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	<title>„Nächstens mehr.“ &#187; harfe</title>
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	<description>Literatur, Musik, Theater - die Welt meiner Kultur. Und das Laufen.</description>
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		<title>51 Saiten im Akkord</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 17:17:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit 51 Saiten lässt sich eine Menge Musik machen. Die Kombination Harfe und Violine ist zwar nicht so sehr verbreitet, weder heute noch in der Musikgeschichte. Aber es gab doch immer wieder Zeiten, in denen sie favorisiert wurde. Zum Beispiel und vor allem im 19. Jahrhundert, als die Harfe ihre moderne Form bekam. Und etwa in den Pariser Salons, wo das Instrument durchaus beliebt war.<br />
Das Sommerkonzert in den unklimatisierten und entsprechend aufgeheizten Räumen der <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.villamusica.de" title="Villa Musica" target="_blank">Villa Musica</a></span> trieb die historische Aufführungspraxis vielleicht ein wenig weiter als unbedingt nötig. Aber bei offenen Fenstern war es auszuhalten – und die Vögel im Garten hatten auch etwas davon. Aber ob sie die Kunstfertigkeit der beiden Preisträger des Villa-Musica-Förderpreis zu schätzen wussten? Das menschliche Publikum tat es jedenfalls.</p>
<p>Es gab schließlich auch einiges zu hören – vorwiegend Unbekanntes allerdings. Denn ein Duo Geige und Harfe findet sich eher aus Zufall, etwa weil beide gleichzeitig Preisträger sind, wie bei Helena Madoka Berg und Christoph Bielefeld. Die jungen, aber versierte Instrumentalisten stellten ihr Können auch solistisch unter Beweis. Helena Berg tat dies mit einer knackig-kantigen, kraftvollen Interpretation der vierten Violinsonate von Eugène Ysaye, während Christoph Bielefeld sich und seine Harfe mit Louis Spohrs C-Moll-Fantasie ins rechte Licht rücke. Der Gedanke an Mozart liegt bei diesem Werk nahe, heute würde so etwas wohl leicht unter den Plagiatsverdacht fallen und bestimmt keinen Innovationspreis gewinnen. Nichtsdestotrotz zeigte Bielefeld sehr genau, dass das auch so schöne und gute Musik ist, die mit einer ganz eigenen klanglichen Poesie aufwarten kann. </p>
<p>Die Hauptsache des Abends in der Villa Musica waren aber die Duos. Auch hier war Spohr wieder vertreten mit einem gefälligem Potpurri über Themen aus Mozarts Zauberflöte, komponiert für die eigene Konzertpraxis, der Violinvirtuose Spohr war mit der konzertierenden Harfenistin Dorette Scheidler verheiratet. Und das hört man der lose gefügten Reihung durchaus an: Die Harfe darf hier zeitweise auch mal richtig angeben, was auf ihr alles möglich ist.</p>
<p>Daneben gab es noch viel Französisches zu hören. Besonders herausragend dabei: Camille Saint-Saens „Fantaisie“, eine formal eher lockere Reihung melodisch und harmonsich sehr verführerischer Reize. Bielefeld und Madoka Berg trugen das brillant und inspiriert vor, ließen die leicht fließende Schwärmerei mit ihrer gefangennehmender Mischung aus unterhaltsamen Belanglosigkeiten und suchender Nachdenklichkeit wirbeln und blitzen: Eine Fantasie, die das ganze Konzertprogramm noch einmal wunderbar zusammenfasste.</p>
<p>(geschrieben für die <span class='wp_keywordlink'><a href="http://www.mainzer-rhein-zeitung.de" title="Mainzer Rhein-Zeitung" target="_blank">mainzer rhein-zeitung</a></span>.)<img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/a3241ffe7ac6417d9495f7fd1834c7a9" width="1" height="1" alt=""></p>

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