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	<title>„Nächstens mehr.“ &#187; jazz</title>
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		<title>We want Miles!</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Apr 2012 18:20:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Jazzgeschichte ist meist mit intensivem Plattensammeln verbunden. Es geht aber auch anders. Zum Beispiel so, wie es Sebastian Sternal macht. Der Mainzer Professor für Jazzklavier hat nämlich nicht nur zusammen mit der Stadt Mainz eine neue Konzert– und Jamsession-Reihe im Frankfurter Hof ins Leben gerufen. Er nutzt die erste Veranstaltung des „Treffpunkt Jazz“ auch gleich für eine formidable Lektion in Sachen Jazzgeschichte. „We want Miles“ ist das übertitelt – und löst diesen Wunsch auch gleich ein: Miles Davis gibt es an diesem Abend eine Menge. </p>
<p>Im zum Club umgebauten Saal des Frankfurter Hofes ist das Publikum dafür um die in der Mitte platzierten Instrumentalisten gruppiert und kann sich aus allen Richtung an Wissen und Unterhaltung ergötzen. Sternal und seine Band mit Dozenten der Mainzer Musikhochschule und dem Gast-Trompeter Frederik Köster spielen sich nicht nur durch die Highlights der langen Karriere des wahrscheinlich berühmtesten Jazztrompeters, sondern erläutern die Musik von Davis auch noch. Oder zumindest einige ausgewählte Stationen davon – der späte Miles zum Beispiel bleibt leider vollkommen außen vor. Er muss es ja auch, denn das bräuchte noch einmal eine ganz andere Band. Aber anderseits muss man sagen: Ein Verlust ist das überhaupt nicht. Denn Sebastian Sternal zeigt sich nicht nur als informierter Moderator, sondern vor allem eben wieder einmal als ausgezeichneter Pianist und Bandleader, der leicht, präzise und poetisch über die Tastatur schwirrt. Die schwerste Aufgabe hat aber unbestritten Frederik Köster, der Miles Davis mit dessen eigenem Instrument, der Trompete, ehrt. Köster zeigt sich davon aber weitgehend unbeeindruckt und brilliert mit vollem, sonorem Ton und melodiösem Einfallsreichtum. </p>
<p>Überhaupt macht der erste Treffpunkt deutlich: Jazzgeschichte muss nicht in der Stilkopie enden. Denn obwohl sich das Quartett natürlich genau auskennt und sich Bebop, modalem oder Cool Jazz anpasst, ist doch auch immer wieder unüberhörbar, dass sie einer anderen Generation als Miles Davis entstammen. Behutsam fügen sie auch mal einige moderne Elemente ein, auch wenn sie Standards wie „Someday my prince will come“ oder „My funny Valentine“ in den Miles-Versionen vorführen. Denn diese Jazzgeschichte hat immer beides: Vorführen der Geschichte und Leben im Moment. Der historische Aspekt wird noch verstärkt durch Erläuterungen Sternals und die Textpassagen aus der Autobiographie von Miles Davis, die Alexander Gelhausen zwischendrin noch vorträgt. Das ist dann zusammen kunstvoll authentisch und authentisch kunstvoll – ein schöner Spagat, den das Quartett hier vollbringt. Ein großes Manko bleibt aber: Das ist viel zu wenig. Aber nach dem offiziellen Teil gibt es ja noch Gelegenheit zum gemeinsam Jammen. </p>
<p>(geschrieben für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.mainzer-rhein-zeitung.de" title="Mainzer Rhein-Zeitung" target="_blank">mainzer rhein-zeitung</a></span>.) </p>

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		<title>Spinning: Simon Nabatov spielt Herbie Nichols</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Mar 2012 18:39:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer immer (noch) Zweifel hat, dass Jazz eine Kunst ist, der h&#246;re sich mal Simon Nabatovs neueste Solo-CD an. Da spielt der russischst&#228;mmige Pianist — einer der gr&#246;&#223;ten Kenner und K&#246;nner im zeitgen&#246;ssischen Jazz (und nicht nur unter den Pianisten, auch wenn er &#252;ber eine ausgesprochen formidable Technik verf&#252;gt), auch wenn er vielleicht nicht der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer immer (noch) Zweifel hat, dass Jazz eine Kunst ist, der höre sich mal Simon Nabatovs <a href="http://www.leorecords.com/?m=select&#038;id=CD_LR_632" title="leo 63" target="_blank">neueste Solo-CD</a> an. Da spielt der russischstämmige Pianist — einer der größten Kenner und Könner im zeitgenössischen Jazz (und nicht nur unter den Pianisten, auch wenn er über eine ausgesprochen formidable Technik verfügt), auch wenn er vielleicht nicht der kreativste Musiker ist. Das merkt man schon an der Vielfalt seine Projekte — und der FIngerfertigkeit, mit der er sich den verschiedensten Stilen und Ausdruckweisen anpasst (allein schon die verschiedenen Unternehmungen in wechselnden Konstellationen mit Nils Wogram, von seinen Soloprojekten ganz zu schweigen). </p>
<p>Jetzt hat er sich die Musik des eher vergessenen Pianisten Herbie Nichols (hier eine <a href="http://www.hjs-jazz.de/?p=00118" title="hjs &uuml;ber herbie nichols" target="_blank">kleine Würdigung</a> von <a href="http://www.hjs-jazz.de/" title="hans-j&uuml;rgen schaal" target="_blank">Hans-Jürgen Schaal</a>)vorgenommen: „Spinning Songs” heißt die bei Leo-Records erschienene Aufnahme. Und zeigt wieder eindrücklich, was Nabatov drauf hat: Das ist eine der kunstvollsten Piano-Jazz-Platten nicht nur der letzten Zeit, sondern überhaupt. Hier treffen zwei Größen aufeinander: Ein genialer Komponist und ein schöpferischer Pianist. Denn Nabatov führt vor, was in der Musik Herbie Nichols drin steckt. Und was ihm dazu einfällt — die Grenzen sind sehr, sehr fließend. </p>
<p>Vielleicht liegt es an der Ähnlichkeit der beiden Musiker, dass das hier so toll funktioniert: Beides sind Jazz-Musiker, die sich stark der „klassischen” Musik des 20. Jahrhunderts öffne(te)n und das auch in ihrer Musik hören lassen. Das passiert bei Nabatov sowieso öfters, bei Nichols liegt es nahe, da auch er sich von zeitgenössichen Komponisten wie Bartók und Satie beeinflussen ließ. Jetzt kommen noch Debussy, Ligeti und vieles andere hinzu. Und es bleibt doch Jazz: Ein gar nicht so kleiner Rest Unfertigkeit, eine deutliche Prise Spontaneität ist immer zu hören. Diese Offenheit und Jetzgebundenheit bei gleichzeitiger Dichte des Klaviersatzes und Fülle der Ideen — diese Kombination ist typisch für Simon Nabatov (und ziemlich einzigartig).</p>
<p>Gleich die ersten beiden Stücke der CD lassen das schon sehr deutlich hören: Die in mancher Hinsicht etüdenhafte (Ligeti!) wirkende „2300 Skiddoo” und vor allem das weit ausgreifende, sich manchmal auch etwas verlierende, hin und her wendende Moment des „Spinning Song” zeigen Nabatov auf der Höhe seiner Kunst, seiner pianistichen Fertigkeit und seines Einfallsreichtums. Und wie hingebungsvoll er sich dann „Lady Sings the Blues”, Nicols bekanntester Komposition (weil Billie Holiday sie sang), widmet, wie fein und dann auch wieder kraftvoll er das auslotet — einfach wunderbar, ein echter Hörgenuss, der in seiner Vielschichtigkeit vieles entdecken lässt.</p>
<p>Immer aber gilt dabei: Nabatov pflegt einen sehr freien Umgang mit der Musik Herbie Nichols. Er denkt sie weiter, entickelt sie spielend weiter  — so dass das am Ende eben durchaus eine echte Nabatov-CD ist. Er macht das hier auch nicht zum ersten Mal, 2009 hat er schon einen Video-Mitschnitt eines Konzertes mit diesem Material veröffentlicht. Und trotzdem ist das auch auf dieser CD noch (wieder?) frisch, noch sprühend vor Entdeckergeist, manchmal auch so sprühend vor Einfällen und Idee, die alle untergebracht werden (müssen), dass es leicht etwas überladen wirken könnte. Aber Nabatov ist dann doch Pianist und Musiker genug, das gerade noch zu bändigen — so weit, dass der Überfluss ganz richtig erscheint und die Wildheit nur so weit gezähmt wird, dass es Ohrenkompatibel wird. Zumindest so einigermaßen — aber garantiert für offene, spaßfreudige Ohren.</p>
<p>Simon Nabatov: <a href="http://www.discogs.com/Simon-Nabatov-Spinning-Songs-Of-Herbie-Nichols/release/3444343" title="spinning songs" target="_blank">Spinning Songs of Herbie Nichols</a>. <a href="http://www.leorecords.com/" title="leo" target="_blank">Leo Records</a> LR 632, 2012.</p>

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		<title>Altherrenmusik</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Feb 2012 17:38:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<category><![CDATA[günter baby sommer]]></category>
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		<description><![CDATA[Manche Musik geht irgendwie an mir vorbei. Die neue CD von Ulrich Gumpert und G&#252;nter Baby Sommer zum Beispiel. Beides sind Musiker, die zwar nicht zu meinen allergr&#246;&#223;ten Helden z&#228;hlen, die ich aber durchaus sch&#228;tze. Aber trotzdem hat mich „La Paloma”, gerade bei Intakt erschienen, kalt und vor allem unber&#252;hrt gelassen. Sicher, einige sch&#246;ne Momente [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manche Musik geht irgendwie an mir vorbei. Die neue CD von Ulrich Gumpert und Günter Baby Sommer zum Beispiel. Beides sind Musiker, die zwar nicht zu meinen allergrößten Helden zählen, die ich aber durchaus schätze. Aber trotzdem hat mich „<a href="http://intaktrec.ch/198-a.htm" target="_blank">La Paloma</a>”, gerade bei <a href="http://intaktrec.ch" title="intakt" target="_blank">Intakt</a> erschienen, kalt und vor allem unberührt gelassen. </p>
<p>Sicher, einige schöne Momente gibt es — Gumpert und Sommer sind Profis, die ihr Handwerk ganz und gar verstehen. Die „Preußische Elegie” etwa klingt wunderschön. Aber selbst das erscheint mir arg kühl: Nichts dringt zu mir durch, keine Begeisterung, keine Unbedingtheit, keine Freiheit, keine Idee. Und das sind halt gerade die Momente, die ich eigentlich an der (improvisierten) Musik in ihrer Vielfalt so schätze. Aber vielleicht wird das ja bei einem späteren Wiederbegegnen anders und besser.</p>
<p>Andererseits hat Christoph Wagner wahrscheinlich recht, wenn er im Booklet schreibt: „Das Album schägt einen weiten Bogen in die Vergangenheit: Blues, Boogie-Woogie, Hardbop, deutsche Volksliedbearbeitungen, freier Jazz — alles ist präsent.” Aber daraus folgt (für mich) nichts neues, das ruft alte Zeiten noch einmal auf, mi Raffinesse und wunderbarem Schönklang (gerade des Klavierparts), aber es — so scheint es mir beim ersten und anderthalben Hören — daraus folgt nichts: Die beiden genügen sich einfach damit, in der Erinnerung zu schwelge. Besonders deutlich wird das im titelgebenden „La Paloma”: Bis auf eine kleine Lücke im Takt ist das wunderbar affirmativ — mit einer eigenen, gesetzten Schönheit der Erhabenheit des Alters. Altherrenmusik eben.</p>
<p>Ulrich Gumpert &amp; Günter Baby Sommer: <a href="http://www.discogs.com/Ulrich-Gumpert-G&uuml;nter-Baby-Sommer-La-Paloma/release/3362501" target="_blank">La Paloma</a>. Intakt 2012.</p>

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		<title>Jazz oder so</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 17:28:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das beste kam mal wieder zum Schluss. Das ist schon eine kleine Tradition bei den Mainzer Jazztagen, dass die beeindruckendsten Auftritte erst wirklich sp&#228;t am Abend beginnen. Die Veranstalter, die Betreiber der Mainzer Klangraum-Studios, haben ja inzwischen schon Erfahrung. Zum f&#252;nften Mal richteten sie jetzt die Mainzer Jazztage aus. Das Jazz im Titel darf man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das beste kam mal wieder zum Schluss. Das ist schon eine kleine Tradition bei den Mainzer Jazztagen, dass die beeindruckendsten Auftritte erst wirklich spät am Abend beginnen. Die Veranstalter, die Betreiber der Mainzer Klangraum-Studios, haben ja inzwischen schon Erfahrung. Zum fünften Mal richteten sie jetzt die Mainzer Jazztage aus. Das Jazz im Titel darf man dabei getrost sehr, sehr weit fassen und gerne in Richtung Popmusik ausdehnen.</p>
<p>Auch bei der Eröffnung der Jubiläumsauflage, wie immer in den gut besetzen Räumen der Showbühne, waren die Programmmacher großzügig: Was Tilmann Höhn da auf seinen Gitarren – er hat gleich vier davon in den Händen — frickelte, kann man nach allen bekannten Kriterien nun wirklich nicht mehr Jazz nennen. Gut war es trotzdem, und das Publikum lauschte auch den feinsinnigen Spielereien, denen er bekannte und beliebte Popsongs unterzog, sehr aufmerksam.</p>
<p>Auch mit der vokalen Unterstützung von Marius Mertz änderte sich daran wenig: „Songs we know“ haben sie ihr Programm genannt – und würde man nicht so andächtig lauschen, könnte man tatsächlich immer mitsingen oder wenigstens mitsummen, wenn das Duo U2, James Taylor oder Mark Knopfler interpretiert.</p>
<p>Überhaupt die Spielereien: Das ist vielleicht das, was die Acts auch bei den fünften Jazztagen am ehesten verbindet: Die Lust, sich in den Details zu verlieren, hoffnungslos an jedem Klangmoment herumzuspielen und zu basteln. Schon die Eröffnung durch das Quartett „The Hip“, dessen Name sich wirklich auf das Körperteil und nicht auf irgend eine Hippness bezieht, führte das vor. Im Kern spielen die vier jungen Musik um Saxophonist Daniel Guggenheim soliden Modern Jazz mit behutsam nochmals modernisierte Standards. Und das lebt eben vor allem von den Details: Den qurirligen Fender Rhodes (Ulf Kleiner), dem knallenden Schlagzeug (Tobias Backhaus), den eifrigen Saxophonkaskaden und dem beruhigend wummernden Bass (Hanns Höhn). Gekonnt und präzise – aber etwas sparsam mit dem Neuen.</p>
<p>Das kann man Klima Kalima nicht unbedingt vorwerfen. Und deshalb waren sie auch ganz zu Recht am Schluss des Freitags zu hören, eigentlich auch schon als Samstagmorgenmusik: Dieses Trio, benannt in Anlehnung an seinen Leader und Gitarristen Kalle Kalima, fetzt unbarmhezig und ohne Vorwarnung los. Ihre typische Berliner Mischung aus genau komponierten und inspiriert improvisierte Gebilden greift gerne weit aus. Die spürbare Komplexität ist dabei immer gewollt. Trotzdem bleibt die Musik von Klima Kalima aber ganz stark bidlich – durch die Titel wird das noch unterstrichen: „Mexico City Drive School“ heißt das, oder „Saturday Night – Sunday Morning“: Eine wilde, rauschende Party, der verschlafenes und schlaftrunkenes Vagabundieren folgt, prügeln Oliver Steidle am Schlagzeug und Oliver Potratz (Kontrabass) da aus sich heraus – nicht nur eine „Sonne aus Musik“, sondern eigentlich eine ganze Galaxie, ein endloser Reigen an Bildern, Ideen, Brechungen und labyrinthischen Erkundungstouren.</p>
<p>(geschrieben für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.mainzer-rhein-zeitung.de" title="Mainzer Rhein-Zeitung" target="_blank">mainzer rhein-zeitung</a></span>.)</p>

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		<title>Taglied 8.1.2012</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 22:50:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Irgendwie schwebte mir schon morgens, auf dem Weg zur Orgel, die Freiheitsmusik von Max Roach im Kopf herum — schon ewig nicht mehr geh&#246;rt, ist aber nat&#252;rlich als Klassiker immer mal wieder wert, geh&#246;rt zu werden. http://www.youtube.com/watch?v=nvdU5R7ywQ4]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwie schwebte mir schon morgens, auf dem Weg zur Orgel, die Freiheitsmusik von Max Roach im Kopf herum — schon ewig nicht mehr gehört, ist aber natürlich als Klassiker immer mal wieder wert, gehört zu werden. </p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=nvdU5R7ywQ4">http://www.youtube.com/watch?v=nvdU5R7ywQ4</a></p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=nvdU5R7ywQ4"><img src="http://img.youtube.com/vi/nvdU5R7ywQ4/default.jpg" width="130" height="97" border=0></a></p>

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		<title>schweizer musik</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 18:28:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(der kalauer musste sein). es geht nat&#252;rlich um irène schweizer, eine der besten lebenden pianistinnen der improvisierten musik, um das gleich mal klarzustellen. beim anh&#246;ren ihrer allerneuesten cd, einem live-mitschnitt (der leider klanglich nicht ganz top of the line zu sein scheint …) fragte ich mich wieder einmal (und nicht zum ersten mal), was — [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(der kalauer musste sein). es geht natürlich um irène schweizer, eine der besten lebenden pianistinnen der improvisierten musik, um das gleich mal klarzustellen.</p>
<p>beim anhören ihrer allerneuesten cd, einem <a href="http://www.discogs.com/Ir%C3%A8ne-Schweizer-To-Whom-It-May-Concern-Piano-Solo-Tonhalle-Z%C3%BCrich/release/3253065" target="_blank">live-mitschnitt</a> (der leider klanglich nicht ganz top of the line zu sein scheint …) fragte ich mich wieder einmal (und <a title="Erste Wahl" href="http://matthias-mader.de/musik/erste-wahl-irene-schweizers-first-choice/">nicht zum ersten mal</a>), was — für mich — eigentlich das große an ihrem spiel ausmacht. ich glaube, es ist ihre mischung aus energie und poesie. das klingt nach allgemeinplatz und ist es wahrscheinlich auch. aber in der kombination dieser beiden pole — nicht so sehr der mischung, als der vereinigung zweier scheinbarer gegensätze — liegt, glaube ich, ihr individueller stil. der macht sich bemerkbar, egal, ob es sich um eigene kompositionen handelt oder um fremdes material (hier zum beispiel von carla bley, thelonious monk oder dollar brand). manfred papst nennt das im booklet übrigens „das Wechselspiel von lyrischer Verschattung und heroischer Gebärde auf kleinstem Raum” — wobei ich mir nicht sicher bin, ob „heroisch” den ausdruck dieser musik wirklich triff. vielleicht, „heroisch” dann im sinne von standfest, auch unbeugsam — individualistisch eben. aber nicht auftrumpfend, besiegend. gewissheiten versagt sie sich allerdings nicht, das ist mehr als reine brechung. vielleicht ist das ja auch etwas, das ihre faszination ausmacht: trotz der vielfalt der ausdrucksformen (schweizer ist in gewissem sinne auch eine „gelehrte” pianistin — und deshalb in so einem klassischen musentempel wieder der züricher tonhalle gar nicht so verkehrt am platz) schimmert immer die position, der ort und die kraft der pianistin als selbstbehauptetem subjekt durch: das gibt sie nicht auf, nie und nirgends.</p>
<p>schon der titel markiert das sehr gut: „to whom it may concern”. das ist selbstgewiss und selbstbewusst. aber eben auch — vermute ich — im vollen bewusstsein der exklusivität (oder limität) der kreise, die das tatsächlich wahrnehmen und die das interessiert: eigentlich müsste &amp; sollte das ja möglichst alle angehen. so gut ist diese welt aber leider nicht … dafür ist die musik dieser welt aber so gut. grandios eigentlich sogar, wenn man sich etwa das „final ending” anhört, das in einem rieseigen rundumschlag noch einmal alles erfasst und umfasst, ohne sein eigenes zu verlieren, das spannend in jedem ton ist, aber doch ganz gelassen und natürlich vor allem ausgesprochen folgerichtig wirkt: vom material könnte man es fast als eine etüde des free jazz ansehen. aber dann höchstens im chopinschen sinn: etüde als konzertstück und so weiter.</p>
<p>das nur schnell beim ersten hören. die cd, aufgenommen übrigens im april 2011 in der züriche tonhalle anlässlich ihres 70. geburtstages (kaum zu glauben!), wird meinen player sicher nochöfter von innen sehen, das ist sicher.</p>
<p>Irène Schweizer: <a title="cd-homepage" href="http://intaktrec.ch/200-a.htm" target="_blank">To Wom It May Concern</a>. Piano Solo Tonhalle Zürich. <a href="http://intaktrec.ch/" target="_blank">Intakt</a> CD 200, 2012.</p>
<p> </p>

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		<title>Taglied 16.12.2011</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Dec 2011 17:09:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<category><![CDATA[wetter]]></category>

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		<description><![CDATA[heute nat&#252;rlich eine ganz offensichtliche Wahl (aber das schadet ja nicht unbedingt …): Stormy Weather (am liebsten mit Billie Holiday — oder etwas sanfter: Ella Fitzgerald) Don’t know why there’s no sun up in the sky Stormy weather […] Life is bare, gloom and mis’ry everywhere Stormy weather Just can’t get my poor self together [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>heute natürlich eine ganz offensichtliche Wahl (aber das schadet ja nicht unbedingt …): <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Stormy_Weather_%28song%29" target="_blank">Stormy Weather</a> (am liebsten mit <a href="http://youtu.be/_KCROvHfysc" target="_blank">Billie Holiday</a> — oder etwas sanfter: <a href="http://youtu.be/teXOPAFMOp0" target="_blank">Ella Fitzgerald</a>)</p>
<blockquote><p>Don’t know why there’s no sun up in the sky<br />
Stormy weather<br />
[…]<br />
Life is bare, gloom and mis’ry everywhere<br />
Stormy weather<br />
Just can’t get my poor self together<br />
I’m weary all the time, the time<br />
So weary all the time<br />
(zitiert nach <a href="http://insta.ly/ZO3g" target="_blank">instalyrics</a>)</p></blockquote>
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		<title>von der alten zur neuen synagoge</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Sep 2011 06:48:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
				<category><![CDATA[musik]]></category>
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		<category><![CDATA[schlager]]></category>
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		<description><![CDATA[„gl&#252;cklich unperfekt“ — darauf muss man erst einmal kommen. vor allem, wenn man sein metier so gut beherrscht. von „unperfekt“ kann man bei s&#228;ngerin sharon brauner eigentlich nicht sprechen. aber gl&#252;cklich macht sie ihr publikum in der mainzer synagoge schon. vor allem f&#252;hlt sie sich offenbar wohl auf der schr&#228;gen b&#252;hne im schr&#228;gen bau – [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„glücklich unperfekt“ — darauf muss man erst einmal kommen. vor allem, wenn man sein metier so gut beherrscht. von „unperfekt“ kann man bei sängerin sharon brauner eigentlich nicht sprechen. aber glücklich macht sie ihr publikum in der <a href="http://jgmainz.de/" title="synagoge" target="_blank">mainzer synagoge</a> schon. vor allem fühlt sie sich offenbar wohl auf der schrägen bühne im <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Neue_Synagoge_Mainz" title="synagoge in mainz" target="_blank">schrägen bau</a> – nur die schrägen töne blieben aus. </p>
<p><a href="http://www.sharonbrauner.de" title="sharon brauner" target="_blank">sharon brauner</a>, die berliner sängerin, ist dabei fast allein. nur eine ganz minimalistische band hat sie dabei – einen uralten e-bass, ein ganz, ganz kleines schlagzeug und ein klavier – mehr ist nicht nötig. na ja, ab und an schon: wenn sharon brauner zwischendrin mal eben zur jane hendrix von berlin wird und sich für eine kurze weile auf der ukulele austobt. zum beispiel im verkupplungslied über die jüdische mutter, die nicht nur obst und gemüse, sondern immer wieder auch einen heiratskandidaten für ihre tochter vom markt mit nach hause bringt. oder wenn sie till brönner, der leider, leider nicht mehr ins auto passte, mit der spielzeugtrompete so gut ersetzt, dass man ihn fast gar nicht vermisst. </p>
<p>immer ist das lebendige energiebündel nett bis in die zehenspitzen und immer singt sie entspannt mit viel spaß, ohne nachlässig zu werden. und immer wird sie sorgsam unterstützt von ihrer band, vor allem dem inspirierten <a href="http://www.myspace.com/helmutbruger" title="h. bruger" target="_blank">helmut bruger</a> am klavier.</p>
<p>nett – und größtenteils unverfänglich – auch ihre musik: alte jiddische lieder, etwas chanson, eine menge swing: ein wilder stilmix ist ihr programm, der auch vorm tango nicht halt macht. der aber, vor allem durch die professionalität der musiker, die überall fit sind, eine runde mischung ergibt — eine wohltuend lebendige sogar, die wunderbar für einen abend angenehmer unterhaltung geeignet ist. und die nebenbei noch eine kleine einführung oder auffrischung ins jiddische liefert. </p>
<p>das passiert mal ausgesprochen furios oder auch etwas derber, ein anderes mal auch einühlend und behutsam, wie in ihrer version von bodo wartkes „an dich“. und auch die ein oder andere schnulze dazwischen darf nicht fehlen. schließlich geht es vor allem um eines: die liebe mitsamt ihren höhen und tiefen, ihren launen und überraschungen. und davon weiß sharon brauner eine ganze menge lieder zu singen und geschichten zu erzählen. </p>
<p>(geschrieben für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.mainzer-rhein-zeitung.de" title="Mainzer Rhein-Zeitung" target="_blank">mainzer rhein-zeitung</a></span>.)</p>

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		<title>Lockere Weihnachten in Berlin</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Dec 2010 20:45:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
				<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[a-cappella]]></category>
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		<description><![CDATA[Weihnachtsmusik-CDs gibt es eigentlich wirklich mehr als genug. Die neue Platte der „Berlin Voices”, „About Christmas”, ist trotzdem eine empfehlenswerte Erg&#228;nzung f&#252;r jedes CD-Regal. Da hat Matthias Becker durchaus recht, wenn er im Booklet ganz empathisch ausruft: „Diese Weihnachts-CD musste sein!” Die Berlin Voices, das sind die versierten Jazz-Vokalisten Esther Kaiser, Sarah Kaiser, Marc Secara [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weihnachtsmusik-CDs gibt es eigentlich wirklich mehr als genug. Die neue Platte der „Berlin Voices”, „<a href="http://www.aboutchristmas.de/">About Christmas</a>”, ist trotzdem eine empfehlenswerte Ergänzung für jedes CD-Regal. Da hat Matthias Becker durchaus recht, wenn er im Booklet ganz empathisch ausruft: „Diese Weihnachts-CD musste sein!”<br />
Die <a href="http://www.berlinvoices.de">Berlin Voices</a>, das sind die versierten Jazz-Vokalisten Esther Kaiser, Sarah Kaiser, Marc Secara und Kristofer Benn, die hier ihrem offenbaren Vorbild, den „New York Voices”, ziemlich nahekommen. Kein Wunder, von denen stammen ja auch einige Arrangements. Die sind überhaupt alleine schon die CD wert, die stimmungsvollen und immer wieder mit raffinierten Wendungen überraschenden Bearbeitungen. Das Liedmaterial rund um Weihnachten ist ja mehr als bekannt. Aber bei den „Berlin Voices” klingt (fast) alles so, als wäre es gerade eben erst komponiert worden – auch das „Stille Nacht” oder das barocke „Ich steh’ an deiner Krippen hier”. Und das Quartett singt auch noch so wunderbar entspannt und locker, dass man Weihnachten kaum noch erwarten kann – alleine um diese CD mal wieder hören zu dürfen.</p>
<p>Berlin Voices: About Christmas. Hänssler Classic 2010.<br />
(geschrieben für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.deutscher-chorverband.de/index.php?page=neue-chorzeit" title="Neue Chorzeit" target="_blank">neue chorzeit</a></span>.)</p>

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		<title>est</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Nov 2010 01:25:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Dieses Eric Svensson Trio. Und diese Musik, das ist unglaublich. […] Da ist kein Ton, den ich nicht schon geh&#246;rt h&#228;tte, der beutet alles aus, von Bill Evans bis Pat Metheny udn macht daraus so was angenehm … […] Es ist nicht richtig kuschelig. Die improvisieren, aber das ist keine richtige Improvisation. Selbst die Ekstatse [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Dieses Eric Svensson Trio. Und diese Musik, das ist unglaublich. […] Da ist kein Ton, den ich nicht schon gehört hätte, der beutet alles aus, von Bill Evans bis Pat Metheny udn macht daraus so was angenehm … […] Es ist nicht richtig kuschelig. Die improvisieren, aber das ist keine richtige Improvisation. Selbst die Ekstatse ist gespielt.” (Frank Witzel, in: ders., Klaus Walter, Thomas Meinecke: Die Bundesrepublik Deutschland, 121)</p>

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