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angebissen: der don-camillo-chor auf cd

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Musik dazu verwenden, jemanden zu verführen, ist keine neue Idee. Das Opfer mit der Musik als Köder zur Musik zu begehren, ist schon etwas ungewöhnlicher. Und wenn ein das dann auch noch so offen und direkt unternimmt wie der „Don-Camillo-“ aus dem Münchner Umland, dann gehen jeder Zielperson schnell die Argumente für den Widerstand aus.

Das liegt, wie ihre neueste (und erste) CD mit dem passenden Titel „Good Bait“ beweist, zu großem Teil an der jugendlichen Frische und dem unbändigen Überschwang, mit dem der gesamte sich auf sein Repertoire vorwiegend aus und Pop stürzt. So eine freizügige Freude teilt sich dem Hörer in jedem Moment mit, dass er mit dem größten Vergnügen anbeißt.

Das Vergnügen ist allerdings nicht nur ein Verdienst der Sänger und ihres Chorleiters, der sie immer wieder knackig auf den Punkt fokussiert. Es liegt zu einem großen Teil auch an den angenehm einfallsreichen Arrangements, die mehrheitlich vom Dirigenten selbst oder aus der bewährten Feder des um keine Pointe verlegenen stammen.

Das reicht vom feurigen „Chili con Carne“ aus dem Fundus der „Real Group“ über aufgefrische -Klassiker bis zu – in ihren komplexen Arrangements kaum noch erkennbaren – Pop-Hits der letzten Jahrzehnte. Mit einer recht freien Bearbeitung von Brahms‘ „Guten Abend, gut‘ Nacht“ beweist der Don-Camillo- dann nebenbei auch noch, dass er mehr als nur reiner -Pop- ist: Diese jungen Sänger und Sängerinnen fühlen sich in vielen Gefilden zu Hause. Mit Recht. Denn „Good Bait“ ist nicht nur eine schöne, gelungene Leistungsschau, sondern auch einfach gute Unterhaltung.

Don Camillo : Good Bait. Spektral SRL4-09049, 2009.

(geschrieben für die neue chorzeit)

Geschrieben von matthias

5. Juli 2009 um 16:32

reihenglück: 20 jahre „jazz im chor“

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Die 13 ist ja eigentliche eine Unglückszahl. Davon hat sich der Bosse-Verlag aber nicht beirren lassen und das Jubiläumsheft der Reihe „ im “ mit genau dieser Zahl an Songs gefüllt. Zu recht – denn „ im “ ist eine Erfolgsreihe, die auf Aberglauben verzichten kann. Seit 20 Jahren werden die Chorhefte herausgegeben von Christoph Schönherr, der damit Trend vielleicht nicht begründete, aber doch maßgeblich mitbestimmte. Und der, gerade mit den dort versammelten und zugänglich gemachten Arrangements, einiges getan hat für die Akzeptanz und Umsetzungsfähigkeit, die gekonnte Aufführung jazziger Arrangements eben nicht nur in Spezialensembles, sondern auch in bunt gemischten Chören.
13 Standards also, ausgesucht aus den zehn Heften der letzten zwei Jahrzehnte. Das heißt: Überwiegend bekannte und erprobte Sätz. Für Chöre – oder Chorleiter –, die jetzt einsteigen wollen ist das eine ideale Sammlung. Hits sind es sowieso.
Alle sind zwar nicht zu schwer gesetzt, aber sehr differenziert die Möglichkeiten auslotend und vor allem immer mit Gespür für publikumswirksame Effekte. Und sie sind außedem auch so bearbeitet, dass das Singen viel Spaß macht. Nicht alle beschränken sich dabei auf puren – die zusätzlich zu erwerbenden Instrumentalstimmen haben ja in dieser Reihe auch schon Tradition. Neben „echten“ Standards – „Lullaby of Birdland“ etwa, oder Thelonious Monks „Blue Monk“ – repräsentieren Songs wie der Samba „It’s when the music starts to play“ oder Antonio Carlos Jobims Bossa „Wave“ (beide in Sätzen von Torsten Maaß) das reichhaltige Latin-Feeling von „ im “. Außerdem gibt es noch drei Originale von Martin Carbow für die -Abteilung. Ein Heft mit reichem Material und vielen Möglichkeiten also.

Christoph Schönherr (Hg.): Best of im . 13 Standards for Mixed Choir. Gustav Bosse 2009. 79 Seiten. 19,95 Euro.
(geschrieben für die neue chorzeit)

Geschrieben von matthias

9. Mai 2009 um 10:08

Abgelegt in kritik,musik

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