisation. Selbst die Ekstatse ist gespielt.” (Frank Witzel, in: ders., Klaus Walter, Thomas Meinecke: Die Bundesrepublik Deutschland, 121)</p>

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		<title>Mal wieder: Lyambiko</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Oct 2010 11:49:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Lyambiko hatte ich schon mal. Und war schon damals weder besonders begeistert noch besonders &#252;berrascht. So ziemlich das selbe ist jetzt wieder passiert — die Jahre vergehen, der Eindruck der eher langweiligen, absolut biederen, aber immerhin ordentlich gemachten Unterhaltungsmusik (die eigentlich in die Bar und nicht in den Konzertsaal geh&#246;rt, die ausschlie&#223;liche Konzentration auf sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://matthias-mader.de/musik/lyambiko-selbsthilfegruppe-fuer-angstfreies-musizieren/">Lyambiko</a> hatte ich schon mal. Und war schon damals weder besonders begeistert noch besonders überrascht. So ziemlich das selbe ist jetzt wieder passiert — die Jahre vergehen, der Eindruck der eher langweiligen, absolut biederen, aber immerhin ordentlich gemachten Unterhaltungsmusik (die eigentlich in die Bar und nicht in den Konzertsaal gehört, die ausschließliche Konzentration auf sie tut der Musik nicht gut) bleibt. Ganz so hart wollte ich für die Zeitung aber nicht sein, deshalb also etwas gemäßigt: </p>
<p>Die Bühne ist nur sparsam eingerichtet: Ein Flügel, ein Kontrabass und ein kleines unauffälliges Schagzeug. Und in der Mitte noch ein Mikrofon – das reicht. Das wenige genügt wirklich für einen kurzweiligen, angenehmen Abend im Frankfurter Hof. Da stört es auch nicht, dass <a href="http://www.lyambiko.com">Lyambiko</a>, die hier mit ihrer alten Band die Bühne bevölkert, selbst nach zehn Jahren Konzerterfahrung sich immer noch bei spätestens jeder zweiten Ansage hoffnungslos verheddert und in internen Witzeleien ergeht.</p>
<p>Denn das ist schnell vergessen, wenn sie singt. Das kann sie unbestreitbar immer noch. Ihre Songs sind ihr Medium, auch wenn sie gar nicht von ihr selbst geschrieben worden sind. Und die sind immer von etwas Sentimentalität, von etwas Sehnsucht bestimmt: Ob Tracy Chapmans „Crossroads“, das furiose Arrangement von Nat Adderleys „Work Song“ oder in den zahlreichen Kompositionen der Bandmitglieder: Stets klingt der Verlust mit, stets schwingt etwas Wehmut und auch ein bisschen Nostalgie mit. Dabei kramt sie aber nicht nur im Vergangenen: Ob mehr Swing, mehr Soul oder (fast) purer Pop, ihre Songs sind vor allem pure Vergegenwärtigung, ihre Stimme ist reine Jetzt-Zeit.</p>
<p>Die Lyambiko-Band ist übrigens wirklich alt. Nicht nur, weil die drei Herren ein paar Jahre Erfahrung mehr haben als Lyambiko. Sondern auch, weil sie schon lange immer wieder mit ihr zusammen spielen. Und das hört man. Nicht als langweilige Routine, sondern als Verlässlichkeit und Vertrauen: Sie kennen sich genau, wissen um ihre Reaktionen und bereiten so den Boden für ihre Sängerin. Die darf sich ganz entspannt auf Text und Melodie konzentrieren. Vor allem der Pianist Marque Löwenthal, der die Sängerin schon lange auf ihrem Weg begleitet, lässt immer wieder aufhorchen: Mit dicht gesetzten Akkorden und intensiven Soli-Ausflügen scheint er das Geschehen zu kontrollieren. Aber das ist wohl ein Irrtum, der durch seine starke Präsenz befördert wird: Die Musiker sind nämlich eigentlich sehr gleichberechtigt. So ist Robin Draganic am Bass keineswegs weniger virtuos, während Heinrich Köbberlings seine Drums gekonnt scheuert und wischt – das alles zusammen, mit dem auffallend genauen Timing aller Beteiligten, gibt einen sehr dichten, kompakten Sound für ein klassisches Klaviertrio. Und über allem hängt Lyambikos Stimme, die mit ihrer persönlichen Note, ihrer Subjektivität dieses hoffnungslose Stilgemisch eint und zusammenhält – und gewissermaßen krönt. </p>
<p>(geschrieben für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.mainzer-rhein-zeitung.de" title="Mainzer Rhein-Zeitung" target="_blank">mainzer rhein-zeitung</a></span>.)<img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/0669f63c752b4c2cb79f9f5ccde0b253" width="1" height="1" alt=""><br />
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		<title>Eric Schaefer bedankt sich f&#252;r den SWR-Jazzpreis</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Jun 2010 12:41:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Hintergrund der Bühne steht tatsächlich noch ein richtiges Schlagzeug — oder was davon übrig ist. Aber auch jede Menge Gongs, Glocken und anderes Schlagwerk sind auf der Bühne verteilt. Dabei ist Eric Schaefer noch nicht einmal der experimentellste unter den gegenwärtigen Jazz-Schlagzeugern — im Gegenteil, er ist im Mainstream stark verankert. Aber mit vielen Ambitionen in andere Richtungen. Und damit durchaus ein würdiger Preisträger.</p>
<p>Es gibt kaum eine Musik, die er nicht spielt: <a href="http://ericschaefer.de/">Eric Schaefer</a>, der Träger des diesjährigen SWR-Jazzpreis. Und die Preisverleihung der gemeinsam vom SWR und dem Land Rheinland-Pfalz mit 15.000 Euro dotierten Ehrung machte diese Vielfalt sehr deutlich hörbar. Der Schlagzeuger Schaefer, der den meisten wohl als Drummer in Deutschlands erfolgreichstem Jazztrio mit Michael Wollny und Eva Kruse, [em], bekannt sein wird, tummelt sich nämlich nicht nur im Mainstream-Jazz. Überhaupt ist schon die Beschränkung auf den Jazz zu eng für ihn – schließlich hat er schon als Jugendlicher bei den „Klassikern“ im Bundesjugendorchester mitgespielt. Und so war es auch nur folgerichtig, dass der in Berlin lebende Schaefer sein Dankkonzert in der Lobby des SWR-Funkhauses mit einem fast vollständig auskomponierten Werk begann: „faces – surfaces“ hat er diesen Zyklus betitelt. Das Ensemble Henosis mit drei Streichern, Klarinette und eben Schlagwerk – das heißt, vor allem eine große Palette Gongs, Glocken und ähnlich tönendem Gerät, das Schaefer auf so ziemlich alle möglichen Arten bearbeitet – führt hier so etwas wie Neue Musik für Anfänger vor: Ein bisschen fremd, aber nie ganz unvertraut. Ein wenig pointilistisch, aber immer wieder zu tonalen Zentren und melodischen Fragmenten zurückkehrend. Vor allem aber größtenteils harmlos.<br />
Alles andere als harmlos ist dagegen der Auftritt des Trios „<a href="http://www.myspace.com/johnnylamarama">Johnny La Marama</a>“, das Schaefer mit dem Gitarristen <a href="http://www.kallekalima.com">Kalle Kalima</a> und Chris Dahlgren am Bass betreibt. Da schlagen, in einer extrem verspielten Aktualisierung des Jazzrock-Gedankens, durchaus auch Schaefers frühe Hardcore-Punk-Erfahrungen deutlich zu Buche. </p>
<p>Brutale Lärmstürme lassen die drei dann losbrausen, zusammengefügt zu Hörreisen durch die ganze Welt und so ziemlich alle denkbaren Musikstile – am wahnsinnigsten vielleicht im Blues-Schnellkochtopf „Billy Pilgrim“, bei dem nicht nur mehr oder weniger die gesamte Bluesgeschichte evoziert wird, sondern dabei auch so sehr unter Druck gerät, dass sie immer wieder zu explodieren droht. Nur ein beherzter Griff zum Nothalt kann da wenigstens so viel Dampf herausnehmen, dass die ungestüme, ungemütliche und immer wieder überrumpelnde Raserei ohne Ziel und ohne Kompass mit heilen Knochen weitergehen kann. Denn so eine ungezähmt vitale Musik hört nie auf. Und genau deshalb freute sich Schaefer auch so über den SWR-Jazzpreis: Weil er den als „Forschungsauftrag“ versteht, der es ihm möglich macht, seine Expedition in die musikalische Vielfalt immer weiter zu treiben. </p>
<p>(geschrieben für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.mainzer-rhein-zeitung.de" title="Mainzer Rhein-Zeitung" target="_blank">mainzer rhein-zeitung</a></span>)</p>
<p>Und noch ein paar Beobachtungen, was mir so eingefallen ist:<br />
„Bicycle Revolution” (den Titel kapiere ich nicht, aber das macht ja nix): Eine extrem verspielte, eklezitische zusammengestoppelt Großmusik mit Soundmanipulationen aller Art — Normalität ist der Feind, hier geht’s ums Ausflippen. Einflüsse, Ideen und Material aus allen Ecken der Welt geben sich zu erkennen — ein Zeichen der radikalen Offenheit, mit der „Johnny La Marama” in ihrer Songstruktur arbeit: Geschehen und wirken lassen ist die Devise. Meist kriegen sie aber auch wieder die Kurve, das irgendwie halbwegs konzis zusammentreffen zu lassen. Manchmal aber zerfasert das unterwegs auch so sehr, dass sie anscheinend die Lösung des Puzzles aufgeben und sich zu abgesprochenen Cues retten. Jedenfalls produzieren die drei so lauter kleine (und nicht so kleine) Hörfilme, ob’s um die Fahrradrevolution geht oder um Aliens, die ihnen ihre Süßigkeiten wegessen, ist ihnen, die sich nicht nur manchmal wie kleine Jungs im Spielzeugladen aufführen, dann eigentlich egal. Hauptsache, es gibt immer wieder einen Grund, möglichst viel disparate Klangfetzen zusammenzuwerfen und mit– und aufeinander reagieren zu lassen. </p>
<p>Vielleicht ist der militaristische Flecktarn, in den sich der Gitarrist Kalle Kalima kleidet, tatsächlich die richtige Uniform für so etwas: Nicht weil die Musik besonders kriegerisch wäre, sondern weil sie sich in voller Deckung anschleicht, hinter die feindlichen Linien und von dort ihre Sabotageakte auf de Hörerwartungen und den guten Geschmack loslässt.</p>
<p><img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/29be027576b94bfa91d903386b56550a" width="1" height="1" alt=""></p>

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		<title>jazz oder was? die dritten jazztage des mainzer klangraums</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 20:40:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>zumindest der erste tag, beim zweiten abend konnte ich leider nicht dabei sein. aber die erste hälfte war schon ziemlich an– &amp; aufregend — genau wie es das lineup verhieß: triband, frau contra bass, daniel stelter band etc.</p>
<p>hier meine betrachtungen für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.mainzer-rhein-zeitung.de" title="Mainzer Rhein-Zeitung" target="_blank">mainzer rhein-zeitung</a></span>:<br />
Zwei Duos und zwei Quartette: Schon der Auftakt der dritten Klangraum-Jazztage Mainz bot ein reichhaltiges Programm: Mit Blue Snow, FrauContraBass, Triband und der Daniel-Stelter-Band war das Programm nicht nur gut vollgepackt, sondern auch sehr unterschiedlich bestückt. Und einige Bekannte waren ja auch dabei, zusammen mit den neuen Gesichtern beim ausverkauften ersten Tag in der Showbühne. Die Veranstalter vom Klangraum-Studio freut der wachsende Zuspruch, die am am Eingang vergeblich noch um Einlass bittenden vermutlich weniger. Ddenn sie verpassten wirklich einiges. Nach dem leisen, feinsinnig-versponnen Auftakt von Blue Snow, dem schweizerischen Percussionisten-Duo, das mit Marimbaphon, Vibraphon und auch auf dem umfunktionierten Ikea-Tisch Rhythmen aller möglichen Herkünfte ganz ohne schweizer Gemütlichkeit mischte, war es aber mit der Ruhe und Gelassenheit ganz schnell vorbei.<br />
FrauContraBass, das andere Duo, erfreuten schon im letzten Jahr bei den Jazztagen. Auch jetzt hatten Sängerin Katharina Debus und Bassist Hanns Höhn wieder viel launige Musik dabei. Mit Stevie Wonder, Jamiroquai und vielen anderen widmen die beiden sich der Liebe – der körperlichen und der platonischen, der erfüllten und der versagten. Trotz der Reduktion des musikalischen Materials erzeugen sie großartige Effekte: Höhn schrammelt, zupft, klopft und reibt an allen Ecken und Enden seines Kontrabasses, Debus lässt ihre kräftige, volle Stimme röhren, scatten und schmeicheln.<br />
Auch die Daniel-Stelter-Band, die zum Schluss, gegen Mitternacht, als das Publikum schon anfing zu schwächeln, der Showbühne einheizte, war im letzten Jahr schon zu Gast. Und immer noch scheinen die vier Männer über unerschöpfliche Energiereservoirs zu verfügen. Die Rhythmusgruppe ist zwar personalidentisch mit der von Triband. Aber mit Ulf Kleiner an den Fender-Rhodes und Daniel Stelters sowie seiner E-Gitarre wird das ganz anders: Die druckvollen, knackig dröhnenden Grooves werden mit dem Mut und der Kraft zu ganz schlichten, betörenden Melodien großer Prägnanz konfrontiert und ergänzt. Egal, ob als Hommage an einen HipHopper oder in der traurigen Geschichte eines untergehenden Papierbötchens: Alles überflüssige wird gnadenlos entsorgt, auf der Suche nach dem Optimum ihrer Musik ist das Quartett schon ziemlich nah am Ziel.<br />
Damit knüpfen sie nicht nur personell an Triband an. Auch die machen nicht gerne viele unnötige Worte und Töne. Aber sie sind exaltierter, experimentierfreudiger. Ihre Mischung aus Pop, Jazz, Funk und einem reichlichen Schuss Soul ist dabei aber auch wunderbar ausgefeilt. Und live noch besser als im Studio: Noch präziser in den Stimmungen, noch genauer und auch noch konzentrierter, noch – was man kaum glauben mag – ein bisschen mehr entschlackt und zugleich gnadenlos fokussiert. Diese Strenge, gepaart mit der unbändigen Freude – die Musiker scheinen oft noch mehr Spaß zu haben als das auch schon begeisterte Publikum – das ist so zwingend, so unbarmherzig richtig – und so wunderbar gut.<br />
Und es ist eine herrliche Ergänzung für die Jazztage und passt genau in deren Profil. Nach dem ersten Abend war ja noch nicht Schluss: Am Samstag ging es genauso bunt und umfangreich weiter – diesmal mit der Phoenix-Foundation und Lars Reichow, mit dem akustischen Jazz von Spaniol 4, dem elektronisch abgeschmeckten Klängen von „2 fishes in the big big sea“ und den hauseigenen Vibes.</p>

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